All language subtitles for 1971 - St. Pauli Report

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic Download
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French Download
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Große Freiheit Nummer 7 auf der Reeperbahn nachts um halb eins. So

St. Pauli aus tausenden von Filmmetern. In wieviel hunderten von Filmbüchsen

ruhen die Stars, die Ihnen als Arzt... als Kommissar, als Pfarrer, ja sogar als

Engel von St. Pauli begegnet sind. Aber es gibt auch ein anderes St. Pauli, das

am Tag zum Beispiel nüchtern und ungeschminkt, nackt und ordinär

auch mit Herz und Gefühl, so seltsam es auch klingen mag, das Glöcklein auf

der großen Freiheit.

Damit du weißt, wo es links geht. Ach, bitte.

Oder glaubst du, ich lasse mich von dir verarschen?

Das finde ich aber ganz schön link.

Kaum raus aus dem Gebetsshoppen und schon gibt es den ersten Klatscher.

Für die Verlade.

Erzählt mir, ihre Alte besteht auf kirchlicher Trauung.

Ich reiße noch zwei Scheine raus für die dämliche Gardine.

Und wo ist die Alte? Na, wo ist sie denn?

Wieso denn? Ich denke, seine Mutter ist vor drei Jahren gestorben.

Warum machst du denn so was?

Unsereins heiratet man ja nicht so schnell. Wurde es mal geklappt, dann

ich auch einen Schleier und die ganzen Sachen. Ach du liebe Scheiße.

Ach, bist weg.

Na, was ist? Machen wir jetzt einen drauf? Hört ihr Pieps wohl.

Wenn wir bis zwölf nicht im Laden sind, besetzt der Chef unsere Nummer um.

Die ganze dämliche Heiraterei war für einen Arsch. Meine Idee war es sowieso

nicht. Der Alte hat drauf bestanden.

Na, hör mal, was soll denn der Chef machen? Wenn du mit einer Alten auf der

Bühne losmachst, ohne mit ihr verheiratet zu sein, ist es Kuppelei und

alle dran. Alle.

Als den Stempel kannst du 42 Positionen vorführen. Das ist eben erotische Kunst.

Das ist doch Stoß.

Für die geilen Böcke da unten ist das doch egal.

Die sehen doch den Stempel nicht. Ich meine, Nummer ist eine Nummer, mit oder

ohne Stempel.

Deswegen kommen die ja.

Am schärfsten sind die Weiber. Ich habe immer das Gefühl, die kommen gleich auf

die Bühne und reißen sich die Kredage runter.

Da kommt eine Droschke.

Na, hör mal.

Das ist doch erstklassiges Obst. Würdest du für einen miesen Apfel 25 Mark

zahlen? Verstehe ich nicht. Dafür kaufe ich einen Zentner.

Deine neue Masche. Uns ist doch die Konzession entzogen worden.

Weiß ich. Jetzt schenken wir eben kein Alkohol mehr aus. Stattdessen wird Obst

gereicht. Dafür brauchen wir keine Konzession.

Klar? Klar.

Und dann mit die Brüste gili -gili machen.

Ja! Und dann so langsam hoch zu brüsten jetzt. Und wackeln schön mit dem Po. Ja,

greif schon. Ja.

Johnny, so nicht.

Das ist doch eine charmante Frau.

Du liebst sie, auch wenn du mit ihr verheiratet bist.

Das Publikum muss sehen. Also Hose runter und Arsch hoch.

Und hier kein Orgasmus.

Das Bett runter bitte. Danke. Jetzt bitte Musik.

Du leg dich drauf.

So. Und dann tschau, tschau. Und du, Johnny, das Publikum muss sehen, wie der

reinkommt. Oh,

das junge Glück.

Das ist wegen Reviras Mutter.

Dabei war sie gar nicht da.

Sie ist seit drei Jahren verstorben.

Kommen wir zu später, nee?

Das ging nicht eher.

Naja, das wird Zeit.

Nachher lässt du den Trauerschein kopieren für die Schmierer.

Na los, mach weiter, Johnny.

Oh, Mama, das Kostüm ist einsame Spitze.

Es ist ganz eisig. Das bleibt so.

Elvira mit der Braut Schleyer will auf die Alldeutsche Tour los.

Und du spielst den ausgebuchten Lodl, willst gleich original stoßen, wie sich

das gehört.

Ça va?

Allez, viens.

Wenn es dir sauer wird, du reißt eher die Gardine runter.

Compris? Na ja, los auf die Bühne. Wir wollen das gleich probieren.

Ja, das ist sehr schön so.

Ihr habt jetzt ein bisschen Pause, ja?

Ja, mon chéri.

Herzlichen Glückwunsch. Und jetzt raus aus den Klamotten.

Und damit in die Geschichte ein Witz reinkommt, Damen und Herren, die oben

mitmachen, bekommen eine Handvoll Glauben umsonst. Wieso müssen die

Wieso macht der Dierer das nicht mit ihrem Freund?

Die hätte ihn doch heiraten können.

Den Walter?

Das ist doch ein voller Pudel.

Dem seinen Konfirmanden Pimmel sieht man doch nicht mal bis Tisch drei.

Ja, ja.

Eins ist mir nicht klar.

Sag doch nicht so.

Bloß packen lieber die Körbe zusammen.

Wie schaffen die Burschen das bloß?

Jeden Abend.

Tja, will ich nicht sagen.

Ist ja nicht die eigene Frau. Da könnte ich mir das schon vorstellen.

Lieber Gott, wenn ich mir dich so vorstelle, einmal in einem halben Jahr,

ich Glück habe.

Aber vielleicht ist da ein Trick bei.

Jeden Abend auf offener Bühne.

Die sind auch circa 30 Jahre jünger als ich.

Vor 30 Jahren warst du auch schon eine Niede.

Naja, es wird schon ein Trick dabei sein.

Aber nein, das gibt keinen Trick bei.

Das ist ein...

Sache der Psychologie.

Ich gucke der Mann in die Augen rein.

Ich überzeuge ihm, dass es geht gut.

Runter in die Hose.

Und dann er weiß, er ist der beste Bums aller Welt.

Und wenn die Methode mal versagt, René?

Ah, nein. Dann nehme ich so eine große Spritze oder ich tausche Partnerin.

Und wenn auch das nicht klappt?

Wenn das nicht klappt?

Dann hat er eine Frage gezeichnet in die Hose.

Ich schicke ihn nach Casablanca und suche einen anderen.

Und... In Deutschland, junge Stier, das gibt so viel.

Vom bedingt heiteren zum bedingt tragischen. Hier in St. Pauli sind die

für Tragödien und Komödien dicht beieinander.

Liebe und Gelächter, Hass und Verbrechen wohnen oft in einer Straße, in einem

Häuserblock, unter einem Dach. Hier, in dieser Hafenkneipe.

begann das, was die Kriminalpolizei nüchtern als den Fall Puhl registriert

Dieser Mann quatscht zu viel.

Ex -Mann.

Und er säuft. Wenn der eines Tages singt, gehen wir alle Mann für zehn

den Knast.

Der Junge muss weg vom Fenster.

Aber original.

Übernehmen würde ich das. Du hast doch Schiss.

Aber entscheiden soll Lisa.

Entscheiden, entscheiden.

Jawohl, entscheiden.

Also, was ist?

Hab kein Interesse am Knast. Hab die Schnauze voll vom letzten Mal.

Du kennst ihn doch besser. Bringt er das Kleid nicht und geht zur Schmiere?

Nein, aber er labert rum und spielt den großen Ganoven.

Deswegen hat er dann angerufen.

Der Kleide.

Hat doch seit vier Monaten nicht gearbeitet.

Und wo wir ihn jetzt nicht mehr einsteigen lassen?

Das will du noch, der Ochse. Wenn ich an die Touren starte, dann kommt mir heute

noch der Kaffee hoch.

Der alte Penner da.

Also was ist, Lisa?

Macht, was ihr wollt.

Das ist doch auch wieder so ein lecker Spruch.

Macht, was ihr wollt.

Und wenn es passiert ist, wenn er weg ist vom Fenster ein für allemal, der

garantiert mir dann.

Sag mal, du spinnst wohl.

Bin ich mit dir nicht durch dick und dünn gegangen, weil ich auf dir stehe?

Wer hat das Ding bei Blumen und Voss ausbaldowert? Wer hat die Uniform

Wer hat den Klopps von der Schifffahrtslinie aufgeritten?

Und den Termin klar gemacht?

Ich doch wohl!

Na schön.

Einer pustet hinweg.

Und das bin ich.

Aber ihr seid dabei.

Nur für den Fall, dass er im Angespräch mit der Schmiere ist.

Nun spinn dich nicht rum, das Ding geht ab.

Er kommt.

Die Kameraden.

Betriebsversammlung? Gib ihm ein Bier.

Kein Bier für dich.

Warum nicht?

Ist das etwa deine Kneipe?

Du bist eine Ratte und Ratten saufen kein Bier.

Du hast einen ziemlich spitzen Vortrag am frühen Morgen.

Was liegt denn überhaupt an?

Er meint, du wärst eine Ratte und dass Ratten kein Bier saufen. Das liegt an.

Also, was willst du?

Strom.

Ich bin völlig ausgemistet.

Zwei Scheine, dann hau ich wieder ab.

Dann könnt ihr eure Party allein weiter feiern.

Ich hab schon so eine Ahnung, was los ist.

Welche Bank ist denn diesmal dran?

Ihr habt so Angst, dass ich der Schmier einen Tipp geben könnte, was?

Du wärst doch der Letzte. Du doch nicht, Kurt.

Uh, das will ich nicht sagen.

Das kommt ganz auf die Umstände an. Quatsch, keine Opern. Mach lieber Musik.

Aber was Lustiges.

Aber mit mir kann man ja reden.

So?

Wirklich?

Aber vielleicht wollen wir gar nicht mit ihr reden.

Halt die Schnauze, sonst gibst du Aufmischer.

Ich habe euch doch gesagt, wir machen es alle frei.

Ich habe nichts gesehen, ich weiß von nichts.

Schnauze, habe ich gesagt.

Wer kommt jetzt in den Keller?

Und heute Nacht wird er verbuddelt.

Los, hol die Sachen hoch.

Denken und tappen.

Na, wird's was?

Was ist das für ein alter Teppich?

Schellfisch.

Wetten? Der wäre zur Schmiering gelaufen.

Logisch. Babywache 15, Meister Peckmann. Ja, Davidswache.

Na nun, Frau Kuhl. Was ist denn los?

Protest in Ihrer Kneipe?

Protest nicht.

Es handelt sich um die Vermisstenanzeige.

Mein geschiedener Mann nämlich.

Vor fünf Tagen habe ich ihm Geld gegeben. Er sollte mir was vom

besorgen. Schellfisch.

Schellfisch?

Ja,

hier ist Direktor Niemeyer.

Direktor Niemeyer, persönlich?

Ja, persönlich.

Warum kommen Sie nicht hoch?

Ich weiß es noch gar nicht.

Ich habe Ihnen noch einen Mann vorbeigeschickt, vor zehn Minuten.

Ja, also kommen Sie sofort.

Selbstverständlich, sofort.

Nein, muss sein.

Also er hat sich dort hinter der Ecke versteckt in der Verkleidung.

Die Idee war gar nicht so

schlecht, aber wie so oft scheitern die besten Ideen an den simpelsten

Kleinigkeiten. In diesem Fall an den 10 Sekunden, die der Fördner zu früh

zurückkam. Aber Leopold hatte nicht schlecht recherchiert.

Der Überfall auf einen Lohngeldtransport für eine Fremdfirma an einem Sonnabend

nach 4 Uhr, denn da ruht selbst bei Blum und Voss die Arbeit.

Für einen frechen, rücksichtslosen Täter eine gute Möglichkeit.

Uli Bruns konnte entkommen, blessiert zwar, aber entkommen.

Klar, dass sie ihn geschnappt haben.

Du bist eine schöne Flasche.

Setz dich in den Arm und haust ab.

Halt's Maul, du alte Pisskuh. Hat doch alles geklappt. Der Führten hat das voll

gefressen, dass ich der Direktor am Telefon war.

Und Uli war auf die Sekunde genau da.

Dass der alte Sack zehn Sekunden früher runterkommt, dadurch ist die ganze

Scheiße geplatzt.

Meins hat ihn umgelegt.

Hast du noch Groschen da?

Groschen? Hab andere Sorgen.

In die Zeit wollten wir mit dem Sack voll Geld unterwegs sein.

Ich möchte verdammt wissen, was da schiefgelaufen ist. Als ob jemand das

verpfiffen hat.

Wenn sie den geschnappt haben, gehen wir auch hoch.

Der hält nicht lange dicht.

Und dann werden sie Frauen, wo Kur abgeblieben ist.

Der Mistgemälde reicht ja nicht mehr.

Und dann sind wir dran.

Wieso wir?

Habe ich ihn umgebracht? Hast du ihn umgebracht?

Das ist Uli's Bier.

Scheiß Dinosaurier.

Wäre dir wohl lieber gewesen, ich wäre abgekratzt.

Hier. Reifenschuss, Glück gehabt.

Warst du Pferdner?

Pferdner. Hat mir das Ding selber verpasst.

Will den Ball am Mann rausholen, dann macht der Pferdner einen Prozess wie

angeschossene Sau. Da geht der Vogel in der Hosentasche los.

Und wo warst du?

Gewöhnt den anderen Ton an. Wo war ich wohl?

Als die Scheiß -Irene losging, bin ich abgehauen.

Vielleicht hätte mir was Besseres eingefallen, aber jeder reagiert anders.

Und wo ist die Uniform? Scheiß Uniform habe ich weggeschmissen.

Ist doch klar, dass Sie zuerst den Fördner suchen.

Hast du dich vielleicht vor die Tür gelegt, oder?

Die Söhne habe ich hier gegriffen, 50, 60 Meter vielleicht. Habe ich in unserer

Bude versteckt.

Musste morgen früh rausholen.

Ich soll sie abholen?

Glaubst du vielleicht, ich mit dem Bein?

Hallo? Wir waren 15, Obermeister Becker. Wer spricht dort?

Fragen Sie nicht nach meinem Namen.

Sie suchen doch die Jungs, die das Ding bei Blumenfoss gedreht haben.

Woher wissen Sie denn, dass es mehrere sind?

Suchen Sie sie oder suchen Sie sie nicht.

Den einen finden Sie auf dem Dom.

Auf dem Dom? Sie meinen auf dem Hummel? Ja, auf dem Heiligen Geistfeld.

Da beim Riesenrad, da gegenüber, da ist eine Bude. Was für eine Bude?

Bier, Zigaretten und so.

Und wenn Sie sich jetzt sehr beeilen, dann können Sie ihn da abholen.

Taxi! Taxi!

Mensch, was machst du da für ein Gesicht? Die Schmiere fährt mit dem

durch die Gegend, du sitzt hier im Schweregarten. Ich lach mich krank,

Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Kriminalpolizei.

Und ich hab dann ja wohl für den Winterhaus gesorgt.

Angst hatten sie vor dem Bruns.

Bettab haben sie mitgemacht.

Wie oft?

Nur in Itzelhohe und Stade.

Bin in die Banken gegangen, hab nachgesehen, wie viele Angestellte da

viele Türen und so.

So, so, stade also auch.

Nun mal raus mit der Sprache. Wie viele Überfälle gehen auf Ihr Konto?

Ich weiß nur von sieben. Nur sieben?

Das beruhigt mich.

Und alles ganz kleine Fische.

Und der Bruns hat Sie gezwungen mitzumachen. Wie hat er denn das

Ja, bei dem ich schwur, dem geht's so wie... Wie weh?

Nein. Dann hätten wir hier noch eine Vermisstenanzeige, die Sie vor einiger

aufgegeben haben.

Ihr Ehemann, nicht wahr?

Kurt Puhl.

Noch keine Spur von ihm, was?

Hat wohl die Tapete gewechselt.

Ich glaube, er wollte ins Ruhrgebiet.

Aha. Na ja, muss ja jeder selber wissen.

Da ist nur eine Kleinigkeit, die mir auffällt.

In der Vermisstenmeldung steht, er wäre seit dem 8 .4. nicht mehr aufgetaucht.

Das stimmt doch, oder?

Ja, das stimmt.

Am 12 .04. ist aber noch gesehen worden, wie er in ihr Lokal ging.

Merkwürdig. Aber vielleicht ein Schreibfehler.

Sie sehen nicht gut aus. Ich glaube, wir machen mal eine kleine Pause.

So, und jetzt nehmen wir uns mal den Kameraden Bragwede vor.

Herr Wachtmeister?

Bitte.

Vorhang auf für die alte St. Pauli -Story, einer scheißt den anderen an

Sudermann.

Frau Puhl bleibt in Haft. Ich glaube, wir haben da einen ganz dicken Fisch.

Sie werden es erleben.

Hoffen wir, dass auf Ihren Trick rein zählt, Herr Kommissar.

Ja, das werden wir ja gleich wissen.

Herr Kommissar, Frau Brackfeder.

Nehmen Sie doch Platz, Herr Brackfeder.

Tja, der Kurt Puhl.

Auch so ein tragischer Fall.

Wo haben Sie ihn eigentlich hingeschafft?

Wie darf ich das verstehen?

Wie verstehen Sie es denn?

Überhaupt nicht.

Puhl kenne ich kaum.

Ach, Sie kennen ihn kaum?

Sagen Sie mal was ganz anderes.

Der Büster hier, ist das Ihrer?

Nein. Nicht Ihrer?

Na, dann hat mich jemand falsch unterrichtet.

Aber in der Hand gehabt haben Sie das Ding doch schon mal.

Sehen Sie mal hier.

Am 12 .04.

zum Beispiel.

Fragwede machen wir uns doch nichts vor.

Ihr Kollege Bruns hat uns da eine sehr präzise Aussage gemacht.

Und wir haben sie auf Magnetophon genommen.

Und nun hören Sie doch mal zu.

Bruns, machen wir uns doch nichts vor.

Eure ganze Ganovenlehre ist doch ein Dreck wert.

Verpfeift doch jeder den anderen, früher oder später.

Dann lassen Sie noch mal laufen, damit ich höre, was der Bruns gesagt hat.

Das möchten Sie wohl gern.

Na ja, da ist der Pool also weg vom Fenster.

Und dieser Ballermann, der gehört nicht Ihnen, sagen Sie.

Aber umgelegt ist er damit, oder? Das wissen Sie doch genauso gut wie ich.

Na, Herr Brackwede?

Tja, was ist?

Gehört habe ich nichts.

Ich weiß noch nicht mal, ob Sie den Bruns überhaupt haben.

Das Einzige, was ich weiß, ich habe den Pool nicht umgelegt.

So, so.

Der Pool ist also umgelegt.

Das wussten wir gar nicht.

Aber jetzt wissen wir es.

Mach mal Musik an.

Das darf doch nicht wahr sein.

Ist wohl nicht ganz dicht.

Morgen.

Hör mal zu, Hanne, jetzt musst du spuren, klar?

Die Greifer sind hinter mir her.

Ich weiß.

Wieso?

Woher? Jeder weiß das.

Paul Brackwiede. Den haben Sie doch geschnappt, der soll gesungen haben.

nicht, Paul ist der Letzte, der singt.

Pass auf, Hanne. Du rennst jetzt rüber zu Wiedewaldmann, sagst, dass ich einen

Ballermann brauche und Munition. Sofort. Soll ich dir gleich mitgeben?

Du gibst. Du bei mir brennst.

Na, was ist?

Und wer da keinen hat?

Der kann eine ganze Kompanie ausrüsten.

Bloß, ich hab's eilig.

Ich weiß nicht, Willi.

Soll ich dir die Fresse einhauen?

Elli, mach mal einen Moment die Theke.

Wie Gas und die ganze Blöde.

Runter bis zur Spitze.

Scheiße, hab ich mich in der Farbe vertan. Du, Willi, so ein Lokal wie das

ist das im Moment für dich nicht zu teuer?

Wie meinst du denn das?

Ich will das Lokal wechseln.

Passt euch meine Nase nicht?

So ist das.

Wir wollen unsere Ruhe haben.

Vor allem, wenn wir Karten spielen.

Ich habe nicht geklaut!

Ich habe nicht geklaut! Ich habe nicht geklaut!

Wenn ich den erwische, den Polizist die Fresse.

Komm, vergiss es.

Chef, ich habe ein Problem.

Was ist denn los?

Ich habe da einen Gast bei mir sitzen.

Genau,

Sie haben es erraten. Haben Sie schon mal so eine Rechnung gesehen?

Hier.

Was soll denn das?

Das ist ja sehr interessant.

Ich werde mal nachstehen.

Ich schlaf nicht.

Ah ja, ist meiner.

Und falls jemand noch mehr fragen sollte.

Brauchst du, wir verpfeifen einen vom Kiez?

Nicht mal so eine Typer wie dich.

Ochse.

Caro musst du bringen.

Ich sitz mit dem Jungen hinten.

Hände hoch!

Und keine Dummheiten bei uns. Hat keinen Zweck mehr.

Furzen hoch!

Hane, die paar Jahre sitz ich auf einer Backe ab.

Und dann komm ich raus.

Besorg dir schon mal ein Seich. Dass du noch mal rauskommst, das glaub ich

nicht. Los, ab geht die Post.

Aber das ist doch ein Mörder.

So was gehört doch nicht auf den Kieb. Das bringt doch nur Ärger.

Völlig recht, Sander.

Ich will uns einer nichts mit zu tun haben. Ist eine miese Sorte, die Mörder.

Gibt nur noch eine Sorte, die wir noch weniger leiden können. Das sind die, die

zur Schmiere rennen und andere verpfeifen. Du bist zeuglich.

Aber es

war doch einer

Zufall.

Lass mir doch erklären.

Der ist nämlich gerade überspitzt gekriegt.

Bis zum nächsten Mal.

Ich bringe noch ein Bier. Der gibt's.

Ein

Päckchen

Kaugummi. Und ein Autogramm von Uwe.

Ein Salino.

Ein Pfeffermüll.

Gehst du noch weiter mit? Logisch.

Sie schafft ihn nicht. Sie schafft ihn doch.

Noch ein Salino.

Noch ein Kaugummi.

Achtung, sie steckt ein.

Scheiße.

Ein Kaugummi und zwei Salinos und ein Uwe Seeler.

Scheiß Spiel.

Kinder, die mit Lollis und Kaugummi darum knobeln, ob die Dame ihren Freier

abschleppt. Nein, das gibt es nicht mehr auf St. Pauli.

Auch dieser Stadtteil hat sein eigenes Gesetz, die Lex St. Pauli, die ungefähr

das gleiche bedeutet wie die Aktion Saubere Leinwand im Kino. Wir sagen,

bestimmt der Gesetzgeber, wann die Damen des ältesten Gewerbes der Welt zu

schlafen haben. Dann nämlich, wenn über St. Pauli die Morgenröte heraufzieht,

bis zur Dämmerung.

Den ganzen Tag über dürfen Sie nicht auf den Straßen und Plätzen dieses

Stadtteils stehen. Also, meine Damen, husch, husch, ins Körbchen.

Bürgerinitiative hat Gesetzeskraft erlangt zum Wohl der Kinder und

Kinder gehören tagsüber in die Schule, auf Spielplätze und ins Haus.

Frau Kien hat Besuch vom Sohn des Nachbarn gegenüber. Die Wohnungsnot

zusammenrücken und Raum ist in der kleinsten Hütte. ... von Siegfried Franz

weiter in unserem Vormittagsprogramm für die Hausfrau.

Was machst du denn hier?

Raus, Junge, geh raus. Schlüssel hab doch und kein. Hau ab. Hau ab. Hau ab.

hier.

Oh Gott.

Wenn er das seinem Vater erzählt, das hätte ich noch gefällt.

Diese kleine Begebenheit hat kaum eine direkte Verbindung zu Alex St. Pauli. Es

sei denn, dass die ohnehin überbelegten Wohnräume in diesem Stadtteil noch enger

geworden sind.

Fuchermieten pro Tag und Zimmer von 30 Mark sind keine Seltenheit.

Da erhebt sich die Frage, ob hier nicht auf die Kinder andere, größere Gefahren

lauern, als der Anblick von ein paar aufgeputzten Dämchen, die fremde Herren

ansprechen, die durchaus nicht immer Herren sind.

9 .42 Uhr am Vormittag, Sperrwitz.

Manche lässt sich etwas einfallen, um die Lex St. Pauli zu umgehen.

Ein Hündchen muss mal ausgeführt werden oder Einkäufe sind zu erledigen.

Wer kann das verbieten?

Das Gewohnheitsrecht ist stärker als die Lex St. Pauli.

Eigentlich ist es nicht die Stunde, die den Damen reichlichen Gewinn verspricht.

Aber wie es so heißt, früher Vogel fängt den Wurm.

Glück muss man haben und einen Feier.

Na Schatz, kommst du mit? Ich möchte dich ein bisschen verwöhnen.

Schmiere?

Wie finde ich denn das?

Personales Weiß und Kontrollkarte bitte.

Johnny, Schmiere im Kostüm, ganz neue Masche. Mensch, kannst du doch nicht

machen. Das Mädel steht hier seit zwei Stunden.

Komm schon raus mit den Personalien. Weißt doch genau, dass um die Uhrzeit

Sperrgebiet ist.

Fahr der Start mit der großen Kelle.

Möchte wissen, wo die größeren Zuhälter sitzen.

Hab nicht so einen Spruch.

In Verkleidung, das ist ja schon wie in Berlin.

Wenn sie fächert, ist sie jetzt raus aus dem Rennen. Dann nämlich, wenn sie

unter 21 ist und keinen sogenannten Bockschein besitzt. Das ist die

Kontrollkarte der Gesundheitsbehörde.

Aber...

Eine andere wird an ihre Stelle treten. Die Zahl der unkontrollierten

Prostituierten in Hamburg ist schwer zu schätzen. Sie liegt bei ca.

4000.

Aber wo kommen sie her?

Ich heiße Lisa Döring, bin 17 ,5 und hab die Schnauze voll.

Ich bin an einem elenden Kaff geboren, aber ich hab nicht die Absicht, da auch

zu sterben.

Zweimal im Monat Kino, der nächste Beach -Shop mit 11 ,5 Kilometer entfernt und

zu Hause nicht mal ein eigenes Zimmer.

Nee, mit mir nicht.

Am nächsten 1. soll ich als Lehrmädchen in der Blumenbinderei anfangen.

126 Mark netto im Monat.

Davon muss ich 80 zu Hause abgeben.

Da lachen ja die Hühner.

Hey, Lisa, wo willst du denn hin? Fährst du nach Lüneburg?

Ich muss den LV 30 nach Hamburg erwischen.

Nach Hamburg?

Was willst du denn in Hamburg?

Ich hab ja eine Stellung hinaus.

Bei meinem letzten Chef stand ich mich finanziell nicht schlecht.

Aber der hatte andere Massen.

Naja, nicht, dass ich was gegen die Sache hätte.

Mir macht das eine Menge Spaß.

Aber ich finde, ein anständiges Mädchen verliert seine Unschuld im Bett und

nicht auf dem Wackeligen Büroschäme.

Das war überhaupt so eine Blüte.

Wer denkt, für eine Tafel Schokolade und eine Flasche kölnisch Wasser ist unser

einer ganz verrückt, drauf sich hinzulegen.

Na, Kleine, ist die Mutti nicht zu Hause?

Dann muss sich eben der liebe Kalle um dich kümmern, das reizende kleine

Kerlchen. Wenn Sie es auf meinen Kopf abgesehen haben, das lohnt sich nicht.

Ach, nicht mehr fast.

Dann warte ich am besten, bis du wieder abfährst. Dann lohnt es wahrscheinlich

bei deiner Figur.

Was heißt denn das?

Außerdem, haben wir vielleicht schon mal zusammen Schweine gehütet?

Weiß nicht, lass mich mal nachdenken. Irgendwo müssen wir uns ja schließlich

kennengelernt haben. Wir gehen jetzt noch drüben in die Bierbar und sprechen

alles in Ruhe durch.

Stehen Sie immer so am Bahnhof herum und warten, ob alleinreisende junge Mädchen

ankommen? Natürlich, das ist mein Beruf. Die Welt ist schlecht, man muss sich

gegenseitig helfen.

Wetten Sie, suchen Arbeit und haben für heute Nacht noch kein Hotel.

Finger weg, habe ich gesagt.

So sieht das also aus mit einem Hotel.

Deiner Stellung. Stellung?

Jede Menge.

Bis jetzt waren sie noch alle zufrieden mit mir.

Muss man denn ja alles selber machen.

Die Jeans könntest du dir wirklich alleine ausziehen.

Ja, gefällt dir wohl.

Du bist ganz neu, bist aber auch nicht mehr.

Ja,

du wechselst.

Ganz schöne Nummer machst du für eine Rundau.

Du kannst ihn ja direkt schlafen.

Begabt. Richtige Naturbegabung.

Das hat mein Chef zu Hause auch immer gesagt.

Chef? Dein Chef bin ich.

Du brauchst jetzt jemanden, der ein bisschen auf dich aufpasst. Du meinst

mein Geld? Wenn ich für andere Leute ackern wollte, hätte ich auch in meinem

Nest bleiben können.

Bei mir wirst du schon zurechtkommen.

In spätestens einem halben Jahr fährst du einen eigenen Wagen und hast eine

dufte Garderobe.

Nur, so geht es natürlich nicht.

Erst musst du mal die Spielregeln lernen.

Mit mir kannst du so rangehen.

Aber wenn du mit Freiern so loslegst, bist du krankenhausreif, ehe du dir

neuen Slip kaufen kannst.

Die alte Bauernregel heißt, für viel Geld wenig oder am besten gar nicht

Mensch, sei doch nicht so schrecklich ordinär.

Wie heißt du eigentlich?

Kalle meinte, ich soll mal mit dir ein paar Takte reden.

Damit du nicht so viel Anfängerfehler machst. Sorgen hat der.

Naja, recht hat er schon.

Kostet ja sein und dein Geld.

Schließlich bist du neu hier.

Dafür habe ich in den paar Tagen aber schon ganz schön angeschafft.

Das ist so das typische Anfängerglück. Aber ein paar Tricks musst du schon noch

lernen.

Gestern zum Beispiel hast du für ein Hunderter ohne Gummi losgemacht, nicht

wahr? Idiot, erzähl das auch noch. Hat der Kalle eine geklatscht, was?

Vergiss es.

Komm, trink mal einen Schluck.

Und ich werde dir zeigen, wo es bei dir noch nicht so richtig läuft.

Mensch, Hanni, lass mich mit dem Scheiß zufrieden. Das ist es nicht.

Bei dir ist der Fehler, du brauchst zu lange.

Die labern und labern für zwei Drinks. In der Zeit macht unser einer drei Gäste

fertig. Hör mal, ich bin doch nun jetzt seit 15 Jahren auf Anschaffe. Von mir

kannst du ruhig was annehmen.

Klar, weiß ich doch. Also erzähl schon.

Probieren wir es mal durch.

Pass mal auf, ich spiele jetzt den Freier.

Ich bin jetzt 20 Jahre, ein bisschen schüchtern, gerade so vom Onanieren weg.

Kiek, feine Familie, aber kein Sprachfehler. Ich komme jetzt hinter dir

Zimmer.

Hübsch haben sie es hier.

So, jetzt kommst du.

Was sagst du jetzt? Du bist dran.

Ja, ganz hübsch. Jetzt fühle ich mich doch.

Trötenvogel, setzen Sie sich doch.

Pass mal auf, ich mach das jetzt.

Tipps haben Sie es hier.

Naja, ist ja auch kein billiger Laden.

Aber so das Richtige für eine Flasche Sekt. Du trinkst doch auch keinen Sekt.

klar, sieht man ja.

Komm, Schatz, gib mir ein bisschen Geld. Ich hol uns was, damit wir in Stimmung

kommen. Sieh von deinen Sachen aus.

Wenn der nämlich ins Labern kommt, dann hört der nie wieder auf.

Die Familie kostet ihn an, der Vater sitzt noch auf dem Geld, die Mama spielt

Britsch und er selbst kann nur mit Eltern frauen.

Aber Schatz, du bist ja immer noch nicht ausgezogen. Mach schon.

Wie hältst du es denn gern?

Also billig bin ich nicht, das muss ich dir gleich sagen.

Aber du bist ja auch nicht irgendein mieser Schreier.

Weißt du, Liebling, ich stehe nämlich auf Stammkundschaft.

Geh es möglichst viel von dem Dreck weg, wenn er nicht hinguckt. Das ist sowieso

ein billiger Scheiß.

Und jetzt setzt du dich auf seinen Schoß.

Und gehst ihm an die Wäsche.

Sonst wird das nie was.

Komm, komm, Hanni.

Fummel ich an mir herum? Okay.

Übrigens nie Taschen lassen, ehe sie raus tun.

Erst mal zur Kasse, um zu sehen, was sie noch so in der Brieftasche haben. Das

ist der entscheidende Moment. Manche verstecken ihr Geld, aber ich find's

immer. Jetzt mach ich dir einen Spießer. Die haben wir am meisten hier.

So aus der Stadtmitte.

Beamter, verheiratet, vier Kinder.

Aber wenn sie mit ihrer Alten ins Bett kriechen, dann besaufen sie sich vorher

und machen dann noch das Licht aus.

Das Milieu hier ist aber gar nicht gut für so junge Dinger.

Andererseits für meine Bedürfnisse.

Wenn ich es mal ganz frivol ausdrücken darf.

Na, was macht er jetzt?

Muss er vorstellen.

Oberstudienrat, kann höchstens 40 Mark rauszuholen, hat wahrscheinlich lange

Unterhosen an. Pass mal auf, jetzt geht's.

Der erste sympathische Mann heute.

Na, zeig mal, was du unter dem Hemdchen hast. Na, na, Hanni.

Du ahnst ja nicht, was für Typen wir hier so ausgeliefert sind.

Dumm, frech und vor allem geizig. Na ja, bei dir bin ich das sicher.

Was ist denn mit dir los? Wie heißt du denn, mein Star?

Heinz -Dieter.

Na ja, und so weiter.

Übrigens, Heinz -Dieter heißt überhaupt keiner.

Ach, du bist hier.

Ich hatte einen Totten -Dreier -Verlies an mich.

Müssen wir mal hier machen.

Denn das Köter hat mir das ganze Zimmer vollgepickt. Und da steht der Freier

nicht drauf.

Ich hau's ihm ab.

Also, Lisa, du weißt Bescheid.

Junger Mann, Sie werden erwartet.

Tag. Ich heiße Lisa.

Und du?

Heinz -Peter.

Teufelsbrück ist ein beliebter Ausflugsort. Nicht weit entfernt von der

Elbschaussee, Heimstadt prächtiger Villen mit vornehmen Gärten und noch

eleganteren Fassaden.

Aber auch an Landeplatz der Wasserleichen, die natürlich, wenn die

noch nicht auf sie zutrifft, elfaufwärts in den Hafen springen, um hier

aufzutauchen. Natürlich nicht hier, da ist jede Ähnlichkeit rein zufällig.

Obwohl der Ausdruck Strandgut mir nicht schlecht zu passen scheint. Was

angeschwemmt wird, gehört dem Finder.

Jetzt möchte ich wetten, Sie sind das Fräulein Elke Hahn.

Kompliment. Ich habe die Ehre.

Besser ist mein Name. Paul Besser.

Es tut mir leid, aber ich habe natürlich nicht geahnt, dass wir heute ein Fest

geben. Aber ich bitte Sie, ein Fest. Eine kleine Party. Ein paar Freunde.

Industrie, Sport, Gesellschaft, Derby -Publikum. Verstehen Sie?

Nette Leute dabei.

Das wird Ihnen sicher gefallen.

So, erst mal ein bisschen Sekt.

Herr Besser, Sie müssen mich am Telefon falsch verstanden haben.

Lisas Eltern schicken mich.

Sie sind in Sorge.

Ich bin lediglich hier, um ein Gespräch mit Lisa zu haben.

Sie haben es mir zugesagt. Ein Gespräch?

Aber natürlich, das lässt sich arrangieren.

Sie sind eine Freundin von ihr?

Nun, trinken Sie doch.

Nur ein Glas.

Bitte? Nein,

ich bin eine Cousine von ihr. Sie sollte bei mir wohnen und sich eine Stellung

suchen. Hat sie schon.

Alles in bester Ordnung.

Nur, das mit dem Wohnen. Man hat sich wohl nicht so machen lassen.

Ach, nicht?

Darf ich Sie bitten?

Wissen Sie, in meinen Betrieben... Was für Betriebe haben Sie denn?

Na, was hat man schon heutzutage?

Gemischt. Import, Export, Gastronomie, Showgeschäft. Und in welchem Zweig ist

meine Cousine tätig?

Sie ist, ja, wie soll man das sagen?

Eigentlich volontiert sie ja noch.

Aber sie ist sehr begabt.

Und so ein liebes Ding.

Wirklich.

Aber das liegt wohl in der Familie.

Kompliment.

Und von so einer Volontärstellung kann man leben?

Und auch noch ein Zimmer oder eine Wohnung bezahlen?

Wie viel verdienen Sie? Ja, wissen Sie, das ist unterschiedlich.

Wir haben gute und schlechte Tage.

Bitte. Danke.

Na ja, wie Sie meinen.

Aber immerhin.

Wie viel?

Vielleicht so 5 .000 bis 6 .000 im Monat.

Sie machen Witze?

Wenn es sich um Geld handelt, mache ich nie Witze.

Darf ich offen mit Ihnen sprechen, Herr Besser? Ich bitte Sie.

Wie zu einem guten alten Freund.

Ich habe Erkundigungen eingezogen.

Sie betreiben Bordelle, Herr Besser.

Ja, schön, Trotsch.

Die Leute reden so leichtfertig daher.

Ja, ich habe ein paar Hotels.

Zugegeben, aber ich kann nicht einfach nachkontrollieren, was da geschieht.

Die Welt ist so unmoralisch geworden.

Diese Sexwelle, Sie wissen ja.

Aber, na ja, manchen gefällt es.

Mir zum Beispiel gefällt es nicht.

Aber noch weniger gefällt mir, dass meine Cousine in einem ihrer Betriebe,

Sie sich dezent ausdrücken, volontiert.

Wissen Sie eigentlich, dass das Mädchen noch minderjährig ist? Ist sie?

Sie wirkt eigentlich sehr reif.

Ich meine, alles in allem.

Aber bitte, das ist nicht mein Geschäft.

Reden Sie halt mit ihr.

Mein Butler wird Sie führen. Kommen Sie. Ich denke, ich werde nicht mehr.

geschlagene 340 .000 Mark. Also Herr Direktor, nun müssen wir die Kirche doch

mal im Dorf lassen.

Ich decke sie ja schon, wo ich kann.

Aber ein bisschen steuern müssen wir doch alles. Übrigens, 10 % aller

haben das Abitur bei einem Bundesdurchschnitt von knapp 5%. 80 %

bekommen pro Tag von ihren Mädchen 300 bis 500 Mark steuerfrei.

Versteht sich.

Hast du mir nichts zu sagen?

Ach, Rudi ist auch da.

Zu sagen?

Warum ich nicht zu dir gezogen bin?

Ach, weißt du, ich habe gleich diese Stellung bekommen.

Wie das so ist?

Die Firma hat mir eine Wohnung gestellt.

Für euch ist das ja auch besser.

Ich habe ein paar Mal mit deinen Eltern telefoniert.

Ja? Alles in Ordnung?

Ich muss unbedingt auch mal wieder anrufen.

Übrigens, ich habe Mutti neulich 800 Mark geschickt.

Hi! Sie brauchte unbedingt eine Waschmaschine.

Woher hast du das Geld?

800 Mark sind doch eine ganze Menge.

Für dich vielleicht.

Ich habe inzwischen 4 .000 auf der Bank.

Am liebsten möchte ich dir eine reinhaben. Bist du denn wahnsinnig

Auf was hast du dich da eingelassen? In was für Kreisen verkehrst du?

Siehst du doch, lauter nette Menschen erzählen mir nichts.

800 so mir nichts, dir nichts nach Hause schicken und 4 .000 auf der Bank.

Soll ich dir sagen, was ich glaube?

Du gehst auf den Strich.

Hör zu, Elke, mach einen Satz.

Hau doch ab, wenn dir mein Umgang nicht passt. Ich habe die Schnauze voll von

unserem Kaffee. Ich will leben. Soll ich dir mal was sagen?

Hier greife ich die große Mark.

In einem Jahr habe ich 60 .000, 80 .000 zusammen.

Dann bin ich raus und fahre nach Süddeutschland und mache eine Boutique

schicken Sachen, eine dufte Minelle, da träumst du von.

Du sprichst schon wie eine richtige Hure.

Sie spricht nicht nur so, sie ist eine Hure. Lisa Döring,

Gewerbeschulabsolventin aus der Provinz, Tochter ordentlicher Eltern.

Wie wird es mit dir weitergehen? 60 .000 im Jahr?

Dann eine eigene Boutique, ein sorgenfreies Leben oder Autostrich

-Krankenhaus. Ihre Heimat ist vorerst das Palais d 'Amour, ein Dürrenquartier

der mittleren Kategorie.

Vielleicht gehört sie zu den 80 Prozent, die zwischen 180 und 400 Mark täglich

verdienen, oder schon zur Spitzengruppe der Damen von 800 Mark am Aufwärts. Aber

heulen tun sie alle.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verfahren war, wird das Treffen

wahrscheinlich Mitte nächster Woche zustande kommen.

Und hier noch eine Mitteilung der Kriminalpolizei.

Heute Vormittag hat in der Hamburger Haftanstalt Fuhlsbüttel der 32 -jährige

Walter, genannt Butje Ohlmeier, auf dem Weg zum Gefängnishospital den ihn

begleitenden Beamten niedergeschlagen und ist entflohen.

Ohlmeier hatte eine Strafe von vier Jahren wegen Totschlag zu verbüßen.

Der Flüchtige, auch unter dem Namen Dicker Olli bekannt, hat im Verlauf der

erheblich an Gewicht verloren, sodass er heute eher von Schlag der Statur ist.

Er ist circa 1 ,80 Meter groß.

Woher hast du denn überhaupt gewusst, dass eine schwere Geburt wird, Butje?

Na, hör mal.

Glaubst du denn, wir im Knast leben hinterm Mond?

Nee, ich geh kaputt in den beschissenen Klamotten.

Konntest du mir keine anderen besorgen?

Bin froh, dass ich überhaupt welche gekriegt hab.

Trotzdem sag ich dir, du bist ein kompletter Vogel.

Hör auf deinen Freund Freddy.

Ich hab's dir ja gesagt, ich fahr dich raus aus der Stadt und heute Nacht

du die Fliege nach Frankreich. Ist doch kein Problem, wenn man genug Strom in

der Tasche hat. Ist nicht.

Ich muss wissen, wie das mit dem Mädel ausgeht.

Soll Komplikationen gegeben haben.

Der Karl Faktor sagt, das Kind liegt verkehrt rum.

Verstehe ich nicht.

Muss mir bei einer 69 passiert sein.

Du denkst immer bloß ans Bumsen. Ist doch klar, dass sie dich im Krankenhaus

suchen. Kann ich nicht ändern.

Läuft dem Bullen direkt in die Arme. Mann, Butche, lass uns in die Kneipe

und alle 10 Minuten im Krankenhaus anrufen.

Heidi macht das für dich.

Logisch. Ist gut gemeint, aber geht nicht.

Und dann, wenn dem Mädel was passiert und ich bin nicht da.

Und außerdem...

Ich möchte natürlich auch gerne den Jungen sehen.

Wie willst du denn wissen, dass es ein Junge wird?

Hast du gedacht, ich mache ein Mädchen?

Gehört bei dich? Die sagt Mädchen.

Finde ich aber dufte, dass sie dir im Knast Urlaub gegeben haben.

Na klar.

Die sind gar nicht so.

Und ganz ohne Bullenbegleitung?

Nee, die warten offen.

Die wollten nicht weiter stören.

Jetzt hast du den Jungen wenigstens mal gesehen.

Bleibt es also bei Detlef?

Wenn du meinst.

Ist ja ein ganz hübscher Name, nicht?

Bist du auch nicht sauer, dass ich erste Klasse genommen habe?

Ist doch klar.

Du hast doch die Kohlen angeschafft an der Mauer.

Butze, hör auf zu labern. Die draußen werden uns sonst noch sauer.

Hier geht's lang.

Vermeiden Sie um Gottes Willen eine Schießerei. Meinen Sie, dass er

ist? Vielleicht.

Allerdings, Bohlmeier hat noch nie eine Waffe getragen. Er ist stark wie ein

Ochse. Tja, dann...

Na, gönnen wir ihm noch ein paar Minuten.

Kommen Sie nicht alle Tage, Vater.

Wer weiß, wann er das Kind das nächste Mal zu sehen kriegt.

Hat noch drei Jahre abzumachen.

Also süß dann.

Schön, dass du da warst. Pass auf, Sie geben mir bestimmt noch mal Urlaub. Sei

meiner Führung.

Mach's gut, Bruder.

Siehst du, Freddy, man soll's nicht beschreien.

Doch, meine Herren.

Eben sag ich so zum Spaß, die Schmierer warten drauf.

Schon lange her?

In der Sekunde eingetroffen.

Tach, Boutier.

Bist du fertig?

Gehen wir.

Kommissar, Schluck auf mein Jung. Aber klar doch.

Tach dir, Boutier.

Sieben Pfund und zweihundert Gramm. Alle Achtung. Ist ja das erste, was ich

höre. 7 Pfund und 300 Gramm. Mann, Mann.

Ich habe bei meiner Geburt knapp 6 Pfund gewogen. Das wird mal ein Brocken. Ein

modernes Märchen? Kaum. Der Zuhälter von heute ist auch nicht mehr das, was er

mal war.

Arbeitseinteiler, Beschützer und Verteidiger? Passé. Eine Hilfskraft für

Gefühlsleben seiner Partnerin. Das ist er. Für rund 10 .000 Mark im Monat.

Überhaupt, man wird Vorurteile abbauen müssen, wenn man den Kiez... Das ist

Gegend zwischen Davidstraße und Kleiner Freiheit mit nüchternen Augen

betrachtet. Vielleicht auch ist ihnen die Sprache zu ordinär. Sind ihnen die

Mädchen zu nackt?

Verzeihung, sie sind zu nackt. Sie sind zu ordinär. Und was wie Cabaret klingt,

ist das fast wörtliche Protokoll aus der Vernehmung eines Mannes, den wir Onkel

Troll nennen. Und dessen Story sich von der Wirklichkeit nur dadurch

unterscheidet, dass er 24 Mädchen bei sich beherbergte und das waren uns 22 zu

viel. Aber das, was Onkel Troll seine gute Stube nennt, das ist Original.

Und ein Original ist er selber, der gute Onkel Troll. Es ist früh am Morgen, das

bedeutet hier elf bis halb zwölf. Man sieht Onkel Troll bei der Arbeit, er

bereitet das Frühstück für seine Gäste.

Heute sind es, wie gesagt, nur zwei.

Gegen Onkel Troll ist ein Verfahren anhängig. Aber die Anklage wird es nicht

leicht haben, Präzises vorzutragen. Denn dieser skurrile Mann ist schwer

einzuordnen. Er nimmt Mädchen bei sich auf, die der Fürsorge entlaufen sind,

Heimen geflüchtet, dem Elternhaus allzu früh entwachsen.

Er hat ein großes Herz für junge Mädchen. Seine Rede ist fromm und seine

sind flink.

Gitte, du machst dich noch kaputt mit dem Zeug.

Stoß, Hass ist ungefährlich. Kannst überall lesen.

Weißt du, was jetzt spitz wäre?

Der Flasche Sekt.

Georg soll mal einen raufbringen. Sag mal Bescheid.

Keinen Bock auf. Keine Lust.

Warf Nikola ja.

Dreimal darfst du raten. Freier war das, der wollte Schlangweg mit mir

verreisen. Nach Teneriffa?

Ja, du kennst die Sorte ja. So ein alter Sack. Um die 40, 50.

Total ausgefögelt. Also, Gespräche sind das wie in einem Bordell.

Deiner Einfluss, Onkel Troll.

Da oben, der Herr, ist mein Zeuge, dass ich euch, ohne nach dem Gewinn zu

schielen, hier aufnehme.

Nur weil ihr Verfolgte und Geächtete seid.

Verfolgte und Geächtete. Du meinst Minderjährige, die aus dem Heim geflitzt

sind. Und die sich mühelos verkuppeln lassen, weil sie ihr Leben und ihre

zahlen müssen.

Lass mich mal durch.

Leg dir deinen heiligen Zeilen sauer, du alter geiler Bock.

Undank ist der Weltwohnen. Ihr wisst genau, dass hier so manche von euch

und Wochen lebt, ohne einen Pfennig dafür zu zahlen.

Na klar, wissen wir doch, dass du ein dufter Kumpel bist.

Wenn du dir nur das verdammte Tatknopf gewöhnen würdest.

Solange Onkeltroll noch seine Zunge und seine zehn Finger hat, wird der nicht

impotent. Ja, man gehört ja schließlich doch nicht zum alten Eisen.

Kaffee? Eine schöne Flasche Sekt?

Boah, ist die Plöre heiß. Konntest du es nicht abkühlen lassen?

Wie ist denn das eigentlich passiert, vorige Woche?

Hat jemand gesungen?

Der Schmierer unser Klopfzeichen verraten.

Mit fünf Figuren.

Jetzt kriegst du Ärger, wie?

Nein. Ich bin ein frommer Mann, der nur Gutes tut.

Vor dem Herrn, da oben, kann ich alle meine Taten verantworten.

Bevor ich deine Tätchen heraushänge, ich sehe es gerne.

Wissen wir.

Schade, dass Sie die Jenny auch geschnappt haben.

Aber die kommt bestimmt wieder. Was meinst du?

Wohl kaum.

Jenny war im vierten Monat.

Na und?

Weiß ich.

Wird es denn überhaupt noch bestraft?

Na klar.

Es ist ja nur ein ganz armes Schwein.

Die geht in den Knast. Wenn sie nur ein bisschen prominent wäre, dann hätte sie

vielleicht eine Chance.

Und hör mal zu, verlass dich nie auf eine Pille.

Gummi ist Gummi. Und lass dir endlich mal von den anderen zeigen, wie man eine

Falle schiebt. Oder möchtest du, dass ich's dir beibringe, ha?

Du bist eine olle Sau. Du holst mir zwei Flaschen.

Erst eine schöne Flasche und dann führt ihr beiden dem Onkel Troll ein schönes,

geiles Nackt -Tänzchen vor.

Das könnte so passen. Umsonst ist sie tot. Was ist denn heute für ein Tag?

Donnerstag.

Donnerstag? Vorige Woche oder diese Woche?

Naja, ist ja auch egal.

Alles scheiße da.

Eigentlich wollte ich ja mal Fremdsprachensekretärin werden.

Und was ist? Gereicht hat es gerade für Französisch. Alles scheiße.

Sagten auch die Portiers, als das Ordnungsamt verbot, potenzielle Gäste

lautstark anzureden und schon gar nicht, sie mit muskulösem Arm in ihr

Etablissement zu schleifen. Nur kümmert das keinen. Die Geschäfte gehen

schlecht, die meisten Läden haben ihren vierten, fünften Pächter und jeder

greift eine schöne Mark bzw.

will greifen.

Das alles ist nicht sein Problem. Unser Freund, nennen wir ihn Oskar, ist in

Geschäften hier und die waren gut.

Oskar beschließt sich, etwas zu leisten.

Nur nicht leichtfertig. 100 Mark und damit Wasser.

Frisch gewaschen über das Tor und Töchter warten auf den Naiv. So spitz,

Herr Staatsanwalt sitzt schon im Parkett. Versäumen Sie nicht diesen Weg

Leben. Kommen Sie, unser Name wird schon der Bauchname. Wenn ich dich noch

einmal in meinem Revier Koban sehe, gibt's der Aufmische.

Ist das klar, du Penner? Ich hab's gedacht, ihr habt noch dicht. Mach doch

keinen Spruch, Spinner.

Hallo, der Herr. Herr Direktor, darf ich Ihnen was Besonderes zeigen?

Sie sind ein Glückspilz, Herr Direktor. Ja, bitte, Sie reißen mir ja den Ärmel

aus. Oh, wir haben ein völlig neues Programm.

Spitz, sag ich Ihnen. Schauen Sie doch mal rein. Ja, ich reiß doch.

Kommen Sie doch mal.

Ich will Ihnen was sagen, Herr Direktor. Sie sind unser erster Gastfreunde. Ich

gebe einen aus. Na, kommen Sie doch.

Die Gastfreundschaft, hier wird sie noch gepflegt. Wie schön.

Der Herr Direktor trinkt einen auf meine Rechnung. Geht klar, Kuttel. Nehmen Sie

Platten mit.

Es ist so dunkel hier. Ja, dunkel muss es ja sein.

Was darf es sein? Was möchten Sie trinken? Ich hätte gerne mal die Karte

gesehen.

Die Karte?

Natürlich, Karte muss sein.

Und ist es die Schuld des Kellners, wenn der Gast darin etwas sucht, was nicht

auf der Karte steht?

Hallo.

Ich trinke einen Schluck Sekt.

Sekt ist cool.

Das darf ich doch. Wie heißt du eigentlich?

Ich heiße Oskar.

Und ich bin Inge. Darf ich?

Sie ist Inge. Wie schön.

Inzwischen ist es 10 .47 Uhr.

Ein ereignisreicher Vormittag kündigt sich an.

Das ist meine Tochter.

Nur ihretwegen arbeite ich hier.

Ich habe sie auf ein teures Internat in der Schweiz geschickt.

Die soll mal ein besseres Leben haben als ich. Wie heißt sie denn?

Isabella.

Isabella, das ist ein schöner Name.

Isabella.

Schicksale gibt es.

Du hast aber einen schönen Busen.

Na, für einen Herrn aus der Kleinstadt bist du aber ganz schön scharf.

30 Minuten später und schon die dritte Flasche Sekt. 210 D -Mark das Stück.

alle Werben tun sie alle. Mach die Hose zu. Oh ja, natürlich.

Luzi, setz dich doch zu uns rüber.

Luzi ist meine Freundin.

Wir haben nämlich eine Bude zusammen.

Bist du verheiratet?

Noch.

Weißt du, ich meine... Tag, mein Süßer.

Weißt du, was da ging, wenn ich mich neben dich setze?

Zeig dir auch mal.

Bist du verheiratet?

Wie bitte?

Ob du verheiratet bist.

Ja, aber meine Frau versteht mich nicht mehr.

Die Stunde der Wahrheit. Man kommt sich menschlich näher. Gibt es etwas

Schöneres an einem Wochenvormittag um 11 .37 Uhr?

Hör mal unter.

Ja, bitte. Du musst ja mal ein bisschen was raus tun für mich. Wieso?

Verstehe ich nicht. Na, Tischgeld.

Oder glaubst du, wir labern hier stundenlang für nass mit dir rum?

Tischgeld? Ach so, das wusste ich nicht.

Entschuldigung.

Lass dich hier nicht. Ausnehmen, Oskar. Einen Schein gibt's und keine müde Mark

mehr. Aber die Dame trinkt doch meinen Sekt. Du hältst dich da raus, Oskar. Du

bist viel zu gutmütig.

Ein Freund, ein guter Freund.

Wohl dem, der einen Freund hat.

Das sind 710 Mark, der Herr. Die Rechnung macht 726.

Mensch, Oskar, wie kannst du mich denn so blamieren?

Kommst du hier rein, machst eine Zeche und kannst mich beschäumen?

Sie hat mich doch zu einem Getränk eingeladen.

Was denn?

Fritz!

Hat Oskar sein Bier noch nicht bekommen?

Natürlich hat er. Das wäre ja auch mein.

Hör mal zu, Oskar, ich pumpe dir die 15 Pieten und bezahle für dich, weil wir

Freunde sind. Aber lass mich nicht hängen.

Natürlich nicht.

Ich komme ja oft nach Hamburg.

In Ordnung. Ich gebe dann auch wieder einen aus.

Ihr Hut!

12 .25 Uhr. Es war ein kurzer, aber schöner Vormittag. Neue Menschen, neue

Freunde, neue Erfahrungen. Hat Oskar davon profitiert?

Tja, sowas passiert öfters in unserem Revier.

Na, holt die Brüder mal her.

700 Mark sind ja schließlich kein Pappenstiel.

Ich gebe gern einen aus.

Aber mir so einfach in die Brieftasche zu fassen?

Undank ist der Weltenlohn. Da ist unser Oskar also zur Davidswache gerannt, um

seine neuen Freunde zu verpätzen.

Den Herrn nie gesehen.

Das ist er.

Lissy! Petra!

Guckt euch den mal an.

Der Herr behauptet, wir hätten ihm vorhin die Kohlen aus der Tasche

So einen Typ hatte ich überhaupt noch nie.

Mein Herr, wenn Sie bei uns losmachen wollen, dann bitte erst ab 6 Uhr

nachmittags. Immer herzlich gern gesehen.

Herr Obermeister, es geht schon wieder los. Nein, nein, ich kann sowas bloß

nicht sehen. Herr West ist falsch zugeknackt. So, ja.

Danke sehr.

Ist Ihnen irgendwas aufgefallen, womit Sie beweisen können, dass... Natürlich,

Herr Obermeister. Moment.

Sie hieß vorhin noch Inge.

Das hat hier nichts zu bedeuten. Aber sie hat mir die Sache mit ihrer Tochter

erzählt, die im Pensionat ist. Sie hat mir ihr Foto gezeigt.

Sie haben ja alle solche Fotos. Für die Gutgläubigen.

Weiter nichts?

Wenn Sie mir also nicht glauben... Ah, Moment.

Sie behauptet, dass Sie mich nicht kennen. Woher soll ich dann aber wissen,

Sie unter Ihrer linken... Entschuldigen Sie, unter Ihrem linken Buh, da hat sie

einen Leberfleck. Ach, Sie? Ihr könnt das ja leicht feststellen.

Du dreckige, geizige Sau. Abmarsch.

Da kriegst du voll auf die Fresse.

Dann geht mal auf den Abgang.

Immer was los auf St. Pauli, selbst am lichten Vormittag.

St. Pauli hat viele Gesichter, das ist zwar ein Allgemeinplatz, aber er wird

dadurch nicht eben unrichtiger. St. Pauli hat auch viele Automaten, die Sie

Hause sicher an Ihrer Hauswand nicht finden werden. Wenn Sie gewohnt sind,

das Einwerfen von einer Münze Zigaretten, Pfefferminz oder Kaugummi

herauszuholen, dann sind es hier Damenhöschen.

Um es genau zu sagen, Slip.

Schritt offen.

Das kriegen Sie an jeder Ecke und manche Touristin wird vielleicht in

Ermangelung dieses zarten Requisits froh gewesen sein, auf diese Art und Weise

dazu gekommen zu sein. Nun, in St. Pauli ist überhaupt alles anders als

anderswo. Das wissen Sie schon aus den Begriffen. Bleiben wir einmal bei dem

Huhn. Das Huhn ist nicht etwa...

Eine Importe aus Dänemark oder aus Holland mit zwei Flügeln, auch als

Flattermann bekannt. Sondern das Huhn hier ist eben jene Dame, die zum Kiez

gehört, wie der Michel zu Hamburg überhaupt.

Und jedes Huhn hat einen Herrn.

Das Gericht, das Gesetz bezeichnet diese Herren meist als Zuhälter. Das ist sehr

nüchtern und sehr sachlich. Die Herren selber sehen sich anders. Aber ihre

Schwierigkeiten, die haben sie auch dann beispielsweise, wenn sie aus

Staatslogie entlassen an den heimischen Herd zurückkehren und dort...

um es freundlich zu formulieren, veränderte Verhältnisse vorfinden.

Na nun, Stammfeuer vielleicht?

Weiß nicht.

Glaube kaum. Vielleicht die gute Lissi, die wollte eine Verrückte von mir.

Hallo? Sie haben Apparat? Sessen da?

Ich will es ihm sagen, wenn ich ihn sehe.

Ja, morgen um zehn im Billard, unten bei Werner.

Sag mal, wieso bist du denn schon raus?

Hallo?

Hallo, Erich?

Eingehängt.

So, da ist er schon raus.

Naja, ein paar Monate früher oder später mal muss es ja kommen.

Warum nicht?

Schnell rum, so 18 Monate.

Oh, das gibt Ärger.

Anderthalb Jahre.

Sollte man gar nicht glauben, wie schnell die rum sind.

Kommt mir vor wie gestern, dass sie dich abgeholt haben.

Wie schnell die rum sind?

Geh mal rein in den Knast.

Dafür geht dir so ein Spruch.

Na logisch.

Auf alle Fälle hast du es jetzt hinter dir.

Wann hat es denn angefangen?

Erika.

Weiß nicht.

Wie das eben so kommt.

Ich kenne da nichts von. Wie kommt denn das?

Der eine sitzt im Knast und der andere spannt sich inzwischen die Braut aus.

Du hör mal, Erich. Du wirst doch hier keinen Rabatz machen.

Kann ich nicht gebrauchen.

Sie hatten erst vorgestern die Schmiere im Laden.

Keine Angst.

Bin nicht in Form nach 18 Monaten Schweinefraß.

Aber sowas muss doch geregelt werden, will man sagen. Das Geschäftliche, die

ganzen Sachen.

Na klar, dass er dich abstecken muss.

An was hast du denn gedacht?

War ja ein gutes Hundi, Erika.

Ihre vier, fünf Scheine hat sie immer gemacht.

Sie arbeitet jetzt als Tagfrau.

Aber ich glaube, sie greift in ganz schöne Mark.

So, da muss er schon ein paar Riesen rausbreiten.

Wo hast du denn die dämlichen Blumen her?

Der Junge steht nicht auf Schau.

Aus dem Zimmer.

Dann gehören sie auch hin, schmeiß sie weg.

Meinst du, es gibt Krach? Glaube ich nicht. Nach 18 Monaten sei es ja

ausgefleppt. Lass sehen, das ist nicht voller Pudel.

Kein Krach, Erich, ist das klar?

Hallo, Erich.

Fein, dass du wieder raus bist.

Tag, Erich.

Tag, Klaus.

Wie geht's?

Gut.

Und dir?

Na ja, wie es so geht.

Guck mal nach dem Wetter draußen.

Er bleibt hier.

War dir ein bisschen zu lange, was? So 18 Monate.

Kannst verstehen.

Was ist?

Hast du Bock auf den?

Ja.

Da kann man nichts machen.

Und wie soll es weitergehen?

Was hast du dir vorgestellt?

Die Abstecke, was sonst?

Oder glaubst du im Ernst, ich lasse mir meinen Hut aufspannen, ohne dass du

anständig raustust?

Schön.

Aber nicht, weil ich meinen Schatten vor dir habe. Bloß wegen dem Prinzip.

Schließlich wollen wir beide auf dem Kiez leben.

Wie viel?

Zehn Riesen.

Bist du behämmert? Du hältst dich da raus.

Du hörst so viel Miesiges. Halt die Klappe, das gibt einen Bax.

Meinst du, ich habe so zehn Mille in der Tasche?

Und weiter?

Jetzt bin ich erstmal im Hause.

Aber du hast einen Huhn.

Soll ich sie anschaffen?

Wie viel kannst du ausschütten am Tag?

Im Zweien, vielleicht anderthalb.

Ich schwöre dir, manchmal habe ich um fünf noch nicht mal Handgeld. Zwei

pro Tag, bis die zehn Meter abgefögelt sind.

Ehrlich, die Geschäfte haben nachgelassen.

Scheiße, die Miezen sind zu faul.

Aber wir können es auch anders machen.

Ich nehme sie wieder mit und den Riesen verrechnen wir mit den 18 Monaten, die

du mit ihr losgemacht hast.

Und du sie abkassiert hast.

Abkassiert? Machen ja nicht alle so wie du.

Wir sparen zusammen.

Wir fahren im Herbst nach Teneriffa.

Wann du in Urlaub fährst, bestimme ich.

Es sei denn, ihr habt inzwischen voll aufgeblättert.

Ich weiß sowieso nicht, warum du hier rumlaberst, statt zu arbeiten.

Hau ab, du brauchst Startgeld.

Hast du das gehört, Klaus?

Ich halte das im Kopf nicht aus. Lässt dir das gefallen?

Hab nicht so einen Vortrag, wenn Erwachsene über Geschäfte reden. Los,

Sehen Mille eine schöne Mark.

Soll ich meine Gegenrechnung aufmachen?

Beim Huhn, das pro Tag vier Scheine bringt?

Ohne Ordnung.

Zehn Mille.

Muss eben ein bisschen länger ackern.

Bring was zu trinken.

Die Herren sind sich einig. Die Dame wechselt den Besitzer und ganz

nicht zu ihrem Schaden.

Es dreht sich eben alles um Girls, Girls, Girls.

Und um eines von ihnen geht es auch in der folgenden Geschichte.

Ein junges Mädchen von willigem Geist.

Aber das Fleisch der Herren blieb schwach, will sagen, sie standen schon

Stunden an der Mauer, ohne auch nur eine müde Mark angeschafft zu haben. Und so

etwas verdrießt ja, das kann zu schweren seelischen Störungen führen, in der

letzten Konsequenz vielleicht sogar dazu, dass diese wertvolle Arbeitskraft,

Strich entfremdet, wieder solide wird.

Wie gut, dass sie einen Herrn gefunden hat, einen Herrn mit Herz, einen

natürlich. So, Herr.

Scheiß Tasse auf.

Nächster, los.

Los ins Spiel, doch mal los.

Mann.

Was ist los?

Schon gegessen? Schon gegessen. Hab auch nicht viel Zeit.

Willst du eine Wette riskieren?

Ich hab einen guten Tipp für das Rennen in Baden -Baden. Keine Wette.

Wer ist damals da angerufen?

Ihr sollt mir einen Gefallen tun.

Ich hab eine neue Braut in meinem Namen.

Könnte eine Granate werden.

Hat sogar schon einen Kontrollschein.

Aber?

Vielleicht hat er einen falschen Vortrag.

Ihr Vortrag ist in Ordnung. Es war auch kein schlechter Tag.

Weil hier ist eben der Wurm drin.

Darf ich dir meine Spende bitten?

Darf ich dir eine Binde spenden?

Den will ich mal raus. Hör mal zu, Schwester. Merkst du nicht, dass du hier

nicht mehr gefahren bist?

Kannst du haben.

Ist an sich nicht mein Prinzip.

Aber ich will nicht, dass sie hinschmeißt.

Wird eine Granate.

Eine Nummer wie Olli. Wäre nicht besser.

Du bist ein guter Stößer und hast einen spitzen Spruch.

Und dir glaubt jeder den Rosenzüchter aus dem Zorn. Zwei richtige

original. Um sechs Uhr stelle ich sie an die Mauer. Wenn ihr sie anmacht, für

jeden zwei Scheine.

Ah, ich kapiere. Wir machen eine Nummer auf deine Kosten. Und du nimmst dir die

Scheine hinterher wieder ab, ja?

Das wäre doch links.

Und außerdem kurz wichtig.

Werde ich das Huhn schlachten, das goldene Eier legen soll?

Da wird es was recht sein. Ich pumse auf deine Kosten.

Wollen wir mal die Möbel gerade rücken? Die stehen nämlich schief.

Wie schon gesagt, ist nicht mein Prinzip, aber...

Die wird mal eine Granate.

Nun, sie wurde eine Granate. Sie ackert fleißig an der Mauer hier zwischen der U

-Bahn -Station Heiligengeistfeld und dem Nobelstor. Aber vielleicht wird sie

eines Tages rüber müssen, hin zum Strafjustizgebäude, das, wie sinnig,

von St. Pauli aus zu Fuß erreichbar ist.

Vielleicht legt sich die Sünderin auf dem Marsch ihre Verteidigung zurecht,

aus vollem Herzen kommt, bei ihrem Richter auf ebensolche Bereitschaft des

Herzens stößt. Wie heißt es so schön?

Wir sind Sünder allzu mal.

Sie heißen?

Yvonne Straub, 31 Jahre alt, mit nichts verschwägert und nichts verwandt. Hier

steht aber Martha Straub. Yvonne ist mein Künstlername.

Wir haben doch fast alle einen Künstlernamen.

Petra zum Beispiel heißt eigentlich Gundula, Sylvia heißt Enne, Kari... Ja,

gut. Also Beruf?

Prostituierte.

Sind Sie vorbestraft?

Nö, nicht, dass ich wüsste. Oder warten Sie mal.

Da wäre zweimal wegen Übertretung der Sperrgebietsbestimmungen mit 400

beziehungsweise 500 DM Geldstrafe.

Einmal wegen tätlicher Beleidigung. Mit Bewährung.

Einmal wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Voll auf die Fresse. War Zivilverhandler. Ein Freispruch wegen

Beweisen.

Beischlafdiebstahl. Und so weiter und so weiter.

Also vorbestraft.

Naja, wenn Sie die Lappalien mitberechnen.

Nur Wachezeugen.

Schildern Sie die Vorgänge am Abend jenes 24.

April aus Ihrer Sicht.

Also, das war so.

Da kommt der Typ in Kontakt, vollgepängt wie ein Schwein. Zeugen, eine andere

Ausdrucksweise, bitte.

Entschuldigung, in unseren Kreisen sind wir nicht so fein. Also kommt der Freier

rein. Ich sag zu Judy, Judy sag ich, da guckt ihr nur diese vollgetankte Sau.

Nun war das so, dass Judy an dem Abend noch kein Bockgeld hatte.

Also kobert sie ihn an.

Sie hat schon spitzen Vortrag. Ehrlich.

Wenn ich mit meiner Figur den Vortrag hätte, könnten wir jetzt den Laden auf

Stelle zumachen und alle einen saugen gehen. Geht ja zur Sache.

Wollte ich gerade, Chef.

Also, sie schafft den Dreier. Aber der will eine Partie machen.

Was will er machen?

Eine Partie. Einen flotten Dreier.

Das ist kein Deutsch mehr.

Herr Vorsitzender, ich habe das Gefühl, die Zeugen wird das Gericht lächerlich

machen. Das zu beurteilen, möchte ich mir vorbehalten.

Mal weiter.

Was geschah da?

sind wir rauf auf die Bude. Wissen Sie, ist doch nicht meine Spezialität eine

Partie. Ich stehe auf Französisch. Aber an dem Abend war sowieso nichts los.

Lauter volle Pudel.

Also denke ich, blauen wird der vielleicht raustun für jede von uns.

wegen. Ich nehme an, ein blauer sind 100 Mark.

Sie sollten beim Roulette arbeiten, Chef. Sie sind ein schneller Denker.

Sie haben mich mit Vorsitzenden anzureden.

Wenn Sie das freut, gern.

Sie sind ein sympathischer Typ.

Sie behaupten also, keine 200 Mark gestohlen zu haben.

Dem Kläger fehlten aber beim Verlassen des Raumes über die 200 D -Mark hinaus

weitere 300 D -Mark. Und das steht hier zur Verhandlung.

Na ja, also von den zwei Scheinen hat er sich ja dann überzeugen lassen.

Schließlich haben wir ihn erstklassig bedient. Ist nämlich gar nicht so

wenn Freier voll ist. Die kriegen doch meist keinen Hof.

Zeugen, ich ersuche Sie letztmal, hier einen zivileren Ton anzuschlagen, sonst

belege ich Sie mit einer Ordnungsstrafe.

Fahren Sie fort.

Was wissen Sie über den Verbleib der restlichen 300 D -Mark? Die werden der

Penner versoffen haben.

Ich verurteile Sie zu einer Ordnungsstaffel von 100 D -Mark.

Kann jemand Tausender wechseln? Tut mir leid, Chef, ich hab's wirklich nicht

klein. Und nicht, dass Sie denken, ich wollte Sie mit dem Riesen anmachen.

Sie zahlen in der Gerichtskasse.

Also, Versache.

Was ist mit diesem Geld?

Die Zeugin kann sich nicht erinnern, Sie natürlich auch nicht. Oder?

Na ja, wir haben das ja angemahnt, die Jude und ich.

Angemahnt? Wie darf ich das verstehen?

Als Schmerzensgeld.

Meine Mandantin wurde von dem Kläger gebissen. Und da er den Vorgängen

starker Trunkenheit nicht mehr folgen konnte, hielten sich die beiden Mädchen

für berechtigt, eine Art Schmerzensgeld, wie ich zugeben muss, etwas

eigenmächtig zu kassieren.

Nun, Herr Verteidiger, ich glaube, Sie haben eine etwas eigenwillige Auffassung

von dem Begriff des Beislaufdiebstahls. Das ist ja eine merkwürdige Geschichte.

Gebissen, sagen Sie. Wo denn, wohin hat der Kläger Sie gebissen und warum?

Warum, weiß ich nicht. Vielleicht ist er pervers und hat Bock drauf.

Und gewissen hat er mich nicht.

Der brät dir einen über, wenn du dem seine Spitznamen für die natürlichsten

Sachen nicht kennst.

Koste dich einen Hunderter, wenn du es sagst.

Zeugen, halten Sie den Mund.

Sie sind jetzt nicht geplant.

Ja, was ist denn nun los?

Und wenn es mich noch einen Schein kostet, den Arsch!

Polizeirevier 15, die Dafizwache.

Registratur des Pulsschlags von St. Pauli, Mittelpunkt des Geschehens in

Nacht zum Mittwoch, die begann wie viele andere.

Da ist erst einmal Justus Wittke, Elektroschweißer von Beruf, früher

Heute ein vielfach vorbestrafter Berufsverbrecher. Letzte Strafe, sieben

Zuchthaus und Androhung der Sicherheitsverwahrung. Aber Wittke ist

untergetaucht in der Millionenstadt Hamburg. Und er weiß, dass er sich nicht

mehr leisten kann. Nicht den kleinsten Zusammenstoß mit der Polizei.

So begann die Nacht zum Mittwoch. Immer wenn ich am Sonnabend in der Sonne sitze

und mehr Bier trinken kann. Erich, du warst nie im Knast. Du weißt nicht, wie

das ist.

Ich kann mir nicht mal eine Verkehrsstrafe leisten.

Hoffentlich. Du fährst doch immer in heißen Reifen.

Aber ich kapiere deinen Vortrag.

Ich habe dich nicht gesehen, ich habe dich nicht gehört.

Okay. Tschüss und bis auf dich nicht.

Tschüss, alte Pfeife.

Justus Wittke ist gleichsinnig geworden.

Vier Monate ist alles gut gegangen. Warum soll es heute anders sein?

Wenn sie mich wieder schnappen, schieße ich mir den Weg frei.

Wenn da noch irgendwo Bedenken waren, der Alkohol hat sie weggespült und

drückt auf den Anlasser. Die Tragödie beginnt.

Dies ist der Wachraum 1 der Darfitzwache.

Und dies hier, dieser Flur, ist der Wachraum 2. Hier wird das Asservaten -

Arrestantenbuch geführt von einem Beamten.

Asservate, das sind die gefährlichen Gegenstände, die vorläufig

abgenommen werden und die sie erst dann zurück erhalten, wenn sie selber wieder

in Freiheit gesetzt werden.

Zu diesem Flur führt eine Tür und diese Tür kann nur durch einen Druck auf einen

Knopf geöffnet werden, der hier von den Beamten bedient wird. Es ist also kaum

eine Chance für einen Inhaftierten hier gegen den Willen der Beamten wieder auf

die Straße zu gelangen. Dieser Tresen, vor allem aber der Beamte, der in dieser

Nacht, von der ich Ihnen berichten möchte, hier saß, stehen im Mittelpunkt

unseres Geschehens. Hier sitzt der Schichtführer und die Beamten hier sind

Schauspieler. Es sind Männer der Hamburger Polizei, es sind Angehörige

Polizeireviers 5. der Bafizwache. Und einer von ihnen, Polizeiobermeister Hans

Teusner, war in dieser Nacht dabei. Er entging selber mit knapper Not nur dem

Tode an dem Schicksal, das einen ihrer Kameraden eilte. Welche Erinnerungen

haben Sie an diese Nacht?

Ja, ich kann mich so weit erinnern, das ist eine Nachtwache, wie eine normale

Nacht. Wir haben Betrunkene abgefertigt, wir haben Zahlungsstreitigkeiten

erledigt.

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, dass sich die Frau des Kollegen, von dem

Sie sprachen, sich von uns verabschiedet hat und gesagt hat, ich wünsche eine

ruhige Nacht. Und diese Frau war hier auf dem Revier selber als Polizeibeamte

tätig? Sie macht bei der weiblichen Schutzpolizei Dienst.

Und wie begann es denn genau?

Soweit ich mich noch erinnern kann, brachte ein Beamter einen Mann in die

und sagte zu uns, es ist eine Trunkenheit im öffentlichen

eine ganz normale Sache für uns.

Genau, weil...

1 .55 Uhr.

Verdacht auf Trunkenheit am Steuer. Mach mal eine Blutprobe.

Ich muss mal pissen. Jetzt wird nicht gepissen. Name? Hat Pech gehabt. Barote

wie die Kreuzung und uns direkt vom Bug. Ich ruf mal ab.

Dein Name?

Magi Ewald.

Setz dich mal auf die Bank.

Hinsetzen.

Setz dich hin. Du kommst jetzt nicht zum Pissen.

Der Führerschein lautet auf den Namen Neumann.

Billig.

Der Kraftfahrzeugschein lautet auf den Namen einer Frau.

Der Wagen ist noch nicht umgeschrieben.

Meine Braut hat er das letzte Mal gekauft.

Haben Sie einen Kaufvertrag dabei?

Sicher. Zeigen Sie mal her.

Sie den Wagen mal umschreiben lassen.

Mach ich.

Soweit alles in Ordnung.

Haben Sie was mit Ihrem Arm? Sind Sie verletzt?

Achtung!

Mensch, das scharfen Ballerbein!

Revierführer anrufen! Lass die Kanone los, du Schwein!

Obermeister Teusner kommt ins Hafenkrankenhaus.

Ihn retten die Ärzte und ihn rettet sein Feuerzeug, das er, obwohl Nichtraucher,

ausgerechnet... in dieser Nacht in seiner rechten Hosentasche trägt und das

Kugel ablenkt.

Für seinen Kameraden, den Obermeister Uwe Weller, dem seine Frau eine ruhige

Nacht wünschte, kommt jede Hilfe zu spät.

Das ist Doktor.

Er ist tot.

Eine Tragödie hat sich vollendet. Ein Verkissdelikt, eine Lappalie.

Aber der Mann ist angetrunken und er weiß, dass ihm Sicherheitsverwahrung

So wird er zum Mörder.

An einem Menschen, den er nicht kannte, nie gesehen hatte, der ihm gegenüber

trat, einfach weil es sein Beruf war.

Davidswache, Obermeister Hannemann.

2 .15 Uhr. Uwe Weller ist tot.

Die Frau wird verständigt.

Sonst keine besonderen Vorkommnisse.

Ende.

Das Rad dreht sich weiter.

Verbrechen und Redlichkeit.

Großes Geld und bittere Armut. Laster.

Verlockung, Moral und Bürgerfleiß.

Mit welchem Maßstab soll man die messen? Diese abseitige, faszinierende Welt

mitten unter uns.

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.