All language subtitles for The.Master.And.Margarita.2024.1080p.BluRay.x264.AAC5.1-[YTS.MX]

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic Download
ar Arabic Download
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
da Danish
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino Download
fi Finnish
fr French Download
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian Download
ia Interlingua
ga Irish
it Italian Download
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish Download
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal) Download
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian Download
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish Download
es-419 Spanish (Latin American) Download
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish Download
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

KUNST FÜR DIE MASSEN

Wer ist dort?

Wohin? - He!

WOHNUNGSVERZEICHNIS

84 O. LATUNSKI

He!

Was stehen Sie hier rum? - Genosse Latunski, öffnen Sie die Tür!

Tun Sie etwas! - Wir brechen die Tür auf!

Nicht nötig!

Hier wird nichts aufgebrochen! Was geht hier vor?

Sie setzen uns unter Wasser!

Tritt denn hier in diesem Haus endlich mal Ruhe ein?

Ruft die Polizei!

Mama!

Hab keine Angst.

Hab keine Angst, mein Kleiner.

Das waren Jungs, die die Scheiben einschlugen.

Tante. - Ja?

Wo bist du denn?

Ich bin gar nicht da.

Du träumst bloß von mir.

Leg dich hin, tu die Hand unter die Wange,

und ich erzähl dir ein Märchen.

Es war einmal eine Tante,

die hatte keine Kinder und kein Glück.

Zuerst hat sie lange geweint,

aber dann ist sie ganz böse geworden.

Margarita legte den Hammer auf das Fensterbrett und flog hinaus.

Vor dem Haus herrschte ein wildes Durcheinander.

Auf dem mit Glassplittern übersäten asphaltierten Gehsteig

liefen Menschen umher und schrien etwas.

... schrien etwas.

In den gegenüberliegenden Häusern

tauchten in allen Fenstern die dunklen Silhouetten der Bewohner auf,

die wissen wollten...

Du schreibst und schreibst.

Geht es wenigstens um Liebe?

Nicht nur darum.

So, leg dich hin.

Ach, das ist gut, dass es um Liebe geht.

Sie kommen darin auch vor, Praskowja Fjodorowna.

Was du nicht sagst.

Doktor Strawinski auch?

Unbedingt.

Ohne ihn geht es doch gar nicht.

Er hat einen ganzen Handlungsstrang mit einem Patienten.

Mit wem? Mit dir vielleicht?

Mit einem proletarischen Dichter.

In letzter Zeit, wenn es kein Patient ist, ist es ein Dichter.

Das ist kein Irrenhaus hier, sondern...

Wie heißt das doch gleich? Gorki spricht ständig im Radio davon.

Der Schriftstellerverband.

Hopp!

Leise, leise!

Gib's mir zum Lesen.

Es interessiert mich, was du über uns geschrieben hast.

Auf jeden Fall.

Ich schreib es nur noch zu Ende, dauert nicht mehr lange.

In Ordnung.

Gut, ruh dich aus.

Oje, oje! So ein Ungeschick!

Er schreibt und schreibt. Muss eben sein.

Nun ja, wir werden alles lesen.

Wir werden alles lesen.

Der Schlaf schlich sich an den Dichter heran,

als plötzlich lautlos das Gitter zur Seite glitt

und auf dem Balkon eine geheimnisvolle,

vom Licht des Vollmonds übergossene Gestalt erschien,

die Iwan mit dem Finger drohte.

Darf ich mich setzen?

Beruf?

Lyriker.

Wie ist Ihr Name?

Besdomny.

Ach, ach, ach!

Was denn, gefallen Ihnen meine Gedichte nicht?

Absolut nicht.

Welche haben Sie denn gelesen?

Weswegen sind Sie eigentlich hier in der Klinik?

Vor einem Jahr schrieb ich einen Roman über Pontius Pilatus...

Sie sind Schriftsteller?

Ich bin der Meister.

Sie hat es mir selbst genäht. - Sie?

Wie ist denn Ihr Name?

Ich habe keinen Namen mehr.

Ich habe mich von ihm losgesagt,

wie vom Leben überhaupt.

THEATER

Oh, guten Tag. - Guten Tag.

PILATUS

Könnten Sie das signieren?

Interessieren Sie sich für zeitgenössische Dramaturgie?

Gala. - Aha, Gala.

Nun, das ist doch die wichtigste Aufführung der Saison.

Ich bin erst seit kurzem in Moskau und außerdem Schauspielerin.

Ich möchte gern in Ihrem Theater arbeiten.

Das ist nicht wirklich mein Theater.

Alles Gute.

Guten Tag.

Entschuldigen Sie, dass ich so... Sie sind doch im Schriftstellerverband.

Nehmen wir mal an.

Bei denen gibt es nämlich heute Abend im Restaurant

echten amerikanischen Jazz.

Guten Tag. - Guten Tag.

Ich grüße Sie!

Und Sie möchten sicher, dass ich Sie einlade?

Guten Tag.

Moskau ist Ihre Stadt. - Vielen Dank.

Die Wache ist müde, Genosse Dramaturg.

Guten Tag.

Bitte entschuldigen Sie.

Dann bis heute Abend. Es geht um acht los.

Oh! Alle warten auf Sie!

Ist Jefim Romanowitsch schon da? - Er kommt nicht.

Guten Tag. - Guten Tag.

Und wie sollen wir ohne den Regisseur proben?

Ich komme später dazu.

Die Schauspieler haben ihre Texte gelernt,

und Sie als Autor können sie ja, wenn nötig, korrigieren.

Pilatus wartet bereits auf der Bühne.

Hegemon.

Der Untersuchungsgefangene aus Galiläa.

Vorwärts, Gefangener! Vorwärts!

Du warst es also, Jeschua Ha-Nozri?

Du hast das Volk aufgewiegelt, den Tempel von Jerschalaim zu zerstören?

Guter Mensch! Glaub mir...

Der römische Prokurator ist mit Hegemon anzureden.

Hast du mich verstanden? Oder soll ich dich schlagen?

Ich spreche Ihre Sprache, Hegemon.

Gut.

Du hattest also die Absicht, den Tempel zu zerstören

und hast das Volk dazu aufgewiegelt?

Nie im Leben, guter... Nie im Leben, Hegemon,

habe ich die Absicht gehabt, den Tempel zu zerstören.

Und ich habe auch niemanden zu solch sinnlosem Tun angestiftet.

Du bist ein Lügner.

So bezeugen es die Menschen.

Diese guten Menschen, Hegemon,

verwirren alles, was ich gesagt habe.

Ich fange an zu befürchten,

dass diese Verwirrung noch sehr lange währen wird.

Hör auf, dich dumm zu stellen.

Was über dich geschrieben steht, reicht hin, dich zu hängen.

Nein, nein, Hegemon.

Da läuft einer unablässig mit dem Ziegenpergament hinter mir her

und schreibt.

Ich habe einmal hineingeschaut und war entsetzt.

Nichts von alldem, was dort geschrieben steht,

habe ich gesagt.

Aber etwas vom Tempel musst du doch der Menge auf dem Basar gesagt haben.

Ich, Hegemon,

habe gesagt, der Tempel des alten Glaubens werde einstürzen,

und ein neuer Tempel der Wahrheit werde emporwachsen.

Was ist Wahrheit?

Die Wahrheit ist vor allem,

dass dich der Kopf schmerzt,

und er schmerzt so heftig, dass du kleinmütig an den Tod denkst.

Du hast den Glauben an die Menschen verloren.

Aber deine Qualen werden gleich beendet sein,

dein Kopfweh wird vergehen.

Siehst du, es ist schon vorbei.

Das freut mich sehr.

Man nehme ihm die Fesseln ab.

Entschuldigung.

Was? Entschuldigen Sie. Was soll das denn?

Genossen, was geht hier vor? Sehen Sie nicht, dass wir proben?

Die Aufführung findet nicht statt, wurde uns gesagt.

Was? Ich verstehe das nicht! Wie kann so etwas sein?

Liebe Leute, stellen Sie die Requisiten zurück!

Sind Sie verrückt geworden?! Sehen Sie denn nicht,

dass ein verdienter Schauspieler der UdSSR auf der Bühne steht?

Was geht hier vor?

Wir haben den Auftrag, das Bühnenbild abzubauen.

Was?! - Wer hat das gesagt?

Was...

Das ist...

Bitte, Genosse Rimski.

Ganz frisch.

Grigori Danilowitsch!

Macht nichts. - Ja...

Sie nehmen gerade das Bühnenbild auseinander.

Das Stück ist abgesetzt. Anweisung vom Narkompros.

Wir gingen durch alle Kommissionen.

Nicht aufregen. Morgen setzen sie es wieder an.

Was ist der Grund? - Ich verantworte nur die Finanzen.

Genosse Rimski. - Ja, ja.

Klären Sie das mit dem Genossen Lichodejew.

Ja, aber der ist nicht in seinem Büro. - Er ist noch auf Dienstreise.

Schon wieder? - Schon anderthalb Wochen.

Wie kann ich ihn finden? - Das Pigit-Haus auf der Sadowaja.

Wohnung 50.

Vielen Dank dafür.

Zittere, weißes Gesindel! Der Tag der Vergeltung ist gekommen!

Feuer!

Den Komdiv Sitnikow sollst du niemals vergessen!

Laden!

Feuer!

LICHODEJEW S.B. ZWEIMAL KLINGELN

Ich möchte zu Stepan Bogdanowitsch. - Genosse Lichodejew ist nicht da.

Mir hat man gesagt, er sei hier.

Er ist in Jalta. Er ist nicht da.

Grunja!

Wasser! - Stepan Bogdanowitsch!

Grunja!

Er empfängt nicht. - Wasser!

Grunja! - So...

Wasser!

Michail Alexandrowitsch.

Wie haben Sie herausgefunden, dass ich hier wohne?

Ich hab es nicht gewusst. Ich will zu Lichodejew.

Wir sind jetzt Nachbarn.

Der Theaterdirektor und Ihr Redakteur in einer Wohnung.

Wie praktisch! - Aber er empfängt nicht.

Was heißt das, er empfängt nicht?

Und wie er empfängt!

Gestern haben sie hier ein Gelage veranstaltet!

Was sitzen Sie hier herum? Die Versammlung geht gleich los.

Was für eine Versammlung?

Ach, die.

Ich wohne erst... seit kurzem hier.

Die vorigen Mieter sind... irgendwohin gezogen.

Ihr werdet bald ausziehen, ihr lausigen Intelligenzler!

Drei Zimmer unter den Nagel gerissen!

Macht nichts! Eure Fettleber dauert nicht mehr lange!

Das ist keine gute Wohnung. Keine gute!

Annuschka.

Ist verrückt.

Hat sich den Kampf des Proletariats zu sehr zu Herzen genommen.

Michail Alexandrowitsch, "Pilatus" wurde abgesetzt.

Vor allem nicht ärgern.

Das Theater und wir laufen immer über verschiedene Behörden.

Wenn eine Aufführung abgesetzt wird,

dann stürzen sich alle auf die Lektüre des Stücks.

Und dieses, bitte schön, liebe Genossen,

haben wir hier, in unserer druckfrischen Ausgabe.

Das erkläre ich hiermit in voller Verantwortung

als Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes.

Wenn es Probleme gäbe,

wüsste ich es als Erster.

Bravo!

Wir danken Nastasja Lukinischna für den Vortrag über ihre Arbeit

an dem Sammelband von See-Geschichten

"Steuermann Schorsch".

Wir freuen uns darauf.

Nächster Tagesordnungspunkt:

Die Diskussion über die künstlerisch-politische Komponente

des Stücks "Pilatus".

Der Autor wird auf die Bühne gebeten.

Bitte, setzen Sie sich.

Hierhin? - Ja.

Wir bitten den Kritiker Osaf Semjonowitsch Latunski nach vorn.

Zunächst

möchte ich den hier versammelten Literaten in Erinnerung rufen,

dass die Aufgabe der sowjetischen Kritik darin besteht,

den objektiven klassenmäßigen Sinn der literarischen Werke aufzudecken.

Aber nun zur Sache.

In einer Zeit, in der sich Partei und Regierung enorm anstrengen,

das Land ein für allemal von schädlichen,

reaktionären und religiösen Vorurteilen zu befreien,

verfasst ein Mitglied des sowjetischen Schriftstellerverbandes

eine Apologie des religiösen Obskurantismus.

Er schreibt ein Stück

über Pontius Pilatus und Jesus Christus,

den er hier schamhaft Jeschua Ha-Nozri nennt,

und kritisiert so, versteckt hinter dem historischen Material,

die Sowjetmacht.

Gestatten Sie... - Ich bin noch nicht fertig.

Setzen Sie sich, bitte.

Ich zitiere ebendiesen Ha-Nozri.

"... dass von jeder Staatsmacht den Menschen Gewalt geschehe..."

Was will uns der Autor damit sagen?

Dass die Diktatur des Proletariats auch Gewalt bedeutet?

Ja, Gewalt.

Aber eine notgedrungene und unabdingbare.

Und so ist es in allem, Genossen.

"Pilatus" ist ein politisch schädliches und äußerst gefährliches Werk,

das in unserer sowjetischen Literatur keinen Platz hat!

Bravo!

Wir setzen die Diskussion fort!

Genossen! Eine kleine Improvisation!

Wie da einst unser Pilat auf Arbeit fuhr ins Narkomat.

Du-gür-ga, wir-gür-ga!

Genosse Besdomny! Stegreifnummern sind hier nicht gefragt!

Die Tagesordnung ist bestätigt. - Gut. Noch was ganz Kleines.

Ins Paradies woll'n wir nicht hin, wir fahren lieber auf die Krim!

Richtig! Was ist mit Urlaubsschecks für die Krim?

Ja, und auch in der Wohnungsfrage wäre einiges zu klären, Genossen.

Poprichin, beruhigen Sie sich oder wollen Sie den Saal verlassen?

Ich beruhige mich.

Danke.

Wir setzen die Diskussion fort.

Das Wort hat Boris Petrowitsch Maigel.

Wie konnte es geschehen, dass das reaktionäre Stück "Pilatus"

zur Veröffentlichung und dann auch noch zur Inszenierung kam?

Weil bei Mangel an Fisch auch ein "Pilat" zum Fisch wird.

Aber es ist nicht unsere Aufgabe, das zu verbieten,

zur Freude unserer Feinde, die nur darauf warten zu zeigen,

dass es in der UdSSR angeblich keine Meinungsfreiheit gibt.

Unsere Aufgabe ist es, dem Autor zu helfen.

Dem Autor den wahren Weg zu weisen,

wie er dem werktätigen Volk dienen kann.

Denn wie sagte schon Genosse Lenin?

"Klug ist nicht der, der keine Fehler macht.

Klug ist der, der es vermag, sie schnell zu berichtigen."

Genosse Maigel!

Gestatten Sie.

Bitte schön, Genosse Berlioz.

Zuallererst möchte ich, als Redakteur,

der die Erlaubnis zum Druck des Stücks gegeben hat,

vor meinen Kollegen aufrichtig um Entschuldigung bitten

für diese politische... Kurzsichtigkeit.

Verzeihen Sie mir.

Ich schlage vor, die gesamte Auflage

umgehend aus dem Verkauf zu nehmen.

Ich bin davon überzeugt, dass wir das Stück,

gemeinsam mit dem Autor,

in eine ideologisch richtige Fassung

umarbeiten können.

Bravo! - Bravo!

Jawohl!

Jetzt bleibt nur noch die Meinung des Autors zu hören.

Ich darf was sagen? - Natürlich.

Bitte, sprechen Sie.

Nun, mein Stück habe ich bereits geschrieben.

Gut.

Aber warum wollen Sie Ihr Talent nicht nutzen,

um etwas zu schreiben,

was die sowjetischen Leser wirklich interessiert?

Beispielsweise über die heldenhaften Arbeitsleistungen des Volkes.

Es hat sich so ergeben, dass ich nun mal nicht in einer Fabrik tätig war.

Ich war nie im Bergwerk, hab nie Hafer gemäht.

Wie kann ich über etwas schreiben, das ich nicht kenne?

Soweit ich weiß, waren Sie auch nie im Alten Judäa.

Nun, wenn Sie erlauben, ich bin Historiker.

Dann schreiben Sie eben über die Geschichte der Revolution.

Ich fürchte, das wird Ihnen auch nicht gefallen.

Genossen, noch eine kleine Improvisation!

Genosse Besdomny, lassen Sie das! - Aber nur eine ganz winzige.

Den sowjetischen Dichter interessiert nicht Jesus Christus.

Genosse Besdomny!

Den sowjetischen Dichter interessiert die Pumpe.

Gasifizierung! Elektrifizierung! - Genosse Besdomny, hören Sie auf!

Der Erdölfluss! Das ist unser geistiger Genuss!

Meine Herrschaften! Genossen! Ruhe!

Genossen!

Genosse!

Wohin willst du?

Dahin.

Mein Freund.

Du hast alles richtig gesagt.

Ich wollte dir beistehen, habe es aber nicht mehr geschafft.

Das war stark.

Oder dumm.

Kommt darauf an, von welcher Seite man es betrachtet. Dialektik eben.

Dann schau eben nicht hin. Nun, wenn es eng wird,

dann schreibst du ihnen einen Kolchosen-Roman:

"Wie der Roggen gemäht wurde". Hier, bitte sehr!

Ich denke, so etwas ist in einer Woche geschrieben.

Du hast hier einen richtigen Kurort. Die Leute haben nicht schlecht gelebt.

Was für ein fetter Kater!

Wie heißt er? Bourgeois? - Behemoth.

Deiner?

Kommt gelegentlich zu Besuch.

Genau wie ich.

Vorsicht, Kopf einziehen.

Bei mir in der Kommunalka haben sie sogar einen Toilettenplan aufgehängt.

Kannst du dir das vorstellen?

Ich bin ein kreativer Mensch,

ich kann mein Geschäft nicht nach Plan verrichten.

Aber du hast hier ein Schriftstellerparadies.

Ich fürchte, nach dem heutigen Fegefeuer

lassen sie mich nicht einmal mehr Kindergedichte übersetzen.

Und dann wird das Paradies unbezahlbar sein.

Aber bitte, beerdige dich nicht vorzeitig.

Ihre Kraft speist sich aus unserer Angst.

In ein, zwei Wochen wird alles vergessen sein.

Du brauchst nur ein bisschen Ablenkung.

Zum Beispiel ist heute im Restaurant dieser...

Jazz. - Jazz!

Ich hab versprochen, sie dorthin zu begleiten.

Wen?

Eine überaus ambitionierte junge Schauspielerin,

die gekommen ist, um die Hauptstadt zu erobern.

Mein Lieblingstyp.

Aber nicht meiner.

Ich werde dich retten.

Ich übernehme das.

Was tut man nicht alles für einen Freund.

Begrüßen Sie Harlem Swing

mit dem Lied "Halleluja"! Bitte sehr!

RESTAURANT

Guten Abend. - Abend.

Guten Abend. Gehen Sie durch. - Hallo.

Erdöl ist da, Gas ist da. - Guten Abend.

Und der Sowjetmensch hat etwas zu essen.

Jetzt müssen wir nur noch den Feind erwischen.

Machen Sie sich bekannt. Aloisi Mogarytsch, Filmdramaturg.

Gala. - Sehr angenehm.

Sehr angenehm.

Bitte hierher.

Champagner? - Ja.

Nur müssen Sie wissen, viel vertrage ich nicht.

Davon kriege ich Teufelchen im Kopf. - Das Risiko gehe ich ein!

Warten Sie auf uns ein paar kurze Augenblicke.

Champagner! - Ja, kommt sofort.

Also, ich hab mich hier ein bisschen umgehört.

Alle stehen buchstäblich unter Schock. Viele fühlen mit dir.

Kurz gesagt, es gab den Vorschlag rauszugehen.

Wohin rausgehen? - Zur Kundgebung gegen die Zensur.

Für die Freiheit des literarischen Schaffens.

Mein Mitgefühl. Ich bin bei Ihnen.

Danke.

Morgen um zehn Uhr vor dem Verbandsgebäude.

Morgen um zehn ist doch, Gott vergebe, die Maidemonstration.

Ganz genau. - Bitte schön!

Wann sonst, wenn nicht jetzt?

Wenn wir jetzt schweigen, wird es allen so gehen.

Wie bei Dumas: "Un pour tous, tous pour un!"

Exactement!

Lasst uns darauf trinken,

dass unser Talent nur von unserer Schönheit übertroffen wird!

Trinken wir, Freunde!

Oh, das ist doch der Direktor Ihres Theaters, oder?

Lichodejew? - Ja, das ist Stepan Bogdanowitsch.

Halleluja! - Ich muss mit ihm etwas besprechen.

Genosse! Zeigen Sie mir Ihre Karte.

Ist mit dem heutigen Tag ungültig.

Ich bitte Sie zu gehen.

Was heißt... - Ich bitte Sie.

Danke.

Sind Sie zufällig Schriftsteller?

Man sagte mir, dies sei ein Restaurant für Schriftsteller.

Ich bin Schriftsteller.

Und Sie kommen aus Deutschland, Ihrem Akzent nach zu urteilen?

Ja, auch aus Deutschland.

Und was hat Sie hierher verschlagen?

Ich bin gekommen, um mir mal Ihr wirklich außergewöhnliches,

sowjetisches Experiment anzusehen.

Geschäftlich oder um des Seelenfriedens willen?

Das ist für mich nicht voneinander zu trennen.

Anstrengender Tag?

Heute wurde mein Theaterstück abgesetzt.

Die Zeitschrift, in der es veröffentlicht ist,

wird aus dem Handel zurückgezogen.

Und gerade wurde mir mein Autoren-Ausweis entzogen.

Aber sonst geht's.

Wie ist denn sowas möglich?

Das, was noch kurz zuvor erlaubt war, steht heute unter Strafe.

Neuer Staat, neue Regeln.

Und die Menschen?

Sind die jetzt auch alle neu?

Neue Menschen...

Neue Menschen sind nur vergessene alte.

Sehen Sie, soweit mir bekannt,

hat noch kein Staat im Laufe der Menschheit

jemals versucht, eine Gesellschaft aufzubauen,

die Atheismus als Religion predigt.

Das muss die Menschen doch irgendwie verändern, glauben Sie nicht?

Ich kann mir vorstellen, wie das mit den Augen eines Ausländers aussieht.

Stellen Sie sich mal vor, wie es von da oben aussieht.

Oder von dort.

Aber darüber ließe sich doch eine gute Geschichte schreiben.

Der Teufel, an den niemand glaubt, besucht Moskau persönlich.

Und er würde Chaos machen.

So etwas wird nie gedruckt.

Für wen sollte ich eigentlich schreiben?

Schreiben Sie, damit es geschrieben steht, nicht, damit es gedruckt wird.

Wissen Sie, an wen Sie mich erinnern?

Alles Gute! - Gute Nacht.

Für uns wird es Zeit, Professor.

Ich komme, Genosse Korowjew.

Haben Sie nicht Lust mitzukommen, auf einen Empfang?

Nicht heute, wenn Sie nichts dagegen haben.

Schade. Trotzdem würde ich Sie gerne nochmal sprechen,

falls sich die Gelegenheit ergibt.

Überlegen Sie sich's.

Ich werde noch eine Weile hier in Moskau sein.

Sind Sie dabei?

Merci.

FRIEDEN - ARBEIT - MAI

Wo sind alle?

Alle haben versprochen zu kommen.

Einer für alle, alle für einen.

Vermutlich schlafen sie noch von der letzten Nacht.

Ich komme dieser Tage bei dir vorbei.

Und so ging ich diesen Mai-Boulevard entlang

und in meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.

Vielleicht sollte ich Opernlibretti schreiben?

Nun, wenn Libretto, dann Libretto.

Ich bereute zutiefst, dass ich die Wissenschaft aufgegeben

und mich zu einer fehlgeleiteten Existenz verurteilt hatte.

Aber Gott ist mein Zeuge, dass einzig und allein

die Liebe zur Literatur der Grund dafür war.

Gratuliere zum Feiertag. - Entschuldigung, komme ich da durch?

Die Twerskaja ist bis zum Ende der Demonstration gesperrt.

Ein Fähnchen oder Blümchen?

Danke, nein.

Vielleicht sollte ich ein Ausreisegesuch schreiben?

Warum soll ein Schriftsteller in der UdSSR bleiben,

dessen Werke in der UdSSR keine Daseinsberechtigung haben?

Ja, die Sache ist... - Der Durchgang ist geschlossen.

... den Kriegstreibern!

Den Fünfjahrplan in vier Jahren!

Es gibt keinen Schriftsteller, der sich zum Schweigen bringen lässt.

Wenn er verstummt, dann war er kein echter Schriftsteller.

Und wenn ein echter Schriftsteller verstummt, dann ist es sein Ende.

Ergreifen Sie ihn! - Genosse! Stehenbleiben!

Stellen Sie sich vor, über die Twerskaja strömten hunderttausende Menschen,

aber, und das ist mein Wort, sie sah nur mich allein.

Und ihr Blick war nicht nur voller Unruhe,

sondern eher noch voller Schmerz.

Ich staunte weniger über ihre Schönheit

als über die ungewöhnliche,

nie gesehene Einsamkeit in ihren Augen.

Gefallen Ihnen meine Blumen?

Nein.

Mögen Sie überhaupt keine Blumen?

Doch, ich mag Blumen.

Nur diese nicht.

Was mögen Sie noch?

Das Meer. Allerdings war ich noch nie dort.

Wie können Sie etwas mögen, das Sie noch nie gesehen haben?

Sind Sie Schriftsteller?

Sie haben es erraten.

Und Sie?

Ein Engel?

Ein Engel...

Wohl eher eine Hexe.

Und da wurde mir klar, dass mir nie zuvor jemand so gefallen hatte

und nie wieder so gefallen würde wie diese Frau.

Ich wusste es noch am selben Tag, als wir,

ohne etwas von der Stadt zu sehen, vor der Kreml-Mauer ankamen.

Wir unterhielten uns, als hätten wir uns erst am Abend zuvor getrennt

und würden uns schon viele Jahre kennen.

Sollte man nicht Angst haben, so etwas einem Fremden zu erzählen?

Die Wahrheit zu sagen ist leicht

und angenehm.

Sie sind also Schriftsteller. Und was schreiben Sie so?

Zurzeit nichts.

Eine neue Idee habe ich, aber... - Aber?

Sie ist zum Scheitern verurteilt.

Umso interessanter.

Erzählen Sie mir davon?

Das ist einer meiner Lieblingsorte in Moskau.

Aber der wird sich auch bald verändern.

Stellen Sie sich vor, wenn all diese großen Baustellen fertig sind,

werden hier riesige Häuser und Denkmäler stehen.

Und genau dort, auf der Bronnaja, wird die Straßenbahn fahren.

Und hier, an den neuen Patriarchenteichen,

spazieren der Herausgeber einer Literaturzeitschrift,

Michail Iwanowitsch Berlioz,

und sein junger Begleiter, der Lyriker Iwan Ponyrew,

der unter dem Pseudonym "Besdomny" schreibt.

Nach dem Alexandergarten habe ich sie an die Patriarchenteiche eingeladen.

Die Patriarchenteiche!

Dort ist das alles passiert.

Was genau?

Dort bin ich ihm begegnet.

Dem Konsultanten.

Ich flehe Sie an, erzählen Sie!

Sie gehen zum Getränke-Büdchen,

wollen Narsan kaufen, aber Narsan gibt es nicht.

Sie trinken Aprikosenlimonade.

Und dort begegnen sie ihm.

Wem denn?

Aber das Pikante ist doch, dass vor Jesus

schon eine ganze Reihe von Gottessöhnen geboren wurden.

Bitte sehr, Aprikose. - Danke!

Berlioz hatte bei Besdomny ein antireligiöses Poem

für die nächste Ausgabe in Auftrag gegeben.

Nun hielt er dem Poeten eine Art Vorlesung,

um ihm einige Hinweise zu geben.

Obwohl diese antiken Chronisten zu der Zeit gelebt haben,

in die angeblich die Lebensjahre von Christus fielen,

haben sie die Existenz Jesu mit keinem Wort erwähnt.

Es gibt keine einzige östliche Religion,

in der nicht eine unbefleckte Jungfrau einen Gott gebar.

Die Christen haben sich gar nichts Neues ausgedacht,

sondern ihren Jesus, der in Wirklichkeit nie gelebt hat,

genauso geschaffen!

In diese Richtung muss der Hauptstoß erfolgen.

Sie haben mir die Augen geöffnet. Ich schreibe alles um.

Entschuldigen Sie.

Bitte.

Entschuldigen Sie, bitte,

wenn ich, ohne Sie zu kennen, mir die Freiheit nehme...

Aber der Gegenstand Ihres wissenschaftlichen Gesprächs

ist so interessant, dass ich nicht umhin konnte...

Darf ich mich setzen?

Wenn ich mich nicht verhört habe, geruhten Sie zu sagen,

dass Jesus gar nicht auf der Welt war?

Ja, ganz recht.

Genau das habe ich gesagt.

Ach, wie interessant!

Waren Sie derselben Meinung wie Ihr Gesprächspartner?

Voll und ganz.

Frappierend!

Das heißt, Sie sind beide...

Atheisten?

Natürlich sind wir Atheisten.

Gestatten Sie mir, Ihnen von ganzem Herzen zu danken.

Warten Sie mal. Wofür danken Sie ihm denn?

Für die sehr wichtige Information,

die für mich als Reisenden überaus interessant ist.

Aber wie steht es denn nun mit den Beweisen für die Existenz Gottes,

von denen es bekanntlich mindestens...

fünf gibt.

Kants Gottesbeweis!

Der ist ebenfalls nicht zwingend.

Für solche Beweise müsste man den Kant

drei Jahre nach Solowki verbannen!

Da soll er... - Aber Iwan!

Na und? - Nein, nein, nein.

Er hat recht. Nach Solowki mit ihm.

Aber wenn es, wie Sie sagen, keinen Gott gibt,

wer lenkt dann eigentlich das menschliche Leben

und überhaupt den ganzen Ablauf auf der Erde?

Der Mensch selber. Mit diesen Händen hier lenkt er es.

Der Mensch, sagen Sie. Ein Mensch ist nicht einmal in der Lage, einen Plan

für einen lächerlichen Zeitraum von tausend Jahren aufzustellen.

Er kann nicht einmal sicher sein, was ihm selber der morgige Tag bringt.

Stellen Sie sich vor, plötzlich kriegen Sie...

ein Lungensarkom.

Und schon ist es aus mit Ihrer Lenkerei.

Manchmal kommt es noch schlimmer.

Plötzlich rutscht der Mensch aus und zack!

Er gerät unter die Straßenbahn.

Sie werden doch nicht behaupten, er selbst habe das so gefügt?

Ja, der Mensch ist sterblich. - Ja!

Das bestreitet ja auch niemand. - Ja, der Mensch ist sterblich.

Aber das wäre nicht so schlimm.

Schlimm ist, dass er bisweilen sehr plötzlich stirbt.

Nie kann er sagen, was er noch am selben Abend tun wird.

Na, das ist ja nun übertrieben.

Den heutigen Abend kann ich mehr oder weniger genau voraussehen.

Natürlich, wenn mir in der Bronnaja ein Ziegelstein auf den Kopf fällt...

Ein Ziegelstein.

Nein, nicht so.

Nichts wird auf Sie fallen, also keine Sorge.

Sie werden eines anderen Todes sterben.

Vielleicht wissen Sie sogar, was für einen Tod?

Der Kopf...

Ihr Kopf wird abgeschlagen.

Von wem?

Feinden?

Interventionisten?

Heute Abend gehe ich nach Hause in die Sadowaja.

Ausgeschlossen.

Warum?

Weil Annuschka Sonnenblumenöl gekauft hat,

und nicht nur gekauft, sondern auch bereits verschüttet.

Was hat Sonnenblumenöl damit zu tun

und wer ist diese Annuschka? - Hör mal, Mischa.

Genosse, waren Sie schon einmal, sagen wir,

in einer Klinik für Geisteskranke?

Ich sag doch, das ist ein Irrer.

Ja! Ja.

Mehr als einmal, Iwan Nikolajewitsch.

Woher wissen Sie, wie ich heiße?

Ich bitte Sie, wer kennt Sie nicht?

Ich sehe, Sie möchten rauchen. Welche Sorte bevorzugen Sie?

Unsere Marke, die blaue. Wieso?

Bitte.

Und da dachte ich, dieser Konsultant ist kein Tourist, sondern ein Spion.

Sie sind Deutscher?

Sie sprechen prima Russisch.

Was ist Ihr Fachgebiet?

Wo sind Sie abgestiegen?

Wo wollen Sie wohnen? - In Ihrer Wohnung.

Und den Teufel gibt's wohl auch nicht?

Hören Sie auf.

Es gibt keinen Teufel.

Das ist ja hochinteressant. Alles, was man antippt,

gibt es gar nicht.

Professor,

bleiben Sie noch einen Moment bei Genosse Besdomny.

Ich muss mal telefonieren. - Ja. Ja.

Und dann bringen wir Sie... - Natürlich. Telefonieren Sie. Ja.

Aber ich beschwöre Sie zum Abschied:

Glauben Sie, dass der Teufel existiert.

Mehr verlange ich gar nicht.

Ich sage Ihnen, es gibt dafür einen siebten Beweis.

Und der wird Ihnen gleich präsentiert.

Gut.

Du pass hier auf.

Ich rufe schnell an und hole Hilfe.

ACHTUNG STRASSENBAHN

Suchen Sie das Drehkreuz, Bürger?

Hier entlang, bitte!

Geradeaus, dann kommen Sie hin.

Immer geradeaus!

Geradeaus!

Wie wär's mit einem Viertelliter für den guten Rat? Auf die Genesung.

Weg da, Idiot!

Der Kopf hüpfte so weit weg,

dass man ihn erst fand, als es schon dunkel wurde.

Danke! - Spielen wir!

Sie haben nicht gelogen. Sie haben wirklich eine rege Fantasie.

Und wie geht es weiter?

Weiter...

Weiter... bin ich noch nicht gekommen.

Sie müssen das unbedingt aufschreiben.

Danke für Ihre Gesellschaft.

Warten Sie! Ich wohne in der Mansurow-Gasse.

Dort gibt es ein Holzhaus, das einzige dort.

Ich bin verheiratet. - Und zum Eingang...

... geht's durch das Gartentor.

Aber schreiben Sie.

Schreiben Sie!

Kapitel 1: Sprechen Sie nie mit Unbekannten.

An einem heißen Frühlingsabend erschienen bei Sonnenuntergang

auf dem Moskauer Patriarchenteichboulevard zwei Männer.

Der eine trug einen mausgrauen Sommeranzug...

Kapitel 4: Die Verfolgung.

Der Poet war aufs Drehkreuz zugestürzt,

als er den ersten Schrei gellen hörte.

Weg da!

Weg da!

Nun...

Ich bin aufs Drehkreuz zugestürzt, als ich den ersten Schrei gellen hörte.

Den verrückten Deutschen hatte ich natürlich sofort vergessen.

Ich grübelte nur über das eine:

Wie war es möglich,

dass ich eben noch mit Berlioz gesprochen hatte,

und eine Minute später der Kopf...

Was ist passiert? - Los! Auseinander!

Bürger! Bürger! - Er ist mir vor die Räder gesprungen!

Auseinander!

Er selbst!

Haben Sie den Kopf gesehen?

Hat jemand den Kopf gesehen?

Am Drehkreuz hat jemand Öl verschüttet!

Das war Annuschka. Sie hat das Öl verschüttet.

Das ist Mischa!

Das ist Mischa! - Weg von dem Körper!

Fünf Meter! - Das ist Mischa!

Verschwinden Sie!

Das ist er! Dort!

Das ist der Konsultant! Der hat ihn umgebracht!

Fangen Sie ihn! Was stehen Sie hier rum?

So! Ruhig!

Weg von dem Körper! - Bleiben Sie ruhig!

Schnappt ihn!

Miliz!

Er haut ab!

Halt!

Halt! Stopp!

Stehenbleiben!

Bürger! Er entkommt!

Halten Sie ihn auf!

Stehenbleiben!

Da!

Dort ist er! Da!

Dort! Da ist er! - Mein Fahrschein.

Kater dürfen nicht mitfahren! Fort!

Weg da! - Ruhig!

Aussteigen! Sonst ruf ich die Miliz!

Unverschämt!

Du bist unverschämt! - Halt!

Wo willst du hin?

Da ist ein Kater auf dem Dach!

Auf Ihrem Dach ist ein Kater!

Halt! Dort ist ein Kater!

Ein Kater!

Stehenbleiben! Das ist ein Spion!

Stehenbleiben!

Genossen!

Hilfe! Ein Spion!

Einholen und überholen, junger Mann.

Genossen!

Genossen!

Lasst mich rein! Ruhe!

Was erlauben Sie sich hier? - Ruhe!

Ruhe!

Ruhe!

Wie konnte die Miliz ihn in dem Aufzug durch die Straßen laufen lassen?

Er ist erschienen.

Wer ist Ihnen erschienen, Genosse Besdomny?

Der Konsultant.

Und dieser Konsultant hat an den Patriarchenteichen

Mischa Berlioz getötet.

Wen? - Er hat unseren Mischa getötet!

Michail Alexandrowitsch ist tot?

Er wurde umgebracht! Man muss den Konsultanten fangen!

Begreifen Sie doch, er kann unvorstellbar Schlimmes tun!

Tut mir leid, tut mir leid. Bitte genauer.

Wie umgebracht? Wer hat ihn umgebracht?

Der Konsultant!

Man muss ihn fangen, aber ihr sitzt hier rum und tanzt!

So!

Also.

Folgendes, Bürger.

Ruft sofort die Miliz!

Sie sollen...

fünf Motorräder mit Maschinengewehren losschicken!

Genosse Besdomny, beruhigen Sie sich!

Ich bin ruhig. - Ich bitte um Vergebung.

Nein, gerade dir vergebe ich gar nichts!

Und das sollten meine Literatur-Brüder sein.

So bin ich hier gelandet.

Nun, mein Freund, Sie sind selbst schuld.

Sie hätten nicht so respektlos,

ja unverschämt zu ihm sein dürfen. - Wer ist er denn nun eigentlich?

Sie haben gestern an den Patriarchenteichen

mit dem Satan gesprochen.

Das kann nicht sein. Satan gibt's doch gar nicht.

Ich bitte Sie. Ausgerechnet Sie dürften das nicht sagen.

Jetzt sitzen Sie in der psychiatrischen Klinik,

Sie wissen das, und behaupten, es gibt ihn nicht.

Aber der wird doch sonst was anrichten!

Irgendwie muss ihm doch beizukommen sein.

Sie haben es versucht und müssten eigentlich genug haben.

Und dass er einiges anrichten wird, darauf können Sie sich verlassen.

Was ich mich ärgere, dass Sie ihn getroffen haben und nicht ich.

Was wollen Sie denn von ihm?

Ich komme!

Und?

Schreiben Sie?

Ich schreibe.

Ich habe gerade ein neues Kapitel beendet.

Hier wird zurzeit gebaut. Nun, heutzutage wird überall gebaut.

Und da sind Rosen.

Entschuldigung, hier entlang.

Die Treppe runter.

Entschuldigen Sie, hier ist es...

nicht gerade aufgeräumt.

So.

Möchten Sie Tee?

Oh, kein Tee da.

Der Tee ist alle.

Lassen Sie es mich lesen?

Meinetwegen.

Haben Sie schon einen Titel?

Nun, vorläufig "Fürst der Finsternis".

Gut, dass er vorläufig ist.

"FÜRST DER FINSTERNIS"

"Der Große Kanzler"?

Ich denk noch drüber nach.

Ich weiß, warum er bei Ihnen Woland heißt.

Das ist einer der Namen für Mephisto bei Goethe.

"Ich bin ein Teil von jener Kraft,

die stets das Böse will und stets das Gute schafft."

Ich werde Sie nicht stören.

Entschuldigen Sie, bitte,

wenn ich, ohne Sie zu kennen...

Aber der Gegenstand Ihres wissenschaftlichen Gesprächs

ist so interessant...

... Jesus in Wirklichkeit nie gelebt hat. - Bitte.

Aber bedenken Sie, dass es Jesus wirklich gegeben hat.

Aber das muss doch irgendwie bewiesen werden!

Es bedarf keines Beweises. Das ist alles ganz einfach.

Angetan mit einem blutrot gefütterten weißen Umhang

und mit schlurfendem Kavalleristengang erschien eines frühen Morgens

am Vierzehnten des Frühlingsmonats Nissan

im überdachten Säulengang

zwischen den beiden Flügeln des Palastes Herodes' des Großen

der Prokurator von Judäa,

Pontius Pilatus.

Die vier Verbrecher,

die in Jerschalaim wegen Mordes

dingfest gemacht wurden,

sind wegen Aufwiegelei

und wegen Beleidigung von Gesetz und Glauben

zur schmählichen Hinrichtung

durch Hängen am Pfahl verurteilt.

Und welchen der Verbrecher gedenkt das Synedrion freizulassen?

War-Rawwan oder Ha-Nozri?

Die Hinrichtung wird ohne Aufschub auf dem Schädelberg vollzogen.

Die Namen der Verbrecher sind

Dismas,

Gestas,

War-Rawwan

und Ha-Nozri.

Was ist Wahrheit?

Du bist ein großer Arzt?

Nein, ich bin kein Arzt.

Sage mir doch,

warum du immer wieder von "guten Menschen" sprichst.

Nennst du jeden so?

Jeden.

Böse Menschen gibt es nicht auf der Welt.

Gerichtet aber werden nur drei von ihnen,

denn nach Gesetz und Sitte

wird zu Ehren des Pessachfestes

einer der Verurteilten,

vom Kleinen Synedrion ausgewählt

und von der römischen Macht bestätigt,

vom großmütigen Kaiser und Imperator

sein verächtliches Leben geschenkt bekommen.

Das Synedrion bittet, War-Rawwan freizulassen.

Ihre Verbrechen sind an Schwere nicht vergleichbar.

Während der eine des Mordes schuldig ist,

so wird der letztere, Jeschua Ha-Nozri, lediglich dummer Reden geziehen.

Es ist schwül heute, nicht wahr?

Kennst du einen gewissen Judas aus Kirjath?

Ja, ich habe einen Judas aus Kirjath kennengelernt.

Ein sehr guter und wissbegieriger Mensch.

Der Name dessen, den man in Ihrem Beisein freilassen wird...

Wie?

Trotz des Einspruchs von mir?

Ich teile zum dritten Mal mit, dass wir War-Rawwan

freilassen werden.

Aber etwas vom Tempel musst du der Menge auf dem Basar gesagt haben.

Unter anderem habe ich gesagt,

dass von jeder Staatsmacht den Menschen Gewalt geschehe

und dass eine Zeit kommen werde,

in der kein Kaiser noch sonst jemand Macht hat.

War-Rawwan!

Ihre Erzählung ist ungewöhnlich interessant,

obwohl sie ganz und gar nicht mit dem Evangelium übereinstimmt.

Wissen Sie, ich war bei alldem persönlich dabei.

Aber heimlich, sozusagen inkognito.

Darum bitte ich Sie, es streng geheimzuhalten.

Er scheint ein bisschen Scheu vor Ihnen zu haben.

Wenn man den Autor nicht kränken will,

heißt es gewöhnlich: Es wurde eine große Arbeit geleistet.

Von irgendwoher taucht bei Ihnen Jerschalaim auf.

Pontius Pilatus. Sie haben nichts von ihm erzählt.

Das ist aus meinem Theaterstück. Es heißt "Pilatus".

Nach unserem Treffen habe ich gedacht,

dass das vielleicht irgendwie zusammenhängt, und...

Seltsam, nicht wahr?

Das ist seltsam, ja.

Wissen Sie schon, wie das alles endet?

Ich habe keine Ahnung.

Es gibt eine Idee für ein neues Kapitel,

aber weiter denke ich nicht.

Ich höre.

Ja, das bin ich.

Und wann?

Gut, ich komme.

Sie beordern mich umgehend ins Theater.

Scheint so, als ob sie das Stück wieder ansetzen wollen.

Dann begleite ich Sie zum Theater,

und Sie erzählen mir von dem neuen Kapitel.

Das nächste Kapitel hat übrigens einen Bezug zum Theater.

Genauer gesagt zu Stepan Bogdanowitsch Lichodejew.

Als er zu sich kam, war er in seiner Wohnung, in diesem Haus.

Die ehemaligen Bewohner mussten sich einschränken.

Und jetzt sind hier Kommunalkas für die heutige Elite.

Es sei erwähnt, dass sich diese Wohnung

eines nicht gerade üblen, doch zumindest seltsamen Rufs erfreute.

Seit zwei Jahren waren aus ihr Menschen spurlos verschwunden.

Verschwunden?

Das Kapitel wird also davon handeln,

wie aus der unheimlichen Wohnung auf geheimnisvolle Weise

Stepan Bogdanowitsch Lichodejew verschwand.

In seinem Kopf dröhnte schweres Geläut.

Ihm war speiübel, und es schien, als ob diese Übelkeit

mit den Tönen eines aufdringlichen Grammofons zusammenhing.

Mit zitternder Hand befühlte er seine Hüfte,

um festzustellen, ob er in Hosen war oder nicht.

Doch es gelang ihm nicht.

Grunja!

Grunja!

Pyramidon!

Und Wasser!

Guten Tag,

mein allerbester Stepan Bogdanowitsch.

Verzeihen Sie, wie ich aussehe.

Et voilà!

Folgen Sie einer alten weisen Regel

und kurieren Sie Gleiches mit Gleichem.

Voilà!

Oh.

Würstchen.

Hoppla!

Verzeihen Sie!

Ach, Stepan!

Verehrter Stepan Bogdanowitsch, ich ahne, dass Sie gestern

nach dem Wodka Portwein getrunken haben, stimmt's?

Verzeihen Sie.

Ist zufällig passiert.

Na, ist Ihnen mein Name wieder eingefallen?

Woland.

Professor für schwarze Magie.

Wir haben gestern einen Vertrag über sieben Auftritte abgeschlossen

und vereinbart, dass wir uns heute um zehn treffen.

Und, wie Sie sehen...

Ta-da-da-da-dam!

... hier bin ich.

DIE MUSIKALISCHE KOMÖDIE "DER GROSSE SONNABEND"

Ja.

Stepan Bogdanowitsch? - Ja, ja, ich bin's.

Folgende Sache... - Was für eine Sache?

Bei mir sitzt dieser... Artist.

Woland.

Er fragt wegen der Vorstellung heute Abend.

Bonjour.

Grunja...

Ich bin in einer halben Stunde da.

Keine Sorge, Stepan Bogdanowitsch.

Der Kater gehört mir.

Grunja... - Ach, ja.

Grunja ist nicht da.

Ich habe sie in ihre Heimat geschickt. Sie beklagte sich,

dass Sie ihr den Urlaub vorenthalten.

So ist es doch besser.

Genosse!

Genosse!

Bist du blind?! - Nein.

Wo setzt du dich hin?! Guten Tag!

Ich sehe, Sie sind ein wenig verwundert,

hochverehrter Stepan Bogdanowitsch. Aber dazu besteht kein Anlass.

Dies ist mein Gefolge.

Und mein Gefolge braucht Platz.

Demnach ist einer von uns zu viel in der Wohnung.

Ich glaube,

dieser eine...

sind Sie. - Er! Er!

Er hat in letzter Zeit unglaubliche Schweinereien gemacht.

Er säuft und benutzt seine Stellung, um Frauen herumzukriegen,

weil er keine Ahnung von seinen Pflichten hat.

Er treibt Missbrauch mit dem Dienstwagen.

Ich verstehe überhaupt nicht, wie der Direktor werden konnte.

Er ist ebenso ein Direktor, wie ich ein Erzbischof bin.

Es ist Zeit, die Wohnung zu räumen.

Gestattet Ihr, Messere,

ihn verdammt nochmal aus Moskau rauszuwerfen?

Ja.

Miau.

Bon voyage!

Fort! Verschwinde!

Weiche, du Unreiner!

Alles bestens. Ruhig. Alles gut.

Ich flehe Sie an! Sagen Sie mir, wo bin ich?

Genosse, Sie sind in der Klinik von Dr. Strawinski.

In welcher Stadt?

Jalta. - Alexander Nikolajew...

Jalta.

Genossen! - Jalta.

Korowin im karierten!

Nein! Die Scheine sind von selbst reingeflogen! Von selbst!

Rubel! Keine Dollars, Rubel!

Professor...

Professor!

Ich habe noch nie Dollars in den Händen gehalten!

Ich muss heute noch zum Komitee fahren. Das weißt du, ja?

Wie viele freie Krankenzimmer haben wir?

Heute gab es wieder Neuzugänge.

Mein Freund, ich sehe, Sie wollen Ihr Mützchen nicht absetzen.

Praskowja Fjodorowna, lassen Sie uns die Dosis verdoppeln.

Die Schizophrenie-Symptomatik schwächt sich nicht ab.

Verstehen Sie, dass man ihn fangen muss?

Er wird noch jemanden umbringen! - Und wer ist dieser Neuzugang?

Er ist ein Dichter.

Stepan Bogdanowitsch!

Wie gefällt Ihnen unser Jalta?

Warum Jalta?

Wenn Lichodejew zu einem langen Trinkgelage aufbricht,

sagt er allen, dass er nach Jalta fährt.

Mit ihm ist Woland sanfter verfahren als mit Berlioz.

Stepan Bogdanowitsch hat Nachsicht verdient.

Er trinkt, damit er nicht alles sehen muss,

was im Theater vor sich geht.

Nun, also...

Das tut mir sehr leid.

Aber jetzt haben Sie die Zeit, sich ganz dem Roman zu widmen.

Wie wär's mit Abendessen?

Frühstück.

Ich komme morgen früh, um das neue Kapitel zu lesen.

So.

So. Und...

Und so.

Was ist das? - Ihr Honorar.

Und auch noch unzufrieden.

Wenn ein Stück vor der Premiere abgesetzt wird,

kann es sein, dass sie gar nichts zahlen.

Hier ist zumindest etwas.

Für ein halbes Jahr Arbeit?

Eine Sekunde. Iwan Saweljewitsch.

Grigori Danilowitsch...

Hier. Nehmen Sie.

Freikarten zur Premiere.

Danke, nicht nötig. - Karten sind unmöglich zu bekommen.

Kann man... auch vorteilhaft eintauschen.

Die vollständige Sytin-Ausgabe.

Ja.

Legen Sie die Bücher zu mir, damit sie nicht schmutzig werden.

Danke.

Kommen Sie her. Kommen Sie.

Ich dachte mir, warum nicht Abendessen am Morgen?

Woher dieser Luxus?

Nehmen wir mal an, ich habe in der Lotterie gewonnen.

Ich hätte nicht gedacht, dass Sie tanzen können.

Ich dachte, Sie wissen alles über mich.

Sie sind doch eine Hexe.

Vorsicht.

In unserer Familie ist überliefert, dass meine Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter

wegen Bundes mit dem Teufel verurteilt wurde.

Ich stelle mir vor, wie Sie übers nächtliche Moskau fliegen.

Auf einem Besen?

Möglich.

Und wenn mich die ruhmreiche sowjetische Luftwaffe

als feindliches Flugobjekt abschießt?

Nun, für die sind Sie unsichtbar.

Das heißt, auch Sie sehen mich nicht?

Doch, ich sehe Sie schon.

Und Sie sind...

nackt.

Wie wär's, wenn ich Sie zur Heldin meines Romans mache?

Das werden zwar nicht ganz genau Sie sein,

aber sie wird Margarita heißen.

Dann sollte sie einen Geliebten haben.

Einen Schriftsteller, der einen Roman über Pontius Pilatus schreibt.

Einen guten...

Schriftsteller?

Ihr gefällt er.

Das ist die Hauptsache.

Ist sie verheiratet?

Er ist ein sehr großer Spezialist,

der eine wichtige Entdeckung von nationaler Bedeutung gemacht hat.

Jung, schön,

gütig, anständig.

Vergöttert sie.

Aber sie hat ihn nie geliebt.

Knöpfen Sie das zu.

Und noch etwas.

Am Tag ihres Kennenlernens

wollte sie Selbstmord begehen.

Ich muss los.

Bald, sehr bald wurde sie meine heimliche Frau.

Sie kam zu mir am Morgen und verließ mich bei Sonnenuntergang.

Wenn sie kam, band sie sich als erstes eine Schürze um

und bereitete in der schmalen Diele das Frühstück zu.

"Der Administrator war aufgeregt und voller Energie.

Nach dem frechen Anruf zweifelte er nicht daran,

dass hier eine Gaunerbande ihre bösen Spielchen treibt

und dass diese Spielchen

etwas mit dem Verschwinden von Lichodejew zu tun haben..."

Niemand wusste von unserer Bindung, das versichere ich Ihnen.

Ihr Mann wusste nichts, ihre Bekannten wussten nichts.

Als die Maigewitter einsetzten

und vor den blinden Fensterscheiben das Wasser zur Pforte rauschte

und meine letzte Zuflucht zu überschwemmen drohte,

heizten wir den Ofen.

Ich schrieb, und sie las immer wieder das Geschriebene.

Sie wiederholte mit lauter, singender Stimme

einzelne Sätze, die ihr gefielen.

"... mit schlurfendem Kavalleristengang." Ich weiß nicht, irgendetwas anderes.

Sie versprach mir Ruhm und spornte mich an.

Und dann fing sie an, mich Meister zu nennen.

Sie sagte, dass in diesem Roman ihr Leben sei.

Wir gewannen einander so lieb, dass wir unzertrennlich wurden.

Und wir kamen zu dem Schluss, das Schicksal selbst habe uns

an der Ecke der Twerskaja zueinander geführt

und wir seien in alle Ewigkeit füreinander bestimmt.

"Pilatusserei."

Was ist das?

Die Meinung der sowjetischen Kritiker über mein Werk.

Warum sammeln Sie das?

Ich bin stolz darauf.

So viel hat man noch nie über mich geschrieben.

"Gottesschmierer unter dem Deckmantel eines Schriftstellers."

O. Latunski. - Das gefällt mir am besten.

"Wir müssen diesen üblen Eiterherd schändlichen Weißgardistentums,

der sich mit dem Feigenblatt der Literatur tarnt,

mit glühendem Eisen aus der sowjetischen Presse ausbrennen."

Wissen Sie, wo er wohnt? - Wer?

Latunski.

Im Haus der Dramlit in der Lawruschin-Gasse.

Wozu wollen Sie das wissen?

Margarita Nikolajewna! Was haben Sie vor?

Die Fenster bei Latunski einschlagen. - Mit dem Hammer?

Und wenn er weit oben wohnt?

An Kritikern und Henkern darf man nicht Anstoß nehmen.

Er macht das nicht aus Bosheit. Er tut nur seine Arbeit.

Aber was kann man dagegen tun? Ihn in einer Satire lächerlich machen?

Übrigens eine ausgezeichnete Idee.

Sie haben Ihre Methoden, ich habe meine.

Margarita Nikolajewna.

Ich hoffe, er ist zu Hause.

Guten Tag. - Machen Sie sich bekannt.

Aloisi. Drehbuchautor.

Filmautor.

Margarita...

Geliebte.

Muse.

Interessant, was für Romane mit einer solchen Muse entstehen.

Hat er versucht, in Gegenwart der Soldaten etwas zu predigen?

Er sagte nur, dass es kein größeres menschliches Laster gibt

als Feigheit.

Er muss an einem unbekannten Ort begraben werden.

Dieses Land ist voller Aberglauben.

Und täglich warten sie hier auf den Messias.

Sie haben zweifellos recht.

Und nun noch eine Frage.

Judas aus Kirjath.

Er ist doch für Jeschuas Verhaftung verantwortlich.

Ja?

Ich habe Kenntnis davon erhalten, dass dieser Judas

heute Nacht erstochen wird.

Heute Nacht? - Heute Nacht.

Deshalb bitte ich Sie, sich um diese Sache zu kümmern.

Das heißt, alle Maßnahmen zum Schutz des Judas aus Kirjath zu ergreifen.

Ich verstehe.

Aber heute Nacht...

Ich bin sicher, dass er heute Nacht erstochen wird.

Ich zähle auf Sie.

"Der dritte jedoch kauerte sich neben dem Ermordeten nieder

und schaute ihm ins Gesicht.

Bald darauf war nichts Lebendiges mehr auf der Straße.

Der entseelte Körper lag mit ausgebreiteten Armen."

Das handelt doch nicht nur vom alten Judäa.

Es geht um das Jetzt.

Sie reden ganz genau so.

Verstehen sich schon bei der ersten Andeutung.

Na, und...

es ist klar, wer der Chef des Geheimdienstes ist.

Und Pilatus ist doch...

Nun...

Bei uns im Studio verschwinden fast jeden Tag Leute,

und keiner stellt Fragen. Alle haben Angst.

Vielleicht ist er krank geworden?

Alles genau so wie in deiner verhexten Wohnung.

An deiner Stelle würde ich das niemandem sonst vorlesen.

Man kann nie wissen.

Und dir?

Hör mal.

Willst du mal mein neues Drehbuch lesen?

Die Idee dazu stammt natürlich vom Regisseur.

Aber ich hab das, glaube ich, ganz interessant umgesetzt.

Eine musikalische Komödie über eine Kolchose im Hollywood-Stil.

Hörst du?

Ja, und worum geht's?

Ein junger Traktorist verliebt sich in eine Melkerin.

Sie singt im örtlichen Gesangs- und... Tanzensemble.

Aber dann kommt eine Revisionskommission ins Dorf.

Alle werden entkulakisiert

und zum Schluss tanzen sie fröhlich.

Ich verstehe dich.

Es können sich nicht alle erlauben, so unversöhnlich zu sein.

Du musst ja keine Alimente zahlen.

Entschuldige.

Lust auf Theater am Sonntag?

Es läuft anstelle meines "Pilatus"

das Musical "Vorwärts in die Zukunft".

Nun, als Inspiration für dich.

Ein andermal.

Ich habe einen Abgabetermin beim Kulturbeirat.

Vorwärts!

In die Zukunft.

Ich muss sagen, ich habe noch nie

so viel Vertrauen in die Zukunft gesehen wie hier.

Lebt man im Morgen, denkt man weniger über Heute nach.

Besten Dank für die Einladung.

Ein großartiger Ort, um die Gesamtheit dessen,

was Sie jetzt Bevölkerung nennen, zu beobachten.

Dich begrüßt ein einfacher Arbeiter aus der Maschinenhalle.

Ich trete in die Partei ein.

Ich bin ein Sohn des Sowjetlandes!

Die alte Welt ist zerstört!

Aber die neue müssen wir erst noch erbauen.

Ach, wie gern möchte ich sehr bald diese neue Welt sehen!

In welches Jahr wollen wir uns begeben,

um mit eigenen Augen zu sehen, wie unser großes Land lebt?

Ich stelle den 30. Dezember des Jahres 2022 ein!

Los geht's!

Genau 100 Jahre nach der Gründung

unserer ruhmreichen und unzerstörbaren Sowjetunion!

Liebe Mädchen, wo sind wir jetzt?

In der Sowjetunion der Volksrepubliken.

Wie viele Republiken hat sie jetzt?

Alle. Alle Republiken der Welt.

Dann berichtet uns doch mal wie ihr hier lebt, in der Zukunft.

Davon werden wir lieber ein Lied singen.

Du kannst überall hingehen

Aber du wirst kein Land finden

Wo die Menschen

So gleich sind wie hier

Bin gleich wieder da.

... in unserem magischen Land

Wir haben genug von allem

Bei uns ist alles gleich verteilt

Uns fehlt's an nichts

Haben was anzuziehen und was zu essen

Guten Abend!

Guten Abend, Genossen!

Hallo, zusammen!

Entschuldigung, wer sind Sie? - Bitte sehr!

Ich verstehe nicht. Was ist hier los? - Lesen!

Von ganz oben. Hier.

Dahin.

Liebe Gäste, in unserem Programm gibt es ein paar kleine Änderungen.

Also, vor Ihnen erscheint jetzt

der berühmte ausländische Artist Monsieur Woland...

Woland, Woland, Woland!

... mit einer Vorstellung in schwarzer Magie.

Aber so etwas wie schwarze Magie gibt es nicht.

Maestro Woland freilich beherrscht die Technik der Tricks in hohem Maße,

was wir aus dem interessantesten Teil seiner Darbietung ersehen werden.

Das heißt, aus der Enthüllung dieser Technik.

Nun!

Bitten wir jetzt Maestro Woland,

die Séance der schwarzen Magie zu eröffnen.

Bravo! Bravo, bravo!

Sag mir, liebenswürdiger Fagott,

was meinst du?

Die Moskauer Bevölkerung hat sich doch beträchtlich verändert, oder?

So ist es, Messere.

Die Städter haben sich sehr verändert,

äußerlich gesehen, wie übrigens auch die Stadt selbst.

Da sind jetzt auf einmal diese Straßenbahnen,

Automobile.

Weit wichtiger, scheint mir,

ist allerdings die Frage:

Haben sich diese Städter innerlich verändert?

Ja, das ist eine überaus wichtige Frage, gnädiger Herr.

Aber wir haben uns festgeplaudert, lieber Fagott.

Das Publikum beginnt sich zu langweilen.

Zeige uns fürs Erste etwas möglichst Einfaches.

Etwas Einfaches!

Ja, Messere! Bravo, bravo!

So! Und so!

Ich sehe nichts.

Ich höre nichts.

Kugel, Kugel, flieg dahin, und den Menschen Freude bring!

Also...

Flieg!

Ja!

Geld, Geld, Geld!

Mehr, mehr!

Greift zu, greift zu!

Geld, Geld, Geld!

Wag es bloß!

Nur keine Scheu!

Es ist genug für alle da!

Greifen Sie zu! - Ich bitte Sie, hören Sie auf damit!

Was machen Sie da?

Beruhigen Sie sich! Hören Sie auf!

Meine Damen und Herren, was wir soeben gesehen haben,

ist ein Fall von sogenannter Massenhypnose

und ein vorzüglicher Beweis, dass es keine Magie gibt.

Genossen! Jetzt gleich...

Verschwinden Sie!

Die Geldscheine, meine Damen und Herren, sind echt.

Absolut.

Dieser Kerl hängt mir zum Halse raus. - Verzeihung?

Ständig steckt er seine Nase in Dinge, die ihn nichts angehen,

und schmeißt uns mit seinen Bemerkungen die ganze Vorstellung.

Bürger, was sollen wir mit ihm machen?

Schafft ihn weg! - Entlassen Sie ihn aus dem Theater!

Für immer! - Kündigen!

Den Kopf abreißen!

Genial.

Interessant...

Den Kopf abreißen!

Abreißen, abreißen, abreißen!

Keine Sorge! Hier, auf Ihren Lieblingsplatz!

Da, wo Sie für gewöhnlich stehen.

Ja, gut, bleiben Sie hier stehen. - Das ist nicht lustig!

Und, bist du bereit? - Bereit.

Und... eins!

Zwei!

Und...

Drei!

Gefangen, gefangen! Hab mein Köpfchen aufgefangen!

So! Asasello!

Wird er nochmal lügen oder nicht?

Um Gottes willen, quälen Sie ihn nicht! Verzeihen Sie ihm.

Messere!

Was befehlt Ihr?

Nun, sie sind Menschen wie andere auch.

Sie lieben das Geld.

Aber das war schon immer so.

Manchmal klopft Barmherzigkeit in ihrer Brust.

Erinnern an die von früher.

Bloß die Wohnungsfrage hat sie verdorben.

Nehmt die Wohnung, nehmt die Bilder,

aber gebt mir meinen Kopf wieder.

Setzt ihm den Kopf wieder auf!

Danke, danke.

Hören Sie mit diesem Unfug auf!

Jetzt, nachdem wir diesen Widerling abgeschoben haben,

und Ihre Taschen voller Tscherwonzen sind,

wollen wir

ein Damenatelier eröffnen!

Élégance! Magnifique! Incroyable!

Bonjour Moskau!

Unsere bescheidene Boutique

veranstaltet kostenlos einen Umtausch

sowjetischer Damenkleider und -schuhe

gegen Pariser Modelle der letzten Saison.

Guerlain,

Chanel No 5,

Mitsouko,

Narcisse Noir,

Abendroben,

Cocktail-Kleider.

Was? Keine Schüchternheit!

Beehren Sie uns in unserer Boutique!

Kommen Sie!

Ich! - Lieber nicht.

Keine Schüchternheit!

Oh! Bravo, bravo, bravo!

Oh, wir werden aus Ihnen einen Brillanten machen.

Ich bitte auf die Bühne.

Und schließen!

Allez hopp!

Hoppla!

Abrakadabra!

Voilà!

Bitte sehr!

Was ist? Ich bitte Sie, gehen Sie rein.

Allez hopp!

Abrakadabra! Voilà!

Wir stellen uns auf.

Wunderschön!

Bitte sehr!

Lass mich los!

Frechheit!

Und was wünschen Sie?

Meine Gattin hat Grippe. Darf ich vielleicht auch mitmachen?

Bitte sehr! Wie Sie wünschen!

Allez hopp!

Allez hopp!

Allez hopp!

Allez hopp!

Allez hopp!

Halt, halt, halt! - Allez hopp!

Voilà!

Aufgepasst, Monsieur et Mesdames!

In Anbetracht der vorgerückten Zeit wird der Laden geschlossen.

Ja, ja, ja, traurig. Ich verstehe, Sie haben es nicht mehr geschafft.

Was soll man machen? Aber es gibt auch eine gute Nachricht.

Alle Waren in den Auslagen gehören Ihnen!

Lass mich los! Despot und Bettler!

Bei uns ist alles gleich verteilt

Uns fehlt's an nichts

Haben was anzuziehen und was zu essen

Ja, nur trotzdem,

das Geld werden die Leute hier nicht so leicht abschaffen wie Gott.

Bei uns ist alles gleich verteilt, uns fehlt's an nichts

Haben was anzuziehen und was zu essen

Wunderbar.

Ist sie das?

Ihre Margarita?

Meine ist sie von zwölf bis fünf, fünf Tage die Woche.

Wie kann man hier nicht singen?

Satan hat hier das Sagen...

Hat das Sagen...

Was halten Sie von "Vorwärts in die Zukunft"?

Es wurde eine große Arbeit geleistet.

Warum sehen Sie sich so etwas an?

Um Inspiration zu schöpfen.

Und ist das hier...

auch zur Inspiration?

Dafür habe ich ein neues Kapitel geschrieben.

Wollen Sie es hören?

"Schwarze Magie"... - Lieber nicht hier.

Sie brauchen... einen Kulissenwechsel.

Im Traum ist mir heute

ein seltsamer, unbekannter Ort erschienen,

mit halbnackten Bäumen und dazwischen eine Art Blockhaus.

Und so wie die Tür dieses Blockhauses aufgeht,

treten Sie heraus.

In Lumpen.

Mit zerzausten Haaren

und großen Augen.

Sie winken mich zu sich,

und ich laufe über die Erdhügel im Sumpf zu Ihnen.

Und dann bin ich aufgewacht.

Das war doch nur ein Traum.

Margarita Nikolajewna, sind Sie das?

Und ich denke noch, ist das Ihr Hut oder nicht?

Sie sagten doch... - Natascha, das bin nicht ich.

Das ist eine andere Frau, die nur genauso aussieht wie ich.

Verstanden?

Natascha, das Hausmädchen.

Jetzt irgendwohin fliegen.

Ans Meer?

Dorthin, wo niemand ist außer uns.

Jedes Mal, wenn ich zu dir gehe, habe ich Angst.

Ich möchte nicht eines Tages kommen und du bist nicht da.

Ich habe entschieden,

dass ich dich mehr liebe als das Leben. Ich will nicht mehr lügen.

Ich würde schon jetzt bei dir bleiben, aber ich möchte es doch nicht so tun.

Ich werde mich mit ihm aussprechen. - Ich werde das nicht zulassen.

Mit mir nimmt es kein gutes Ende.

Ich will nicht,

dass du mit mir zugrunde gehst.

Ist das der einzige Grund? - Der einzige.

Das Letzte, woran ich mich in meinem Leben erinnere, ist,

ein Lichtstreifen aus meiner Diele,

in der ich ihre aufgelöste Haarsträhne

und ihre entschlossenen Augen sah.

"Morgen früh werde ich für immer zu dir kommen."

Wir fliegen von hier fort.

Wir treffen uns am Flughafen.

Das waren ihre letzten Worte in meinem Leben.

Ich liebe dich.

DER MEISTER UND MARGARITA

Und weiter?

Das ist alles.

Ich bin fertig.

Was? Nein, warten Sie. Das...

Das ist großartig.

Sie müssen das unbedingt zu Ende schreiben.

Was meinen Sie?

Was würde Woland als nächstes tun?

Sie fragen mich? - Ja.

Also, ich weiß nicht.

Ich denke, er würde diesen Abend feiern

und all die niedlichen, kleinen Ungeheuer

an einem Ort versammeln.

Das gefällt mir.

Ich weiß, wo wir heute Abend hingehen.

Eine perfekte Veranstaltung bei Lichodejew!

Nein, nein, bitte nicht. - Doch!

Als Inspiration! - Nicht heute.

Ich würde gerne vor der Abreise morgen ausschlafen.

Romane fordern Opfer,

große Romane große Opfer.

Nein.

Doch.

Dann geh ich da alleine hin. - Ja. Kannst du machen.

Bonjour.

Guten Abend. - Das Passwort?

Jalta.

Stepan Bogdanowitsch, begrüßen Sie die Gäste.

Ihre Gala ist wirklich ein Vampir.

Emotschka, mögen Sie schwarzen Kaviar?

Sehr. - Greifen Sie zu!

Oho! Was für eine Überraschung!

Was zieren Sie sich, mein Täubchen?

Treten Sie ein! Legen Sie ab!

Galotschka, kümmere dich bitte um unsere Gäste.

Genossen! Einen Trinkspruch!

Auf dem Ball bei Stjopa Lichodejew sind die üblichen Gesetze außer Kraft.

Hurra, Genossen!

Das ist doch das Zimmer von Berlioz. Ist er gar nicht hier?

Nun, der weilt schon lange nicht mehr unter uns.

Ich mach auf.

Sie fragen doch nach Hector Berlioz, dem französischen Komponisten?

Er wurde auf dem Friedhof Montmartre in Paris beigesetzt.

Einen anderen Berlioz kenne ich nicht.

Oh! Osaf! Mein Lieber!

Stepan Bogdanowitsch!

Willkommen. Guten Tag, mein Lieber.

Genosse Sheldybin.

Guten Tag.

Hier gibt es ja mehr Narkoms als an der Kremlmauer.

Sehen Sie den? Hinter mir in der Ecke.

Ist doch der Volkskommissar für Staatssicherheit.

Das stimmt.

Und Sie haben befürchtet, es wird langweilig.

Seht, Genossen, wen wir zu Gast haben.

Freut mich, Sie zu sehen.

Gehen wir.

Ich komme gleich. - Gut.

Verstehen Sie, das ist rein dienstlich. Nichts Persönliches.

Ich verstehe schon.

Einen Trinkspruch!

Kommen Sie, hier entlang.

Für die Leute, die versuchen, die Bourgeoisie zu zerstören,

sind sie ihr zu sehr ähnlich geworden. Was meinen Sie dazu?

Vielleicht stellen sie sich den Kommunismus so vor.

Und wir haben für Sie auch noch eine kleine Überraschung vorbereitet.

Hier, für Sie auf dieser Bühne,

tritt gleich ein neuer Theater- und Filmstar auf.

Ljubow... - Orlowa!

Sie dachten Orlowa?

Nein, Genossen.

Ljubow Bengalskaja!

Begrüßen wir sie!

Oh, Baron Maigel.

Verzeihen Sie, Genosse.

Genosse Maigel hat eine interessante Geschichte.

Er war in der Tat ein Baron.

Gerüchten zufolge wurde er vor die Wahl gestellt:

entweder drei Jahre im Straflager auf Solowki, oder...

Abend.

Also, hier bist du.

Ist das unser Schriftsteller, der ins Ausland reisen will?

Wie heißt es in dem Brief?

Er ist für die Rekrutierung verdeckter Ermittler

im kulturellen Bereich zuständig.

Was für Charaktere!

Das ist ein Ball der Toten, die nicht wissen,

dass sie bereits tot sind.

Meine Herren!

Ein Trinkspruch!

Lassen Sie uns das Glas erheben

auf den in einer einzelnen Wohnung erbauten Kommunismus!

Bravo!

Hurra, Genossen!

Entschuldigen Sie!

Im Ofen brannte das Feuer,

an die Fenster trommelte der Regen.

Und da geschah das Letzte.

Danke für den schönen Abend!

Jetzt weiß ich, wie ich den Roman beenden soll.

Dann schreiben Sie es auf, bevor Sie es vergessen.

Eine gute Idee.

Und ich helfe Ihnen dabei beim Packen.

Sagen Sie,

nehmen Sie den kleinen Pontius Pilatus mit?

Wahrscheinlich ist es nicht Pilatus.

Niemand weiß, wie er aussieht.

Das ist definitiv der Prokurator des antiken Judäa, Pontius Pilatus.

Woher wissen Sie das?

Woher ich das weiß? Weil ich ihn gesehen hab.

Genauso wie Sie jetzt.

Entschuldigung.

Ihr Roman ist so in meinem Kopf,

da wollte ich ein bisschen Woland spielen.

Erwarten Sie Gäste?

Die interessieren sich vielleicht für Ihre Manuskripte.

Machen Sie die Tür auf! Los!

Los! Wir brechen die Tür auf!

Genossen, beeilen Sie sich!

Wir starten in zwei Minuten!

Du wolltest die Beweisstücke

der antisowjetischen Propaganda loswerden?

Sinnlos. Wir wissen doch längst alles, was in deinem Manuskript stand.

Hättest es nicht verbrennen müssen.

Über die Straßenbahn, die dem stellvertretenden Vorsitzenden

des Sowjetischen Schriftstellerverbandes den Kopf abschneidet,

oder die Verunglimpfung der höchsten sowjetischen Staatsmacht.

Wer hat Ihnen das alles berichtet? - Unterbrich mich nicht!

Wer?

Nehmen wir mal an, deine Geliebte. Wie heißt sie denn gleich?

Margarita?

Das ist nicht wahr. - Aber was ist Wahrheit?

Die Wahrheit ist nur das, was sich in dieser Mappe befindet.

Vom ersten Tag an kam er uns allen unzuverlässig vor.

Konnte man ja gleich sehen: keiner von uns.

Ich hatte keine Ahnung, dass das Jesus sein sollte.

Was haben Sie denn gedacht, wer das ist?

Er hat gesagt, das ist Jeschua.

Ich bin Schauspieler, verstehen Sie? Ich spiele das, was man mir sagt!

Wer gehört noch zu dieser konterrevolutionären Gruppe?

Der Theaterdirektor Lichodejew?

Hat er dich angestiftet, das schädliche Werk zu schreiben?

Du warst doch erst kürzlich bei ihm zu Gast.

Er hat damit nichts zu tun.

Mich hat Professor Woland eingeladen.

Hör auf, die Ermittlungen zu behindern. Wir haben alles überprüft.

Bei Lichodejew warst du ganz allein. Im echten Leben gibt es keinen Woland.

Glauben Sie mir, er existiert.

Ich simuliere dir hier gleich einen solchen Wahnsinn,

dass dir Kolyma wie das Paradies vorkommt!

Euren Roman haben sie gelesen.

Ja.

Aber man bemerkte nur eines:

"Er ist leider nicht fertig."

Er ist mir auch zuwider,

dieser Roman.

Wegen ihm habe ich zu sehr gelitten.

Es interessiert mich nichts mehr.

Außer ihr.

Margarita?

Ja.

Aber sie hat Euch selbst gesagt, dass dieser Roman ihr ganzes Leben ist.

Und sie hat recht.

Darin können der Meister und Margarita für immer zusammen sein.

Aber das liegt ganz bei Ihnen.

Dazu müssen Sie den Roman beenden.

Das kann ich leider nicht.

Sie haben gesehen, wie ich ihn im Ofen verbrannt habe.

Manuskripte verbrennen nicht.

Was sind Sie?

Wer sind Sie?

"Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will

und stets das Gute schafft."

So heißt es doch, scheint mir, bei Wolfgang Goethe.

Sie sind da in eine sehr gefährliche Lage geraten.

Paragraph 58.

Vaterlandsverrat und Spionage.

In der Führung des Landes gibt es Leute,

die Ihr Schaffen aufmerksam verfolgen.

Dort...

wird es gern gesehen,

wenn gegen den Strich gestreichelt wird.

Verstehen Sie?

Sie verstehen.

Wir nehmen Sie wieder in den Schriftstellerverband auf.

Erst gibt es Honorare,

dann eine Datscha, dann ein Auto mit Chauffeur,

dann überhaupt alles.

Ihr Opfer ist...

sinnlos.

Aber Ihr Opfer nicht.

Was?

Man wird Sie auf dem Ball opfern.

Auf welchem Ball?

Auf dem Ball des Satans.

Sie werden die Hauptunterhaltung für die Gäste sein.

Und die Königin höchstselbst

wird Ihr Blut aus dem Schädel von Berlioz trinken.

Was für ein Unsinn. Was faseln Sie da?

Woland erwartet Sie schon.

Sie haben tatsächlich den Verstand verloren.

ZWANGSBEHANDLUNG

Mein Lieber,

hatten Sie schon einmal Halluzinationen?

Was ist mit diesen jenseitigen Kräften,

über die Sie in Ihrem Roman schreiben?

Denken Sie, dass die wirklich existieren?

Wo sind die Beweise?

Aber sie hat Euch selbst gesagt, dass dieser Roman ihr ganzes Leben ist.

Und sie hat recht.

Darin können der Meister und Margarita für immer zusammen sein.

Aber das liegt ganz bei Ihnen.

Dazu müssen Sie den Roman beenden.

Wir werden Ihnen helfen.

Fangen wir mit 30 Milligramm Morphin an.

Sie werden heute Nacht wunderbar schlafen

und sich besser fühlen.

Darf ich um etwas bitten? - Ja, mein Lieber.

Bleistift und Papier.

Das ist nicht erlaubt.

Die Diagnose lautet dissoziative Persönlichkeitsstörung,

paranoide Schizophrenie.

Wir verordnen Elektroschock-Therapie.

Beginnen wir mit 100 Volt.

Kapitel 1:

Sprechen Sie nie mit Unbekannten.

An einem heißen Frühlingsabend erschienen bei Sonnenuntergang

auf dem Moskauer Patriarchenteichboulevard...

140.

Für deine Geschichten, damit die Blätter nicht verlorengehen.

Der Poet war aufs Drehkreuz zugestürzt...

Kapitel 19:

Ihnen wird es besser gehen. - Versteck sie!

Margarita.

Genug für heute.

DER MEISTER UND MARGARITA

Sie weiß nicht, wo ich bin

und wird es nie erfahren.

Du hättest sie über dich informieren können.

Sie hätte einen Brief aus dem Irrenhaus erhalten.

Kann man einen Brief schicken, wenn man so eine Adresse hat?

Als Geisteskranker?

Du kannst rauskommen, mein Freund.

Wir sehen uns dann auf der Parade, meine Liebe.

Nein.

Soll ich sie unglücklich machen?

Nein, dazu bin ich außerstande.

Links! Links! Eins, zwei, drei!

Links! Links!

Eins, zwei, drei!

Links! Links! Eins, zwei, drei!

FRIEDEN - ARBEIT - MAI

Aloisi?

Was ist mit ihm?

Ich verstehe nicht. Von wem reden Sie?

Lebt er?

Woher soll ich das wissen?

Hast du jemandem von dem Roman erzählt?

Sie sind außer sich. Gehen Sie!

So! Gehen Sie!

Sag mir, wo er ist.

Praskowja Fjodorowna.

Ich hab's zu Ende geschrieben.

Ich habe eine Bitte an Sie.

Sollte jemals eine Frau hierher kommen

und nach mir fragen,

so übergeben Sie ihr bitte das Manuskript.

Sie heißt... - Margarita.

Und Sie sind der Meister. Ich hab alles gelesen.

Gut.

Leg dich hin.

Morgen früh nach dem Aufstehen

gehen wir zusammen zu den Behandlungen.

Ich bin gekommen, um mich von Ihnen zu verabschieden.

Leider kann ich nicht mehr Ihr Nachbar sein.

Ich werde mein Wort halten

und keine Gedichte mehr schreiben.

Mich interessiert jetzt etwas anderes. Ich möchte etwas anderes schreiben.

Während ich hier herumlag, habe ich vieles begriffen.

Das ist gut.

Das ist gut.

Hören Sie das? - Ein Gewitter zieht auf.

Nein.

Ich werde gerufen.

Es ist Zeit für mich.

Vollmond.

Wie damals.

Bei Vollmond plagt ihn immer die Schlaflosigkeit.

Er sagt immer das Gleiche:

dass er bei Vollmond keine Ruhe hat und dass er einen schlechten Beruf hat.

Davon redet er immer, wenn er nicht schläft.

Und wenn er schläft, dann sieht er immer das Gleiche:

einen Pfad bei Mondlicht,

den er betreten will,

zusammen mit dem Häftling Ha-Nozri,

der behauptet,

etwas nicht zu Ende gesprochen zu haben.

Jetzt können Sie Ihren Roman mit einem Satz beenden.

Du bist frei.

Ihr Roman wird noch Überraschungen bereithalten. Sie werden sehen.

Das ist sehr traurig.

Nein, das ist nicht traurig.

Das ist nicht traurig.

Ich weiß nicht, wie das Krankenhaus ohne Sie auskommen würde.

Vielleicht sollten Sie Leiterin werden. Sich befördern lassen!

Professor Strawinski. - Ja.

Wie sind Sie hier reingekommen?

Ja, ich höre.

Sie haben einen Patienten, er ist Schriftsteller.

Tut mir leid.

Ich habe verboten, Informationen über unsere Patienten herauszugeben.

Wie sind Sie hier reingekommen? - Ich muss ihn unbedingt sehen. Bitte.

Bedauere, ich kann Ihnen nicht helfen.

Ich bitte Sie, diese medizinische Einrichtung umgehend zu verlassen.

Bitte geleiten Sie sie hinaus, Genosse.

Ich weiß, dass er hier ist!

Nehmen Sie Ihre Hände weg!

Sie haben ihn ruiniert, nicht wahr?

Beschimpfungen

sind die übliche Belohnung für eine gut gemachte Arbeit.

Praskowja Fjodorowna...

Gleich, gleich.

Warten Sie!

Ich begleite sie hinaus. Zurück an die Arbeit.

Los, los.

Sie sind Margarita, oder? - Woher kennen Sie mich?

Ich hab Sie sofort erkannt.

Man hat mich gebeten, Ihnen dies zu übergeben.

Wer hat Sie gebeten? - Wer?

Der Meister.

Ich muss ihn sehen.

Margarita Nikolajewna.

Wjatscheslaw Sergejewitsch teilt mit, dass sein Zug erst morgen abfährt.

Für heute bist du entlassen.

Danke, Natascha.

An einem heißen Frühlingsabend erschienen bei Sonnenuntergang

auf dem Moskauer Patriarchenteichboulevard zwei Männer.

Der eine trug einen...

Berlioz hatte bei Besdomny ein antireligiöses Poem

für die nächste Ausgabe in Auftrag gegeben.

... konnte den Manegenplatz sehen.

Gegen die grelle Sonne blinzelnd, erinnerte sich Margarita,

wie sie vor genau einem Jahr, am selben Tag und zur selben Stunde

mit ihm hier auf dieser Bank gesessen hatte.

Weiter vorn näherte sich ein Trauerzug.

"Wen sie dort wohl zu Grabe tragen mit solch merkwürdigen Gesichtern?"

Berlioz Michail Alexandrowitsch,

den Vorsitzenden der MASSOLIT.

Dann sind das also Schriftsteller, die hinter dem Sarg gehen?

Selbstredend.

Sagen Sie, ist der Kritiker Latunski dabei?

Ich sehe, Sie hassen diesen Latunski.

Margarita Nikolajewna.

Man hat mich hergeschickt, um Sie für heute Abend einzuladen.

Zu einem sehr respektablen Ausländer.

Außerdem wird keine Menschenseele von diesem Besuch erfahren.

Und Sie werden diese Gelegenheit nutzen...

Heißt das, ich könnte dort etwas über ihn erfahren?

Hier. Nehmen Sie das.

Sie werden es brauchen.

Margarita Nikolajewna saß am Schminktisch,

sie trug nur einen Morgenmantel auf dem nackten Körper.

Auf einem vom Notizblock abgerissenen Blatt

schrieb sie mit Bleistift rasch mit großen Buchstaben die Mitteilung:

Verzeih mir und vergiss mich so schnell wie möglich.

Ich verlasse dich für immer.

Suche nicht nach mir, das wäre nutzlos.

Ich bin eine Hexe geworden

vor Kummer und Nöten, die über mich hereingebrochen sind.

Ich muss weg. Leb wohl.

Heute Abend, genau um halb zehn,

werden Sie sich nackt ausziehen

und sich das Gesicht und den ganzen Körper

mit dieser Creme einreiben.

Mit der Fingerspitze strich sich Margarita

etwas von der Creme auf die Hand.

Dabei roch es ziemlich stark nach Sumpfschlamm.

Die Creme trug sich leicht auf,

und wie es Margarita schien, verdampfte sie sofort.

Nach einigen Reibungen blickte Margarita in den Spiegel.

Margarita Nikolajewna, ist alles in Ordnung?

Wie...

VORWÄRTS IN DIE ZUKUNFT

KUNST FÜR DIE MASSEN

KUNST FÜR DIE MASSEN

Gestattet mir, mich Euch vorzustellen.

Korowjew.

Ihr wundert Euch, dass kein Licht brennt?

Ihr denkt natürlich, aus Sparsamkeit? Nein, nein, nein!

Der Messere mag nur kein elektrisches Licht.

Bitte sehr!

Bitte!

Am meisten wundert mich, wie das alles hier Platz hat.

Das ist das einfachste von allem.

Wer mit der fünften Dimension vertraut ist, dem macht es nichts aus,

den Raum bis zur gewünschten Größe zu erweitern.

Es hat sich die Tradition etabliert, dass die Ballkönigin

erstens Margarita heißen

und zweitens aus dem Ort stammen muss.

Ich hoffe, Ihr wollt diese Pflicht übernehmen.

Ich will.

Folgt mir.

Der Messere entschuldigt sich, dass er Euch so formlos

im Schlafzimmer empfängt.

Und so geht sie durch.

Schach.

Kommen Sie, kommen Sie.

Bitte sehr! Ohne Scheu. Ich bitte Sie.

Schlimm steht's, teurer Behemoth.

Die Lage ist ernst, aber keineswegs hoffnungslos.

Bitte! Ins Schlafzimmer, ins Schlafzimmer!

Ich grüße Euch,

meine schöne Königin.

Tretet ein.

Ich bitte Euch, meine saloppe Aufmachung zu entschuldigen.

Ich grüße Sie, Messere.

Das Blut.

Das Blut macht sich immer bemerkbar.

Margarita war aufgeregt, ihr war schwindlig

und sie nahm ihre Umgebung nur verschwommen wahr.

Sie sah aber, dass der Raum, in dem man sie für den Ball zurechtmachte,

aus schwarzem Glas oder rauchfarbenem Gestein bestand.

Es wird nicht leicht.

Ehrerbietung.

Wenn Euch einer nicht gefällt, Ihr dürft es nicht einmal denken!

Man würde es sofort bemerken! Unaufmerksamkeit verzeiht niemand!

Bitte sehr! Das Füßchen hierhin.

Ihr wunderschönes Füßchen.

Ja, genau so.

Wo sind denn die Gäste?

Nur noch zehn Sekunden bis Mitternacht.

Es geht gleich los.

Gestatten Sie, Königin,

ich gebe das Signal.

Ich, ich... Los!

Ball!

Monsieur Jacques nebst Gattin!

Ich stelle Euch, Königin, einen der interessantesten Männer vor.

Er wurde berühmt,

weil er im Jahre 1450 die Geliebte des Königs vergiftete.

Eure Majestät.

Danke vielmals.

Die Königin ist entzückt!

Die Königin ist entzückt!

Signora Tofana!

Sie erfreute sich außerordentlicher Beliebtheit

bei den jungen, reizvollen Frauen von Neapel,

namentlich bei denen, die ihrer Ehemänner überdrüssig waren.

Es kommt schließlich vor, dass eine Frau ihres Gatten überdrüssig wird.

Ja. - Signora Tofana verkaufte ihnen eine Flüssigkeit.

Eine Ehefrau goss die Flüssigkeit ihrem Gatten in die Suppe,

und am nächsten Tag war sie so frei wie der Wind!

Bitte sehr! - Messere!

Die Königin ist entzückt! Bitte sehr!

Eure Majestät. - Wir sind entzückt!

Wir sind entzückt!

Die Königin ist entzückt! - Wir sind entzückt!

Und das sind neue Gäste. - Ganz frische.

Dieser wollte sich eines Mannes entledigen,

dessen Enthüllungen er außerordentlich fürchtete.

Daraufhin ließ er seinen Sekretär

Gift auf die Wände seines Arbeitszimmers sprühen.

Wir sind entzückt, Schwarze Königin!

Wir sind entzückt! - Wir sind entzückt!

Entzückt! - Entzückt! Entzückt!

Unten strömte der Fluss der Gäste.

Seine Quelle, der mächtige Kamin, speiste ihn fort und fort.

So verging eine Stunde, und eine zweite brach an.

Margarita interessierten nicht mehr die Herzöge, Giftmischerinnen,

Galgenschwengel, Kupplerinnen, Kerkerknechte, Falschspieler,

Scharfrichter, Denunzianten, Verräter, Sittenstrolche.

Die Namen verwirrten sich in ihrem Kopf.

Die Gesichter verflossen zu einem einzigen Teig.

Margarita knickten die Beine ein,

und sie befürchtete, jeden Moment loszuheulen.

Die Königin ist entzückt!

Entzückt! - Entzückt!

Die Königin ist entzückt!

Und das ist Frida. Sie war Bedienstete in einem Kaffeehaus

und der Prinzipal rief sie in den Vorratsraum.

Neun Monate später gebar sie einen Knaben,

trug ihn in den Wald,

stopfte ihm ein Tuch in den Mund

und grub ihn ein.

Ich bin glücklich, zum großen Vollmondball eingeladen zu sein.

Übrigens... Bitte sehr.

Ihr Tüchlein! Nehmen Sie es!

Ja.

Ich bitte Sie.

Frida. - Ich bitte Sie.

Frida.

Ich heiße Frida.

Ich bitte Sie! Champagner! Hier wird Champagner serviert!

Wieder befand sie sich, von Korowjew begleitet, im Ballsaal,

doch jetzt wurde nicht mehr getanzt.

Die Gäste drängten sich zwischen den Säulen.

Mit dem letzten Schlag einer unsichtbaren Uhr

senkte sich Schweigen auf die Menge der Gäste.

Dann sah Margarita Woland wieder.

Alles ist eingetroffen, Michail Alexandrowitsch.

Ihr Treffen hat nie stattgefunden, nicht wahr?

Und Ihr Kopf wurde von einer Frau abgeschlagen.

Das ist doch wohl ein Faktum.

Und ein Faktum ist das Hartnäckigste, was man sich denken kann.

Sie waren stets ein leidenschaftlicher Vertreter der Theorie,

dass nach Trennung des Kopfes vom Rumpf

das Leben im Menschen aufhört und er ins Nichtsein eingeht.

Was für eine dumme Theorie.

Nun, alle diese Theorien nehmen sich nichts.

Meine Theorie: Jedem wird das zuteil, woran er glaubt.

Sie verschwinden ins Nichtsein, und ich trinke aus dem Kelch,

in den Sie sich verwandeln werden, auf das Sein!

Den Kelch!

Es läutet! Da ist er!

Ich komme, ich komme!

Ich empfange ihn! Ich komme!

Wohin führen Sie mich?

Bitte sehr! Bitte sehr!

Ich darf den ehrenwerten Baron Maigel vorstellen.

Alle haben auf Sie gewartet! Kommen Sie!

Ich bitte Sie.

Bitte.

Apropos,

Herr Baron.

Man hört Gerüchte über Eure außergewöhnliche Wissbegier.

Mehr noch, böse Zungen gebrauchen bereits die Worte Spitzel und Spion.

Das führt spätestens in einem Monat zu Eurem traurigen Ende.

Nun wohl,

wir erlösen Euch

vom quälenden Warten.

Meine Herrschaften!

Auf Eure Gesundheit!

Trinkt.

Trinken Sie. Es ist Wein.

Fürchtet Euch nicht, Königin. Das Blut ist längst in der Erde versickert.

Da, wo es vergossen wurde, wachsen längst schon Weintrauben.

Bitte sehr, Königin.

Setzt Euch.

Nun, seid Ihr sehr erschöpft?

O nein, Messere.

Die Vollmondnacht

ist eine festliche Nacht. Heute speise ich im engen Kreis

meiner Diener und Vertrauten zu Abend.

Und mit meinen Gästen.

Trinkt!

Purer Alkohol.

Möchtet Ihr vielleicht noch etwas zum Abschied sagen?

Nein.

Nichts, Messere.

Nur, wenn Sie mich wieder einmal brauchen,

bin ich gern bereit, alles zu tun, was Sie wünschen.

Bravo! - So gehört es sich auch!

Ihr habt die Prüfung bestanden.

Denkt daran:

Bittet nie jemanden um etwas.

Niemals. Niemanden.

Vor allem keinen, der stärker ist als Ihr.

Man wird Euch alles von selbst offerieren und geben.

Also, Margot.

Was wollt Ihr dafür,

dass Ihr meine Ballkönigin wart?

Nur Mut. Sprecht ohne Scheu.

Denn ich hab's Euch angeboten.

Nennt mir

Euren Wunsch.

So darf ich denn vielleicht um eine Sache bitten.

Fordert es.

Ich möchte, dass man Frida nicht mehr das Tuch reicht,

mit dem sie ihr Kind erstickte.

Ihr seid wohl ein Mensch mit hoher Moral.

Nein, Messere.

Ich sage Ihnen ganz offen, dass ich deshalb für Frida bitte,

weil ich so unvorsichtig war, ihr feste Hoffnungen zu machen.

Also, das zählt nicht, Margot.

Was wollt Ihr für Euch selber,

stolze Frau?

Ich wünsche mir jetzt sofort meinen Geliebten zurück.

Den Meister.

Und alles soll so sein wie früher.

Bitte lassen Sie uns in den Keller in der Arbat-Straße zurückkehren.

Das gibt es gar nicht, dass alles so wie früher wird.

Aber wir versuchen's.

Du bist es!

Zweifle nicht daran, ich bin es.

Du gleichst tatsächlich einer Hexe.

Ich bin eine Hexe.

Und ich bin froh darüber.

Ich mach keine Dummheiten, ich tu keinem was.

Ich repariere den Primuskocher.

Außerdem halte ich es für meine Pflicht, darauf hinzuweisen,

dass der Kater ein uraltes und unantastbares Tier ist.

Nun, Sie unantastbarer Bauchrednerkater,

dann bemühen Sie sich mal hierher.

Schießt auf ihn!

Alles aus.

Tretet für einen Moment hinweg von mir

und lasst mich Abschied nehmen von der Erde.

Das Netz!

Los!

He! Hol's raus! Es kann explodieren!

GAS IN JEDES SOWJETISCHE HAUS

Eine interessante Stadt, oder?

Messere, Rom gefällt mir besser.

Die Finsternis, die vom Mittelmeer herüberkam,

deckte die dem Prokurator verhasste Stadt zu.

Alle Rechnungen sind beglichen?

Ja.

Die Zeit

ist gekommen.

Es ist soweit.

Horch, die Stille.

Horch und genieße das,

was dir nie im Leben gegeben war:

die Lautlosigkeit.

Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will

und stets das Gute schafft.

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.