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(Musik)
Gib her! - Nein!
Na, warte! - Hey!
(Musik)
Lilli? Willst du 'n Saft?
(Musik)
(Schuss)
Frau Richter? Einfach dagegentreten, das klemmt manchmal.
Ach, schön, wirklich.
Entschuldigung. Das ist furchtbar mit mir. Ich bin Innenarchitektin.
Räume und Bilder faszinieren mich einfach. - Wollen Sie 'n Kaffee?
Gerne. Mit Milch und etwas Zucker, bitte.
Das war früher mal eine Schnapsbrennerei, und ich hab die dann umbauen lassen.
Wunderbar, wirklich.
Und so nah am See.
Wie sind Sie eigentlich auf mich gekommen? - Mein Mann Thomas ist Bioniker.
Er arbeitet viel in den USA, an der Ostküste. Und ein Kollege dort,
David Gersh, hat zwei Arbeiten von Ihnen. Da, im Institut.
Und als wir erfahren haben, dass Sie hier quasi um die Ecke wohnen, also...
Ich konnte das gar nicht glauben. Erinnern Sie sich an David?
Für ihn hab ich zwei Sachen gemacht. Das Porträt, glaub ich, war sein Vater.
Der war Kunstsammler oder so.
Ihre Bilder haben so eine Kraft! So spontan, direkt.
Danke.
Und Sie wollen sich porträtieren lassen? - Ich? Nein.
Ich möchte ein Porträt von meinen Kindern.
Von meiner Tochter und meinem Sohn. - Ah ja. Wie alt sind die?
Meine Tochter Lilli ist 21, studiert Tanz und Gesang an der Theaterakademie.
Und ist jetzt im dritten Jahr.
Und der Bub? Wie alt ist der? - Alexander ist grade 19 geworden.
Und der lebt auch in München?
Nein. Alexander... Ja, das ist das Problem.
Alexander ist tödlich verunglückt. Letzten Herbst.
Ja, das tut mir leid. - Er hatte einen Unfall.
Einen Jagdunfall.
Ich hab gehört, Sie haben Erfahrung mit Toten.
Na ja,
ich hab mich schon 'n paar Mal mit Toten beschäftigt.
Also, ich denk, dass so ein Bild, dass das schon helfen kann bei der Trauer.
Das, zum Beispiel, das ist der Ferdl.
Das war der Sohn von Leuten nebenan.
Den hab ich aus dem Gedächtnis gemalt.
Der ist mit dem Ruderboot rausgefahren.
Der hat eigentlich gut schwimmen können, aber wahrscheinlich nicht gut genug.
Was, glauben Sie, würde so ein Porträt kosten?
Das kommt auf die Größe an.
Und dann handelt sich's ja um so was wie ein Doppelporträt.
Wann, glauben Sie, kann sich Ihre Tochter Zeit nehmen?
Wenn Sie sie nicht zu oft bräuchten... - Wieso? Hat die was gegen das Bild?
Na, sie hat eigentlich gegen alles was, was von mir kommt.
Und vom Alexander, gibt's da Fotos? - Berge. Und Videos.
Er war ein wunderschöner Junge. Fotogen. Wir haben ihn pausenlos fotografiert.
Er war ein hervorragender Skifahrer. Im deutschen Leistungskader.
Wir hatten ihn auf diesem Elite-Internat in Berchtesgaden für Spitzensportler.
Er war sehr beliebt. - Haben Sie über die Größe nachgedacht?
Groß!
Ungefähr 1,50 m x 2 m. Geht das? - Kein Problem. Je größer, desto besser.
Ich hab sie mir am Klavier vorgestellt. Die beiden haben viel zusammen gesungen.
Das hab ich immer geliebt, dieses Bild. Die zwei, zusammen am Klavier.
Na ja. Die Größe, zwei Personen.
Ich würd sagen: 20.000? - Wie lange bräuchten Sie?
Drei Monate. - Und wann können Sie anfangen?
Sobald Ihre Tochter Zeit hat. - Könnte es bis Weihnachten fertig sein?
Ja.
Sie bekommen 50% am Anfang?
Ja, es wär schön, wenn's irgendwie geht. Und den Rest dann bei Lieferung.
Und dann bräuchte ich natürlich alles, was an... an Material, Bildern, Videos...
und so weiter da ist, von Alexander. Ferdl hat sich immer bei mir rumgetrieben.
Und hat mir die Farben vertauscht.
Ich sag Lilli, dass sie sich melden soll. - Gut, ich bin da.
Danke. Das ist sehr aufregend. Ich freu mich.
Ist das nicht seltsam? Diese Leute um sich zu haben, die ganze Zeit?
Sind ja meine Leute.
Sprechen Sie manchmal mit denen? - Ja.
Und? Antworten die dann auch? - Manchmal.
Passen Sie gut auf mein Kind auf!
(Musik)
Begrüßen Sie mit mir den Spezialisten in Deutschland für Bionik:
Professor Doktor Thomas Richter!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dem Flug der Libelle,
der fast reibungsfreien Oberfläche der Delfinhaut...
und der Statik eines Röhrichthalms auf die Spur zu kommen,
sind für uns keine abstrakten Ziele...
Bitte, die TV-Interviews machen wir dort drüben!
Thomas, kommst du dann rüber? - Verlass mich bitte nicht.
Keine Angst, ich bin bei dir.
(Telefon)
Ja? - Hi, ich bin's. Geht's gut?
Ah, hallo. Ja, alles in Ordnung. Bei euch?
Tobi will doch im Oktober nach Spanien. Ich hab dir davon erzählt, 'n Sprachkurs.
In Salamanca. Also, ich find's gut, du nicht?
Ja, klar, wenn er will! Meinetwegen.
Und wie viel braucht ihr? - Es kostet 900. Kannst du 600 dazugeben?
Ja, ist gut. - Überweist du's mir?
Bald? - Er kann's auch abholen, wenn er will.
Er braucht nur vorbeikommen. Wir könnten dann essen gehen oder so.
Überweis es doch einfach. - Für 600 kann er doch mal herkommen.
Findest du das gut? - Was? Ihn zu erpressen.
Mit Geld. - Ach, vergiss es.
Ich überweis es dir morgen. - Ich glaub, es ist 'ne gute Sache.
Salamanca. - Ja, ja, bestimmt. Also, tschüss, Max.
Ciao! - Ach, Max?
Was? - Frau Stöckel ist gestorben.
Erinnerst du dich? Die Frau unter uns. Sie lag eine Woche tot in ihrer Wohnung.
Klingt ja grauselig. - Das kannst du laut sagen!
Soll ich dir was sagen: Das könnte mir auch passieren.
Also, ciao, du. Mach's gut. - Ja, ciao.
Mann, was ist 'n das für ein Scheißtor? - Ja, das ist alt und klemmt.
Tut mir leid, da muss man fest dagegentreten.
Ja, gut. - Super. Tolles Tor.
Was ist? Darf ich reinkommen? - Ja, ja, unbedingt.
Wow!
Haben Sie Kaffee? - Ja. Milch? Zucker? Beides.
Ah, wie die Mama!
Die hat allerdings das Tor aufgekriegt. Und zwar mit einem heftigen Hüftschlag.
Logisch.
Ich fänd's richtig gut, wenn Sie hier drinnen nicht rauchen!
Super. Dann sind wir quitt. Ich fänd's schön, wenn ich gar nicht hier wär.
Ach, ich find's schön, dass Sie trotzdem da sind.
Bitte. - Danke.
Also, was brauchen Sie von mir? - Wieso brauchen?
Vielleicht können wir uns kennenlernen. - Um vier muss ich in der Stadt sein.
Ich hab gehofft, Sie hätten mehr Zeit. - Tja, tut mir echt leid.
Sie sind nicht so wild auf dieses Projekt? - Bingo. Hauptpreis.
Wieso? - Weil Sie die Fragen richtig beantworten.
Nein, ich meine, wieso stört Sie das so, dieses Bild?
Weil mein Bruder tot ist. Und meine Mutter ihn zur Deko an die Wand hängen will.
Ja, ich hoffe schon, dass es mehr wird als nur Dekoration. - Klar.
Es tut mir wirklich leid, dass Ihr Bruder tot ist.
Ich hab gehört, Sie malen oft Tote.
Ja. - Sind die alle tot?
Manche, nicht alle.
Und der? Ist der tot? - Ja.
Wer ist das? - Ein Freund.
Wohnen Sie auch hier? - Ja.
Also, der ist nicht tot. Das ist eins meiner Lieblingsbilder.
Wer ist das?
Ein Junge.
Hübsch. - Ja.
Leben Sie allein? - Ja.
Sind Sie schwul?
Wie kommen Sie jetzt darauf? - Nur so. 'n Gefühl.
Keine Ahnung. - Was soll 'n das heißen?
Ich hab keine Ahnung. Ich leb schon so lange allein.
Ich hab keine Ahnung.
So, so.
Und wie finden Sie meinen Bruder?
Ja, er sieht aus wie 'n netter Kerl.
Das war er auch. - Aber er grinst 'n bisschen viel.
Tragen Sie die Haare immer so? Mit Zopf?
Nein, nur wenn ich Training hab. - Ah, was für Training ist heute?
Tanztraining. Wir arbeiten an einer Choreografie.
Macht das Spaß? - Geht so.
Also, was brauchen Sie von mir? - Ich würde gerne 'n paar Fotos machen.
'n paar Skizzen. Und dann bräuchten wir so 'n Klavier wie bei euch daheim.
Vielleicht gibt's ja so was bei Ihnen in der Schule?
Ich kann auch in der Gegend rumschauen. - Ja, es gibt da alle möglichen Klaviere.
Ich werd da schon eins finden. - Gut, und ich würde gerne mit Ihnen...
über Ihren Bruder reden.
Ich werd sicher ein Klavier finden.
Uns entkommst du nicht! - Die hol ich mir!
Dich mach ich fertig!
Haltet das Mädchen auf, lasst sie nicht ziehen, bindet sie fest,
lasst sie nicht fliehen. Denn dein Gesicht kennen wir nicht,
kennen wir nicht. Du bist bei uns nicht willkommen,
du bist wirklich keine von uns...
Stopp, stopp, stopp!
Du weißt, was ich jetzt sage. Die anderen fliegen dir ja davon. Was soll das sein?
Du gibst den Ton an, nicht die anderen!
Nichts ist entschieden, Lilli.
Wenn du keinen Bock hast, dann eben nicht! Noch mal von vorne!
(Musik)
Hallo. - Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?
Ich hätt gern einen Espresso und ein Wasser. Kann ich die kurz...
Ja, bitte. - Danke.
Furchtbar, Hotelbars um diese Uhrzeit, oder? So richtig trostlos.
Ja? - Ja.
So leer und so dunkel. - Mir gefällt das eigentlich ganz gut.
Wahrscheinlich reisen Sie nicht so viel wie ich. Ich lebe quasi in Hotels.
Und solche Bars sind meine Wohnzimmer. - Was machen Sie denn so?
Ich bin Dental-Vertreter. Sie erlauben?
Ich hab hier eine Suite im ersten Stock. Für den Verkauf. Noch bis Montag.
Hm.
Richard Peters. Ach, Ritschy.
Beatrice. Beatrice Marlow.
Schöner Name.
Und was gibt's zum Mittag, Beatrice?
Erdnüsse. - Och, nein!
Da besorg ich uns was Schöneres. - Ah ja?
Wissen Sie, Ritschy,
ich würd total gerne, aber ich und mein Chef,
wir haben da was am Laufen.
Und der kommt gleich, und wir haben immer so wenig Zeit.
Bei den Amerikanern kann das noch Monate dauern.
Grüß schön zu Hause, Ritschy.
Ja, ich ruf dich von zu Hause an. - Hallo.
Hast du 'n neuen Freund gefunden?
Ich bin nur 'ne Stunde hier.
Nein, ist kein Problem, ich lass das Handy an.
Ich auch. Ciao!
Entschuldigung, mein Buch ist heute rausgekommen.
Cooles Foto. - Fünf Jahre Arbeit.
Du kannst es behalten, wenn du willst. - Danke.
Kommst du aus der Schule? - Ja.
Und ihr probt "Alice"? - Ja. Schön.
Was nimmst du?
Du spielst doch noch die "Alice", oder?
Was darf ich zu trinken bringen, Herr Doktor? - Was möchtest du trinken?
Ein Wasser hätt ich gern. - Ein Wasser und ein Glas Weißwein.
Ich war gestern bei diesem Maler. - Ja? Wie war's?
Ich find's 'ne total blöde Idee.
Wenn Eliane sich das wünscht, mach es. - Papa, das ist total bescheuert.
Wie ist der Mann so?
Irgendwie seltsam. Der wohnt im Atelier, zwischen all diesen Bildern von Toten.
Das ist wie so 'n Mausoleum.
Hat er schon angefangen zu malen? - Nein. Wir haben nur so geredet.
Sie will uns am Klavier. - Ich weiß.
Papa, ich find das echt gruselig.
Komm.
So.
Bitte sehr. - Danke schön.
Wie geht's Mama? - Ganz gut, glaub ich.
Sie hat viel zu tun. Diesen neuen Auftrag in der Stadt.
Einen Flagshipstore, große Sache! - Ja?
Du siehst müde aus.
Brauchst du Geld? - Nein.
Ich weiß nicht, meine Schule... - Lilli, geh zu diesem Maler.
Lass dich malen. Gib ihm, was er braucht. Es ist sehr wichtig für deine Mutter.
Und für dich? - Hast du mich verstanden?
Ob du mich verstanden hast? - Ja.
Kleiner Gruß aus der Küche.
Haben Sie sich schon entschieden? - Das Filet?
Ich weiß nicht. - Zweimal das Filet, bitte.
Englisch, medium? - Medium!
(Musik)
Hallo?
Hallo! - Hallo!
Na, wie war's? - Wir haben 'ne ganze Seite im GEO.
Und? - Sehr positiv.
Und mit Lilli?
Sie war bei diesem Maler. - Ah ja? Und? Na ja.
Sie geht hin.
Schade.
Toll! - Tja.
(Musik)
Hey, super! Zugabe!
Ich wär dann übrigens fertig.
Eine Revanche gebe ich dir noch. - Ok. Ich hol uns noch zwei Bier.
Noch zwei, bitte.
Sportlich, sportlich.
Krieg ich auch 'n Bier? - Ist ja mal 'ne ganz neue Variante.
Du hast ja schon eins. - Eins für mich, eins für meinen Freund.
Dein Freund?
Jedenfalls für heute.
Darf ich dich mal anrufen? - Ich weiß ja nicht mal, wie du heißt.
Aldo. Und du? - Was ist 'n das für 'n Name?
Spanisch oder so.
Ich heiß Lilli. - Ok, schöne Lilli.
Ich würd dich gerne kennenlernen.
Ich hab keinen Stift.
Hey, Lilli!
Hallo. - Hallo, Lilli.
Kaffee? - Haben Sie auch was anderes? Ein Bier?
Sind Sie eigentlich immer so frisiert? Normalerweise? - Manchmal, ja.
Schaut gut aus. Stört Sie's, wenn ich fotografiere, während wir reden?
Soll ich mich ausziehen? - Muss nicht sein.
Schauen Sie doch mal rüber, bitte.
Mehr zu mir her. Erzählen Sie doch mal vom Unterricht.
Was wollen Sie wissen?
Was ist das eigentlich, was Sie da studieren?
Schauspielerei, Gesang, Tanz, Literatur.
Und von allem so ein bisschen was, oder wie?
Ach, lehnen Sie sich doch mal aufs Kissen. Und den Kopf ein bisschen nach hinten.
Wollen Sie mich so malen? Ausgestreckt auf Ihrer Couch?
Ich sammele nur Eindrücke.
Also, Max, warum sind Sie schon so lange allein?
Weil mir hier niemand die Tür einrennt.
Das klingt einsam. - Oh, ich komme ganz gut zurecht.
Und ist Ihnen das genug? Zurechtzukommen?
Ich bin gern allein.
Haben Sie keine Angst vor dem Alleinsein? - Oh, vor Leuten hab ich mehr Angst.
Wollen Sie denn nicht glücklich sein? - Glücklich sein?
So, ich mach jetzt mal ein bisschen Musik. - Hey, Sie haben ja Peter Gabriel.
Ja, Lilli, ich brauch Sie aber jetzt noch 'ne kurze Zeit ruhig.
Setzen Sie sich doch bitte da auf den Stuhl.
Danke.
Und wie schaut das Ganze bei Ihnen aus? Leben Sie allein?
Kein Freund oder Liebhaber? - Zurzeit nicht.
Warum machen Sie denn Skizzen von mir, wenn Sie mich eh schon fotografiert haben?
Weil's zwei verschiedene Sachen sind.
Das eine ist, was die Kamera mir sagt, wie Sie ausschauen, und das andere,
was meine Augen mir sagen. Wie meine Hände Sie beschreiben wollen.
So, so, wie wollen mich Ihre Hände denn beschreiben, Max?
Ja, gut natürlich. Ich will ja Ihre Mutter zufriedenstellen.
Erzählen Sie mal was von Ihrem Bruder.
Ihr habt also öfters miteinander Klavier gespielt?
Ja, und ziemlich viel gesungen.
Was denn, zum Beispiel? - Popsongs, Musical-Nummern.
Alex mochte lustiges Zeug. - Ach, Alexander war lustig?
Jap. Alex war echt lustig! - Und wie?
Hat er Witze erzählt? - Nein, er war mehr so physisch.
Für mich hat er immer den "Tanzenden Türken" gemacht.
Er konnte das echt gut. Manchmal ist er dann so in die Küche gekommen,
wenn ich mich mit meiner Mutter stritt. Dann hat er hinter ihrem Rücken...
den "Tanzenden Türken" gemacht. Das war sehr lustig.
Also war er eher der Friedensstifter?
Kann schon sein. Alex hat Auseinandersetzungen gehasst.
Anders als Sie.
Und er hat sich mit den Eltern vertragen? - Mit meiner Mutter schon.
Jedenfalls besser als ich.
Meine Mutter fand Alex eh ziemlich super.
Sie hatten ziemlich viel gemeinsam. - Aha. Was denn?
Kennen Sie "La belle indifference"? Die schöne Gleichgültigkeit?
Alles super, keine Probleme. So halt. - Schauen Sie doch mal weiter zum Fenster.
Ja, ist gut. Und Ihr Vater?
Für den musste Alex ein Star sein! In der Schule, im Sport, überhaupt.
Und? War er einer, ein Star?
Er war sehr diszipliniert.
Er ist jeden Morgen 5 Kilometer gelaufen. Egal, bei welchem Wetter.
Er war in Berchtesgaden im Ski-Internat. Einmal hat sein Lehrer bei uns angerufen,
weil sie ihn bei 'nem Schneesturm nirgends finden konnten. Da ist er auch gerannt.
Im Stockdunkeln, und dann hat er sich verlaufen, weil er nix mehr sehen konnte,
vor lauter Schneesturm. - Das stell ich mir recht anstrengend vor.
Jeden Tag Training und dann noch in die Schule gehen. - Kann sein.
Und, habt ihr viel gestritten miteinander? - Keine Ahnung. Nein.
Mit Alex kann man sich nicht streiten. Er war mein größter Fan.
Er hat mal diese Show aufgenommen, bei der ich mitgemacht habe.
Das war in der Schule, in der Aula. Ich hab da ein Lied vorgesungen, ein Solo.
Alex saß recht weit vorne. Ich weiß noch, wie ich ihn sah, mit seinem Rekorder...
auf dem Schoß. Als er sah, dass ich ihn gesehen hab, hat er den "Türken" gemacht.
Da musste ich lachen. Ich dachte, ich bring ihn um. Ich hatte echt Angst,
ich kann nicht mehr singen. Aber als dann mein Solo drankam, war er total ruhig.
Er hat mich nicht mal mehr angeschaut.
Er sah die ganze Zeit auf seinen Rekorder und hielt dabei das Mikro in die Luft.
Er sah aus, als ob er betet.
Er hat wohl nur die Lautstärke gecheckt. Aber ich glaube,
er hat mit Absicht weggeguckt, damit er mich nicht ablenkt.
Keine Ahnung. Ich werde das nie vergessen, wie er mich nicht angeguckt hat.
Und beim Abendessen hat er das Band dann der ganzen Familie vorgespielt.
Und als dann alle geklatscht haben, da hat Alex ins Mikro geflüstert:
Das war wunderschön, Lilli.
Das hat er aufs Band geflüstert. "Das war wunderschön".
Was hat meine Mutter eigentlich gesagt, wie mein Bruder gestorben ist?
Sie hat gesagt, bei einem Jagdunfall. - Einem Jagdunfall?
Ja. - Das ist ja auch 'ne gute Formulierung.
Warum?
Alex war in seinem ganzen Leben noch nie auf 'ner Jagd.
Mein Bruder hat sich umgebracht. - Was?
Mit einem Gewehr. Also, der Teil stimmt.
Nur war es kein Unfall. Er ist in den Wald hinter unserem Haus gegangen,
hat sich auf einen Stein gesetzt und sich das Gewehr in den Mund gesteckt.
Wie denn, hat er eine Nachricht hinterlassen?
Nein, nichts.
Ihr seid sicher, dass es Selbstmord war?
Jetzt klingen Sie schon wie meine Mutter. - Warum? Die ist sich sicher,
dass es ein Unfall war, oder? - Nein. Sie weiß, dass er es selbst war.
Aber sie will nicht, dass es die anderen wissen. Die "Leute"! Sie hat Angst,
dass sie dann schuld ist oder so. Unsere böse Mutter.
Wie, und das war jetzt vor einem Jahr?
Hm, so ungefähr. Brauchen Sie noch was?
Nein, für heute langt's. Danke. - Gut. Ich muss jetzt los.
Ich bräuchte noch ein paar Bilder am Klavier. - Ich organisier das.
Gut. Und noch was. - Was denn noch?
Ich bräuchte noch jemanden, der sich danebenstellt, für Ihren Bruder.
Also irgendjemand, der ähnlich groß ist, ähnliche Gestalt hat. Wissen Sie da wen,
der das machen kann? - Bestimmt.
Ich rufe Sie an. In ein paar Tagen, ja? - Gut.
(Musik)
Hey. - Hallo, Lilli.
Wollen wir hochgehen? Ciao, bis morgen. - Ciao.
Hey, wartest du schon lange? - Hi, Lilli. Kein Problem.
Max, das ist Tom. Tom, Max. - Hallo, Tom.
Ich bin gleich wieder da, ja?
(Musik)
Können Sie sich mal dazusetzen? Nein, auf die andere Seite, bitte.
Ja.
Lilli, spielen Sie mal was. - Was denn?
Ja, irgendwas, was Sie können, keine Ahnung.
Tom, können Sie sich mal hierhin stellen?
So? - Ja, und schauen Sie Lilli an.
Ja! Lilli, schauen Sie mal her zu mir!
Ja, gut, gut!
Spielen Sie doch mal was anderes, irgendwas von früher, was Lustiges.
Hat Ihr Bruder Sie eigentlich angefasst, während Sie Klavier gespielt haben?
So die Hände auf die Schulter? - Klar, manchmal.
Tom, können Sie das mal machen?
Lilli, können Sie dazu singen?
Sind Sie bescheuert? Glauben Sie, ich bin ein Tonklumpen, an dem Sie rumfummeln...
und rumdrücken können, wie Sie wollen? Ich hab die Schnauze voll von dem Scheiß!
Ich bin weg! Danke für deine Hilfe.
Schon hart für sie. Ich mein, der ist tot, ihr Bruder. - Ich weiß, ich weiß.
Ich geh dann mal, ok?
Ja, ciao.
Scheiße.
(Musik)
Wie jetzt? Hast mir noch keinen Kaffee geholt?
Ich wollte gerade gehen.
Noch mal das Gleiche?
Hallo, zwei Latte und ein Biscotti, bitte.
Ist dir kalt? - Nein, gar nicht. Wieso?
Du siehst toll aus.
Und die Prüfungen? Sind gut gelaufen? - Was für Prüfungen?
Von denen du mir am Telefon erzählt hast. - Ach so.
Ja, kein Problem. Alles super. - Ok, gratuliere.
Warum bist du so spät? - Ich war noch im Atelier.
Ich arbeite gerade an so 'nem Riesending. Konstruktion aus Holz und Pappmaschee.
6 Meter hoch! Mache das mit 'nem Kumpel zusammen.
Hat Erfahrung mit Holzskulpturen. Alter Hase. 34, und immer noch an der Akademie.
Das ist ein Laden, wäre nichts für mich.
Das Ding hier ist groß, richtig groß.
Ich tob mich gern aus, verstehst du? Ich bin gerne mit dem ganzen Körper dabei.
Irgendwo drauf rumklettern, sich festhalten, das ist mein Ding.
Sieht gut aus!
Einen Raum ausfüllen, mit einer einzigen Arbeit.
Ich stelle mir das dann in 'nem riesigen Bank-Foyer vor. Oder am Flughafen,
mitten in der Ankunftshalle. Nichts fürs Wohnzimmer. Ist klar, oder?
Und was für Frauen gefallen dir so?
Ganz verschieden.
Gefalle ich dir?
Ja, du gefällst mir.
Sehr? - Hör mal,
ich hab dir einen Kaffee gekauft und sogar noch 'n Biscotti.
Für so 3, vielleicht 4 Euro. - Na ja, das ist doch ein Anfang.
Gefalle ich dir denn? - Ich bin mir noch nicht so sicher.
Du bist ganz interessant, aber dein Pulli ist doof.
Pulli ist doof?
Mein Pulli kann weg. Meine Schuhe sind ok?
Ja, deine Schuhe sind ok.
Danke, lieber Gott, sie mag meine Schuhe.
Und, bist du gut im Bett?
Bisher gab's noch keine Klagen. - Also, du meinst, du bist gut?
Ja, ich bin gut. Soll ich's dir beweisen?
Weiß nicht.
Du bist ein merkwürdiges Mädchen.
Ich bin nicht merkwürdig. Ich bin nur so 'ne Theaterschlampe.
Auf jeden Fall redest du wie 'ne Schlampe.
Vielleicht hab ich nur 'ne große Klappe. - Ach ja? Nichts dahinter?
Nicht viel.
Glaub ich nicht.
Ich glaube, ich gehe jetzt.
(Musik)
(Telefon)
Ja? - Morgen. Stör ich?
Mama, ich schlafe. - Hab ich dich aufgeweckt? Tut mir leid.
Ich dachte, du bist längst wach. Es ist doch schon fast elf. - Ja.
Warst du so lange aus? - Hm, gar nicht so lange.
Aber ich war so besoffen. - Wieso das denn?
Kein Ahnung, nur so. - Und das musste sein?
Ja, das musste sein.
Mama! - Ich wollte nur hören, wie's dir geht.
Super. Abgesehen von meinem furchtbaren Kater.
Und in der Schule alles klar? Kommt ihr gut voran mit den Proben?
Geht so. - Vergeht dir schon wieder die Lust?
Ich muss jetzt aufstehen, Mama.
Weißt du noch, als du klein warst, haben wir manchmal mittags ein Picknick gemacht.
Ich hab dich von der Schule abgeholt, dann sind wir zur Pinakothek...
oder so gefahren, und dann haben wir uns da die Ausstellung angeguckt.
Dann haben wir auf der Wiese Kuchen gegessen, Lilli.
Weißt du das gar nicht mehr? Du bist so gerne durch die Gänge im Museum gesaust.
Am liebsten in Socken.
Ich kann mich nur noch an deine vielen Freundinnen erinnern.
Aber wir hatten's doch gut zusammen, oder?
Brauchst du irgendwas für den Winter? Du willst doch hoffentlich nicht wieder...
diesen grauen Sack anziehen. - Ich mag den grauen Sack.
Wollen wir nächste Woche shoppen gehen? Jetzt gibt es wenigstens noch alles.
Überweis mir lieber was. - Also, wenn ich was kann, dann einkaufen.
Wir würden uns ja doch nur streiten. - Die Leute zahlen viel Geld,
um meine Meinung zu hören. Du machst... - Wir sind eben unterschiedliche Typen.
Alexander hat sich immer von mir anziehen lassen.
Ich hab in 'ner Stunde Unterricht. - Ich will dich nicht aufhalten.
Ja, alles klar. - Tschüss.
Na?
Ich wollte mal gucken, was es schon zu gucken gibt.
Gibt noch nichts zu gucken. - Schade.
Sollen wir spazieren gehen?
Wieso gibt's eigentlich noch nichts zu sehen? Dauert das immer so lange?
Na ja, es ist halt gar nicht so einfach mit euch.
Wir waren hier mal, im Sommer, mit unserer Tante Andrea.
Da sind wir auf so 'nem Ding gefahren. Alex war da vielleicht 10 oder so,
und er hat diese komischen Sachen gesagt. - Was denn?
Dass unsere Familie wie so ein Boot ist, so ein Tretboot.
Dass wir friedlich und sanft dahingleiten. Aber dass wir, wenn man mal von unten...
schauen würde, ganz schön feste strampeln alle.
Aber dass man das von oben nicht sehen kann.
Ganz schön schlau, mein kleiner Bruder.
Ach, das in der Schule neulich, das war vielleicht nicht ganz geschickt von mir.
Tut mir leid.
Ok.
(Musik)
Wo warst du heute Mittag? - Private Angelegenheit.
Lilli, du sollst die Hauptrolle spielen.
(Musik)
Lilli, jetzt komm!
Hilfe!
Lilli, jetzt komm endlich! - Ich will noch nicht!
Komm mit!
Nicht gehen, ich will noch nicht gehen. - Aber ich muss gehen!
Aldo, Aldo, nicht weggehen, nicht weggehen.
Ich muss. - Komm schnell rein in mich.
Was? Hier?
Spinnst du?
(Musik)
Anita! Moment!
Anita. Zieh dich von der Mitte raus. Und halt deine Spannung.
Du hältst deine Spannung nicht. Moment. Und zieh dich vom Brustbein raus.
Und denk an dein Compré. Ja?
Es tut mir leid, ich hatte einen Unfall. - Spar dir deine Erklärungen, Lilli.
Du kannst ab heute feiern, schlafen, rauchen, ganz wie du möchtest.
Anita wird die "Alice" spielen. - Was?
Wenn du darüber reden möchtest, kannst du heute Abend in mein Büro kommen.
Jetzt proben wir, und ich bitte dich, uns nicht länger aufzuhalten.
(Musik)
Danke.
(Musik)
(Schrei)
Aber das hier ist doch schön, so über den Dächern.
Kannst du dir nicht vorstellen, in so was zu wohnen?
'n bisschen klein, oder?
Was jetzt, im Ernst? - Vielleicht, ja.
Willst du umziehen? - Nein, nur so 'ne Idee.
Findest du nicht, dass wir 'n bisschen viel Aufregung hatten in letzter Zeit?
Ich fände es schön hier. Und in der Stadt zu sein, das wäre mal was anderes.
Kinos, Cafés, Theater...
Du würdest jetzt umziehen? Hierher? Hast du vergessen, was das für ein Stress ist,
so 'n Umzug?
Thomas, du meinst das wirklich ernst, oder?
Alexanders Zimmer, wie lange wollen wir das noch so lassen? - Was?
Ja, meinst du, ich krieg nicht mit, wie du ständig in Alex' Zimmer sitzt?
Und an die Wand starrst? - Na und?
Ich wollte, dass du mal drüber nachdenkst. - Ich will nicht darüber nachdenken.
Ich will auch nicht umziehen. Was soll denn das jetzt auf einmal?
Hat sich Sandra von dir getrennt?
Wenn du mir nur ein Mal zeigen würdest, dass dir noch etwas an uns liegt...
Es muss etwas passieren, Eliane. - Das will ich nicht. Es ist alles ok so.
Nichts ist ok. - Doch, alles wunderbar. Nein.
Lass mich in Ruhe! - Rede mit mir. Lass deine Hände von mir, du...
Was? Na los, spuck's aus! Sag's! - Hör auf.
Hör auf!
Ich halt das nicht mehr aus. - Hör auf! Womit denn aufhören?
Mit diesem Scheißdruck. Mit diesem Druck. Du setzt alle Leute unter Druck.
Ihn hast du auch unter Druck gesetzt und ihn wahnsinnig gemacht, mit deinem Druck.
Was mir besonders gut gefällt, ist der Dialog der Materialien.
Der Beton auf der einen Seite, die Natur auf der anderen: Holz, Moos, Knochen.
Weil mir das zeigt, dass die Natur sich immer wieder ihren Weg sucht,
und findet, wenn wir sie nicht bekämpfen. - Gut, wie die innere Struktur raustritt.
Und die hast du alle letztes Jahr gemacht? - Alle letztes Jahr.
(Musik)
Die hat ganz rote Hände.
Vielleicht muss die ja richtig arbeiten. - Schön, dass Sie's geschafft haben.
Wo ist er denn jetzt, der Künstlerfreund? - Da drüben.
Der mit der Lederjacke. Sieht gut aus, oder?
Na ja, wenn man auf so mediterrane Typen steht, dann ja.
Es geht eh wieder den Bach runter.
Das wievielte Glas ist denn das?
Ehrlich, ich hab ein Gefühl für so was. Ich hab da Übung drin.
Soll ich euch vorstellen? Er hat 'ne Arbeit hier. - Nein, danke.
Ich kann ihn jetzt schon nicht leiden. - Lilli, wir gehen.
Ich muss los.
Wann kann ich jetzt eigentlich mal unser Bild angucken? - Bald.
Ich melde mich, ok?
(Thomas weint)
(Musik)
Hallo, Aldo? Ich bin's.
Ich wollte fragen, ob wir uns heute Abend sehen? Ich bin um 5 hier fertig.
Ruf mich an.
Ich liebe dich, ja?
(Dusche läuft)
"Hallo, mein liebster Aldo, ich sitze hier in meinem Chemieseminar und lausche...
diesem Vortrag über Nuklearsäuren. Eigentlich denke ich an dich..."
Was machst du da? - Ich hab mich nur mal umgeschaut.
Liest du meine Briefe? - Ich hab nur im Skizzenbuch geblättert.
Du liest meine Briefe! - Der ist aus dem Buch gefallen.
Mein Hemd hast du auch an. Was soll das? - Aldo, ich wollte nicht...
Ich wollte sehen, woran du grad arbeitest. Dann ist ein Brief aus dem Buch gefallen.
Ich wollte... - Zieh mein Hemd aus! Aldo.
Zieh's aus!
Wie kommst du dazu, meine Briefe zu lesen? Das geht dich einen Scheiß an.
Das weiß ich doch. Ich wollte nicht... Kommt nicht wieder vor. Ok?
Darauf kannst du Gift nehmen.
Weißt du was? Ich finde nicht, dass das hier so gut läuft.
Was? - "Was?" Unsere Beziehung!
Du verlangst zu viel von mir. Du willst immer bei mir sein, immer mit mir sein.
Ich kann nicht mal alleine pissen gehen. Und wenn doch, schnüffelst du hier rum.
Es tut mir wirklich leid, mit dem Buch. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.
Ich will jeden Winkel von dir erkunden. - Kann es sein, dass ich das nicht will?
Ich will, dass du nur mir gehörst. - Ich will niemandem gehören, Mann!
Verzeih mir. Passiert nie wieder. Ich mach das nie wieder, ich verspreche es dir.
Willst du jetzt gefickt werden?
Los, zieh dich an.
Wo gehst du hin?
Arbeiten. - Kann ich mitkommen? Mensch, Lilli, ich gehe arbeiten.
Bitte, ich störe dich auch nicht. Ich setz mich in die Ecke und lerne.
Los, mach!
Komm, mach jetzt. - Ich kann den zweiten Schuh nicht finden.
Mann!
Hier!
Ich putz mir noch schnell die Zähne. - Was? Die kannst du dir zu Hause putzen.
Aldo.
Hallo, Aldo? Ich bin's noch mal.
Jetzt rede doch wenigstens mal mit mir.
Bitte.
Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe.
Ruf mich an, ja, ich bin zu Hause.
(TV) Die meisten der Kinder gehen barfuß.
(AB) Hallo, hier ist Aldo, Nachrichten bitte nach dem Piepton.
(TV) Na, wie hieß die Dame? Rosa Schlüpfer.
(Telefon)
Aldo? - Hallo, und guten Tag.
Ihre Nummer wurde aus 10.000 Teilnehmern ausgewählt. Sie haben nun die Möglichkeit,
eine Reise im Wert von 7.000 Euro... - Scheiße. Du Arschloch!
Du dreckiges, dummes, feiges Arschloch!
(Musik)
(Telefon)
Ja? - Lilli?
Ich bin's, Max. Ich brauche Ihre Hilfe.
Ich komme nicht weiter. Können Sie herkommen?
Lilli? Sind Sie noch da?
Jetzt? - Ja, wenn das geht?
Wollen Sie ein Bier? Vielleicht ein Handtuch? - Hm, danke.
Sie rauchen ja? - Ja. Wollen Sie auch eine?
Ja.
Danke.
Geht's gut?
Geht so.
Schlafen Sie genug? - Nein.
Zu viele Partys?
Also, warum schlafen Sie nicht genug?
Wegen diesem Fernando, Maler-Typ, oder wie?
Aldo, Max. Er heißt Aldo.
Was ist das denn für ein blöder Name? - Haben Sie nicht gesagt,
Sie brauchen meine Hilfe? Was ist los?
Ja, stimmt. Ich hab ein Problem mit einem Bild.
Ich will, dass Sie sich das mal anschauen. Gehen wir rüber?
Mir fiel auf, dass unter den Bildern, die ich von eurer Mutter gekriegt habe,
kaum eins ist, wo ihr zwei zusammen seid oder euch auch mal berührt oder so.
Ich hab danach gesucht, weil ich natürlich wissen will,
wie so eine Berührung ausschauen könnte. Da, das ist es jetzt.
Ja, ist doch gut. - Gefällt's Ihnen?
Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Glauben Sie, es gefällt Ihrer Mutter?
Bestimmt.
Ein bisschen dunkel vielleicht.
Und er lächelt nicht. Da bin ich mir nicht sicher, ob sie das mag. Aber sonst.
Sind Sie nicht zufrieden? - Keine Ahnung, sein ewiges Grinsen...
ist mir auf die Nerven gegangen. - Verstehe. Ist doch ok.
Ja? Aber irgendwas stimmt nicht. Was stimmt denn nicht? - Ich weiß nicht.
Wie fühlt es sich denn an? Fühlt sich Ihr Bruder für Sie richtig an?
Ich weiß nicht. - Jetzt sag's! Ich find das Bild unheimlich.
Unheimlich? - Ja, seh ich so aus?
So abweisend?
Das sieht aus, als ob er was von mir will und ich merk das gar nicht.
Es liegt an mir. Ich hab keine Ahnung. - Nein, ich will's ja wissen.
Genauso fühle ich mich in letzter Zeit.
Als wenn er mich verfolgt.
Manchmal wach ich nachts auf und hab das Gefühl, er steht neben meinem Bett
oder im Zimmer. Also, nicht der echte Alexander,
aber das Gefühl von jemandem, der im Raum ist.
Das fühlt sich furchtbar an.
Es ist, als ob er 'ne Tür aufgemacht hätte und ich krieg die nicht wieder zu.
Wie so 'ne Tür in so 'nem Flugzeug, wo Fallschirmspringer rausspringen.
Die Tür ist offen und zieht mich an, auch zu springen.
Ich könnte es. Ist ganz leicht.
Ist nur 'ne Frage von ein paar Sekunden.
Ich glaube, das meine ich, wenn ich sage, dass er mich verfolgt, oder...
zieht, oder stößt, oder so.
Der Mann da, der ist seit 3 Jahren tot.
Hat er sich auch selbst umgebracht? - Nein, hat er nicht. Ja, irgendwie schon.
Er hat zu viel mit Drogen rumgemacht, mit lauter hartem Zeug.
Und den wollte ich immer fertig malen. Aber irgendwie stimmt's auch noch nicht.
Bei dem Mann hat's mich einmal richtig erwischt.
Ich bin eigentlich eher jemand, der am Rand steht. So ein bisschen abseits,
mehr so Beobachter oder Zuschauer.
Und der hat mich so richtig mit hineingezogen ins Leben. Voll rein.
Jeder Moment mit dem war Leben, reich, und vor allen Dingen unvorhersehbar.
Was war das Problem? - Das Problem war, ich war verheiratet.
Sie waren verheiratet? - Ich hab sogar eine Familie gehabt.
Eine Frau und einen Sohn. Den Sohn hab ich immer noch. Er ist jetzt 18.
Und gleichzeitig war der Mann für mich zu viel. Zu intensiv, zu verrückt.
Sein Tod war für mich eine Erleichterung. Die Leute sind tot, Lilli.
Alexander Eriks war sein Name. Die können nicht mehr ziehen oder stoßen,
weil sie tot sind.
Schauen Sie, wie ich Sie sehe. Das da, das sind Sie!
Sie sind stark und entschlossen.
Scheiße, stark.
Klar bin ich stark. Klar kann ich stark sein. Darum geht's aber doch gar nicht.
Das ist doch nicht der Punkt.
Aber vielleicht kann mich ja mal einer fragen, wie es mir geht.
Vielleicht kann sich ja mal irgendjemand dafür interessieren, wie's mir damit geht!
Wie's mir wirklich geht! Oh, ich bin so müde.
Kann ich hier schlafen? Ich muss jetzt schlafen.
(Musik)
Mein Bademantel! - Waren Sie schon schwimmen?
Ja. Geht's wieder? - Wo kommt denn das auf einmal her?
Das war in dem Stapel von Ihrer Mutter. - Ich kenn das gar nicht.
Ich find's gut. Mir ist das aufgefallen. Ich finde, es schaut aus,
als ob er verliebt wäre auf dem Bild. Und zwar in den, der ihn fotografiert hat.
Stimmt, irgendwie zufrieden.
Hm, ist ein komisches Gefühl, so ein Foto von Alex zu sehen, was ich nicht kenne.
Das erinnert mich irgendwie daran, dass er auch ein Leben ohne uns gehabt hat.
Haben Sie schon gefrühstückt? Ich hab noch geräucherten Aal im Haus.
Ich will keinen Aal.
Ach, richtig. So Tänzerinnen rauchen zum Frühstück ja Kette.
Und essen dann Salatblätter, oder?
Entschuldigung, wir machen jetzt zu.
Hallo!
Ich hab dich gar nicht gehört. - Hallo, ich hab gerufen.
Siehst gut aus.
Bisschen blass. Kann ich dir den Mantel abnehmen?
Das ist hier im Garten, oder?
Hm, Alexander wollte immer an deiner Hand gehen.
Er war sehr anhänglich. Das ist dir ziemlich auf die Nerven gegangen.
Schau, du willst ihm die Hand nicht geben.
Wie gemein von mir. - Du warst schon immer etwas abweisend.
Willst du einen Tee?
Ist kalt heute, wird Herbst.
Noch 'ne Viertelstunde.
Alles klar bei dir? - Ja, so einigermaßen.
Hast du eigentlich einen Freund zurzeit? - Nein, nicht mehr.
War da nicht dieser Typ, dieser Bildhauer?
Es war nichts.
Was ist? - Ich hab was im Schuh.
Mami!
Versteh ich nicht. Das ist nicht das Bild, das ich bestellt habe.
Nein, aber das, was Sie bestellt haben, das hat sich nicht richtig angefühlt.
Hat sich nicht richtig angefühlt?
Warum haben Sie das gemacht?
Es ist besser so. Alexander hat Lilli bedroht.
Bedroht? Was ist das für ein Schwachsinn? Das ist ihr Bruder! Glückliche Kinder!
Ich finde, das hat was. Ich verstehe zwar nichts von Malerei, aber Lilli...
ist schön getroffen. Sieht so weich aus.
Wo ist Ihr Bad, bitte? - Die Tür raus und dann links, bitte.
Es ist dieses Foto, stimmt's? - Welches Foto?
Das da.
Ach, das aus dem Internat. - Was?
Ja, ein Mitschüler hat es mir gegeben, Johannes, als ich Alex' Sachen geholt hab.
Bist du dir sicher? - Ja, ganz sicher.
Ich glaube, wir müssen jetzt gehen. Andi wartet.
Vielen Dank. Ich bin draußen.
Wir fahren zum Geburtstag meiner Tante.
Sie liefern uns das nach Hause? - Ja. Danke schön. Lilli?
Ich komme gleich!
Es gefällt mir wirklich sehr.
Sieht aus, als ob wir uns in der Spiegelung anlächeln.
Danke.
Der Typ hat sie doch nicht mehr alle. Das sieht doch völlig bescheuert aus.
Ich will kein Bild von ihm, ich will Alex! - Aber Lilli hat er doch gut getroffen.
Dafür allein ist es schon sein Geld wert. Dir gefällt's doch auch, oder?
Kein Wunder! - Ich meine, das müsste ich mal bringen:
"Och, Sie wollten eine rote Wand? Ach, ich hab sie einfach gelb gestrichen.
Gelb ist doch auch ganz schön. Wissen Sie, rot hat sich nicht richtig angefühlt."
20.000 Euro! Ich würde gefeuert werden. - Der Mann ist Künstler, kein Wandanmaler.
Super, Künstler. - Mir gefällt's.
Ja, jetzt gefällt's dir. Erst machst du 'n Riesenaufstand, dass du dahin sollst.
Da es mir nicht gefällt, gefällt's dir! - Was soll das denn jetzt wieder heißen?
Wenn's dir nicht gefällt, nehm ich es mit. - Mit? Wohin mit?
Ja, ich häng's irgendwo auf bei mir.
Hallo.
Sara! - Hallo, Lilli!
Hallo, kleiner Indianer.
Onkel Thomas!
Na, geht's?
Nächste Woche ist es ein Jahr her, gell? - Au.
Hast du dich geschnitten? Schlimm? - Nein, ist nicht schlimm.
Danke.
Und, wie fühlt sich das an?
Wird schon, glaube ich.
Und die beiden da drüben?
Glaubst du, die würden um mich auch so trauern?
Lilli!
Kann dieser Trottel bei euch bleiben? Er lässt mich das Bild nicht fertig malen.
Komm mal her, Schätzchen. Du bleibst jetzt mal ein bisschen bei uns, ja? Komm.
Lilli, komm, ich muss dir was zeigen!
Guck mal, das habe ich für dich gemalt. - Danke schön.
Das sind wir heut beim Essen. Das sind Opa und Alex. Die schauen uns zu und winken.
(Paul) Lasst mich rein. Lasst mich rein. Mama hat gesagt, ich darf auch mitspielen.
Mit meinem Zauberschwert werd ich dich in Stücke hauen. Und ich kann dich braten.
Oder auf den Herd legen. Oder ich kann dir auch die Ohren abschneiden.
Jetzt schau mal, was du gemacht hast.
Weinst du jetzt?
Ich will meinen Bruder wiederhaben. - Du kannst doch mich als Bruder nehmen.
(Musik)
Ich glaube, wir haben seit Saras Geburt hier nichts mehr verändert.
Und die Couchgarnitur, zum Beispiel, die muss unbedingt raus.
Vielleicht lässt du erst mal neu beziehen. Mit dem Baby fängt alles von vorne an.
Weiß gar nicht, wieso man was ändern muss. Es ist doch alles gut so.
Schließlich werd ich die nächsten Monate wieder die meiste Zeit...
auf dieser Couch verbringen.
Freu dich doch. Ich kann euch den Stoff besorgen.
An was hast du denn gedacht? - Kein Ahnung.
Paul, möchtest du aufstehen? Warum geht ihr nicht hoch? Geht doch hoch. Beide!
Aber ihr ruft, wenn's Eis kommt. - Nein.
Papa, du rufst! - Ja, logisch.
Lass die Füllung einfach liegen. - Nein, nein, schmeckt gut.
Ein warmes Gelb könnte ich mir vorstellen. Ist aber auch nicht unempfindlich.
Stimmt, Gelb wäre ganz schön. - Ich dachte, du fährst?
Na und? - Lilli, wie geht's mit "Alice"?
Ich stell mir das so anstrengend vor, so 'ne Hauptrolle zu tanzen.
Ich spiele die Hauptrolle nicht mehr. Ich bin rausgeflogen.
Echt? - Ich wusste es.
Ich rufe die an und mach das rückgängig. Du hast einen Durchhänger.
Nein, das machst du nicht. Ich will die "Alice" nicht mehr tanzen.
Dies Musical-Trallala ist nichts für ich. - Toll, zwei Jahre umsonst.
Das ist jetzt nicht dein Ernst. - Dann tanzt sie ihre erste Hauptrolle...
halt nächstes Jahr. Ihr tut gerade so... - Halt du dich da raus.
Ich glaube, ich will nicht mehr tanzen. Ich will nur noch singen, das liegt mir.
Was glaubst du, wie viele Mädchen es gibt, die eine ganz nette Stimme haben?
Machst du diese Ausbildung, damit du in 'n paar Jahren Werbejingles singen darfst?
Frag mich doch mal, warum, Papa. - Warum? Denkst du, das weiß ich nicht?
Hör auf, zu jammern, Lilli. Willst du, dass Alex' Tod auch dein Leben versaut?
Mann, ich hab manchmal das Gefühl, ich hab nicht nur meinen Bruder verloren.
Dein Vater hat recht, und das weißt du.
Genau, da seid ihr euch mal wieder einig. Wenn ihr euch auch sonst nicht einig seid.
Aber da seid ihr mal wieder eine richtig knallharte Betonwand.
Super.
Max?
Aha, Lilli, schon wieder? - Was machen Sie denn hier?
Ich probiere was aus. Sie können mir helfen. Schauen Sie mal,
Sie drücken jetzt hier auf den Auslöser. - Und was passiert dann?
Sie drücken hier, bis ich sage "jetzt". Und dann schalten Sie hier die Lampe ein.
Ja? Bleiben aber auf dem Auslöser. - Ok.
Ja. - So?
Ja, gut!
Und jetzt...
Lampe. Und aus!
So! Das musste jetzt sein.
Das interessiert mich.
Picasso hat auch mit Licht rumgemacht. Schaut richtig gut aus.
Was für ein Albtraum.
Was, das Bild? - Nein, das Bild ist gut.
Aber es soll doch eigentlich Ihrer Mutter gefallen. - Ja.
Jetzt gefällt's eben mir. - Ja, ja, auch gut.
Da, das ist es. Das meine ich. Haben Sie das gesehen?
Schön, wie er sich bewegt. Unser Rennläufer! Oder?
Der hat den Schnee geliebt. Der ist immer total ausgerastet bei den ersten Flocken.
Hat alles stehen und liegen gelassen und ist nach draußen gerannt.
Sie haben ihn schon sehr gerngehabt, Ihren Bruder, oder?
Ich hab ihn nicht immer gerngehabt, überhaupt nicht.
Alles, was er gemacht hat, war immer so perfekt.
Ich habe das gehasst. Ich dachte immer, Alex ist nie traurig.
Der hat keinen Grund. Der hat kein echtes Problem.
Ich bin so ein Arschloch.
Zeig mir doch mal, wie man tanzt.
Ehrlich, ich kann's nicht.
(Musik)
Und jetzt? - Du musst mich führen, du bist der Mann.
Du musst mir zeigen, was du willst.
Das ist aber nicht viel.
Gut!
Sag mal: Ich, Max Hollander, bin schwul.
So richtig schwul.
Das scheint dich ja ungeheuer zu faszinieren, oder?
Schon, ja. Sag's mal.
Das fällt mir aber jetzt gerade irgendwie ziemlich schwer.
Ich muss gehen.
Wir sehen uns bald, ja?
Bist du wach? - Nein.
Ich will zu Alexanders Internat. Ich muss da was rausfinden. - Viel Glück.
Kommst du mit? Bitte.
Nein. - Super. Ich hol dich um 10 ab. Bis dann.
Hallo, Johannes. - Hey.
Sorry, ich musste noch dieses Zeug holen. - Schön, dass das geklappt hat.
Das ist Max, ein Freund von mir. - Hallo.
Ihr habt bald Prüfung, oder? - Ich warte draußen. Macht ihr mal, ja?
Ich muss was essen. Willst du auch was? - Ja, ich nehme 'n Kaffee.
Alex hat viel von dir erzählt. - Echt?
Schon.
Ja, jetzt ist es ein Jahr her, und irgendwie wird's nicht besser.
Kann ich mir vorstellen. - Einen Kaffee, bitte.
Das Foto hast du gemacht, oder?
Max, der Mann, den du gerade gesehen hast, der hat ein Bild gemalt, von Alex und mir.
Dafür hat er dieses Foto benutzt, wegen dem Ausdruck in Alex' Gesicht.
Er meint, Alex sieht darauf aus, als wäre er verliebt.
Und das stimmt doch auch irgendwie, findest du nicht?
Der hat doch wirklich so was in den Augen. Und dann hat mein Vater erzählt,
dass du das Foto gemacht hast. Ich dachte, wenn Alex schwul war...
und sich nicht getraut hätte, oder? Meine Eltern wären aus dem Häuschen.
Vielleicht wäre dann das der Grund und... Entschuldige. Es ist total bescheuert.
Musst du los? - Nein, ich hab noch ein bisschen.
Ich würde dir gerne die Lösung liefern. Aber Alex und ich,
wir haben uns ein Zimmer geteilt, mehr nicht.
Und Alex hatte nichts mit Jungs, das glaub ich nicht.
Er war einfach nur irre zurückgezogen.
Ich mein, er war lustig, gut drauf. Hatte immer coole Sprüche und so.
Und es gab auch niemanden, der was gegen ihn hatte.
Aber eigentlich wusste auch niemand was über ihn.
Er war für die Leute das, was sie haben wollten. Und genauso wollte er es auch.
Immer 'ne Show machen, immer cool bleiben, verstehst du?
Vielleicht war er ein bisschen allein.
Sorry. Also, ich meine, dass ich nichts mit deinem Bruder laufen hatte.
Aber ich weiß noch ganz genau, die Nacht, als ich das Foto gemacht hab.
Wir hingen ein bisschen rum, haben geraucht, Tequila oder so getrunken.
Es war bestimmt schon zwei oder so.
Ich hab da mit meiner Kamera rumgemacht, und wir haben über zu Hause gequatscht.
Ich hab was von meinen Eltern erzählt und so, und er hat von dir geredet.
Genau, das ist doch der Ausdruck in seinem Gesicht.
Der hat von dir erzählt.
(Musik)
Bitte schön. - Danke.
Ich hab's versaut.. - Super, setz die Tanke ruhig in Brand.
Ja.
Nimm dich halt einfach nicht so wichtig. Vielleicht ging's ja gar nicht um dich.
Dann haben wir's halt alle zusammen versaut.
Ihr müsst aufhören, einen Grund zu suchen, weil's vielleicht mehr gibt als nur einen.
Und du hör auf, auf ihn sauer zu sein. - Sauer? Ich bin doch nicht sauer!
Doch, weil er dir Schuldgefühle macht.
Ich kenne das, glaub mir. Ich kenne das ziemlich gut.
Komm, fahren wir weiter.
Was passiert mit mir?
Was wollt denn ihr von mir?
Wer bin ich, bin ich ich? Wie sonderbar?
Lasst mich, geht weg. Hilfe!
Wir kriegen dich, jagen dich durch den Dreck, wir packen dich...
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(AB) Mama, ich bin's, Lilli. Ich hab über den Mantel nachgedacht.
Du wolltest doch mit mir einkaufen gehen.
Ach, vergiss den Scheißmantel, Mama. Eigentlich...
Ich wollte nur sagen, das wird schon wieder. Ja?
Das wird wieder gut.
Gute Nacht.
Mama, ich bin's, Lilli. Ich hab über den Mantel nachgedacht.
Weißt du schon, was du als Nächstes machst?
Schau mal mehr nach rechts. Keine Ahnung.
Wahrscheinlich muss ich mal raus hier. Gesichter finden,
lauter Leute auf der Straße... - Hört sich gut an.
Aber am Schluss male ich dann doch wieder an meinem Freund weiter.
So, das Bild jedenfalls ist jetzt fertig.
Ich muss los. Ich bin verabredet.
Ah, warte noch mal. Ich hab da noch was für dich.
Das wollte ich dir geben. Schau mal her.
Ja, es war ein Versuch. Ist doch gar nicht so schlecht, oder?
Danke.
Gib noch mal her.
Ich werde dich vermissen. - Ja, ja, verstehe ich.
Vor ungefähr einem Jahr haben wir Alexander verloren.
Er hat sich das Leben genommen.
Wir wissen bis heute nicht, warum.
Und wer sind jetzt die beiden? - Die Kinder von meiner Auftraggeberin.
Das ist die Lilli.
Die studiert in München Singen und Tanzen. - Singen und Tanzen.
Kann man das studieren?
Und die Mama wollte jetzt ein schönes Gemälde von ihren beiden schönen Kindern?
Ja, so ist es.
Ich liebe sie, die reichen Leute. Was täten wir denn ohne die?
Wer ist das?
Mein Vater.
Hey, Stella, kommst du hoch zu uns?
Hi. - Hallo, Tobi. Alles Gute zum Geburtstag.
Danke.
Wie war's in Spanien? Salamanca?
Cool.
Das wollte ich dir geben.
Danke.
Ist das deine Freundin da? - Ja.
Wie heißt sie? - Stella.
Stella. Hübsch.
Ja, also dann. Danke fürs Bild.
Ja, ja, vielleicht bringst du es rein.
Vielleicht schneit es heute Nacht. - Ok.
Ciao, Papa.
Also, mach's gut.
Tschüss, Herr Hollander!
Auf Wiedersehen, Stella. Kümmerst du dich ums Bild?
Ich will nicht, dass es nass wird, ok? - Mach ich!
Was machst du denn da? - Ich konnte nicht schlafen.
Da dachte ich, ich fang schon mal an. - Es ist doch erst in zwei Wochen.
Soll alles schön sein, wenn sie kommt.
Willst du auch einen? - Ja, gerne, warum nicht.
Hast du's ihr schon gesagt? - Was?
Dass du ausziehst.
Nein. Das mache ich, wenn sie hier ist.
Wir hatten doch auch schöne Zeiten zusammen.
Absolut!
(Musik)
Alex! Wir hören jetzt auf mit dem Quatsch!
Das reicht!
(Musik)
Ok, ok, Entschuldigung angenommen.
(Musik)
Can't find what you're looking for?
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