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Zulu
Der Beste Der Beste ist wieder so weit
weg.
Manchmal denke ich, ich kenne dich kaum.
Ihr beiden, ihr seid halb übergropft in den
Dschungel geflüchtet.
Wie zwei erschrockene Schulkinder.
Immerhin waren es Rapturen-Challenger.
Ja, Rapturen-Babys.
Oh, Veronika, das hättest du erleben sollen.
Vielleicht werde ich das noch.
Ich gehe schwimmen.
Oh, soll ich dich begleiten?
Nein, nicht nötig.
Aber danke.
Okay.
Okay.
Veronika.
Ist alles in Ordnung?
Mhm.
Ich bin bald wieder zurück.
Ich schätze, du hast der Armen das Herz
gebrochen, Melone.
Weißt du, das ist mir auch schon durch
den Kopf gegangen und obwohl sie es vehement
abstreitet, glaube ich, dass sie in ihn verliebt
ist.
Also, da bin ich mir nicht so sicher.
Ich habe vor einer Weile mit ihr darüber
gesprochen.
Gute Freunde, sagte sie, aber mehr ist da
nicht.
Tja, Angst vor der eigenen Courage, wenn ihr
mich fragt.
Nein, mein Lieber.
Veronika ist in einem Alter, in dem es
normal ist, sich zu verlieben.
Allerdings muss es ja nicht unbedingt Melone sein,
aber verliebt ist sie definitiv.
Wo bin ich?
Endlich kommt ihr mich besuchen.
Müssten wir uns kennen?
Oh, ich habe so sehnsüchtig auf euch gewartet,
seit ich euch das erste Mal sah.
Mögt ihr meine Musik?
Ja, sie gefällt mir sogar sehr.
Ich habe sie nur für euch geschrieben.
Für mich?
Mein Traum ist wahr geworden.
Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts begibt sich eine Expedition auf die Suche
nach einer vorzeitlichen Welt.
Getrieben von Ehrgeiz, geheimen Wünschen, Abenteuerlust und journalistischem
Eifer, stoßen sie in den Tiefen des Urwalds
auf eine Verbündete.
Zwischen archaischen Kulturen und den Räubern des Urwalds
suchen sie einen Weg zurück nach Hause, denn
niemand außer ihnen kennt den Weg in die
verlorene Welt.
Sie haben das für mich komponiert?
Ja, in der Tat.
Ich habe noch nie ein richtiges Piano gesehen.
Darf ich es anfassen?
Sicher.
Versucht es, habt keine Angst.
Wer sind Sie überhaupt?
Mein Name ist Thomas Ducard.
Ich habe euch schon sehr oft im Dorf
gesehen.
Womöglich habt ihr mich auch bemerkt.
Nein, ich bin noch nie hier gewesen.
Ich lebe im Dschungel, der das Dorf umgibt.
Im Dschungel?
Hier bin ich aufgewachsen.
Ich habe dieses Tal schon oft durchquert, aber
ich habe dieses Dorf noch nie gesehen.
Oh, ihr habt eine blühende Fantasie.
Aber ich befürchte, dass es in diesem Teil
von Deutschland nicht mehr allzu viel Dschungel gibt.
Deutschland?
Ich bitte Sie.
Wir sind in Südamerika, auf einem Plateau, ganz
abgeschieden im Amazonas-Dschungel.
Ich kam mit meinen Eltern kurz nach meiner
Geburt hierher.
Und wann soll das gewesen sein?
1895.
1895?
Wir haben erst 1822.
Nein, 1922.
1822 war vor 100 Jahren.
Wir müssen morgen bis zum späten Nachmittag wieder
zurück sein.
Ich verstehe nicht, warum ihr nicht bis morgen
wartet und ganz früh losgeht.
Genau das habe ich auch gesagt.
Sicher könnten wir das, aber wir brauchen mehr
als einen Tag für den Hin- und
Rückweg.
Also können wir auch gleich losziehen.
Ich habe mich auch noch freiwillig dafür gemeldet.
Wir brauchen neue Munition, Marguerite, und ohne Schwefel
geht uns das Schießpulver bald aus.
Möchtest du nicht lieber allein gehen?
Jemand muss doch den Schwefel tragen.
Machst du mich jetzt auch noch zum Packesel?
Aber natürlich nicht.
Ich freue mich einfach über deine Gesellschaft.
Also, erweise mir die Ehre und lass uns
losgehen.
Wir sehen uns morgen, George.
Ja, viel Glück.
Bist du wirklich sicher, dass du meine organisatorischen
Fähigkeiten hier nicht brauchst?
Ich glaube, ich werde ohne dich auskommen, Marguerite.
Obwohl ich dein sonniges Gemüt vermissen werde.
Welche Macht uns auch immer zusammengeführt haben mag.
Es war vorher bestimmt, dass wir uns treffen.
Aber sie halten mich für eine andere.
Gut, ich gebe zu, ich hielt euch für
eine Frau, die ich ja schon oft gesehen
habe, aber da war ich offensichtlich einem Irrtum
erlegen.
Ihr ähnelt ihr ganz und gar nicht.
Es muss eure Kleidung sein, die für die
Verwechslung gesorgt hat.
Hören Sie, ich weiß nicht einmal, warum ich
dieses Kleid überhaupt trage.
Ich komme von einem anderen Ort und aus
einer anderen Zeit.
Vielleicht bin ich auch ein Geist oder sowas.
Ich kann nicht glauben, dass das alles hier
wirklich geht.
Wisst ihr, ich fühle mich höchst lebendig, um
nicht zu sagen sehr real.
Ich meine, komme ich euch nicht sehr lebendig
vor?
Ja, es wird Zeit, dass ich zu meinen
Freunden zurückgehe.
Was haltet ihr davon, wenn ich euch begleite?
Ich würde eure Freunde gerne kennenlernen und natürlich
auch diese fremde Welt, von der ihr spracht,
mit eigenen Augen sehen.
Das würde mir sehr gefallen.
Was ist mit eurer Kleidung geschehen?
Also, so laufe ich normalerweise immer rum.
Ich finde euch wunderschön.
Ihr seid eine Göttin.
Das war nett gesagt.
Und wir befinden uns hier tatsächlich im Dschungel.
Alles, was ihr gesagt habt, ist wahr.
Sie sind also nicht enttäuscht?
Aber nein, ich bin davon weit entfernt.
Es kommt mir vor, als hätte ich eine
zweite Chance zu leben bekommen.
Es ist absolut wundervoll.
Es ist fantastisch.
Es gefällt Ihnen also hier?
Aber ja, ich bin begeistert.
Und das verdanke ich nur Ihnen.
Es ist das absolut Erstaunlichste, was ich je
erlebt habe.
Nur wie kann das alles möglich sein?
Mein Freund Challenger hat vielleicht eine Erklärung.
Kommen Sie.
Das werde ich schon nächstes Mal machen sollen.
Hier ist Platz für alles.
Und alles bekommt jetzt seinen richtigen Platz.
Vorsicht, alter Mann.
Oh!
Ich bin so gespannt auf diese Begegnung.
Challenger!
Vermutlich ist er in seinem Labor.
Das ist ja unglaublich.
Challenger!
Was ist passiert?
Oh, hast du dich verletzt?
Wo bin ich?
Ich habe mir wohl den Kopf gestoßen, als
ich von der Leiter fiel.
Au!
Au!
Das ist aber eine verdammt große Beule.
Würdest du uns vorstellen?
Du kannst von Glück reden, dass du keinen
Schädelbruch hast.
Wer weiß, vielleicht hat er doch einen.
Ach was, ich habe eine leichte Gehirnerschütterung, weiter
nichts.
Aber auch die kann ernsthafte Folgen haben.
Eine plötzliche Bewegung kann sie noch verschlimmern.
Damit haben Sie recht.
Ihr solltet euch zumindest ein paar Tage ausruhen.
Ich hoffe, du hörst auf ihn.
Wie kommt es, dass ein Musiker so viel
über Medizin weiß?
Ich habe einige Semester Medizin studiert, aber die
Musik war immer schon meine Leidenschaft.
Du solltest erleben, wie er spielt, es ist
überwältigend.
Ich hätte ihm stundenlang zuhören können.
Und ich könnte ewig für euch spielen.
Ja, wissen Sie, ich würde Ihrem Dorf auch
gern mal einen Besuch abstatten.
Erst wenn es dir wieder besser geht.
Ihr Schein widerspricht im Grunde jeder vernünftigen Erklärung.
Nicht doch, ich hatte gehofft, du hast eine
Erklärung dafür.
Hier passieren doch ständig seltsame Dinge.
Ja, das stimmt.
Es hat möglicherweise mit Harmonik zu tun.
Von der Musik verursachte rhythmische Vibrationen könnten Ihr
Dorf aus seiner Umgebung gerissen und über Raum
und Zeit befördert haben.
Sehen Sie, er hat eine Erklärung dafür.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob dem
auch so ist.
Sie könnten natürlich auch nichts weiter als eine
übernatürliche Erscheinung sein.
Aber Veronica und ich sind bereits übereingekommen, dass
ich keinesfalls ein Geist bin.
Und was fällt Ihnen über Ihr Leben in
Deutschland ein?
Ich erinnere mich an meine Kindheit, als ich
auf der Schule war, dann Musik studiert habe,
an alles bis zu diesem Morgen.
Fällt Ihnen etwas Ungewöhnliches ein?
Nein, eigentlich überhaupt nichts, bis Veronica in mein
Leben trat.
Ich verstehe.
Die Bedingungen, die zu Ihrem plötzlichen Erscheinen hier
geführt haben, sind möglicherweise nicht von Dauer.
Was soll das heißen, dass ich wieder verschwinden
könnte?
So schnell, wie Sie hier aufgetaucht sind.
Erst wenn ich mehr über dieses Phänomen weiß,
kann ich irgendwelche logischen Schlussfolgerungen ziehen.
Wir müssen doch nicht jetzt darüber reden, oder?
Kommen Sie, ich möchte Ihnen etwas zeigen.
Und was bitte?
Lassen Sie sich überraschen.
Das ist der Mozart!
Das ist Concerto Nummer 21!
Das ist unglaublich!
Ja, absolut!
Was ist das denn für ein Apparat?
Den nennt man Grammophon.
So klar und drin!
Es ist, als würde ich selbst im Orchestergraben
stehen.
Ist er nicht fantastisch?
Ich verstehe gut, dass du dich von ihm
angezogen fühlst, Veronica.
Aber möglicherweise ist er nicht so charmant, wie
er auf den ersten Blick wirkt.
Was soll das wieder heißen?
Sei auf der Hut und halte dich von
diesem Dorf fern.
Wie schon gesagt, es könnte so schnell verschwinden,
wie es aufgetaucht ist.
Und dann wäre es besser, wenn du nicht
dort bist.
Ich kann sehr gut auf mich aufpassen, Challenger.
Vorsicht!
Tut mir furchtbar leid!
Haben Sie sich wehgetan?
Nein, aber ich fürchte, dass ich gerade eure
Maschine kaputt gemacht habe.
Ist nicht so schlimm.
Challenger repariert das nachher.
Es muss sehr einsam gewesen sein, hier ganz
allein zu leben.
Manchmal, ja.
Aber ich habe viele der Stämme kennengelernt, die
hier leben.
Und außerdem auch die meisten Tiere.
Ihr habt jedoch nie erfahren, was mit euren
Eltern passiert ist.
Das nicht.
Aber sie würden ihnen sicher gefallen.
Was ist das?
Das ist ein Triceratops, schätze ich.
Was?
Ein Dinosaurier, kommen Sie schnell!
Thomas!
Hat das Biest Sie erwischt?
Ich glaube, gebrochen ist nichts.
Ein Glück.
Das war einer der weniger freundlichen Dschungelbewohner.
Ihr habt mir das Leben gerettet.
Wir sollten jetzt gehen, bevor das...
Besser als jetzt kann es kaum noch werden.
Es kommt mir vor wie ein Traum.
Du siehst wundervoll aus.
Hahaha!
Na bitte, es ist immer noch da.
Der Nebel zumindest.
Oh, ich bin sicher, in meinem Dorf ist
alles in Ordnung.
Challenger könnte recht damit haben, dass es instabil
ist.
Also das hoffe ich doch nicht.
Ich will dich morgen unbedingt wiedersehen.
Ich warte genau hier an diesem Platz auf
dich.
Guten Morgen, Challenger.
Wie geht es dir heute?
Schon viel besser, obwohl ich in der Nacht
ziemlich schlimme Kopfschmerzen hatte.
Warum gönnst du dir nicht ein paar Tage
Ruhe, wie Thomas vorgeschlagen hat?
Ich nehme an, dass du dich wieder mit
ihm treffen wirst?
Ja, das hatte ich vor.
Er hat es absichtlich kaputt gemacht.
Warum sollte er das tun?
Er wollte unser Gespräch unterbrechen, weil ihm nicht
gefiel, was ich über ihn sagte.
Mir hat es auch nicht gefallen.
Du irrst dich, was ihn betrifft.
Ist es nicht angebracht, etwas zurückhaltender zu sein?
Keineswegs.
Ich trau dem Kerl nicht, Veronica.
Also sieh dich bitte vor.
Keine Sorge, ich passe schon auf mich auf,
Challenger.
Das habe ich immer getan.
Wir alle machen Fehler, insbesondere wenn es um
Gefühle geht.
Fehler, sagst du?
Du hältst ihn für einen Fehler?
Nein.
Noch schlimmer, ich halte ihn für gefährlich.
Was du glaubst, interessiert mich aber nicht.
Der Mann macht mich glücklich.
Ich rate dir, halte dich fern von ihm.
Ich bin kein kleines Kind, Challenger.
Und du nicht mein Vater.
Wäre ich das, dürftest du das Baumhaus nicht
verlassen.
Ach wirklich?
Du bist es nicht.
Veronica!
Tolle Abkürzung, Roxton.
Hör auf zu lamentieren, Marguerite.
Du wolltest doch so schnell wie möglich zum
Baumhaus zurück.
Und außerdem, wer spielt jetzt hier den Packesel,
hm?
Eigenartig, ich habe das Tal noch niemals so
voller Nebel gesehen.
Besser als voller Dinosaurier, finde ich.
Wovor?
Keine Ahnung.
Wie ist denn das passiert?
Wenn ich das wüsste, aber du siehst umwerfend
aus.
Offen gestanden, siehst du auch ganz schick aus.
Ja, ich sehe wirklich ziemlich flott aus, nicht
wahr?
Eine Uniform offenbar.
Was die Frage aufwirft, wo zum Teufel sind
wir?
Sieht wie ein deutsches Dorf aus.
Worum alles in der Welt sind wir?
Ich habe keine Ahnung.
Sind wir vielleicht wieder am Leben?
Wenn wir es sind, dann wird Dukat ebenfalls
am Leben sein.
Aber nur bis ich ihn gefunden habe.
Hörst du das?
Ja, hört sich wie ein komplettes Orchester an.
Wie sollte Thomas in dieser Gegend so etwas
finden?
Das muss Thomas sein.
Komm mit.
Es sieht aus, als wären wir in Deutschland
gelandet, allerdings vor 100 Jahren.
Es muss sowas wie eine Illusion sein.
Ob uns dieses Pärchen wohl sieht?
Sag ich dir.
Guten Tag.
Oh, sie ist es tatsächlich.
Guten Tag, Herr Hauptmann.
Schönes Wetter heute.
Also, unsichtbar sind wir nicht.
Hast du bemerkt, dass alle auf dieselbe Art
gekleidet sind wie wir?
Au.
Was ist denn?
Ich habe irgendwas in meinen Schuhen.
Setz dich mal da drüben hin.
Ja.
Vorsichtig.
So, dann zeig mal her.
Welch ein Gentleman.
Entschuldigen Sie, aber wir haben nichts bestellt.
Das geht aufs Haus.
Einen schönen Tag wünsche ich.
Marguerite, irgendwie gefällt mir das nicht.
Ich finde es hier sehr nett.
Es kommt mir vor, als wären wir wieder
in der Zivilisation.
Woher weißt du, dass da nicht Gift drin
ist?
Und woher weiß ich, ob dieser Wein real
ist?
Der Kellner jedenfalls sah ziemlich real aus.
Oh John, auf diesem Plateau sind so viele
seltsame Kräfte am Werk.
Die müssen doch nicht alle ein Grund zur
Besorgnis sein.
Wir sollten uns hier nicht länger aufhalten und
so schnell wie möglich zum Baumhaus zurückgehen.
Ich werde mich ein paar Minuten an diesem
Tisch ausruhen.
Warum siehst du dich nicht ein bisschen um?
Geh doch mal jemand anderem auf die Nerven.
Willst du mich loswerden?
Worauf wartest du noch?
Also gut.
In fünf Minuten bin ich zurück.
Was ist das für ein seltsames Haus?
Dukat!
Seid ihr in diesem Haus?
Ist jemand da?
Wer sind Sie?
Was wollen Sie?
Wir sind auf der Suche nach Thomas Dukat.
Bitte warten Sie dort.
Was sagtet Ihr?
Welches Jahr haben wir?
1922.
Das ergibt doch keinen Sinn.
Wie ist unser Dorf hierher gelangt?
Ja, gute Frage.
Das ist mir auch noch etwas rätselhaft.
Aber verraten Sie mir, Hauptmann Melrick, warum möchten
Sie diesen Mr. Dukat unbedingt finden?
Der Mann ist abgrundtief böse.
Das habe ich auch schon vermutet.
1822 war er mit mir verheiratet.
Dann verschwand er mit einer jungen Frau namens
Julia Gesch.
Die zuvor bei Ihrem Vater lebte.
Er flehte mich in einem Brief an, etwas
zu tun.
Meine Schwester und ich suchten Dukat.
Im Keller eines Geschäftshauses hatte er sich sein
Versteck eingerichtet.
Wahrscheinlich ist Julia klar geworden, welchen Skandal sie
verursacht hatte.
Jedenfalls hat sie Selbstmord begangen.
Oh, wie furchtbar.
Ja.
Es war für uns alle schrecklich.
Oh mein Gott.
Nadine, sieh dir das an.
Das sind Veronika und Melone.
Die Frau.
Das ist Julia Gesch.
Wo ist sie denn hingegangen?
Sucht ihr mich, Melrick?
Wer sind Sie überhaupt?
Ihr wisst verdammt genau, wer ich bin.
Vorsicht, das Ding geht vielleicht los.
Verschwindet von hier!
Erst, wenn ich die Frau gefunden habe, mit
der ich hergekommen bin.
Ihr sollt verschwinden!
Was ist denn mit ihm?
Was zum Teufel geht hier vor?
Mein Bruder starb, genau wie vor hundert Jahren.
Oh nein.
Nicht noch einmal.
Wir beide sind wirklich nichts weiter als Geister.
Heißt das, Sie sind auch vor hundert Jahren
gestorben?
Ja.
Ja, nachdem Thomas mit diesem Mädchen durchgebrannt war.
Mit dieser Julia Gesch.
Melrick und ich, wir haben die beiden gejagt
und ihr Versteck gefunden.
Melrick wollte Thomas zum Aufgeben zwingen.
Thomas zog jedoch eine Waffe und schoss auf
ihn.
Was habe ich denn getan?
Ich ging in den Keller, in dem sie
lebten.
Mein Ehemann, ehemals ein großer Komponist, nun ein
verachtenswerter Schuft, lebte wie die Ratten.
Das arme Mädchen war eigentlich unschuldig.
Aber was für eine Chance hatte sie.
Mein Mann hatte ihr den Kopf verdreht.
Er sagte, sie wäre seine Muse und seine
Inspiration.
Sie konnte seiner Musik nicht widerstehen.
Die war so wunderschön.
Geradezu göttlich.
Ich muss einen Ausweg finden.
Ich muss sie wieder hierher holen.
Wie schön.
Ich stand also da im Eingang und lauschte
gebannt seiner Musik.
Und ich konnte sie sehen.
Sie lag auf dem Bett, vollkommen gefangen.
Und in ihren Augen war so viel Liebe.
Als sie mich erblickte, schnappte sie laut nach
Luft.
Mein Mann hörte auf zu spielen und drehte
sich um zu mir.
Da sah ich den Wahn in seinen Augen.
Und plötzlich zog er seine Waffe.
Ich weiß auch nicht wieso, aber es war
wie eine Liebkosung, als mich die Kugel traf.
Er hat sie erschossen?
Die Qualen waren weg.
Er konnte mir nicht mehr wehtun.
Und die junge Frau, die alles miterlebt hatte,
nahm sich das Leben?
Ja, sie hat Bleiweiß genommen.
Ein Schluck davon ist ein gutes Schlafmittel, aber
mehr als einer ist tödlich.
Oh, wie furchtbar.
Ihr Vater war ein armer Holzfäller, der im
Wald in der Nähe des Dorfes wohnte.
Er fand sie in dem Keller.
Sie war sein einziges Kind.
Thomas muss irgendwie von Veronika angezogen worden sein.
Falls sie derzeit bei ihm sein sollte, dann
schwebt sie in höchster Lebensgefahr.
Bravo.
Exquisit.
Was wollt ihr hier?
Es tut mir leid, ich habe Sie nicht
stören wollen, aber die Tür stand offen.
Oh nein, nein, bitte.
Hören Sie meinetwegen nicht auf zu spielen.
Ihr habt hier nichts verloren.
Zwischen uns beiden ist es längst aus.
War da jemals etwas?
Warum versteckt sich ein Mann mit ihren offensichtlichen
Talenten hier unten in einem feuchten Keller?
Ich werde nie wieder für euch spielen, Nadine.
Ich habe euch nur wegen eures Geldes und
eures Standes geheiratet, und das habt ihr gewusst.
Aber nur Mäzenin zu sein reicht euch nicht.
Nein, nein, ihr wolltet mehr.
Ich bin nicht Nadine.
Sie müssen mich mit der Dame verwechseln.
Oh, ein Irrtum ist ausgeschlossen.
Ihr seid mir nur hierher gefolgt, weil ihr
nicht von mir lassen könnt.
Bitte geben Sie die Tür frei.
Sie werden mich nie wiedersehen.
Nein, nein, ich befürchte, dass es dafür zu
spät ist.
Ich habe bereits euren Bruder getötet, und jetzt,
jetzt werdet ihr ebenfalls sterben.
Ich bin nicht Ihre Frau, und ich habe
keinen Bruder.
Ja, stimmt.
Den Hauptmann habe ich vor einer halben Stunde
erschossen.
Hauptmann?
Roxton?
Er kam her, um eure Ehe zu schützen,
als ob ihr eine hättet.
Sie haben Roxton erschossen?
Ich verachte euch, Nadine.
Das habe ich von Anfang an getan.
Und jetzt habe ich eine andere Frau gefunden.
Ein Wesen wie eine Göttin.
Meine Musik ist für sie und nur für
sie allein.
Dann spielen Sie für sie.
Ich verspreche, ich werde sie nicht nach dem
Himmel...
Mann, hören Sie auch nicht zu!
Nadine!
Noch ist es Zeit.
Noch gibt es Hoffnung.
Nadine!
Ihr müsst eure Freundin finden.
Beruhigt euch.
Veronica, warte!
Tobe!
Thomas, ich dachte schon, du kommst nicht.
Ich dachte, ich würde dich nie wiedersehen.
Ohne dich könnte ich nicht leben.
Du bist meine Muse, meine Inspiration.
Und wir werden für immer zusammenbleiben.
Für immer!
Was hast du?
Ich schätze, ich habe mich in dich verliebt.
Ich will nicht, dass es zu Ende geht.
Warum sollte es zu Ende gehen?
Ich will dich nicht verlieren.
Und du wirst mich auch niemals verlieren.
Aber Challenger sagte, du könntest verschwinden.
Du, dein Dorf und auch deine Musik.
Das wird nicht geschehen!
Woher weißt du, dass Challenger die Wahrheit sagt?
Woher will er das wissen?
Vergiss Professor Challenger.
Ist der Mann jemals verliebt gewesen?
Kennt er dieses Gefühl?
Nein, ich denke nicht.
Dann komm und lebe mit mir, Veronica!
Lass mein Dorf zu deinem Zuhause werden!
Aber was wird mit meinen Freunden?
Deine Freunde, die brauchen wir nicht.
Wir haben doch uns.
Aber ich gehöre doch hierher.
Ich komme dich jeden Tag besuchen.
Nein, nein, nein!
Das kommt überhaupt nicht infrage.
Du musst mit mir kommen.
Du musst bei mir bleiben, wie
du meinst.
Komm mit und höre dir wenigstens meine Musik
an.
Das werde ich lieben.
Marguerite, wo bist du?
Nein!
Ich habe dich schon überall gesucht.
Es war schrecklich.
Ich hörte Klaviermusik.
Er hielt mich für seine Frau und erschoss
mich.
Ist ja gut, es war vermutlich derselbe Irre,
der auf mich schoss.
Wo ist der Kerl hin?
Keine Ahnung, aber wir müssen das Dorf sofort
verlassen.
Du hattest recht, wir hätten das Dorf niemals
betreten dürfen.
Ich habe immer recht, das solltest du wissen.
Du hast immer recht, ja!
Diese Worte werde ich niemals vergessen.
Hoffentlich werde ich das nicht benötigen.
So, und jetzt muss ich nur noch dieses
Dorf finden.
Halte den Augenblick fest!
Liebe für den Tag!
So und nicht anders sollte Liebe sein, stimmt's?
Hast du nicht gesagt, Liebe sollte ewig da
sein?
Stimmt, das wird sie auch.
Nichts und niemand wird sich zwischen uns stellen.
Ich werde dich nicht verlieren.
Warte hier, ja?
Ich habe eine Überraschung für dich.
Eine Überraschung?
Ja.
Wo ist die Überraschung?
Oh, die wirst du gleich sehen.
Trinken wir auf die sonnigen Tage, die vor
uns liegen.
Nur zu, wirf die Vorsicht über Bord!
Und jetzt komm und setz dich aufs Bett,
damit ich dich sehen kann, während ich spiele.
Ja.
Oh, so eine wunderbare Musik.
Ein Genie vom Wahnsinn ergriffen.
Ich werde kein Erbarmen kennen, falls du ihr
irgendetwas angetan haben solltest.
Ich könnte dir ewig beim Spielen zuhören.
Und das wirst du auch.
Als ich das erste Mal mit dir gespielt
habe, als ich einmal ihr Gesicht sah, war
es, als würde ich einen Engel sehen.
So unschuldig, so absolut rein.
Ich verstehe nicht.
Ihr Name war Julia Geesch.
Sie sah genauso aus wie du.
Was?
Ich habe sie geliebt, wie kein Mann je
eine Frau geliebt hat.
Ich habe für sie Ruhme und Wohlstand verschmäht,
mich von den Menschen zurückgezogen, selbst vom Licht
des Tages.
Ich muss gehen.
Lass mich hier.
Nein, das kann ich nicht.
Nein!
Du gehörst jetzt mir.
Nein.
Doch, du gehörst mir.
Das muss die Kleidung vom Vater dieses armen
Mädchens sein.
Wehe.
Ich habe den Wein mit Gift versetzt.
Mit demselben Gift, das sie nahm, um ihr
Leben zu beenden.
Jetzt wirst du für immer bei mir bleiben.
Ich liebe dich noch mehr als das Leben
selbst.
Was haben Sie getan?
Sie ist nun nicht mehr eure Tochter.
Oh, Sie sind wahnsinnig.
Sie sind komplett wahnsinnig geworden.
Ihr könnt sie nicht mehr retten.
Nein, diesen Engel könnt ihr mir nicht mehr
nehmen.
Veronika.
Veronika.
Du stirbst mir nicht.
Komm jetzt.
Trink einen Schluck.
Trink das.
Komm schon.
Ja, so ist es gut.
Noch ein Schlückchen.
Komm zurück.
Na los, komm zurück.
Ja.
Komm zurück zu mir.
Scheiße.
Wo sind wir?
Wieder dort, wo wir hingehören.
Wo ist Thomas?
Er ist fort.
Und du bist in Sicherheit.
Ich bin in deinen Armen, nicht in seinen.
Du bist ja ...
Marguerite, erinnerst du dich noch daran, was du
in dem deutschen Dorf zu mir gesagt hast?
Ja, dass du immer recht hast.
Ja.
Da war ich verwirrt und wusste überhaupt nicht,
was ich sage.
Das habe ich mir beinahe gedacht.
Nein, lass mich los.
Veronika.
Veronika, es ist vorbei.
Oh, ich hatte gerade einen grauenvollen Traum.
Das war kein Traum.
Es ist wirklich passiert.
Was?
Ganz sicher?
Das deutsche Dorf.
Der wahnsinnige Musiker.
Wir haben es alle erlebt.
Also hast du mich gerettet?
Es war nicht nur schrecklich, wie ich gehört
habe, angebetet und bewundert zu werden.
Liebe ist viel mehr als das.
Liebe ist bedingungslose Hingabe und Verständnis.
Aber muss sie denn immer so fürchterlich wehtun?
Nein.
Sie mag nicht immer reibungslos laufen, aber sie
ist auf jeden Fall die Mühe wert.
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