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Untertitelung des
ZDF,
2020
Wer sind die neuen Nachbarn?
Sie besitzen nicht einmal einen
eigenen Wagen. Sie haben drei Droschten gemietet. Und die Möbel, die Sie
mitgebracht haben, sind nicht gerade das, was man elegant nennt, Madame.
Naja, es hätte schlimmer sein können.
Immerhin, eine Prinzessin.
Ist das so besonders?
Ich meine, wir könnten nach Hause schreiben, wir haben eine Prinzessin als
Nachbarin.
Es ist nicht gerade sehr höflich, junge Damen, so anzustarren, junger Mann.
Wo fährst du hin? In die Stadt. Kann ich mitkommen? Nein, heute nicht.
Hey! Warum freust dich denn so? Hast du eine Krähe geschossen?
Nein, ich habe überhaupt nichts getroffen.
Hast du schon auf der Jagd gefahren? Ja, schon. Und hier und früh. Komm, wir
machen ein Rennen. Du wirst ganz schnell aufgeben.
Doch, ich gewinne doch immer. Aber nie, nie, nie.
Komm, Janosch, los. Komm auf.
Du wirst nicht
aufgeben.
Ich fliege auf.
Aber die Bäume stehen.
Warum antwortest du nicht, wenn ich dich rufe? Habe ich doch.
Wo ist dein Vater hingefahren?
In die Stadt.
In die Stadt?
Nie ist er da, wenn ich ihn brauche.
Was ist denn passiert?
Ich habe einen Brief bekommen von dieser Prinzessin, von so einer Nacht, von der
Prinzessin eingeladen werden. War das Wesen?
Ja, und ihre Autografie ist auch nicht die beste.
Sie fängt ziemlich gewöhnlich an. Auf jeden Fall scheint sie irgendwas zu
wollen. Ich fürchte, wir müssen sie einladen. Du brauchst nicht alles zu
Geh hinüber und lass sie für morgen zum Mittagessen ein. Und die Tochter? Na,
die auch.
Wo gehst du hin? Was wollen Sie?
Ist Prinzessin Lassekina zu Hause, bitte? Von die Fahrt hin? Warst du schon
der Polizeistation?
Da ist Besuch für Sie.
Ist jemand gekommen?
Der junge Mann von nebenan.
Gehen herein, dann gehen herein.
Bitte kommen Sie in den Salon, Monsieur.
Verzeihung. Sind Sie Prinzessin Lassekina?
Ja, ja, ja, ich bin Prinzessin Lassekina.
Und Sie sind der Sohn von unserem Nachbarn. Setzen Sie sich.
572. Entschuldigen Sie die Unordnung. Wir sind eben gerade eingezogen.
503.
Setzen Sie sich doch.
Da.
Nehmen Sie doch die Bücher weg.
Na?
Ich komme im Auftrag meiner Mutter.
Was hast du mit meinen Schlüsseln gemacht?
Sie haben sie nicht gesehen, oder? Nein.
Nein.
Meine Mutter fragt, ob Sie und Ihre Tochter morgen zum Essen kommen wollen.
Aber gern, aber gern. Es freut uns sehr.
Wir kommen sofort.
Sie sind noch sehr jung. Wie alt sind Sie?
16. Ja, ja, das sind die blühenden Jahre.
Sie brauchen nicht förmlich mit mir zu sein. Wir leben sehr simpel.
Kommen Sie oft aufs Land?
Nein. Mein Vater hat das Haus nur für diesen Sommer gemietet.
Aber seine Familie hat früher hier gelebt.
Im gleichen Haus?
Nein, nein, das alte Haus ist fast ganz zerstört.
Ach, ich mag das Landleben nicht. Ich bin so langweilig. Vor allem am Abend,
gibt es gar nichts zu tun.
Und diese Fliegen.
Trotzdem, nach all dem Unruhen in der Stadt ist es hier wahrscheinlich
Ach, die Naida, da liegt der Sohn unserer Nachbarn. Wie heißen sie
gesagt?
Alexander. Ach, Alexander.
Ich kannte einen Polizeioffizier Alexander.
Ein Traum von meinem...
Dann die Fati.
Ich habe die Schlüssel gefunden.
Kannst du aufhören zu schieben. Ich habe ihn schon gesehen, den Monsieur
Alexander. Darf man sie so nennen? Wo, wo hast du ihn gesehen? Sind Sie
beschäftigt im Moment?
Nein. Gut, Sie können mir helfen, Wolle aufzunehmen. Gehen Sie nur, sie wird Sie
schon nicht beißen.
Was haben Sie gestern von mir gedacht?
Ich glaube, ich habe Ihnen nicht so ganz gefallen, oder?
Sie kennen mich noch nicht.
Ich bin sonderbar.
Ich will, dass man mir immer die Wahrheit sagt.
Sie sind 16.
Und ich bin 21.
Sie sehen also, ich bin viel älter als Sie.
Und deshalb müssen Sie mir immer die Wahrheit sagen.
Und mir gehorchen.
Schauen Sie mich an.
Warum schauen Sie mich nicht an?
Ich mag Sie.
Ich mag Ihr Gesicht.
Ich habe das Gefühl, wir werden Freunde.
Mögen Sie mich auch?
Prinzessin. Zuerst einmal nennen Sie mich Sinaida.
Und dann, ich verstehe wirklich nicht, warum Kinder, ich meine junge Männer,
niemals das sagen, was sie empfinden. Das sollen die Erwachsenen tun.
Also gefalle ich Ihnen.
Doch, doch, Sie gefallen mir sehr.
Ich meine es ganz ehrlich.
Gehen Sie noch zur Schule?
Naja.
Es ist so eine Art Schule.
Es ist eigentlich viel mehr. Ich bin Student.
Ich werde bald auf die Universität gehen.
Ich sehe, Sie sind schon völlig erwachsen.
Wie sie mich anschauen.
Die Narita, komm.
Der Lord hat dir ein Fettchen gebracht.
Ein Kätzchen. Oh, bist du süß. Ja, komm doch mal her.
Ja, komm, schau doch mal das Schwänzchen. Ja, bist du niedlich. Ja,
Gestern haben Sie gesagt, Sie möchte ein ostbraun geflecktes Kätzchen mit großen
Ohren. Ihr Wunsch ist mir befehlt. Und heute bringe ich ihn ein.
Oh, Tiri.
Oh, danke vielmals. Sie sind so wunderbar.
Bonifatio, schnell die Milch. Ist es hungrig?
Sie hätten mich gar nicht glücklicher machen können. Es ist so lieb von Ihnen.
Immer zu Ihren Diensten.
Ein Soldat für meine Königin. Was für ein rosiges Zünglein das hat.
Und was für ein großes Maul.
Maul? Damit ich dich besser fressen kann.
Trau das raus, Bonifati.
Für das Kätzchen ein Küsschen.
Zwei Küsschen.
Warum gehen Sie denn schon?
Ich muss nach Hause.
Also kann ich meiner Mutter sagen, dass Sie kommen morgen.
Tun Sie das, junger Mann. Tun Sie das.
Besuchen Sie uns doch wieder, Monsieur Alexander.
eine Zeit lang im Parviz gelebt.
War ziemlich reich.
Aber hat sein ganzes Vermögen verspielt.
Und dann, aus unerfindlichen Gründen, wahrscheinlich sogar wegen ihres Geldes,
hatte die Tochter das kleine Beamten geheiratet. Sehr gewöhnliche Familie.
Aber sie hatte wieder angefangen zu spielen.
Diesmal mit ihrem Geld und hat ein zweites Mal Bankrott gemacht.
Können wir hoffen, dass sie kein Geld von uns will? Kann schon sein.
Aber das hat ja nichts mit dem morgigen Essen zu tun.
Hast du nicht gesagt, du hast die Tochter auch eingeladen?
Ich habe gehört, sie soll ein sehr charmantes und gebildetes Mädchen sein.
Hat sie ja nicht viel Ähnlichkeiten mit ihrer Mutter.
Mit dem Vater auch nicht.
Er war zwar auch gebildet, aber dumm.
Ist das die junge Prinzessin? Ja.
Hast du schon kennengelernt?
Ja, heute Morgen, als ich ihre Mutter besucht habe.
Ach, diese Regierung.
Von der brauchen Sie mir doch nichts zu erzählen. Man sollte meinen, dass die
einen ein bisschen respektieren. Aber nein, nicht so viel.
Die Leute kennen keinen Respekt mehr. Darf ich?
Bitte. Das schmeckt aber köstlich.
Ja, und die Schulden, die mir mein Mann hinterlassen hat.
Es hat Zeiten gegeben, da konnte man in meiner Position mit Kredit rechnen. Aber
heute, da sagen die, wir sollen demokratisch sein. Ist es demokratisch,
einer alten Witwe jede Möglichkeit nimmt, anständig zu leben?
Ach, bevor ich es vergesse. Ich war heute Morgen auf der Post.
Alle Verbindungen zur Stadt sind unterbrochen. Ich wollte es Ihnen nur
falls Sie es noch nicht wissen.
Also, dieser Botschafter war tot. Schon seit einigen Jahren, glaube ich. Von
welchem Land war er denn Botschafter? Keine Ahnung.
Alles ist so konfus in letzter Zeit.
Jedenfalls hat ihn der Diener in den Keller hinuntergeführt und da war das
Pferd. Im Keller?
Dort haben sie es versteckt. Das sollte ja niemand davon wissen.
Ist das das Mädchen, von dem Sie vorhin gesprochen haben?
Sie ist aber hübsch, die.
Wirklich sehr hübsch.
Ah, ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Von einem der Balkanländer, glaube ich.
Aber Sie sagten doch, er ist tot.
War er auch. Es war nur sein Haus.
Wo kommt denn dieser Lärm her?
Von der Fabrik nebenan. Ach ja, wo die scheußlichen Tapeten gemacht werden.
Merkwürdig, dass man an ein so schönes Herrenhaus eine so hässliche Fabrik
angebaut hat.
Tja, wissen Sie, der Besitzer war durch finanzielle Schwierigkeiten gezwungen,
den einen Flügel des Hauses zu verkaufen.
Und daraus hat man dann eine Fabrik gemacht. Ah, je comprends.
Und Sie haben den Hauptrat gemietet? Ja.
Die Familie Ihres Gatten hat hier einmal gelebt, nicht wahr?
Nicht hier, in der Nähe. Ach ja, seine Familie war doch sehr wohlhabend, oder?
Und dann haben Sie alles verloren.
Ach, deshalb hat er Sie geheiratet.
Na jedenfalls ist es furchtbar, furchtbar.
Entschuldigung, die Zeitung. Ja, legen Sie es da rüber. Also, Sie kennen doch
sicher die höheren Beamten in diesem Distrikt.
Ich fürchte nein. Das ist aber gut. Deshalb habe ich mich an Sie gewandt und
Ihren lieben Garten. So ein distinguierter Gentleman. Sie würden mir
großen Gefallen erweisen, wenn Sie diesen Leuten sagen, Sie sollen mir
Ruhe lassen, meinen Frieden. Die Polizei kann so diffizil sein, wenn man keinen
Einfluss hat.
Ich denke, wir können da kaum etwas tun.
Dann ist das erledigt. Gut.
So ein köstliches Essen.
Frische Früchte, Obst.
In der Stadt. findet man sowas nicht heutzutage. Und der Käse dort ist
Sie wissen gar nicht, was Sie für ein Glück haben, hier auf dem Lande die
so bewirten zu können. Wir wissen nicht, was wir unseren Gästen vorsetzen
sollen. Und der Wein, den man bekommt, schmeckt nach vollem Wasser.
Ungenießbar.
Naja, sehr lieb.
So, darf ich mich ganz herzlich bedanken. Ich habe mich wirklich der
unterhalten. Oh, es macht Ihnen doch nichts aus, wenn ich Ihre Zeitung leite,
oder? Ja.
Geht Ihr weiter eigentlich noch?
Ich sorge dafür, dass Sie die Zeitung zurückbekommen. Ja?
Ja. Also ich verpasse mich ganz auf Ihre Perfektion. Nichts anderes.
Wir tun natürlich was wir können. Oh,
ihr Diener begleitet uns. Das finde ich auch reizend. Können Sie zu unserer
Soiree heute Abend machen?
Unbedingt.
Es ringt mir immer noch, leider.
Nun ja, hier stehe ich, eine Prinzessin. Nichts Geringeres.
Aber was nützt der schönste Titel, wenn man nicht genug zu beißen hat?
Hochniesige Tochter.
So was da.
Mit einer Arroganz.
Mit einer Einbildung.
Ich möchte nur wissen, auf was.
Ihrer Mien de Grisette.
Hast du überhaupt schon mal eine Grisette gesehen?
Gott sei Dank nicht.
Wer weißt du denn, wie eine aussieht?
Und dieser Hut?
Hast du schon jemals in deinem Leben so was Verrücktes gesehen?
Ich frage dich, hast du je so etwas Geschmackloses gesehen?
Stopp, stopp, ein neuer Gast.
Bonjour, Monsieur Alexander.
Das ist bloß das Nachbar.
Kommen Sie runter, wir geben Ihnen ein Los.
Nun kommen Sie doch schon. Das ist unfair.
Das ist unfair.
Komm, komm, komm.
Warum soll das nicht unfair sein?
Also werden die Regeln geändert.
Schreibt noch einen los.
Ja, ich finde es auch unfair.
Was ist das?
Eine Rebellion?
Bonjour, Monsieur Alexander. Darf ich vorstellen? Das ist Dr. Luschin.
Das ist der Meidernoth.
Konstantin Meidernoth.
Das ist Belovzorov. Mein wildes Tier.
Sie kennen sich ja schon.
Das ist Malevsky.
Graf Malewski.
Oh, excusez -moi.
Und das ist unser Gast, Giovanna Matski.
Kolonne Matski, ade. Was trinken Sie?
Also passen Sie auf, junger Mann.
Wir spielen ein Fenderspiel.
Sinaida hat verloren.
Was los, bitte?
Und darum darf sie zur Strafe vom Gewinner einen Kuss geben.
Sinaida. Ja.
Wobei, wie? Meiner noch die erste, wo ich sollten groß sein. Geben Sie hier
an Alexander, dann hat er zwei Chancen. Anstatt einer.
Die Letzten werden die Ersten sein.
Gut.
Er hat gewonnen.
Ich freue mich, Sie auch?
Verkauf mir das bloß. Wie viel willst du dafür?
Verkaufen? Meinen Kurs? Bravo.
Komm nach nebenan.
Oh nein, streng nach dem Reglement. Ich bin Zeremoniemeister und ich bestimme,
ihr bleibt hier.
In den Glaskasten.
Ja, in den Glaskasten.
In den Glaskasten.
Na,
hast du sie geküsst?
Das Gedicht heißt Der Mörder.
Schweigend stand der Marmor.
Schweigend glitzerte das Glas.
Es liegt in sechs Büchern eigentlich. Das ist Bank drei. Ich würde Ihnen gerne
den Anfang vortragen, aber ich weiß nicht, ich glaube, das hier passt besser
unserer augenblicklichen politischen Situation.
Dr. Durschen, wird es Ihnen etwas ausmachen?
Danke.
Ich fange nochmal an.
Schweigend stand der Marmor.
Schweigend glitterte das Glas.
Schweigend stand die Wache im Wind.
Erstarrend in Bronze.
Vielleicht, ich glaube, ich muss dir doch noch etwas erklären, präzisieren.
Das ist dieser Tyrann, dieser unmenschliche Tyrann, der ist tot.
Endlich nach so langer Zeit scheint er wirklich tot zu sein. Aber das Volk wagt
es immer noch nicht, an seinen Tod zu glauben.
Ich fürchte, dass er plötzlich ohne Grund und Waden wieder auferstehen
und damit wäre all ihre Hoffnung und ihre Freiheit verloren.
Dr. Lutschen, ich will Sie jetzt auch schon haben.
Dr. Lutschen!
Danke.
Sie fragen doch mal an.
Schweigend stand der Marmor.
Schweigend glitzerte das Glas. Schweigend stand die Wache im Wind.
Erstarrend in Bronke.
Doch der Sarg rauchte.
Atem drang durch die Spalten, als sie ihn aus dem Mausoleum hinaustrugen. Der
Sarg... bahnte sich langsam seinen Weg, leise die Bayonette streifend.
Er war so schweigend wie See.
Aber sein Schweigen war drohend.
Düster, die einbalsamierten Fäuste verkrampft, verbarg sich in seinem
Mensch.
Einer, der sich nur tot stellt.
Jedes Gesicht prägt er sich ein, jeden, der ihn hinausträgt.
Kraft sammelt er aus ihrem Anblick, um seinem Grab zu entkommen.
Denn...
Er will wieder zu Ihnen, ins Leben zurück. Will leben mit den
Seine Träume sind nicht mit ihm begraben.
Abwartend im Dunkel, kauernd, schmiedet er Pläne der Tyrann.
Also sage ich euch, ich rufe sie auf.
Unsere Regierung, beim Anblick dieser Frucht, verdoppelt die Wache.
Nein, verdreifacht sie, sodass es sich niemals wieder erheben kann.
Bravo!
Bravo! Bravo! Bravo! Bravo!
Bravo!
Wer sind diese Leute?
Meine Verwandten.
Die leben alle auf meine Kosten.
Sag mir dein Geheimnis.
Ich kann es nicht sagen.
Du musst mir sagen.
Sag mir dein Geheimnis.
Immer mehr runter, mehr runter, mehr runter. Immer mehr runter, mehr runter,
mehr runter. Immer mehr runter, mehr runter, mehr runter.
Oh, Herr Doktor, oh, Herr Doktor, mir tut es weh, mir tut es weh. Wo?
Gar nichts.
Sprengen, drüben im Steinbruch.
In der Nacht?
Immer mehr runter, mehr runter, mehr runter. Immer mehr runter, mehr runter,
mehr runter.
Renovieren wird zu. Wird sowieso bald alles zusammenfallen.
Immer mehr runter, mehr runter, mehr runter. Immer mehr runter, mehr runter,
mehr runter.
Ich habe ein Geheimnis.
Wollen Sie es hören?
Mein Geheimnis ist, dass ich als einziger unter allen Menschen nichts
Geheimnisvolles an mir habe. Das Geheimnisvolle an mir ist, dass ich kein
Geheimnis habe.
Ich liebe dich, Inahita.
Ich liebe dich.
Du sollst dich nicht mit diesen Leuten abgeben. Sie sind nicht comme il faut.
Es wäre besser, du studierst.
Du bist erst heute Morgen nach Hause gekommen. Wenn du immer so spät ins Bett
gehst, dann wundert es mich nicht, dass du morgens nicht aufstehen kannst.
Wo warst du? Bei Freunden.
Wer? Die Prinzessin. Die sind kein Umgang für dich.
Ich dachte, du wärst langsam erwachsen und intelligent.
Und dann verbringst du halbe Nächte mit Leuten, die Schulden haben.
Ist das denn wirklich so wichtig?
Würdest du bitte die Erziehung meines Sohnes mir überlassen?
Komm,
gehen wir zu unserem alten Haus.
Erzähl mir von deiner Ehe.
Als Kinder haben wir hier immer gespielt.
Mein Vater hat am Abend hier immer ein Fenster gesetzt.
Und alles, was du von hier aus sehen kannst, hat ihn gehört.
So.
Das war unser Esszimmer.
Weißt du, was einem Menschen Freiheit gibt?
Nein, was?
Wille.
Ihr eigener Wille.
Und Macht auch, was noch besser ist als Freiheit.
Wenn du weißt, was du willst, dann wirst du frei sein.
Und herrschen.
Sattel mein Pferd.
Kann ich mitkommen?
Nein, diesmal nicht.
Reit allein aus, wenn du willst.
Und sag dem Kutscher, dass ich doch nicht reiten werde.
Ich muss noch woanders hin.
Können Sie Maschinen schreiben?
Ja, ein bisschen.
Würden Sie dann einen Brief schreiben für mich?
Aber gern. Ich komme gleich.
Kommen Sie her.
Finden Sie sich.
Alles,
was ich will, ist, dass Sie das abschreiben. Sie sehen, ich habe es
aufgesetzt. Diese Maschinen sind so schwierig zu bedienen. Ich habe es
aber ich war nicht sehr erfolgreich.
Können Sie meine Handschrift lesen?
Also fangen Sie an. Es ist ein sehr wichtiger Brief. Fangen Sie an.
Schreiben Sie doch.
Schreiben Sie.
Trina? Bist du es?
Trina?
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss. Ich liebe dich, weil ich nicht
kann. Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss. Ich liebe dich durch
Zauberband. Geben Sie mir Ihre Hand. Sie sind doch so tapfer. Aber gleich werden
Sie sich vor diesem jungen Mann schämen.
Tut das weh?
Nicht im geringsten.
Nicht, wenn es Ihnen Freude macht.
Und es tut auch nicht weh, dass ich mit Ihnen nur spiele.
Warum heiraten Sie mich nicht?
O Sonne der Wonne, o Wonne der Sonne, o Augen, du saugen das
Licht meiner Augen.
O englische Sinne, o himmlisch beginnen, o Himmel auf Erden magst du mir nicht
werden. O Wonne der Sonne, o Sonne der Wonne, o liebliche Wonne, ihr macht mir
Verlangen. O Wonne der Sonne, o Sonne der Wonne.
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss. Ich liebe dich, weil ich nicht
kann. Ich liebe dich nach einem Lebensschluss. Ich liebe dich durch
Zauber.
Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch. Dich liebe ich, wie die Sonne
Schein. Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch. Dich liebe ich, weil
lieben ist mein Sein.
Liebst du mich wirklich?
Sehr?
Ja. Ich sehe es in allem, was du tust.
Dieselben Augen.
Dieselben Augen.
Ich habe alles verkehrt gemacht.
Wenn ich doch nur weglaufen könnte, irgendwo hin, je weiter, desto besser.
Oh Gott, ich bin so unglücklich, so unglücklich.
Aber warum?
Sag mal ein Gedicht auf.
Du singst ein bisschen, aber das macht nichts. Das klingt zu jung.
Vielleicht über den Hügeln Georgiens.
Das Dunkel der Nacht liegt über den Hügeln Georgiens.
Und das Rauschen des Flusses Arakwa klingt an mein Ohr.
Ich bin so traurig, so still.
Meine Trauer ist tief und klar.
Und Leid erfüllt mich.
Leid um dich.
Meine Sehnsucht ist rein und mein Herz brennt in Liebe zu dir.
Ich kann nicht anders.
Nur dich zu lieben gibt meinem Leben Sinn. Ich kann nicht anders.
Nur dich zu lieben gibt meinem Leben Sinn.
Ich will es gar nicht hören.
Gehen wir.
Er hat mir sein Gedicht gebracht, aber ich habe ihn stehen lassen.
Jetzt wird er beleidigt sein.
Aber was soll man tun?
Hat insgeheim ein Nebenbuhler dich unverhofft besiegt vielleicht?
Hören Sie mir doch zu, nur diesen einzigen Vers.
Hat insgeheim ein Nebenbuhler dich unverhofft besiegt vielleicht?
Irgendwann einmal wirst du es erfahren.
Nur dann doch nicht böse mit mir.
Warum treiben Sie sich immer hier herum, junger Mann?
Sollten Sie nicht besser lernen, solange Sie jung sind?
Woher wissen Sie, dass ich nicht zu Hause lerne? Na,
dann ist es ja gut.
Ist sie krank?
Na ja, sie fühlt sich nicht ganz wohl. Ich gebe ihr etwas.
Ich weiß nicht, ob Sie eine sehr gute Wahl getroffen haben.
Was meinen Sie?
Jemand muss Sie warnen, glaube ich.
Sehen Sie nicht, was hier in diesem Haus vor sich geht.
Es ist vielleicht das Richtige für einen alten Junggesellen wie mich, aber Sie
sind noch zu jung.
Die Atmosphäre hier ist nicht sehr weh.
Sie ist ungesund.
Was ist ungesund?
Junger Mann, junger Mann, Sie können mir nichts vormachen. Ich kann es in Ihrem
Gesicht lesen.
Ich weiß, ich sollte still sein.
Ich sollte auch nicht hierher kommen.
Sicher, der Duft in einem Talbrot ist schön und bedeutend.
Aber Sie wollen doch nicht Ihr ganzes Leben dort verbringen, oder?
Wissen Sie nicht, was hier vorgeht?
Was geht hier vor? Es wäre besser zu lernen, Alexander, und das hier zu
vergessen.
Die
Atmosphäre
hier bekommt ihn nicht.
Wen werden Sie morgen sehen?
Werden Sie wieder zum Mausoleum gehen?
Mit wem?
Bitte nicht.
Ich gehe doch immer allein zum Mausoleum.
Allein? Das glaube ich Ihnen nicht. Mit wem? Sagen Sie es.
Sagen Sie es doch.
Wir nachspionieren?
Kommen Sie her.
Kommen Sie.
Das tut weh. Das tut weh. Das tut weh? Und mir? Tut es mir nicht weh?
Ich werde das hier als Talisman tragen.
Das wird Sie vielleicht trösten.
Und nun gehen Sie weg.
Du sagst doch immer, du liebst mich.
Wenn du mich wirklich liebst, spring runter.
Oh Gott, mein armer Junge.
Wozu habe ich dich gebracht?
Warum hast du das getan?
Warum hast du mir gehorcht?
Du weißt doch, dass ich dich liebe.
Was fällt Ihnen ein? Stehen Sie auf. Sie haben sich nicht mal wehgetan, Sie
Komödiant. Schauen Sie mich nicht so an.
Gehen Sie sofort nach Hause.
Und unterstehen Sie sich nie wieder mir zu folgen.
Die Unruhen begannen gegen elf, als das Militär einige tausend Streitende über
die Brücke zwischen dem Industrieviertel und der Innenstadt zurückzudrängen
versuchte.
Anfangs benutzten die Soldaten die Knüppel, dann schlugen sie mit ihren
Bayonetten auf sie ein und schließlich fielen Schüsse.
Das entfesselte sofort den Aufstand.
Die Menge, die überall die Toten und Sterbenden sah, das Straßenpflaster mit
Blut bespritzt, schrie laut nach Rache.
Ja, ja meinst du, wir sollten abreisen?
Was hast du getan? Du bist verletzt.
Du bist verletzt.
Was ist los?
Sag mir, was los ist.
Warum bist du so traurig?
Nein.
Du kannst es mir nicht sagen.
Weißt du, es beunruhigt mich immer, wenn du weg bist. Und ich weiß nicht, wo und
mit wem.
Du musst es mir nicht sagen.
Ich weiß, was du fühlst.
Nicht weinen.
Nicht weinen.
So ist es nicht wert.
So ist es nicht wert, mein kleiner Junge.
Angenommen, Sie wären verheiratet, wie würden Sie Ihre Frau behandeln? Würden
Sie sie einsperren?
Jawohl. Und ganz allein mit ihr bleiben?
Absolut. Sehr gut.
Aber wenn sie genug davon hätte und sie betrügen würde?
Dann würde ich sie töten. Und wenn sie Ihnen davonlaufen würde?
Würde ich sie einholen und ihr recht töten.
Jetzt angenommen, ich wäre Ihre Frau.
Was würden Sie dann tun?
Ich selbst töte.
Ah, junger Freund. Ah, Monsieur Alexander.
Leben Sie auch noch?
Man hat Sie lange nicht gesehen.
Sie sind uns untreu geworden.
Kommen Sie, nehmen Sie Platz.
Kommen Sie.
Wir denken uns Geschichten an.
Jeder muss etwas erzählen, was er noch nie vorher erzählt hat.
Ah, Sinaida.
Ja, jetzt bin ich dran.
Sie müssen sich...
Einen prächtigen Saal vorstellen.
Eine Sommernacht und einen wundervollen Ball.
Eine junge Königin gibt diesen Ball.
Überall ist Gold, Marmor, Kristall, Lichter, Blumen.
Alles, was das Leben schön macht.
Eine Frage.
Hat die Königin einen Mann?
Nein. Wieso einen Mann?
Richtig. Wieso einen Mann?
Sieht aus.
Missy, die Königin lauscht der Musik, aber schenkt keinem der Gäste einen
Sechs Fenster sind weit geöffnet und dahinter leuchten von einem dunklen
die Sterne.
Aus dem Garten hört man das Rauschen der Bäume.
Und die Königin schaut hinaus in den Garten.
Dort, unter dem Baum, steht ein Mann in der Dunkelheit.
Und die Königin denkt, ihr alle seid vornehm, klug.
Jedes meiner Worte ist ein Geschenk für euch.
Ihr seid alle bereit, für mich zu sterben. Ich besitze euch.
Aber draußen, im Garten, dort wartet der Mann, den ich liebe.
Er ist nicht reich.
Nicht vor ihm gekleidet. Keiner kennt ihn. Aber er wartet auf mich.
Und er weiß, dass ich komme.
Und ich werde kommen.
Und gerne macht der Weltkrieg mich davon ab, um zu ihm zu gehen.
Um mich ihm hinzugeben. Und alles, alles mit ihm zu verändern.
In der Dunkelheit des Gartens.
Das haben Sie erfunden.
Aber was ist mit uns, meine Herren?
Wenn wir unter jenen Gästen wären und von dem Glücklichen im Garten wüssten,
würden wir tun?
Das kann ich Ihnen ganz genau sagen. Nein, nein, ich sage Ihnen selbst, was
da von Ihnen tun würde. Ja? Was?
Sie würden ein Duell vor dem Belobten machen. Ja, genau.
Natürlich würden Sie das. Sind Sie so sicher?
Und Sie, meine Herren, Sie würden einen sehr vernichtenden, sehr scharfen
Artikel über ihn schreiben.
Ja, genau.
Ach nein, doch nicht.
Sie können gar nicht verletzend sein.
Sie würden dichten. Sie würden höchstens in Flammen der romantischer Poesie
seine Politik verurteilen.
Und Sie, Normatzki, Sie würden ihn anpumpen. Nein, ihm zu Bucherzinsen Geld
leihen. Was Sie betrifft, Doktor. Ja?
Ich weiß nicht, was Sie tun, Frau.
Als Ihr Doktor würde ich Ihnen raten, keine Feste zu geben, wenn Ihnen nichts
den Gästen liegt.
Vielleicht haben Sie recht.
Und Sie, Graf Malewski.
Was ist mit mir?
Sie würden ihm vergiftete Pralinen schicken.
Sehr witzig.
Und Sie, Alexander?
Ach nein, genug davon.
Spüren wir was anderes.
Er würde ihr nachlaufen, wie ein Hund.
Als ihr Page natürlich.
Sie haben kein Recht, jemanden zu beleidigen.
Ich muss Sie bitten, zu gehen. Ich versichere Ihnen, ich wollte niemanden
beleidigen. Na ja, gut, bleiben Sie. Wir haben uns vielleicht umsonst aufgeregt.
Es macht Ihnen wohl Freude.
Indra zu verletzen.
Ärgern Sie sich immer noch?
Das ist doch lächerlich.
Schließlich habe ich Sie doch nicht zum Pagen ernannt.
Sie gab Ihnen den Titel.
Allerdings erfüllen Sie Ihre Pflichten nicht sehr gut.
Wieso?
Na ja, Sie sollten Ihre Herrin nie allein lassen. Sie sollten alles wissen,
sie tut.
Sie sollten sie beobachten, Tag und Nacht.
Was meinen Sie damit?
Tag und Nacht.
Am Tag ist es hell und immer jemand zugegen, aber nachts, nachts muss man
alles gefasst sein.
Hören Sie genau auf meinen Rat.
Nicht schlafen, wachen.
Halten Sie die Augen offen und passen Sie auf.
Besonders im Garten, heute Nacht.
Heute Nacht.
Zigeuner. Wo willst du hin?
Du bist mit Blut bespritzt. Was hast du getan?
Gar nichts.
Nichts. Gar nichts.
Nichts. Gar nichts.
Nichts. Nichts.
Alexander, wo gehst du denn noch hin?
In den Garten. So spät?
Es ist erst halb zehn.
Es ist zehn.
Wo ist Vater?
Aus.
Er wird spät zu Hause sein.
Geh nicht weg.
Bleib bei mir.
Mach dir keine Sorgen, ich bin bald zurück.
Gut, ich warte auf dich.
Das brauchst du nicht.
Wer ist da?
Wer ist da?
Vielen Dank.
Ich bringe Ihnen einen Freund, meinen Bruder.
Na kommt, Kinder, gebt euch die Hand.
Seien Sie nett zu ihm.
Zeigen Sie ihm den Garten.
Seid doch nicht so verkrampft, Kinder.
Amüsiert euch.
Wollen Sie den Garten sehen? Wie Sie wünschen, Monsieur.
Kommen Sie!
Warum machen Sie Ihren Kragen nicht auf?
Es macht nichts aus, Monsieur. Wir sind es gewohnt.
Warum hast du meine Liebe gefunden?
Warum hast du mit mir gespielt?
Es ist meine Schuld, Rufus.
Ich habe dir Unrecht getan, ich weiß es.
Aber ich spiele nicht mit dir.
Ich liebe dich.
Du ahnst ja nicht wie und warum.
Ich liebe dich.
Ich liebe dich.
Aber was weißt du schon?
Wie viel Schlechtes ist in mir.
Wie viel Dunkles, Sündhaftes.
Und wie viel Törichtes.
Aber ich spiele nicht mit dir.
Ich liebe dich.
Du hast mir Geld verdient.
Es war ein Darlehen. Die alte Dame braucht es.
Es ist mein Geld.
Ich habe dir doch gesagt, es war nur ein Tag.
Du suchst immer etwas anderes.
Du bist kalt.
Du bist herzlos.
Von deinem Alter will ich so etwas nicht sagen.
Ich kann es einfach nicht mehr ertragen. Vor allen Leuten. Philipp!
Theodor! Mein Mann und ich haben beschlossen, in die Stadt
Packt die Koffer und macht alles fertig.
Lebe wohl.
Warum lebe wohl?
Wir fahren zurück in die Stadt.
Ich habe gedacht, Sie gehen erst im Herbst. Meine Mutter fühlt sich nicht
wohl hier.
Das kann ich verstehen.
Ich habe mich von Anfang an nicht sehr wohl gefühlt.
Ich habe ständig Kopfweh und immer so müde.
Komm.
Ich bin gekommen, um Abschied zu nehmen.
Wahrscheinlich für immer.
Wir reisen ab.
Es ist so leicht für dich zu gehen.
Danke, dass du noch mal gekommen bist.
Ich hatte Angst, ich würde dich nicht mehr sehen.
Behalte mich in guter Erinnerung.
Ich weiß, ich vergause.
Aber ich bin nicht so schlecht, wie du glaubst, verglichen.
Du hast keine gute Meinung von mir.
Ich? Ja, du.
Was immer sie tun, wie grausam sie zu mir sind.
Ich werde sie immer lieben, Sinaida.
Ich werde sie verehren, auch wenn alles zu Ende ist.
Leben Sie wohl.
Leben Sie wohl.
Wem sie wollen.
Vielleicht ist es das letzte Mal, dass deine Hand in meinem Mund, so nah
dein Blut an meinem Blut, oh, brüstest du von meiner Qual.
Du aber lächelst hell und rund mit deinen Augen still im Strahl. Du
weißt nicht, wie es geht.
Es ist vielleicht das letzte Mal.
Es ist vielleicht das letzte Mal.
Es ist vielleicht das letzte Mal.
Vielleicht ist es das letzte Mal.
Junger Mann.
Dr. Luschin.
Ja, immer noch jung.
Aber doch schon etwas erwachsener. Was tun Sie, studieren?
Nicht so viel.
Noch nicht vergessen?
Das macht nichts.
Die Hauptsache ist, dass Sie nicht zu sehr... Ich komme schon.
Sonst erreichen Sie nichts im Leben.
Stehen Sie auf eigenen Füßen.
Auch wenn es nicht leicht ist.
Haben Sie die anderen gesehen?
Entschuldigung, ich habe mussten... Belozorov, haben Sie gehört?
Nein, was ist mit ihm?
Verschollen, ohne ein Wort. Eine Lehre für die, junger Mann.
Wenn man sich nicht rechtzeitig trennen kann.
Na ja, Sie haben es ja gut überstanden.
Nicht wieder einfangen lassen?
Nein, ich werde Sie nie wiedersehen.
Ein Rennen auf deinem alten Klepper? Du wirst mich nie einholen. Aber klar, ich
habe auch Sporen.
Soll ich aufgeben?
Ich glaube schon, ich soll nicht aufgeben.
Rat auf mich, bitte.
Hast du da Bock für mich?
Wo soll ich mich von dieser Frau entfernen?
Nein, ich kann nicht.
Warum nicht?
Ich kann nicht.
Nein, ich kann nicht.
Wollte ich dir meine Peitsche.
Was hast du damit gemacht?
War ich lang weg?
Was hast du mit deiner Peitsche gemacht?
Was hast du mit deiner Peitsche gemacht?
Hast du sie verloren?
Ich habe sie weggeworfen.
Vielen Dank.
Vielen Dank.
Haben Sie schon gehört? Madame Dolsky ist hier.
Für eine Madame Dolsky?
Sie sind ja hier, die frühere Prinzessin.
Erinnern Sie sich?
Der Sommer, das Landhaus. Wir waren alle in sie verliebt.
Sie hat den Dolsky geheiratet?
Natürlich. Und sie ist hier? Wo? Im Theater.
Nein, nein, sie ist hier in der Stadt.
Mit ihm.
Wer ist er denn?
Ach, ein netter Kerl, ziemlich vermögend.
Staatsbeamter, wie ich.
Na ja,
nach dieser kleinen Affäre. Sie kennen sie ja.
Hatte sie Glück, überhaupt einen Mann zu finden.
Die Folgen waren ihr leider nicht ausgeblieben.
Und sie, mein Freund, noch an der Universität?
Mein Vater ist tot.
Das kann vorkommen.
Hat er sich verändert?
Nein, nein, überhaupt nicht.
Er hat mir noch geschrieben, kurz bevor er starb.
Er sagte nur, bewahre dich vor der Liebe der Frauen.
Bewahre dich vor diesem Glück.
Wo wohnt sie denn?
Im Hotel Continental. Sie wird sich sicher freuen, sie zu sehen.
Auf jeden Fall ist sie schöner als je zuvor.
Eine Woche verging.
Eine zweite.
Und als ich mich endlich ins Hotel Continental begab und nach Madame Dotsky
fragte,
erfuhr ich, dass sie vor vier Tagen ganz plötzlich im Wochenbett gestorben sei.
Und dahin musste es kommen.
Das also war das Ende, dem dieses junge, glühende, leidenschaftliche Leben
zustrebte.
Gleichmütige Lippen brachten mir die Todesnachricht.
Gleichmütig habe ich sie vernommen.
O Jugend, Jugend, du kümmerst dich um nichts. Du glaubst, alle Schätze der
zu besitzen.
Selbst Kummer gefällt dir. Selbst Trauer steht dir gut zu Gesicht.
Du bist selbstbewusst und kühn.
Du sagst, ich allein lebe.
Und doch fliehen und schwinden auch deine Tage dahin.
Spurlos und ungezählt.
Wie wachsende Sonne.
Wie Schnee.
Einige Tage nachdem ich den Tod Sinaidas erfahren hatte, stand ich selbst am
Sterbebett einer alten Frau, die in unserem Haus wohnte.
Mit Lumpen zugedeckt, auf harten Brettern, mit einem Sack unterm Kopf,
schwer und mühsam.
Ihr ganzes Leben war ein einziger bitterer Kampf gewesen.
Keine Freude, kein Glück hatte sie gekannt.
Sollte ihr der Tod nicht willkommen sein, mit seiner Freiheit und seinem
Frieden?
Und doch.
Solange ihr gebrechlicher Körper widerstand, solange noch die Brust unter
auf ihr lastenden eiskalten Hand qualvoll sich hob, solange ihre letzten
reichten, bekreuzigte sich die alte Frau immer wieder und flüsterte, Herr,
vergib mir meine Sünden.
Und ich erinnere mich, dass dort, am Sterbebett jener alten Frau, ich
Angst bekam um Sinaida, um meinen Vater und um mich selbst.
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