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Zulu
***
*beschwingte Musik*
Personen und ihre Farben:
Dieter Körber, Bauarbeiter Karin Busch, Brigadeleiterin
Karl Krone, Karins Großvater Ulrike Busch, Karins Tochter
Harald Pfitzner, Bauarbeiter
(Sprecher) Wenn ich mir die Bemerkung erlauben dürfte:
(Berliner Dialekt) Der Titel ist irreführend:
Berlin ist ja nicht, Berlin geschieht, rund um die Uhr.
Die Häuser und Türme sind nur Hintergrund für die Berliner.
Für die geborenen und die gelernten Berliner.
Sie haben spitze Ellenbogen und ein scharfes Mundwerk.
Tatsächlich sind sie "bescheiden" und können eng zusammenrücken.
Selbst die Fischkonservenfabrik könnte von ihnen noch lernen.
Sie sind ein stolzes Geschlecht.
Sie sind stolz auf ihre Gegenwart und ihre alte Kultur.
Immer wieder werden "wertvolle Fundstücke" ausgegraben.
Ihre "Tierliebe" soll nicht unerwähnt bleiben.
Sie wird nur von ihrer Kunst- und Musikliebe übertroffen.
Berliner lieben Bier und "jwd", das heißt "janz weit draußen".
Sie sind Seefahrer, haben zwar nicht Indien, aber Ziegenhals "entdeckt".
Sie haben es anderen "Völkern" zugänglich gemacht.
Berliner lassen sich "treiben".
In einer Leidenschaft sind sie aber hemmungslos:
Sie "spielen gern im Sand" und bauen aus "Steinchen" Häuser.
Wenn die fertig sind, bauen sie neue Häuser: mehr und immer mehr.
Viele Berliner stammen aus Zittau oder Rostock.
Der Berliner war bei der Anerkennung von "Vororten" nie kleinlich.
Manche kommen von sehr weit her. Aber Verständigungsprobleme: keine.
Die Berliner sind sehr "höflich" und verwenden "selten" Schimpfwörter.
Wenn Fremde sie etwas fragen, dann geben die Berliner "gern" Auskunft.
*ruppiges Durcheinanderreden*
Wo muss ich einsteigen? - Zuerst Dampfer, dann Karussell.
Ausgerechnet in Mathe. Blöd, dass du keinen Vater hast.
Ich hatte auch schon mal einen Eintrag.
Aber du bleibst nicht sitzen. Es ist grün.
Kann dir dein Opa nicht helfen? Beeil dich, die Ampel ist gelb.
*Auto-Hupen*
So was von schusselig. Du hättest drunter liegen können.
Wenn dich der junge Mann nicht festgehalten hätte.
Danke. Gern geschehen.
Wir sind es gewöhnt, alte Leute über die Straße zu bringen.
Komm, sonst wird dein Opa nervös. - Ja, doch.
Kannst du mir vorher noch helfen? - Hast du dich verlaufen?
Arbeiterwohnheim Siegfriedstraße. - Taxi.
Taxistand ist da, aber kein Taxi. - Da muss er eins anhalten.
Wir passen auf Ihre Sachen auf. - Fein von euch.
Du strahlst ja wie eine Glühbirne.
Ulrike, was machst du hier?
Soll ich deinem Vater morgen sagen, dass du dich hier herumtreibst?
Was ist so komisch? Deine Eltern sind morgen bestellt.
Sie sprachen von Ulrikes Vater. - Sei still!
Was ist mit deinem Vater? - Ich fand kein Taxi.
Ich bin Frau Krüger. - Bio und Mathe!
Ich rechne morgen mit Ihrem Kommen. - Steht im Aufgabenheft.
Ja, klar. - Bis morgen.
Sie denkt, Sie sind Ulrikes Vater. Sie ist neu an der Schule.
Du bist wohl keine gute Schülerin? - Soll ich Sie führen?
Du bist dankbar für jedes kleine Vergnügen, was?
Tante Brause, wie selten sehe ich dich von der Leiter fallen.
Ich fiel nicht von der Leiter, sondern bin auf die Gardine getreten.
Das ist mir nur passiert, weil mir niemand hilft.
Warum hast du nicht geklingelt?
Kriegst du Besuch? Na, klar, ein Mann.
Ist er jung, sprich! Mach aus deiner Mördergrube ein Herz.
Lass den Mann in Ruhe. Er passt nicht zu dir.
Keine Sorge, hast du ihn gern? - Er ist der Sohn meiner Freundin.
Dieter war immer ein zartes Kind.
Halte die Fenster zu. Das Zimmer ist kühl.
Das Haus ist riesig. - Man kann noch höhere bauen.
Aber dann muss man lange warten, bis die Spucke unten ankommt.
Ich verstehe. Hui.
Heißt du Ulrike? - Ja.
Ulrike Busch? - Ja.
Wir sind da. Tschüss.
*Musik*
*Er pfeift.*
*Türklopfen*
Ja. Äh, nein.
Ihr neuer Zimmergenosse ist da. - Das ist aber schön.
Das ist Herr Körber aus Mühlhausen. Moment mal.
Angenehm, Pfitzner. Ist Zimmer 231 nicht frei?
Räumen Sie Ihre Sachen hier ein. - Bitte, wenn Sie meinen.
*Rumpeln*
Was ist hier los? - Das Regalbrett ist runtergefallen.
Ich weiß, Pfitzi, aber warum? - Warum Sie das wissen?
Warum ist das Brett runtergefallen?
Kein Wunder, die Haltestifte fehlen.
Der Schrank war aber komplett. - Sind Sie sicher?
Sie haben das selbst unterschrieben.
Sicher, dass er kaputt ist? - Und die Haltestifte!
Umgelagert. Sie sind in meinem Schrank.
Kollege Pfitzner, die Heimleitung muss alle Veränderungen genehmigen.
Was ist das hier? - Der Wasserhahn hat getropft.
Auch ohne Genehmigung vermutlich. - Ich habe ihn nicht gefragt.
Durften Sie hier herumschrauben? - Natürlich.
Wo ist Ihre Genehmigung? - Hier in der Hosentasche.
Pfitzner! - Ja?
Ach, Herr Körber, ich bringe Ihnen gleich die Anmeldeformulare.
Das tut mir leid. - Hast du mal eine Dichtung?
Dreh einfach die alte Dichtung um. Schade, du hast sie kaputt gemacht.
Was mache ich jetzt? - Gewinde rein, Schneideisen?
Woher denn? - Ich kenne mich hier nicht aus.
Wie spät ist es? - Kurz vor zwei.
Kannst du rudern? - In Mühlhausen gibt es keinen See.
Um 2 wird heißes Wasser angestellt. Dann musst du rudern.
Ich bleibe hier sowieso nicht lange. - Willst du wieder weg?
Ja, zu einer Freundin meiner Mutter. - Ich gewöhne mich gerade an dich.
Probiere mal.
Was? - Ob die Dichtung den Druck aushält.
Da muss einer aus dem Wald kommen. Na, der sitzt.
Tu mir einen Gefallen: Kann sein, dass Ilona Keiling nach mir fragt.
Blond und hübsch. - Gib mir deine Adresse.
Nein, dir fällt sicher eine Ausrede ein.
Ich soll sie abwimmeln? Kein Problem.
*Die Tür wird geöffnet.*
Klopfen Sie in Zukunft an. - So, Ihre Anmeldeformulare.
Was ist denn mit der Kleinen? Wollen Sie nicht mal runtergehen?
Willst du eine Stulle?
Oder einen Groschen?
Das Kind ist stumm. Vielleicht kriegen Sie was raus.
Was machst du denn für Geschichten? Ulrike!
Willst du ein Bonbon? Habe ich dir was getan?
Ich kann dir den Gefallen nicht tun. Wie stellst du dir das vor?
Irgendjemand in der Schule kennt doch deinen Vater.
Niemand kennt ihn. Ich kann trotzdem nicht kommen.
Die Lehrerin bemerkt sicher etwas. Du hast ihr gesagt, dass du kommst.
Das war ein Missverständnis. Sag deiner Mutter, sie soll kommen.
Was kann schon passieren? Sie wäscht dir höchstens den Kopf.
Aua! Wo gehobelt wird, da fallen Späne!
Fertig.
Zumachen, es zieht. Ich will keine Lungenentzündung.
Das wäre schade um die hübschen Lungenflügel.
Karin, auf dem Gang wartet unser Bereichsleiter auf dich.
Soll ich ihn reinholen? Lieber nicht.
Verzeih bitte, dass ich hierherkam!
Hör zu. - Ich respektiere die Entscheidung.
Ich hoffe, du haust mich oben nicht in die Pfanne.
Du hast immerhin 2 Leute aus meiner Brigade abgezogen.
Karin, du bist bezaubernd. Aber auch ironisch mir gegenüber.
Bin ich das wirklich? - Bitte?
Ja, machen wir am Sonntag den Dampferausflug?
Kamst du deshalb hierher? - Ja ..., nein ..., auch.
Ich habe mich übrigens um Ersatz gekümmert für Bea und Cordula.
Die Frau kommt sicher schon morgen. Aber du musst dich um sie kümmern.
Kommt nur eine Arbeiterin? - Ja.
Was heißt kümmern? - Du musst ihr etwas helfen.
Auch privat. - Ich verstehe.
Wir helfen dir dabei. Ihr habt alles schon beschlossen?
Wir dachten ... - Unverheiratet und nichts zu tun.
Habt ihr vergessen, dass ich eine Tochter habe?
Ich muss sie jeden Tag meinem Großvater anvertrauen.
Er kann Ulrike kaum helfen in Algebra und Chemie.
Du kannst prima kochen. - Das hat Mutti gekocht.
Ich habe es nur aufgewärmt. - Dann kannst du prima warmmachen.
Dann iss mal schön.
Warum isst du nichts?
Gewöhnst du dir wieder das Rauchen ab?
Das Wasser ist gleich warm. Beeil dich.
Sag mal, Ulrike, hast du Ärger in der Schule?
Darf ich aufstehen? - Meinetwegen.
Du bist klasse. - Ich bin sehr unzuverlässig.
Mutti wäre jetzt böse. - Denkst du, ich petze?
Wehe dir, los, wasch dich. - Ich sage vorher Moni guten Tag.
Beeil dich, das Wasser wird kalt.
Nicht weinen, Moni. Du bist schon ein großes Mädchen.
Du kriegst auch 5 Mark.
Opa, bin ich eine Witwe, wenn ich keinen Mann habe?
Nein, das kann man nicht sagen. Zieh dich aus zum Waschen.
Ganz? Für den Zahnarzt?
Immer diese Aufregung.
Hier ist es kalt.
Warte ab, Ulrike, wir haben bald eine Dusche.
Wenn der Seitenflügel fertig ist, frierst du bestimmt nicht mehr.
Und Mutti? - Die friert auch nicht mehr.
Ist Mutti eine Witwe? - Fragen stellst du manchmal.
Sie ist keine Witwe. - Dann könnte sie doch heiraten.
Klar kann sie, aber man kann sich nicht auf jeden Mann verlassen.
Da muss man sich vorher erkundigen, ob der Mann nett und fleißig ist.
Er muss Mutti vor allem lieben. - Kann er doch.
Die Liebe hängt von vielen verschiedenen Dingen ab.
Einer liebt seine Frau, weil sie immer so vergnügt ist.
Ein anderer mag kichernde Frauen nicht.
Manche Männer verlieben sich in ein hübsches Gesicht.
Das kann einem jungen Mann bei dir leicht passieren.
Die Brust einer Frau ist für viele Männer wichtig, der Busen.
Das finde ich komisch. - Beeil dich jetzt mal, Ulrike.
Ist da jemand? Ich komme gleich runter!
Ist gar keiner da.
Ich rufe öfter einfach mal runter, damit niemand die Flaschen klaut.
Kennst du die Frau? Nein, die Frau daneben?
Ist das meine Mutter? - Genau, das ist deine Mutter.
Jetzt staunst du: Wir waren damals jung und hübsch.
Als das Foto geknipst wurde, warst du schon unterwegs.
Du darfst die Fotos behalten.
April 1947. Das war eine schlimme Zeit.
Nicht so viel. - Nach deinem Papa kommst du nicht.
Der hat gerne einen gepfiffen. Prost.
Das machst du aber ganz gut. - Klar.
Machst du hier einen Lehrgang? - Nein, ich arbeite im Wohnungsbau.
In Berlin wird ständig neu gebaut. Dabei kann einem schwindlig werden.
Hier lernt sogar ein Fachmann noch etwas.
Deshalb bin ich hierher gekommen. Wir haben in Mühlhausen Zeitung.
Es gibt Häuser mit 30 Etagen. Man könnte auch 120 machen.
Das dauert dann zu lange, bis die Spucke unten ist.
Und macht nicht so dünne Wände. - Neubauten mache ich vorerst nicht.
Ich werde woanders eingesetzt. Kennst du die Klarastraße?
Klar, das ist hier um die Ecke. - Dort geht es morgen los.
Prima. - Wo ist die Fichte-Oberschule?
Was willst du dort? - Och.
Sei vorsichtig mit den Mädchen. - Keine Sorge.
Die Mädchen hier sind wie Haie. Die nehmen alles mit.
Ist das deine Verlobte? - Hm.
Hübsch. Warum lässt du sie allein?
Ein Mädchen wie dieses lässt man nicht allein.
Mit ihr hast du sicher keinen Ärger. Für so etwas habe ich einen Blick.
"Wir leben nur von Vaters Geschäft!"
"Entscheide dich zwischen mir und deinem Beruf!"
Liebe muss schön sein. Hast sie ganz verliebt angesehen.
Lerne ich deine Verlobte mal kennen? - Ja, sicher.
Alles paart sich von allein, nur deine Strümpfe nicht.
Mach auf, Lindenberg klingelt wegen des Bodenschlüssels.
Pass auf, das ist eine Quasseltante.
*Er lacht.*
Ist was? - Redest du auch noch mal mit mir?
Ich habe es bald geschafft. - Kann ich dir irgendwie helfen?
Du hilfst mir schon genug. - Sagen wir: etwas.
Es würde dir übrigens guttun, wenn du mal heiraten würdest.
Hast du dir jemanden geangelt? - Unsinn!
Ich bin froh, dass ihr bei mir seid. Aber denk daran: Noch bist du jung.
Bleib nicht aus Rücksicht auf mich allein.
So ist das doch gar nicht. - Doch so ist es.
Du brauchst einen Mann für dich alleine.
Ulrike bringt ihren besten Freund gar nicht mehr mit.
Bei Matthias war sie Samstag. - Sie bringt ihn nicht mehr mit.
Aha, na und?
Matthias kann einen Vater vorzeigen. Aber Ulrike nicht.
Sie weiß, dass man auch ohne Vater ganz gut leben und aufwachsen kann.
Vielleicht besser als mit Vater.
Warum ist sie dann ständig auf der Suche nach Vaterkandidaten?
Mädchen schwärmen in diesem Alter. - Wenn du meinst.
Zeigte Ulrike dir das hier? - Nein, was ist denn das?
Wer ist Frau Krüger? - Ulrikes neue Lehrerin.
Ich soll zu ihr kommen. Welches Datum ist morgen?
*Türklopfen*
Ist noch niemand da? - Nein, ich warte auch.
Haut drübergewachsen. - Es ist gleich 10 Uhr.
Da kommt Frau Krüger.
Schön, dass Sie da sind. Ulrike macht mir Sorgen.
Gehören Sie zusammen? (beide) Nein.
Wollen Sie zu mir? - Ja, ich bin Frau Busch.
Dann gehören Sie doch zusammen. - Nein, ich bin Ulrikes Mutter.
Er ist der Vater. - Von Ulrike, das wüsste ich.
Ich soll nur mit den Eltern reden. Ich stelle nicht fest, wer sie sind.
Aber ich kann mir Ulrikes Verhalten jetzt erklären.
Einigen Sie sich bitte.
Wie kommen Sie dazu, sich als Ulrikes Vater auszugeben?
Das müssen Sie geträumt haben. - Was geht Sie meine Tochter an?
Das frage ich mich auch. Sie machen sich an Kinder heran?
Fragen Sie ihre Tochter, wer sich an wen ranmacht.
Frechheit!
Fragen Sie Ulrike, warum sie das macht.
Sie Mutter.
Sense.
Für Feinstrickerei bin ich halt nicht geschaffen.
Hat jemand Feuer für mich?
Seid ihr eine öde Truppe. War mir klar, als ich euch sah.
Schimpf nicht, wir alle haben am Anfang Fehler gemacht.
Aber wir gaben den anderen nicht die Schuld dafür.
Sieh dir das an, man muss dir das um die Ohren hauen.
Mach es doch.
Vorsicht, Trudchen hat 4 Jungs. - Schluss, sonst bekommt Karin Ärger.
Warum ist Edeltraud nicht geblieben, wo sie war?
Wurdest du gefeuert? - Entlassen, wegen guter Führung.
Was ist los? Warum hilft ihr niemand?
Ich hasse stumpfsinnige Arbeiten. - Sie ist faul.
Hilf uns wenigstens 4 oder 5 Tage.
Essenmarken, 4,20 Mark. - Ich vertrage das Essen hier nicht.
Ist auch nicht so eilig. - Also gut, ich probiere mal.
Wenn du Probleme hast ... Dann regeln das die Partei wieder.
Ich meine das im Ernst. - Pass mal auf.
Ich habe nichts als Probleme: Schon meine Bude ist schäbig.
Die ganze Wohnung sieht aus wie dieser Schlüssel.
Ich besuche dich vielleicht mal. - Du hast Mut, Sonntagvormittag.
Nachmittags bin ich verabredet. Biologischer Ausgleich.
Diesen Sonntag? - Du hast keine Zeit.
Nein, aber ... - Egal.
Ich habe etwas. - Für mich?
Eine Unterschrift für die 2 Karten für den Friedrichstadtpalast.
Ich sage dir wegen Sonntag Bescheid.
Du darfst nicht irgendjemanden auf der Straße ansprechen.
Der Mann gab sich als Vater aus. Das ist verrückt.
Dieser Mann ist offenbar auch ziemlich verrückt.
Was für ein Kerl ist das? - Ein Bauarbeiter, er trug Helm.
Vielleicht hatte er Mitleid. Oder war er unangenehm?
Er war frech, anmaßend und überheblich.
Er hat mich "Mutter" genannt. Aber was rege ich mich auf.
Gefiel dir der Mann auch gleich?
Gib dir keine Mühe. - Stimmt es, oder habe ich recht?
Nein, so etwas darf ab jetzt nicht mehr passieren.
Schütt das Kind nicht mit dem Bade aus.
Hier muss eine Lösung gefunden werden.
Die Lehrerin dachte, ich hätte Eheprobleme.
Der Kerl stand daneben und hat keinen Anstand.
Frau Krüger beklagte sich über dein Benehmen und deine Leistungen.
Das hat ein Nachspiel. Geh jetzt, wasch dich richtig.
Komm, meine Kleine, ich setze dir Wasser auf.
Was habe ich gesagt?
Opa kriegt das nicht auf. - Hm, ach so.
Verdammt.
Fertig.
Gehen wir in den Friedrichstadtpalast?
Du verdienst keine Belohnung.
Geh morgen Nachmittag zu Frau Strube und bring ihr die 2. Karte.
Ich rate dir, vergiss das nicht. Ich war bis jetzt zu gutmütig.
Du hast alles von mir bekommen. Tu jetzt etwas dafür.
Gute Nacht, Ulrike. - Gute Nacht, Opa.
Tja, Ulrike hat keinen Vater und sucht sich deshalb einen.
Das ist wie eine Naturgewalt. - Unsinn.
Mist, Mund verbrannt. - Männer sind für mich kein Thema.
Und wer hat dich vorhin mit dem Auto nach Hause gebracht?
Ingo Meißner hat mich mitgenommen. - Dem hast du doch Körbe gegeben.
Das ist sicher frustrierend für ihn. - Er hat mich Sonntag eingeladen.
Aber ich muss mich um eine Kollegin aus dem Gefängnis kümmern.
Ich kann sie nicht im Stich lassen. - In welcher Gegend wohnt sie?
Willst du für mich hingehen? - Hm.
*Musik*
Dieter, fühlst du dich nicht einsam? - Die Frauen laufen ihm sicher nach.
Du hast keine Ahnung von Psychologie.
Dieter ist wegen einer Frau aus seinem Dorf abgehauen.
Naja, Mühlhausen hat übrigens 45.000 Einwohner.
Ist das wahr, eine Metropole? - Wir hatten sogar eine Straßenbahn.
Er sagte "Straßenbahn"? - Für seinen Dialekt kann er nichts.
Sag mal: "Elektrische". - Elektrische.
Naja, er ist begabt. - Hm.
Wir braten sonntags Kaninchen und gehen zur Woltersdorfer Schleuse.
Wollt ihr Sport machen? - Seine Kinder holen alle Medaillen.
Eines davon ist Weltmeister von Mahlsdorf-Süd, oder so.
Komm lieber in unsere Laube am Müggelsee.
Grins nicht und mach das Fenster zu. - Ich wohne hier.
Dann lebt deine Mutter auch hier? - Sie ist nicht da.
Was willst du eigentlich von mir? - Schon eine Eroberung gemacht.
*Sie lachen.*
Mutti kommt nie vor 16:30 Uhr. Gefällt Sie dir nicht?
Deine Mutter, wieso? - Weil du ihr sehr gut gefällst.
Und dann hat sie noch gesagt ... - Was?
Nein, das sage ich dir nicht. - Besser so, lass mich in Ruhe!
(Sprecher) Aber Dieter, mach jetzt keinen Fehler.
Na also. Haben Sie Nachsicht mit ihm.
An Berlin gewöhnt man sich nicht in ein paar Tagen.
Hier verliert man entweder den Kopf oder das Herz.
Berlin ist Tempo, Trubel, Rhythmus und Kraft.
Hurra!
Manche Berliner machen Wellen, aber niemand geht hier unter.
Sogar arme Leute haben heutzutage in Berlin schöne Wohnungen.
Auf den Spruch "Spielt mit den Müllkästen!" hört keiner mehr.
Berlin, wie haben wir dich verändert.
Die einen bauen aus Beton Häuser, wie es sie nie zuvor gab.
Die anderen kommen gar nicht nach.
Und die Nachkommen?
Da sind schon wieder neue Berliner: Heißen sie Ines oder Sven?
So heißen heutzutage die Berliner. Oder heißt dieser Junge Francesco?
Nein! Francesco schwimmt noch im Fruchtwasser.
Das kann auch der Schleier nicht verschleiern.
Das können die Berliner: feiern. Erntefest in Weißensee.
Richtfest bei der Charite, die Gründe sind vielfältig.
Sogar alte Berliner sind ständig am Staunen.
Haben wir also Nachsicht mit Dieter. Er muss sich erst an Berlin gewöhnen.
Hast du mich nur deshalb geholt?
Wird der Name mit "e" oder "ö" geschrieben?
Da hat "ö" draufgestanden, "Körber", Onkel Grasser.
An: "Kollegen Körber".
Es hat gar nicht geregnet. Warum fiel der Brief in eine Pfütze?
Ich weiß nicht. Die Karte war im Umschlag.
Alles klar. Die Frau war sicher vom FDGB.
Schaden behoben, gib den Brief gleich ab.
Ich traue mich nicht.
Seit wann bist du ängstlich? Aber es regnete seit langem nicht.
Körber ist der junge von die Bauarbeiter auf dem Hof.
Das heißt: "von den Bauarbeitern". - Meine ich doch, Onkel Grasser.
Danke.
*flotte Tanzmusik*
Moment, das kann nicht stimmen. - Doch, 5. Reihe, Platz 1.
Was ist los? Setzen Sie sich! Also gut!
*flotte Musik*
*Klatschen und Jubel*
Soll ich uns ein Taxi bestellen?
Oder eine Tasse Kaffee? - Nein.
Ein seltsamer Zufall.
Zufall! Darin haben Sie doch Routine.
Ich?
Oder haben Sie keine Erfahrung mit Frauen?
Manchmal gefalle ich einer.
Die einen wollen einen Handwerker. Die anderen suchen einen Vater.
Die Strafe dafür hat sie bekommen. Ich entschuldige mich für sie.
Die Lehrerin dachte, wir sind Ex-Eheleute.
*Er lacht.*
Ist das lächerlich für Sie? - Nein, eher tragisch.
Vor dem Ex-Gatten muss man ja Gatte gewesen sein.
Dann hätten Sie eine Tochter. - Ja, aber mit Ihnen.
Das kommt mir bekannt vor. - 2 Cola.
Danke. - Ach, ja, dankeschön.
Was sagten Sie? Sie kennen das schon?
Nichts.
Ich muss los. Ich kann den Bus noch erwischen.
Den kriegen Sie nicht mehr. - Wetten, dass ...?
Stopp!
*Sie lachen.*
Gehen wir - Gut.
*beschwingte Musik*
So, das macht 8,20 Mark. - Danke, stimmt so.
Danke, der Herr. - Der Herr.
Ab 2 Mark Trinkgeld: "Doktor". Beehren Sie mich wieder.
Willst du nicht mitfahren?
Nein, ich dachte, dass wir noch einen Kaffee bei dir trinken.
Es gibt Leute, die es sehr eilig haben.
Schade, es ist erst halb 2.
Aber morgensehen wir uns, oder? - Leise.
Bist du sicher, dass du mich meinst? - Karin!
Ich bin dir nicht böse, wenn du jetzt sagst:
"Wir hatten einen netten Abend, und dabei bleibt es!"
Wir hatten wirklich einen sehr netten Abend zusammen, aber ...
Es hat mich erwischt. Du kannst auch mit zu mir kommen.
Nein, wie du mir deine Tante geschildert hast ...
Sehen wir uns morgen um 11 Uhr im Tierpark, also heute?
Ich ziehe es in Erwägung. - Ich warte.
Du Biest.
*Uhrenschlagen*
*Orgelmusik*
Ich frage dich:
Willst du die hier anwesende Karin ...
Nein.
*Ein Baby schreit.*
Keine Angst. Sieh her, siehst du mich?
Ich habe eine Dummheit gemacht. - Du und eine Dummheit?
Ist das dein Ernst? - Ja, leider.
Wurde jemand dabei verletzt? - Ich da jemanden kennengelernt.
Mit langen Haaren und Kuhaugen.
In Berlin gibt es viele Damen, die Männer kennenlernen wollen.
Das war nicht so eine. - Ich gönne dir dein Vergnügen.
Ich weiß, was auf der Welt los ist.
Junge Männer wollen immer mal in den Tigerkäfig reinfassen.
Aber vergiss deine Ilona in Mühlhausen nicht.
Sie ist besser als die Mädchen hier, die mit ihren Wimpern klimpern.
Vielleicht kommt sie her. - Du hast ihr doch nicht ...
Wir haben uns verabredet. Ich hab ihr meine Adresse gegeben.
Oh, Gott. - Vielleicht kommt sie gar nicht.
Junge, eine Schlange hypnotisiert ein Kaninchen nicht aus Spaß.
Ich kenne diese Frauen. Sie lassen nicht locker.
Keine Angst, Tante Irma passt auf dich auf.
Die Sache ist mir peinlich. - Du verlässt mich wegen ihr.
Wenn Gras drüber gewachsen ist, komme ich wieder her.
Du erreichst mich im Wohnheim. - Alles wegen der dusseligen Weiber.
Was für eine Frau ist das? - Sie heißt Karin, Karin Busch.
Wo ist sie her? - Hier aus der Klarastraße.
Klarastraße 66, wo du arbeitest.
Was willst du jetzt hier? - Ich bin fertig.
Ach so.
Frau Krüger hat gesagt, dass es besser geworden ist mit mir.
Ist richtig. Du kannst jetzt einpacken.
Darf ich runter? - Willst du mir nicht etwas sagen?
Überleg es dir, ich wollte morgen eine Dampferfahrt mit dir machen.
Och, dufte.
Da ist noch jemand dabei. Benimm dich deshalb gut.
Oh, Mutti, fein. - Wir fallen in die Waschmaschine.
*Sie lacht.*
Guten Tag. - Guten Tag, wohnt der hier?
Lass mich wenigstens mal rein. - Du, das passt mir nicht.
Soll ich auf dem Flur schlafen? - Moment, da muss ich entbinden.
Moment.
So, fertig. - Petri Heil, beißen die Fische an?
Angeln ist eine schwierige Kunst. Ich habe morgen Angelprüfung.
Los, ran an den Hecht. - Das sind doch Makrelen.
Ich hoffe, ich störe dich nicht. - Ich kann ja erst Theorie machen.
Lucioperca lucioperca. - Wie bitte?
Lucioperca, so heißt der Zander. Zander ist nur sein Pseudonym.
Was heißt Carassius carassius? - Ich habe jetzt andere Sorgen.
"Karausche", und "Exocoetidae" sind fliegende Fische.
Bis du rausgeflogen? - Nein, meine Tante renoviert.
Ich möchte auch eine Tante.
Du kannst eine Wohnung bekommen. - Alleine?
Entweder vergeben, oder ich bin nicht ihr Typ, obwohl ich auf sie wirke.
Das wäre anders, wenn ich in der Innenstadt arbeiten würde.
Warum siehst du mich so an?
Können wir unsere Arbeitsplätze tauschen?
Wir arbeiten im selben Betrieb. Rede mit Kugler von der Leitung.
Willst du mit mir tauschen? Was hast du vor?
Wie soll ich dir das erklären? Da ist ein Mädchen.
Eigentlich eine junge Frau. - Und weiter?
Kümmerst du dich um sie? - Soll ich mit ihr ...
Ach, nein, die ist wie eine Festung. - Na und?
Sie lässt sich nicht so schnell erobern.
Sie heißt Karin. Ich will, dass du Folgendes tust:
Fallt nicht in den Bach. - Wir halten uns gut fest.
Denke an deinen Auftrag. - Zu welcher Frau soll ich gehen?
Das steht auf dem Zettel. Sie heißt Edeltraud Kühn.
Tschüss.
*Musik*
Willst du einen Kaugummi? - Ja.
Willst du dich ans Fenster setzen?
Guck, da sind Schiffe. Willst du meine Sonnenbrille?
*Blasmusik*
Warte, mir ist der Träger gerissen.
Ich suche deinen Kollegen. - Du kennst ihn doch gar nicht.
Ich habe dich gar nicht gesehen. - Guten Tag.
Bist du allein? - Nein, Ulrike, komm.
Das ist meine Tochter Ulrike und das Herr Meißner aus dem Betrieb.
Müssen wir mit ihm Dampfer fahren? - Freust du dich nicht?
Das ist für dich. - Was soll ich damit?
Er will dir eine Freude machen.
Mit einem Buddeleimer? Ich bin 11 Jahre.
Schön, dass wir uns endlich treffen.
Wir fahren mit der "Bertolt Brecht" bis Fangschleuse, ja?
Ja. - Dann komm.
*Blasmusik*
*Sie reden durcheinander.*
Schön, dass wir einen ganzen Sonntag zusammen verbringen.
Du siehst immer toll aus. Wie machst du das?
Mutti ist ein Träger gerissen.
Dir ist sicher langweilig. Willst du nicht spielen gehen?
Mit dem Buddeleimer, was?
Auf einem Dampfer kannst du viel entdecken.
Onkel Ingo möchte gern mit deiner Mutti ungestört sein.
Hier?
Onkel Ingo.
Möchtest du noch eine Brause? Ich habe eine Idee, hallo!
Weiße mit Schuss. Kennst du das nicht?
Ich habe nur davon gehört.
Trinkt ihr im Süden nur dicke Milch? - Deine Angel.
Herr Körber kommt nicht aus dem Wald. - Davon muss man Ahnung haben.
Die Weiße schmeckt am besten, wenn man sie ein Jahr lang vergräbt.
Allerdings suchst du heute noch das Bier, das du 1971 vergraben hast.
Musst du ihm alles erzählen?
Junge, sei vorsichtig, heirate nie eine Frau aus Weißensee.
Hören Sie nicht auf ihn, auf eine Berlinerin ist Verlass.
Wir reden zwar viel, aber wir sind hellwach.
*Türklingeln*
*Türklingel*
Moment.
Ich komme ja schon.
Hallo. - Guten Morgen.
Sie kennen mich nicht. Ich bin der Opa von Karin Busch.
Sie kann nicht kommen und schickte mich.
Soll ich später wiederkommen? - Kommen Sie rein.
Vielleicht störe ich Sie.
Wo kann ich ... - Eine halbe Treppe tiefer.
Der Schlüssel hängt in der Küche rechts.
Nein, ich muss nicht aufs Klo. - Ist das eine Durchsuchung?
Man wird wohl eine Vase suchen dürfen in einem geordneten Haushalt.
Hier.
Blumen? Mensch, werde verrückt.
Was soll ich dafür tun? Willst du einen Kuss auf die Backe?
Du hast ein flottes Mundwerk.
Ich bin überhaupt eine Flotte. Hat Karin das nicht erzählt?
Das sind die Wechseljahre. - Du bist in Ordnung, bleib so.
Ich wechsele die Männer so oft wie meine Arbeitsstellen.
Bitte.
Für mich? - Das ist kein Heiratsantrag.
Hast du deine halbe Rente geopfert? Dafür darfst du dir was wünschen.
Na, dann zieh dich an und mahle mal Kaffee.
Soll ich ihn an die Wand malen? - Hier ist Kaffee, mein Kind.
Hier sind Schnecken. - Bist du immer so spendabel?
Ich würde mit dir frühstücken. Aber alles ist dreckig.
Dann wasche ab. - Ich?
♪ Brüder, wir trinken noch ein Glas, wir sind noch so jung.
♪ Zur Sparsamkeit haben wir im Alter noch viel Zeit.
(alle) Prost.
Das musst du doch spüren.
Na gut, ich habe mit der kleinen Wagner mal geflirtet.
Glaub mir, als Frau kommt für mich nur eine in Frage.
Karin, kämpfe nicht weiter gegen dich selbst an.
Sage mir endlich, dass ich dir nicht gleichgültig bin.
Mir ist übel, ich will nach Hause. - Unsinn.
Hast alles durcheinander gegessen. - Er zwang mich dazu.
Komm, wir laufen ein bisschen.
Was hat sie? - Wohl den Magen verdorbenen.
Ich gebe dir Tropfen. - Ich will aber keine Tropfen.
Vielen Dank.
Sieh mich an.
Schämst du dich nicht? Herr Meißner ist nett, benimm dich.
Ich will aber nicht, dass du den heiratest.
An so etwas habe ich ja noch nicht einmal gedacht.
Außerdem ist das meine Sache. - Das werden wir ja sehen.
Machst du das gern?
Nein, aber jemand muss abwaschen. - Es gibt auch Wegwerfgeschirr.
Nur bei uns müssen sich alte Leute damit herumquälen.
Richtig. Dass sie bei uns so bockbeinig sind.
Ich will Wegwerffenster haben. Braucht man nicht mehr putzen.
Wegwerfteppiche. Weg.
Wenn dein Freund dir nicht mehr gefällt: weg mit ihm.
Mit den Türen ist das unpraktisch:
Du musst sie erst herausheben und in den Hof hinuntertragen.
Das ist wie eingraviert. - Das ist eben DDR-Ketchup.
Ketchup.
Ich denke, wir wollten frühstücken.
Ich mache schnell die Tür sauber. Dann decke ich den Tisch und du ...
Was haben Sie eigentlich vor? - Warum siezt du mich?
Wollen Sie mich kontrollieren? - Was ist los?
Warum spielen Sie den Butler? Vielleicht sind Sie nicht Karins Opa.
Das ist unfair.
Ich komme am Sonntag zu dir, damit du nicht umsonst auf Karin wartest.
Ich kaufe Schnecken, helfe dir. Freust du dich nicht darüber?
Doch, aber das ist irre. - Irre, wenn einer dir hilft?
Ich dachte, das ist bei uns normal.
Oje, bin ich noch eingeladen? - Klar.
Frühstücken wir an dem Tisch? - Ich habe nur einen.
Hast du eine saubere Tischdecke?
Gut, es geht auch so.
Ich weiß, was Sie jetzt über mich denken.
Hier kann ich keine große Wäsche machen.
Ich wasche alles mit der Hand. - Ich habe eine Waschmaschine.
Du kannst bei mir waschen. - Heute?
Schattenmorelle mit Hagebutte. Edith, kommst du?
Warte mit dem Schnaps bis nach dem Essen.
Zeit ist Geld, auf unseren Bau und dass noch viele folgen.
Ab morgen arbeite ich woanders.
Das habe ich geahnt. Neubau ist attraktiver.
Er empfindet es als Heldentat, wenn er marode Häuser restauriert.
Ich habe aus privaten Gründen mit Pfitzner getauscht.
Mit wem? - Na, dann Prost.
*Blasmusik*
Jetzt ist das Maß voll. Benimm dich, oder ...
Ich will nach Hause. - Ulrike.
Verzeihung, das ist mir peinlich. - Mach dir keine Gedanken deswegen.
Kinder verwildern ohne Vater. Sie müssen strenger erzogen werden.
Das schaffen wir schon.
Hilfe, Hilfe, Mutti, ich ertrinke. - Ulrike.
Das Kind, lassen Sie mich durch! Ich bin die Mutter.
Ingo, mach doch irgendwas. - Was soll ich tun?
Spring. - Aber doch nicht mit Anzug.
*Gelächter*
Wenn du meine Tochter wärst ... - Bin ich aber nicht.
Ulrike. - Gehen wir jetzt nach Hause?
Ja.
Wohnt Fräulein Busch hier? - Ja, aber sie ist nicht da.
Sind Sie der Vater? - Von meiner Enkelin?
Sagen Sie ihr, dass sich mein Neffe nicht für sie interessiert.
Sie soll ihm nicht mehr auflauern.
Gut, Fräulein. Aber wer ist Ihr Neffe?
Ein Bauarbeiter in Ihrem Hof.
Er interessiert sich nicht für sie. Dann hat er keinen Geschmack.
Ich richte es ihr aus.
Lassen Sie die Tür in Ruhe. - Wollen Sie mir den Fuß einklemmen?
Sie sind lästig wie ein Hausierer. - Was meinen Sie, wer ich bin.
Aha, Blauer Bengel. - Das ist mein Lokal.
Mein Name ist Irma Bause. Das Lokal ist in der Blumentalstraße.
Sie können Bier trinken und kegeln, Hochzeiten und Jugendweihen feiern.
Ihre Enkelin können sie mitbringen. Dort kann sie nette Männer treffen.
Aber von meinem Neffen Hände weg, sonst wackelt die Wand.
Alles klar, Irma.
Dann schlugen die Wellen über meinem Kopf zusammen.
Bist du schon mal ersoffen? - Nein.
Untergehen ist gar nicht schlimm.
Herr Meißner hat dich zum Glück gleich gerettet.
Unsinn.
Das Wasser ging nur bis zum Bauch. - Ja, als ich aufgestanden bin.
Prahle nur noch. Zieh dich an.
War euer Ausflug ein Fehlschlag? Hast du dein Ziel nicht erreicht?
Ich wollte gar nichts erreichen. - Wolltest du das nicht?
Karin, du musst endlich einsehen, dass Ulrike einen Vater braucht.
Fang nicht wieder damit an. - Schon gut.
Eine Frau fragte vorhin nach dir: Irma Bause.
Kenne ich nicht, was wollte sie? - Dass du den Neffen in Ruhe lässt.
*Türklingeln*
Ich war außerdem heute bei deiner Kollegin.
Bei Edeltraud? - Darf sie bei uns Wäsche waschen?
Heute? - Warum nicht?
Hallo, hier statt Blumen. - Rein in die Maschine.
Mir passt das heute gar nicht. - Was nicht geht, das geht nicht.
Hast du nicht Nachmittagsschicht. Mach es morgen, bist du alleine.
Ganz alleine. - Prima, mache ich.
So.
Frühstück! - Da komme ich ja gerade richtig.
Hey, halte das mal. Moment.
Achtung, Kollege! Das Frühstück kommt.
Sag mal, Pfitzner. - Ja, bitte?
Warum arbeitest du hier?
Ich habe mit dem Kollegen Körber getauscht.
Ich bin darüber sehr froh. - Moment.
Toll, dann macht die Arbeit Spaß. - Überarbeite dich nicht.
Sie pfeift ein Lied.
Ich kann mich ja vorsehen.
*Sie räuspert sich.*
Hallo, schöne Frau.
Hast du den Spruch aus einem Film?
Warum? - Weil sonst niemand so redet.
Ich sage das, was ich denke. - Kaufst du die Katze etwa im Sack?
Wir können das gleich nachholen. Oder trauen Sie sich das nicht?
Moment.
*Sie pfeift.*
Oh. - Alles am rechten Platz, oder?
Ja. - Ist dir heiß?
Was? - Verschluck dich nicht.
Sonst fällst du noch vom Gerüst. - Sie haben ein sehr spitzes Organ.
Ich habe sogar 2. Mach ein Angebot.
Angebot? - Oder willst du mich nur anstarren?
Nein, ganz bestimmt nicht. - Sondern?
Ich wollte Sie fragen, ob Sie auch gern ...
Sehr gern, aber ich muss arbeiten und kann erst nach 22 Uhr.
Meinetwegen auch nach 23 oder 24 oder 25 Uhr.
Ich bin gleich wieder da. - Ulkiger Vogel!
Sieg! Sie ist gefallen!
Was ist los? - Sieg, sie ist gefallen!
Hast du was getrunken: Wer fiel? - Die Festung.
Ich gratuliere, gibt es viele Gefangene?
Mich dafür von der Arbeit wegzuholen.
Na, schön, ich will dir nicht auf die Nerven gehen.
Du wolltest, dass ich anrufe. Tschüss.
Was sind die nur alle empfindlich in Berlin.
Warum kommst du mitten in der Nacht? - Du bist noch wach, es ist fast 1.
Fast 2 Uhr. - Tatsächlich.
Die Zeit vergeht halt schnell in den Armen einer schönen Frau.
Am Anfang war sie ja etwas scheu. - Und am Ende?
Da habe ich sie vernascht. - Wen hast du vernascht?
Das weißt du doch. Die Frau, die du loswerden wolltest.
Karin ist ein Rasseweib. - Karin?
Ja, ich sagte dir schon am Telefon, dass ich die Festung genommen habe.
Sprichst du von Karin Busch? - Sie sah aus dem Küchenfenster.
Ich erzähle dir das morgen. - Nein, jetzt.
na, gut, was willst du wissen? - Alles.
Wir verabredeten uns am Märchenbrunnen.
Ich gehe jetzt schlafen. - Habt ihr ...
Seid ihr euch nahe gekommen? - Ich hielt mich zuerst zurück.
Aber ich konnte mich dann nicht mehr beherrschen.
Und dann? - Dann ist es passiert.
Was ist dann passiert? - Sie wollte einen Kuss.
Ich gab ihr, was ich hatte.
Ich weiß, was ich eine Frau will. Karin war sehr ausgehungert.
Sie hat fest zubissen. Du lügst.
Komm mit, wenn ich sie wieder treffe.
Das interessiert mich nicht.
Für wann habt ihr euch verabredet?
Sieh dir die Wohnung gleich an. Das ist eine Ausbauwohnung.
Kennst du niemanden, der sie renovieren kann?
Ich kann dir jemanden vermitteln. - Ist das möglich?
Klar, da kommst du mit.
Ich bringe das Papier weg.
Das Wetter ist heute schön. - Ja, sehr schön.
Keine Sorge, ich bleibe nicht lange.
Meine Kollegin erzählte mir von Ihnen.
Ich bekomme vielleicht eine Ausbauwohnung.
Ist da irgendetwas? - Ein Marienkäfer, darf ich?
Oh!
Ach, hilfst du mir bei einer Wohnungsrenovierung?
Ich brauche dich zum Verputzen.
Ist das nötig? - Das ist für eine Bekannte.
Nicht für Karin. - Also gut, wann und wo?
Ich rufe dich an, wenn ich die Adresse habe.
Oder ich lege dir einen Zettel hin.
*Karin pfeift eine Melodie.*
*Jemand pfeift draußen dieselbe Melodie.*
Esst in Zukunft wieder bei mir. Ich steige nicht gern Treppen.
Ich will dich nicht damit belasten. - Unsinn, ich helfe euch gern.
Ulrike kommt nach der Schule immer zuerst zu mir, klar?
Wie früher. Ich muss mich beeilen.
Hallo, Sie haben mich erschreckt. - Verzeihung, die Tür war offen.
Ich ließ sie absichtlich offen. - Nett, dass Sie Wort halten.
Das ist doch selbstverständlich.
Dort draußen ist die Stelle, von der ich sprach.
Oje, hier fehlt der Putz. - Das dachte ich mir schon.
Mein Kollege macht übrigens mit.
Prima. - Er kommt sicher bald.
Ich sehe mich jetzt nach dem Mörtel um.
*Türklopfen*
Er ist um diese Zeit meistens da.
Hier ist es schön, stimmt es? - Ja, ich warte hier.
Fräulein, das geht nicht. - Ich bin Dieters Verlobte.
Ja, aber ...
Bin ich ein Dienstmädchen?
Klar, sonst wären Sie besser informiert.
"Komm bitte um halb fünf in die Liebigstraße 18. Pfitzner."
*Sie summt ein Lied.*
Bekommen Sie keinen Schreck. - Ja?
Wollen Sie zu mir? - Ich will zu meinem Verlobten.
Ach, ist Herr Pfitzner verlobt? - Sie erwarten doch Dieter Körber.
Oder kennen Sie ihn nicht? - Ich erwarte ihn nicht.
Aber Sie kennen ihn. - Was wollen Sie von mir?
Männer laufen gern an langer Leine. Ich bin da nicht zimperlich.
Aber ich will mir nicht die Kontrolle über die Leine entziehen lassen.
Deshalb bin ich hier. - Sie irren sich in der Adresse.
Das werden wir ja sehen. - Ihr Herr Körber ist mir egal.
Ich gebe Ihnen Brief und Siegel, dass er hier nicht auftauchen wird.
Hallo, Pfitzner. - Das genügt.
Wie kommst du denn hier her? - Das ist meine Wohnung.
Das habe ich Pfitzner zu verdanken. - Musst du dich rechtfertigen?
Ich war unfair. Ich hätte dir etwas sagen sollen.
Du hättest mir sagen können, dass du verlobt bist.
Was bin ich? - Verlobt.
Natürlich. - Ich habe es dir geschrieben.
Nicht gelesen, du brauchst mich doch. Ich habe einen Frisiersalon.
Deine Eltern. - Ja.
Aber ich habe auch einen Beruf, und ich tauge nicht zum Butler.
Die Suche nach einem Vater für sein Kind ist verständlich.
Aber du hast ja offenbar mehrere Eisen im Feuer.
Das stimmt nicht. - Komm, Dieter, wir gehen.
Du warst nachts am Märchenbrunnen. Soll ich das beweisen?
Diesen Beweis möchte ich sehen. - Da ist er.
Bitte schön. - Was?
Habe ich etwas falsch gemacht? Antwortet!
Also gut.
Du bist doch zuverlässig? - Unbedingt.
Kann ich mich blind auf deine Worte verlassen?
Blind, du solltest lieber mit einem Auge blinzeln.
Hattest du neulich ein Rendezvous? - Klar, es funkte sofort.
Und dann? - Der Kavalier genießt und schweigt!
Was willst du damit beweisen? - Ach, die Hauptsache.
Mit wem hast du die Nacht verbracht? - Mit Karin.
Du sagtest, ich sollte sie erobern. - Kein Wort.
Ich sollte alle Finessen anwenden. Das wunderte mich sehr.
Das sagte ich nicht so. - Körber!
Dann haben Sie die halbe Nacht mit mir verbracht?
Nein, mit Karin, Ihrer Kollegin. - Die heißt aber Edeltraud.
Edeltraut, naja, man fragt nicht immer gleich nach dem Namen.
Edeltraud, auch hübsch. Wie findest du Edeltraut?
Schöne Gemeinheit. Geh jetzt, und zwar endgültig.
Karin! - Na, komm.
Alles Gute! - Sie mich auch, äh ...
Du wolltest doch verputzen!
Lassen Sie mich los. - Das Mädchen ist nicht zu bändigen.
Wen suchst du? - Den Körber, aber er ist nicht da.
Er ist nie da. - Was willst du von Dieter?
Er will uns sitzenlassen. - Sprich laut und deutlich!
Wen lässt er sitzen? - Mich und meine Mutter.
Ist er dein Vater? - Ihr Sohn ist er sicher nicht!
Will Körber abhauen? - Seine Verlobte kam plötzlich.
Und was sagt seine Frau dazu? - Irgendetwas stimmt hier nicht.
Meine Kleine, mach dir keine Sorge. Wir reden mit Dieter.
Dann los, er fährt für ein paar Tage nach Hause.
Was ist mit Körber los? - Nichts, er hat gekündigt.
*Ulrike weint.*
Danke.
Man rennt niemandem bis zum Bahnhof nach.
Ich fahre wieder zurück. Das kannst du deiner Mutter sagen.
Starr mich ruhig an. Auch du bist mit schuld daran.
Du hast herumerzählt, dass ich euch im Stich lasse.
Eine Tochter wie dich will ich nicht haben.
Ich wurde bestohlen, gerade lag hier ein Zehnmarkschein.
Du hast danebengestanden. Hast du ihn?
Klar, sonst war niemand da.
Gib das Geld heraus. - Sie hat das Geld nicht.
Mach die Hand auf. - Warten Sie.
Finger weg, nur sie war in der Nähe. Was geht Sie das an?
Sind Sie ... Ist das dein Vater?
Nein. - Doch.
Sind Sie der Vater oder nicht? - Wer weiß?
Junger Mann, das ließen Sie liegen.
Was, ich? - Sie haben es ja dicke.
Trotzdem müssen sich viele Eltern mehr um ihre Kinder kümmern.
Wie Sie meinen. Dieser Trubel macht mich verrückt.
Nein. Gute Fahrt.
Die Geschichte endet schlecht für den einen und gut für den anderen.
(Sprecher) Endet die Geschichte? Können wir das mal näher ansehen?
Vielmehr beginnt hier eine Geschichte erst.
In Berlin scheinen viele Geschichten zu beginnen.
Wie bei Edeltraud Kühn und Harald Pfitzner.
Karl Krone ist es langweilig, seit Karin und Ulrike ...
Aber er zieht sich nicht traurig zurück und wartet ab.
Das hat vielleicht etwas mit Irma Bause zu tun.
Sie ist in letzter Zeit sehr aufgeblüht.
Genaues erfahren wir erst später.
Dann stehen hier Häuser, in denen Karin und Dieter wohnen.
Dann hat Ulrike keine Zeit mehr für ihre Puppe Moni.
Denn sie muss auf ihren Bruder aufpassen.
Ingo Meißner heiratet Helga Hornig. Vielleicht am Pfingstsonnabend.
Und Gundula Trost ... was weiß ich? Ich bin nun mal kein Hellseher.
Warten Sie einfach ab, die Zukunft marschiert mit Riesenschritten.
Wollen Sie unsere Helden noch mal treffen: hier wohnen sie.
Nehmen Sie die S-Bahn, und steigen Sie um auf ...
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