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Meine Damen und Herren, wir beginnen den Landeanflug auf Paris.
Bitte, legen Sie die Sicherheitsgurte an. Wir landen in Paris-Charles-de-Gau/le.
Ich bin Rodrigo Gonsalvez. Ich bin Kolumbianer.
Ich suche Zuflucht in Ihrem Land. Schön, Sie kennenzulernen.
Ich habe zwei Kilo Gras dabei. - Ich lasse Sie filzen.
Leere Versprechungen... - Gute Weiterreise.
Das bin ich. - Herr Jackson.
Darf ich Ihnen das Gepäck abnehmen? Hier entlang.
Ich dachte, Sie wären schwarz. - Ach ja? Warum?
Weil Sie Afrikaner sind.
Vorurteile. Ich bin Afrikaner, also bin ich schwarz.
Nein. Herr Jackson ist weiß.
Aber Sie sind doch Afrikaner. -.Ja, aus dem Kongo.
Nicht aus Cote d'Ivoire? -... und von der Elfenbeinküste.
Mein Vater ist Kongolese, meine Mutter Ivorerin.
Und Sie sind weiß. - Ja, ich bin in Frankreich geboren.
Und Sie heißen...? - Rachida.
Schön! - Ich bin aus Portugal.
Ich war mal Fischer in Lissabon.
Fischer? - Ja, Dorschfischer.
Ich hatte einen kleinen Laden für Dorsch, Sardinen...
Hast du das Lügen nicht satt? «Jeder lügt, Max.
Du bist verrückt.
Sie hat mich zur Botschaft gebracht, ich bin zurück, um das Auto zu holen.
Als Marathonläufer hättest du ruhig zu Fuß gehen können.
Gehst du mit ihr aus? -.Ja!
Samstag ruf ich an, Sonntag tun wir's. Montag bin ich weg. -Klingt gut.
Wie ein politischer Slogan.
Und... Wozu soll das gut sein?
Zu nichts.
Es ist eine Challenge.
Jemand anders sein.
Als ich selbst zu vögeln, langweilt mich.
Dein Geld, dein Auto und dein Playboy-Opa-Look
machen dich nicht unwiderstehlich.
Versuch einmal, du selbst zu sein.
Aber diese Challenge ist vielleicht eine Nummer zu groß.
Du bist wirklich verrückt.
Hallo. Ich bin beim Essen.
Ja.
Gut, dann Samstag.
Ja.
Meine Mutter. - Habt ihr euch versöhnt?
Wie geht's Odette?
Sie ist tot.
Verzeihung.
RUHE IN FRIEDEN
Liebe Brüder und Schwestern,
in Trauer
haben wir uns heute hier versammelt, um Odette zu gedenken.
In diesem Moment bin ich in Gedanken vor allem
bei ihren Söhnen Lucien und Jocelyn, die hier anwesend sind.
Falsche Beerdigung. - Chip und Chap nannte sie sie.
Ihr Tod hinterlässt eine große Leere. - Und Papa?
Lamartine sagte einmal... - Er wollte nicht.
Ein einziger Mensch fehlt, und alle Welt ist leer.
Odette war stark wie eine Eiche und sanft wie ein Schilfrohr.
Dick aufgetragen, oder?
Wir werden dich vermissen, Odette!
Deine strahlende Persönlichkeit...
Hier, ihre Schlüssel.
Geh noch mal hin, bevor wir das Haus verkaufen.
Wer könnte je vergessen, was du so selbstlos für uns getan hast.
Deine Nächstenliebe. - Ich habe noch einen Ersatzschlüssel.
Deine Lebensfreude.
Deine frechen Outfits,
deine leichten Blusen und Pumps,
in denen du liefst wie eine Prinzessin.
Dein Parfüm.
Deine Kochkünste,
mit denen du ein Stück Italien lebendig werden ließest.
Wo bist du, Odette?
Kannst du mich hören?
Du warst immer stark, auch in schweren Zeiten.
Wir alle wissen:
Mit jeder emotionalen Niederlage wurdest du nur stärker.
Du hast das Ruder übernommen, als der Kapitän das Schiff verließ.
Deine einzige Schwäche
war deine Selbstaufopferung.
"Ob in Freude oder Leid, eine Mutter ist immer bereit."
An diesem Festtag
Kann ich nicht tanzen
Wenn du nur verstehen könntest
Was ich für dich empfinde
Tanz, tanz mit ihm
Es ist mir egal
Tanz die ganze Nacht
Bis in den frühen Morgen
Tanz, tanz mit ihm
Du brichst mir das Herz
Tanz, tanz, hör nicht auf
Bis in den frühen Morgen
ich liebte dich
Wie den Sternenhimmel
Verzeihung! - Hallo.
Ich wollte nicht stören! Ich bin die neue Nachbarin.
Ich ziehe gerade ein.
Ich bräuchte Hilfe mit einem Schrank, aber Sie...
Kein Problem, ich helfe Ihnen. - Nicht doch!
Keine Sorge, ich schaffe das schon!
Ich bin Pflegerin. Ich helfe Menschen wie Ihnen.
Wenn Sie irgendetwas brauchen...
Ich bin gerade auf der Suche nach Arbeit, also falls Sie...
Menschen wie ich?
Richtig...
Nicht bewegen! Ich helfe Ihnen! - Nicht doch, ich mache das.
Wenn Sie mir nur die Spule geben könnten?
Nein, die andere.
Die da!
Genau die, vielen Dank.
Wenn die Nadeln rausfallen, stechen sie mir in die Füße... vielmehr in die Räder.
Und wie heißen Sie? - Verzeihung! Julie.
Julie Montier.
Und Sie sind Odette? Odette Tomazzi, das steht an der Tür.
Das ist...
Das ist meine Mutter. Es ist ihre Wohnung. Die Arme ist tot.
Mir bleibt nur die Erinnerung an sie.
Ich heiße Jocelyn.
Angenehm. Ich will Sie nicht weiter stören.
Falls Sie etwas brauchen, bin ich gegenüber.
Danke. Das Gleiche gilt für Sie.
Salz, Pfeffer... Stoff.
Von Nachbar zu Nachbar.
Gut, dann bis später.
Bis später. - Tschüss.
Was ist das wieder für eine Challenge?
Sich als Rollstuhlfahrer die sexy Pflegerin zu angeln:
Ist das die Herausforderung?
In einer Oma-Wohnung.
Das wird der Hit.
Wie in "Die Schöne und das Biest".
Ich brauche noch eine Cordhose.
Das ist so schön mitleiderregend.
Wenn ich das schaffe, läufst du mit mir den Marathon.
Und wenn nicht, machst du die 50+-Koloskopie.
Ich bin noch nicht 50. - Aber bald.
Sind das nicht Wegwerfhandschuhe?
Also gut, hör zu...
Keine Ahnung, was in deinem Kopf vorgeht.
Aber der Rest ist in Ordnung. - Gut.
Wenn das funktioniert...
Wie willst du es tun, mit dem Rollstuhl?
So weit gehe ich natürlich nicht!
Es geht nur um die Challenge...
Wenn es so weit kommt, werde ich zu Jesus.
Ich stehe auf und gehe.
Ich treibe es nicht mit ihr. - Du bist verrückt.
Es sei denn, sie besteht darauf.
Mein Büro!
Und mit einer klaren Kommunikationsstrategie,
offen und direkt,
können wir unsere Zielgruppe erreichen.
Wir müssen unseren Reach optimieren, die Early-Adopter ansprechen.
Clarisse! Handy!
Sportler lassen sich nicht verschaukeln, und Jugendliche noch weniger.
Außerdem wollen wir der Konkurrenz auch eine Chance geben.
Jeder soll den Schuh finden, der am besten zu ihm passt.
Ich will Respekt.
Ich mache nur Spaß.
Wir treten an und hängen sie mit quietschenden Reifen ab.
Wir sind die Nummer eins. Die Nummer zwei lassen wir hinter uns.
Nimm ein anderes Parfüm.
Also Finger aus dem Hintern und los!
Kein Mitleid, unser Ziel ist Stärke...
im Kampf. Der Rest kommt von allein.
Und denkt dran: "Die Form ist das Wesen, das an die Oberfläche kommt."
Ein Arschloch. Du bist ein Arschloch. Jawohl!
Justin! - Jocelyn.
Störe ich? - Ich mache mir nur die Nägel.
Wie wär's mit Kaffee bei mir?
Warum nicht?
Ist Puderzucker auch in Ordnung?
Würfelzucker wäre mir lieber. Ich nehme immer ein halbes Stück.
Aber wenn nicht, geht es schon.
Ah, Sie achten auch auf Ihre Linie. -„Ja, wegen des Marathons.
Der Marathon?
Ja, als Zuschauer.
Ich halte mich fit, damit ich leichter zu schieben bin.
Sie sind also Pflegerin? - Ja, allerdings zur Zeit ohne Arbeit.
Arbeiten Sie? - Nein. Ich bin ja behindert.
Können Behinderte etwa nichts tun'?
Mir auf die Brust gucken, können Sie. - Mache ich nicht! -Oh, doch.
Ich habe sie nicht mal bemerkt.
Oh, doch! Und ich wäre auch böse, wenn nicht!
Sind Sie verheiratet? - Nein. Es ist schwer, in meinem Zustand.
Sie müsste sehr...
altruistisch sein. - Oder selbstlos.
Oder so. - Ich bin gegen die Ehe.
Ich bleibe gern offen.
Keine Pläne, keine falschen Hoffnungen.
Keine sinnlosen Lügen. - Ich bin dabei!
Was machen Sie heute Abend? - Ich gehe Schlittschuhlaufen.
Da komme ich keine zwei Meter weit...
Ich bräuchte Winterreifen.
Es kommen nur junge Leute.
Das war schön. Bis bald mal wieder?
Ja, es war cool. Bis bald.
Julie! - Ich habe Sie angelogen...
Ich habe eine Arbeit.
In Paris.
Und die Hose gehörte meiner Mutter.
Ich bin CEO von i-run.
I run? - I-run.
Kennen Sie Nike? Reebok? Asics? Das bin ich.
Uma Thurmans Schuhe in Kill Bill. Das bin ich.
Ich bin nicht nur...
Ich habe mehr zu bieten. Das spielt natürlich keine Rolle, aber...
Aber vielleicht bricht es das Eis.
Meine Eltern geben Sonntag eine Grillparty: Ich lade Sie ein.
Was mache ich hier?
Was soll das?
Aus!
Pfui!
Regis, sitz! - Pfui!
Regis, aus! - Er beißt doch nicht?
Huch, das ist rutschig.
Regis! - Er beißt mir die Reifen kaputt.
Aus!
In dein Körbchen. - Brav.
Warum haben Sie nicht angerufen? - Ich hatte kein Netz.
Sind Sie zu Fuß da?
Ich habe weiter vorn geparkt.
Das ist ja lächerlich. - Lächerlich.
Vorsicht, Kinder...
Da ist ja Justin! «Jocelyn.
Blumen!
Sie verwöhnen mich!
Kommen Sie!
Nimm! Kommen Sie! - Ich komme.
Warten Sie. - Ich...
Ich schiebe. - Kommen Sie. -Ich komme immer noch.
So geht's.
Moment!
Und los. Kommen Sie!
Kommen Sie, setzen Sie sich hierhin.
Du solltest irgendwann eine Rampe bauen lassen, Schatz.
Guten Tag. - Guten Tag.
Legen Sie doch das Regencape ab. Sie schwitzen sich ja zu Tode.
Es war kalt und ich dachte, es würde regnen.
Das ist also Jocelyn.
So alt ist er doch gar nicht.
Sie sind also Nachbarn?
Es ist die Wohnung meiner Mutter.
Ich wohne in Paris, aber meine Mutter ist gestorben und...
Die Arme. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes.
Sie ist tot. - Ich verstehe. So ist das Leben.
Deshalb pendele ich momentan. - Er arbeitet in Paris.
Schön, dass Julie endlich einen Kunden gefunden hat.
Sagt man das so?
Des einen Not ist des andern Brot.
Da ist er ja!
Hallo, ich bin Fred, der Onkel. - Hallo.
Hört auf zu starren, Kinder.
Und ich bin die große Schwester!
Warte, ich helfe dir!
Mama, ich habe die Tarte rausgenommen. - Danke, Schatz.
Ich helfe dir. - Nimm die Tarte.
Jocelyn, Florence. Florence, Jocelyn.
Meine Schwester. Sie ist Single.
Und sie will niemals Hilfe.
Guten Tag. - Guten Tag.
Ich habt euch bestimmt viel zu sagen,
als Pariser.
Sie sind doch kein Moslem, oder, Justin?
Mein Mann hat Schwein gemacht. - Ich bin Italiener.
Dann hätten wir Prosciutto kaufen können.
Hast du meine Brille gesehen, Schatz?
Ohne die Brille sehe ich doch nichts.
Und was machen Sie so? - Ich vermarkte Sportschuhe.
Verzeihung, aber das ist witzig. Räder wären wohl passender.
Ich mache nur Spaß.
Ich bin Chief Executive Officer Europa von i-run.
I-run? -I-run.
Kennen Sie Nike, Reebok, Asics? Das bin ich, beziehungsweise wir.
Uma Thurmans Schuhe in Kill Bill.
Nein!
Nicht die echten...
Die hat sie natürlich.
Treiben Sie Sport?
Nein...
Ich spiele Tennis.
Beruflich bin ich Violinistin. Mögen Sie klassische Musik?
Nicht unbedingt. Ich mag eher moderne Sachen.
Klassische Musik geht mir... -... auf die Nerven.
Dabei sind Sie Italiener. - Meine Mutter ist Italienerin.
Ich habe nur die Behaarung geerbt. - Körperhaare sind italienisch?
Ja. Haare und Pasta. Ich bekam die Haare.
Geigespielen ist sicher nicht leicht. - Ich habe mit fünf angefangen.
Zum Glück bin ich keine Solistin.
Ich muss nicht aufstehen und mich verbeugen.
Wo treten Sie auf? - Überall in der Welt.
Geige? - Oder Trompete, wenn mir nach Krach ist.
Sie veralbern mich.
Ja.
Wohnen Sie in Paris-Paris? - Nein, nicht in Paris-Paris.
Außerhalb-außerhalb.
Vorort-Vorort.
Genau-genau.
Ist doch schön-schön.
Habt ihr Lust auf Monopoly?
Ich habe sogar Monopoly gespielt.
Das glaube ich nicht! Du bist komplett verrückt!
Verrückt! Schämst du dich nicht? - Was hätte ich tun sollen?
"April, April, ich will nur deine Schwester flachlegen",
aufstehen und Zumba tanzen?
Ihr den Rollstuhl schenken als Zeichen meines Edelmuts?
Das war jedenfalls eine Nullnummer.
Selbst bei deinem Alter hast du gelogen.
Nur gegenüber der Gesunden. 28, so ein Hintern!
44 klingt besser als 49. Ich saß schließlich im Rollstuhl!
Du musst den Bauch nicht einziehen. - Mache ich nicht!
Klar, ich kenne dich in- und auswendig.
Von Stress bekommst du einen Blähbauch. Entspann dich oder lass einen fahren!
Und die andere Schwester? - Was soll mit ihr sein?
Ist sie interessant? Hübsch?
So habe ich sie nicht betrachtet. - Das solltest du aber!
Was du da machst, ist nicht gut.
Ja, mein Liebling? - Ich wollte eh gerade los. Ich komme.
Ja, Schatz, ich beeile mich.
Ich dich auch, bis gleich.
Ich dich noch mehr!
Kuss!
Jean-Pierre...
Aufgelegt.
Ich muss los, mein Freund wartet.
Hör auf, zu deiner Mutter zu fahren. Sie ist tot.
Jetzt ist es zu spät, um sich zu versöhnen.
Und hör auf, jungen Mädchen hinterherzulaufen.
Guten Abend. - Guten Abend.
Ich bin die Nachbarin.
Jocelyn hat seine Handschuhe vergessen,
als er bei meinen Eltern war.
Er ist nicht da. Ich bin sein Bruder. Sein Zwillingsbruder.
Aber da steht doch sein Stuhl.
Sein Stuhl? - Sein Rollstuhl.
Kommen Sie rein!
Es ist so berührend, zu sehen, wie sie um ihre Würde kämpfen.
Ja, das ist...
Mein Bruder überrascht mich immer wieder. - Er hat so einen starken Willen.
Er hat mir von seinem Hilfsprojekt in Budana erzählt.
Bostwana? Wostbana? Afrika.
Und das in seinem Zustand. Wunderbar. - Wunderbar.
Das mit meiner Schwester war hoffentlich nicht zu viel. -Sicher nicht.
Sie ist auch behindert. Ich dachte, sie passen zusammen.
Es klingt doof, aber: Gleiches zu Gleichem.
Ich werfe den für Sie weg.
Was ist ihm eigentlich passiert?
Hat er Querschnitt? - Querschnitt?
Querschnittslähmung. - Ja, Querschnittslähmung.
Ja, genau. Aber das soll er lieber selbst erzählen.
Ich bin kein guter Geschichtenerzähler.
Ich bin Kfz-Mechaniker. - Ah.
Er ist nur leicht querschnittsgelähmt. - Immerhin ist er im Rollstuhl.
Hast du den Rollstuhl verkauft?
Gibt es keinen Behindertenparkplatz?
Da hättest du mehr Platz.
Eigentlich ist Rot Ferraris vorbehalten.
Selbst dein Auto lügt.
Und du lügst nicht?
Im dunklen Jackett als Beweis deiner Trauer.
Jeder lügt. - Du magst dich selbst nicht.
Deshalb versteckst du dich.
Es ist nicht gut, was du da machst.
Verzeihung.
Verzeihung, Jocelyn.
Denken Sie an Ihren Termin morgen um zwei mit den Herren aus Katar?
Wegen der Vertragsverlängerung. - Ja, danke, Marie. Ist notiert.
Sie brauchen nicht immer persönlich reinzukommen.
Es gibt dafür dieses kleine Gerät. -.Ja, das Gerät.
Das Gerät. - Ja.
Pardon, da ist jemand für Sie.
Montags kein Besuch. Das Gerät. - Sie sitzt im Rollstuhl.
Sie haben sich nicht getraut, sie wegzuschicken.
Es dauert nur eine Sekunde!
Achtung, meine Füße! - Hallo.
Hallo! Marie, lassen Sie uns allein, bitte?
Setzen Sie sich.
Kommen Sie doch näher.
Ich wollte mich für meine Schwester entschuldigen.
Ich habe ein Tennis-Match in der Nähe, da dachte ich, ich schaue kurz vorbei.
Ich habe "Uma Thurmans Schuhe" gegoogelt, so habe ich Sie gefunden.
Ich wollte nur klarstellen, dass ich nichts vom Plan meiner Schwester wusste.
Nur weil wir beide...
heißt das nicht, dass wir uns etwas zu sagen haben.
Ich rede wirres Zeug. Es war eine doofe Idee.
Nicht doch, es war mir ein Vergnügen! Gut, wenn die Familie zusammenhält.
Hat man Sie da draufgesetzt?
Ich will ehrlich zu Ihnen sein, Florence.
Es ist absurd, aber...
Es ist mir peinlich.
Es ist total verrückt...
Verstehen Sie das nicht falsch.
In Wahrheit... - Sie schämen sich.
Fühlen Sie sich unwohl vor Ihren Kunden?
Ist es wegen des mitleidigen Blicks, wenn sie Sie im Rollstuhl sehen?
Oder ihre plötzliche Scheißfreundlichkeit?
Mitleid lindert ihr Schuldgefühl.
Oder wenn sie uns beweisen wollen, dass wir wie sie sind.
Aber das sind wir nicht.
Sie müssen es akzeptieren.
Ihr Rollstuhl ist Ihr bester Freund. Und: Keiner klaut ihn.
Das ist meine Assistentin.
Ja?
Können wir reden? -.Ja, was ist los?
Kommen Sie.
Nein, kommen Sie! - Nein, Sie!
Sie! - Nein, Sie!
Ich kann mich nicht bewegen.
Schon gut.
Wie auch immer, ich spiele um sieben im Perreti-Stadion.
Falls Sie Lust haben...
Auch wenn Sie nicht der Sponsor sind. Unsere Sponsoren sind...
Jocelyn? - Ja?
Ich brauche jetzt dringend ihre Antwort. - Worum geht's'?
Um Ihre Darmspiegelung.
Sie wurde umdisponiert. Es bleibt beim Anus, aber Donnerstag.
Wenn Sie jetzt nicht bestätigen, verlieren wir den Termin. -Okay, Marie.
Sie sollen zur Vorbereitung Diät halten,
damit der Darm leer ist,
und die Kamera besser durchkommt, sagt die Ärztin.
Okay, Marie.
Dann überlasse ich Sie Ihren inneren Problemen.
Und falls Sie Lust haben: Das Match beginnt um sieben.
Danke, dass Sie mich empfangen haben. - Kein Problem.
Zwei Dinge noch:
Der schwarze Sprinter auf dem Plakat ist echt ein Klischee.
Und zweitens?
Brusthaar und offenes Hemd sind sehr sexy.
Und immer viel trinken!
Marie? - Ja? Ach nein, das Gerät!
Verzeihung! Das Gerät...
Marie?
Marie! - Ja?
Warum sponsern wir nicht das Match im Perreti?
Weil das Behindertensport ist.
Marc soll sich das mal ansehen.
Er spielt montags immer Squash.
Sponsor für Rollis, das fehlt noch...
Ich kann Sie noch hören. - Verzeihung.
Willkommen im Perreti-Stadion,
zum Finale zwischen Marie-Claire Duret und Florence Montier.
Das Finale wird in zwei Sätzen ausgetragen.
Möge die Beste gewinnen!
Das Publikum ist bunt gemischt.
Es sind nicht nur... Behinderte.
Lauter, ich bin taub!
Stumm sind Sie jedenfalls nicht.
Du hast alles gegeben, und du warst super.
Na ja... Jocelyn!
Florence! Madame...
Danke fürs Kommen! Das ist sehr nett.
Ist doch normal. Bravo! So ein Spiel habe ich noch nie gesehen.
Es war beeindruckend. - Das ist mein Stuhl.
Ja...
Ich war...
Ich habe meinen in der Halle nur kurz abgestellt.
Ich habe kurz nicht aufgepasst und...
ein Rollstuhldieb.
Ein Rollstuhldieb?
Nein.
Um genau zu sein: Ich hatte ein Problem mit meinem Stuhl.
Der Reifen hat gequietscht.
Meine Assistentin hat ihn zur Reparatur mitgenommen.
Ich habe mir Ihren geborgt. Sie bekommen ihn zurück.
Der hier ist eh schneller, er gehört Batman.
Ich hole meinen morgen in Ihrem Büro ab. - Nein!
Ich schicke ihn Ihnen lieber zu.
Wollen Sie etwas trinken gehen mit Freunden?
Und Jean-Luc ist unser Tischtennis-Champion.
Okay. - Trinken wir. -Auf unseren Champion!
Wie funktioniert das in eurem Verband?
Wer spielt gegen wen?
Gibt es spezielle Kategorien
oder Hierarchien, je nachdem, was noch funktioniert?
Spielen Beinlose gegen Beinlose oder...?
Jean-Luc zum Beispiel: Du spielst doch mit dem Mund.
Trittst du gegen Einarmige an'? Die wären ja im Vorteil.
Oder spielst du nur gegen Armlose?
Es gibt bestimmt nicht viele in deiner Kategorie.
Wer entscheidet das?
Mit der Eisenhand läuft Simon doch schneller
als jemand mit einem Holzbein.
Treten Schwimmer mit verkümmerten Armen nur gegen ihresgleichen an?
Oder können sie auch gegen Schwimmer mit verkümmerten Beinchen antreten?
Wir verstehen schon.
Wer ist das? - Treibst du keinen Sport?
Nein. - Es steigert die Moral.
Dein Körper will sich geliebt fühlen. - Wer ist das?
Du musst ihn achten. - Akzeptiere dich!
Vergiss die Leute. - Ändere dich.
Wer ist das? - Lauter!
Klassische Musik, Geige.
"Peter und der Wolf".
Hallo. - Hallo.
Ich bin Jocelyns Assistentin. Wissen Sie noch?
Ja, natürlich. - Ich soll Ihnen noch mal Danke sagen.
Und ich soll Ihnen ausrichten, dass es ein tolles Match war
und dass er seinen eigenen Rollstuhl zurück hat.
Weil er behindert ist.
Das ist nett, danke.
Wollen Sie einen Tee?
Bitte schön.
Kein Problem, ich räume es später auf.
Wasser putscht Sie hoffentlich nicht auf.
Perfekt, danke.
Setzen Sie sich doch.
Sie sind sehr hübsch. - Danke.
Sollen Sie mir das auch ausrichten? - Nein...
Nein, ich finde Sie sehr hübsch.
Aber er bestimmt auch. Er mag hübsche Frauen.
Dann mag er Sie sicher auch.
Sind Sie in ihn verliebt? - In Jocelyn?
Warum sollte ich? - Keine Ahnung.
Er sieht gut aus, ist erfolgreich.
Oder stört Sie seine Behinderung?
Nein.
Sie haben Glück. - Ach ja? Warum?
Sie kennen das Leid.
Menschen, die gelitten haben, sind optimistischer.
Sie wissen das Leben zu schätzen.
Das habe ich in einer Zeitschrift gelesen.
Da stand, das Leben ist eine Reise durch die Nacht.
Und Sie haben eine Art Taschenlampe.
Das ist ein schönes Bild.
Für eine Frau wie Sie heißt Optimismus in der Liebe,
dass sie möglichst lange hält.
Für mich, dass es überhaupt passiert.
Und? - Das sind die Tourdaten ihres Orchesters.
Es ist nicht gut, was Sie da machen. - Müsst ihr mir das alle vorhalten?
Am zwölften ist sie in Prag. - Und?
Genau wie Sie. - Und was mache ich da?
Sie unterzeichnen den Vertrag mit dem Prager Fußballverein Sparta.
Um vier. Konzert um acht. Rückflug um neun tags darauf.
Sparta ist am 14. Am zwölften bin ich in Madrid.
Nein. Ich habe da angerufen.
Wir haben getauscht, alle sind einverstanden.
Und warum sollte ich zu einem Klassikkonzert in Prag gehen?
Und warum waren Sie bei dem Match im Perreti-Stadion?
Außerdem ist es auf Italienisch.
Meine Mutter war Italienerin. - Ich weiß. Seien Sie Sie selbst.
Auf zwei Beinen. Klassische Musik verleiht Flügel.
Es tut gut, ehrlich zu sein und sich zu entschuldigen.
Sie ist nicht dumm.
Wer nicht läuft, bekommt keine Schweißfüße.
Ich lege Ihren Smoking bereit.
Aufrecht, ohne Rollstuhl.
Verzeihung.
Ich gehe heute zur Oper, und ich brauche einen Stuhl, bitte.
Einen Sitzplatz. - Nein, den habe ich schon.
Ich brauche einen Stuhl.
Da fragen Sie am besten den Concierge. Pedro?
Ja, der Herr? - Hallo, Pedro.
Ich hätte gern einen Stuhl für heute Abend. Einen Stuhl...
Ah ja, Sie wollen eine Begleitung für heute Abend.
Ja? - Nein.
Einen Stuhl.
Ja, ich verstehe, Sie wollen...
auf dem Stuhl.
Und Sie...
Nein!
Er versteht's nicht.
Ein Stuhl! Schauen Sie...
Ich kann nicht laufen.
So schwer ist das doch nicht! Ein Stuhl!
Verzeihen Sie, der Herr. Darf ich? Schauen Sie!
Ein Stuhl.
Mit großen und kleinen Reifen. Ein Stuhl!
Ja.
Sie wollen einen Rollstuhl! - Ja!
Verzeihung, aber ich...
Ich bin Arzt.
Gynäkologe.
Aha.
Super, danke. Ciao!
Jocelyn?
Was machen Sie denn hier?
Ich war geschäftlich in Prag, da dachte ich, wir könnten uns sehen.
Also habe ich "Rupert Selman" gegoogelt, und hier bin ich.
Es war wunderschön. - Danke, das ist nett.
Wirklich.
Wir gehen was essen. Kommst du mit?
Ich lade dich ein. - Ja, ich komme nach.
Im Jepeto. - Ist gut. -Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Haben Sie einen schönen Abend. - Danke.
Auf Wiedersehen.
Sollen wir zu zweit essen gehen?
Ja.
Seien Sie ehrlich: Das ist kein Zufall.
Sie haben gewusst, wo ich spiele und sind hergekommen.
Nein, es war Zufall!
Sie sind ein guter Lügner.
Ich hatte einen Termin in Prag, ich schwöre!
Aber Sie sind eine Lügnerin. Sie sagten, Sie sind keine Solistin.
Ich habe zwar keine Ahnung, aber wenn das kein Sologesang war!
Ich spiele Geige!
Ja... Geigensolo.
Die Solistin war krank, und ich bin eingesprungen.
Sicher, dass Sie keinen Stuhl wollen?
Nein, ist gut so. Warum? - Wein, Madame?
Wollen Sie, dass ich nach Hause wanke?
Eine Brille haben Sie auch noch? -“Auch noch"?
"Auch", wie ich. Ich habe auch eine. Sie steht Ihnen gut!
Auf das Wanken. - Auf das Wanken.
Verzeihung.
Verzeihung.
Es ist ein neues Modell. Ich muss noch üben.
Ich weiß etwas über Sie.
Sie sind wankelmütig. Sie wechseln permanent den Rollstuhl.
Mein Problem ist, Jojo... Darf ich Jojo sagen?
Nein, aber bitte.
Ich habe einen hübschen Hintern, aber niemand sieht ihn.
Das ist das Problem mit Rollstuhl, unter anderem.
Auf knackige Hintern!
Auf knackige Hintern! Und auf große, auch die haben ihre Fans.
Sie sollten den Knoten loswerden.
Den Knoten? - Das Ding um den Hals.
Stimmt.
Sie sind nicht liiert? - Definitiv nicht.
Definitiv? - Ich habe Max, das reicht.
Wer ist Max? Ein Hund? - Nein.
Mein bester Freund.
Verzeihung... Sprechen Sie Französisch? - Etwas.
"Etwas".
Könnte der Sänger etwas leiser singen?
Oder besser. - Leiser fällt ihm sicher leichter.
Danke.
Reist du morgen ab? -"Du"? Sind wir so weit?
Ja, morgen. - Mit welchem Flug?
Ich bin mit dem Tourbus da.
Zusammen mit anderen Musikern. Wir machen eine schöne Busreise.
Mit dem Bus? Wie lange dauert das?
Fünfzehn Stunden. - Fünfzehn?
Solange könnte ich nicht sitzen!
Ohne Pause, meine ich natürlich.
Das ist das Lied meiner Mutter. - Was?
Es war ihr Lieblingslied.
An diesem Festtag
Traue ich mich nicht zu tanzen
Wenn du nur verstehen könntest
Was ich für dich empfinde
Lange war ich hinter dir her
Das Leben war nicht gut zu uns
Warum willst du mich nicht?
Nun sehe ich dich mit ihm
Tanz, tanz mit ihm
Es ist mir egal
Tanz die ganze Nacht
Bis in den frühen Morgen
Tanz, tanz mit ihm
Du brichst mir das Herz
Tanz, tanz, hör nicht auf
Bis in den frühen Morgen
ich liebe dich
Wie den Sternenhimmel
Aber du hast mich enttäuscht
Und nicht nur einmal
Du bist in meinem Herzen und ich lasse dich nicht fort
Ich weiß nicht, was ich tun soll
Außer auf dich zu warten
Tanz, tanz mit ihm Du brichst mir das Herz
Tanz, tanz, hör nicht auf
Bis in den frühen Morgen
Ich kann nicht mehr!
Ich liebe das...
Als hätte ich die ganze Nacht durchgetanzt.
Es ist wunderschön!
Siehst du die Brücke?
Siehst du sie? - Ja. -Dann hast du doch gute Augen.
Du solltest Ralleyfahrer werden!
Ist das dein Hotel? - Ja.
Kommst du noch auf ein Glas mit hoch?
Also gut!
Guten Abend. - Guten Morgen.
Guten Morgen. - Und guten Tag.
Ladies first. Zweiter Stock, Zimmer 206.
Hier bin ich! - Ja, ich manövriere nur.
Ich bin nicht leicht rumzukriegen. - Warte...
Ich kann nicht bleiben. Das ist nicht gut.
Wie du willst.
Verzeihung.
Ich hänge fest.
Ah, ja. - Deine Schuhe.
Danke.
Bis zum nächsten Zufall.
Er hat dich aufs Zimmer begleitet und ist dann gegangen?
Das heißt, er kann es nicht mehr.
Er wirkt nicht so. - Ach ja?
Und wie wirkt jemand, der nicht mehr kann?
Er hatte Inkontinenz-Windeln da. - Das war die Wohnung seiner Mutter.
Das würde ich auch sagen.
Gefällt er dir?
Ja, schon.
Mit ihm fühle ich mich komplett.
Er sieht in mir eine Frau.
Das fühlt sich gut an.
Ich hatte fast vergessen, wie das ist.
Er bringt mich zum Lachen.
Ich habe noch nie jemanden so schlecht singen hören. Es war schlimm!
Ich lag also ziemlich richtig.
Es wäre allerdings besser, wenn er noch könnte...
Du findest noch vor mir jemanden. - Bist du eifersüchtig?
Willst du ihn haben?
Na ja, er ist...
Zu alt?
Nein.
Entschuldige.
Schlafenszeit, Mädchen, es ist fast elf!
Ich muss eh früh raus. Holst du mir meinen Rollstuhl?
Das ist ja wie zur Happy Hour. - Mal sehen, ob was für mich dabei ist.
Na, wie läuft das Marathon-Training?
Schön, dich zu sehen, Jocelyn.
Wie war's in Prag?
Gut, wir haben unterzeichnet.
Und in der Oper? - Sehr schön.
Wie hat sie auf die Wahrheit reagiert?
Gar nicht. Ich hatte nicht den Mut.
Aber Sie haben nicht...?
Sie sind sich nicht näher gekommen...?
Nicht vom Abstand her, sondern...?
Nein.
Hallo?
Jocelyn!
Gar nicht. Ich stimme gerade meine Geige.
Ich rufe an, weil ich dachte, wir könnten uns vielleicht treffen,
auf einen Drink oder ein Abendessen, wenn Sie wollen.
Ja, warum nicht?
Montag habe ich frei.
Es klingt, als würden Sie stehen.
Nein, warum? - Sie reden wie jemand, der herumläuft.
Ich sitze... in meinem Rollstuhl.
Wir sehen uns also Montag?
Perfekt. Ich schicke Ihnen meine Adresse per SMS.
Wir waren ja schon beim Du.
Bis Montag.
Du lädst sie zu dir ein?
Nach Prag kannst du ihr jetzt erst recht nicht mehr die Wahrheit sagen.
Und was wäre, wenn...
Wenn?
Kann man als Querschnittsgelähmter noch einen hochbekommen?
Ja, es ist ein Reflex.
Blutwurst. - Angenehm, Max!
Die ist für mich.
Rahmspinat ohne Rahm?
Guten Appetit.
Man kann auch Kinder zeugen.
Es funktioniert, aber es macht keinen Spaß mehr.
Die untere und die obere Hälfte sind getrennt.
Die untere hat Sex, die obere sieht zu.
Bei einer partiellen Lähmung weiß man zumindest noch, wann man pinkelt.
Eine Ejakulation ist mit Medikamenten möglich.
Mit Training auch ein Orgasmus. Und natürlich ein Para-Orgasmus,
der an Intensität fast mit einem normalen Orgasmus vergleichbar ist.
Klingt kompliziert. - Das muss so sein.
Woher weißt du das alles? - Ich wusste, du würdest fragen.
Also habe ich recherchiert. Willst du noch einen Rat?
Vergiss es.
Du hast recht.
Ich sage ihr die Wahrheit. - Wow.
Guten Abend. - Guten Abend.
Hier wohne ich also.
Der Sektkühler...
Hier ist es wie im Labyrinth. - Ich gehe nie hier entlang.
Nein. In der Küche...
Dort entlang.
Geradezu.
Ich habe ihn gefunden!
Spielst du Klavier?
Nein. Warum?
Weil du ein Klavier hast.
Das heißt nicht, dass ich spiele.
Ich habe auch Läufer, und laufe trotzdem nicht.
Es spielt sogar.
Nicht von allein, ich helfe ein bisschen nach.
Ich habe Durst.
Ich auch.
Reden wir darüber? - Worüber?
Über das, was dir passiert ist.
Ich hatte einen Reitunfall.
Ich bin vom Pferd gefallen wie Christopher Reeve.
Der Superman-Schauspieler.
Glück für dich. Er war komplett gelähmt. - Es war ein kleines Pferd, ein Pony.
Es war nicht so hoch.
Es ist schön, dass du darüber lachen kannst.
Und fragst du mich nicht?
Ich will dich nicht löchern. - Kein Problem.
Ich bin an der Reihe.
Ich habe ein Stoppschild überfahren und mich viermal überschlagen
Der andere Fahrer brach sich das Schlüsselbein.
Ich verlor meine Beine.
Der Geige ist zum Glück nichts passiert.
Die Natur weiß, was sie tut.
Florence...
Sitzt du? Ich meine...
Es fällt mir nicht leicht...
Jocelyn, das soll doch nicht etwa eine Liebeserklärung werden?
Beim zweiten Date? Das letzte Mal hatte ich kein Glück.
Er hat mich betrogen.
Ein Feuerwehrmann, Beamter, eigentlich ganz beruhigend.
Er hatte Geburtstag
und ich wollte ihn auf der Arbeit überraschen.
Ich fuhr zur Wache, mit Teddybär im Feuerwehrmannkostüm.
Nicht sehr originell.
Ich hatte auch Champagner und Kaviar dabei.
Und dann wartete ich
und wartete und wartete...
Ich hätte besser bei der Telefonistin warten sollen.
Eine große Rothaarige mit Riesenbrüsten.
Also habe ich ihn verlassen.
Er wollte mich zurück, hat schöne Briefe geschrieben
und Blumen geschickt.
Vergeblich.
Warum'? - Er hat mich betrogen.
Du hättest ihm verzeihen können. - Er hat mich angelogen!
Zugegeben ist schon halb vergeben, oder? - Nein.
Nein? - Nein.
Und was wolltest du mir sagen?
Kannst du schwimmen? „Ja.
Kennst du Titanic? - Ja.
War es gut? Ich meine...
Hast du etwas gefühlt?
Ja.
Hier.
Und du?
Ja, ich auch.
Hier.
Ich bin am Ende.
Ich kann mich doch nicht verlieben in...
eine Behinderte?
Ich bin 50, ich habe Geld, und ich habe noch Haare.
Ich bin noch nicht fertig.
Sie sitzt im Rollstuhl! Worauf lasse ich mich da ein?
Du kannst dich wieder anziehen.
Ich kann dir eine Endoskopie oder eine Bauchpalpation machen,
auch eine Rektaluntersuchung,
aber ich bin kein Therapeut.
Nein, aber mein Freund. Sag mir: Warum mache ich das?
Vielleicht bist du verliebt?
Ich weiß, es klingt verrückt, aber so was kommt vor.
Das gefällt mir nicht.
Gar nicht. - Nein, das ist nicht gut.
Sie will meine Freunde kennenlernen, und nur ihr wisst Bescheid.
Darum sollen wir das gut finden? - Ich sag's ihr ja, ich brauche nur Zeit,
Der Moment muss einfach stimmen.
Wenn du's nicht tust, tu ich es.
Das ist ja eine Bowlingbahn!
Hallo. - Hallo.
Das ist Florence, Marie kennst du ja schon. Max. Das sind meine...
Freunde. - Angenehm.
Noch ein bisschen Reisschnaps?
Das soll afrikanischer Akzent sein, den chinesischen kann ich nicht.
Noch eine Rolle...
Darf ich Sie etwas Persönliches fragen?
Bei Ihrem Beruf
und all den Reisen: Schränkt Sie da der Rollstuhl nicht ein?
Ich meine ja nur...
Mein Onkel ist auch behindert.
Die Welt ist klein. -.Ja.
Er hat keine Beine.
Eine sehr seltene Fehlbildung.
Das ist ja schlimm.
Die Rollen sind toll! - Ja.
Die Behandlung nach dem Unfall war mies.
Also doch kein Geburtsfehler?
Nicht sein Arm.
Da hat ihn eine Mine erwischt.
Das ist aber Pech. - Ohne Arm kann er nicht Rollstuhl fahren.
Ja, er fährt immer nur im Kreis!
Die Rollen sind echt toll.
Gute Geschichte...
Geht einer, kommen zehn neue.
Nur der Arm kommt nicht wieder.
Zum Glück, denn zehn Arme...
Wie ein Tintenfisch!
Die Rollen sind echt gut. - Jacques!
Florence, was für eine Überraschung.
Das ist Jacques, vom Orchester. - Hallo.
Hallo. - Witzig...
Das ist Sylvaine, sie ist Künstlerin.
Hallo allerseits. - Hallo.
Ich dachte mir: Heute mal Chinesisch.
Lasst's euch schmecken!
Danke, tschüss.
Tschüss.
Florence...
Ich muss Ihnen etwas sagen. - Mist!
Alles voller Sojasoße!
Mach Salz drauf!
Hier. - Danke.
Ja? - Bringst du mich zur Toilette?
Aber sicher doch.
Du bist so ein Feigling, echt.
Sie ist noch nicht so weit, es ist noch zu früh.
Sie wird nie so weit sein.
So trifft man sich wieder.
Mein Rollstuhl steht da draußen... - Ich hole ihn. -.Ja.
Nicht weglaufen. - Nein.
Sylvaine ist nur eine Freundin. - Ja, kein Problem.
Pipi?
Falls Sie Hilfe brauchen, ich helfe gern.
Mein Vater ist auch krank, manchmal wasche ich ihn unten rum.
Das geht schon.
Alles gut.
Er muss groß.
Ich bin zu früh.
Hallo.
Hallo.
Ja, ich habe einen Behinderten geschlagen und find's toll!
Alles okay.
Hör mal, du Schuhverkäufer,
du sagst meiner Schwester jetzt, dass du laufen kannst und uns nur verarschst.
Und dass du ein Arschloch bist. Und das Ganze, ohne ihr wehzutun.
Wenn's möglich ist.
Wenn nicht, ramme ich dir meine Absätze in den Arsch.
Ölbohrung nennt man das.
Du hast 48 Stunden.
Julie!
Es ist nicht so, wie Sie denken.
Und 48 Stunden...
Und wenn Sie es ihr sagen?
Sie finden sicher die richtigen Worte...
Ich kann das nicht.
Du bist hier der Behinderte.
Und du wirst es ihr sagen.
Das hast du verbockt.
Bedank dich bei deinem Bruder. Er hat das für dich getan.
Schwuchtel.
Brauchst du Geld? - Nein, ich bezahle das hier, Papa.
Das kostet hier was? - Ein bisschen.
Lief die Beerdigung deiner Mutter gut?
Was könnte schlecht laufen? Du hättest kommen sollen.
Zu spät.
Ich habe Mist gebaut.
Es ist nur Mitleid.
Du siehst sie so, weil sie im Rollstuhl sitzt.
Es ist kein Mitleid.
Sie ist stärker als wir. Sie atmet und lebt intensiver.
Ich bin nur ein Feigling.
Sag ihr die Wahrheit.
Dann verliere ich sie.
Und ihre Schwester, die Pflegerin?
Mit den großen Glocken.
Sucht sie einen Job?
"Glocken" sagt man nicht mehr.
Das sagt man nicht mehr, aber es gibt noch viele.
Und sie werden immer größer.
Und teurer.
Was machst du?
Pipi.
Ich hab, was ich brauche.
Setz dich doch.
Geh nach Lourdes.
Wieso nach Lourdes?
Du gehst mit ihr nach Lourdes.
Du wünschst dir was,
stehst aus deinem Rollstuhl auf und bist geheilt.
Sehr witzig. - Fällt dir was Besseres ein?
48 Stunden.
Tja...
Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, gleiten.
Und einfach aufstehen?
Nein, erst auf allen Vieren, ich muss das langsam angehen.
Wunder brauchen Zeit. - Ob sie das glaubt?
Max, Konzentration!
Mach Schluss.
Ich habe kein gutes Gefühl.
Du brauchst ihn doch gar nicht.
Ich brauche niemanden.
Das ist er. Hallo?
Du störst nicht.
Ja.
Okay-
Bis morgen.
Entschuldigung? Er will nach Lourdes.
Nach Lourdes?
Haben Sie auch ein Rot, das nicht schreit: "Nimm mich!"
Ich schaue mal.
Was sucht er denn in Lourdes? - Na ein Wunder! -Ein Wunder?
Endlich! verstehst du's nicht?
Jocelyn kann laufen.
Wie du. Wie sie.
Er ist nicht behindert.
Das Wusstest du doch.
Deine neuen Schuhe zeigen: Du fühlst dich schuldig.
Woher willst du das wissen? - Weil ich behindert bin.
Aber: pst.
Das kleine, dumme Mädchen im Rollstuhl hat beschlossen, nichts zu sagen.
Ihr Glück ist ihr eine schlechte Lüge wert.
Es ist schön, sich geliebt zu fühlen, zumindest, es zu glauben.
Beim Glück muss man zugreifen. - Beim BH auch?
Das ist doch bescheuert.
Du hast ihn angeschleppt, und Geschenke lehnt man nicht ab.
Wie lange weißt du es schon? - Lange genug, um damit klarzukommen.
Warum hast du nichts gesagt? - Damit du's mir nicht ausredest.
Ich weiß, das ist dumm.
Ich wollte wissen, was passiert. Das Schlimmste ist doch, wenn es aufhört.
Wenn man nicht mehr vorgeben kann, zu glauben.
Und was willst du machen, wenn er aufsteht?
Nichts.
Mich verabschieden.
Das leuchtet doch ein: Leute mit Schuppenflechte waren danach geheilt.
Nach nur einem Besuch. - Ja, das stimmt.
Ein Mann verlor seinen Fuß im Schinkenschneider.
Und nach zwei Tagen in Lourdes wuchs ihm ein Zeh nach.
Stimmt, ich erinnere mich. - Ja.
Ja, ja.
Schade, dass dein Onkel nicht dabei ist, wegen der Arme und Beine.
Ja,schade. - Ja, ja.
Kruzifixe gibt's hier, bei mir! - Schöne „Jungfrauen!
Zwei heilige Jungfrauen, ein Baby-Jesus gratis!
Guten Tag. - Guten Tag!
Wie funktioniert das mit den Wundern?
Mit den Wundern?
Entschuldigung.
Können wir uns unterhalten?
HEILIGE BERNADETTE
Sie.
Folgen Sie mir, ohne Krankenschwester!
Ich bin keine Krankenschwester.
Der Boden ist abschüssig, fixieren Sie die Bremse.
Wenn Sie aufstehen, lügen Sie zweimal.
Sie sind nicht gelähmt.
Keiner geht hier raus ohne ein Foto von der Grotte,
ein Gebet vor Sankt Bernadette,
einem Fläschchen Weihwasser, aber nur selten auf zwei Beinen.
Jedenfalls nie bei mir.
Ich habe den Eindruck,
dass viele herkommen,
weil sie glauben.
Und dann wollen sie schnell wiederkommen, um stärker zu glauben.
Ersticken Sie nicht die Flamme in ihnen. Behalten Sie Ihre Gründe für sich.
Enttäuschen und verletzen Sie sie nicht.
Was bleibt, ist Ihr Gewissen.
Ach ja, und falls Sie aufstehen, müssen wir ein Foto machen.
Wunder sind nämlich rar.
Aber...
Woher wissen Sie das?
Ihre Schuhe.
Sie sind abgenutzt.
Was machen wir jetzt, Max?
Ich hole noch Apfelmus.
Hallo.
Haben Sie mal eine Zigarette?
Sind Sie von hier? - Nicht wirklich.
Scheiße...
Sollen wir das melden?
Ein Wunder.
Du läufst.
Du läufst, Jocelyn!
Du läufst, Jocelyn. Er läuft!
Es hat funktioniert.
Ja, das ist... -... ein Wunder.
Ja, ein Wunder.
Es hat funktioniert.
Na los, dann zeig mal.
Sind Sie Migrant?
TUT MIR LEID, MAMA JOJO
ICH LAUFE AN DER SPITZE
Es tut mir leid.
Marie, kommen Sie bitte?
Bitte.
Stimmt was nicht? - Nein.
Naja... doch, alles.
Ich wollte... Ich bin nur eine Sekretärin.
Ich bin diskret, zwölf Jahre lang schon.
Ich kleide mich jeden Tag anders,
Schmücke mich, wie ein Weihnachtsbaum.
Das muss ich, weil ich nämlich keine 70 Pullis habe.
Ich kombiniere immer anders, stimme Ober- auf Unterteile ab.
Gelber Rock mit blauem Pulli,
blauer Rock mit gelbem Pulli und gelber Rock mit gelbem Pulli.
Wie Miss Potato Head.
Jedenfalls...
Heute ist mein Geburtstag.
Ja, auch Marie wird älter. Einmal im Jahr hat sie Geburtstag.
Ich habe nur keine Assistentin, die Sie daran erinnert.
Ich bin nur eine strickende Sekretärin. Aber...
Sie haben noch nie meinen Schal oder meine Frisur bemerkt.
"Marie", wie unmotiviert Sie meinen Namen aussprechen.
Woran liegt's? Bin ich zu langweilig?
Das ist es: Ich bin zu farblos. Darum bin ich Ihre Lügen nicht wert.
Was fehlt mir denn?
Was habe ich, was andere nicht haben?
Beine?
Tut mir leid, das habe ich nicht so gemeint. Verzeihung.
Ich bin traurig und erzähle Quatsch. Verzeihung...
Was wollten Sie denn?
Alles Gute zum Geburtstag.
Danke, wie rührend.
Die Farbe habe ich noch nicht.
Ich weiß.
Wie hübsch.
Die Schachtel auch?
Zu dem heutigen Rennen. Wir haben über 60.000 Teilnehmer...
Willst du etwa aufgeben?
Was machst du hier?
Ich war zufällig in der Stadt und dachte, ich schaue mir mal den Marathon an.
Los.
Komm.
LIEBE BRINGT ALLES INS ROLLEN
Und sonst...
Gibt's was Neues von deiner Mutter?
Und?
Nichts.
Wollen wir nach Lourdes fahren? - Ich hab doch alles, was ich brauche.
Can't find what you're looking for?
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