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(verhallende Frauenlaute)
(junge Frau) Es tut mir leid, dass es wieder nur so geht.
Mehr schaff ich heute nicht.
Vielleicht können Sie nächstes Mal reinkommen.
Ich kann mir vorstellen, wie schwer Ihnen das fällt.
(junge Frau) Ist schon ein Fortschritt.
Sie sind nicht der erste Therapeut, mit dem ich spreche,
aber Sie gehören eindeutig zu den Top Ten.
Ich fühle mich geehrt, aber ich bin Sozialpsychologe.
Sie versuchen gar nicht, mich wieder hinzukriegen?
Ich denke nicht im Traum daran.
Also, bei unserem letzten Treffen, da sprachen wir von Freunden,
einer Art Team, das Sie unterstützt.
(junge Frau) Na klar. Klar hab ich Freunde, online.
(Frau) Lass die Angst los.
Weil die Gesellschaft auf ihr Ende zusteuert.
(Frau spricht unverständlich) - (junge Frau) Wozu?
Na ja, eigentlich... - Für Sie ist das okay.
Sie sind in 20 Jahren tot.
Und wir müssen uns mit den Folgen eurer Politik rumschlagen.
Was heißt das?
(Frau auf Computer spricht weiter) - Fukushima war kein Unfall.
Halten Sie die Brände und Überschwemmungen etwa für Zufall?
Ist Ihnen das nicht aufgefallen, dass die Natur weiß,
wie sie Städte ins Visier nimmt, die die Umwelt zerstören?
Die Welt bricht auseinander. Die Zivilisation entwickelt sich zurück.
(mysteriöse Musik)
(elegischer Frauengesang)
(Sozialpsychologe) Das Muster ist leicht zu erkennen.
Die Verschwörungswolke beginnt mit der Angst,
dem Verlust des Vertrauens in die Gesellschaft,
dem Bedürfnis nach Wahrheit und Ordnung, die das Chaos beruhigen.
Gleichgesinnte tauschen gesellschaftsfeindliche Theorien aus
und stellen Zusammenhänge her, wo es keine gibt.
(Handy piept)
Hallo, Ben, hier ist Max. Du solltest dir was ansehen.
Ich schick dir die Adresse.
(düstere Klänge)
(Ben) Oh Gott.
Hat er es sich anders überlegt?
(leise) Reiß dich zusammen.
Wir müssen uns beeilen, bevor sie aufräumen.
Zeig dich von deiner besten Seite. Sie hat das Sagen.
Nina, das ist Ben, mein Kollege von der Universität.
Ben Monroe.
Die Begleitung.
Hände bleiben in den Taschen, nur beobachten.
Natürlich. Danke.
Was ist vorgefallen?
Schlechte Pillen? - War alles geplant.
(Nina) Sieht aus wie Zyanid. Das war kein Unfall.
Sie haben sich nacheinander getötet
und jede Person und ihre Habseligkeiten perfekt angeordnet.
Und da ist noch was.
Alle haben das.
Und den schwarzen Fleck. - (atmet angestrengt aus)
(Mann) Frau Hoffmann, schauen Sie mal.
Ein Abschiedsbrief? - Hm.
Was? - "Aufopferung ist Erlösung."
"Wir kehren zurück zum Ursprung, damit sie leben kann."
Hattest du die Gruppe auf dem Radar?
Bisher gab es keinen Hinweis auf extreme Ideologien.
Die Begriffe Aufopferung und Erlösung klingen für mich stark nach Sekte.
Da wär ich mir nicht so sicher. Sie haben auch schon Sirenen gelauscht.
Ich bin hier fertig.
Gehen wir frische Luft schnappen? - (Max) Ja, gute Idee.
(atmet schwer)
(Handy piept)
HEY DAD, BIN GELANDET!
Geht's Ihnen besser? - Nein, nicht direkt.
Das war meine Tochter. Sie ist gerade gelandet.
Ich versuche gerade,
den theoretischen Teil meines Lebens hinter mir zu lassen.
Viele übergeben sich, wenn sie das erste Mal 'ne Leiche sehen.
Ich bin Nina. - Freut mich.
Ein Aufsatz? - Ein Buch soll es werden.
Ich hab Ihr letztes gelesen.
"Wissenschaft der Einsamkeit". - Wirklich?
Die Rückkehr zur Gemeinschaft
als Grundpfeiler einer stabilen Gesellschaft.
Simpel. Perfekt.
Wir haben es alle gelesen. Sonst hätten wir Sie nicht reingelassen.
Wie haben Sie das vorhin gemeint, mit den Sirenen?
Na ja, es hängt davon ab, was Sie als Sekte bezeichnen.
Glauben Sie an ein Jenseits?
An Regeln, die man befolgen muss, um reinzukommen?
Ich bin zu heidnisch, nein. - Gruppenmentalität umgibt uns überall.
Waren Sie jemals beim Militär?
Oder stellen Sie Ihren Therapeuten nie infrage?
Ich halte mich von solchen Dingen fern.
Sehr klug von Ihnen.
Sie müssen darauf achten, wem Sie Macht über sich geben.
Hm.
(Handy piept)
(Mazzy) Ich kann nicht kommen, nimm die U-Bahn.
Fuck!
Entschuldigung! Hi, ist das...
Ist das die Bahn nach Kreuzenberg?
Gneisenau... Nein, Scheiße. -Ja.
Gneisenaustraße? - Ja, das ist sie.
Okay. Danke. - Soll ich dir helfen?
Ähm... Ja. Ja, das ist nett, vielen Dank.
AUFOPFERUNG IST ERLÖSUNG
Fluch oder Schutz? - Hm?
Fluch oder Schutz?
Oh, ähm... Den hab ich von meinem Dad.
Für Flüche ist eher meine Mom zuständig.
Vielleicht will er dich daran erinnern, nicht mit Fremden zu reden.
Mhm.
Vermutlich hat er recht, ja. - Ja. Mhm.
Ich bin Mazzy. Und jetzt sind wir keine Fremden mehr.
Okay. - Mhm.
Ich bin Martin. Schön, dich kennenzulernen.
Ja, mich auch. Ich meine, find ich auch.
Wo kommst du her? - Aus Kalifornien. San Diego.
Und du? - Ähm...
Ich bin aus Berlin und ich fahr nach Hause.
Ich wohne in Kreuzberg.
Kreuzberg? Alles klar, so heißt das richtig.
Nicht Kreuzenberg.
Dann haben wir ja beide dasselbe Ziel.
Ja, kann sein.
(verhaltene sphärische Musik)
(Ben) Hey! Ich bin im vierten Stock! - (Türsummer)
Mazzy! - Nein.
"Komm nach Berlin", hat er gesagt. "Wir hau'n auf die Pauke."
Du hättest mich wenigstens abholen können.
Deine Straße hat fünf Silben oder so.
Meine Sachen stehen noch unten. - Es tut mir so leid.
Es gab da eine einmalige Gelegenheit. Max hat angerufen. Es tut mir so leid.
Ja. - Ich hab dich so vermisst. Komm her.
Oh Gott, ich sterbe gleich. Wie spät ist es?
Könntest du bitte deiner Mutter sagen, dass du angekommen bist?
Nein. Nein, nicht sofort.
Auf der Fahrt zum Flughafen
ging's um Zwangsprostitution und "bewusstes Raven" und so.
Du hast natürlich noch nie davon gehört. - Noch nie.
"Hi, Mom. Bislang musste ich kein Pfefferspray einsetzen.
Viele Grüße von Dad. Ich ruf später an. Ich hab dich lieb."
Wie geht's ihr?
Ich hab versucht, sie zu erreichen.
Ah, ja, ja.
Hier.
Sie kommt schon klar.
Das Ganze ist wohl eine Übung in puncto Vertrauen.
Hat sie das zu dir gesagt? - Oh, nein, das hat sie zu Mitch gesagt.
Mitch? - Ja, Mitch.
Wen glaubst du, will sie finden? Sich selbst?
Okay. - Das ist so 'n weinerlicher Tech-Bro.
Ganz ehrlich, ich finde das ganz schön ekelig.
Und welches Kapitel schreibst du gerade?
So funktioniert das nicht.
Keine Sorge.
Der bleibt nicht lang.
Ich freu mich so, dass du hier bist. Weißt du das?
(Handy vibriert)
MARTIN: Hey, keine Fremde mehr.
(leise Frauenstimme) ...zu kümmern, dass die Gruppe versorgt ist.
Der Mensch allein ist nichts und die Gruppe ist alles.
(Martin) Hallo, Oma! Ich bin zu Hause! - Ich bin in der Küche!
Meine Güte, du bist immer so großzügig.
Hm. Wir sollten wirklich anfangen, selber was anzubauen.
Das ist keine haltbare Situation. - Welche Situation?
Nichts.
Du verdienst es einfach, dass sich jemand um dich kümmert.
Du bist ein kleiner Charmeur.
Weißt du, wir müssen wirklich alle mehr an andere denken.
Das Glück kommt nicht von einer Person alleine.
Es kommt aus der Gemeinschaft.
Aber manchmal ist es wichtig, auch etwas allein für sich zu haben.
Manchmal muss der Mensch auch eine Insel sein.
Du bist ein guter Junge.
Und jetzt schnippel mal weiter.
(verhallende Frauenlaute)
Danke. - Also.
Wenn du zurückkommst, musst du geläutert sein, ja?
Das war der Deal. Deine Noten waren echt grottig.
Ja, aber das ist die beste Strafe aller Zeiten.
Und dein Teil des Deals lautet, mit mir zurückzufliegen, stimmt's?
Ich kann nicht zu Beginn des akademischen Jahres verschwinden.
Außerdem sitzen die mir wegen der Buchabgabe im Nacken.
Es ist interessant. Selbst dich würde es interessieren.
Na ja, wenn ich an das letzte denke...
War nur Spaß. Erzähl. - Also gut.
Es baut darauf auf.
Ich nenne es "Die Macht des Gruppendenkens".
Ist das schlimm? Ich dachte, Einsamkeit sei schlimm.
Je nachdem.
Ich interviewe eine Frau. Sie lebt total isoliert.
Sie lässt mich nicht in ihre Wohnung.
Sie ist wie diese Hikikomori-Kids damals in Japan, ja?
So weit bin ich nicht gekommen. - Sie leben isoliert.
Verbarrikadieren sich in ihren Zimmern und verbringen ihr Leben online.
Spiele, Chatrooms... - Cool.
Das Problem ist, da draußen lauern zwielichtige Typen
und warten darauf, so jemanden mit Verfolgungsfantasien zu ködern.
Und wie?
Hm! Davon kriegst du Albträume. - Komm schon.
(verzerrte Stimme)
(düstere Klänge)
(atmet schwer)
(Ben) Der erste Tag ist am schwierigsten. Warte doch mal ab.
Hey, hast du nicht was vergessen?
Ist das immer noch die beste Strafe aller Zeiten?
Hab einen schönen Tag. Lern Leute kennen!
Ja, schon gut.
(Frau) So lässt sich die exakte Menge der chemischen Substanz ermitteln.
(Handy vibriert)
(Klingel schrillt)
(Frau) Diese Frage in einer Prüfung gestellt wird. Danke.
MARTIN: Dienstag? - MAZZY: Ja, ich schreib dir.
Bis später.
Aufwachen, es ist vorbei. - Hi.
Larissa. - Hallo, ich bin Mazzy.
Amerikanerin? - Ja.
Ja!
Oh, es ist nur geil, wenn jemand Neues von zu Hause da ist.
Muss ich hier Dominanzsignale aussenden?
Nein, das ist nur 'n Haufen reicher Hauskatzen.
Wir sind am Wochenende in Friedrichshain unterwegs.
Willst du mitkommen? - Äh...
Mein Dad würde das nie erlauben. Nicht mal, wenn ich 30 wär.
(seufzt) Schade.
Vielleicht nächstes Mal dann.
Ja, gern. - Gut.
(Frau) Und ich wollte noch mal daran erinnern, für die Tafel zu spenden.
Und ein neues Dach brauchen wir natürlich auch.
Bitte meldet euch am Eingang an.
Martin!
Hey, Lotte. Ich kann nicht glauben, dass du gekommen bist.
Ich bin so stolz auf dich.
Okay, wir brauchen etwas Ruhe für unsere wundervolle Anführerin.
Hilma.
(lautlos)
Wir sind es uns und unserer Mutter Erde schuldig, sie zu heilen
und zu tun, was auch immer dazu nötig ist.
Ein kleiner Teil der Weltbevölkerung schlachtet unseren Planeten aus,
ohne Reue, ohne Konsequenzen.
Wir haben die Macht, den Konsum der Menschheit zu stoppen
und den menschlichen Fußabdruck auf der Erde zu reduzieren.
Und nun wollen wir uns mit einer kurzen Meditation
auf diese Ziele fokussieren.
(Klangschalen klingen)
(sie summt monoton)
(alle stimmen ein)
(verhallende Frauenlaute)
In "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft"
spricht Hannah Arendt von Einsamkeit als dem Nährboden für Terror,
der Essenz eines totalitären Regimes.
Sie hat ihre Wurzel in dem Erleben, der Welt in keiner Weise anzugehören,
was zu den radikalsten
und hoffnungslosesten Erfahrungen des Menschen zählt.
(Klingel schrillt) - Na dann, ein schönes Wochenende.
Ihre Aufsätze bitte bis spätestens Dienstag abgeben.
(vermehrtes Klopfen auf Tische) - Danke.
(Nina) Sie sehen besser aus.
Wir mussten für Sie 'ne Menge Unterlagen einreichen.
Ich hab einiges gelernt.
Ich hab 'n empfindlichen Magen und wäre ein mieser Kriminalpsychologe.
Solche Eindrücke vergisst man nicht. Ich kann seit 20 Jahren nicht schlafen.
Damit wären Sie eine gute Kandidatin für ein Interview.
Sie schulden mir noch was.
Mit einer Buchvorschau wären wir quitt.
Meine Studenten sind nie so aufmerksam. - Na ja, ich bin neu, Max.
Du bist schon immer da. - Ja.
Meine Assistentin hat mir gesagt, du seist in seiner Show.
Ich war früh dran.
Das BfV ist gespannt auf deine Einschätzung.
Vermutlich wollen alle hören, dass das eine einmalige Sache war.
Die sind noch nie aufgefallen.
Der Mann, dem das Haus gehörte, war Arzt und Heilpraktiker.
Die Fassade sollte von den Machenschaften im Keller ablenken.
Das klingt vereinfacht.
Na ja, man wird im Jenseits belohnt. Aber was ist der Köder?
Der Tod ist kein guter Köder. - (Max) Echte Gemeinschaft.
Nicht nur Likes. - Es geht um was Größeres.
Um einfache Antworten auf große Fragen.
Dass das Leben einen Sinn hat, universelle Ordnung ist wichtig.
Hm. Das könnte ich auch alles gut gebrauchen.
(Martin) Hallo, Oma! Ich bin zu Hause!
Oma?
Oma?
Oma?
Oma? Hey. Hey... Nein...
(unterdrückte Schluchzer)
Nein, Oma, lass mich nicht allein.
(weint laut)
(weinend) Lass mich nicht allein.
(melancholische Musik)
Ich hab dich vermisst! - Wie geht's dir?
Mazzy? Das ist meine Kollegin Nina. - Hey.
Hi. - Hallo. Schön, dich kennenzulernen.
Das ist ja eine Überraschung. - Ich weiß.
Und heute ohne Leichen.
Mama, wir gehen in mein Zimmer, okay?
(Max) Kommt doch rein.
Wer ist dieser Midlife-Crisis-Köder?
Nina? - Ja.
So 'n Nerd aus der Arbeit.
Das erzählt jeder Mann, der seine Frau verarscht.
So viel Misstrauen kann nicht gesund sein.
Okay. Ja, du hast recht. Übrigens...
Was dem einen recht ist... - Was?
Verdammte Scheiße, zeig mal.
Wow, ist der süß. - Mhm.
Ich hab ihn in der U-Bahn kennengelernt. - Gerade erst?
Hat er sich gemeldet? - Ja. Hier, schau.
Oh! - Er will sich mit mir treffen.
Oh Gott.
Wie lange kennt ihr euch schon?
Max hat ein Semester in Berkeley studiert.
Ja. Die schlechtesten Noten meiner Karriere.
Dank euch. - (Ben) Gerne.
(Max) Danke. Auf alle. - Auf dich.
Wie geht's Lydia? - (leise) Hey. Sofie.
Nein, ist schon gut, ist okay.
Ähm, also ihrer Therapeutin zufolge
ist meine Unfähigkeit, alles zu verarbeiten,
schlimmer als die letzten fünf Jahre unserer Ehe.
Ja. - Wo haben Sie studiert, Nina?
In Cambridge. - Jetzt fühl ich mich ganz schön klein.
Wieso sind Sie zurückgekehrt?
Meine Familie wollte es so.
Mach etwas für die Gesellschaft und zurück nach Hause.
Lebt sie in Berlin? - Meine Eltern sind schon lange tot.
Die anderen sind noch hier und behalten mich im Auge.
Ganz entsetzlich konventionell.
Sie erstellen neben Ihrer Arbeit für den Staat
Profile gefährlicher Verbrecher.
Da kommt keine Langeweile auf.
(Handy vibriert) - Entschuldigung.
(Handy klingelt) - (Max) Ja? Alles klar.
Hallo? Bin schon unterwegs.
Was ist passiert? - Äh, wir müssen los.
Die Party ist vorbei.
(geheimnisvolle Klänge)
Kein Ausweis, kein Portemonnaie, nur die Taschen voller Steine.
Keine Muschel.
Was denkst du? - Sorry, aber warum sind wir hier?
Zwei auffällige Selbstmorde in einer Woche.
Ich sichere mich nur ab.
Dass sich jemand im See ertränkt, kommt doch ständig vor.
(Handy klingelt) - Ja.
Komm. Hier braucht man uns nicht.
(schluchzend) Ich hab nichts. Niemanden.
Martin, das stimmt nicht. Das weißt du.
Wir waren schon immer deine Familie.
Du bist frei, dich uns voll und ganz anzuschließen.
Du wirst niemals allein sein.
Ja.
Glück braucht mehr als einen Menschen.
Es kommt aus der Gemeinschaft.
Sein bedeutet Sterben und Werden, fortwährender Tod und Wiedergeburt.
Du bist mein Phoenix, Martin.
(atmet laut aus)
DIE WISSENSCHAFT DER EINSAMKEIT
(Nina) Es ehrt mich, dass ich für die Position infrage komme.
Du bekommst den Strategieentwurf Freitag.
Ich knüpfe schon neue Beziehungen, damit wir frischen Wind bekommen.
Ein Kollege von Professor Max Aumann an der Freien Universität.
Er hat eine halbe Million Follower.
Sein erstes Buch war ein Bestseller, sogar unter Nicht-Akademikern.
Ich schicke dir mal seinen Lebenslauf. Okay?
Ich danke dir. Tschüss.
(seufzt)
(atmet langsam ein und aus)
Schmeckt's nicht? - Doch, super.
Wär besser gewesen, zu fragen. - Nein, schon gut.
(Handy klingelt)
Tut mir leid. Das ist mein Dad.
Und, ähm... Wo ist deine Mom?
Oh, die ist zu Hause. Meine Eltern haben sich getrennt.
Sie hat mich ausquartiert für ein Semester,
um einen auf "Eat, Pray, Love" zu machen.
Das muss für dich echt hart sein.
Und du? Wohnst du noch bei deinen Eltern oder...
Die sind bei einem Autounfall gestorben, als ich klein war.
Wie furchtbar. - Schon gut.
Nein, das tut mir echt leid. - Nein, ist schon gut.
Das ist schon ewig her, ich kann mich kaum noch erinnern.
Ich hab dann bei meiner Großmutter gewohnt, von daher...
Wohnst du noch bei ihr?
Nein. Ich wohne allein.
Ich könnte nicht gut allein wohnen.
Ja, aber ich hab ja auch Freunde, weißt du?
Ich arbeite für eine Umweltschutz-NGO.
Ah. - Und, ähm...
Weißt du, um auch einen Beitrag zu leisten.
Das hilft einem, eine andere Sicht auf die Dinge zu kriegen.
Ja.
Ich hab mich mit Dankbarkeit beschäftigt,
da war das noch kein großes Ding.
Ich versteh dich gut.
Ja, okay. - Ja, ich versteh das.
(leise) Okay. - Was ist das?
Willst du's mal lesen?
Das ändert wirklich das Bewusstsein.
Weißt du, unsere Absichten prägen uns.
Wir erschaffen, was wir denken.
Hm? - Ist nicht so meins.
Okay, schon klar. Aber weißt du...
Ja, es geht um das Massenaussterben und was man tun kann,
auch wenn wir schon mitten in der Krise stecken.
Das heißt, wir sind alle am Arsch, oder?
Ich hab meiner Mom gesagt, ich will keine Kinder,
wegen dem Bevölkerungswachstum.
Und sie fing an zu heulen.
Wow. Ich meine, das ist es.
Überbevölkerung ist ein riesiges Problem.
Wir brauchen Leute, die das große Ganze im Blick haben.
Du solltest...
mal mitkommen.
Zu, ähm... Zu meiner Gruppe.
Nur, wenn du willst.
Wirklich? - Ja, na klar.
(Nina) Danke.
(Ben) Und hier, bitte schön.
Wollen Sie mich weichklopfen? - Ich möchte das Manifest des Arztes.
Tut mir leid, das ist nicht möglich.
Und nur die Überschriften?
Er wollte damit etwas mitteilen.
Er war zutiefst erschüttert von Umweltzerstörung
und sozialer Ungerechtigkeit.
Das heißt, revolutionärer Suizid. - Genau.
Er hat Leute kostenlos behandelt. Er war eine Art Heiliger.
Mit seinem eigenen Kirchenlied, nehme ich an.
Wo er herkommt, glaubte man an Gemeinschaft, soziale Gerechtigkeit.
Die Neunziger waren für viele schwer.
Sicherheit in einer Diktatur.
Es ist kompliziert. Für einen Amerikaner nicht leicht zu verstehen.
(lacht)
Also, ich hab die Nachbarn befragt, nachdem Sie weg waren.
Okay.
Sie meinten, er sei misstrauisch geworden.
Er predigte nur noch vom Ende der Welt, vom Zusammenbruch der Umwelt.
Er glaubte, sie dienten einem höheren Ziel.
Genau das ist der Köder. - Nicht, wenn man dran glaubt.
Ja, aber es endet immer gleich. Auf einem Scheiterhaufen.
Ich denke, das war freiwillig.
Sie wollten ihrem Leben Bedeutung verleihen.
Ich muss mich also nur noch in die Flammen stürzen.
Gestern wurde am Berliner Liepnitzsee die Leiche einer jungen Frau gefunden.
Nach wie vor ist ihre Identität ungeklärt.
(Ben) Gibt es irgendwelches Obst, dass du nicht isst?
Da steht was auf der Liste von deiner Mom.
MARTIN: Wir demonstrieren.
(Ben) Sogar eine ganze Menge.
Irgendwas von Nüssen und Nachtschattengewächsen.
(Hilma) Was wirst du heute für deinen Planeten opfern?
Fürchte dich nicht davor, loszulassen.
Lass die Angst los. Nimm Liebe an.
(leises Stimmengewirr)
Hey! - Hey.
Da bist du ja. - Ja. Hi.
Ich freu mich...
Ist das wirklich eine gute Idee? - Ja, klar. Komm.
Ich möchte dir Hilma vorstellen. Sie leitet die Gruppe.
Martin. - Hi. Das ist Mazzy.
Sie ist eine neue Freundin.
Hi.
Das ist aber schön, dich kennenzulernen, Mazzy.
Und herzlich willkommen hier bei uns.
Danke. Martin hat mir schon ganz viel über Ihre Gruppe erzählt.
Ja? Ach, der liebe Martin.
Dann hat er dir also von unserer Sache erzählt?
Äh, ja, ein wenig.
Wir versuchen, uns alle von unserem zerstörerischen Verhalten zu befreien,
unseren weltlichen Fesseln, damit unsere wunderschöne Erde
Reinigung erfährt und genesen kann.
Cool. - (Hilma lacht)
Für dich.
Und vergiss nicht, es gibt keinen Unterschied zwischen dir und ihr.
Alles Leben ist verbunden.
Wir sind alle nur Teil des großen Ganzen.
Stimmt's?
Und, können wir?
Ich hab keine Maske dabei. - Du kannst meine haben.
(Hilma) Seid alle willkommen, bitte.
Wieso trägt Hilma keine?
Sie hat keine Angst.
Wusstet ihr eigentlich, dass, wenn wir alle
wie die von der Gesellschaft propagierte
amerikanische Mittelschicht leben würden,
(Hilma spricht weiter) - (leise) War dir klar,
wenn wir alle leben wie die Mittelschicht in Amerika,
dann wären keine Ressourcen mehr übrig für Afrika und Asien.
Es muss uns klar werden, dass wir nur überleben,
wenn wir als Kollektiv denken.
Spüre die Energie, die sich voll entfaltet,
wenn unser kollektiver Fokus miteinander verwoben wird.
Stellen wir uns vor, wie unser Planet genesen ist.
(sphärische Musik)
(Sprecher) Die Polizei untersucht weiter einen ungeklärten Todesfall,
nachdem ein Spaziergänger die Leiche einer jungen Frau
am Liepnitzsee aufgefunden hatte.
(Handy vibriert)
BEN: Danke für neulich. NINA: Rückspiel? Samstag?
Hey, Dad, darf ich zu dieser Reichstags-Sache
mit Larissa morgen gehen?
Wer ist Larissa? - Larissa.
Larissa aus der Schule.
Ja, na klar. Ja.
Schön, dass du 'ne Freundin hast.
Und dich für Politik interessierst. Und Architektur.
MARTIN: Lust auf einen Ausflug? MAZZY: Klar, wo soll's hingehen?
Okay, danke. - Aber sei vorsichtig, ja?
Ja. - Melde dich alle paar Stunden.
Ja, mache ich. - Wirklich.
Alle machen sich Sorgen wegen des Mädchens aus den Nachrichten.
Hey... Dad?
Wer war diese Frau neulich bei Elsa zu Hause? Nina?
Das war jemand aus der Arbeit. Eine Kollegin.
Und du würdest es mir sagen, wenn du jemanden daten würdest,
oder so was in der Art, stimmt's?
Wenn ich jemanden kennenlerne und es was Ernstes ist, sag ich's dir.
Glaubst du, dass es mit Mom wieder was wird?
Ich werde deine Mom immer lieben, das weißt du.
Unsere Absichten prägen uns.
Wir erschaffen, was wir denken.
(verträumte Musik)
(Musik klingt aus)
Und?
Bist du bereit?
Ich werde aber nicht austicken, oder? - Nein.
Nein, nein, das sind nur Pilze.
Das ist nichts Synthetisches.
Echte Euphorie entsteht, wenn man mit der Erde kommuniziert.
Und manchmal kann das bedeuten, sie zu essen.
(beide lachen)
Scheiß drauf, na los. - Okay.
(Baumstämme quietschen)
(Specht ruft)
(hallend) Hilma war der Wahnsinn. - (hallend) Ja.
(hallend) Das war echt magisch.
Als sie mir die Kette geschenkt hat, konnte ich ihre Energie spüren.
Ja.
Ich hab von ihr diese Asche.
Sie stammt von einer alten Eberesche.
Und sie soll mich daran erinnern, dass sie transzendent ist.
Dass wir alle transzendent sind.
(Lachen verhallt)
(sphärische Musik) (Hilma spricht unverständlich)
(Gras knistert laut)
(Lotte) Mazzy!
(lachend) Mazzy!
Mazzy!
Komm zu mir.
(lautes Rauschen)
(Musik endet)
(Hilma, leise) Wissen entspringt einem fluiden Geist.
Reinheit ist das Tor.
Habt ihr schon Klarheit erreicht?
Unsere Existenz ist eine einsame Reise...
BIN MIT EINER FREUNDIN IN KREUZBERG UNTERWEGS
Und was ist mit Ihnen? Sie und Mazzy gegen den Rest der Welt?
Ja. Ja.
Ihre Mutter und ich haben die Scheidung noch nicht ausgefochten.
Aber sie hat erlaubt, dass Mazzy ein Semester lang herkommt.
Auf die moderne Elternschaft.
Ich glaube, sie sieht das hier mehr so als Abhärtungsmethode.
Bestimmt nicht leicht für sie. Kognitive Anpassung geht aber schnell.
Es ist eher eine Frage von Vertrauen.
Sie verbindet das Scheitern der Ehe mit Ihren Fähigkeiten als Vater.
Es geht eher um einen ganz bestimmten Vorfall.
Als Mazzy klein war, waren wir mit ihren Freunden am Strand.
Da hatte sie einen Unfall. - Das tut mir sehr leid.
Ich wollte nicht neugierig sein. - Nein, alles gut.
Sie wurde von einer Strömung erfasst.
Es passierte ganz plötzlich und war natürlich sehr beängstigend.
Nachdem wir sie ans Ufer gezogen hatten, ging's nur noch darum,
dass ich auf die anderen geachtet und sie nicht gesehen hab.
Nach einem Trauma braucht man jemanden, den man verantwortlich machen kann.
Das ist absolut normal.
Sie hat nicht mehr geatmet.
Aber Sie haben sie gerettet.
(Mazzy) Hilfe! Hilfe! - (Ben) Ich war wie gelähmt.
Hilfe!
Ihre Mutter war vor mir da und zog sie raus.
Das ist nur eine Angstreaktion.
Lassen Sie los.
Es ist jetzt alles vorbei.
Sie haben recht. Es ist alles vorbei.
(Hilma) Wir müssen versuchen, Angst und Hass zu überwinden.
Liebe heilt alles.
Das ist die absolute Wahrheit.
Der Typ kann nicht singen. Dann soll er nicht singen.
Sondern es jemandem überlassen, der's kann. Weißt du, das ist...
Das ist ein Grundprinzip der Musik. - Er hat's versucht.
(hallende Atemzüge)
(Hilma spricht leise)
(hallende Atemzüge)
(Atemzüge werden schneller)
Hey.
Warum hast du mich gestern nicht geweckt?
(seufzt) Du warst erschöpft.
Ich wollte dich schlafen lassen.
Außerdem bist du schon 16. - Ich hab voll die Panik bekommen!
Du sagst, ich soll vorsichtig sein, und dann haust du ab.
Ich hab Mom angerufen.
(seufzt) - Keine Sorge, ist nicht rangegangen.
Was hast du da? - Was machst du denn?
Was soll das? Beruhig dich. - Sag nicht, ich soll mich beruhigen!
Ich hasse die Scheiße hier! Warum kommst du nicht nach Hause?
Du hast unser Leben zerstört.
Mazzy, deine Mom hat Schluss gemacht.
Das weißt du doch. Sie wollte, dass ich gehe.
Ich musste eine Weile weg und Abstand gewinnen.
Aber wieso denn gleich nach Scheißeuropa?
Wo willst du denn jetzt hin? - Zu Elsa.
Was?
Und ich bin nicht zum Essen wieder da.
(seufzt)
MAZZY: Bist du gerade im Zentrum?
(Max) Hey, Ben. - Hey.
Ich hab 'n Problem. - Was ist passiert?
Mazzy ist stinksauer auf mich und unterwegs zu euch.
Keine Sorge, ich behalt sie im Auge.
Sie kann hier runterkommen und übernachten.
Ja, das ist 'ne gute Idee. - Mach dir keine Sorgen.
Danke. - Schon gut.
Mazzy. Was für eine Überraschung. Komm rein.
Tut mir leid, dass ich einfach so auftauche.
Ach, unsere Tür steht immer offen.
Ich suche eigentlich Martin. Ist er hier?
Nein, Liebes. Ist was passiert? Komm.
Mein Vater ist so ein Arschloch.
Bist du von ihm enttäuscht? - Er hat mich angelogen.
Er hat sich nachts weggeschlichen, um eine Frau zu treffen.
Ich bin seinetwegen hergekommen. Weil ich ihn sehen wollte.
Aber es geht irgendwie immer nur um ihn.
Aber ist es wirklich das, was dir so nahe geht?
Ich hatte einen Unfall, als ich noch klein war.
Das ist schon ewig her, und es geht mir jetzt gut, aber...
Ich glaube, meine Eltern haben sich deswegen getrennt.
Oh, da haben wir's.
Und ich kann mir vorstellen, dass du dich deswegen schämst.
Vielleicht fragst du dich,
ob deine Eltern dir die Schuld an der Trennung geben.
Und dass er vielleicht nie weggegangen wäre,
wenn du nicht gewesen wärst?
Löse dich aus dieser Verstrickung mit deinen Eltern.
Je eher du aufhörst, dich auf sie zu verlassen,
desto stärker wirst du sein.
Hilma sagt, ich soll mich von ihm abwenden.
Die schräge Frau aus dem Video?
Was meint sie denn damit? - Es heißt, scheiß auf ihn.
Wenn er mich nicht braucht, brauch ich ihn auch nicht.
Wow. Okay.
Los, wir gehen raus.
Komm, ich will nach Friedrichshain. - Vergiss es.
Mein Vater ist total neurotisch wegen dem Mädchen.
Er muss ja nichts erfahren.
Ich kann nicht. Tut mir leid, die würden ausrasten.
Okay, verstanden. Ich hab noch andere Freunde.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte den tragischen Vorfall.
Er entstand vermutlich aus der Ideologie der Gruppierung...
"Überleben des Planeten um jeden Preis".
(Türklingel, Klopfen)
Vertraust du mir? - Sei einfach gnädig mit dem Rotstift.
Ich steh ganz schön unter Druck wegen der Abgabe.
Ich freue mich aufs Lesen.
"Die Macht des Gruppendenkens".
Ich finde, die Vorstellung von Massenbewusstsein hat etwas Mystisches.
Ich fänd "was Erschreckendes" passender.
Also ich glaube schon an eine Art Gruppenseele.
Ich habe erlebt, wie eine Gruppe
Macht über das Bewusstsein Einzelner gewonnen hat.
Das war fast schon telepathisch.
Alles, was man macht, macht man für andere.
Das Individuum wird verschlungen von einer Kreatur,
und was immer die Kreatur tut, man wird davon mitgerissen.
Ich würde vorschlagen, du schreibst das mal auf.
Ich schenk's dir. Verwend du es.
(verhaltene Musik)
Die junge Frau vom Liepnitzsee wurde als Lotte J. identifiziert.
Die Polizei hat keine weiteren Hinweise zu den genauen Umständen ihres Todes.
(Hilma) Du bist so eine Bereicherung, liebste Lotte.
Der Gruppe kann ich nichts mehr geben.
Aber der Sache noch so viel.
Ich will der Welt zeigen, was getan werden muss.
(alle) Der Mensch allein ist nichts, die Gruppe ist alles.
Martin, Lotte ist deine Rekrutin, also gebührt die Ehre auch dir.
(atmet tief)
(unheilschwangere Musik)
(Musik wird melancholisch)
(melancholische Musik übertönt leise Technobässe)
(Musik wird treibend)
(Musik spielt weiter)
(Musik wird dramatisch)
(Musik endet)
(atmet laut aus)
(Hilma) Dem Individuum zu entsagen, bedeutet, sich darum zu kümmern,
dass die Gruppe versorgt ist.
Der Mensch allein ist nichts. Die Gruppe ist alles.
Nehmt unsere Gründungsprinzipien in euer Herz auf.
Aufopferung ist Erlösung.
Und aus dem Tod entspringt Leben.
(undeutliche Technoklänge)
(Hilma) Fürchte dich nicht davor, loszulassen.
Lass die Angst los. Nimm Liebe an.
Hi.
Alles ist Liebe, hm?
Oh mein Gott, wo schleppst du mich hin?
Kurz warten.
(laute Technomusik)
Jetzt mal ehrlich, wo sind wir? - Komm mit.
(Larissa jauchzt laut) - (Musik wird ohrenbetäubend laut)
(sphärische Klänge überlagern Musik)
(hallend) Nein!
Nein!
(sphärische Klänge verhallen laut)
Nein! Lass mich los!
(Larissa) Komm.
(laute Atemzüge)
(Technomusik spielt weiter) (Mazzy erbricht sich)
Wir können so nicht nach Hause.
Komm jetzt.
(Mazzy) Nein, ich muss mich hinlegen. - Was?
Nein, Maz, nein.
Komm. Wir können uns im Park ein bisschen ausruhen.
(verhallende Frauenlaute)
(leise) Nein, nein, nein. Nein.
(leises Freizeichen)
(Mazzy stöhnt) - (leise) Komm zu mir. Komm.
(Frau am Handy) Notrufleitzentrale?
(unheilschwangere Klänge)
(Musik stoppt)
Alles okay? - Ja.
Oh Mann.
Krieg bloß niemals Kinder. Da kannst nie wieder gut schlafen.
Hey. Hey! - (Mazzy keucht laut)
Hey, hey, hey...
Hey, wir haben uns Sorgen um dich gemacht.
(Frau) Ab unter die Dusche mit dir.
Du musst aus den Klamotten raus. - Nein. Ich will einfach nur schlafen.
Ich nehme dir das mal ab. - Nein, nicht meinen Vater anrufen.
Du musst das Gift aus dem Körper kriegen.
So kannst du nicht nach Hause.
Lass dir von ihnen helfen.
Okay? Okay. - (Mazzy stöhnt)
Wo ist Larissa? - (Martin) Ihr geht's gut.
Ich hab mich um sie gekümmert, ja? Okay?
Die helfen dir wieder auf die Beine. - Es tut mir leid.
Nein...
(unverständliches Gemurmel)
(Handy klingelt)
Hallo? - (Max) Ben, endlich.
Es geht um Mazzy. - Was?
Sie hat sich rausgeschlichen
und ist gestern nicht nach Hause gekommen.
Was soll das heißen?
(Mazzy schluchzt)
(geheimnisvolle Klaviermusik)
Gut, dass Martin dich hierher gebracht hat.
Wir kümmern uns um dich. - Das ist mir so peinlich.
Nein.
Du hast erkannt, was du getan hast, das genügt als Wiedergutmachung.
Ich weiß, dass ihr jungen Menschen euch oft so leer fühlt.
Aber du bist etwas Besonderes.
Ohne Sünde.
Makellos.
Das wusste ich schon, als wir uns das erste Mal begegnet sind.
Nein.
Nein, es ist gut, Mazzy.
Du wirst nie wieder allein sein.
Du bist bei Menschen, denen du etwas bedeutest.
Danke. Danke.
Okay.
Jetzt kümmern wir uns um dich, hm?
(Musik wird düster)
Hm?
(leise) Du hast unsere Pläne beschleunigt.
Nimm Kontakt auf.
Wir können die Situation noch in Griff kriegen.
Ich hab keine Ahnung, wo sie steckt.
(Sofie) Sie muss doch was gesagt haben.
Sie war offenbar bei anderen Freunden, als sie mir gesagt hat.
Ja, das ist sehr nett. Danke.
Und? - Nichts. Scheiße.
Hey. Alles okay?
(er seufzt)
Du musst versuchen, dich zu beruhigen. - Sie war die ganze Nacht weg, okay?
Das sind zwölf Stunden!
Ich ruf jetzt die Polizei. - Nein, noch nicht.
Die warten erst mal 24 Stunden.
Ich ruf meine Leute an. Die können uns helfen.
Wirklich? - Max, was denkst du?
Ich weiß nicht, wie die vorgehen.
Aber wenn Nina Kontakte hat, dann geht das sicher schneller.
Findest du, ich übertreibe?
Sie ist in 'nem Klub abgestürzt und weiß, sie steckt in der Scheiße.
(Ben seufzt)
(dissonante Klänge)
(sphärische Musik)
Damit geht's dir gleich besser.
Na komm, noch ein bisschen. - Nein... Nein, nein! Nein!
(Mazzy schluckt laut)
(hustet)
(atmet schwer)
(Mazzy würgt)
Hey... Mazzy.
(Mazzy) Nein! - Lasst mich!
(schreit laut) - Mazzy!
Mazzy! Bitte nicht! Mazzy! Mazzy!
Wie bei jeder Kur wird es schlimmer, bevor es besser wird.
Ruf meinen Dad an, bitte. Bitte ruf meinen Dad an.
Wir sind jetzt deine Familie.
(Handy vibriert)
(leise) Was ist hier los?
(Nachrichtensignal)
Hey. - Was?
Sieh dir mal das an. Wer ist das?
Keine Ahnung. - Sofie, weißt du es?
Ich hab eine Spur!
Jemand hat gesehen, wie ein Mädchen in ein Gemeindezentrum getragen wurde.
Hat er die Polizei gerufen? - Natürlich.
Gott sei Dank. Fahren wir.
Mama? Mazzy hat mir mal einen megakomischen Link gesendet.
Was opferst du heute für deinen Planeten?
(verzerrte Stimmen)
(Hilma) Reinheit ist das Tor.
Hast du Klarheit erlangt?
Ja. Ja.
Ich hasse dich. Ich hasse dich!
Nein!
Wie kannst du mich so missachten? - Martin!
Martin, bitte! - Sie wird niemals Reinheit erlangen.
Martin, bitte. - Wirklich schade.
Gib ihr was zur Beruhigung. - Nein...
Bitte nicht. Nein!
Nein! - (Hilma) Du warst außergewöhnlich.
Ich hatte so große Hoffnungen in dich gesetzt.
Du hast uns enttäuscht.
Schon wieder. - Ich weiß. Es tut mir leid.
Lotte ist in allen Nachrichten.
Ist dir klar, was du angerichtet hast?
Du hast bei der Rekrutierung von Mazzy versagt.
Du gefährdest mich und die ganze Gruppe.
Wenn ich die Situation nicht in den Griff kriege, bist du verloren.
Du wirst nichts sein.
(leise) Ja.
Bring sie zum See und warte auf Anweisungen.
Eine Schande, dass es so weit kommen musste.
Was?
(bedrohlich verzerrte Klänge)
(melancholische Musik)
(schreit laut)
Mehr haben sie nicht gesagt, ja? War das alles?
Ich weiß nicht mehr als du.
(Nina) Es ehrt mich, dass ich für die Position infrage komme.
Ich knüpfe schon neue Beziehungen, damit wir frischen Wind bekommen.
Ein Kollege von Professor Max Aumann an der Freien Universität.
Ich schicke dir mal seinen Lebenslauf. Okay?
Aber lass dir nicht zu viel Zeit.
Du bist nicht die Einzige, die infrage kommt.
Er hat eine Tochter. Ich kann sie nutzen.
(unheilschwangere Musik)
(atmet langsam aus)
(Ninas Atem wird schneller)
(Nina) Max, ich kann deinen Freund mitnehmen.
Ja, irgendwas Antidemokratisches. Verstanden.
(atmet laut)
(Musik wird treibend)
(Ninas Atemzüge werden schneller)
Ben Monroe.
Er glaubte, ihre Handlungen dienten einem höheren Ziel.
Was ist hier los? - (Martin) Es gerät außer Kontrolle.
Hilma sagt, du sollst ihn herbringen. - Es ist zu früh, er ist nicht bereit.
(Musik endet) - (leise Zischlaute)
(Hilma) Wir atmen ein und beim Ausatmen...
(Nina) Entschuldigt. - Entschuldigen Sie.
Ich suche meine Tochter. Hat jemand sie gesehen?
Das ist ein Notfall.
Jemand hat gesehen, wie sie hier reingetragen wurde.
(Hilma) Ben.
Ich wünschte, wir wären uns unter anderen Umständen begegnet.
Ich hab schon so viel von Ihnen gehört.
Von der richtungsweisenden Arbeit, die Sie leisten.
So viele Menschen hören auf Sie.
Wie bitte?
Ihre Hypothesen sind so beruhigend.
Gemeinschaft und Symbiose sind die Heilung dieses Planeten.
Wir wären nicht in dieser Situation, wenn wir an das Ganze denken würden.
Das ist ein Missverständnis. Ich suche meine Tochter.
Ben, Mazzy ist in Sicherheit. Sie ist bei meinen Freunden.
Welchen Freunden?
Das sind meine Freunde. Meine Familie. Du kannst ihnen vertrauen.
Was? In Sicherheit, sagst du?
(Hilma) Unsere Organisation
braucht die talentiertesten und fortschrittlichsten Köpfe.
Ihre Arbeiten zum kollektiven Bewusstsein sind inspirierend.
Sie verfügen zweifellos über Einfluss.
Sie können uns zu globaler Anerkennung verhelfen.
Ich kenne Sie überhaupt nicht. Okay? - Wir kennen Sie, Ben.
(Ben) Nein.
Sie können den Kontakt zu Ihrer Tochter nicht wiederherstellen.
Sie entgleitet dir nur wieder, Ben.
(Hilma) Wir können Ihnen helfen. Wenn Sie uns helfen.
Willst du, dass sie nach Hause kommt? - Stopp!
Wo ist sie? Hm?
Maz? - Ben, hör mir zu.
Wir wollen dir helfen!
Sie ist in Sicherheit, Ben! Sie ist hier so glücklich.
Sie hat einen Jungen kennengelernt.
Maz! - Hier hat sie echte Zugehörigkeit.
Du kannst eure Beziehung kitten. Sie wird bei dir leben wollen. Bei uns.
Das ist es doch, was du möchtest, oder?
Was? Du, ich und Mazzy?
Du kennst sie gar nicht.
Du verlierst dich in Schmerz, in Zurückweisung.
Dein Ego ist verletzt, weil du nicht ihr Retter warst.
Wir können deinem Leben einen Sinn geben.
Mit dem Wissen, dass du die Welt veränderst.
Wir könnten das alle gemeinsam erleben! - Verdammt, was soll das alles?
Hattest du je einen eigenen Gedanken?
Dieses Gefasel, war das deine Idee oder ihre?
Du hast Gemeinschaft und Liebe, aber du bist allein.
Und jetzt haltet ihr meine Tochter als Geisel?
Ich ruf die Polizei.
Wenn wir bedroht werden, beschleunigen wir den Ablauf.
Was soll das heißen?
Wir sind bereit, das ultimative Opfer zu bringen.
Wir reinigen uns für einen Neuanfang.
(alle) Wir kehren zum Ursprung zurück, damit sie leben kann.
Wir fühlen uns geehrt, für die Sache zu sterben.
Aber vielleicht kann Mazzy nicht gerettet werden.
Nein, nicht der See. Ohne sie wird er nicht zu uns kommen.
Entscheiden Sie sich zu bleiben, und Mazzy hat einen Grund zu existieren.
Existieren? - Ben, die Welt bricht auseinander.
Die Zivilisation entwickelt sich zurück. - Was haben Sie gesagt?
Ist Ihnen das nicht aufgefallen? Die Welt bricht auseinander.
Die Zivilisation entwickelt sich zurück.
...am Berliner Liepnitzsee die Leiche...
(Ben) Liepnitzsee. Dort bringt ihr sie hin.
Sie sind wahnsinnig.
Max, ruf alle an, die du bei der Polizei kennst.
Maz ist entführt worden. - Was? Weißt du, wo sie ist?
Am Liepnitzsee! Beeil dich!
(düstere Musik)
(Musik wird melancholisch)
(Hilma) Aufopferung ist Erlösung.
Und aus dem Tod entspringt Leben.
(Musik endet) - Es tut mir so leid.
Ich wollte eine Familie einbringen.
In deinem Namen.
Ich wollte ihnen deine Werte vermitteln, dein Werk weiterführen.
Nein, mir scheint, du wolltest dir was Eigenes erschaffen.
Du hast nur an dich gedacht.
Ich hatte so große Hoffnungen in dich, Nina.
Du warst eine geborene Anführerin.
Ich war dir immer treu.
(gefühlvolle Klaviermusik) - Mama? Bitte.
Es wird alles gut, mein Herz. Alles gut.
Alles gut, Nina. Wir tun das für dich.
(Mutter) Die Führung liegt jetzt bei dir, Hilma.
Und wir vertrauen dir unsere geliebte Tochter Nina an.
Alles wird gut.
Jetzt hast du die Gelegenheit, es zu beweisen.
(Musik spielt weiter)
(Musik spielt weiter)
(Fliegen summen)
(Martin schluchzt)
(Hilma) Dafür ist keine Zeit!
Im Gefängnis können wir unsere Bestimmung nicht erfüllen!
Nina, es ist an der Zeit, dass du Verantwortung übernimmst.
Hier wird man sich an deinen Widerstand erinnern.
Wie wirst du sie in die Unsterblichkeit führen?
Ich kann alles ändern.
Es wird alles wieder gut. Versprochen, ich kann alles ändern.
(unverständliche Laute)
Ich kann alles ändern.
(Musik spielt weiter)
(Musik wird dissonant)
Unsere Zeit ist gekommen.
Aus dem Tod entsteht neues Leben!
(leise Würgelaute)
(Musik spielt weiter)
(schreit laut)
(dramatische Musik)
(dissonante Klänge)
(Musik endet)
(Lotte, hallend) Mazzy!
(Lotte lacht) Mazzy!
(unverständliche, flüsternde Stimmen)
(verhallende Frauenlaute)
Hier drüben! Komm zu mir!
Hey. Kannst du mir helfen?
Wo bin ich? - (Lotte) Mazzy!
Komm her, Mazzy.
(unheilschwangere Musik)
Nein, komm zurück.
(Musik spielt weiter)
Beeilt euch. Haltet euch Richtung Osten.
(Frau) Hier rüber!
(Mann) Weiter ausschwärmen!
(Musik wird treibend)
(Lotte) Ja, so.
(verhallende Frauenlaute)
Mazzy!
(Musik wird dramatisch)
(Hilma spricht unverständlich)
(tragische Streicherklänge)
(Musik endet abrupt)
(Ben atmet schwer)
Komm, Mazzy! Maz!
Mazzy!
Hey! Komm schon! Mazzy!
(melancholische Klänge)
Ja! Ja! Gut so. - (Mazzy hustet)
Atme, atme.
Lass es raus. Ich hab dich.
So ist's gut, sehr gut.
(weinend) Ich bin bei dir. Oh mein Gott.
Ich hab dich so lieb. Es tut mir leid.
(Musik endet)
Unsere Existenz ist eine einsame Reise
aus kontinuierlichem Werden und Vergehen.
Aber ich sehe dich. - (verhallende Frauenlaute)
Ich spüre deinen Schmerz.
(Sofie) Elsa, Licht aus. - Okay, Mama!
Und wenn du dich unserer Familie anschließt,
wirst du nie wieder alleine sein.
(unheilschwangere Musik)
Untertitel: Stefanie Georgi
Can't find what you're looking for?
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