Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
English
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Die Amerikanische Revolution hatte viele Ursachen.
Eine der wichtigsten war der Erlass des Stempelgesetzes von 1765.
Bis dahin kamen alle Proteste gegen die englische Besteuerung vor Gericht.
Das Stempelgesetz war so verhasst, dass es zu Straßenschlachten kam.
Danach teilten sich die Kolonien in zwei Lager auf:
Jene, die sich lossagen wollten und jene, die loyal zu England standen.
Wer weiß, wie diese beiden Gruppierungen hießen?
- Willie. - Die Whigs.
- Und? - Die anderen hab ich vergessen.
Und auf welcher Seite standen die Whigs?
Auf der der Engländer?
Falsch.
Wer stand auf der Seite der Engländer?
- Jason. - Die Tories.
Richtig. Notiert zu Hause Missstände, die die Kolonien anprangerten.
Morgen sprechen wir dann über Englands Sichtweise.
Das war's für heute. Ihr könnt gehen.
- Hallo, Miss Plum. - Kinder.
- Wie geht es Ihnen? - Schon viel besser, danke.
- Mrs Wilder. - Hallo, wie geht es dem Knöchel?
- Der Doktor sagt, besser. - Wann kommen Sie wieder?
Morgen schon.
Toll.
Eure Hausaufgaben für morgen kennt ihr, also haltet euch ran.
- Wiedersehen, Miss Plum. - Wiedersehen.
- Wiedersehen, Miss Plum. - Wiedersehen.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mir ausgeholfen haben.
Sie haben sicher schon so genug zu tun.
Unsinn, es hat mir Spaß gemacht.
Das hat man gesehen... und gehört.
Sie sind eine fantastische Lehrerin, Laura.
Danke.
Rose ist endlich eingeschlafen.
Du musst ganz schön müde sein.
Nein, eigentlich nicht.
Morgen schläfst du dich aus. Du hast viel gearbeitet.
Manly, ich will nicht ausschlafen.
Weißt du, was ich will?
Ich will morgen zurück in die Schule und unterrichten.
Ich weiß.
Du bist eine wirklich gute Lehrerin.
Genau das bin ich, eine wirklich gute Lehrerin.
Ich sag das nicht aus Eitelkeit. Es fehlt mir einfach.
Ich liebe es, Ehefrau und Mutter zu sein.
Aber das füllt mich nicht völlig aus.
- Ich brauche einen Beruf. - Das wurde aber auch Zeit.
Was soll das denn heißen?
Das heißt, dass ich seit einer Woche darauf warte, dass du das sagst.
Ich wusste, der Unterricht gibt den Ausschlag.
Manly, wovon zum Teufel redest du?
Ich habe die Antwort gefunden. Die Antwort darauf, was du tun kannst.
Bald findet ein Wettbewerb statt.
Er wurde letzte Woche bekanntgegeben.
- Worum geht es? - Schreiben.
- Was schreiben? - Novellen, Gedichte, Romane.
Deine Tagebücher sind sicher voller Geschichten.
In denen stehen nur Geschichten über das Landleben.
- Wen interessiert das schon? - Stadtmenschen.
Sie wissen nicht, wie wir hier leben.
Eine klasse Idee. Du kannst sicher gut schreiben. Du kannst alles.
Beth, sie hat recht. Was hast du schon zu verlieren?
Zeig mal her.
In weniger als vier Wochen war ich mit dem Roman fertig.
Dann war es an der Zeit, ihn Jenny und Almanzo vorzulesen.
Noch nie zuvor war ich so nervös wie an diesem Abend.
"Sie sah ihre Ma an, die in ihrem Schaukelstuhl zufrieden strickte.
Sie dachte bei sich:
Das ist das Hier und Jetzt.
Sie war glücklich darüber, dass das gemütliche Haus, Pa und Ma,
der Kamin und die Musik ihr Hier und Jetzt waren.
All das könnte nie in Vergessenheit geraten.
Denn das Jetzt ist jetzt.
Es kann niemals Vergangenheit sein."
Tante Laura, das ist einfach wunderbar.
Beth...
Ich wusste, dass es gut wird.
Aber dass es so gut wird...
Meinst du das ernst? Ganz ehrlich?
- War dir nie klar, dass du so gut bist? - Nein, wirklich nicht.
Aber es ist genauso wie das Unterrichten.
Es fühlt sich so gut an. Etwas, für das ich wie geschaffen bin.
Wenn der Verleger aus Minneapolis das liest,
musst du einfach gewinnen.
Almanzo hatte recht.
Drei Wochen später waren Jenny und ich auf dem Weg nach Minneapolis.
Gewonnen hatte ich noch nicht, aber sie wollten mich sehen.
Die ganze Fahrt über hatte ich Schmetterlinge im Bauch.
JENSEN BÜRORÄUME
Mr Broxton, das ist meine Nichte Jenny.
- Hallo, Jenny. - Freut mich.
Mein Mann ist bei der Aussaat, also habe ich Jenny mitgenommen.
Eine ausgezeichnete Idee, um der Schule zu entkommen.
Nicht ganz.
Ich bin Lehrerin. Nein, ich war Lehrerin.
- Jenny bekommt genügend Aufgaben auf. - Verstehe.
Wollen wir reingehen? Fühl dich wie zu Hause, junge Dame.
- Auf dem Tisch liegen genug Zeitungen. - Danke sehr.
Mein Chefredakteur, Russell Matthews. Laura Ingalls Wilder.
- Ihr Buch hat mir gefallen, Mrs Wilder. - Danke, Mr Matthews.
Bitte, setzen Sie sich doch. Machen Sie es sich bequem.
Kommen wir gleich zur Sache.
Russell und ich finden, dass Ihr Buch gewinnen
und veröffentlicht werden sollte.
- Das ist ja großartig. - Aber...
Es scheint immer ein Aber zu geben.
Wir finden, dass Ihr Manuskript zu 80 % perfekt ist.
- Zu 80 %? - Anfang und Ende sind sehr gut.
- Aber in der Mitte fehlt ein wenig. - Aha, ich verstehe.
Sie können sich sicher noch an andere Dinge aus Ihrer Kindheit erinnern.
In meinem Koffer sind sechs Tagebücher voll mit Kindheitserinnerungen.
- Wirklich? - Ja, neue Kapitel sind kein Problem.
- Wir brauchen noch drei Kapitel, nicht? - Ja, das sollte reichen.
- Sagten Sie, sechs Tagebücher? - Ja.
- Ich arbeite gerade an einem siebten. - Das ist interessant.
Sehr interessant.
Russell und ich sprachen über die Möglichkeit eines Fortsetzungsromans.
- Wirklich? - Ja, wenn wir einen Markt dafür finden.
- Ich bin sprachlos. - Nun, das Wichtigste zuerst.
Wir brauchen die drei Kapitel sehr bald.
- Wie schnell schreiben Sie? - Wie bald brauchen Sie sie?
In zwei Wochen sollen sie in Druck gehen.
In zwei Wochen?
Gibt es damit ein Problem?
Ich wusste nicht...
dass ich so lange bleiben würde.
Ich hätte mich in meinem Brief wohl klarer ausdrücken sollen.
Das ist kein Problem. Ich werde meinen Mann anrufen.
Gut. Es wird einen Presseempfang geben,
für Sie und die Gewinner für Dichtung und Kurzgeschichte.
Doch Ihr Preis ist der wichtigste.
Kommen Sie morgen wieder mit Ideen für, sagen wir, sechs Kapitel.
Dann suchen wir die drei besten aus. Schaffen Sie das?
- Ich denke schon. - Gut.
Und nun bekommen Sie noch Ihren Vorschuss in Höhe von $ 50.
$ 50?
Ich versichere Ihnen, das ist ganz normal.
Ihr Honorar, beziehungsweise Ihr Preisgeld, wird $ 250 betragen.
Falls es sich gut verkauft, kommen noch die Tantiemen dazu.
- Ich bin sprachlos. - Nicht für lange.
Junge Schriftsteller gewöhnen sich unwahrscheinlich schnell an den Erfolg.
Und wenn Sie jetzt noch den Vertrag unterzeichnen,
wird Mr Matthews Sie in Ihr Hotel bringen.
Werfen Sie ruhig einen Blick drauf.
Das ist ganz normal.
Kann ich ihn morgen unterschrieben zurückbringen?
Natürlich.
Ich versprach meinem Pa, Verträge immer erst zu lesen.
Aber sicher. Sie werden sehen, dass alles seine Richtigkeit hat.
- Danke. - Ich bringe Sie ins Hotel.
- Hier werden Sie sich wohlfühlen. - Oh ja.
Es ist wunderschön hier.
- Darf es sonst noch was sein? - Nein, danke.
Ich danke Ihnen.
- Es ist wunderschön. - Ich dachte, Sie arbeiten erstmal hier.
- Es ist so schön. - Im Büro wird es manchmal hektisch.
Hier können Sie sich besser konzentrieren.
So viel Ruhe habe ich zu Hause nicht.
Hier finden Sie alles: Füller, Papier, Wörterbuch.
Ihre Ausgaben hier übernehmen wir, auch Verpflegung und Zimmerservice.
Sie müssen nur unterschreiben und 10 % Trinkgeld geben.
Sie verwöhnen mich ja.
Entgegen aller Behauptungen trägt Not nicht zu besserem Schreiben bei.
Bequemlichkeit wird also zur Notwendigkeit.
- Dem werde ich nicht widersprechen. - Gut.
- Darf ich Ihnen einen Rat geben? - Sicher.
Nehmen Sie etwas von den $ 50 und kaufen Sie sich etwas Nutzloses.
- Wieso? - Weil es sich fantastisch anfühlt.
Sie sollten sich an das Gefühl gewöhnen.
Ihr Leben wird sich bald ändern.
- Bis morgen früh dann. - Bis dann.
Tante Laura, sieh dir das mal an.
Ist das nicht aufregend?
Ja.
Aber ich habe ein bisschen Angst.
Tante Laura, du arbeitest ja immer noch.
Ich bin fast fertig.
Es ist schon zwei Uhr durch.
Ja. Geh ins Bett, ich komme gleich.
Ist gut.
Berühmt zu sein ist ganz schön harte Arbeit.
Sie haben eine wunderbare Auswahl getroffen.
- Danke. - Vor allem das Kapitel über das Gewehr.
Das ist genau, was das Buch braucht, oder, Russell?
Ja. Außerdem gefällt mir die Geschichte über die Bären und die Ernte.
Deshalb ist seine Position in dieser Firma gesichert:
- Wir denken stets gleich. - Nicht immer.
Manchmal liegst du auch falsch.
Ja, das ist wahr. Machen Sie mit diesen drei Kapiteln weiter.
- Ja, Sir. - Bleibt noch die Sache mit dem Vertrag.
- Haben Sie ihn durchgelesen? - Ja, zweimal.
Zum Glück hatte ich das Wörterbuch.
Und, sind Sie nun zufrieden?
Nun...
Eine Sache nur...
Nur eine? Sie wollen doch nicht mehr Geld, oder?
Nein, nein. Lassen Sie mich die Stelle suchen.
Da ist sie.
"Alle Änderungen des Manuskripts bleiben nur dem Verleger vorbehalten."
Änderungen werden also nicht mit mir besprochen?
- Natürlich nicht. - Aber das könnten wir.
- Russell! - Ach, Broxton.
Mrs Wilder hat das Kleingedruckte gelesen.
Ich würde so einen Vertrag auch nicht unterschreiben.
Also gut. Das ist ja auch nicht so wichtig.
Wir arbeiten immer sehr eng mit unseren Autoren zusammen.
- Ja, mir wäre nur wohler zumute. - Sicher, geben Sie mal her.
Ich streiche "nur dem Verleger vorbehalten".
Ich ersetze es durch
"abhängig... von...
dem Einverständnis der Autorin".
Meine Unterschrift, und das hier ist für Sie.
Danke sehr.
- Wie ist es gelaufen? - Fantastisch.
Es lief so gut, dass ich danach losging und mir etwas Unnützes gekauft habe.
Sogar zwei unnütze Dinge. Und das hier ist für dich.
Mach schon auf.
Ein neuer Hut, den du überhaupt nicht brauchst.
Tante Laura, er ist wunderschön. Vielen Dank.
Jetzt kommt meins.
Setz dich, mach die Augen zu und schummle nicht. Ja nicht schummeln.
Lass sie ganz fest zu.
Wie Mr Edwards immer sagt: "Ich werde kein Schummeln dulden."
So.
Jetzt darfst du gucken.
Und, gefallen sie dir?
Oh ja.
- Die müssen ein Vermögen kosten. - Fast $ 6.
Wenn man die Ohrlöcher mitrechnet.
Hat es wehgetan?
Ich war zu glücklich, um was zu merken.
Mr Matthews hatte recht: Diese Dinge zu kaufen, fühlt sich einfach toll an.
Tante Laura... Ich denke, es wird klappen. Ich weiß es einfach.
- Was wird klappen? - Du wirst reich werden!
- Ich habe das letzte Kapitel fertig. - Das ist wunderbar.
- Ich bringe es Mr Broxton. - Es ist schon nach sechs.
- Er arbeitet immer lange. - Viel Glück.
- Danke. - Wiedersehen.
- Ist Mr Broxton da? - Sie haben ihn knapp verpasst.
Er hatte eine Verabredung zum Essen.
Dann muss ich bis morgen früh warten.
Ich glaube, Mr Matthews ist noch da.
Klasse, vielen Dank.
Herein.
- Wen haben wir denn da? - Störe ich Sie gerade?
Ja, und das ist auch gut so.
Denn ich bin mit einer literarischen Arbeit beschäftigt,
auf die ich keine Lust habe.
Russell Matthews großer amerikanischer Roman.
Ich bin damit beschäftigt, seit ich Yale verlassen habe.
- Darf ich Ihnen einen Drink anbieten? - Nein, danke.
Haben Sie was dagegen, wenn ich mir einen einschenke?
- Natürlich nicht. - Setzen Sie sich doch.
Also, was führt Sie zu mir zu dieser späten Stunde?
Das klingt wohl albern, aber ich bin fertig
und musste das letzte Kapitel sofort vorbeibringen.
Das ist ganz und gar nicht albern.
Ich habe nie einen jungen Schriftsteller erlebt, der anders war.
Broxton ist sicher zufrieden.
Er ist leider schon gegangen.
Dann geben Sie es mir.
Erzählen Sie mir von Ihrem Roman.
Es ist eine mitreißende Liebes-Saga...
zu Zeiten des Britisch-Amerikanischen Krieges.
Das klingt sehr spannend.
Wirklich spannend ist eher die Frage, ob ich jemals damit fertig werde.
Ich finde es sehr schade, dass Sie verheiratet sind.
- Was? - Mich würden Sie nie wieder loswerden.
- Mr Matthews... - Nein.
Ich bin völlig harmlos.
Und ich sage stets, was ich denke. Vor allem nach ein paar Drinks.
Lassen Sie uns essen gehen.
Nein, danke. Ich esse mit meiner Nichte.
Rufen Sie sie an. Sie soll den Zimmerservice kommen lassen.
Nein, wirklich nicht.
Wie Sie schon sagten: Ich bin verheiratet.
Junge Dame, ich habe Sie nur zum Essen eingeladen, das ist alles.
Sie mussten jetzt zwei Wochen am Stück Ihren Verpflichtungen nachkommen.
Es wird Zeit, dass Sie ausgehen.
Sie müssen zu Tode gelangweilt sein von diesem Hotel-Restaurant.
Wir gehen in ein besonderes Restaurant.
Wenn wir dort Freunde von mir sehen, werden sie sich fragen,
wo um Himmels willen ich so eine wunderschöne junge Frau gefunden habe.
Wirklich, Mr Matthews.
Machen sie schon, rufen Sie an. Ein Nein werde ich nicht akzeptieren.
Auf Broxton.
Eine ganze Weile sah es so aus, als bliebe ich der ewige Student.
Ich machte meinen Bachelor und meinen Master.
- Danach machte ich meinen Doktor. - Was ist daran verkehrt?
Ich studierte weder Medizin noch Jura, sondern nur Literaturwissenschaft.
Das hätte ich in meiner Freizeit schaffen können.
Ich wusste nichts mit meinem Leben anzufangen.
Und der Roman wurde einfach nicht fertig.
Also entschied ich mich, als Lehrer zu arbeiten.
Ich musste Essays und dergleichen benoten
und entdeckte mein Gespür für die Arbeit als Redakteur.
Bitte sehr, Mr Matthews.
- Möchten Sie noch etwas Kaffee? - Sehr gern.
- Albert, einen Kaffee für die Dame. - Und für Sie?
- Ich hätte gern noch so einen hier. - Gerne.
Fangen Sie ruhig schon an. Ich trödle immer beim Essen.
- Ist das alles, was Sie essen? - Das reicht mir.
- Danke. - Also...
Wo war ich gerade?
Sie wollten Redakteur werden.
Ja, richtig.
Ich wusste, im Verlagswesen verdient man mindestens so gut wie als Lehrer.
Und ich wollte kein Lehrer mehr sein.
Ich sah mich um und fand mich in Broxtons Firma wieder.
Und seither arbeite ich dort.
- Bitte. - Alles zu Ihrer Zufriedenheit?
- Ja, danke. - Danke, Hugo.
- Mr Matthews... - Nennen wir uns doch beim Vornamen.
Ich bin Russell und würde Sie gern Laura nennen.
Das geht in Ordnung.
Russell, kann ich Sie etwas Persönliches fragen?
Sie können es versuchen.
- Trinken Sie immer so viel? - Ja.
Ja, das würde ich schon sagen.
Und wieso?
Ich finde es einfach angenehm.
- Warum? Finden Sie es anstößig? - Ganz und gar nicht.
Ich habe nur nie jemanden gesehen... Na ja, doch. Mr Edwards war genauso.
Bis er aufhörte. Es hätte fast sein Leben ruiniert.
Ich versichere Ihnen, mein Leben ruiniert es nicht.
Wissen Sie, ich habe eine feste Regel:
Ich fange nie vor 17 oder 18 Uhr abends an zu trinken.
Und ich höre erst auf, wenn ich nachts ins Bett gehe.
Sie brauchen sich wirklich nicht zu sorgen.
Ich werde sogar etwas Salat essen.
Sie vermissen sicher Ihre Familie, wo Sie doch so lange weg sind.
Sehr sogar.
Die Arbeit hat mich gut abgelenkt. Aber nun, da das Buch fertig ist...
Das Buch ist noch nicht fertig.
Es müssen noch einige Änderungen vorgenommen werden.
- Gibt es viele davon? - Nein, nein, keine Sorge.
Und jetzt essen wir lieber, sonst ist Hugo beleidigt.
Mr Broxton, ich verstehe nicht ganz.
Es geht nur darum, die Geschichten aufzuwerten.
- Sie aufzuwerten? - Ja.
Etwas mehr Farbe und Abenteuer kann ihnen nicht schaden.
Tut mir leid, ich hatte den Eindruck, Sie mögen sie so, wie sie sind.
Aber das tun wir doch auch. Verstehen Sie uns nicht falsch.
Die ländliche Idylle, die harten Winter,
die Familie, die immer wieder Not und Elend besiegt.
Ihre Liebe und ihr Glauben an sich. Das ist alles sehr gutes Material.
Doch das Ganze muss so effektiv und kraftvoll wie möglich gestaltet werden.
Finden Sie nicht auch?
Ja, doch.
- Aber es bringt Sie durcheinander. - Ja!
Wissen Sie, Mrs Wilder,
wenn Ma einen Kuchen backt, ist das an sich nicht sehr spannend.
Aber wenn Ma einen Kuchen backt, ohne zu wissen,
dass draußen einer der schlimmsten Stürme des Winters tobt,
und Pa zwei Stunden überfällig ist,
weil er vielleicht im Schneesturm steckengeblieben ist
und dort vielleicht sterben wird,
dann wird der gewöhnliche Akt, einen Kuchen zu backen,
plötzlich zu einer mutigen Tat.
Denn sie dient dazu, die Furcht der Kinder zu unterdrücken.
Diese würden in Angst und Schrecken versetzt werden,
wenn sie ihre Emotionen nicht unterdrücken würde.
Macht das deutlicher, was ich versuche zu sagen?
Ja, das tut es.
Ich erinnere mich an eine Situation, die fast genauso abgelaufen ist.
Sehen Sie.
- Ich tu mein Bestes. - Wir begleiten jeden Ihrer Schritte.
Wollen wir gleich in meinem Büro weitermachen?
- Ja. - Gut.
Gehen Sie ruhig schon vor, Mrs Wilder.
- Ich brauche Russell noch einen Moment. - Aber natürlich.
Wir sind in ein paar Minuten bei Ihnen.
Ausgezeichnete Vorstellung. Du warst nie besser.
Danke. Ich habe getan, was nötig war. Ich will nicht, dass sie Ärger macht.
Gleich nach der Pressekonferenz
setzen wir eine Werbekampagne in Gang.
Wenn sie es sich anders überlegen sollte...
Du weißt ja, die Klausel in ihrem Vertrag...
Vielleicht sollten wir das Buch lassen, wie es ist.
- Wie bitte? - Es ging mir schon lang durch den Kopf.
Es ist die Art und Weise, wie sie ihre Geschichten erzählt.
Die Güte und diese tiefe Unschuld finde ich außerordentlich originell.
Wir sollten die Rechtschreibung prüfen, die I-Punkte setzen
und das Buch so lassen, wie es ist.
- Meinst du das ernst? - Man sollte mal darüber nachdenken.
Ich dachte, nach 12 Jahren in der Firma
wüsstest du genug über die wirtschaftliche Seite.
Ich stimme dir zu: Mrs Wilder ist sehr talentiert.
Aber wenn wir das Buch nicht spannender gestalten, wird es sich nie verkaufen.
Also gut.
Ich kümmere mich darum.
- Almanzo! - Guten Morgen, Mrs Foster.
Guten Morgen.
- Ein Brief von Laura. - Nanu?
- Sie kommt doch morgen. - Vielleicht hat sie Heimweh.
- Sie haben sicher recht. Danke. - Gern geschehen.
Liebster Almanzo, die Änderungen brauchen länger, als ich dachte.
Es könnte noch zwei Wochen dauern.
Ich vermisse dich und bitte dich um Verständnis.
Gib Rose einen Kuss von mir. Ich liebe dich.
Ich dachte, ich wüsste, was Sie und Mr Broxton wollen.
Aber wenn ich dann so schreiben soll... Es tut mir wirklich sehr leid.
Ich weiß, dass Sie sich Mühe geben, Laura.
Es ist nur, dass ich meinen Figuren sehr nahe stehe.
Vielleicht zu nahe.
Ich kann sie mir nur schwer in bestimmten Situationen vorstellen.
Das kann ich verstehen.
Wollen Sie eine andere Herangehensweise probieren?
Wie bitte?
Ich nehme das erste Kapitel und gestalte es etwas um.
Nichts Endgültiges, das Ihnen nicht gefällt.
So kann ich Ihnen zeigen, was ich meine.
Vermutlich.
- Ich komme mir so dumm vor. - Davon will ich nichts hören.
Ruhen Sie sich etwas aus. Morgen früh hab ich das Kapitel fertig.
Sind Sie sicher, dass das der richtige Weg ist? Ich meine...
Vertrauen Sie mir. Einverstanden?
- In Ordnung. - Gut.
Und nun gehen Sie nach Hause und ruhen sich aus.
- Wir sehen uns dann morgen früh. - Bis morgen.
Nun?
Es ist sehr gekonnt geschrieben.
Es ist spannender als das Original.
Genau. Aber es ist immer noch Ihre Geschichte.
Vermutlich schon.
Offen gesagt, ich würde nicht ein einziges Wort daran ändern.
Wie sehen Sie das, Mrs Wilder?
Nun...
Um ehrlich zu sein,
es ist schwer, die richtigen Worte dafür zu finden.
Ausgezeichnet! Darf ich?
Miss Prentiss, das muss sofort zum Fahnenabzug.
Natürlich, Mr Broxton.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag.
Wie wäre es, wenn Russell das restliche Buch überarbeitet
und dabei auf die Vorschläge von Mrs Wilder eingeht?
- Hab nichts dagegen. - Wissen Sie, was Sie sind?
Ein ausgezeichnetes Autorengespann.
Ich sage immer: Im Team arbeitet man am effektivsten.
Und am Ende wird nur Laura Ingalls Wilder als Autorin genannt.
Was sagen Sie dazu, Mrs Wilder?
Das ist wohl die beste Lösung.
Es war eine tolle Erfahrung, Russell arbeiten zu sehen.
Er wusste ganz genau, was er tat.
Er hielt stets Wort und fing erst nach der Arbeit mit dem Trinken an.
Am Abend vor dem Empfang gab ich Jenny die Korrekturfahne zum Lesen.
Tante Laura, ich bin fertig.
Und?
Es ist ganz schön anders.
Das dachte ich auch.
Aber Mr Broxton und Mr Matthews finden nicht.
Es wird sicher ein großer Erfolg, aber ich kenne diese Leute nicht.
So wie du sie beschrieben hast, konnte ich sie vor mir sehen, fühlen...
Red ruhig weiter, Jenny, bitte.
Jetzt ist es anders. Wie kannst du nur deinen Namen unter das Buch setzen?
Alles ist gelogen!
Es tut mir leid.
Ich weiß, so was sollte ich nicht sagen, aber es ist so.
Schon gut, Jenny.
Schon gut.
Den ersten Platz beim Gedichtwettbewerb belegt Mr Robert Holmes.
Danke. Ich weiß gar nicht...
Ich meine, es fällt schwer, etwas zu sagen...
Außer...
Außer... Danke.
Meine Damen und Herren, die Ankunft von Mrs Wilder verzögert sich.
- Wo waren Sie? - Ich musste eine Entscheidung...
- Alle warten auf Sie. - Ich muss Ihnen etwas...
Das können Sie später tun. Kommen Sie. Verzeihung.
Ach, da ist sie ja.
- Ich dachte, Sie kommen nicht. - Es tut mir leid...
- Nun, jetzt sind Sie ja da. - Jenny, setz dich hier hin.
Mr Broxton...
Meine Damen und Herren, der Preis für den Besten Roman
geht an Laura Ingalls Wilder.
Mrs Wilder hat sicher noch etwas zu sagen.
Als ich...
in die erfolgreiche Welt der Verleger eintauchte...
und all das Gerede über Geld und Glorie hörte...
war es für mich als Mädchen vom Lande nicht leicht, damit umzugehen.
Ich war durcheinander und verunsichert.
Das Gefühl kannte ich vorher nicht.
Und plötzlich ist nichts mehr einfach.
Gar nichts mehr.
Es wird schwer, richtig und falsch auseinanderzuhalten.
Vor allem...
meinen Namen auf einem Buch zu lesen, das nicht meins ist
und dafür auch noch Geld anzunehmen.
Tut mir leid.
Mehr kann ich dazu nicht sagen. Entschuldigen Sie mich.
Meine Damen und Herren, bleiben Sie. Es gibt Champagner für alle.
- Sie nimmt den Preis nicht an? - Unverschämt!
Es ging alles so schnell.
Meine Herren, wenn Sie mich entschuldigen würden.
Junge Dame, darf ich die Rede, die Sie soeben hielten, so verstehen,
dass Sie aufgeben wollen?
Ja. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie leid es mir tut.
Wieso haben Sie Ihre Entscheidung nicht früher getroffen?
Ich wollte es Ihnen erklären, bevor Sie mich auf die Bühne zerrten.
Na schön, schön.
Sie sind also fest entschlossen?
Ja, ich fürchte schon.
Das ist der Rest der Anzahlung, fast $ 40.
- Den Rest zahle ich schnellstmöglich. - Das ist akzeptabel.
In absehbarer Zeit zahle ich die weiteren Spesen.
Nicht nötig. Wir kannten Ihre Bedingungen.
Wir haben hoch gewettet und verloren. Das finanzielle Risiko trugen wir.
Ich hoffe, ich habe den Empfang nicht verdorben.
Alles, was Sie verdorben haben, ist eine einmalige Gelegenheit.
Als ich Ihre Klausel aufnehmen musste, habe ich mich anderweitig umgesehen.
Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber dumm bin ich nicht.
Ich nahm einen Roman eines jungen Mannes an,
der nicht im entferntesten so talentiert ist wie Sie.
Doch Russell wird daraus etwas Annehmbares machen.
Der Autor, von dem ich rede, ist heute als Gast hier.
Ich werde ihm nun die frohe Botschaft überbringen.
- Ich wünsche Ihnen eine gute Heimreise. - Danke.
Auf Wiedersehen, Russell.
Ich bewundere Sie sehr.
Komm, Jenny.
Laura.
Laura!
Ich würde Ihnen gerne noch etwas sagen.
- Ich denke, ich warte lieber unten. - Ja, geh nur.
- Worum geht es? - Hören Sie, ich kenne Broxton.
Er redet später mit dem Autor. Sie haben Zeit, es sich zu überlegen.
Und ich bitte Sie, überlegen Sie es sich.
Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Seien Sie doch nicht so dumm!
Ich kann den Erfolg des Buches förmlich riechen.
Sie werfen das einfach weg.
Für so eine Chance hätte ich alles gegeben, und Sie werfen sie weg.
Ich verstehe das nicht.
Sie können tun, was Sie wollen. Sie können alles erreichen.
Ich sah, wie gut Sie schreiben.
- Klar. - Es stimmt doch.
Ich bin ein wahnsinnig begabter Schriftsteller,
solange ich das Material von anderen überarbeite.
Oder warum verschwende ich mein Leben in muffigen Büros für $ 20 die Woche?
Weil ich noch nicht einen vernünftigen Absatz zustande gebracht habe.
Haben Sie eine Vorstellung davon, wie sich das anfühlt?
- Champagner? - Na bitte.
- Die Dame? - Es gibt keinen besseren Zeitpunkt.
Vielleicht sollte ich ein Glas nehmen.
In Anbetracht der Umstände breche ich meine Regel.
Auf Sie, liebe Laura.
Trinken Sie, wenn Sie so Ihre Lügen hinunterzuspülen können.
- Was? - Sie trinken nur, weil Sie Angst haben.
Angst? Angst wovor?
Vorm Schreiben. Das zu tun, von dem Sie wissen, dass Sie es können.
Russell, man braucht viel Mut, um sich der Welt zu öffnen.
Ich hatte Todesangst, als ich mein Manuskript einschickte.
Aber Mut scheint etwas zu sein, das Sie nicht haben, oder?
Sie verstecken sich lieber hinter Ihrer Arbeit. Sie trinken lieber.
- Russell, ich brauche dich hier. - Ach ja?
Ja!
- Tut mir leid, Broxton, ich hab zu tun. - Und was?
Ich muss einen Roman beenden. Und das werde ich gleich tun.
Meine Damen und Herren,
der neue Gewinner des ersten Platzes für den Roman
ist Mr Casey Johnson.
Ich bin sehr stolz darauf, diesen Preis zu gewinnen.
Das habe ich nicht erwartet. Laura hat es abgelehnt, aber ich nehme das Geld.
So geht es oft: Des einen Unglück ist des anderen Glück.
Und für mich ist es fraglos ein ganz großes Glück.
Ich bin sehr stolz auf das Buch und hoffe, dass noch viele folgen werden.
Vielen herzlichen Dank. Danke sehr.
40 Jahre später veröffentlichte Laura Ingalls Wilder ihr erstes Buch.
Viele weitere würden folgen und sie sollten eines Tages sehr beliebt sein.
Dieses Mal nahm niemand irgendwelche Änderungen vor.
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.