All language subtitles for 1. March of the Penguins 2 . Aleman

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Original subtitles

(sanfte Orchestermusik)

(Musik schwillt an, wird verspielt)

(Pinguine schnarren entfernt)

(Musik wird dynamischer)

(Musik verklingt)

(lautes Platschen)

(Schrei)

(Erzéhler) Unter den Wundern der Natur

ist das Leben des Kaiserpinguins die unglaublichste Erfolgsgeschichte.

Was sie umso erstaunlicher macht: Sie spielt sich

in einer der Iebensfeindlichsten Gegenden unseres Planeten ab,

wo wir Menschen nach kurzer Zeit zugrunde gehen wijrden.

(Schrei)

Unser Pinguin kam vor etwa 40 Jahren auf dem Packeis zur Welt.

In einer kleinen Bucht hinter Vier weit entlegenen Inseln

am Rande derAntarktis.

Nach einer Ié'ngeren, friedlichen Reise ist er heute Morgen dorthin zun'jckgekehrt.

An den magischen Ort,

an dem sich die Kaiserpinguine seit Generationen einfinden.

(vielffiltiges Tirilieren, Tschilpen und Schnarren)

Jedes Mal, wenn er vom Meer hierher zun'jckkommt,

hat der Pinguin das gleiche Problem.

Er muss sein Junges finden,

also die sprichwo'rtliche Nadel im Heuhaufen.

Sie sehen ja alle gleich aus.

(leises Tirilieren)

(lautes Schnarren)

Alle zehn bis 20 Schritte bleibt er stehen und ruft nach ihm.

(lautes Schnarren)

(vielffiltiges Tirilieren und Schnarren)

Mitjeder Minute, die vergeht,

werden die Aussichten geringer, dass er sein Junges wiederfindet.

(lautes Schnarren)

Kommt er so kurz vor dem Ziel etwa zu spé't?

(leise, unheilvolle Musik)

Er weiB, dass ihm die Kraft fehlt, hier einen weiteren Winter durchzustehen.

Gemeinsam mit seiner Gefa'hrtin hat er unabla'ssig darum geka'mpft,

ihr Kiiken am Leben zu halten.

Dieser Kampf begann fijnf Monate zuvor

an einem eisigen Wintermorgen.

(zwei Geffihrten schnarren)

Die Gefa'hrtin des Pinguins hatte ein makelloses Ei gelegt.

Dieses gab sie ihm nun in seine Obhut,

weil sie selbst schnellstens zum Meer musste,

um endlich wieder zu fressen.

Gemeinsam versuchen sie, es vorsichtig aus der wa'rmenden Bauchfalte des Weibchens

in die Bauchfalte des Ma'nnchens zu rollen.

Eine Ia'ngere Beriihrung mit dem Eis

wijrde fijr den Embryo hinter der Schale den sicheren Erfrierungstod bedeuten.

(leise, spannungsvolle Musik)

Das war knapp.

Noch ehe es geschlijpft ist,

besteht dieses Kijken seinen ersten Uberlebenskampf.

Doch kehren wir in die Gegenwart zurijck.

Zu dem Vater, der immer noch auf der Suche nach seinem Nachwuchs ist.

(lautes Schnarren)

(Tirilieren)

(Schnarren)

Zwei Stimmen Iassen ihn aufhorchen.

(Tirilieren)

(hoffnungsvolle Streichmusik)

(Tirilieren und Schnarren)

(Musik schwillt an)

Sein Junges ist da.

Und, was eher selten vorkommt, auch seine Gefa'hrtin.

Wenn man die drei so vereint sieht,

sind die Ha'rten, denen sie ausgesetzt waren, nur schwer vorstellbar.

(Wind tost)

(Schnee knistert)

Das Vielleicht kritischste Ereignis fijr die Familie

trug sich vor wenigen Monaten zu.

Die Temperaturen waren unter -40 °C gefallen.

Der Pinguin und die anderen Ma'nnchen der Brutkolonie

standen dicht zusammengedra'ngt, um sich gegenseitig zu wa'rmen.

Er, der seit Vier Monaten nichts mehr gefressen hatte, hielt durch.

Bald wijrde das Junge schlijpfen.

(aufgeregtes Schnarren)

Er war alt und erfahren genug, um zu wissen,

dass er das Ei auf keinen Fall verlieren durfte.

Andere nicht.

(schwaches Schnarren)

Im Gegensatz zu den ungeduldigeren, jijngeren Tieren

blieb er standhaft und trotzte dem gnadenlos wijtenden Wind.

(einzelner Schrei)

(leise, dfistere Orchestermusik)

(Knistern, Piepsen)

(Wind braust)

Der Pinguin wusste, dass das frisch geschlijpfte Kijken Hunger hatte.

Und er selbst war am Ende seiner Kra'fte.

Doch die Weibchen lieBen sich mit der Rijckkehr Zeit.

Dabei musste sein Junges doch dringend gefijttert werden.

Zu allem Ubel hatte es seit Tagen nicht mehr geschneit.

Die Pinguinva'ter drohten zu verdursten.

V6Ilig erschopft wanderten sie, so gut es eben ging, ijber den Brutplatz

auf der Suche nach Schneeresten, die sie aus dem steinharten Eis picken konnten.

(Wind tost)

Nicht alle Ma'nnchen hatten die notige Geduld und Ausdauer aufgebracht,

um die Ankunft ihres Nachwuchses abzuwarten.

(melancholische Klange)

Es sind die weniger Erfahrenen, die aufgeben.

Der Pinguin kannte sie gut,

die Verlockung, sein Junges sich selbst zu u'berlassen.

(langsame, melancholische Harfenklange)

Doch er folgte seinem Instinkt und hielt durch.

Eine letzte eiserne Nahrungsration u'berlieB er dem Ku'ken.

Er selbst hatte seit u'ber Vier Monaten nichts mehr gefressen.

Und dann endlich kam seine Gefa'hrtin.

(erhabene Hornmusik)

Was fu'r ein Wiedersehen.

Gut gena'hrt und erholt bildete sie einen strahlenden Kontrast zu unserem Helden,

den die lange Wartezeit auf dem Packeis stark mitgenommen hatte.

(triumphale Orchestermusik)

So behutsam wie moglich erfolgte die Ubergabe des Jungen.

Es hatte sich schon jetzt als Uberlebensku'nstler bewiesen.

(mehrfaches, leises Quietschen)

(Schnattern und Schnarren)

Mittlerweile hat sich das Kleine ordentlich rausgemacht

und wirkt allenfalls etwas erschopft, weil es so We! gefuttert hat.

(munteres Tirilieren)

Der Pinguin und seine Gefa'hrtin sind nicht oft zusammen.

Das Hin und Her der abwechselnden Nahrungsbeschaffung

fu'r ihr immer hungriges Junges ha'lt sie sta'ndig auf Trab.

(wiederholtes Glucksen)

Doch wie gelingt es ihnen nur, jedes Mal mit schlafwandlerischer Sicherheit

im Getu'mmel der Kolonie zueinanderzufinden ?

Um ihr Geheimnis zu Iu'ften, muss man sich neun Monate zuru'ckbegeben,

als sich der Pinguin und seine Gefa'hrtin noch gar nicht kannten.

(Wasserplatschern)

(Gluckern und Grollen)

Man muss sich zu einer windstillen Bucht begeben,

wo vol/ige Ruhe herrschte.

(Eis knistert und knackt)

(Wasser gluckert, Wind pfeift)

(Ruhe kehrt ein)

(leise, kristallene Musik)

(Musik schwillt an)

(Musik wird dynamischer)

Und auf einmal, als ha'tten sie alle denselben Ruf vernommen,

fu'hlten sich die Kaiserpinguine unwiderstehlich von diesem Ort angezogen

und machten sich auf den Weg dorthin.

(dynamische, verheiBungsvolle Orchestermusik)

Nach fu'nf Tagen waren bereits u'ber 7000 Tiere auf dem Marsch.

Ihr ku'nftiger Brutpla tz.

Eine magische Stelle auf dem namenlosen Packeis.

Eine Art Oase im Schutz eines Gletschers.

Ein Ort, wo Wind und Wetter nicht ganz so widrig waren

wie sonst auf diesem lebensfeindlichen Kontinent.

(Wind drohnt)

(vielffiltiges Schnattern und Schnarren)

Niemand weiB, woran es Iiegt, dass sich zwei Tiere einer so riesigen Schar

zueinander hingezogen fu'hlen.

Doch der Pinguin und seine Gefa'hrtin fanden sich

und sie mochten sich.

(zwei Pinguine schnarren laut)

(Schnarren riickt in den Hintergrund)

(leise, perlende Klange)

Nun galt es, sich als Paar aufeinander einzustimmen,

ihre Lebensrhythmen so anzugleichen,

dass sie in den anstrengenden Monaten, die vor ihnen lagen,

zuverla'ssig im selben Takt schlagen wu'rden.

Also griffen sie zu einer weit verbreiteten und bewa'hrten Methode.

Sie tanzten.

(sanfte Klavier— und Streichmusik)

Die Choreografie u'bten sie so oft,

bis sie ihnen in Fleisch und Blut u'bergegangen war.

Erst, als der Moment vollkommener Ubereinstimmung erreicht war,

wagten sie sich an das groBte Abenteuer von allen:

die Zeugung neuen Lebens.

(sanfte Musik lauft weiter)

(lautes Schnarren)

(Tirilieren)

Inzwischen ist ihr Junges fast so groB wie sie und um einiges schwerer.

Kein Wunder: Es hat noch keinen Schritt aus der Kinderstube getan

und bewegt sich praktisch nie.

Doch ansonsten ist die Atmospha're von Rastlosigkeit gepra'gt.

Sich unabla'ssig abwechselnd, pendeln die Eltern zwischen Brutkolonie und Meer.

Der Pinguin kennt die Strecke gut.

Doch auf Erinnerungen ist in dieser Umgebung selten Verlass.

Stu'rme und Gezeiten wijhlen die Eismassen auf,

bilden bizarre Formationen und neue Landschaften.

(Eis knistert und knackt)

Und manchmal auch u'berraschende Fallen.

Und so steht er jetzt, zusammen mit der Vorhut der Truppe,

vor einem unu'berwindbaren Riss im Packeis.

(ratselhafte Orchestermusik)

Nach und nach treffen immer mehr Tiere ein.

Es herrscht regelrechtes Gedra'nge.

Doch ru'ber kommt hier keiner.

Und so macht sich der Pinguin auf,

mithilfe von Instinkt und Erfahrung einen neuen Weg zu finden.

(lebhafte Flotenmusik)

(heroische Marschmusik)

(energische Streicher setzen ein)

(Musik schwillt ab)

(verheiBungsvolle Streichmusik)

(Musik verklingt)

(Schnarren)

Nachdem er einige Tage ausgiebig im Meer gefischt hat,

ist der Pinguin wieder bei seiner Familie.

(sanfte Klaviermusik)

Es ist nicht selbstversta'ndlich, dass ein Junges so groB wird wie seines.

Von denen, die zur gleichen Zeit geschlu'pft sind,

ist gerade mal die Ha'lfte noch am Leben.

Dass dieses Ku'ken aber unter einem Glu'cksstern geboren sein muss, wird klar,

wenn man einen Blick zuriickwirft.

Genauer gesagt, mehrere Wochen zuru'ck.

Es war gerade Fru'hling geworden.

(lautes Schnarren)

Das Kleine war so unersa'ttlich geworden, dass der Pinguin und seine Gefa'hrtin

nicht nachkamen mit der wechselseitigen Nahrungsbeschaffung.

Damit es nicht verhungerte,

mussten die Eltern gemeinsam zum Fischen ausru'cken.

(zartes Tirilieren)

(Piepsen und Tirilieren)

(raunende Streichmusik)

(leise, trippelnde Orchestermusik)

Behutsam, aber nachdru'cklich gab der Pinguin dem Ku'ken zu verstehen,

dass es diesmal allein zu Hause bleiben muss.

(Schnarren)

Dass der Knirps sich damit nicht gleich abfinden wollte,

kann man auch verstehen.

(Zwitschern)

Doch der Pinguin machte sich unbeirrt auf den Weg,

auch wenn er wusste, dass er sein Junges erheblicher Gefahr aussetzte.

Das Junge musste im sogenannten Kindergarten bleiben

und sich, a'hnlich wie die erwachsenen Tiere, an seinen Kameraden wa'rmen.

Und zwar so lange, bis der Pinguin und seine Gefa'hrtin vom Fischfang zuru'ckkamen

und nach ihrem Kleinen riefen.

(lautes Schnarren)

(diistere Musik)

Der Pinguin hatte diese Zeit inzwischen zu fu'rchten gelernt.

(unheilvolle Musik)

Nicht nur wegen Eisspalten, Wind und Ka'lte,

die schnell das Ende fu'r ein so kleines, zerbrechliches Wesen bedeuten konnten.

Nein. Die groBte Gefahr war der Riesensturmvogel.

(diisteres Drohnen)

(aufgeregtes Tirilieren)

(lauter Schrei)

(lauter Schrei)

(lauter Schrei)

(bedrohliche Musik)

(langgezogener Schrei)

Zum Glu'ck war der Schnabelhieb nicht todlich,

und das Ku'ken hatte seine Lektion begriffen.

Es durfte sich nie wieder auf eigene Faust von der Kolonie entfernen.

(Tschilpen und Tirilieren)

Die Antarktis ist eine harte Schule.

Der kleine Pinguin darf sich keine Fehler leisten.

Er muss schnell lernen, wenn er u'berleben will.

(zarte, freundliche Orchestermusik)

Seine Eltern sind zwar unermu'dlich damit bescha'ftigt,

Nahrung fu'r ihn herbeizuschaffen,

aber ihre Kra'fte halten auch nicht ewig vor.

Mit leeren Ma'gen gehen sie los, mit vollen kommen sie zuru'ck.

Tausende Male, hin und her.

Wie das Pendel eines Metronoms.

Er hat schon ein seltsames Schicksal, der Kaiserpinguin.

Sein Junges muss er so weit wie moglich vom Meer entfernt groBziehen,

doch Nahrung findet er nur in dessen Tiefen.

Zehn, zwanzig...

dreiBig, fu'nfzig, hundert Kilometer.

Wie Iang sein Weg dorthin wird, weiB er vorher nie.

(trage Klaviermusik)

(Eis klirrt)

(diistere E-Gitarren- und E-Bass-Klange)

(Musik verklingt)

Der Pinguin bemerkt,

dass die Landschaft ihrAussehen diesmal noch sta'rker vera'ndert hat als sonst.

Der Sommer ku'ndigt sich an.

Bei den milderen Temperaturen bricht das Packeis auf.

Noch ein untru'gliches Zeichen, dass der Winter vorbei ist.

Seine zierlichen Verwandten, die Adélie-Pinguine, finden sich ein.

(Schritte)

Das Meer.

Er riecht die salzige Luft, hort die Musik der Wellen.

Was fu'r eine herrliche Abwechslung zur frostigen Starre des Packeises.

GleiBendes Sonnenlicht la'sst die Umgebung funkeln und glitzern.

Doch bis das eigentliche Wunder geschieht, dauert es noch einige Momente.

(leiser Herzschlag)

(leiser Herzschlag)

Der Pinguin ha'lt inne.

(leiser Herzschlag)

(verlangsamter Herzschlag)

(deutlich verlangsamter Herzschlag)

A'uBerIich wirkt er unvera'ndert.

Doch unmerklich verwandelt er sich bereits in ein vollig anderes Lebewesen.

(Platschen)

(zarte Orchestermusik)

Der Kaiserpinguin ist in sein wahres Reich zuru'ckgekehrt.

(Musik wird Iebhafter)

(Flotender Laut)

(vertraumte Orchestermusik)

(Musik verklingt)

(lautes Schnarren)

Er ist vor allem anderen ein Kind des Ozeans.

Hier fu'hlt er sich jedes Mal wie neu geboren.

(Gurren und Schnarren)

Im Wasser ist dieser groBe Vogel in seinem Element.

(dumpfes Gluckern)

(dumpfes Schnarren)

Uber ihm bizarre Landschaften.

Verga'nglichkeit, Chaos, das Heulen des Windes.

(zarte Orchestermusik)

Hier die Symphonie der Meeresbewohner,

die nur in groBen Tiefen gedeihen.

Harmonie, eine zeitlose Welt.

Oben die Klauen von Eis und Ka'lte.

Hier sanfte Stromungen,

mit denen es sich mu'helos dahingleiten la'sst.

(zarte Musik lauft weiter)

Mit leerer Lunge, das Herz kaum noch schlagend,

taucht er viele Minuten Iang.

Tief.

Immer tiefer.

Mehr als 600 Meter tief hinunter.

Alle seine Sinne sind gescha'rft.

Die Jagd des Pinguins beginnt.

Wo er sich hinbegibt, beobachtet ihn niemand mehr.

(zarte Musik lauft weiter)

(Eis knackt und knistert)

Zwanzig Minuten ist er jetzt unterwegs, ohne einmal Luft zu holen.

Die dicke Eisdecke u'ber ihm macht das Auftauchen hier unmoglich.

(dumpfes Gluckern)

(flirrendes Knistern)

GroBe Risse ziehen sich durch das Packeis,

verwandeln es in ein gigantisches Puzzle.

Sie sind die Vorzeichen von noch milderen Temperaturen.

Temperaturen, bei denen die Eisdecke zu tauen beginnt.

Fu'r den Pinguin beginnt nun ein Rennen gegen die Zeit.

Schmilzt das Eis zu schnell,

kommt sein Junges mit Wasser in Beru'hrung, ehe es dafu'r bereit ist.

Wie gefa'hrlich das werden kann,

muss die Kolonie immer wieder erleben.

(diisteres Drohnen)

(aufgeregtes Piepsen)

(klagliches Piepsen)

Der Pinguin weiB genau,

wie lange er sein Junges ohne Nahrung zuru'cklassen kann,

als konnte er am eigenen Leib spu'ren, wie ertra'glich dessen Hunger noch ist.

Dieses unsichtbare Band,

das die beiden auch u'ber Hunderte Kilometer Entfernung verbindet,

gehort zu den groBten Geheimnissen ihrer Art.

(Tirilieren)

(zwei Pinguine schnarren)

(Wind braust)

Der Bund zwischen dem Pinguin und seiner Gefa'hrtin hat seinen Zweck erfu'llt.

Bald werden sie getrennte Wege gehen.

Als wa're das Wunder an Geduld und Harmonie, das sie vollbracht haben,

ohnehin kein zweites Mal moglich.

(sanfte Orchestermusik)

Ein paar Lieder noch.

Ein paar letzte Gesten.

Dann geht die Mutter des kleinen Pinguins.

Ob die drei sich jemals wiedersehen?

Man weiB es nicht.

(Musik schwillt gefiihlvoll an)

(Musik verklingt)

Die Brutzeit geht zu Ende.

Von den Elterntieren fa'llt eine groBe Last ab.

Der Pinguin bleibt noch ein Weilchen bei seinem Jungen.

Der Fru'hling verabschiedet sich mit einigen letzten, heftigen Stu'rmen.

Doch die Ka'lte ist Ia'ngst nicht mehr so grimmig,

und die Kolonie hat keinen Grund mehr, dicht an dicht zusammenzustehen,

um sich gegenseitig zu wa'rmen.

Zwei bisher unzertrennliche Wesen werden jetzt auseinandergehen.

Eines davon steht dabei ganz am Anfang seines Weges.

Vor ihm tu'rmt sich ein Berg von Herausforderungen,

die es zu bewa'ltigen gilt,

bevor es einen Platz im groBen Abenteuer seiner Art findet.

Nur wenige hier konnen ein so stolzes Alter vorweisen wie der Pinguin.

Doch jetzt za'hlt nur noch,

wie Viel von seiner groBen Erfahrung er an sein Junges weitergeben konnte.

Kaiserpinguine blicken auf eine lange Geschichte der Kommunikation zuru'ck,

die sich irgendwann in den Anfa'ngen unseres Planeten verliert.

Mit der Zeit haben sie gelernt, auf dem Eis zu u'berleben

und ihr Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben.

Ganz instinktiv.

(heitere Orchestermusik)

(Schnarren)

(Tirilieren)

(Tirilieren)

(lautes Schnarren und Tirilieren)

(Musik verklingt)

Zwischen ihren Ietzten Mahlzeiten Iassen sich Vater und Sohn Zeit,

als wollten sie den nahenden Abschied hinauszogern.

(zarte Klaviermusik)

Ein Ietzter Blick in die eisige Weite.

Es ist so weit.

Der junge Pinguin bricht zu seiner ersten Reise auf.

Er wird sie alleine machen,

auch wenn ihm sein Vater anfangs noch einige Schritte vorausgeht.

Und bald verabschiedet sich der alte Pinguin.

Ohne groBes Aufheben verla'sst er die Kolonie.

Begibt sich auf seinen Ietzten Weg.

(hoffnungsvolle Flotenmusik)

(melancholische Flotenmusik)

(lautes, langgezogenes Schnarren)

(Musik schwillt an, wird erhaben)

(Musik verklingt)

Der Pinguin hat seinen Platz gera'umt.

Die Geschichte seines Nachfolgers beginnt.

Kaum bemerkt hat ein Generationenwechsel stattgefunden.

(hohes Piepsen)

(zarte Klaviermusik)

(hohes Piepsen)

(ruhige, kristallene Musik)

Mit jeder grauen Flaumfeder, die der Wind davontra'gt,

wird ein Stu'ck Kindheit abgelegt.

(dumpfe Klavierklange)

(flirrende Streichmusik)

Der junge Pinguin will sein Babykleid Ioswerden.

Er hilft nach, denn er kann es kaum erwarten,

dass die Verwandlung abgeschlossen ist

und er endlich das wasserdichte, gla'nzende Gefieder der Erwachsenen hat.

Doch noch ist es nicht so weit.

Trotzdem verla'sst er die Brutsta'tte und bricht zum Meer auf.

Ohne es je gesehen zu haben.

(erhabene Hornmusik)

Man merkt, wie unbekannt ihm das alles ist.

Die GroBen surfen auf ihren Ba'uchen?

La'sst sich nachmachen.

(freundliche Orchestermusik)

Und so entfernt sich derjunge Pinguin spielerisch

von dem einzigen Ort, den er in seinem Leben gesehen hat.

Fu'r ihn gibt es kein Zuru'ck mehr.

Er folgt einem Ruf.

Noch nie zuvor sind diese Jungtiere u'ber das Packeis gewandert.

Trotzdem gehen sie in Reih und Glied.

Natu'rlich haben sie das schon bei den Erwachsenen beobachtet.

Aber was bringt sie dazu, es selbst zu tun?

(Tirilieren)

(Wind tost)

(beschwingte Orchestermusik)

Seit zwei Tagen sind sie jetzt unterwegs.

Der junge Pinguin und seine Kameraden,

die immer hingebungsvoll von ihren Eltern gefu'ttert wurden,

haben groBen Hunger.

(Wind pfeift)

Der Wind wird sta'rker.

Qua'lend stark.

Doch sie verlangsamen nicht den Schritt, sondern marschieren unbeirrt weiter.

Wie abgeha'rtet und angetrieben von einer kollektiven Erinnerung

an die Stu'rme, die gewu'tet haben, als sie zur Welt kamen.

(Wind tost und pfeift)

(Tosen und Pfeifen verklingen)

(beschwingte Orchestermusik)

Endlich sind sie da.

Und sichtlich verwundert u'ber den Anblick, der sich ihnen bietet.

Es istja auch alles neu fu'r sie und muss erst erkundet werden.

Der salzige Geruch. Das Gera'usch des Wassers.

Sie zogern. Das ist es also, das Meer.

Hier schmeckt die Luft nach Erinnerungen an allererste Mahlzeiten.

Die Wellen ziehen sie in ihren Bann.

Wer traut sich als Erster?

Gut, einige erwachsene Tiere Iassen sich nicht lange bitten.

Aber die Jungen ?

(Schnarren)

(Piepsen und Tirilieren)

(Schnarren)

Sie beobachten das gescha'ftige Kommen und Gehen ihrer leicht nervigen Cousins,

der Adélie-Pinguine,

die es eilig haben, zu ihren Sommerkolonien zu stoBen.

(neckische Orchestermusik)

(aufgeregtes Schnarren)

(Musik verklingt)

Seit drei Tagen stehen sie jetzt hier.

Ihr Hunger wird immer qua'lender.

Niemand hat ihnen gezeigt, wie man taucht,

wie man schwimmt oder fischt.

Sie wissen nichts u'ber die Gefahren des Meeres,

nichts u'ber ihre Beute.

(verheiiiungsvolle Orchestermusik)

(Musik schwillt an und wird harmonisch)

(Quietschen)

Wie Schmetterlinge, die aus den Puppen schlu'pfen,

schlagen die Jungen mit ihren Flu'geln,

folgen ihrem Instinkt

und stiirzen sich ins Wasser.

Wie erfahrene Taucher halten sie die Luft an.

Dann geht es auf ihre allererste Entdeckungsreise in den Ozean.

(harmonische Musik léuft weiter)

Fijnf Jahre Iang wird unser Pinguin noch Iernen mu'ssen,

bis er das Abenteuer eines Erwachsenenlebens antreten kann,

so wie sein Vater vor ihm.

Dass diese jungen Kaiserpinguine

eines Tages den Ruf horen, der sie zuru'ck auf das Packeis bringt,

istjedoch mehr als wahrscheinlich.

Dort werden sie fu'r eine neue Generation sorgen.

Dafu'r, dass ihre Geschichte weitergeht.

Wenn wir Menschen es zulassen, bis ans Ende der Zeit.

(getragene Orchestermusik)

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