All language subtitles for Tatort_ Vier Leben (Spielfilm Deutschland 2025).deu

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Original subtitles

Personen und ihre Farben:

Gelb für Susanne Bonard (Corinna Harfouch).

Blau für Robert Karow (Mark Waschke).

Weiß für alle anderen Personen.

(Radiomoderatoren) Es ist soweit, der König kommt.

Um 14 Uhr wird der britische Monarch in Berlin erwartet.

Heute kommt der König nach Berlin.

Wegen des Staatsbesuchs müssen Sie

rund um das Regierungsviertel mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Mit Spannung erwartet die Hauptstadt den Besuch des Königs.

Wir haben das doch ausdiskutiert.

Du wirst mich nicht davon abhalten.

Ja und ... ich ...

Ach komm mal, Ulrike! Was soll denn das bringen?

Ja, okay, bis gleich.

* Klingeln *

Elisa, hallo! Was verschafft mir die Ehre?

Na klar kannst du mit mir rechnen. Ja.

* Schuss *

Morgen!

Weghorst war bis vor Kurzem Abgeordneter.

Ja genau, Jürgen Weghorst.

Wenn das durchsickert, ist hier die Hölle los!

Wir brauchen eine Nachrichtensperre! Wenigstens für ein paar Stunden.

Ich brauche bitte dringend ein paar mehr Leute in Zivil,

damit wir nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen.

Darf ich schon ran? Ja.

Die Staatsanwältin ruft an. Ja. Danke, okay.

Frau Taghavi! Schön, dass Sie mich so schnell zurückrufen.

Nein, das kann ich nicht ausschließen.

Im Moment können wir gar nichts ausschließen.

Nur einen Unfall.

Ja, wir gehen von einem Scharfschützen aus.

Kollege, entschuldige!

Das mit dem Sichtschutz muss schneller gehen. Ja, bitte?

Ich bin wieder da.

Ja, natürlich!

Oh Gott!

Was machen wir mit den Medien? Es sind schon zwei Fotografen da.

Ja, in Ordnung, danke.

Wissen wir etwas zum Kaliber?

Nicht viel. Groß jedenfalls. Irgendwas zum Täter?

Niemand hat etwas gesehen. Er ist einfach umgefallen.

Im Kalender steht ein Termin um 10.30 mit einem "V. Volkmer".

Malik soll das mal checken.

Die Innensenatorin möchte, dass wir eine Terrorlage ausschließen.

Weil: Besuch des Königs.

Vielleicht lässt sie uns erst einmal arbeiten. Habe ich ihr gesagt.

Netter vielleicht.

Der Rucksack hat alles abgefangen. Es gibt hier keine Blutspritzer.

Wir brauchen die Aufnahmen aller Kameras aus dem Umfeld.

Vielleicht sehen wir, wie er getroffen wurde. Oder von wo.

Der Schütze muss weit weg gestanden haben. Und vor allem weit oben.

Weghorst ist von hier gekommen. Ein Zeuge sagt, er hat telefoniert.

Und dann ist er hier stehengeblieben. Und: peng.

Tja, da gibt es aber eine Menge Möglichkeiten. Ja.

Der Rucksack hat doch nicht alles abgefangen!

Wenn Sie mal Weghorst sind.

Wundkanal ist schon vermessen?

Der Winkel zwischen Eintritts- und Austrittswunde

beträgt zwischen sechs und acht Grad.

Acht Grad. Das heißt hier.

Eins von den Dächern da drüben.

Ich übernehme das hintere Gebäude. Sie das vordere. Okay?

Bitte rauskriegen, ob die funktioniert und

ob die Bilder aufgezeichnet werden.

Hallo?

Polizei! Ist da jemand?

Alles gut.

Schlaf weiter.

Diese Rauchbombe: Sollte das eine Warnung sein?

Die Spurensicherung hat noch zwei von den Dingern gefunden.

So positioniert, dass alle Zugänge zum Dach abgesichert waren.

Er wollte verhindern, dass er dort oben erwischt wird.

Der Täter kannte Weghorsts tägliche Routine.

Seinen üblichen Gang zum Büro. Das wirkt präzise geplant.

Das war ein Profi.

Malik? Gibt es irgendetwas aus dem Umfeld des Opfers?

Anzeichen für eine Gefährdung?

Die Kollegen konnten bisher nur mit der Ehefrau sprechen.

Sie hat die Nachricht nicht gut verkraftet, liegt im Krankenhaus.

Aber bevor sie umgekippt ist, hat sie was Interessantes gesagt!

"Heute war der Tag, an dem er in die Offensive gehen wollte." Ach.

Weghorst galt lange als Riesentalent und

zukünftiger Star bei den Sozialdemokraten.

War aber auch umstritten.

Ah ja, wegen der "NOWICO-Affäre".

Diese Lebensmittelgeschichte bei der Bundeswehr? Genau.

Ist von allen Ämtern zurücktreten.

Na ja.

Er hat NOWICO einen Großauftrag

des Verteidigungsministeriums verschafft.

Vielleicht ist Schmiergeld geflossen, vielleicht nicht.

Jedenfalls wollte die Partei ihn loswerden.

Zuletzt war er nur einfaches Mitglied.

Dann hat er sich offensichtlich Feinde

in den eigenen Reihen gemacht. Er galt als Risiko.

Malik! Die "Offensive", von der seine Frau spricht,

gibt es da schon was in den Medien?

Bisher nix.

So ein Karrieretyp tritt doch nicht freiwillig zurück.

Vielleicht ist er gezwungen worden.

Vielleicht war er nur Bauernopfer.

Vielleicht hat er gedroht, Parteikollegen zu kompromittieren.

Malik, der Termin in seinem Notizbuch.

Wissen wir denn schon, wer dieser "V. Volkmer" ist? Ja.

Vincent Volkmer, Polit-Reporter bei "DER TAG".

Aha! Danke, Malik.

Muss ein Interviewtermin gewesen sein.

Weghorst wollte auf bestimmte Fragen gar nicht antworten.

"Keine Fragen zu UA": Das steht jedenfalls in seinem Kalender.

Wenn er die Bedingungen so diktieren kann,

dann muss er irgendetwas zum Anbieten haben,

etwas Heikles, was Wirbel machen könnte.

Was war denn sein Fachgebiet?

Landwirtschaft und Entwicklungshilfe.

Aktuell war er als Berater

für den Verband der Lebensmittelwirtschaft tätig.

Zu langweilig für einen Mord?

Das kommt drauf an, wem er hätte gefährlich werden können.

Wenn es hier ein politisches Motiv gibt,

dann könnte das ein Fall für den Generalbundesanwalt werden.

Und es könnte auch bedeuten,

dass Leute mit viel Einfluss involviert sind!

Angst, beim Joggen erschossen zu werden?

Nein, aber es könnte Versuche geben, unsere Arbeit zu behindern.

Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie gejoggt.

Und ich habe auch nicht vor, damit anzufangen. Stimmt's, Malik?

Ich auch nicht.

(Radiomoderatoren) Mit Spannung erwartet Berlin

den Besuch des Königs.

Da hat er ein volles Programm.

Auf Charles Terminplan stehen u.a. ein Konzert im Berliner Dom.

Der Regierende Bürgermeister und der Bundespräsident werden

Charles III. mit militärischen Ehren vor dem Brandenburger Tor empfangen.

Rooftop ready for sealing!

All teams ready.

Keiner zu Hause?

Wartest du draußen auf mich?

Guten Tag. Guten Tag.

Frau Menzel? Was kann ich für Sie tun?

Susanne Bonard. LKA.

Was genau ist denn passiert? Er wurde erschossen.

Oh, mein Gott!

Kann ich Ihnen helfen?

Warum nicht?

Ich kann das noch gar nicht glauben.

Ja. Gab es irgendwelche Anzeichen für so etwas?

Hat er Sorge geäußert oder Angst?

Es gab einige Leute, die wütend auf ihn waren.

Aber die bringen ihn doch nicht um!

Und Ihnen ist nichts aufgefallen?

Gar nichts?

Mir ist nichts aufgefallen.

Was macht Ihr Verband eigentlich genau?

Wir bündeln die öffentliche Kommunikation

für die Lebensmittel-Wirtschaft,

wenn es um politische Themen oder Gesetzesentwürfe geht.

Wir sind Interessenvertreter. Lobbyisten, oder?

Man kann Sie buchen, mit allem Drum und Dran,

wenn man Politiker beeinflussen will oder Politikerinnen.

Wir überzeugen. Mit Argumenten und fundierten Informationen.

Ja. Absolut. Genau!

Was hat denn Jürgen Weghorst hier für Sie gemacht?

Was waren seine Aufgaben?

Jürgen hatte jede Menge Erfahrung auf dem politischen Parkett.

Und er hatte hervorragende Kontakte.

Eine der größten Supermarktketten Deutschlands

ist in seinem ehemaligem Wahlkreis. Die NOWICO, oder?

Stimmt das eigentlich, dass er sich hat kaufen lassen?

Jürgen hat einen Fehler gemacht.

Aber er hat kein Geld angenommen. Ach so!

Er wollte etwas für die Leute in seinem Wahlkreis erreichen.

Okay. Das habe ich verstanden. Jürgen hat alles richtig gemacht.

Irgendjemand scheint das anders zu sehen.

Sonst wäre er noch am Leben?

Sie müssen mir ja nicht glauben,

aber ich werde mich jetzt nicht von ihm distanzieren.

Die einzige Reibungsfläche zwischen uns war das,

dass er zurück in die Politik wollte. Da war ich dagegen.

Aber er hat seine Zukunft dort gesehen.

Ach, er wollte Sie verlassen? Möglicherweise ja.

Wir waren immer sehr offen miteinander.

Gut. Alex, was ist denn?

Die Herrschaften hatten Informationen erbeten

zu Jürgens Tätigkeit bei uns. Ach so.

Und zu seiner heutigen Tagesplanung. Danke schön. Sehr nett!

Das sind sensible Informationen unserer Partner.

Verschwiegenheitsverpflichtung.

Das müssen wir erst prüfen. Danke, Alex.

Das ist ja in Ordnung.

Wir müssen die Durchsuchung Ihrer Räumlichkeiten

von der Staatsanwaltschaft auch erst prüfen lassen.

Das ist bei uns ein normaler Vorgang.

Ich muss mit der Rechtsabteilung sprechen.

Auch was Befragungen unserer Mitarbeitenden betrifft.

Ich habe jetzt ein dringendes Telefonat.

Lassen Sie sich vorne einen Termin geben.

Eine wunderschöne Aussicht haben Sie hier.

Ach übrigens, sagt Ihnen der Name Vincent Volkmer etwas?

Nein. Tut mir leid.

Danke schön. Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

Vielen Dank. Tschüss.

Irgendwie denke ich, dass die Reibungsfläche

doch ein bisschen größer war, als sie zugibt.

Erst so aufgewühlt und

dann wirft die uns knallhart raus, wenn es spannend wird.

Ach. Wo will denn der hin?

Was war in den Ordnern drin, was wir nicht sehen durften?

Sie haben gehört, was meine Chefin gesagt hat.

Von den Verschwiegenheitsverpflichtungen?

Es geht hier um Mord!

Aber wir können Sie auch vorladen lassen. Ist Ihnen das lieber?

Sie wollten wissen, wer Vincent Volkmer ist.

Das ist ein Journalist vom "TAG". Das wissen wir. Und weiter?

Jürgen wollte ein Interview geben.

Der Tag, an dem er in die Offensive gehen wollte.

Frau Menzel und er haben sich deswegen gestern gestritten.

Sie wollte, dass er das Interview absagt. Und?

Er wollte nicht.

Er wollte über die Korruptionsaffäre sprechen?

NOWICO? Nein, es ging um die Sache in Kabul.

Afghanistan? Was?

Er wurde für den Tod von Ortskräften verantwortlich gemacht. Wie?

Wie das?

Jürgen ist dort gewesen, als das Chaos ausgebrochen ist.

Moment. Reden wir jetzt vom NATO-Abzug 2021?

Er war dort wegen eines Projekts des Pivot-Clubs.

Das ist quasi der internationale Arm unseres Verbands.

Sie denken, sein Tod hat etwas mit Afghanistan zu tun?

Er wurde bedroht. Von wem denn?

Einer afghanischen Frau von dieser Fluchthilfe-Organisation.

Rescue Plan. Sie hat ihm mit dem Tod gedroht.

Diese Frau war außer sich vor Wut. Bar, Bara... Barak... keine Ahnung.

Sie sind sich sicher, dass sie ihn konkret bedroht hat?

Ah, hier: Soraya Barakzay. Ist sie das?

Ja, genau. Die war es.

Es gibt ein Video davon!

Entschuldigung. Haben Sie einen Moment? - Keine Zeit!

Entschuldigung.

Das schicke ich Ihnen zu Ihrer Pensionierung.

Da mache ich ein T-Shirt draus!

Entschuldigung. Haben Sie einen Moment? Hm, ja.

Wussten Sie, dass in Afghanistan

Ortskräfte um ihr Leben fürchten müssen,

weil die Bundesregierung ihre Versprechungen nicht einlöst?

Diese Menschen und ihre Familien wurden

nicht nur im Stich gelassen, sondern es wurden

keine Maßnahmen für die Sicherheit getroffen.

Wir möchten gerne mit Ihrer Unterstützung vor

dem Europäischen Gerichtshof erwirken,

dass die Bundesregierung ihre Verantwortung ...

Sie sind nicht deswegen hier. Wir sind wegen Jürgen Weghorst hier.

Ich habe bereits dazu alles gesagt. Ich möchte mich nicht weiter äußern.

Jürgen Weghorst ist heute ermordet worden.

Der Website Ihrer Organisation entnehmen wir,

dass Sie Richterin in Afghanistan waren.

Da steht auch, dass ich meinen Master in Cambridge gemacht habe.

Sie haben Weghorst scharf angegriffen,

Sie haben ihn öffentlich beschuldigt, verantwortlich für

den Tod von Ortskräften und den Familien zu sein. Ja.

Das können Sie bestimmt belegen.

Er und seine Leute waren nur in Afghanistan,

um werbewirksame Fotos mit kleinen, armen Kindern zu machen.

Es ging um eine Spendenaktion des Pivot-Clubs.

Ging es nicht um karitatives Engagement? Die Reise war ein Witz.

Als es gefährlich wurde, haben sie die Evakuierung missbraucht,

um selber schneller wegzukommen.

Die Menschen wurden einfach zurückgelassen.

Wissen Sie, was diese Familien erleiden mussten?

Uns interessiert vor allem,

ob diese Reise ein Grund sein könnte, Weghorst zu ermorden.

Ich habe Richter und Staatsanwälte in Kabul ausgebildet,

im Auftrag der Bundesrepublik.

Ich weiß ganz genau, was es bedeutet, in einem Land ohne

Rechtsstaatlichkeit zu leben, was für eine Spirale aus Hass entsteht,

wenn Menschen ohne Anhörung und ohne Verfahren umgebracht werden.

Aber jetzt sind Sie ja hier. Und jetzt hören wir Sie an.

Sie unterstellen mir hier ein Verbrechen,

mit dem ich nichts zu tun habe!

Hey! Sie! Hey! - Ich habe alles dazu gesagt.

Ich verstehe, dass Sie emotional sind. Lassen Sie mich los.

Ich habe heute noch Termine. Danke!

Wörtlich übersetzt sagen Sie:

"Möge ein langsamer und schmerzhafter Tod dich heimsuchen,

für das, was du getan hast!"

Genaugenommen sage ich "Mögest du für deine Sünden sterben".

Jedenfalls hat er Sie angezeigt wegen Verleumdung und Bedrohung.

Was ist mit dem Umfeld Ihrer Organisation?

Rescue Plan?

Wir informieren die deutsche Öffentlichkeit

über das Versagen der Bundesregierung.

Ich habe vor dem Afghanistan- Untersuchungsausschuss ausgesagt.

Gibt es im Umfeld Ihrer Organisation radikale Aktivisten,

die zu so einer Tat in der Lage wären?

Sorry, aber jemand, die sich als Bundestagsabgeordnete ausgibt,

macht an der Pforte einen Riesenaufstand wegen Frau Barakzay.

Das haben wir sicher Ihnen zu verdanken, oder?

Gut. Wir sind beim Umfeld Ihrer Organisation. Bitte!

Wir haben zehntausende Unterstützer in

den sozialen Medien, Abonnenten unseres Newsletters, Spender.

Gut, dann brauchen wir eine Liste. Genau.

Wissen Sie was? Sie sollten sich was schämen!

Frau Barakzay an so einem Ort festzuhalten, ungeheuerlich.

Sie sind bitte wer? Mara Dardai-Hentschel.

Friedenspolitische Sprecherin der Links-Fraktion im Bundestag.

Racial Profiling verstößt gegen Artikel 3 des Grundgesetzes. Ja?

Na wenn wir das vorher gewusst hätten.

Wir wissen, dass Frau Barakzay ein Alibi hat.

Sie wird nur als Zeugin vernommen.

Eine Zeugin nimmt man mit in dieses ... was auch immer das sein soll.

Gefällt Ihnen unser Ausweichquartier nicht?

Wir finden es eigentlich ganz schnucklig. Oder?

Finden Sie das witzig? Warum setzen Sie sich so für Frau Barakzay ein?

Sie hat genug durchgemacht! Aber es dürfte Ihnen klar sein,

dass das hier als politische Einflussnahme gewertet werden kann.

Nicht so witzig. Und warum will man uns wohl beeinflussen?

Mit Frau Barakzay verschwenden Sie Ihre Zeit!

Woher wissen Sie das so genau?

Im Gegensatz zu Herrn Weghorst hat sie sich um die Demokratie

in diesem Land verdient gemacht.

Sie finden also, er hat es verdient, wollen Sie das sagen?

Nein, aber es gibt sicher Leute, die froh darüber sind,

dass er nichts mehr sagen kann.

Was hätten diese Leute von ihm zu befürchten gehabt?

Ich will niemanden beschuldigen. Was jetzt?

Lassen Sie Frau Barakzay bitte in Ruhe!

Wie gesagt, sie ist hier Zeugin. Sie kann jederzeit gehen.

Wem hätte Weghorst denn gefährlich werden können?

Wenn Sie uns auf etwas hinweisen wollen,

brauchen wir mehr als kryptische Andeutungen.

Kann ich Ihnen leider nicht geben,

weil ich mich sonst wegen Geheimnisverrats strafbar mache.

Das gesamte Protokoll passt in einen Ordner?

Sehr viel scheint der Untersuchungsausschuss

nicht untersucht zu haben.

Der Afghanistan-Ausschuss? Ja.

Ist das nicht geheim? Das Meiste ist eh geschwärzt.

Im Untersuchungsausschuss ging es unter anderem

um die Bundeswehr-Maschine,

mit der Weghorst und seine Delegation ausgeflogen wurden.

Oh. Das ist scheinbar eine Liste der Personen,

die an der Evakuierung der Ortskräfte in Kabul beteiligt waren.

Pilotin: Anja Stegmann.

Ralf Wessiak, Koordinator GSG9, der hat diese ganze Aktion koordiniert.

GSG9? Die waren auch in Afghanistan?

Jetzt mal nicht den Überblick verlieren. Was haben wir denn?

Wir haben die NOWICO-Affäre, wir haben die Afghanistan-Reise,

wir haben Weghorsts Tätigkeit beim ALV, wir haben den Pivot-Club.

Machen Sie mal Poesie-Album.

Ich bin in zwei Stunden wieder da. Ja? Bis gleich.

Aha!

Malik. Können Sie das mal alles durcharbeiten?

Ich kümmere mich um diese Pilotin Anja Stegmann.

* Funk *

Würden Sie bitte Ihren Namen nennen? Ja.

Und was Ihr Job ist?

Hauptmann Arne Stegmann, Pilot beim

12. Lufttransportgeschwader der deutschen Luftwaffe.

Arne, ja? Ja!

Sie waren 2021 in der Maschine, mit der Jürgen Weghorst evakuiert wurde?

Ich bin die Maschine geflogen. Wer war noch an Bord?

Meine zwei Kopiloten, einige Fallschirmjäger,

der Sanitätsdienst und die Gruppe vom KSK, das Kommando Spezialkräfte.

Und eigentlich sollten Ortskräfte evakuiert werden? Richtig? Ja.

Aber das ist nicht gelungen.

Die Lage war extrem unübersichtlich.

Können Sie das ein bisschen näher erläutern?

Das Zeitfenster war zu knapp. Wir hatten nur 30 Minuten.

Und die Ortskräfte waren zu Fuß irgendwo

außerhalb des Airports unterwegs. Keiner wusste, wo die sind.

Wer war mit den Ortskräften in Kontakt?

Das KSK und die GSG9 in der Deutschen Botschaft. Aha.

Ich war damals Sicherheitschef des

Deutschen Botschafters in Kabul.

Jeder Abgeordnete, der nach Afghanistan reiste,

musste an mir vorbei. Auch Weghorst.

Sie sind ihm also persönlich begegnet?

Was war Ihr Eindruck von ihm?

Dass ihn unsere Warnungen nicht interessiert haben.

Er wollte seine Reise nicht abbrechen,

selbst als die Amerikaner notevakuiert haben.

Das heißt, Sie haben ein Problem mit ihm gehabt.

Jeder hatte ein Problem mit dem.

Und dann? Am Flughafen? Was war da mit Weghorst?

Wir waren froh, dass wir unter diesen Bedingungen

heil runtergekommen sind.

Aber als wir an unserer Parkposition angekommen waren,

standen da nur vier Leute.

Jürgen Weghorst und seine Delegation.

Wir haben mit 80 Ortskräften und ihren Familien gerechnet!

Was ist denn da passiert?

Rund um den Flughafen herrschte das reine Chaos.

Weghorst und seine Begleiter sind durch ihre Kontakte

so schnell durchgekommen. Was für Kontakte? Nachrichtendienste

Während wir versucht haben, 80 High-Risk-Ortskräfte

auf die Landebahn zu kriegen, hat Weghorst

über das Verteidigungsministerium Druck gemacht.

Dass die Maschine sofort startet.

Einer der Passagiere hat General Haller an die Strippe gekriegt,

der selbst noch in einer Maschine über der Stadt kreiste.

Der hat dann Befehl gegeben zu starten. Ja.

Der Befehl lautete, zu starten und nach Taschkent zu fliegen.

Die Amerikaner haben danach alles dichtgemacht.

* Stimmengewirr *

* Schüsse *

Polizei!

Ich habe mich vor den Amis zum Affen gemacht,

um noch 30 Minuten zu kriegen, damit wir die Ortskräfte finden.

Weghorst hat Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das war ein Witz, dass wir da eine leere Maschine rausfliegen lassen,

obwohl hunderte Leute auf Rettung warten.

(Funk) Täter überwältigt, Geisel befreit! - Gut gemacht!

Zehn Minuten Pause, dann Auswertung.

Von den 80 haben es meines Wissens

nach nur elf nach Deutschland geschafft.

Und der Rest?

Ich brauche eine Liste aller Ortskräfte, die mitfliegen sollten.

Da müssen Sie sich ans KSK wenden.

Gut.

Eine letzte Frage: Sagt Ihnen der Name Soraya Barakzay etwas?

Also wie gesagt, die Liste muss vom KSK freigeben werden.

Sie stand auf Ihrer Passagier-Liste?

Ich danke sehr für das Gespräch, ja? Danke. Gerne.

Okay, was wissen wir bis jetzt?

In Kabul bricht Chaos aus, aber Weghorst ist noch voll im PR-Modus.

Als die Taliban vorrücken,

kriegen er und seine Begleiter Panik und fahren zum Flughafen.

Und diese Gruppe, die steigt in das letzte Flugzeug,

das in der Nacht noch abfliegt.

Und diese Herrschaften erzwingen dann den sofortigen Start. Genau.

Was wissen wir über Soraya Barakzay?

Die war bei den Ortskräften in Afghanistan bei den Deutschen.

Dann kommt sie im November 2022 nach Deutschland,

stellt Antrag auf Asyl, kriegt auch Asyl und

lernt in dieser Zeit diese Politikerin von den Linken,

diese Mara Dardai-Hentschel kennen,

die sich für die zurückgelassenen Ortskräfte einsetzt und

Frau Barakzay dazu bringt, vor dem Untersuchungsausschuss auszusagen.

Da tritt sie als Zeugin auf.

Aber Weghorsts moralisches Fehlverhalten

hat überhaupt keine Konsequenzen.

Da fühlt sie sich verarscht.

Ja, vielleicht.

Aber lässt sie ihn deswegen umbringen?

Puh.

Der Asylantrag von der Barakzay. Wo ist denn der?

Nancy? Der Asylantrag von Soraya Barakzay. Wo ist denn der hin?

Den habe ich im System. Ach echt? Zeig mal!

Scroll mal runter.

Was brauchst du? Ganz unten.

Weiter, weiter, weiter, weiter!

Angaben zum Fluchtgrund. Da!

Bitte? Ihre Kinder sind von den Taliban ermordet worden.

Oh Gott, das ist ja furchtbar.

Deshalb dieser Ausbruch in dem Video.

Die will Rache!

Aber wen hat sie beauftragt?

Für die Kinder.

Zu wem hat sie Kontakt? Hat sie Zugang zu Waffen oder

kennt sie Leute mit militärischer Ausbildung?

Vielleicht ehemalige Soldaten der afghanischen Armee.

Ich kümmere mich mal um die Überwachung von Frau Barakzay.

Entschuldigung.

Warum Weghorst? Warum gerade er?

Warum nicht einer von den drei anderen?

Was Abwegigeres als Afghanistan ist Ihnen nicht eingefallen?

Frau Taghavi?

Die Nerven liegen ohnehin schon blank,

wegen Weghorst und dem Staatsbesuch und jetzt schrecken Sie

das Verteidigungsministerium auf. Wo ist dieser Ordner?

Um was geht es denn hier?

Sagt Ihnen der Name Dr. Lotte Berger etwas?

Die Leiterin des Stabs der Innensenatorin?

Die hat gerade ziemlich verärgert angerufen.

Da hat wohl jemand Angst, dass wir was rausfinden könnten.

Haben Sie eine Vorstellung, was das für

unser Ermittlungsverfahren bedeutet,

wenn Sie sich illegal geheime Informationen verschaffen?

Sie hätten diesen Ordner nicht annehmen dürfen!

Jeder halbgare Pflichtverteidiger

haut uns das noch in der Prozessvorbereitung um die Ohren!

Die Innensenatorin will wissen, ob die Tat politisch motiviert war.

Ob der Staatsbesuch gefährdet ist.

Wir haben die Briten informiert, dass es einen Vorfall gab.

Die machen ihre Entscheidung auch von Ihrer Einschätzung abhängig.

Im Moment können wir nichts Definitives sagen,

aber es sieht nun wirklich nicht so aus,

als gäbe es irgendeine Gefahr für den König. Gut.

Immerhin etwas.

Ich hoffe, Sie haben eine gute Erklärung für mich parat, wenn ich

gefragt werde, warum Sie sich mit dem Untersuchungsausschuss befassen.

Ja.

Hier.

Es geht um Soraya Barakzay. Afghanische Staatsbürgerin.

Sie hat Weghorst bedroht. Und sie hat ein Motiv.

Bitte.

Sowohl die Innensenatorin als auch die Bundesanwaltschaft wissen,

dass wir niemand Besseren haben als Sie.

Verspielen Sie das Vertrauen ins LKA bitte nicht!

Immerhin hat die Staatsanwältin

die Überwachung von Frau Barakzay einfach so durchgewunken.

Frau Barakzay hat nichts mit dem Auftritt der Staatsanwältin zu tun.

Da haben andere ihre Finger im Spiel!

Malik, haben Sie diesen Journalisten schon erreicht?

Vincent Volkmer? Die Assistentin würgt mich schon den ganzen Tag ab.

Versuchen Sie es noch einmal! Bleiben Sie dran.

Weghorst will ein Comeback.

Der will sich wieder ins Gespräch bringen. Mit dem Interview.

Natürlich will er diese Afghanistan-Vorwürfe und

die NOWICO-Affäre, das will er loswerden.

Um sich zu entlasten, muss er jemanden anderen belasten.

Sie glauben nicht, dass Frau Barakzay etwas damit zu tun hat?

Wahrscheinlich schon.

Andererseits, wenn da eine persönliche Karriere dranhängt

oder sogar ein ganzer Verband, wie bei Frau Menzel, dann kann so

eine öffentliche Anschuldigung schon ganz schön gefährlich werden.

Ich frage mich, wen er belasten wollte.

Die beiden anderen, die mit Weghorst und Menzel im Flieger saßen.

Was wissen wir über die?

Elisabeta Alvarez, Geschäftsführerin

einer Agentur für "Government Relations".

Sie hat die Afghanistan-Reise für den Pivot-Club organisiert.

Und Avid Vittek, Jurist und

ehemaliger Koordinator für Nachrichtendienste im Kanzleramt,

arbeitet inzwischen für eine Wirtschaftsschutz-Kanzlei namens

"Wilhelm Consult", die auch für den Pivot-Club tätig ist.

Pivot. (anders ausgesprochen) Pivot.

Dieser ominöse Club, das ist der Dreh- und Angelpunkt.

Pivot bedeutet genau das. Im Zentrum. Im Mittelpunkt.

Um 13 Uhr findet im Pivot-Club ein Lunch statt.

Super. Wie sieht es aus?

Ein bisschen Hunger? Kommen Sie mit?

Nein. Machen Sie das mal.

Ich räume hier inzwischen ein bisschen auf. Ja?

Gerne.

(Nancy) Wir sind durch mit den Ortskräften,

die für Rescue Plan arbeiten. Und alle sind sauber?

Ja, alle haben Alibis oder sind nicht in Berlin.

Keiner von denen war in seinem früheren Leben

mal bei der Polizei oder beim Militär?

Ich kann es noch einmal checken. Danke.

Wir freuen uns. - Es ist ein tolles Projekt.

Es gibt ein Problem. Die Polizei ist da.

Elisabeta Alvarez, freut mich sehr.

Robert Karow. LKA. Sie wissen Bescheid, oder?

Ja.

Wir stehen alle noch unter Schock. Ah.

Offenbar kein Grund, Ihr Mittagessen abzusagen.

Na ja, einige Gäste sind extra aus dem Ausland angereist.

Wie gut kannten Sie Jürgen Weghorst?

Hören Sie, es tut mir wirklich leid,

aber unsere Veranstaltung geht gleich los

und für den Vortrag und das Essen sind Sie leider nicht eingeplant.

Aber Sie können gerne bleiben, vielleicht auf einen Aperitif?

In einer halben Stunde hätte ich etwa zehn Minuten Zeit.

Frau Dr. Berger vom Innensenat, ist die auch hier?

Wir reden später, okay? Nehmen Sie sich gerne einen Drink.

Entschuldigung! Einen Drink bitte. Danke.

Vielleicht finden wir ja eine Möglichkeit.

So eine Bauart habe ich schon mal gesehen.

Wenn die Taliban keinen Sprengstoff mehr hatten,

haben sie so ähnliche Dinger verteilt.

Manche waren scharf. Manche nicht. Ziemlich tricky.

Aber eine Rauchbombe? Soll das ein Witz sein?

Ja. Kannst du das mal deinen Spezialisten zeigen?

Warum schickst du das nicht in euer Labor?

Weil die so langsam sind.

Bekennerschreiben oder so was gab es nicht? Nein.

Ist auf jeden Fall nicht Islamisten-Style.

Eher Agenten-Style. Aber schwer zu sagen.

Noch eine Frage.

Kennst du diese Frau, Soraya Barakzay? Afghanin.

Die könnte was damit zu tun haben.

Hältst du das für denkbar,

dass jemand von den Geflüchteten hier in Berlin

technisch und organisatorisch zu so was in der Lage ist?

Scharfschütze meinst du? Ich höre mich um. Aber kann nix versprechen.

Gut.

Wann kommst du zurück an die Akademie?

Ist langweiliger da, ohne dich.

Na, das freut mich ja.

Ich schaue, was ich zu dieser Soraya finden kann.

Ja. Danke dir. Pass auf dich auf! Und danke. Danke.

Hey, Susanne. Ja?

Diese orange Farbe an der Handgranate,

genauso haben die Deutschen ihre Übungsgranaten in

Masar-e Sharif markiert.

Die Deutschen? Oh. Danke. Ciao.

* Ein Telefon klingelt. *

Ja. Wie läuft die Überwachung von der Barakzay?

Bisher kein Hinweis auf eine Beteiligung.

Sie versucht aber ständig jemanden zu erreichen.

Malik kümmert sich um die Identifikation der Rufnummer.

Mein Kontakt beim BKA sagt, so eine orange Markierung

hat er in Masar-e Sharif schon mal an einer Übungsgranate gesehen.

Bei Spezialeinheiten der Bundeswehr.

Bundeswehr ... Afghanistan ...

Der Tag, an dem er in die Offensive gehen wollte ... Kein Zufall.

Weil Offensive so militärisch klingt?

* Schreie *

Karow? Karow? Was ist los?

Holt jemand einen Arzt!

Holt einer mal einen Arzt!

Drücken Sie die Wunde zu! Ganz fest!

Hören Sie mich? Hören Sie mich? Hierbleiben, ja?

Wir brauchen einen Notarzt! Schnell!

Schau mich an, schau mich an! Bleib hier! Hey!

Fest zudrücken! Ganz fest! Fest zudrücken!

(schreit) Holt den Arzt!

Avid Vittek ist der Einzige aus der Afghanistan-Delegation,

der nicht hier war.

Das MEK soll ihn und Ulrike Menzel sofort in Schutzgewahrsam nehmen.

Nein, die ist nicht mehr hier. Keine Ahnung! Ich weiß nicht, wo die ist.

Danke.

Ja, danke.

So eine Scheiße!

Der Besuch des Königs wurde abgesagt.

Spezialmunition aus Militärbeständen.

An so etwas kommt man nicht so leicht ran.

Die eine Kugel zerfetzt die Halsschlagader,

die andere geht voll daneben. Das war doch kein Profi!

Vielleicht wurde er gestört.

Vielleicht gibt es einen Zeugen?

Vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Dieser Scheißkerl bringt sie vor unseren Augen um

und wir wissen nichts über ihn.

Zwei Zentimeter weiter rechts und sie wäre noch am Leben.

So eine Scheiße! Echt!

(Nancy) Beim KSK habe ich endlich jemanden erreicht.

Die haben uns eine Namensliste versprochen.

Muss erst der Militärische Abschirmdienst prüfen.

Wir haben zwei Morde innerhalb von sechs Stunden.

Malik? Dieser Volkmer hat sich gemeldet.

Ja. Wollt ihr noch mit ihm sprechen?

Das ist jetzt nicht relevant, nein.

(Nancy) Es gibt Ärger wegen dem Protokoll vom Ausschuss.

(Malik) Dann ich kümmere mich um die Familie von Frau Alvarez.

Die Tochter lebt anscheinend beim Vater in der Schweiz.

* Hupen *

Himmel, Herrgott. Nicht du, Malik. Ja, ja.

Ihr habt eine Anzeige auf dem Tisch.

Sag mal. Sag das nochmal.

(Nancy) Ja. Leider.

Ulrike Menzel wehrt sich gegen den Polizeischutz.

Sie hat sich Rechtsbeistand besorgt,

eine renommierte, internationale Kanzlei.

Die haben Anzeige gegen euch erstattet

wegen gleich mehrerer Dienstvergehen. Ach Gott!

Die will sich nicht in Schutzhaft nehmen lassen? Was ist los mit der?

Die hat doch einen Dachschaden, die Alte!

(Frau) Die Kripo wird jetzt gleich auftauchen.

(U. Menzel) Wir müssen auf die Originale achten.

Da wird jemand vor Ihren Augen erschossen und

Sie haben nichts Besseres zu tun, als uns anzuzeigen?

Der Anruf bei der Innensenatorin waren doch auch Sie, oder?

Da klebt noch Blut an Ihrer Bluse!

Manuela Reichert. Die Anwältin von Frau Menzel.

Und Sie sind?

Susanne Bonard.

Frau Menzel, Sie sind in Lebensgefahr.

Die Attentate auf Herrn Weghorst und Frau Alvarez stehen

vermutlich im Zusammenhang mit Ihrer Afghanistan-Reise.

So wie ich das sehe, haben Sie parlamentarisches Recht verletzt,

um meine Mandantin unter Druck zu setzen. Genau!

Ja, wir haben Anzeige erstattet.

Wen wollen Sie schützen mit dem Schmierentheater?

Die Demokratie. Herr Karow.

Genau! Frau Menzel, Sie haben Angst, ja?

Ich weiß nicht wovor, Sie reden ja nicht mit uns.

Aber leider schützen Sie damit nur den Mörder Ihrer Kollegen.

Frau Bonard, Herr Karow, danke für Ihr Kommen.

Wir werden für die Sicherheit von Frau Menzel sorgen.

Ach so, ja?

Sie gehen lieber drauf, ja?

Hören Sie, was Sie und Ihr Verein hinter den Kulissen

für schmutzige Deals aushandeln,

um der Politik Gesetzestexte zu diktieren, ist mir scheißegal.

Wir sind von der Mordkommission.

Wir müssen einen Mörder finden, auf dessen Liste Sie die Nächste sind!

Frau Menzel.

Bitte lassen Sie meine Mandantin jetzt in Ruhe. Frau Menzel!

Sie setzen Ihr Leben aufs Spiel.

Es kann heute Abend schon vorbei sein.

Ich weiß nicht, ob es das wert ist.

Sie haben recht,

ich habe meine Kontakte spielen lassen,

damit Ihnen das Ausschussprotokoll abgenommen wird.

Ich habe ihr davon abgeraten.

Ich will einfach nicht, dass diese verdammte Reise und

alles was da dranhängt, wieder aufgerollt wird!

Aber ich will, dass diese Taten aufgeklärt werden!

Ich glaube Ihnen kein Wort.

Wenn Sie uns zusichern, dass Ihre Ermittlungen ausschließlich

die Morde betreffen, dann ... Dann was?

Dann ... Wenn Sie die Möglichkeit haben,

uns das Protokoll zu entziehen, dann haben Sie auch die Möglichkeit,

uns Zugang zu verschaffen. Zum ungeschwärzten Original.

Ich muss sehen, was ich tun kann.

Moment. Können wir uns darauf einigen,

dass eine Durchsuchung vom Tisch ist?

In unserer Zuständigkeit sehe ich dafür

momentan jedenfalls keine Notwendigkeit.

Ob wir allerdings die Staatsanwaltschaft

darüber informieren, dass Sie versucht haben,

Ermittlungen zu beeinflussen, das entscheiden wir noch.

Genau!

Avid?

Gehen Sie bitte weiter, Herr Vittek!

(Nancy) Sie müssten eigentlich ziemlich nah dran sein!

Danke.

Helfen Sie mir mal?

Da rüber.

Ich glaube, ich weiß, von wo er geschossen hat.

Noch ein kleines Stück nach rechts.

Ja. Wir haben es.

Soll ich rüberkommen? Ja.

So schnell kriegt man normalerweise

keinen Zugriff auf die Geheimregistratur.

Da müssen Sie schon besondere Freunde haben, da oben.

Die Bedingungen waren optimal:

also kaum Wind, kurze Distanz, unbewegtes Ziel.

Ein guter Schütze hätte sauber treffen müssen.

Sie glauben, es war jemand, der so etwas noch nie gemacht hat?

Na ja, ein Profi hätte aufs Herz gezielt, oder?

Vielleicht war er übermüdet.

Er muss Stunden hier verbracht haben Wieso?

Weil das Gebäude gestern abgeriegelt wurde. Wegen King Charles.

Gestern schon? Ja.

Dann sind es vielleicht zwei Täter.

Zwei Täter, die im Team arbeiten und nur unabhängig voneinander agieren!

Danke! Hey.

Karow, wenn Sie das hören, rufen Sie mich an!

Es sind zwei Täter.

Ruf mich zurück, ja? Ruf mich zurück!

Wie zum Teufel hat dieser Kerl es geschafft,

unentdeckt zu entkommen?

Da oben sind überall Kameras, alle Türen werden überwacht.

Vielleicht ist er geklettert?

Oder er hat sich abgeseilt? Ach, Quatsch.

Das MEK war zehn Minuten nach den Schüssen da.

Es hat niemand irgendetwas gesehen.

Oh! Stopp!

Moment! Spulen Sie bitte zurück.

Den Ersten, der runtergegangen ist, möchte ich noch einmal sehen.

Halt! Können Sie das ein bisschen größer machen? Na klar.

Vier sind hochgekommen, fünf sind wieder runtergegangen!

Dann hat der sich beim Hochkommen als Sicherheitsmann getarnt

und beim Runtergehen als Polizist!

Was ist denn das? Jetzt nicht!

Das ist die Identifikation der Rufnummer,

die Frau Barakzay heute mehrfach angerufen hat. Entschuldigung.

Ein gewisser Stephan Unge.

* Ein Telefon klingelt. *

Karow.

Der Kommandant der KSK-Gruppe im Flugzeug hatte

eine Beziehung zu Soraya Barakzay! Eine Liebesbeziehung!

Raten Sie mal, was er beim KSK gemacht hat.

Der war Scharfschütze? Genau!

Unser Mann heißt Stephan Unge.

Woher wissen Sie das?

Soraya Barakzay hat heute mehrfach versucht,

Stephan Unge zu kontaktieren.

Wie sind Sie auf den Mann gekommen?

Unge hat selbst vor dem Ausschuss ausgesagt!

Und Weghorst hat ihn zum Sündenbock gemacht, hat ihm vorgeworfen,

bei dem Einsatz in Kabul operative Fehler gemacht zu haben,

wegen seiner privaten Beziehung zu Soraya Barakzay.

Es war wohl ein Schock für Unge, Soraya im Ausschuss wiederzusehen.

Er hat wahrscheinlich gedacht, sie wäre tot.

Und dann steht sie plötzlich vor ihm. In Deutschland!

Erst in der Anhörung erfährt er, dass ihre beiden Kinder tot sind.

Sie blockt seine Kontaktversuche ab

und dann macht Weghorst ihn vor dem Ausschuss auch noch

für den Tod der Kinder mitverantwortlich.

Da hat es bei ihm Klick gemacht.

Dann ist der zweite Täter vermutlich ein Kamerad von Unge.

Da könnten Sie recht haben.

Ich kümmere mich um die Fahndung nach Stephan Unge.

Okay. Ich lasse Soraya Barakzay verhaften!

Guten Abend. - Guten Abend.

* Knall * Schuss!

Avid. - Halt! Runter!

Runter auf den Boden! Waffe fallen lassen!

Auf den Boden! Lass die Waffe fallen!

Hab' ihn!

Avid.

Ja. Ja, ja. Gut.

Frau Barakzay ist gerade verhaftet worden.

Hat keinen Widerstand geleistet.

Ah, ist doch gut. Danke. Gute Arbeit.

* Telefon vibriert *

Ja. Karow hier. Was gibt es?

Was?

Okay, danke.

Was ist denn?

So eine Scheiße! Was denn?

Avid Vittek ist erschossen worden. Vor seinem Haus.

Der Schütze ist auch tot. Unge?

Die Identität ist noch nicht geklärt,

aber es ist nicht Stephan Unge!

Und woher wissen Sie das? * verzweifeltes Lachen *

Der Mann hat nur einen Arm.

Wie bitte? Wahrscheinlich ein Ex-Soldat,

der im Kampf schwer verwundet worden ist.

Das ist der zweite Täter.

Deswegen hat er nicht sauber getroffen!

Er ist körperlich eingeschränkt.

Ulrike Menzel. Die ist die Nächste!

Ich fahre sofort hin. Gut. Machen Sie das!

Ich versuche, aus Frau Barakzay etwas herauszukriegen. Gut.

Viel Glück.

Noch nichts Neues wegen Unge.

Soll Frau Barakzay erkennungsdienstlich erfasst werden?

Nein. Bitte sofort zur Vernehmung.

Entschuldigung. Es tut mir leid. Alles gut.

* Sirene *

Danke schön. Bitte.

Wir gehen davon aus, dass jemand, den Sie kennen,

hinter den Tötungsdelikten steckt,

die heute verübt wurden. Stephan Unge.

Er ist immer noch da draußen.

Warum tut er das? Wussten Sie, was er vorhat?

Ich kenne niemanden mit diesem Namen.

Erzählen Sie mir mal, wie Sie ihn kennengelernt haben.

Erzählen Sie mir das.

Sie lieben ihn.

Jemand hat sich in die Luft gesprengt.

Vor der Schule.

Mein Sohn hat einen Metallsplitter abbekommen

und die Deutschen haben ihn versorgt.

Stephan hat ihn ins Feld-Krankenhaus gebracht.

Er war sehr freundlich zu uns. Der Rest ist privat.

Okay.

Wann hatten Sie den letzten Kontakt zu ihm?

2021. Das war kurz nach dem Tumult am Flughafen.

Es war ein kurzes Telefonat, weil wir abgeholt wurden.

Ich musste mit meinen Kindern untertauchen und er hat uns

Adressen von Safe Houses genannt und Kontakte zu Verbindungsleuten.

Er hat nicht selbst versucht, Sie da rauszuholen?

Er hätte alleine nichts ausrichten können. Er war in Deutschland.

Seine Armee hatte Afghanistan verlassen.

Und dann hatten Sie keinen Kontakt mehr?

Trotz allem, was Sie erlebt haben, was Ihnen passiert ist?

Er hat viel für Sie riskiert, gegen Vorschriften verstoßen.

Er wollte Sie und Ihre Kinder wirklich retten.

Er wollte mit uns leben. (leise) Oh.

Ich habe keine Ahnung, warum er das tut, auch wenn Sie das denken.

Ach, Sie wissen also, dass er es ist.

(Mann) Stephan Unge. Ist das sicher? Das ist ein Elitesoldat.

So jemand ist es gewohnt, alleine im feindlichen Gebiet zu operieren.

Dafür ist er ausgebildet worden.

Unge hat das nicht alleine durchgezogen.

Er gab einen Komplizen. Ein zweiter Schütze?

Der ist inzwischen tot,

wahrscheinlich ein ehemaliger Kamerad.

Wie wird Unge auf den Tod seines Partners reagieren?

Der wird seine Mission durchziehen. Wenn es ein weiteres Ziel gibt,

müssen Sie davon ausgehen, dass er es bereits observiert.

Ich bin unterwegs dahin.

Er wird sich zunutze machen, dass Sie überall eine Gefahr vermuten

und wahrscheinlich genau in die falsche Richtung sehen.

Die Taliban haben die gesamte Stadt durchkämmt,

Haus für Haus. Gnadenlos.

Nach dem Abzug war niemand mehr da, der sie hätte aufhalten können.

Unser Safe-House wurde zur Todesfalle.

Sie haben die Türen und Fenster verriegelt und das Haus angezündet.

Meine Kinder hatten keine Chance zu entkommen.

Das ist ...

Entschuldigung ... Mir fehlen ein bisschen die Worte.

Wie konnten Sie das Feuer überleben?

Ich war nicht dort.

Ich habe unsere Flucht vorbereitet.

Eine Frau von Rescue Plan wollte uns helfen.

Als ich zurückkam, um die Kinder zu holen, war da nur noch eine Ruine.

Oh Gott, ist das furchtbar.

Sie haben auf mich gewartet, weil sie wussten,

dass ich zurückkommen werde, um meine Kinder zu beerdigen.

Aber ich habe mich versteckt, damit sie mir nicht die Haare abschneiden,

damit sie mich nicht foltern, damit sie mich nicht umbringen.

Ich war nicht dort.

Ich war nicht da, um sie sterben zu sehen

und ich war nicht da, um sie zu beerdigen.

Wie hießen Ihre Kinder?

Ravi und Nusri.

Wie alt sind sie geworden?

Nusri 12, Ravi 9.

Sehnen Sie sich nach Rache?

Rache bringt mir meine Kinder nicht zurück!

Wie überlebt man so etwas?

Wer sagt, dass ich es überlebt habe?

Ich wollte ihnen diese Genugtuung nicht schenken aufzugeben.

Ich wusste, es gibt einen Grund, warum ich lebe!

Gerechtigkeit. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Wahrheit!

Die Taliban sind die Mörder.

Aber der Westen hat ihnen die Opfer ausgeliefert.

Ich will, dass die deutsche Bevölkerung weiß,

dass ihre eigene Regierung diese Menschen ihrem Tod überlassen hat!

Menschen, die an eure Werte glauben!

Gott, ich fürchte, dass es bei diesem Einsatz nicht um Werte ging.

Eher um Interessen.

Ja.

* Das Telefon vibriert. *

Mein Gott. Mein Herz. Hast du mich gerade erschreckt.

Oh Gott. Was ist denn? Mein Herz. Hey.

Hey, hey.

Es ist bestimmt nicht für lang.

Die Polizei wird diesen Verrückten finden und festnehmen.

Hast du deine Sachen schon gepackt? - Ja.

Trägst du deinen Koffer schon mal runter?

* Er hupt. *

Stephan hat nach Ihnen gesucht. Er ist sogar nach Pakistan gereist.

Er hat erst im Untersuchungsausschuss erfahren,

dass Sie leben, dass Sie in Berlin sind.

Ich wollte keinen Kontakt.

Gut.

Wir haben einen Einzelverbindungsnachweis

Ihres Handys.

Alle Telefonate der letzten zwei Monate.

Wir wissen, dass Stephan Unge Sie kontaktiert hat.

Wir wissen, dass Sie heute versucht haben, ihn anzurufen.

22-mal! Jetzt sagen Sie endlich die Wahrheit!

Ich wollte ihm sagen,

dass er keine Schuld daran hat, was mit den Kindern passiert ist.

Ah so. Aber Jürgen Weghorst schon?

Und Avid Vittek und Elisabeta Alvarez.

Diese Menschen, die hatten auch Kinder, Familie, Freunde.

Sie sind Richterin. Sie haben an den Rechtsstaat geglaubt.

Und nicht, dass Blut mit Blut vergolten wird.

Wussten Sie, was er vorhat? Nein.

Nein? Nein.

Sie dürfen nicht zulassen, dass Stephan noch einen Menschen tötet.

* Das Handy vibriert. *

Denn er tut es für Sie!

Ich lasse Sie jetzt ein paar Minuten alleine.

* Geräusche *

Hil... - Ganz ruhig!

Hallo. Tag.

Alles ruhig?

Alles ruhig.

Ich habe zwei Mann auf dem Dach,

zwei im Garten und einen bei Frau Menzel drinnen.

Sie packt noch ihre Sachen. Ist doch gut.

Wir haben es mit einem Elitesoldaten zu tun. Der Mann ist gefährlich.

Wie gesagt. Wir haben das im Griff, ja?

* Telefon vibriert * Ja, Karow.

Vincent Volkmer vom "TAG". Sie haben versucht mich zu erreichen.

Kann ich Sie später vielleicht zurückrufen?

Später habe ich keine Zeit.

Jemand aus Ulrike Menzels Team will auspacken. Es geht um Weghorst.

Eine Idee wer das sein könnte?

Was? Mit wem haben Sie gesprochen?

Wollte er nicht sagen. Ein Mann, relativ jung, schätze ich.

Akzentfreie Aussprache, will sich mit mir treffen.

Treffen? Wo? Na hier. In der Tiefgarage. Um acht!

Ich bin schon vor Ort.

Ich dachte nur, Sie wüssten vielleicht ... * Schuss *

Scheiße, scheiße, scheiße! - Hallo?

Der war schon vor uns da! Los!

(Mia) Mama!

Mama! Mama!

Er hat meine Mutter!

Der ist in der Garage. Der hat uns verarscht!

Scheiße!

Halt! Polizei!

Stopp, stopp! Da ist eine Geisel drin.

Berolina, wir haben eine Geisellage.

Flüchtiges Fahrzeug stadteinwärts!

Potsdamer Chaussee oder Clayallee.

Verstanden, Otter! Habt ihr ein Kennzeichen?

Berlin, Siegfried, Martha, sechs ... Rest unbekannt.

Fahrer ist bewaffnet und gefährlich: Unge, Stephan, 38.

Hallo. Hallo.

Danke, dass Sie so schnell gekommen sind! Wir brauchen Ihre Hilfe.

Sie müssen Frau Barakzay überzeugen, dass sie mit uns kooperiert.

Ich kann Ihnen momentan die Details ...

Haben Sie Einblick erhalten? In das ungeschwärzte Protokoll?

Was hat denn das damit zu tun?

Wenn Sie zusagen, dass Sie die Öffentlichkeit

über alle relevanten Fakten informieren, dann helfe ich Ihnen.

Entschuldigung, das sind geheime Informationen.

Dann mache ich mich genauso strafbar wie Sie.

Auslegungssache.

Wenn es ermittlungsrelevant ist nicht.

Finden Sie das vor dem Hintergrund,

dass heute drei Menschen ermordet wurden, nicht zynisch?

Diesen Erpressungsversuch.

Zynisch ist, was wir mit den Menschen

in Afghanistan gemacht haben,

aber das ist Ihnen ja offenbar gleichgültig. Wie allen Beamten.

Gut. Ich kann Sie nicht zwingen, uns zu helfen.

Ich hatte auf Sie gehofft, wenn es um Menschenleben geht.

Aber da habe ich mich offensichtlich getäuscht.

Warten Sie!

Ach Fuck!

Das ist die Mailbox von Vincent Volkmer, bitte hinterlassen Sie

eine Nachricht und Ihre Telefonnummer, ich rufe zurück.

Scheiße! Fuck! Geh ran!

Karow! Unge hat Ulrike Menzel als Geisel.

Er ist auf der Flucht. Vincent Volkmer hat sich gemeldet.

Er trifft sich mit jemandem aus Menzels Team,

der ihm Insider-Information über Weghorst angeboten hat.

Das ist Unge! Ja.

Der sucht die Öffentlichkeit! Ja.

Volkmer soll das Sprachrohr werden. Aber wo sind die, verdammt?

Er hat gesagt, er ist in einer Tiefgarage.

Nein, er hat gesagt: "Ich bin in der Tiefgarage."

Vom Lebensmittelverband!

Ja klar, natürlich!

Um acht soll es losgehen, das schaffe ich noch!

Was soll denn das?

Was hat er mit Ihnen vereinbart?

Ein Livestream-Interview. Live?

Ja. Er meint, das ist eine Sensation, "Die Weghorst-Story".

Stimmt es, dass Weghorst tot ist?

Ist das Ihr Equipment? Ja.

* Ein Telefon klingelt. * Karow?

Dann bauen Sie das auf und erklären mir, wie das funktioniert!

Unge will einen Livestream. Er will live auf Sendung gehen!

Seine Abschiedsrede.

Er will sie öffentlich hinrichten. Und danach vielleicht sich selbst.

MEK und SEK sind in spätestens zehn Minuten da.

Nein. Stopp! Die sollen bleiben, wo sie sind!

Wenigstens wissen wir, wo er hin will.

Wenn er misstrauisch wird, dann fährt er sonst wo hin. Robert!

Sie müssen jetzt sich und Volkmer in Sicherheit bringen.

Wir waren heute dreimal zu spät!

Karow! Herrgott!

Ach.

Okay, aber nur das Wichtigste.

Geben Sie mir Ihr Handy!

Handy, Ton, Kamera.

Bonard hier. Wir haben eine ganz neue Lage.

Karow ist in der Tiefgarage!

* Ein Auto kommt. *

Aussteigen!

Aussteigen!

Aussteigen!

Was ist das, was ...? Umdrehen!

Ich brauche das für den Livestream. Da brauche ich Netz.

Sie kriegen es wieder, wenn es soweit ist.

Packen Sie Ihre Sachen zusammen. Wir gehen nach oben!

Los! Sie gehen vor! Jetzt!

Dritter Stock!

Weiter. Da zur Tür!

Weiter!

Stopp, stopp, stopp, stopp! Zurück! * näherkommende Sirenen *

Zurück zum Auto! Hinter das Auto!

(von draußen) Der Potsdamer Platz wird geräumt!

Bitte verlassen Sie umgehend den Gefahrenbereich. - Planänderung.

Bauen Sie die Sachen auf. Wir machen das hier!

Bitte verlassen Sie umgehend den Gefahrenbereich.

* ängstliche Töne *

Komm, den machst du rein.

(Kommentar) Tor! Tor in der 81. Minute.

* Summer *

Was ist denn jetzt los?

Ganz ruhig, wir brauchen Ihre Hilfe!

Zeigen Sie uns alle Bilder der Kameras aus der Tiefgarage.

Na los, Mann! - Ich mache ja schon.

Beeilen Sie sich! Wir gehen gleich auf Sendung.

Alles klar.

Was haben wir denn für Optionen?

Was passiert hier? - Na, jedenfalls keine guten.

Können Sie die beiden rechts unten größer machen?

Oh Gott!

Er schreibt, Unge hat Sprengstoff und Handgranaten.

* Aufschrei * Scheiße!

Glatter Durchschuss. Damit Sie mir nicht weglaufen.

Binden Sie das Bein ab, bleiben Sie ruhig, dann ist das halb so schlimm.

Wir müssen den da rausholen!

Das ist fast unmöglich, ohne ihn und die Geisel zu gefährden.

Er hat den Ort gut gewählt.

* ängstliche Töne *

Gut. Ich brauche Soraya.

Schicken Sie mir Frau Barakzay!

Scheiße, scheiße, scheiße!

* schweres Atmen *

Was ist da los?

Es ist alles okay. Geht gleich los.

Der Stream läuft!

Mein Name ist Oberstleutnant Stephan Unge,

Kommando Spezialkräfte des Deutschen Heeres.

1. Kommandokompanie, Scharfschützenzug.

Ich habe in Afghanistan gedient.

59 meiner Kameraden sind von dort nicht zurückgekehrt.

Wofür sind sie gestorben?

Für nichts!

Denn am 30. Juni 2021 wurde alles, was man uns erzählt hatte,

für nichtig erklärt.

Anstatt für Frieden und Freiheit zu sorgen,

haben wir Tausende von Menschen ins Verderben geschickt,

indem wir sie zurückgelassen haben.

Menschen, die sich auf unser Wort verlassen haben.

Wie wir Soldaten uns auf unser Land.

Heute gibt es Gerechtigkeit für

einen neunjährigen Jungen und seine zwölfjährige Schwester.

So. Sind Sie jetzt soweit?

Ich würde ihn jetzt anzurufen.

Vier deutsche Staatsbürger sind verantwortlich für ihren Tod.

Sie werden heute zur Rechenschaft gezogen.

Versuchen Sie einfach, ruhig zu bleiben, ruhig atmen.

Die Urteile gegen Jürgen Weghorst, Elisabeta Alvarez

und Avid Vittek wurden bereits vollstreckt.

* Das Telefon klingelt. *

Ihr Tod wird der Öffentlichkeit eine Menge wert sein.

Politiker werden auf Trauerfeiern gewichtige Reden halten.

Jeder wird ihre Namen kennen. Verdammt nochmal!

Die vierte Person,

Ulrike Menzel, ...

Was macht er da? - ... befindet sich hier in meiner Gewalt.

Auch sie wird heute sterben.

Vier Leben, deren Wert mit nichts aufzuwiegen ist.

Vier Leben. So. Achtung!

Kostbar und einzigartig wie die beiden Kinder,

die diese vier Menschen auf dem Gewissen haben.

Deren Namen aber niemand kennt,

denn es sind afghanische Kinder und Afghanistan ist weit weg.

Niemand interessiert sich dafür, dass dort getötet und gefoltert wird

Es werden Menschen gefoltert und getötet,

weil sie für uns gearbeitet haben.

Die Namen dieser Kinder waren Ravi und Nusri.

Ihre Mutter war Richterin.

Wir haben vielleicht nur dieses eine Zeitfenster.

Solange wir keinen Kontakt haben, ist es zu gefährlich!

Man wird später wahrscheinlich behaupten, ich wäre ein Irrer.

Ein Mörder. Aber nicht alle Menschen werden das glauben.

Er ist abgelenkt! Es ist zu gefährlich.

Wenn wir jetzt nicht reingehen, kann es zu spät sein. Nein!

Wir Deutschen haben Versprechen gegeben,

die wir nicht eingehalten haben.

Wir haben Werte verraten. Wir haben geglaubt,

das hätte keine Konsequenzen für uns selber. - Bereit machen!

Warten Sie! Meine Fresse! Wir haben keine Zeit! Wir müssen reagieren.

Wir gehen da runter. Soraya? Jetzt.

Hoch! Mitkommen!

* ängstliche Töne *

Geben Sie uns diesen einen Versuch. Ja?

Jürgen Weghorst, Elisabeta Alvarez, Avid Vittek und Ulrike Menzel

haben auf dem Rollfeld des Flughafens in Kabul ihr Leben

über das von Kindern und Frauen gestellt, die auf Rettung hofften.

Sie hätten sich später zu ihrer Schuld bekennen können.

Vor dem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages.

Wären sie dort nur einen Augenblick aufrichtig gewesen,

ich hätte meine Meinung geändert.

Ich hätte die Lage akzeptiert, so wie sie ist.

Aber sie haben dort gelogen. Mehr noch.

Sie haben mit dem Finger auf andere gezeigt.

Wer so handelt, hat den Anspruch darauf verloren,

nach moralischen Grundsätzen und rechtsstaatlichen Gesetzen

beurteilt zu werden.

Wer so handelt, für den gilt Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Das älteste Gesetz der Welt.

Heute ist der Tag,

an dem ich den Horror aus Afghanistan nach Deutschland bringe.

Denn alles, was wir tun, hat Konsequenzen!

Stopp! Warten Sie! Warten Sie!

Warten Sie! Sie ist hier!

Schnauze.

Sie ist hier im Gebäude. Hinter die Kamera! Jetzt!

Was glauben Sie, wer da angerufen hat?

Auf Ihrem Handy. Ihr einarmiger Kamerad?

Hinter die Kamera!

Ihr Partner ist tot. Aber Soraya lebt.

Wollen Sie nicht mit ihr reden? Schnauze!

Soraya ist doch der einzige Grund,

warum Sie das Ganze hier veranstalten! Herr Unge.

Wer sind Sie?

* Schuss *

Haltet euch bereit!

Geht ihr über die Zugänge West und Ost!

Stephan! Halt!

Hören Sie auf mit diesem Wahnsinn! Hören Sie auf!

Stephan. Stephan, nein!

Stephan.

Was machst du?

Du kannst nicht im Namen meiner Kinder töten.

Ich erlaube das nicht.

Was machst du?

Kommen Sie.

Was machst du? Nein, Soraya, stopp!

Die Leute mussten das hören. Das war ich den beiden schuldig und dir auch

Lass sie los, bitte.

Lass sie los, bitte.

Helfen Sie ihm, bitte!

Bitte lass sie los!

Zugriff!

Polizei! Polizei!

Hey! - Medic!

Alles gut. Danke.

Sie müssen sich keine Hoffnungen machen,

so schnell werden Sie mich nicht los.

Wenn ich so etwas noch einmal mit Ihnen erlebe,

dann kriegen Sie aber den Arsch versohlt.

Ah. Das kann ja richtig interessant werden mit Ihnen.

Untertitel: rbb 2024 A. Wächtler

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