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72 Stunden.
Drei Tage.
In drei Tagen kann alles passieren.
Sie können ihren Job verlieren, ihre Freunde, ihr
Leben.
Deine Stadt kann beinahe runtergehen.
In drei Tagen.
Ich war Pilot beim Sonderkommando Brandschutz Frankfurter Main.
Wir sind die Jungs, die gerufen werden, wenn
alles andere versagt hat.
An diesem Morgen kreisten mein Kollege und ich
routinemäßig über der Stadt.
Es hatte seit über zwei Monaten nicht mehr
geregnet.
Und wir mussten jeden Moment damit rechnen, dass
eine achtlos weggeworfene Zigarette die Katastrophe auslösen würde.
Niemand von uns ahnte, dass ausgerechnet auf einem
verlassenen Fabrikgelände etwas seinen Anfang nahm, das kurze
Zeit später unsere ganze Stadt bedrohen sollte.
Es war der heißeste Sommer seit 150 Jahren.
Und die Müllabfuhr streikte.
Die meisten waren vor der Hitze und dem
Gestank in den Urlaub geflohen.
Und die, die noch da waren, würden sich
bald wünschen, ganz woanders zu sein.
Fuchs!
Komm da raus!
Los!
Anna, bleib hier!
Fuchs!
Wo steckst du?
Bitte wo bist du?
Bitte komm schon!
Komm her!
Fuchs, bitte komm!
Anna!
Ist irgendwas?
Da unten, die Kleine, da muss irgendwas passiert
sein.
Das geht uns nichts an.
Außerdem können Sie da sowieso nicht landen.
Wo ich landen kann und wo ich nicht
landen kann, das überlassen Sie mal mir, ja?
Da ist sie reingesandt!
Keine Angst, Kleine, wir holen dich raus.
Wie heißt du?
Anna, mein Hund ist hier unten.
Dein Hund ist weggelaufen?
Okay, den suchen wir später.
Anna, hast du dir irgendwas getan?
Ich glaub nicht.
Gut.
Ma, wir brauchen einen Schneidbrenner, anders kriegen wir
die Kleine hier nicht raus.
Und lassen Sie den Strom abstellen.
Wieso?
Wir hängen Starkstromkabel von der Decke runter.
Anna, wie alt bist du?
Ich bin acht.
Ach, wie lange dauert das noch?
Wir müssen erstmal rausfinden, was für eine Leitung
das ist.
Sie sollen einfach den Strom im gesamten Bezirk
abstellen.
Kein Mensch weiß, was da alles dranhängt.
Es wird nur diese eine Leitung gekappt und
sonst nichts.
Ach, wenn das Kabel das Gitter tritt, in
dem die Kleine tritt.
Ich kann mich nicht mehr halten!
Ich muss wissen, wer von diesen Piloten dieses
Desaster zu verantworten hat und zwar schnell.
Ja, das wird recherchiert.
Du pressiert mich eh auf den Kieker.
Wenn die rauskriegen, dass einer unserer Leute die
Börse lahmgelegt hat, dann feiern die dies Jahr
zweimal Weihnachten.
Verstehen Sie?
Ich kümmer mich drum.
Frau Semmle-Heidog, wann macht sie als Bürgermeisterin...
Wer ist denn Mann?
Das sind Sie und Ihre Kollegen und niemand
sonst.
Der Streik der Müller-Flur fände doch aber
gar nicht statt, wenn Sie nicht die Privatisierung
und die Kürzung der Bezüge durchgesetzt hätten.
Wo gehobelt wird, da feiern Späne.
Die Kassen sind leer und diese Maßnahmen sparen
dem Haushalt jährlich Millionen.
Hören Sie, es ist doch aber so, dass
schon jetzt teure Privatfirmen damit beauftragt sind, die
Stadt zu säubern, um die Blamage zum Beginn
des Energiekongresses in Grenzen zu halten.
Wer hat denn denn dies wegen der Verkaufs?
Experten behaupten, dass die zusätzlichen Kosten hierfür schon
jetzt die Einsparungen bei weitem übersteigen.
Ich lasse mich von diesem Streik nicht erpressen.
Mal sehen, wer den längeren Atem hat.
So, das war's.
Danke.
Mist, wo fliegst du denn?
Hallo, Herr Hochstädter.
Hallo, Frau Dr. Elder.
Das mit dem Doktor dauert, glaube ich, noch
ein bisschen.
Haben Sie sich verletzt?
Ach, ist nicht der Rede wert.
War nur eine Scherbe oder sowas.
Wo war denn Ihre letzte Tetanus-Impfung?
Vor vier Wochen, denke ich.
Warum?
Sie sollten vielleicht auch nicht ohne Handschuhe im
Müll rumwühlen.
Sind Sie zu Hause?
Ja.
Das ist deine Mama.
Wie siehst du denn aus?
Wenn das nicht mein Tag ist.
Was ist denn passiert?
Fox ist weg.
Wie, Fox ist weg?
Er ist einfach abgehauen.
In ein Rohr bei der Fabrik.
Was denn für ein Rohr?
Ein Versorgungsschacht.
Die Kleine ist ihrem Hund hinterhergekrochen und dabei
durch ein Gitter gebrochen.
Wir mussten sie mit dem Schneidbrenner rausholen.
Ach du Scheiße.
Geht's dir gut?
Alles klar.
Raninchen, das ist es.
Wir fahren jetzt ins Krankenhaus und dann gucken
wir mal, ob du in Ordnung bist.
Ja?
Ja.
Na dann fahre ich mal wieder.
Hallo?
Die wollen
das nicht und der polnische Fleischvertrieb ist nicht
erreichbar.
Das ist mir völlig egal.
Ich will nicht, dass eine Tonne Schweinefleisch den
Hafen verpestet.
Werden Sie es los.
Verstehe ich das richtig?
Sie feuern mich?
Das ist Dabrock.
Wie kommen Sie denn darauf?
Nur wer gut ist darf gehen.
Der Rest bleibt.
Bis zum Schluss.
Entschuldigen Sie, ich rede mit Ihnen.
Sie haben die längste Zeit Chaos verbreitet, Dabrock.
Ich kenne Sie.
Ach ja?
Macht mich ja richtig ein bisschen stolz.
1998 sind Sie mit Ihrem Helikopter auf der
A6 gelandet.
Damals tobte ein 20 Zentner Bulle neben der
Autobahn.
Das Vieh hatte vorher den halben Schlachthof platt
gemacht.
Wäre der auf die Straße gelaufen, das hätte
eine Massenkarambolage gegeben.
Sie gehen gern mal wo runter, wo Sie
nicht dürfen, nicht?
Keine Ahnung.
Ich denke nur, gegen ein Menschenleben rechnet sich
die Aktion mittelfristig, oder?
Wissen Sie was?
Wir sorgen jetzt mal für ein bisschen Bodenhaftung.
Sie melden sich morgen.
Da.
Das sieht alles gut aus.
Hier tut dir nichts weh, oder?
Nee.
Gut.
Ich brauche hier im Moment jeden Arzt.
Die Grippewelle bringt alles durcheinander.
Das können wir vielleicht später besprechen.
Ja.
Sie hat ein paar Prellungen im Brustbereich.
Ist Stimmes.
Hab ich doch gesagt.
Komm, mein Mädchen.
Geh mal raus und warte draußen, okay?
Und sag schön Danke zu meinem Professor.
Danke.
Ciao.
Alfred.
Ich habe Anna extra in der Ganztagsschule untergebracht.
Wenn ich jetzt Nachtschichten mache, dann sehe ich
sie überhaupt nicht mehr.
Bei der Hitze kippen die Leute um wie
die Fliegen.
Die Notaufnahme hat ihre Kapazitäten erreicht.
Ich habe zwar keine Kinder, aber...
Kathrin, verstehe mich nicht falsch, aber es gibt
doch bestimmt Wege, Kind und Beruf unter einen
Hut zu bringen.
Ich bin noch nicht so weit.
Ich bin Ärztin im Praktikum.
Jetzt hör doch auf mit diesen Selbstzweifeln.
Das muss jetzt gemacht werden.
Er hilft alles nichts.
Herr Professor, bitte kommen Sie schnell.
Ein Notfall.
Busunfall.
20 Verletzte.
Das ist der Busfahrer.
Verdacht auf Schädelbruch.
Wie funktioniert der richtig?
Aber ob die Bremsen gestritten sind?
Nichts.
Kathrin, los, bewegt dich.
Mach doch schon, beeilt euch.
Das wollen
wir doch mal sehen.
Das ist gleich der Kopf.
Soll ich dir einen Aspirin holen?
Ja, ist schon gut.
Und?
Das ist er doch.
Wenn wir das alles hinter uns haben, gehen
wir mal wieder essen, ja?
Ja, klar.
Herr Dinter?
Hallo?
Willst du mitwenden?
Auf was?
Hier, Sedlmeier.
Absoluter Favorit.
2 zu 1.
Dann haben wir hier noch Tupac und JFK.
Ich soll lieber dazu.
Okay.
Fertig?
Drei, zwei, eins, und los!
Okay, Mädels.
Zahltag.
Schluss jetzt.
Ab in den Großmarkt.
Und passt auf Bennard auf, dass er nicht
über seine Füße stolpert.
Spitzensitz.
Nichts passiert.
Du bist der Abro?
Der Kollege sagt Hallo.
Hallo.
Bennard, unser Stufthubert.
Stabsunteroffizier.
Hör doch mal beim Bund.
Bosnien.
Auslandseinsatz.
Fach im Blues, bitte.
Keiner kann's mehr hören.
Ihr Komiker, ihr könntet alle noch was lernen.
Veranstaltet ihr hier noch was anderes als Rennen
für Arme?
Hat dir keiner gesagt, was?
Was hat mir keiner gesagt?
Frankfurt hat ein Rattenproblem.
Und wir sorgen dafür, dass es nicht überhandnimmt.
Wird die Scheißviecher einfach vergiften?
Ist gar nicht so einfach.
Helmut zum Beispiel überlebt alles.
Sogar Strichniem.
Hat allerdings leichte Blähungen.
Das ist eine Katastrophe.
Wir müssen sämtliche Blutkonserven austauschen.
Wie viele?
Ratten?
Keine Ahnung.
Kathrin!
Wie viele Ratten sind da drin?
Ich weiß es nicht.
Eine oder zwei.
Eine.
Ach, hallo.
So sieht man sich wieder.
Hallo.
Ja, dann mal los.
Nein, ich verstehe nicht, Anna.
Ist ja alles sehr sauber hier.
Wir sind ja auch froh.
Jetzt tut dein Privatunternehmen den ganzen Müll ab.
Damit haben Sie also kein Problem.
Nein, wir sind ein Krankenhaus.
Mein Gott, das wäre noch schöner.
Wie geht's in Ihrer Kleinen?
Gut, Gott sei Dank.
Sie ist jetzt zu Hause beim Babysitter.
Vermisst ihr einen Hund, was?
Das habe ich ihr noch gar nicht gesagt.
Ich weiß immer nicht wie.
Naja, jedenfalls, also danke nochmal.
Das hier ist eigentlich gar nicht mein Job.
Ich helfe hier nur aus.
Ja, ich auch.
Was benutzen Sie denn eigentlich für ein Gift?
Das ist Blutgerinnungsmittel.
Die Viecher schicken hier einen Vorkoster, um zu
testen, ob das Zeug essbar ist.
Dann setzen Sie sich drei Tage daneben und
warten.
Und wenn der Vorkoster nicht stirbt, das wissen
Sie auch.
Und den ganzen Stamm kannst du so eh
nicht ausrotten.
Weil ich den ganzen Stamm nicht ausrotten kann.
Weil ich alle davon fresse.
Und wenn jetzt nochmal was passiert, dann rufen
Sie mich einfach an.
Tag und Nacht.
Vielleicht können wir ja auch mal einen Kaffee
miteinander trinken gehen.
Leider haben wir im Moment ziemlich viel zu
tun.
Tut mir leid, ich trinke keinen Kaffee.
Aber ich würde Sie gern zum Essen einladen.
Heute Abend?
Ja.
Passt gut.
Ich rufe Sie an.
Ich kann mir das einfallen.
Was machen die Viecher in der Blutbank?
Die gehen nur dahin, wo sie hinwollen.
Wann wollten Sie eben dahin?
Alles viel zu sauber.
Gibt es eigentlich auch härtere Mittel gegen diese
scheiß Viecher als Tabletten?
Die sind sofort gegen alles immun.
In den 50ern haben die Amerikaner in der
Südsee ein paar Atombomben gezündet.
Alles war verseucht.
Die Luft, das Wasser, Vögel, Fische, alles.
Bis auf ein paar Ratten.
Ja, die lagen im Bikini am Strand oder
was?
Die waren nicht nur putzmunter, die waren genetisch
unverändert.
Sagen Sie, kann ich Ihnen mal was zeigen?
Haben Sie eine Ahnung, wie die da hinkommen?
Weißt du, dass die 10 Minuten die Luft
anhalten können?
Du hasst es nicht so mit Ratten, was?
Nee, wirklich nicht.
Ich kann die Viecher nicht leiden.
Oh Mann, da hat die wilde Hilde wieder
mal den Bock zum Gärtner gemacht.
Prost.
Das kühlt ja abends merklich ab.
Na, was machst du denn da?
Ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass ich
nicht möchte, dass du einfach rausgehst, ohne mir
Bescheid zu sagen.
Vielleicht hat irgendwer Fox gesehen und meldet sich
bei uns.
Na, weißt du, ich glaub, ich glaub, Fox
hat sich verlaufen.
Fox verläuft sich nicht.
Ninchen, Fox kommt nicht mehr.
Wirklich nicht?
Ich brauch sofort einen Notarztwagen in die Feilitzstraße
31.
Kaffee?
Gerne.
Bei diesem Busunglück geht man im Moment davon
aus, dass Ratten die Bremsleitungen durchgebissen haben.
Aber das ist noch nicht alles.
Heute Nacht musste das Gesundheitsamt den Großmarkt schließen.
Ratten.
Überall.
Im Krankenhaus war eine in der Blutbank.
Der Börsenausfall.
Ach komm, hör mir damit auf.
Der Kurzschluss in der Starkstromleitung.
Bevor Dabrock mit der Axt kam.
Das waren Ratten.
Das glaub ich nicht.
Das wächst mir alles über den Kopf.
Heute Abend bei dem Vorbereitungstreffen zur Konferenz darf
nichts schief gehen.
Kriegst du das hin?
Denk ich schon.
Sag mal, Hilde, die öffentlichen Gebäude, da wird
doch der Müller abgeholt, oder?
Von Fremdfirmen kostet mich ein Vermögen.
Auch beim Busdepot?
Sag mal, hab ich mich sehr verändert?
Du hast Karriere gemacht.
Im Krankenhaus geht keiner ran.
Jetzt vergiss mal diesen Hochstädter.
Dem geht's bestimmt schon besser.
Du kannst ruhig ausgehen.
Und wenn's später wird, macht das auch nichts.
Wieso?
Mach ich den Eindruck?
Ich zieh mich um.
Jetzt hör mal zu, du solltest dich entspannen.
Anninchen, ich bin mir ganz sicher, dass irgendwo
ein kleiner Hund darauf wartet, dass sich jemand
um ihn kümmert.
Ja, wirklich?
Bestimmt.
Schlaf schön und räum was Süßes, ja?
Das ist nicht Ihrer, oder?
Doch.
Das ist ein richtiges Liebhaberstück, den hab ich
selbst restauriert.
Ach echt?
Ja.
Kennen Sie noch die Profis?
Das war eine alte Serie, die kam immer
Mittwochabend.
Nee, hab ich nie gesehen.
Ich schwöre Ihnen, ich habe nie eine einzige
Folge verpasst.
Der eine von den beiden, toll.
Der fuhr genau so einen Wagen.
Deswegen musste ich den haben.
Die beiden waren richtig hart drauf.
Die haben immer erst geschossen und danach stehen
bleiben gerufen.
Die hat sicher eine Menge PS, oder?
Ich hab reserviert.
Wir sind da Äthepätete.
Ach so.
Das ist ein sehr vornehmes Restaurant hier.
Die machen alles ganz frisch.
Nee, ich mag nicht mehr.
Ein sehr guter Wein.
Nee, danke, trotzdem nicht.
Würde Sie aber ein bisschen entspannen.
Ja, ich stehe gerade ein bisschen unter Druck.
Mein Chef nervt.
Und meine Tochter, hab ich kaum noch Zeit.
Und heute Nachmittag hab ich meinen Hausmeister bewusstlos
in seiner Wohnung gefunden.
Gehen Sie ruhig ran.
Entschuldigung.
Ja, Dabrock.
Sagen Sie, bekommt das Essen noch?
Nur ein kleines Problem in der Küche.
Nichts Schlimmes.
Ja, geht klar, Herr Tinte.
Bis dann.
Es tut mir leid.
Schlechte Nachrichten?
Nein, ich hab nachher nur noch einen Einsatz.
So, Sie wissen, Sie sind mir nicht böse,
aber ich fahr jetzt ins Krankenhaus.
Werd nochmal nach meinem Hausmeister sehen.
Ja, ist nicht so unser Abend heute.
Soll ich Sie fahren?
Nee, danke.
Ich hab jetzt eine Flasche Wein getrunken, also
da fahr ich viel ruhiger als vorher.
Danke, wirklich nicht.
Na gut, dann bring ich Sie zur Tür,
ja?
Wasser?
Oh, nein.
Danke.
Ich nehme Martini.
Bei der Hitze brauchen Sie Flüssigkeit.
Ihr Körper braucht Flüssigkeit.
Ja, ich trinke doch.
Es wird schon alles gut gehen.
Ja, natürlich wird alles gut gehen.
Ich mache das ja nicht zum ersten Mal.
Ich meinte wegen des Mülls.
Haben Sie mal Feuer?
Sie wollten ja eigentlich aufhören.
Werner, wenn ich einen medizinischen Berater brauche, dann
hole ich mir einen Ziegel, gut?
Nein, immer noch keine Ergebnisse.
Ja, es ist zum Verzweifeln.
Wiederhören.
Hallo.
Hallo.
Ich wusste nicht, dass du heute noch vorbeikommst.
Schönen Abend gehabt?
Ja, danke.
Alfred, ich habe heute Nachmittag einen Patienten einliefern
lassen.
Ottmar Hochstetter.
Ja, und?
Alles klar?
Wie ist der Befund?
Ganz seltsam.
Er ist gestorben.
Wann?
Gleich nachdem er eingeliefert wurde.
Zusammenbruch sämtlicher Körperfunktion.
Und was sagt die Autopsie?
Komm, da macht die Logi überhaupt nicht mehr
nach.
Wir haben eine Grippe-Epidemie.
Auf die Autopsie-Ergebnisse würde ich in den
nächsten Tagen nicht warten.
Jeder weiß, wie sowas funktioniert?
Wozu brauchen wir diese Flammenwerfer überhaupt?
Herr Semler-Heiduck möchte sicherstellen, dass das Gebiet
sauber ist.
Wegen des Empfangs.
Was heißt das jetzt wieder, sauber?
In zwei Stunden sollen wir keine Ratten mehr
rumspringen.
Wir teilen uns in drei Gruppen.
Das heißt, einer muss alleine los.
Gruppe 1, in den rechten Tunnel, deckt das
südliche Areal ab.
Gruppe 2 geht nach Westen.
Damroch und ich nehmen den linken Tunnel und
säubern den Rest.
Der kriegt auch einen.
Also ich gehe auf keinen Fall mit Bennert
ohne mich.
Also ich will auch nicht dabei sein, wenn
Bennert sich abfackelt.
Das riecht so streng.
Dann gehe ich halt allein.
Außerdem kann ich sehr wohl mit so einem
Ding umgehen.
Hey, Bennert.
Behandle mich nicht immer wie so ein kleines
Kind.
Ist gut jetzt.
Wie sieht's aus bei euch?
Sturz Robert fühlt sich an Vietnam erinnert.
Er war nämlich auch mal Tunnelratte.
Aha.
Das haben wir alle gelacht.
Leute, hier stinkts.
Was steckt denn hier überall?
Ja, das ist der Gebiet.
Die mögen es eigentlich gar nicht, nach oben
zu kommen.
Ist da was normal gemacht worden?
Versäuberung, klar.
1672.
Das war die letzte große Rattenvernichtung in Frankfurt.
Die haben es so richtig aufgeräumt.
Die Tunnel sind geflutet und was noch übrig
war, abgefackelt.
Denen sind nur wenige entwischt.
Wieso machen wir das nicht genauso wie die
damals?
Die Sache hat einen Haken.
Wenn eine Ratte einen Fehler macht und dabei
drauf geht, machen die anderen den Fehler nie
wieder.
Das wird von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
So was nennt man kollektives Gedächtnis.
Kollektives Gedächtnis?
Ja, die haben die Sache von 1672 nie
vergessen.
Das steckt in denen drin seit über 300
Jahren.
Die Ausrüstung ist auch scheiße.
Wie eine Astzone.
Alles klar, ich hab mir nur ein bisschen
die Augenbrauen angesehen.
Nächstes Mal verlange ich funktionierendes Gerät.
Was?
Nächstes Mal.
Ich hab Pech.
Also los.
Ich bin der Meinung, es kann keinen besseren
Ort geben für diese Zusammenkunft als Frankfurt.
Eine Stadt, die wie keine zweite in Deutschland
Sinnbild ist für Fortschritt und Zukunft.
Und um
den in Kürze beginnenden Kongress für Sie und
für die Gesandten Ihrer Länder so angenehm und
reibungslos wie möglich zu gestalten, möchte ich Ihnen
jetzt die einzelnen Programmpunkte vorstellen und würde mich
sehr freuen, wenn Sie sich die und über
Ihr Feedback.
So, Hochstädter.
Das muss jetzt leider sein.
Ich hab dir was mitgebracht.
Deine Mami hat dich sehr lieb, das weißt
du.
Sie hat bloß furchtbar viel zu tun.
Jetzt schlaf schön.
Gute Nacht.
Nicht gleich alles auf einmal essen.
Einmal in Bosnien.
Wir waren in der Nähe von Opatja stationiert.
Da finden wir plötzlich nachts dieses unterirdische Tunnelsystem.
Da dachte ich nur, ey, wie in Vietnam.
Du hast doch Scheißhäuser gebaut, Stufts.
Was?
Ja, ich habe gehört, euer Einheim hat Latrinen
gebaut.
Ich habe eine Latrine gebaut, genau eine.
Und da war ein Heckenschützen in der Nähe.
Das war nicht gerade ungefährlich.
Hören die
das auch?
Was?
Das Geräusch.
Irgendwas stimmt hier nicht.
Ihr müsstet schon ein bisschen genauer gehen.
Kleines, alles in Ordnung.
Kommen Sie doch näher, meine Herrschaft.
Nicht so schüchtern, dafür ist es ja da.
Rein, los!
Rein!
Es geht nicht.
Halt!
Halt bitte!
Hier, komm hier rein, hier rein!
Und setz dir das Zeug aus!
Scheiße, es sitzt fast!
Versuch's weiter!
Passt es?
Ja, gut.
Komm!
Scheiße, was war denn das?
Die verbünden sich nicht.
Ratten verbünden sich nicht.
Jede Verwandtschaft bleibt unter sich.
Das ist wie auf dem Dorf, die verbünden
sich nicht.
Was war das eben?
Stufts?
Bernhard!
Wo seid ihr?
Könnt ihr mich hören?
Ich höre.
Was ist mit Bernhard?
Er war eben noch im Tunnel an der
Oper.
Wir müssen ihn da rausholen.
Davon!
Dicker!
Jetzt reicht's.
Ich will nicht mehr.
Hey!
Ich lass mich nicht auch noch auffressen.
Bernhard ist tot.
Sie haben ihn im Kanal gefunden.
Das ganze Gesicht wird gefressen.
Wie geht's jetzt weiter?
Geh erstmal nach Hause und schlaf noch eine
Runde.
Ich melde mich dann.
Okay.
So, ich gebe Ihnen jetzt eine Tetanus-Spritze.
Das ist bei einem Rattenbiss normalerweise völlig ausreichend.
Das hoffe ich für Sie, Kindchen.
Jetzt versuchen Sie mal bitte den Kopf nach
vorne zu beugen.
Tut das weh?
Ja.
Geschwollene Lymphknotenfieber.
Stehen Sie in letzter Zeit unter Stress?
Habe ich Stress?
Sie machen mir Spaß, Kindchen.
Bereiten Sie mir die Konjunktion vor.
Das bleibt erstmal bei uns, ja?
Gehen Sie bitte mit der Schwester mit, ja?
Sie möchte ich nachher auch noch untersuchen.
Fassen Sie mich bitte nicht an.
Frau Semler-Heiduck, Sie bleiben heute Nacht zur
Beobachtung hier.
Das werden wir ja sehen.
Kathrin.
Wir haben nicht genug Betten, um auch noch
die Grippekranken unterzubringen.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob sie
überhaupt die Klappe hat.
Hochstadt, das Probe ist noch im Labor.
Jetzt mach mir hier bloß nicht die Pferdescheu.
Sie bleibt heute Nacht hier.
Das ist meine Entscheidung als Ärztin.
Können Sie mir sagen, was da unten passiert
ist?
Stellen Sie sich eine Menge Ratten vor.
Mehr?
Ja.
Und das Ganze mal hunderttausend.
Die sind einfach über uns weggerannt, so als
ob wir gar nicht da wären.
Glaubst du schon mal?
Ich meine, gibt es da irgendeinen Präzedenzfall?
Keine Ahnung.
Ich weiß nur, die alten Regeln gelten nicht
mehr.
Und es geht jetzt erst richtig los.
Wo ist Kathrin?
Dahin, wo geht Kathrin?
Sie ist von einer Ratte gebissen worden.
Wie geht's dir denn?
Mir ist heiß.
Schwester?
Scheiße, du Kathrin, es tut mir so leid.
Ja, ja, ja, schon gut.
Sie ist gleich ins Bett gegangen.
Ich hab die Ratte nicht gehört.
Sie muss irgendwie reingekommen sein, durch irgendein Loch.
Ist doch okay.
So, jetzt ist alles in Ordnung, ja?
Jetzt bist du ja bei mir.
Ich geb dir gleich eine Spritze und dann
geht's dir bald besser.
Ich lass dich nicht mehr alleine ein Liedchen,
okay?
Ich hab sie überall gesucht.
Ich würd sie gern noch untersuchen.
Ihnen geht's nicht gut, hm?
Kann ich die haben?
Danke.
Wie eine normale Blutuntersuchung sieht das aber nicht
aus.
Ich bereite eine Likorpunktion vor.
Was bereiten Sie vor?
Ich entnehme Ihnen Nervenwasser an der Wirbelsäule.
Dann würde ich aber gerne wissen, wozu das
gut sein soll.
Ich muss sichergehen, dass Sie nicht infiziert sind.
Legen Sie sich bitte hin und machen Sie
den Oberkörper frei.
Infiziert womit?
Was ich Ihnen jetzt sage, das darf den
Raum nicht verlassen.
Okay.
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Ratten eine
seltene Form von Hirnhautentzündung übertragen.
Mein Hausmeister ist gebissen worden und ist heute
Nachmittag gestorben.
Frau Semmler-Heiduck hat erste Symptome.
Und meine Tochter.
Ich bin aber nicht gebissen worden.
Das spielt keine Rolle.
Soweit sich der Erreger auf den Menschen übertragen
hat, ist die Krankheit ansteckend.
Nur wie ein Schnupfen.
Wie sehen die Symptome aus?
Zuerst die einer ganz normalen Grippe.
Dann Lichtempfindlichkeit, Lähmungserscheinungen und am Ende Zusammenbruch
aller Körperfunktionen.
Wir müssen jemanden finden, der die Krankheit hat
und der die ersten 24 Stunden überlebt.
Dann können wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon
ausgehen, dass derjenige Antikörper gebildet hat, mit denen
wir wiederum im Labor ein Serum herstellen können.
Und wie lange dauert das, bis man so
jemanden findet?
Das ist unmöglich zu sagen.
Vielleicht findet man heute jemanden, vielleicht gar nicht.
Wie viele?
Alfred?
Oh.
Viele.
Wir werten noch aus.
Und wann wissen wir genau was?
In ein paar Stunden.
Das Labor arbeitet die ganze Nacht.
Du musst dich auch noch testen lassen.
Ich hab die Behörden informiert.
Jetzt müssen wir uns nur noch zurücklehnen und
zusehen, wie ihr mittelalterliche Verhältnisse ausbrechen.
Es wird ja sicherlich Pläne geben.
Die reden sich die Kappe heiß und am
Ende stellen sie die Stadt unter Quarantäne.
Dann kommt keiner mehr rein und keiner mehr
raus.
Dann gibt es eine Massenpanik.
Rückblickend können wir vermuten, dass die ersten Erkrankungen
hier etwa vor drei Tagen aufgetreten sind.
Bei den anderen Patienten, die wir jetzt haben...
Wo war ich?
Patienten.
Na ja.
Bei der Zahl der Patienten, die wir alleine
bei uns aufgenommen haben, müssen wir davon ausgehen,
dass über die übrigen Kliniken bereits mehrere tausend
Patienten verteilt sind.
Etwa fünf Prozent der Bevölkerung sind infiziert.
Die Ausbreitung...
Kommen Sie zum Punkt.
Ja.
Je mehr Menschen befallen sind, desto rasender verbreiten
sich die Viren.
Die Verbreitung der Viren vollzieht sich exponentiell.
Das ist die Situation übermorgen.
Übermorgen.
Bundesweit etwa so.
Sechs Tage.
Zehn Tage.
Zwei Wochen.
Warum ausgerechnet bei der alten Oper?
Was?
Die hätten das sonst wohl auftauchen können.
Warum rotten sich zigtausende von Ratten zusammen und
ziehen punktgenau zur alten Oper?
Ich verstehe das nicht.
Was ist das?
Was?
Hier beim Krankenhaus und beim Bustepot diese Markierung.
Da hat sich Dinter doch sicher was bei
gedacht.
Gab es gestern Nacht noch andere Vorkommnisse mit
Ratten?
Weiß ich nicht.
Aber vorgestern, bei dem Busunglück, da waren die
Bremsleitungen angefressen.
Wo ist das passiert?
Im Bustepot?
Ja, davon geht man aus.
Ich verstehe das auch nicht.
Überall, wo wir den Müll wegräumen, da tauchen
plötzlich Ratten auf.
Wie?
Da kommen private Unternehmen und machen sauber?
Klar.
Im Endeffekt beim Krankenhaus, da kann man nicht...
Hallo?
Ja, Axel Werner.
Sage ich ihm.
Das war das Labor.
Wir sind nicht infiziert.
Und gestern Abend wurde der Müll vor der
alten Oper wegräumt.
Genau das mögen die Viecher überhaupt nicht.
Könnte doch nicht wahr sein.
Stoppen Sie die Müllabfuhr.
Wer sind diese Herren?
Das ist ein ehemaliger Kollege vom SKB.
Pfeifen Sie die Müllabfuhr zurück, ansonsten brauchen Sie
sich morgen keine Gedanken mehr um diese Stadt
zu machen.
Und wie kommen Sie zu dieser Vermutung?
Die Ratten finden die jetzigen Zustände paradiesisch.
Das Wetter und der Müll auf den Straßen
ist doch für die wie Weihnachten.
Wenn man die Zustände ändert, dann...
Dann werden Sie aggressiv und greifen an.
Die Oberfläche der Stadt, das ist jetzt Ihr
Zuhause, Ihr Revier.
Wir stören und deswegen schlagen Sie zurück.
Die haben uns den Krieg erklärt.
Wir haben hier zur Zeit aber ein anderes
Problem.
Wie es aussieht, verbreitet sich in der Stadt
eine schlimme Epidemie.
Die müssen wir jetzt schnellstens in den Griff
bekommen.
Richtig, regeln Sie die Stadt ab.
Das ist doch absoluter Schwachsinn und bringt überhaupt
nichts außer Panik.
Sie glauben doch nicht, dass Sie die Epidemie
auf die Stadt begrenzen können.
Dafür ist es doch viel zu spät.
Sie haben mit den Ratten ein Problem.
Und das müssen Sie in den Griff kriegen.
Unterbreiten Sie mir einen Vorschlag, ich höre.
Die alten Regeln gelten nicht mehr.
Die Ratten vermehren sich wie verrückt.
Und ich rede nicht von einzelnen Tieren, die
angreifen, sondern von einer gigantischen Masse organisiert agierender
Ratten auf der Suche nach Futter.
Und genau das werden wir Ihnen liefern.
Wir locken Sie an irgendeinen Ort und dort
jagen wir die verdammten Viecher in die Luft.
Wie wäre es denn mit der Börse?
Sie haben das getan.
Wie lange wird es dauern, die Stadt abzuriegeln?
Sieben Stunden.
Wollen Sie sehen, wie die Stadt explodiert?
Sie müssen es tun.
Dann kommen wir mal in die Gänge.
Ziehen Sie alle zusammen.
In einer Stunde sollen Sie beginnen auszurücken.
Guter Arschlöcher.
Gut, dann machen wir es eben selber.
Sie wollen das jetzt nicht selber erledigen.
Glauben Sie, die da oben bringen Ihnen etwas
Vernünftiges zustande?
Was wir brauchen, ist ein Köder.
Und der ist groß.
Verdammt noch mal, wo kriegt man denn sowas
her?
Was fressen wir denn?
Alles.
Abfälle, Fleisch, Gemüse.
Werner, ich brauche es.
Denken Sie nach.
Helfen Sie mir.
Was wir haben, sind sieben Stunden.
Danach geht hier überhaupt nichts mehr.
Gar nichts.
Ich ruf Sie an.
Ich ruf Sie an.
Ich sag dir, mein Zeug wird dir die
Bude wegblasen.
Sowas hast du noch nicht gesehen.
Hast du davon noch mehr auf dem Wagen?
Ja klar.
C4?
Ja.
Ich habe aber da Bock.
Muss keiner wissen, dass das von mir kommt.
Ich habe ein bisschen was beiseite geschafft in
meiner aktiven Zeit.
Ja klar.
Bleiben Sie da, Werner.
Bisschen Schweinefleisch aus Polen.
Wie ein letztes Adelenkopf.
Stupd.
Was machst du da?
Hey, Honsa, alter Burg.
Vorhin komme ich in meine Wohnung.
Und da sitzen sechs Ratten in meinem Schrank.
Die haben alle meine tschechischen Knackwurst aufgefressen.
Alle.
Da habe ich mir gesagt, jetzt reicht's.
Honsa, ich wusste doch, dass du nicht ohne
mich leben kannst.
Axel Werner.
Dabrock, du wirst es nicht glauben.
Honsa ist wieder an Bord.
Dann sind wir jetzt ja wieder komplett.
Jetzt müssen nur noch die Ratten kommen.
Frau Semmelhaltig, Sie dürfen Ihr Zimmer nicht verlassen.
Kommen Sie bitte wieder rein.
Komm.
Das ist wegen der Ratten, oder?
Kommen Sie bitte jetzt hin.
Das wollte ich nicht.
Hier.
Ich wollte doch nur...
Ich wollte nur...
Ich wollte nur...
Gehen Sie wieder in Ihr Zimmer, bitte.
Bitte lassen Sie mich.
Stopp!
Können wir mal einer sagen, wo die bleiben?
Vielleicht mögen die ja kein Schweinefleisch.
Und ob die das mögen?
Warte.
Hey, Dabrock, lass deine Viecher mal ein bisschen
Zeit.
Das können doch nicht alle sein.
Wo bleibt denn der verdammte Rest?
Keine Sorge, die kommen schon hoch.
Die Viecher hauen wieder ab.
Soll ich springen?
Bist du wahnsinnig?
Ich verstehe das nicht.
Warum fressen die das nicht?
Das sind doch paradiesische Zustände für die.
Ich würde mir hier noch glatten Schnitzel braten.
Das würde ich nicht.
Wieso, sind Sie Vegetarier?
Nein, das Fleisch ist nicht ganz in Ordnung.
Das Fleisch ist leicht dioxinverseucht.
Das ist was?
Was soll das jetzt heißen?
Wenn das Fleisch in Ordnung gewesen wäre, dann
hätte man mir das gar nicht gegeben.
Hätten Sie mit dieser Info nicht ein bisschen
früher rüberkommen können?
Ja.
Tut mir leid, ich dachte, die merken das
gar nicht.
Egal.
Los, packt zusammen.
Wir müssen sowieso woanders was zu fressen gefunden
haben und ich will wissen, wo das ist.
Dieses kleine Mistvieh, das wird uns da hinführen.
Du machst schon.
Was ist?
Alles in Ordnung?
Kopfschmerz, aber geht schon.
Check.
Ja, funktioniert.
Bring uns mal zu deinen Kameraden.
Schmeiß ihn in irgendeinen Gully.
Okay.
Und wenn die sich einfach in den Süden
absetzt?
Das macht die nicht.
Die geht genau dahin, wo die anderen sind.
Genau dahin.
Wiederbelebung, beatmen.
Gut.
Eins, zwei, drei, vier, beatmen.
Eins, zwei, drei, vier, beatmen.
Elektroschock vorbereiten.
So, los.
Geben Sie nicht auf.
Okay, nochmal.
Eins, zwei, drei, vier, beatmen.
Hey, Anninchen.
Halt durch, ja.
Emda Hajduk ist zur gleichen Zeit infiziert worden
wie meine Tochter.
Mir rennt die Zeit weg.
Wir müssen diesen verdammten Impfstoff Warum muss ich
das eigentlich alles alleine machen?
Wo ist Dr. Waldemar?
Ich habe ihn schon eine ganze Weile nicht
mehr gesehen.
Er hat sich noch nicht mal sein Testergebnis
abgeholt.
Ich war sie.
Haben Sie Dr. Waldemar irgendwo gesehen?
Ja.
Ja?
Alfred, ich habe deinen Testbericht gelesen.
Demnach gibt es nur eine Erklärung dafür, dass
du überhaupt noch lebst.
Ich verstehe nicht.
Dein Körper muss den Antivirus gebildet haben.
Ich brauche dich sofort hier im Krankenhaus.
Wo bist du?
Keine Ahnung.
Okay, bleib wo du bist.
Ich rufe dich gleich wieder an, ja?
Versuch mir zu beschreiben, wo du bist.
Hier ist alles so verdammt hell.
Gott, streng dich an.
Ich streng mich an.
Bist du in der Innenstadt?
Ich muss nur noch raus.
Frische Luft schnappen.
Kannst du irgendwas erkennen?
Naja.
Alfred, du gehst jetzt und sprichst jemanden an.
Irgendjemand muss dir helfen.
Naja.
Entschuldigung.
Gehen Sie mit.
Lassen Sie mich in Ruhe.
Alfred?
Alfred, geh ans Telefon.
Scheiße.
Alfred, bitte geh ans Telefon.
Und?
Das Tier hat sich seit einer halben Stunde
nicht bewegt.
Entweder sie hat jemanden in die Vorfahrt genommen
und klebt jetzt auf dem Asphalt.
Oder da ist das Zentrum.
Was ist das für ein Gebäude?
Das ist der Großmarkt.
Der Großmarkt?
Da können sie ja nun wirklich nicht sein.
Da arbeiten so viele Leute, die hätten die
Ratten längst entdeckt.
Nein.
Der Großmarkt wurde vor zwei Tagen geschlossen.
Wegen Ratten.
Gibt es da einen Keller?
Ja, gibt es viele Keller.
Teil untergeschossen.
Aber nur das obere wird benutzt.
Die anderen beiden sind versiegelt schon seit 1975.
Das Ding ist natürlich um einiges größer als
die Fabrikhalle.
So viel Sprengstoff habe ich gar nicht.
Was ist das hier für eine Leitung?
Versorgung.
Versorgung?
Ja.
Wasser, Strom, Erdgas.
Einer von uns muss da runtergehen.
Ventile öffnen und das Gas ausstreben lassen.
Und dann zünden wir.
Dazu reicht das Zeugs, was ich habe, auch
allemal.
Aber die Mauern.
Die Mauern sind so massiv, da kann ich
nicht garantieren, ob das Signal auch durchgeht.
Und was wäre mit dem Zeitzünder?
Ja.
Den muss ich zuerst noch bauen, aber das
funktioniert.
Aber beeil dich, wir haben keine Zeit zu
verlieren.
Und wer geht da runter?
Ist ja wohl klar.
Das mache ich.
Ich bin ja wohl hier der Einzige mit
Kampferfahrung.
Lassen Sie mich durch.
Brauchen Sie einen Arzt?
Nein, nein.
Ist bloß der Kreislauf.
Alfred?
Bitte.
Geh ans Telefon.
Alfred?
Kathrin?
Da sind doch Glocken bei dir im Hintergrund.
Du musst ganz in der Nähe sein.
Alfred, du bleibst jetzt einfach da, wo du
bist und ich komme zu dir, ja?
...
in die versiegelten Untergeschosse.
Von der Markthalle gibt es einen Zugang hier.
Und vom zweiten Untergeschoss, da ist eine Luke,
die führt gleich zum dritten.
Hier.
Okay, der Zeitzünder ist fertig.
Ready for Showtime.
Das Ding funktioniert?
Naja, ich habe das Ding nur einmal und
ich kann es natürlich jetzt nicht ausprobieren, aber
grundsätzlich muss das gehen.
Es gibt nur diesen einen Weg?
Keinen anderen Ausgang?
Für den Rückweg muss man mindestens acht Minuten
einplanen.
Vier Minuten.
Dann hältst du das Gas nicht aus.
Vier Minuten.
Okay.
Und was ist, wenn die Ratten angreifen?
Da unten sind Millionen Ratten.
Da kann man nicht einfach so durchspazieren.
Doch, genau das.
Ratten greifen nur an, wenn sie sich selbst
angreifen.
Der Dreck ist so ruhig wie möglich zu
bleiben.
Darauf treten darfst natürlich auf keine.
Was gibt das denn jetzt?
Ich gehe runter.
Ihr leitet mich über Funk.
Auf gar keinen Fall, ich gehe.
Ich habe Erfahrung mit dem Sprengsatz.
Das ist ein Rattenbiss.
Um mich braucht ihr euch keine Sorgen mehr
zu machen.
Wie geht's dir?
Es geht.
Warte.
Ja, es ist schon gut.
Geradeaus durch die Halle.
Am Ende links.
Da muss ein Gang sein.
Ich bin jetzt an der Luke.
Ich bin drin.
Jetzt die Treppe runter bis zur nächsten Tür.
Hier ist nichts.
Die müssen hier aber irgendwo sein.
Das Signal kommt vom zweiten Untergeschoss.
Das Vieh hat sie seit Stunden nicht bewegt.
Ich habe sie.
Ich bin über sie hergefallen.
Ich lasse sie nicht durch.
Wir müssen ins Krankenhaus.
Danke.
Es ist okay.
Ein Ort in dieser Stadt, wo keine Ratten
sind, ist das hier.
Dann gucken Sie doch bitte noch mal im
dritten Untergeschoss nach.
Da müsste eine Luke sein, gleich bei Ihnen.
Okay.
Was machst du denn da?
Na los.
Geht's noch?
Wieder verloren.
Nichts, gar nichts.
Du bist mir gefallen.
Alles voll.
Davok.
Gib mir mal eine Minute, ja?
Ich möchte Sie bitten, die Ruhe zu bewahren.
Wir hatten einen Stromausfall.
Ich werde die Türen öffnen.
Steigen Sie vorsichtig aus dem Waggon und bleiben
Sie beim Zug.
Es wird eine Hilfe eintreffen.
Das ist jetzt nicht wahr.
Sofort will ich von euch nichts mehr hören,
bis ich mich wieder melde, ist das klar?
Klar.
Warten Sie, ich helfe Ihnen.
Steigen Sie bitte vorsichtig aus.
Es kommt gleich ein Rettungsteam.
Steigen Sie vorsichtig aus.
Steigen Sie vorsichtig beim Aussteigen.
Du schaffst das toll.
Was macht er denn jetzt?
Er singt.
Das ist die Titelmelodie von den Profis.
Kenn ich nicht.
Alte englische Fernsehserie.
Die ist Kult.
Die haben immer zuerst geschossen und dann stehenbleiben
gerufen.
Echt?
Gibt's die auf Video?
Ich hab die auch.
Dann kann ich ihn mal leihen.
Wir können jetzt nicht warten, bis die uns
rausholen.
Wenn das ein kompletter Stromausfall ist, dann dauert
es...
Steigen Sie bitte vorsichtig aus.
Bleiben Sie beim Zug.
Ich weiß nicht, ob das so eine gute
Idee ist.
Das reißt sich zusammen.
Da vorne ist ein Notausgang.
Halt, stehenbleiben!
Los, komm!
Da können Sie nicht lang!
So langsam kann ich's nicht mehr hören.
Solange er singt, ist alles in Ordnung.
Wir sind jetzt an 4 Minuten.
Okay, 4 Minuten.
Sie müssen da hoch.
Sie haben nur noch 3 Minuten und 10
Sekunden.
Finden wir noch mal einen Ausgang.
Es gibt keinen.
Finden Sie mir einen Ausgang!
Okay.
Wie kriegen wir ihn da raus?
Vielleicht die Jagd.
Was ist das?
Jagdansche.
Der führt Berg zum Main.
Davor, wir haben eine neue Idee.
Brauchen Sie Hilfe?
Nein, danke.
Ich bin da.
Ist da eine Öffnung?
Ja, der Wagen geht davor.
Alles in Ordnung?
Ich habe schon viel Kopfschmerz.
Riechen Sie da rein.
Was ist
mit den Ratten?
Was soll denn das jetzt für eine Frage
sein?
Was glauben Sie wohl, was mit Ratten ist?
Er geht.
Sie kommen.
Wie lange habe ich noch?
Wie lange habe ich noch?
Wie lange noch?
Knapp zwei Minuten.
Darauf geben Sie nicht auf, es ist nicht
mehr weit.
Nicht aufgeben jetzt.
Doch gleich da.
Hier ist ein Gitter.
Schluss.
Sie können hier nicht durch.
Ich bin verletzt, ich muss ins Krankenhaus.
Es ist gesperrt.
Ich komme nicht weiter.
Kommen Sie.
Geben Sie jetzt nicht auf.
Nehmen Sie Ihren Hammer und brechen Sie das
Schloss auf.
Keinen Hammer habe ich.
Dann schießen Sie doch.
Lasst sie doch.
Eine Minute.
59.
Okay, jetzt geht es weiter.
Wir sind
im Fass nicht mehr.
Seid ihr okay?
Ja.
Los, raus.
Kann ich irgendwas tun?
Drück uns die Daumen.
Okay, Honsa übernimm das Steuer.
Ja.
Harro, fesst sie mich.
Los.
Halt die Fassen.
Halt die Fassen.
Sonsat, nimm hier.
Hier, kümmert euch um ihn.
Wo ist mein Rucksack?
Mein Rucksack.
Ab ins Krankenhaus.
Geht's dir besser?
Glaubst du, auf mich wartet wirklich irgendwo ein
Hund?
Na klar.
Oder meinst du vielleicht, der will ein anderes
Mädchen haben, das auf ihn aufpasst als dich?
Wie geht's deiner Kleinen?
Gut.
Ist das jetzt alles vorbei?
Das glaub ich jetzt nicht.
Wollen wir noch einen Kaffee trinken gehen?
Ich dachte, du trinkst keinen Kaffee.
Nein.
Es war der heißeste Sommer seit 150 Jahren
und mit dem Regen war er plötzlich vorbei.
Das Wasser spülte die letzten Spuren der Bedrohung
dahin zurück, wo sie hergekommen waren.
So, als ob es sie nie gegeben hätte.
72 Stunden, 3 Tage.
In 3 Tagen kann alles passieren.
Alles.
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