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Haben Sie eine Jungfrau?
Glauben Sie, dass das ein Fehler ist? Nein, man muss doch immer kräftig
Erfahrung sammeln. Ist Ihre Freundin noch Jungfrau? Ja.
Sind Sie noch Jungfrau? Nein.
Sie wollten also nicht als Jungfrau in Ihre Gehege? Sind Sie noch Jungfrau?
Sie noch Jungfrau? Ja.
Sie sind nicht mehr Jungfrau? Nein.
Sie möchten doch keine mehr sein. Nur wenn Sie der Ersten sind.
Sagen Sie, noch Jungfrau?
Entschuldigung, ich habe mal eine Frage. Sind Sie Jungfrau?
Nein, Korpion.
Haben Sie schon mit einem Mann geschlafen? Sie bekommen gleich eine
Aber jetzt, ja, sind Sie noch Jungfrau? Ja, habe ich doch schon mal gesagt.
Sind Sie noch unschuldig? Ja.
Blöde Frage, du Arzt.
Sagen Sie, muss ein Mädchen unbedingt Jungfrau sein, bevor es in die Ehe geht?
Nö, nö, auf keinen Fall.
Sind Sie noch Jungfrau? Du hast wohl ein Ding am Kopf, was?
Warum jetzt denn?
Sind Sie noch unschuldig? Hört jeder nicht an.
Wäre Ihnen ein unschuldiges Mädchen lieber?
Habe ich noch nicht ausprobiert.
Darf ich Sie mal von der Seite fragen, sind Sie noch Jungfrau?
Ja. Wollen Sie als Jungfrau in die Ehe gehen?
Nein.
Jungfräulichkeit, Reinheit, Unschuld.
Begriffe, die vor einigen Jahrzehnten noch fest im moralischen Bewusstsein der
Menschen verwurzelt waren, sind verdrängt worden von einer einfachen
Sex macht frei und was frei macht, ist gut.
Die Enthaltsamkeit, die unsere Vorfahrin zu üben hatte, war ein fester
Bestandteil des Erziehungsprogramms. Und als verdammenswürdig wurde das Mädchen
hingestellt, das den Spruch »Drum prüfe, wer sich ewig bindet« allzu wörtlich
nahm. Denn die Lust war Teufelswerk, und nur was rein dem Bewusstsein der Gnade
empfangen wurde, konnte auch rein bleiben.
Das Erlebnis der Defloration war untrennbar verbunden mit dem
das Kostbarste verloren zu haben.
Der Schmerz der Defloration galt als Mahnung an die Erbschuld der Urmutter
Nur wer als Jungfrau stark war, konnte diesem Bannkreis der Schuld entkommen.
Und wer sich im Ehebette jeder Lust enthielt.
Nach allem, was Erziehung, Schule und Kirche ihr vermittelt hatten, musste
unsere Vorfahrin glauben, das sei von Anbeginn der Welt unumstößliches Gesetz
gewesen.
Wir sind in einer Zeit, lange bevor die Bibel geschrieben wurde.
Und wir begegnen zwei Menschen, die Adam und Eva heißen könnten.
Der Mensch im paradiesischen Zustand auf gleicher Stufe mit Pflanzen und Tieren
hat seine Unwissenheit verloren.
Damit seine Unschuld und das Paradies.
Der Mensch begann bewusst zu leben. Und das heißt, er begann auch bewusst zu
lieben. Der Zustand der Jungfräulichkeit endet mit der Defloration.
Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie abblühen.
Die Blüte hat die Aufgabe, Insekten anzulocken, um durch sie befruchtet zu
werden.
Im Moment der Befruchtung stirbt die Blüte ab und die Frucht beginnt zu
Für unsere Urväter war die Welt voller unergründlicher Geheimnisse.
Die Kräfte der Natur glaubten wie von Göttern und Dämonen gelenkt.
Der Phallus war das Symbol der Fruchtbarkeit.
Sonne, Wasser und Phallus waren die drei Urkräfte, die das Volk am Leben
erhielten.
Den Begriff Sünde kannte man noch nicht, aber es gab Verbote, Tabu.
Das junge Mädchen war tabu, denn geschlechtlicher Verkehr vor der Reife
ihre spätere Fruchtbarkeit gefährden können.
Eine unfruchtbare Frau aber war für die Gemeinschaft wertlos. Ein Mädchen musste
sich, um Phallus nicht zu erzürnen, seine Jungfräulichkeit bewahren, bis der
Stammespriester für sie die Weihe erbeten hatte.
Wer nach der Weihe Jungfrau blieb, war eine Schande für den Stamm.
Man war sich nur nicht immer einig, wer das Mädchen vor dieser Schande bewahren
durfte.
auf der Seite des Stärkeren. Und die Frau hatte sich zu fügen.
Die Priester waren damals nicht immer auf der Seite der Liebenden.
Die Stammesinteressen mussten gewahrt bleiben und der Priester musste sich des
Segens der Götter gewiss sein.
Anscheinend lag über unserem jungen Liebespaar nicht der Segen der Götter
somit durften sie auch nicht auf das Einverständnis des Priesters hoffen.
Die schönsten von Phallus gesegneten Mädchen durften dem Flussgott ihre
Jungfernschaft darbringen.
Nur Jünglinge von edelster Geburt waren danach würdig, die so deflorierten
Frauen an sich zu nehmen.
In Südostasien erwartet man von der Persönlichkeit, dass sie jemand sei, dem
Bisexualität ein köstliches Erlebnis bedeutet, in das er sachkundig
ist und das noch nicht so überhandnimmt, dass die soziale Ordnung gestört würde.
Die Eingeborenen verzeihen leichte Liebesaffären, verabscheuen aber Akte
leidenschaftlicher Wahl und haben keinen wirklichen Platz für jemand, der trotz
gegenteiliger sozialer Erfahrung ständig fortfährt, eine bestimmte Frau oder
einen bestimmten Mann einem gesellschaftlich passenden Gefährten
Auch in jenen Zeiten versuchten die Menschen, die Mysterien des Seins zu
ergründen. Und so zogen viele von ihnen hinaus, ließen sich lange Haare und
lange Bärte wachsen und gingen in die Einsamkeit, um nach dem Sinn des Lebens
forschen. Aber ihr Geist war noch zu schwach, ihre Gedanken irrten ab und es
bekam sie die Fleischeslust.
Deshalb ersannen sie allerlei Mittel, um ihren Körper abzustumpfen.
Denn der Körper tötet den Geist, dachten sie.
Sie begannen dieseln zu essen, denn selbst die Nahrung wollte ohne Genuss
Sie ersannen immer härtere Qualen, um ihrer sündigen Gedanken härter zu
Aber ihr Geist war immer noch zu schwach.
Und schließlich, um die unfreiwilligen Gefühlsaufwallungen zu unterdrücken,
setzten sie sich in einen Ameisenhaufen.
So saßen sie wochenlang, aber der Weg ins Paradies wurde ihnen trotzdem nicht
offenbar.
Das Mittelalter.
Der Baum der Erkenntnis wurde reduziert auf das Geschlechtliche.
Die schlimmste Sünde, die der Mensch begehen konnte, war das zu tun, wozu
ihm die Mittel gegeben hatte.
Zu lieben.
Die Tochter des 19.
Jahrhunderts. Sie empfand die gleichen Sehnsüchte. Nur die Gesellschaft, in der
sie aufwuchs, erlaubte ihr diese nicht.
Das natürliche Erwachen ihres jungen Körpers musste sie als Lockung des
empfinden.
Unvorbereitet brach das Blut der ersten Menstruation aus ihrem Körper.
Was treibst du hier, du Schändliche? In welchem Zustand stehst du vor mir?
Willst du es alle zugrunde richten?
Auf die Knie!
Vater!
Dein Körper ist nur die Hülle für die Seele, mein Kind.
Wird das Gefäß beschmutzt, so kann der Inhalt nicht unversiert bleiben.
Aber, aber Mutter, wenn ich den Mann noch nicht liebe, den er mir aussucht?
Willst du, dass er einen so rechtschaffenden Mann findet, wie er
hält? Ja, aber...
Wenn er mir nun nicht gefällt? Er wird dich nie zwingen, einen Mann zu
wenn du nicht achten kannst.
Nun, meine Liebe, gabel dich wohl.
Meiner Tochter?
Du wirst sehen, mein Kind, er wird alles so richten, wie es gut für dich ist.
Und dies hier? Ein Widerspruch?
Keineswegs. Dieses Verhalten betrachtete unser Ururgroßvater durchaus als Dienst
an der Familie.
Indem er seine Schwäche anderswo abreagierte, hielt er die Sünde vom
fern.
Ich darf es niemandem erzählen. Nur dir, mein liebes Tagebuch.
Denn du bist mein einziger, verschwiegener Freund.
Ich bin jetzt sicher, dass Friedrich mir gefällt.
Ich weiß, dass es Sünde ist, aber darf ich ihm ein Zeichen geben? Vertrauen ist
immer das, was man von anderen erwartet.
Hach!
Hach! Hach!
Hach! Hach!
Hach! Hach!
Hach!
Die Sonne blüht, die Blume blüht, wie schön ist heute die Welt mit dir und
mir und zu mir.
Fräulein Anna!
Wenn uns jemand sieht!
Ich hoffe, ich bin, ich meine, dass ich mein Vater und ihrer Vater... Anna!
Ich wollte nur wissen, ob es auch ihr rund... Meine Mutter!
Mein Kind, es ist nun bald soweit. Du wirst uns verlassen.
Kanzler Thorbach hat zu ihm im Auftrage des Ehrenwerten Herrn Reimann für dessen
Sohn Friedrich um deine Hand angehalten. Wir sind uns einig, du bist hiermit
verlobt. Dich umarmen, mein Kind. Der junge Herr Friedrich ist ein fleißiger,
ehrlicher Mann, nicht wahr?
Ja, Mama, ich... Nun, mein Herzblatt, die unbeschwerte Zeit der Jugend ist
vorbei. Du wirst sehr vieles lernen müssen, sehr, sehr vieles.
Aber Friedrich wird ja ein guter Mann sein.
Hoffentlich.
Mein armes, armes Kind.
Du weißt, was ich erwarte.
Das Liebte, was ich besitze, habe ich dir anvertraut. Ich werde sie verwöhnen.
Ach, was?
Du bist der Herr im Haus und sollst es auch sein.
Friedrich, du bist doch ein Mann. Du verstehst schon, was ich meine.
Aber schwöre mir eins, die Mutter deiner Kinder muss dir heilig sein.
Ich bitte um Vergebung.
Aber... Du verstehst, ich muss jetzt...
Anna!
Willst du es mir verzeihen?
Es muss doch nun mal sein.
Ich will dir eine gute Frage...
Nun denn?
Oh, Anna!
Die Folgen einer außerehelich verlorenen Jungfernschaft waren für die Familie
und das betroffene Mädchen meist sehr schwer. So werden uns schon aus
Zeiten Mittel überliefert, wie eine verlorene Jungfernschaft scheinbar
wiederherzustellen ist.
Glasstaub vor der Hochzeitsnacht einzuführen war zwar erfolgreich, aber
sehr gefährlich. Auch Mohnsaft sollte eine überzeugende Wirkung erzielen.
In Frankreich bevorzugte man eine humanere Methode. Der Braut wurde eine
Taubenblut gefüllte Fischblase eingelegt.
Von der Benutzung blutgetränkter Schwämmchen oder Lappen wird aus
berichtet. Auch aus Russland und Persien.
Hier handelt es sich nicht darum, eine Jungfernschaft vorzuteufeln, sondern
vielmehr festzustellen, ob das Mädchen noch Jungfrau ist.
Man setze die Jungfrau auf die Öffnung eines Weinfasses.
Ist sie defloriert, wird Geruch ausströmen. Ist sie Jungfrau? Nicht.
So ein Zitat.
Eine andere Jungfernschaftsprobe wird uns aus dem 14.
Jahrhundert überliefert.
Man gab dem Mädchen das Pulver von zerbrannten Efeu -Wurzeln in Wasser
zu trinken.
War sie Jungfrau, behielt sie es bei sich.
War sie es nicht, schied sie das Wasser sofort wieder aus.
Es war schon eine gerechte Welt.
Schuld oder Unschuld eines Mädchens entschied sich an der Größe seiner
Wenn zum Beispiel ein Garten von Raupen befallen war, so gab es im Nordipalien
des Mittelalters dagegen ein wunderbares Mittel.
Man benötigte dazu eine nackte Jungfrau und einen Mönch.
Sie mussten vor Sonnenaufgang einander begegnen.
Warum allerdings das Mädchen nackt sein musste und der Mönch nicht, ist niemals
geklärt worden.
Man darf es dem heiligen Mann nicht verübeln, dass er in solcher Haft dem
Mädchen hinterher eilt.
Denn in einem Buch mit dem Titel Gestriegelte Rottenphilosophie,
1709, wird berichtet, dass es lebenslanges Unglück für den Mann
früh am Morgen einer reinen Jungfrau begegnet.
In Litauen gab es ein unfehlbares Mittel gegen Flöhe. Eine nackte Jungfrau
musste am ersten Ostertage vor Sonnenaufgang das Haus auskehren.
Zur Zeit der Hexenprozesse befassten sich die Richter der Heiligen
unter anderem ausführlich mit der Frage, was die angeklagten Hexen mit dem Blut
ihrer ersten Menstruation und, sofern sie keine Jungfrauen mehr waren, mit
Deflorationsblut gemacht hatten.
Denn diese streitbaren Mitglieder einer aufgeklärten Christenheit hatten
herausgefunden, dass das erste Menstruationsblut einer Jungfrau oder
Deflorationsblut ein besonders wirksames Mittel für die Herstellung von
geheimnisvollen Zaubertränken war.
In manchen ländlichen Gegenden pflegt man auch heute noch durch Vorzeigen der
Betttücher kundzutun, dass die Braut defloriert und der Bräutigam somit voll
potent sei.
Sind Sie verheiratet? Nein.
Haben Sie eine Freundin? Ja.
War Sie noch Jungfrau?
Nein. Entschuldigen Sie bitte, sagen Sie, ist für Sie die Unschuld eines
Mädchens noch von Bedeutung?
Nö, eigentlich nicht.
Nämlich interessiert es gar nicht.
Wie war das, dass die Jungfrau... Dass die Jungfreundschaft für eine Frau noch
von Bedeutung ist.
Ich hoffe nicht.
Ich hoffe, dass eine Frau zu viel Würde besitzt, um sich mit diesen Leuten
abzugeben. Meinen Sie, dass die Unschuld heute noch für ein Mädchen von
Bedeutung ist?
Ich möchte sagen, ja.
Ja? Ja.
Und warum?
Weil es einen anderen Typ fühlt.
Da fehlt noch keiner vorher dran.
Sind Sie verheiratet? Nein, Gott sei Dank nicht.
Was halten Sie von dem Begriff der Jungfeindschaft in der heutigen Zeit?
Nicht allzu viel. Gibt es sowas überhaupt noch? Sind Sie verheiratet?
Italien. Sind Sie verheiratet?
Italienisch.
Ja? Geh frei, geh frei, geh frei.
Ob Sie verheiratet sind? Impossible.
Wenn Ihre Tochter heiratet, wäre es zweckwiesig, dass sie dann noch ihre
Unschuld hätte?
Ich glaube nicht. Sie müsste schon Erfahrung sammeln, ja?
Da erinnere ich mich zurück an meine erste Liebe, die war auch erst 16.
Oh, hoffentlich ist meine Tochter auch noch Jungfrau.
Weißt du, Papa ist ja immer noch ein bisschen großzügiger als Mama.
Ach.
Meine Alten sind da auch recht großzügig.
Solange sie nicht wissen, was los ist.
Und was ist da so los?
Na komm, sag's schon.
Ach, das werde ich dir schon nochmal zeigen.
Da bin ich aber neugierig.
Sag mal, willst du noch zu mir raufkommen?
Warum nicht? Wo wir sowieso schon da sind. Na prima, ich habe mir ein paar
Scheiben gekauft. Irre Musik, sage ich dir. Meine Mutter ist da auch nicht zu
Hause. So viel ich weiß beim Arzt.
Kommt jetzt in zwei Stunden zurück, oder so.
Da kann ich endlich mal den Plattenspieler lautstellen.
Du, Georg.
Ich kann aber nicht lange bleiben.
Na komm.
Danke.
Nett hier.
Du, sag mal. Ja?
Sag mal, hast du hier schon mal mit Mädchen und so?
Klar.
Mit mehr als einer?
Na klar.
Nur Petting oder auch was anderes?
Auch was anderes.
Du sag mal, habt ihr einen Bart?
Nee, wir waschen uns im Blecheimer. Komm, ich zeig's dir.
Oh, prima.
Es dauert nur eine Sekunde.
Tschüss. Hey.
Georg, stell den Plattenspieler bitte etwas lauter.
Lass es doch bleiben.
Ich kann einfach nicht.
Ich kann einfach nicht.
Herr Christine.
Tag, Herr Silman. Niemand zu Hause?
Übrigens, ich habe vorhin Ihren Vater am Kudamm gesehen.
Ein Reporter vom Fernsehen hat ihn interviewt.
Da können wir ihn vielleicht bald mal bewundern.
Haben Sie keinen Schlüssel?
Nein. Kommen Sie inzwischen zu mir rein.
Ich kann doch nicht zulassen, dass Sie sich ein Hündchen hier auf die Matte
legen.
Danke sehr.
Fühlen Sie sich bei mir wie zu Hause, ja?
Was darf denn sein?
Whisky?
Portwein?
Wodka? Cognac?
Oder warten Sie mal.
Wir trinken natürlich Sekt.
Ich bin gleich wieder da.
Ist das ein Theaterstück, in dem Sie mitspielen?
Nein, aber ich spiele hin und wieder sowas ähnliches.
Darf ich mal sehen?
Ist das etwa auch Kunst?
Komm, Koffer.
Weißt du was? Meine Eltern sagen immer, ich sei noch viel zu jung für die Liebe.
Man ist nie zu jung fürs Glück.
Du bist ein hübsches Mädchen.
Mein Gott, wir kennen uns jetzt schon fünf Jahre.
So lange wohne ich jetzt schon hier.
Du bist noch Jungfrau, ja?
Ja.
Was soll denn das hier werden, wenn es fertig ist? Oh, das wirst du schon noch
sehen, mein liebes kleines Vögelchen.
Ich bin gespannt darauf.
Und nun der große Zaubertrick.
Vielen Dank.
Welt der Griechen und Römer hatte die Frau nicht das Recht, sich ihrem
Lebenspartner selbst zu wählen. Er wurde vom Vater oder vom ältesten Bruder
bestimmt.
Absolute Gewalt über die Frau ging bei ihrer Verheiratung auf ihren Mann über.
Jeder Ehebruch war strafbar.
Außerdem wurde jede geschlechtliche Verbindung mit einer nicht verheirateten
Frau bestraft.
Aber es gab für einen verliebten Römer einen Weg, auch wenn das Mädchen ihn
ablehnte und der Vater einer Ehe nicht zustimmen wollte.
Er brauchte natürlich Freunde oder Geld, um sich Freunde zu verschaffen.
Vorsichtig!
Ich glaube, ich weiß, wie du es machen kannst. Du musst sie entführen. Aber das
kostet natürlich.
Oh, selbstverständlich.
Ich komme heute Nacht.
Los, Freunde!
Unser feuriger Liebhaber wird jetzt natürlich behaupten, dass das Mädchen,
er entführt hat, keine Jungfrau mehr war.
Somit eine ehrlose Person, mit der jeder Römer ungestraft geschlechtliche
Beziehungen unterhalten durfte.
Gelingt der Familie aber der Nachweis, dass das Mädchen noch Jungfrau war, so
haben die beiden ein Verbrechen begangen.
Nach dem Gesetz müsste auch das Mädchen bestraft werden.
Das aber kann nicht im Interesse des Vaters sein.
Also bereinigt man die leidige Angelegenheit mit dem schon damals jede
Verständigungsschwierigkeit überwindenden Kommunikationsmittel.
Vielleicht kommt daher der Ausspruch, verraten und verkauft.
Jedenfalls hat sich der schöne Brauch, ein jungfräuliches Mädchen in Führung
Vergewaltigung zur Ehe zu zwingen, noch bis heute in Sizilien erhalten.
Aber natürlich gab es noch eine andere Form der Defloration, nämlich die, um
Segen der Götter herbeizuflehen.
Ein alter Bekannter.
Nur heißt er diesmal nicht Phallus, sondern Mutunus Tutunus.
Es musste darauf geachtet werden, dass die Defloration am Mutunus Tutunus
vollständig durchgeführt wurde. Denn nur so konnte die Ehe fruchtbar und
segensreich verlaufen.
Wir haben keine Anzeichen dafür, dass es zwischen der Welt der alten Römer und
den Völkern der Indianer Nordamerikas irgendeine Verbindung gegeben hat.
Dennoch hatte sich hier der gleiche Brauch entwickelt.
Die Medizinmänner einiger Stämme der indischen Inseln bereiteten so die
Jungfrauen für eine Selbstdefloration vor.
Wichtigste Voraussetzung war ein Feuer aus Kräutern, denn der Rauch, der an das
Geschlechtsteil des Mädchens gelangte, verursachte in ihr den drängenden
sich der Liebe hinzugeben. Während das Mädchen durch den beißenden Kräuterrauch
langsam in einen ekstatischen Zustand gerät, tanzen im Dorf ihre
Stammesangehörigen, um den Segen der Götter herbeizufliegen.
Solch ein Aufwand wird natürlich nicht bei jedem Mädchen getrieben, das durch
den Akt der Selbstdefloration zur Frau wird, sondern nur bei den Töchtern
hochstehender Familien, die innerhalb des Stammesgefüges eine Machtposition
innehaben.
Erst nach dieser Zeremonie ist das Mädchen endgültig in die Gemeinschaft
integriert und wird nun abwarten, welchen Mann die Familie für sie erwählt
wobei auf ihre Wünsche in Bezug auf Gefühl oder Geschmack nicht eingegangen
wird.
Entscheidend bei der Auswahl des Ehepartners werden sein Stamm innerhalb
Stammes und die damit verbundene Familienverknüpfung und nicht zuletzt
sein, den die Eltern des jungen Mannes aufzubringen in der Lage sind. Den Weg
dahin hat sie nun beschritten.
indem sie die Schwelle übertreten hat, die sie vom Kindsein zum Frauwerden
getrennt hat.
Untertitelung des ZDF, 2020
Nun ist die Zeit für Ark Pan, den Gott der Fruchtbarkeit, gekommen.
Die Medizinmänner treffen die letzten Vorbereitungen.
Aus Kambodscha berichteten die christlichen Missionare frühere
dass der Bräutigam seine Braut in Begleitung aller seiner Verwandten zum
Priester führte.
Nur der Priester durfte das Tabu brechen, denn er war mächtiger als die
Die Jungfrau war dadurch geschützt, aber damit auch der Willkür des Priesters
ausgesetzt.
So mannigfaltig auch die Arten sein mögen, nach denen verschiedene Kulturen
Entwicklung des menschlichen Wesens prägen, gibt es doch grundlegende
Regelmäßigkeiten in der menschlichen Sexualentwicklung, die keine bekannte
Kultur jemals umgehen konnte.
Nach unseren Betrachtungen über die gegensätzlichen Erziehungsmethoden von
verschiedenen Gesellschaften können wir nunmehr die Regelmäßigkeiten
zusammenstellen, mit denen jegliche Gesellschaft rechnen muss.
Dabei werden wir finden, dass das Gefühl des Kindes für seine eigene
Geschlechtszugehörigkeit und die Methoden, nach denen der Wert dieser
Geschlechtszugehörigkeit eingeschätzt wird, im Rahmen einer Reihe von
Bedingungen betrachtet werden müssen.
Da ist zunächst einmal der Bau des eigenen Körpers, bei dem das Mädchen die
Erfahrung macht, dass die neuen Deutungen von Schwängerung, Empfängnis
Geburt ohne weiteres zu ihren frühesten Erlebnissen bei der Nahrungsaufnahme
passen. Der Knabe dagegen kann die gleichen ersten Erfahrungen höchstens
Deutung der weiblichen Rolle verwenden. Fände sich aber in die größte Verwirrung
versetzt, wollte er versuchen, sie zur Deutung seiner eigenen Rolle zu
Das Mädchen, das glücklich die Mutterbrust empfangen hat, braucht keine
strukturell verschiedenartige Anpassung vorzunehmen, um eine reife
Geschlechtsbeziehung annehmen zu können.
Aufnehmen ist eine Weise des Verhaltens, die in den wesentlichen biologischen
Rhythmus seines Daseins passt.
Weil aber in der Fantasie so leicht ein Körperteil an die Stelle eines anderen
gesetzt werden kann, wenn nur die Formen und Arten des Verhaltens
übereinstimmen, kann auch ein Mädchen Irrwege der Entwicklung einschlagen,
sie außer ihrem allgemein menschlichen Interesse am Rennen und Springen, an
Erforschen und Handhaben übermäßig an ihrem rudimentären Phallus, ihrer
Kritoris, Interesse gewinnt.
Die Beobachtungen in vielen Gesellschaften stützen aber keineswegs
gewöhnliche Annahme der Forscher, deren Beobachtungsmaterial sich auf unsere
eigene Gesellschaft beschränkt. Diese fallische Phase bilde für die Mädchen
regelmäßige Hürde, die genommen werden müsse. Ja, sie stelle eine genauso
systematische Schwierigkeit bei der vollen Geschlechtsanpassung dar, wie die
Ausweitung der Rezeptivität, die ursprünglich mit dem Essen assoziiert
den Knaben.
Wenn derartige Störungen auftreten, darf man weder den unangebrachten Nachdruck,
den der Knabe aufs Einverleiben legt, noch die übermäßige Betonung des
Einbringens beim Mädchen unmittelbar mit dem menschlichen Körperbau in Beziehung
bringt. Wir müssen vielmehr erkennen, dass es sich um Deutungen von
Erlebnissen handelt, die kleine Kreaturen vornehmen, die in einer
zweigeschlechtigen Welt leben. In einer Welt, in der Vertreter beider
Geschlechter sämtlicher Altersstufen leben und in der Kopulation
und Geburt, Verhaltensweisen, die eine Geschlechtsdifferenzierung verlangen,
gleich bedeutsam sind wie Essen, Trinken, Verdauen und Entleeren.
die nicht geschlechtsdifferenziert sind.
Amen.
Nach der vom Häuptling vorgenommenen Defloration durfte das Mädchen den
erwählten Mann erwarten.
Ein kleiner Sprung zurück ins Mittelalter.
Mit einem Topf so groß, dass der Hintern da rein Platz hat, soll die Magd sich,
so der Herr es gestatte, freikaufen für die Hochzeitnacht.
Was kompliziert wurde, wenn der Besitz nicht einem weltlichen Herrn, sondern
Kirche gehörte. Aber auch die braven Mönche wollten nicht hinter den Sitten
Lehensherren zurückstehen, wenn sie auch auf das Recht der ersten Nacht
verzichten mussten.
Was sich aber einige kirchliche Herren doch genommen haben sollen, worüber uns
zwar Berichte, aber keine Beweise vorliegen.
Natürlich durfte da kein Betrug sein, denn es heißt, der Topf muss so groß
dass der Hintern da reinpasst. Also weder zu groß noch zu klein.
Aber bleiben wir weiter beim Thema.
Dem Recht der ersten Nacht. Wenn der Herr mir gütigst erlauben einzutreten,
habe ihm eine Bitte vorzutragen. Wie ihr wisst, habe ich eine Tochter und es
wäre nun an der Zeit, sie zu verheiraten. Ich will sie dem Zimmermann
zur Frau geben. Schon wieder?
Was ist hier nur auf einmal los? Wir haben doch schon vorige Woche eine
gehabt.
Man ist ja auch nicht mal der Jüngste.
Also gut, es sei denn.
Dann nehmen Sie, der Zimmermann Heinrich.
Nein, Herr, nein.
Nicht ohne Euren Segen.
Komm, steh auf.
Ist sie denn hübsch? Ja.
Ihr müsst sie sehen, Herr. Ein zartes, süßes Kind mit langen Wimpern, Haar wie
Seide, mit großen, dunklen Augen und weich und rund, hat sie der Herr
erschaffen.
So, so.
Na ja.
Also diesen Lümmel hat dein Vater für dich ausgesucht? Ja.
Und du liebst ihn?
Ja. Hat er sich etwas schon genommen, was mir zusteht? Oh nein, bewahren,
Sie ist so tugendnah erzogen, dass sie niemals gegen das Gebot der Heiligen
Kirche verstoßen würde.
Oh Gott, er kann gehen. Er geht schon hinaus mit dir.
Nein, du bist mein Kind.
Der Himmel wird euch eure Güte lohnen. Das ist schon gut so. Geh in die Küche,
lass dir einen Kruch Wein geben. Und jetzt aus mit dir.
Der Herr wird euch danken.
So, mein Kind.
Er ist sehr gütig, unser Herr.
Anna hat er der Macht geschenkt und feinste Spitzentücher. Ja, und Margarete
gönendes Halbband.
Weil er mit ihr zufrieden war.
Moment, Moment, das musst du dir erst verdienen, mein Kind.
Du lieber Gott.
Der sagt, das steht dir falsch. Du bist eine Hexe. Du hast mich verzaubert.
Jawohl, du hast mich verzaubert.
Hexe mochte damals kein junges Mädchen genannt werden. Das hatte meist üble
Folgen. Die alte Streitfrage.
Was war zuerst, das Huhn oder das Ei?
War es zuerst die weibliche Verführung, die den Mann ins Unglück stürzte?
Oder hat das Weib die Verführung entwickelt, als die Waffe der
Auch sie hatte ihren verdienten Lohn bekommen und sicher nicht leicht
Wahrscheinlich deshalb gestand die Kirche auch diesen nicht mehr ganz
jungfräulichen Jungfrauen zu, mit dem Myrtenkranz, dem Zeichen der
Jungfräulichkeit, die Hochzeit zu absolvieren. Und also hat auch er seinen
bekommen.
Neun Zehntel aller Bücher, aller historischen Überlieferungen zu diesem
wurden von Männern niedergeschrieben.
Vielleicht liegt es daran, dass so viel vom Kult der Jungfrau erzählt wird. Vom
Jüngling passt nichts.
Und doch findet sich über die ganze Erde verstreut bei vielen Völkern der
Frühzeit Auch das Tabu des Jünglings.
So wie das Mädchen durch den Priester defloriert und dadurch für reif erklärt
wurde, so wurde der Jüngling beschnitten. Ein Blutopfer zur
Dämonen. Dies soll schon bei Völkern der Brauch gewesen sein, noch bevor Moses
seinem Volk die Beschneidung als Gesetz verkündete.
Aber auch aus anderen Gründen gab es bei einigen Stämmen im Herzen des Mato
Grosso Bräuche, die den Penis des Jünglings bis zur Pubertät besonders
schützten.
Hauptsächlich bei den Stämmen, bei denen die Frauen die Herrschenden waren.
Man nimmt an, dass der Name und die Legende der Amazonen daher rühren, dass
gerade im Amazonasgebiet die Herrschaft absolut der Frau zukam, wobei der Mann
lediglich der Lust diente.
und zur Fortpflanzung notwendig war.
Selbst heute noch wird dort der Mann bis zu seinem 17.
Lebensjahr gemästet und behütet.
Es ist anzunehmen, dass mehr als ein zivilisierter Mann nichts dagegen hätte,
mit diesem Amazonas -Jüngling zu tauschen.
Wenn die Zeit der Geschlechtsreife gekommen ist, muss der Jüngling durch
Hand der Anführerin seine Männlichkeit erhalten.
Sie ist es auch, die die Beschneidung vornimmt.
Dazu dienen ihr über die Zähne geschobene scharfe Metallblätter.
Sie hat diese Prozedur schon sehr häufig vorgenommen und es ist nicht zu
befürchten, dass dem Jüngling etwas widerfährt.
Denn der Penis ist etwas sehr Wertvolles für diese Frau.
Damit ist er offiziell zum Mann erklärt.
Wenn allerdings ein Jüngling auf nicht offizielle Weise zum Mann wird, so wird
er aus dem Stamm ausgestoßen und bis zum Fluss, dem großen Amazonas, verfolgt
und gejagt.
Sollte er versuchen, zu seinem Stand zurückzukehren, würde er grässlich
werden.
Die Wittenlehre des Islam ist auf der des Juden und Christentums aufgebaut und
dem Wesen nach von ihr nicht verschieden.
Sie kann nur durch ihre Vergleichung mit der sozialen und sittlichen
Weltanschauung des heidnischen Arabertums gewürdigt werden.
Mäßigkeit und Ernst wollte er zum Beispiel durch das Verbot des
einiger Glücksspiele fördern.
Nichtsdestoweniger lehnt der Islam die Askese entschieden ab. Er begünstigt die
erlaubten Genüsse des Lebens.
Und Ehelosigkeit etwa ist ihm zuwider.
Die unbeschränkte Polygamie zügelt er durch die Begrenzung auf vier
Ehefrauen. Erst im Laufe der Zeit löste sich vereinzelt in der Praxis diese
Beschränkung auf, konnte der Harem entstehen.
Was aber nicht etwa eine Aufweichung der Lehre zuzuschreiben ist, sondern
sozialen Einflüssen, die im Verkehr der zum Islam bekehrten Völker begründet
sind.
In einigen Teilen Arabiens wird die Braut vor der Hochzeit von einer
des Bräutigams sozusagen einer Prüfung unterzogen.
In einigen Landstrichen Mittelamerikas war es so, dass sich ein Mädchen von
edlem Geblüt vor den verdienstvollsten Kriegern und den Stammesoberhäuptern
selbst deflorierte.
Nun, das wäre alles.
Ich möchte dazu nur noch eins sagen.
Wenn man Systeme oder Theorien aufstellt, so dürfen diese nie unsere
Überzeugungen verändern.
Heute ist das Tabu der Jungfernschaft in den fortgeschrittenen Ländern schon
längst etwas Vergessenes.
Aber gibt es viele fortgeschrittene Länder?
Und gibt es viele fortschrittlich denkende Menschen?
Denkt einmal über dieses Thema nach.
Auf Wiedersehen.
Wird dem Erlebnis der Defloration noch Bedeutung beigemessen?
Empfanden Sie Schuld oder Reue?
Schämen Sie sich, nicht mehr Jungfrau zu sein?
Nein. Nein.
Nein.
Nein, nein, nein. Wer wird denn so indiskrete Fragen stellen?
Warum hast du Angst?
Hast du wirklich Angst?
Ich liebe dich.
Ich brauche dich.
Ich werde nicht wie ein Bilder über dich herfallen.
Ich werde sanft und mit Liebe machen.
Ich bin nicht aus Stein.
Kannst du dir nicht vorstellen, wie du mich aufregst, Eva?
Willst du denn, dass ich zu einer anderen gehe?
Ich brauche es einfach.
Sonst werde ich verrückt.
Was wir verloren haben? Die Legende von der geschlechtlichen Erbsünde.
Was wir vielleicht gewonnen haben?
Das Wissen, dass vor dem sechsten Gebot das fünfte Gebot steht und vielleicht in
Zukunft als schlimmste Sünde gewertet werden darf.
Denn das fünfte Gebot heißt, du sollst nicht töten.
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