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Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Adam und Eva mit
Problem der Entjungferung in der Fachsprache Defloration zurechtkamen?
Als es noch keinen Masters gab und auch keinen Kolle und Freud von der Schöpfung
erst im Planungsstadium war. Als diese Sache da war mit der Schlange und dem
Apfel. Na, Sie wissen schon, dem Paradies. Das gab damals einen
Die Geschichte mit dem Jungfernhäutchen war von Anbeginn schon quasi ein Delikt,
zumindest ein Problem.
Wie hier in der Steinzeit, wo der Phallus schon so etwas wie ein Heiligtum
und zumeist Ursache der ersten Kriege.
Auch im schwarzen Erdteil war das Ereignis der Jungferung bedeutungsvoll.
Ein Ritual.
Genau wie bei den Indianern.
Oder hier in Peru.
Oder bei den Arabern.
Bei den alten Griechen.
Ein zeremonielles Schauspiel in Indien.
Ein ritueller Liebespanz in Brasilien.
Eine Sünde, wenn illegal, bei den Weißen. Die waren ja schon immer für
Ordnung und Moral. Mit der Moral kam die Verklemmung.
Das Verbot für vorehrliche Beziehung wurde derart mystisch verkündet und
drastisch verfolgt, dass die urplötzliche Aufhebung der Verdammnis in
Legalität der Ehe die entstandene Verklemmung nicht mehr ganz auflösen
Sind Sie nur Jungfrau? Ja, habe ich doch schon mal gesagt.
Sind Sie nur unschuldig? Ja.
Blöde Frage, du Arzt. Sagen Sie, muss ein Mädchen unbedingt Jungfrau sein,
es in die Ehe geht? Nö, nö, auf keinen Fall. Sind Sie nur Jungfrau? Du hast
ein Ding am Kopf, was?
Schwer, und ich werde meiner Leiden abkürzen können.
Denken wir zurück an jene Zeit, die noch zu solchen Übeln führte.
Ich glaube, wir nähern uns mit unseren heutigen Ansichten wieder dem
paradiesischen und somit natürlichen Vogel.
Allein es möge uns diesmal der Ausschnitt erspart bleiben.
Dieser Jungfrauenreport ist eine lebendige Schilderung der Rituale,
und Probleme, welche dieser so kurze, aber bedeutungsvolle Schritt vom Mädchen
zur Frau in allen Epochen wach rief.
In fünf Kontinenten gedreht. Ein lehrreicher und vor allem amüsanter
das Schlüsselloch der Jahrhunderte.
Sie wollten also nicht als Jungfrau in die Irre gehen.
Sind Sie noch Jungfrau? Sind Sie noch Jungfrau? Ja.
Sie sind nicht B -Jungfrau? Nein.
Sie möchten doch keine mehr sein. Nur, wenn Sie der Erste sind.
Sagen Sie, noch Jungfrau?
Entschuldigung, ich habe mal eine Frage. Sind Sie Jungfrau?
Nein, Tropion.
Haben Sie schon mit einem Mann geschlafen? Sie bekommen gleich eine
Aber jetzt, ja, sind Sie noch Jungfrau? Ja, habe ich ja schon mal gesagt.
Sind Sie noch unschuldig? Ja.
Blöde Frage, du Arzt.
Sagen Sie, muss ein Mädchen unbedingt Jungfrau sein, bevor es in die Ehe geht?
Nö, nö, auf keinen Fall. Sind Sie noch Jungfrau? Du hast wohl ein Ding am Kopf,
was? Warum jetzt denn?
Sind Sie noch unschuldig? Das geht doch nicht an.
Wäre Ihnen ein unschuldiges Mädchen lieber?
Nein, ich habe es noch nicht ausprobiert.
Darf ich Sie mal von der Seite fragen?
Sind Sie noch Jungfrau?
Ja. Wollen Sie als Jungfrau in die Ehe gehen?
Nein.
Jungfräulichkeit, Reinheit, Unschuld.
Begriffe, die vor einigen Jahrzehnten noch fest im moralischen Bewusstsein der
Menschen verwurzelt waren, sind verdrängt worden von einer einfachen
Sex macht frei und was frei macht, ist gut.
Die Enthaltsamkeit, die unsere Vorfahrin zu üben hatte, war ein fester
Bestandteil des Erziehungsprogramms. Und als verdammenswürdig wurde das Mädchen
hingestellt, das den Spruch »Drum prüfe, wer sich ewig bindet« allzu wörtlich
nahm. Denn die Lust war Teufelswerk, und nur was rein dem Bewusstsein der Gnade
empfangen wurde, konnte auch rein bleiben.
Das Erlebnis der Defloration war untrennbar verbunden mit dem
das Kostbarte verloren zu haben.
Der Schmerz der Defloration galt als Mahnung an die Erbschuld der Urmutter
Nur wer als Jungfrau stark war, konnte diesem Bannkreis der Schuld entkommen.
Und wer sich im Ehebette jeder Lust enthielt.
Nach allem, was Erziehung, Schule und Kirche ihr vermittelt hatten, musste
unsere Vorfahrin glauben, das sei von Anbeginn der Welt unumstößliches Gesetz
gewesen.
Wir sind in einer Zeit, lange bevor die Bibel geschrieben wurde.
Und wir begegnen zwei Menschen, die Adam und Eva heißen könnten.
Der Mensch im paradiesischen Zustand auf gleicher Stufe mit Pflanzen und Tieren
hat seine Unwissenheit verloren.
Damit seine Unschuld und das Paradies.
Der Mensch begann bewusst zu leben und das heißt, er begann auch bewusst zu
lieben. Der Zustand der Jungfräulichkeit endet mit der Defloration.
Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie abblühen.
Die Blüte hat die Aufgabe, Insekten anzulocken, um durch sie befruchtet zu
werden.
Im Moment der Befruchtung stirbt die Blüte ab und die Frucht beginnt zu
Für unsere Urväter war die Welt voller unergründlicher Geheimnisse.
Die Kräfte der Natur glaubten sie von Göttern und Dämonen gelenkt.
Der Phallus war das Symbol der Fruchtbarkeit.
Sonne, Wasser und Phallus waren die drei Urkräfte, die das Volk am Leben
erhielten.
Den Begriff Sünde kannte man noch nicht, aber es gab Verbote, Tabus.
Das junge Mädchen war tabu, denn geschlechtlicher Verkehr vor der Reife
ihre spätere Fruchtbarkeit gefährden können.
Eine unfruchtbare Frau aber war für die Gemeinschaft wertlos.
Ein Mädchen musste sich, um Phallus nicht zu erzürnen, seine
bewahren, bis der Stammespriester für sie die Weihe erbeten hatte.
Wer nach der Weihe Jungfrau blieb, war eine Schande für den Stamm.
Man war sich nur nicht immer einig, wer das Mädchen vor dieser Schande bewahren
durfte.
auf der Seite des Stärkeren. Und die Frau hatte sich zu fügen.
Die Priester waren damals nicht immer auf der Seite der Liebenden.
Die Stammesinteressen mussten gewahrt bleiben und der Priester musste sich des
Segens der Götter gewiss sein.
Anscheinend lag über unserem jungen Liebespaar nicht der Segen der Götter
somit durften wir auch nicht auf das Einverständnis des Priesters hoffen.
Die schönsten von Phallus gesegneten Mädchen durften dem Flussgott ihre
Jungfernschaft darbringen.
Nur Jünglinge von edelster Geburt waren danach würdig, die so deflorierten
Frauen an sich zu nehmen.
In Südostasien erwartet man von der Persönlichkeit, dass sie jemand sei, dem
Sexualität ein köstliches Erlebnis bedeutet, in das er sachkundig
und das noch nicht so überhand nimmt, dass die soziale Ordnung gestört würde.
Die Eingeborenen verzeihen leichte Liebesaffären, verabscheuen aber Akte
leidenschaftlicher Wahl und haben keinen wirklichen Platz für jemand, der trotz
gegenteiliger sozialer Erfahrung ständig fortfährt, eine bestimmte Frau oder
einen bestimmten Mann einem gesellschaftlich passenden Gefährten
Auch in jenen Zeiten versuchten die Menschen, die Mysterien des Seins zu
ergründen. Und so zogen viele von ihnen hinaus, ließen sich lange Haare und
lange Bärte wachsen und gingen in die Einsamkeit, um nach dem Sinn des Lebens
forschen. Aber ihr Geist war noch zu schwach, ihre Gedanken irrten ab und es
bekam sie die Fleischeflucht.
Deshalb ersannen sie allerlei Mittel, um ihren Körper abzustumpfen.
Denn der Körper tötet den Geist, dachten sie.
Sie begannen, Disteln zu essen, denn selbst die Nahrung sollte ohne Genuss
Sie ersannen immer härtere Qualen, um ihrer sündigen Gedanken Herr zu werden.
Aber ihr Geist war immer noch zu schwach.
Und schließlich, um die unfreiwilligen Gefühlsaufwallungen zu unterdrücken,
setzten sie sich in einen Ameisenhaufen.
So saßen sie wochenlang, aber der Weg ins Paradies wurde ihnen trotzdem nicht
offenbar.
Das Mittelalter.
Der Baum der Erkenntnis wurde reduziert auf das Geschlechtliche.
Die schlimmste Sünde, die der Mensch begehen konnte, war das zu tun, wozu
ihm die Mittel gegeben hatte.
Zu lieben.
Die Tochter des 19.
Jahrhunderts. Sie empfand die gleichen Sehnsüchte. Nur die Gesellschaft, in der
sie aufwuchs, erlaubte ihr diese nicht.
Das natürliche Erwachen ihres jungen Körpers musste sie als Lockung des
empfinden.
Unvorbereitet brach das Blut der ersten Menstruation aus ihrem Körper.
Anna!
Was treibst du hier, du Schändliche? In welchem Zustand stehst du vor mir?
Willst du es alle zugrunde richten?
Auf die Knie!
Mein armes Kind, aber Friedrich wird dir ein guter Mann sein.
Hoffentlich.
Mein armes...
Armes Kind.
Du weißt, was ich erwarte. Jawohl.
Das Liebste, was ich besitze, habe ich dir anvertraut. Ich werde dich
Ach, was?
Du bist der Herr im Haus und sollst es auch sein.
Friedrich, du bist doch ein Mann und verstehst schon, was ich meine.
Aber schwöre mir eins, die Mutter deiner Kinder muss dir heilig sein.
Ich bitte um Vergebung.
Du verstehst, ich muss jetzt...
Anna!
Du wirst uns nicht verpeilen.
Es muss doch nun mal sein.
Ich will ja eine gute Frau sein.
Nun denn.
Untertitelung des ZDF, 2020
Die Folgen einer außerehelich verlorenen Jungfernschaft waren für die Familie
und das betroffene Mädchen meist sehr schwer. So werden uns schon aus
Zeiten Mittel überliefert, wie eine verlorene Jungfernschaft scheinbar
wiederherzustellen ist.
Glasstaub vor der Hochzeitsnacht einzuführen war zwar erfolgreich, aber
sehr gefährlich.
Auch Mohnsaft sollte eine überzeugende Wirkung erzielen.
In Frankreich bevorzugte man eine humanere Methode. Der Braut wurde eine
Taubenblut gefüllte Fischblase eingelegt.
Von der Benutzung blutgetränkter Schwämmchen oder Lappen wird aus
berichtet. Auch aus Russland und Persien.
Hier handelt es sich nicht darum, eine Jungfernschaft vorzutäuschen, sondern
vielmehr festzustellen, ob das Mädchen noch Jungfrau ist.
Man setze die Jungfrau auf die Öffnung eines Weinfasses.
Ist sie defloriert, wird Geruch ausströmen. Ist sie Jungfrau? Nicht.
So ein Zitat.
Eine andere Jungfernschaftsprobe wird uns aus dem 14.
Jahrhundert überliefert.
Man gab dem Mädchen das Pulver von verbrannten Efeu -Wurzeln in Wasser
zu trinken. War sie Jungfrau, behielt sie es bei sich.
War sie es nicht, schied sie das Wasser sofort wieder aus.
Es war schon eine gerechte Welt.
Schuld oder Unschuld eines Mädchens entschied sich an der Größe seiner
Wenn zum Beispiel ein Garten von Raupen befallen war, so gab es im Norditalien
des Mittelalters dagegen ein wunderbares Mittel.
Man benötigte dazu eine nackte Jungfrau und einen Mönch.
Sie mussten vor Sonnenaufgang einander begegnen.
Warum allerdings das Mädchen nackt sein musste und der Mönch nicht, ist niemals
geklärt worden.
Man darf es dem heiligen Mann nicht verübeln, dass er in solcher Hast dem
Mädchen hinterher eilt.
Denn in einem Buch mit dem Titel Gestriegelte Rottenphilosophie,
1709, wird berichtet, dass es lebenslanges Unglück für den Mann
früh am Morgen einer reinen Jungfrau begegnet.
In Litauen gab es ein unfehlbares Mittel gegen Flöhe. Eine nackte Jungfrau
musste am ersten Ostertage vor Sonnenaufgang das Haus auskehren.
Zur Zeit der Hexenprozesse befassten sich die Richter der Heiligen Intuition
unter anderem ausführlich mit der Frage, was die angeklagten Hexen mit dem Blut
ihrer ersten Menstruation und, sofern sie keine Jungfrauen mehr waren, mit
Deflorationsblut gemacht hatten.
Denn diese streitbaren Mitglieder einer aufgeklärten Christenheit hatten
herausgefunden, dass das erste Menstruationsblut einer Jungfrau oder
Deflorationsblut ein besonders wirksames Mittel für die Herstellung von
geheimnisvollen Zaubertränken war.
In manchen ländlichen Gegenden pflegt man auch heute noch durch Vorzeigen der
Betttücher kundzutun, dass die Braut defloriert und der Bräutigam somit voll
potent bleibt.
Sind Sie verheiratet? Nein.
Haben Sie eine Freundin? Ja.
War sie noch Jungfrau?
Nein. Entschuldigen Sie bitte, sagen Sie, ist für Sie die Unschuld eines
Mädchens noch von Bedeutung?
Nö, eigentlich nicht.
Nämlich interessiert sie auch noch.
Wie war das, dass die... Dass heute die Jungfeindschaft für eine Frau noch von
Bedeutung ist.
Ich hoffe nicht.
Ich hoffe, dass eine Frau zu viel Würde besitzt, um sich mit diesen Leuten
abzugeben. Meinen Sie, dass die Unschuld heute noch für ein Mädchen von
Bedeutung ist?
Ich möchte sagen, ja.
Ja? Ja.
Und warum?
Weil es noch nicht viel ist, wenn man... Ich weiß noch, dann gehen wir vorher
dran.
Sind Sie verheiratet? Nein, Gott sei Dank nicht. Was halten Sie von dem
der Jungfeindschaft in der heutigen Zeit?
Nicht allzu viel. Gibt es sowas überhaupt noch?
Sind Sie verheiratet?
Italienisch. Sind Sie verheiratet?
Italienisch.
Ja? Geh frei, geh frei, geh frei.
Ob Sie verheiratet sind?
Impossible.
Wenn Ihre Tochter heiratet, wäre es zweckmäßig, dass sie dann noch ihre
hätte? Ich glaube nicht. Sie müsste schon Erfahrung sammeln, ja?
Da erinnere ich mich zurück an meine erste Liebe, die war auch erst 16.
Oh, hoffentlich ist meine Tochter auch noch Jungfrau.
Weißt du, Papa, hast du immer noch ein bisschen großzügiger als Mama.
Ach, meine Alten sind da auch recht großzügig.
Solange sie nicht wissen, was los ist.
Und was ist da so los?
Na komm, sag's schon.
Ach, das werde ich dir schon nochmal zeigen.
Da bin ich aber neugierig.
Sag mal, willst du noch zu mir raufkommen? Warum nicht? Wo wir sowieso
sind. Na prima, ich hab mir ein paar neue Scheiben gekauft. Irre Musik, sag
dir. Meine Mutter ist da auch nicht zu Hause.
So viel ich weiß beim Arben.
Kommt jetzt in zwei Stunden zurück, oder so.
Da kann ich endlich mal den Plattenspieler lautstellen.
So, Georg.
Ja? Ich kann aber nicht lange bleiben.
Na komm.
Danke.
Nett hier.
Du, sag mal. Ja?
Sag mal, hast du hier schon mal mit Mädchen und so?
Klar.
Mit mehr als einer?
Klar.
Nur Petting oder auch was anderes?
Auch was anderes.
Du sag mal, habt ihr einen Bart?
Nee, wir waschen uns im Blech einmal. Komm, ich zeig's dir.
Prima, es dauert nur eine Sekunde.
Tschüss. Hey.
Georg, stell den Plattenspieler bitte etwas lauter.
Lass es doch bemühen.
Ich kann das einfach nicht.
Tag, Christine.
Tag, Herr Silman. Niemand zu Hause?
Übrigens, ich habe vorhin Ihren Vater am Kudamm gesehen.
Ein Reporter vom Fernsehen hat ihn interviewt.
Da können wir ihn vielleicht bald mal bewundern.
Haben Sie keinen Schlüssel?
Nein. Kommen Sie inzwischen zu mir rein.
Ich kann doch nicht zulassen, dass Sie sich ein Hündchen hier auf die Matte
legen.
Danke sehr.
Fühlen Sie sich bei mir wie zu Hause, ja?
Was darf es denn sein?
Whisky?
Portwein?
Wodka? Cognac?
Oder warten Sie mal.
Wir trinken natürlich Sekt.
Ich bin gleich wieder da.
Jawohl. Aha.
Ist das ein Theaterstück, in dem Sie mitspielen?
Nein, aber ich spiele hin und wieder sowas ähnliches.
Darf ich mal sehen?
Ist das etwa auch Kunst?
Das kommt drauf an.
Weißt du was? Meine Eltern sagen immer, ich sei noch viel zu jung für die Liebe.
Man ist nie zu jung fürs Glück.
Du bist ein Glück für mich.
Mein Gott, wir kennen uns jetzt schon fünf Jahre.
So lange wohne ich jetzt schon hier.
Was soll denn das hier werden, wenn es fertig ist? Oh, das wirst du schon noch
sehen, mein liebes kleines Vögelchen.
Ich bin gespannt darauf.
Und nun der große Zaubertrick.
Vielen Dank.
Ich glaube, ich weiß, wie du es machen kannst. Du musst sie entführen. Aber das
kostet natürlich.
Oh, selbstverständlich.
Ich komme heute Nacht.
Unser feuriger Liebhaber wird jetzt natürlich behaupten, dass das Mädchen,
er entführt hat, keine Jungfrau mehr war.
Somit eine ehrlose Person, mit der jeder Römer ungestraft geschlechtliche
Beziehungen unterhalten durfte.
Gelingt der Familie aber der Nachweis, dass das Mädchen noch Jungfrau war, so
haben die beiden ein Verbrechen begangen.
Nach dem Gesetz müsste auch das Mädchen bestraft werden.
Das aber kann nicht im Interesse des Vaters sein.
Also bereinigt man die leidige Angelegenheit.
mit dem schon damals jede Verständigungsschwierigkeit
Kommunikationsmittel.
Vielleicht kommt daher der Ausspruch, verraten und verkauft.
Jedenfalls hat sich der schöne Brauch, ein jungfräuliches Mädchen Entführung
Vergewaltigung zur Ehe zu zwingen, noch bis heute in Sizilien erhalten.
Aber natürlich gab es noch eine andere Form der Defloration, nämlich die, um
Segen der Götter herbeizuflehen.
Ein alter Bekannter. Nur heißt er diesmal nicht Phallus, sondern Mutunus
Totunus. Es musste darauf geachtet werden, dass die Defloration am Mutunus
Totunus vollständig durchgeführt wurde.
Denn nur so konnte die Ehe fruchtbar und segensreich verlaufen.
Wir haben keine Anzeichen dafür, dass es zwischen der Welt der alten Römer und
den Völkern der Indianer Nordamerikas irgendeine Verbindung gegeben hat.
Dennoch hatte sich hier der gleiche Brauch entwickelt.
Die Medizinmänner einiger Stämme der indischen Inseln bereiteten so die
Jungfrauen für eine Selbstdefloration vor.
Wichtigste Voraussetzung war ein Feuer aus Kräutern, denn der Rauch, der an das
Geschlechtsteil des Mädchens gelangte, verursachte in ihr den drängenden
sich der Liebe hinzugeben. Während das Mädchen durch den beißenden Kräuterrauch
langsam in einen ekstatischen Zustand gerät, tanzen im Dorf ihre
Stammesangehörigen, um den Segen der Götter herbeizufliegen.
Solch ein Aufwand wird natürlich nicht bei jedem Mädchen getrieben, das durch
den Akt der Selbstdefloration zur Frau wird, sondern nur bei den Töchtern
hochstehender Familien, die innerhalb des Stammesgefüges eine Machtposition
innehaben.
Erst nach dieser Zeremonie ist das Mädchen endgültig in die Gemeinschaft
integriert und wird nun abwarten, welchen Mann die Familie für sie erwählt
wobei auf ihre Wünsche in Bezug auf Gefühl oder Geschmack nicht eingegangen
wird.
Entscheidend bei der Auswahl des Ehepartners werden sein Stamm innerhalb
Stammes und die damit verbundene Familienverknüpfung und nicht zuletzt
sein, den die Eltern des jungen Mannes aufzubringen in der Lage.
Den Weg dahin hat sie nun beschritten.
indem sie die Schwelle übertreten hat, die sie vom Kindsein zum Frauwerden
getrennt hat.
Nun ist die Zeit für Ark Pan, den Gott der Fruchtbarkeit, gekommen.
Die Medizinmänner treffen die letzten Vorbereitungen.
Aus Kambodscha berichteten die christlichen Missionare früherer
dass der Bräutigam seine Braut in Begleitung aller seiner Verwandten zum
Priester führte.
Nur der Priester durfte das Tabu brechen, denn er war mächtiger als die
Die Jungfrau war dadurch geschützt, aber damit auch der Willkür des Priesters
ausgesetzt.
Ja.
So mannigfaltig auch die Arten sein mögen, nach denen verschiedene Kulturen
Entwicklung des menschlichen Wesens prägen, gibt es doch grundlegende
Regelmäßigkeiten in der menschlichen Sexualentwicklung, die keine bekannte
Kultur jemals umgehen konnte.
Nach unseren Betrachtungen über die gegensätzlichen Erziehungsmethoden von
verschiedenen Gesellschaften können wir nunmehr die Regelmäßigkeiten
zusammenstellen, mit denen jegliche Gesellschaft rechnen muss.
Nach der vom Häuptling vorgenommenen Defloration durfte das Mädchen den
erwählten Mann erwarten.
Ein kleiner Sprung zurück ins Mittelalter. Mit einem Topf so groß,
Hintern da rein Platz hat, soll die Marktwicht, so der Herr es gestatte,
freikaufen für die Hochzeitsnacht.
Was kompliziert wurde, wenn der Besitz nicht einem weltlichen Herrn, sondern
Kirche gehörte. Aber auch die braven Mönche wollten nicht hinter den Sitten
Lehnsherren zurückstehen, wenn sie auch auf das Recht der ersten Nacht
verzichten mussten.
Was sich aber einige kirchliche Herren doch genommen haben sollen, worüber uns
zwar Berichte, aber keine Beweise vorliegen.
Natürlich durfte da kein Betrug sein, denn es heißt, der Topf muss so groß
dass der Hintern da reinpasst. Also weder zu groß noch zu klein.
Aber bleiben wir weiter beim Thema, dem Recht der ersten Nacht. Wenn der Herr
mir gütig erlauben einzutreten.
Ich habe ihm eine Bitte vorzutragen. Wie ihr wisst, habe ich eine Tochter und es
wäre nun an der Zeit, sie zu verheiraten. Ich will sie dem Zimmermann
zur Frau geben. Schon wieder?
Was ist hier nur auf einmal los? Wir haben doch schon vorige Woche eine
gehabt.
Man ist ja auch nicht mehr der Jüngste.
Also gut, entleidet.
Dann nehmen Sie den Zimmermann Heinrich.
Nein, Herr, nein.
Nicht ohne euren Segen.
Komm, steh auf.
Ist sie denn hübsch?
Ja, ihr müsst sie sehen, Herr. Ein zartes, süßes Kind mit langen Wimpern,
wie seine Ehe, mit großen, dunklen Augen und weich und rund, hat sie der Herr
erschaffen.
So, so.
Na ja, also diesen Lümmel hat dein Vater für dich ausgesucht. Ja.
Und du liebst ihn.
Ja, ja.
Hat er sich etwas schon genommen, was mir zusteht? Oh nein, bewahren, nein.
Sie ist so tugendsam erzogen, dass sie niemals gegen das Gebot der Heiligen
Kirche verstoßen würde.
Oh Gott, er kann gehen. Er geht schon hinaus mit dir.
Nein, du bist mein Kind.
Der Himmel wird euch eure Güte lohnen. Lass es schon gut sein. Geh in die
lass dir einen Kruch Wein geben. Und jetzt raus mit dir.
Der Herr wird euch danken.
So, mein Kind.
Er ist sehr gütig, unser Herr.
Anna hat er Damask geschenkt und feinste Spitzentücher. Ja, und Margarete ein
gönendes Halsband.
Weil er mit ihr zufrieden war.
Moment, Moment, das musst du dir erst verdienen, mein Kind.
Ach,
du lieber Gott.
Der Satan stinkt. Du bist eine Hexe. Du hast mich verzaubert. Jawohl, du hast
mich verzaubert.
Hexe mochte damals keine Hohes Mädchen genannt werden. Das hatte meist üble
Folgen. Die alte Streitfrage.
Was war zuerst, das Huhn oder das Ei?
War es zuerst die weibliche Verführung, die den Mann ins Unglück stürzte?
Oder hat das Weib die Verführung entwickelt als die Waffe der
Auch sie hatte ihren verdienten Lohn bekommen und sicher nicht leicht
Wahrscheinlich deshalb gestand die Kirche auch diesen nicht mehr ganz
jungfräulichen Jungfrauen zu, mit dem Myrtenkranz, dem Zeichen der
Jungfräulichkeit, die Hochzeit zu absolvieren. Und also hat auch er seinen
bekommen.
Neun Zehntel aller Bücher, aller historischen Überlieferungen zu diesem
wurden von Männern niedergeschrieben.
Vielleicht liegt es daran, dass so viel vom Kult der Jungfrau erzählt wird, vom
Jüngling fast nicht.
Und doch findet sich über die ganze Erde verstreut bei vielen Völkern der
Frühzeit auch das Tabu des Jünglings.
So wie das Mädchen durch den Priester defloriert und dadurch für reif erklärt
wurde, so wurde der Jüngling beschnitten. Ein Blutopfer zur
Dämonen. Dies soll schon bei Völkern der Brauch gewesen sein, noch bevor Moses
seinem Volk die Beschneidung als Gesetz verkündete.
Aber auch aus anderen Gründen gab es bei einigen Stämmen im Herzen des Mato
Grosso Bräuche, die den Penis des Jünglings bis zur Pubertät besonders
schützten. Hauptsächlich bei den Stämmen, bei denen die Frauen die
waren.
Man nimmt an, dass der Name und die Legende der Amazonen daher rühren, dass
gerade im Amazonasgebiet die Herrschaft absolut der Frau zukam, wobei der Mann
lediglich der Lust diente.
und zur Fortpflanzung notwendig war.
Selbst heute noch wird dort der Mann bis zu seinem 17.
Lebensjahr gemästet und behütet.
Es ist anzunehmen, dass mehr als ein zivilisierter Mann nichts dagegen hätte,
mit diesem Amazonas -Jüngling zu tauschen.
Wenn die Zeit der Geschlechtsreife gekommen ist, muss der Jüngling durch
Hand der Anführerin seine Männlichkeit erhalten.
Sie ist es auch, die die Beschneidung vornimmt.
Dazu dienen ihr über die Zähne geschobene scharfe Metallblätter.
Sie hat diese Prozedur schon sehr häufig vorgenommen und es ist nicht zu
befürchten, dass dem Jüngling etwas widerfährt.
Denn der Penis ist etwas sehr Wertvolles für diese Frau.
Damit ist er offiziell zum Mann erklärt.
Wenn allerdings ein Jüngling auf nicht offizielle Weise zum Mann wird, so wird
er aus dem Stamm ausgestoßen und bis zum Fluss, dem großen Amazonas, verfolgt
und gejagt.
Sollte er versuchen, zu seinem Stamm zurückzukehren, würde er grässlich
werden.
Die Wittenlehre des Islam ist auf der des Juden und Christentums aufgebaut und
im Wesen nach von ihr nicht verschieden.
Sie kann nur durch ihre Vergleichung mit der sozialen und sittlichen
Weltanschauung des heidnischen Arabertums gewürdigt werden.
Mäßigkeit und Ernst wollte er zum Beispiel durch das Verbot des
einiger Glücksspiele fördern.
Nichtsdestoweniger lehnt der Islam die Askese entschieden ab. Er begünstigt die
erlaubten Genüsse des Lebens.
Und Ehelosigkeit etwa ist ihm zuwider.
Die unbeschränkte Polygamie zügelt er durch die Begrenzung auf vier
Ehefrauen. Erst im Laufe der Zeit löste sich vereinzelt in der Praxis diese
Beschränkung auf, konnte der Harem entstehen.
Was aber nicht etwa eine Aufweichung der Lehre zuzuschreiben ist, sondern
sozialen Einflüssen, die im Verkehr der zum Islam bekehrten Völker begründet
sind.
In einigen Teilen Arabiens wird die Braut vor der Hochzeit von einer
des Bräutigams sozusagen einer Prüfung unterzogen.
In einigen Landstrichen Mittelamerikas war es so, dass sich ein Mädchen von
edlem Geblüt vor den verdienstvollsten Kriegern und den Stammesoberhäuptern
selbst deflorierte.
Nun, das wäre alles.
Ich möchte dazu nur noch eins sagen.
Wenn man Systeme oder Theorien aufstellt, so dürfen diese nie unsere
Überzeugungen verändern.
Heute ist das Tabu der Jungfernschaft in den fortgeschrittenen Ländern schon
längst etwas Vergessenes.
Aber gibt es viele fortgeschrittene Länder?
Und gibt es viele fortschrittlich denkende Menschen?
Denkt einmal über dieses Thema nach.
Auf Wiedersehen.
Wird dem Erlebnis der Defloration noch Bedeutung beigemessen?
Empfanden Sie Schuld oder Reue?
Schämen Sie sich, nicht mehr Jungfrau zu sein?
Nein.
Nein.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Adam und Eva mit
Problem der Entjungferung, in der Fachsprache Defloration, zurechtkamen?
Als es noch keinen Masters gab und auch keinen Kolle und Freud von der Schöpfung
erst im Planungsstadium war. Als diese Sache da war mit der Schlange und dem
Apfel. Na, Sie wissen schon, dem Paradies. Das gab damals einen
Die Geschichte mit dem Jungfernhäutchen war von Anbeginn schon quasi ein Delikt,
zumindest ein Problem.
Wie hier in der Steinzeit, wo der Phallus schon so etwas wie ein Heiligtum
und zumeist Ursache der ersten Kriege.
Auch im schwarzen Erdteil war das Ereignis der Entjungferung
Ein Ritus.
Genau wie bei den Indianern.
Oder hier in Peru.
Oder bei den Arabern.
Bei den alten Griechen.
Ein zeremonielles Fortspiel in Indien.
Ein ritueller Liebespanzer in Brasilien.
Eine Sünde, wenn illegal, bei den Weißen. Die waren ja schon immer für
Ordnung und Moral. Mit der Moral kam die Verklemmung.
Das Verbot für voreheliche Beziehungen wurde derart mystisch verkündet und
drastisch verfolgt, dass die urplötzliche Aufhebung der Verdammnis in
Legalität der Ehe die entstandene Verklemmung nicht mehr ganz auflösen
Sind Sie nur Jungfrau? Ja, habe ich schon mal gesagt.
Sind Sie nur unschuldig? Ja.
Blöde Frage, du Arzt.
Sagen Sie, muss ein Mädchen unbedingt Jungfrau sein, bevor es in die Ehe geht?
Nö, nö, auf keinen Fall.
Sind Sie nur Jungfrau?
Du hast wohl ein Ding am Kopf, was?
Ich stehe und ich werde meiner Leiden abkürzen können.
Denken wir zurück an jene Zeit, die noch zu solchen Übeln führte.
Ich glaube, wir nähern uns mit unseren heutigen Ansichten wieder dem
paradiesischen und somit natürlichen Vorbild.
Allein es möge uns diesmal der Ausschnitt erspart bleiben.
Dieser Jungfrauenreport ist eine lebendige Schilderung der Rituale,
und Probleme, welche dieser so kurze, aber bedeutungsvolle Schritt vom Mädchen
zur Frau in allen Epochen wach rief.
In fünf Kontinenten gedreht. Ein lehrreicher und vor allem amüsanter
das Schlüsselloch der Jahrhunderte.
Guten Abend. Guten Abend.
Sind Sie noch Jungfrau?
Glauben Sie, dass das ein Fehler ist? Nein, man muss doch immer kräftig auf
Frauen gammeln.
Sind Ihre Freunde noch Jungfrau? Ja.
Sind Sie noch Jungfrau? Nein.
Sie wollten also nicht als Jungfrau in die Irre gehen? Sind Sie noch Jungfrau?
Ja. Sind Sie noch Jungfrau? Ja. Sie sind nicht B -Jungfrau? Nein.
Sie möchten doch keine mehr sein. Nur, wenn Sie der Erste sind.
Sagen Sie, noch Jungfrau?
Entschuldigung, ich habe mal eine Frage. Sind Sie Jungfrau?
Nein, Skorpion.
Haben Sie schon mit einem Mann geschlafen? Sie bekommen gleich eine
Aber jetzt, ja, ja. Sind Sie noch Jungfrau? Ja, habe ich doch schon mal
Sind Sie noch unschuldig? Ja.
Blöde Frage, du Arzt. Sagen Sie, muss ein Mädchen unbedingt Jungfrau sein,
es in die Ehe geht? Nö, nö, auf keinen Fall.
Sind Sie noch Jungfrau? Du hast wohl ein Ding am Kopf, was?
Warum jetzt denn?
Sind Sie noch unschuldig? Sieht jeder nicht an. Wäre Ihnen ein unschuldiges
Mädchen lieber?
Habe ich noch nicht ausprobiert.
Darf ich Sie mal von der Seite fragen?
Sind Sie noch Jungfrau?
Ja. Wollen Sie als Jungfrau in die Ehe gehen?
Nein.
Jungfräulichkeit, Reinheit, Unschuld.
Begriffe, die vor einigen Jahrzehnten noch fest im moralischen Bewusstsein der
Menschen verwurzelt waren, sind verdrängt worden von einer einfachen
Sex macht frei und was frei macht, ist gut.
Die Enthaltsamkeit, die unsere Vorfahrin zu üben hatte, war ein fester
Bestandteil des Erziehungsprogramms. Und als verdammenswürdig wurde das Mädchen
hingestellt, das den Spruch »Drum prüfe, wer sich ewig bindet« allzu wörtlich
nahm. Denn die Lust war Teufelswerk, und nur was rein, dem Bewusstsein der Gnade
empfangen wurde, konnte auch rein bleiben.
Das Erlebnis der Defloration war untrennbar verbunden mit dem
das Kostbarste verloren zu haben.
Der Schmerz der Defloration galt als Mahnung an die Erbschuld der Urmutter
Nur wer als Jungfrau stark war, konnte diesem Bannkreis der Schuld entkommen.
Und wer sich im Ehebette jeder Lust enthielt.
Nach allem, was Erziehung, Schule und Kirche ihr vermittelt hatten, musste
unsere Vorfahrin glauben, das sei von Anbeginn der Welt unumstößliches Gesetz
gewesen.
Wir sind in einer Zeit, lange bevor die Bibel geschrieben wurde.
Und wir begegnen zwei Menschen, die Adam und Eva heißen könnten.
Der Mensch im paradiesischen Zustand auf gleicher Stufe mit Pflanzen und Tieren
hat seine Unwissenheit verloren.
Damit seine Unschuld und das Paradies.
Der Mensch begann bewusst zu leben. Und das heißt, er begann auch bewusst zu
lieben. Der Zustand der Jungfräulichkeit endet mit der Defloration.
Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie abblühen.
Die Blüte hat die Aufgabe, Insekten anzulocken, um durch sie befruchtet zu
werden.
Im Moment der Befruchtung stirbt die Blüte ab und die Frucht beginnt zu
Für unsere Urväter war die Welt voller unergründlicher Geheimnisse.
Die Kräfte der Natur glaubten sie von Göttern und Dämonen gelenkt.
Der Phallus war das Symbol der Fruchtbarkeit.
Sonne, Wasser und Phallus waren die drei Urkräfte, die das Volk am Leben
erhielten.
Den Begriff Sünde kannte man noch nicht, aber es gab Verbote, Tabus.
Das junge Mädchen war tabu, denn geschlechtlicher Verkehr vor der Reife
ihre spätere Fruchtbarkeit gefährden können.
Eine unfruchtbare Frau aber war für die Gemeinschaft wertlos.
Ein Mädchen musste sich, um Phallus nicht zu erzürnen, seine
bewahren, bis der Stammespriester für sie die Weihe erbeten hatte.
Wer nach der Weihe Jungfrau blieb, war eine Schande für den Stamm.
Man war sich nur nicht immer einig, wer das Mädchen vor dieser Schande bewahren
durfte.
Das Recht war auf der Seite des Stärkeren und die Frau hatte sich zu
Die Priester waren damals nicht immer auf der Seite der Liebenden.
Die Stammesinteressen mussten gewahrt bleiben und der Priester musste sich des
Segens der Götter gewiss sein.
Anscheinend lag über unserem jungen Liebespaar nicht der Segen der Götter
somit durften wir auch nicht auf das Einverständnis des Priesters hoffen.
Die schönsten von Phallus gesegneten Mädchen durften dem Flussgott ihre
Jungfernschaft darbringen.
Nur Jünglinge von edelster Geburt waren danach würdig, die so deflorierten
Frauen an sich zu nehmen.
In Südostasien erwartet man von der Persönlichkeit, dass sie jemand sei, dem
Sexualität ein köstliches Erlebnis bedeutet, in das er sachkundig
und das noch nicht so überhand nimmt, dass die soziale Ordnung gestört würde.
Die Eingeborenen verzeihen leichte Liebesaffären, verabscheuen aber Akte
leidenschaftlicher Wahl und haben keinen wirklichen Platz für jemand, der trotz
gegenteiliger sozialer Erfahrung ständig fortfährt, eine bestimmte Frau oder
einen bestimmten Mann einem gesellschaftlich passenden Gefährten
Auch in jenen Zeiten versuchten die Menschen, die Mysterien des Seins zu
ergründen. Und so zogen viele von ihnen hinaus, ließen sich lange Haare und
lange Bärte wachsen und gingen in die Einsamkeit, um nach dem Sinn des Lebens
forschen. Aber ihr Geist war noch zu schwach, ihre Gedanken irrten ab und es
bekam sie die Fleischeslust.
Deshalb ersannen sie allerlei Mittel, um ihren Körper abzutumpfen.
Denn der Körper tötet den Geist, dachten sie.
Sie begannen, Disteln zu essen, denn selbst die Nahrung sollte ohne Genuss
Sie ersannen immer härtere Qualen, um ihrer sündigen Gedanken härter zu
Aber ihr Geist war immer noch zu schwach.
Und schließlich, um die Unfreiwilligen gefühlt auf Wallungen zu unterdrücken,
setzten sie sich in einen Ameisenhaufen.
So saßen sie wochenlang, aber der Weg ins Paradies wurde ihnen trotzdem nicht
offenbar.
Das Mittelalter.
Der Baum der Erkenntnis wurde reduziert auf das Geschlechtliche.
Die schlimmste Sünde, die der Mensch begehen konnte, war, das zu tun, wozu
ihm die Mittel gegeben hatte.
Zu lieben.
Die Tochter des 19.
Jahrhunderts. Sie empfand die gleichen Sehnsüchte. Nur die Gesellschaft, in der
sie aufwuchs, erlaubte ihr diese nicht.
Das natürliche Erwachen ihres jungen Körpers musste sie als Lockung des
empfinden.
Unvorbereitet brach das Blut der ersten Menstruation aus ihrem Körper.
Anna!
Was treibst du hier, du Schändliche? In welchem Zustand stehst du vor mir? Bist
du es alle zu groß?
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