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Schau sie dir nur an, Marge.
Ein trauriger Anblick, nicht?
Lässt sich so hängen.
Sieht aus, als wollte sie sterben.
Ich will dir mal was sagen, Pflanze. Du könntest noch viele Jahre erleben.
Viele schöne Jahre.
Aber du musst deine Zeit auch nutzen.
Du musst aufhören, immer nur an dich selbst zu denken.
Das ist unangebracht.
Du trägst eine große Verantwortung, so wie ich.
Wir brauchen einander, du und ich.
Du bekommst von mir...
Kohlendioxid und du gibst mir Sauerstoff zurück.
Wir brauchen einander.
Ich tue meine Pflicht und erwarte von dir dasselbe.
Doktor Haynes?
Hier draußen im Garten, Miss Conley.
Mr Thoms ist hier.
Bringen Sie ihn her. Ich bin gleich mit dem Patienten fertig.
Da ist noch ein Patient.
Denk daran, was ich dir gesagt habe.
Vor dir liegen noch viele Jahre.
Nutze sie.
Morgen, Marvin.
Jedediah.
Wie geht's dir heute?
Nun, wenn es mir gut ginge, wäre ich nicht hier.
Setz dich. Mal sehen, was dir fehlt.
Gesundheit.
Warum untersuchst du mich im Freien?
- Es ist ein schöner Tag. - Nicht für mich.
Wegen all diesen Blumen muss ich ständig niesen.
Du niest doch nur, wenn du schlechte Laune hast. Weißt du doch.
Komm schon, raus damit.
- Was hat die Welt dir angetan? - Ich werd es dir sagen.
Ich ging heute Morgen in den Laden,
um Tee zu kaufen.
Nur eine kleine Dose. Denk dir, was passiert ist.
- Er war ausverkauft. - Nein, er war nicht ausverkauft.
Ich sollte das Doppelte bezahlen. Das Doppelte.
- Hörst du das? - Sicher. Du bist doch taub, nicht ich.
Nein, ich bin nicht taub.
- Lehn dich vor. - Ich bin nur verdammt wütend.
Du bist wohl wütend und taub.
Nies noch mal.
- Gesundheit. - Ich meine...
Alles, was ich will...
ist eine kleine Tasse heißer Tee.
Aber bei den Preisen kann ich mir das nicht leisten.
Die Indianer in Boston hätten den Tee
niemals über Bord geworfen, wenn er...
so teuer gewesen wäre.
Wahrsager müssen dann auch das Doppelte verlangen,
wenn sie im Teesatz lesen.
Er ist oben.
Mein Blutdruck ist zu hoch, oder? So was Dummes.
Immer wenn ich aufgeregt bin, ist er oben.
- Dann reg dich nicht so auf. - Alte Menschen müssen das.
Niemand hört auf sie, wenn sie nicht laut genug sind.
Ich glaube, du verwechselst Hören mit Zuhören.
Ja, vielleicht hast du Recht.
Rein damit.
Sag mir, wenn du genug hast.
Gott weiß...
wie oft ich meinen faulen Enkel angeschrien habe.
Er hat nie auf mich gehört.
Verließ die Stadt heute Morgen.
Auf und davon, ohne mir ein Wort zu sagen.
Kalifornien.
Was in Gottes Namen macht er wohl in Kalifornien?
Er weiß es selbst nicht.
Deshalb geht er da hin.
Junge Leute wollen an fremde Orte,
wo sie noch nicht waren. Sie brauchen Abenteuer.
Später im Leben hast du nur Spaß, wenn du weißt, was dich erwartet.
Ja.
Ja...
Mag sein.
Gesundheit.
- Nimmst du auch deine Medizin? - Natürlich nehme ich sie.
So habe ich etwas zu tun.
Ich nehme sie um neun, um zwei und um sieben.
- Etwas, worauf ich mich freuen kann. - Krempel deinen Ärmel wieder runter.
Schade, dass es dir nicht gut geht.
Ich könnte noch mehr von deinen Blumentöpfen gebrauchen.
- Die Coopers haben noch mehr als genug. - Ich weiß, aber...
Die Pflanzen scheinen in deren Töpfen nicht zu gedeihen.
Mit deinen Töpfen habe ich nie das Problem.
Na ja.
Wenn ich mich wieder besser fühle,
kann ich dir welche machen.
Das würde mich sehr freuen. Wirklich.
Okay.
Ich...
versuche, gesund zu werden.
Ich denke, so viel bin ich dir schuldig.
Auf Wiedersehen.
Wiedersehen, Mr Thoms.
Oh, Doktor.
Wegen der Blumentöpfe.
Wie viele wirst du denn brauchen?
So viele, wie du machen kannst.
Also... Okay, ist gut.
Blumentöpfe?
Wissen Sie eigentlich, wie viele Blumentöpfe Sie haben?
Natürlich weiß ich das.
Ich bin nicht senil, ich bin nur alt.
Er braucht eine Beschäftigung.
Ich bin ein glücklicher Mann, Miss Conley.
Ich bin Arzt.
Und ich bin nicht allein.
DR. H. BAKER
Es geht immer schneller, alter Mann.
- Redest du mit dir selbst, Marvin? - Ja.
Aber ich streite nicht.
- Wie geht's dir so? - Ganz gut.
Ich wollte nur wissen, ob die Medizin gekommen ist.
Ja.
- Danke, Doktor Baker. - Bitte sehr.
Ich kann Ihnen nichts anderes dazu sagen.
Überhaupt kein Problem, Doktor Baker.
Ich hole eine zweite Meinung ein.
In Minneapolis, bei einem richtigen Arzt.
Guten Tag, Marvin.
Die ist ja richtig böse.
- Was fehlt ihr denn? - Nichts.
Vielleicht findet sie einen Arzt, der ihr sagt, was sie hören will.
- Es gibt schon komische Leute. - Ja.
Da ist sie. Direkt vor meiner Nase.
Sieh besser nach.
Werden deine Augen schlechter?
Nein, sie sind wie immer, würde ich sagen.
Wann warst du das letzte Mal bei einem Doktor, Doktor?
- Ich traue keinen Ärzten. - Mal im Ernst, Marvin.
Lass mich die Untersuchung machen. Die brauchst du doch für die Zulassung.
- Vor nächster Woche geht es nicht. - Du kommst nächsten Mittwoch.
Mittwochnachmittag. Kein Arzt arbeitet Mittwochnachmittags.
- Also bis Mittwoch. - Und wenn du wieder nicht da bist,
musst du das Versäumnis bezahlen.
Ich werde da sein. Bis Mittwoch.
Doktor Marvin. Was führt Sie hier her?
Ich habe... Jenny an der Schule verpasst.
Ich... wollte ihr etwas geben.
Sie ist direkt nach der Schule Schwimmen gegangen.
- Ich kann es ihr ja geben. - Also...
Ich gebe es ihr lieber selbst.
Was ist es denn?
- Kaubonbons oder Lakritze? - Weder noch. Ich schwöre.
Geleebohnen.
- Wusste ich es doch. - Ach, Laura...
Weißt du, Kinder möchten ab und zu was Süßes.
Außerdem...
macht mir dieses Kind viel Freude. Sie kommt vorbei,
redet mit mir, und erzählt mir,
was mit jungen Leuten heutzutage so los ist.
Sie müssen sie nicht bestechen.
Das ist nicht Bestechung, das ist...
eine Belohnung.
Also gut. Ich gebe ihr die Belohnung in Ihrem Namen.
Hier.
Eine kleine Süßigkeit?
- Sag ihr einen Gruß von mir. - Mach ich.
- Auf Wiedersehen. - Bis dann.
- Los Jason, schubs sie runter. - Los Jenny, du schaffst das.
- Noch ein Mal. - Es reicht, Jason, mein Nacken tut weh.
Was, du lässt dich von einem Mädchen besiegen?
Ich muss jetzt Tante Laura mit dem Essen helfen.
Diesmal hätten wir dich besiegt.
Alte Gans.
Meine Kette.
Ich hab das Medaillon verloren.
Sicher während wir gespielt haben.
Hätte ich sie doch abgenommen.
- Ich muss sie finden. - Jenny.
Das hat doch keinen Zweck.
Ich muss es versuchen. Da ist ein Bild von meinem Pa drin.
Jenny, das bringt doch nichts.
Ich muss sie finden.
Jenny.
- Ich helfe ihr besser. - Sie wird sie eh nicht finden.
Ich muss ihr trotzdem helfen.
- Sie taucht ja gar nicht mehr auf. - Ich weiß.
Los, komm!
- Jenny? - Nancy, lauf schnell zu den Wilders.
Und dann hol Doktor Baker.
- Geht's ihr gut? - Ich weiß es nicht. Los!
Doktor Baker sagte, Jenny hätte Glück gehabt.
Doch der Sauerstoffmangel blieb nicht folgenlos.
Sie konnte ihre Hände kaum noch benutzen
und das Reden fiel ihr auch schwer.
Es gibt leider kein Anzeichen der Besserung.
Sie war zu lange ohne Sauerstoff.
Es gibt bestimmt irgend jemanden.
In der Stadt.
Ich kann dir die Namen einiger guter Ärzte nennen.
Wir fahren morgen hin.
Mach dir nicht zu große Hoffnungen.
Ärzte können nicht zaubern.
- Ich weiß. - Das wird sicher sehr teuer.
- Das geht schon. - Also gut.
- Ich mache euch einen Termin. - Danke.
Mach dir nicht zu große Hoffnungen.
In Ordnung.
Das gilt auch für Jenny.
Das war's. Wir sind fertig.
Jenny, warte bitte draußen.
Ich warte hier mit Jenny.
Und, wie war es?
G... ganz gut.
Wenn wir hier fertig sind...
Wollen wir dann ein Eis essen gehen?
Ich...
wüsste gern,
was... er sagt.
Ich weiß nicht, mein Schatz.
Wir werden es früh genug erfahren.
Beth, wir sollten nach Hause fahren.
Warte, Marvin. Du hast doch einen Termin bei mir.
Lass mich dich untersuchen.
- Nächste Woche. - Deine Zulassung ist abgelaufen.
- Hast du schon Nachricht? - Bisher nicht.
Das ist nicht komisch. Ich untersuche dich jetzt.
Nein, Hiram.
Ich bestehe sowieso nicht.
Wieso nicht?
Deine Augen.
DR. H. BAKER
Dann musst du dein Schild abhängen, das weißt du ja.
Ich weiß.
Es tut mir leid.
Da sind Sie ja.
- Sie haben um zehn einen Termin mit... - Streichen Sie ihn.
Streichen Sie alle meine Termine.
Und überweisen Sie meine Patienten an Doktor Baker.
- Doktor? - Mister.
Ich bin jetzt kein Arzt mehr.
Ich habe das Wissen und die Hände eines Arztes.
Aber ich habe nicht die Augen eines Arztes.
Ich weiß zwar nicht, was Sie fühlen,
aber bestimmt ist es so etwas wie Mitleid.
Glauben Sie mir, Miss Conley, ich brauche es nicht.
Ich habe immer hart gearbeitet.
Ich bin bereit... kürzer zu treten
und meine goldenen Jahre...
zu genießen.
Greifen Sie schon mal zum Hörer und sagen Sie die Termine ab.
Miss Conley?
Sie sind eine wundervolle Krankenschwester.
Die beste.
Sie werden mir fehlen.
Ich habe Ihnen das in ein paar Tagen zugeschnitten.
Almanzo, seit wann bist du zurück?
Seit gestern Abend.
Die Fahrt war wohl umsonst.
Wie kommt Jenny zurecht?
Viel besser, als ich gedacht habe.
Ein tapferes Kind.
Sie will unbedingt wieder zur Schule gehen.
Sehr gut. Je eher sie versucht, wieder ganz normal zu leben, desto besser.
Das versuche ich Laura auch zu sagen.
Sie muss das Kind selbst machen lassen.
- Sie ist doch sonst nicht so. - Ich weiß, ich weiß.
Ich denke, dass sie sich die Schuld für den Unfall gibt.
Ich sage ihr immer wieder, dass das Unsinn ist.
Isaiah, ich komme nicht an sie ran.
Das wirst du schon. Es braucht seine Zeit.
Lass uns arbeiten. Hast du neue Aufträge?
Ja, sie hängen im Büro.
Mit dem hier bin ich fertig.
Dann fang ich mit dem nächsten an.
Du bist erst einen Tag zurück und dein Ehemann
lässt dich arbeiten.
Man tut, was man kann.
Was ist mit Jenny? Hat sie zu tun?
- Sie kann noch nicht viel machen. - Wer sagt das?
- Was? - Sagst du das, oder Jenny?
- Doktor. - Augenblick.
Lass dir was von einem alten Mann sagen.
Eines habe ich in den Jahren als Arzt gelernt.
Wenn ein Patient unten ist, sollte man ihm wieder aufhelfen.
- Es wird schon die Zeit kommen. - Jetzt ist die Zeit, Laura.
Je mehr sie tut, desto besser.
Zu mir kamen Patienten, um die sich keiner mehr kümmerte.
Man muss die Leute antreiben. Ihnen Liebe geben, aber sie antreiben.
Ihnen Mut machen, aber sie antreiben.
Ich versuche es, so gut ich kann.
Wir beide könnten es doch versuchen.
Ich praktiziere nicht mehr als Arzt
und habe viel Zeit zur Verfügung.
Ich bräuchte etwas Hilfe im Garten und so.
Arbeit ist die beste Therapie.
Wer weiß, wofür es gut sein könnte.
- Die Ärzte sagen alle das gleiche. - Glaub mir, Laura, ich habe es erlebt.
- Doktor Marvin. - Jenny.
Du hast mir gefehlt, mein Kind.
Wer kommt schon zu einem alten Mann?
Ich habe Sie auch vermisst.
Wir haben gerade von dir gesprochen. Hättest du Lust,
mir im Garten zu helfen?
- Doktor. - Nur für eine Weile.
Bis du wieder zur Schule gehst.
D... darf ich?
Na gut. Aber nur für eine Weile.
Gut.
- Wann willst du anfangen? - Morgen.
Also morgen früh, in neuer Frische.
Bring die Tüte Lakritze besser ins Haus, eh die Sonne alles verklebt.
Ich bring sie für dich rein.
Sie hat sie schon.
- Bis morgen. - Bis dann.
Ich bringe sie um acht vorbei.
Acht ist gut, aber...
lass sie laufen. Und...
lass sie ein bisschen Lakritze essen. Kauen ist auch Üben.
Kleiner Vogel, ich werd dir nicht weh tun.
Doktor Marvin wird dir helfen.
Da bist du also.
Marge.
Vielleicht könntest du dich mal
mit dem Herrn da oben unterhalten.
Nicht, dass ich meine,
er hätte einen Fehler gemacht.
Aber wenn die Käfer etwas größer wären,
könnten die Alten sie besser sehen.
Doktor... Marve.
Schauen Sie mal, was ich gefunden hab.
Was haben wir denn da?
Hab keine Angst.
Was... fehlt ihm denn?
Scheint, als haben wir hier...
einen gebrochenen Flügel.
Und...
können Sie ihm helfen?
Wir können es versuchen.
Für einen Vogel brauche ich ja keine Zulassung.
- Komm mit. - Wird... er...
- wieder... gesund? - Ich hoffe es.
Wenn wir hier fertig sind,
müssen wir dem Vogel einen Käfig bauen.
Ich... helfe dabei.
Das musst du auch. Du hast ihn gefunden.
Du bist jetzt für ihn verantwortlich.
Du kannst hier weitermachen.
Fest ziehen. Ich hol das Klebeband.
Ich...
bin froh, dass...
ich... hier arbeiten kann.
Ich auch.
Ich...
liebe.... Tante...
Laura. Aber...
Aber was?
Sie... scheint...
sehr traurig...
zu sein.
Sie weint.
Ich... höre sie...
nachts.
Und ich...
weiß, es ist...
wegen... mir.
Sie liebt dich, deshalb.
Sei geduldig mit ihr.
So.
Dieser Vogel wird eine Weile bei uns bleiben.
Wir sollten ihm besser einen Namen geben.
Ist es... denn...
ein Männchen... oder...
ein Weibchen?
Das ist schwer zu sagen bei manchen Vögeln.
Jedenfalls für uns Menschen.
Für Vögel nicht.
Was ist... mit...
Robin?
Ein guter Name für einen Vogel.
Und... er ist...
für...
Männchen...
und... Weibchen.
Robin Hood...
und... es gibt...
ein Mädchen in der Schule...
das... Robin heißt.
In Ordnung. Robin also.
Hier, du nimmst Robin.
Wir gehen jetzt in den Garten und fangen mit dem Käfig an.
Ich...
hab... dich... lieb, Robin.
Ich möchte nicht, dass Jenny so oft bei Marvin ist.
Wieso nicht?
Sie ist erschöpft und konnte kaum ihre Augen offen halten.
Und sie hat kaum etwas gegessen. Das ist alles zu viel für sie.
Beth, wie oft ist sie früher schon vom Spielen erschöpft heim gekommen?
Das war etwas anderes.
Und wieso?
Da war sie noch gesund. Woher wissen wir, dass ihr das gut tut?
- Die viele Lauferei... - Beth.
Es ist gut für sie. Sie hat Spaß dabei.
Behandele sie nicht wie einen Invaliden.
Lass ihr noch ein bisschen Zeit.
Okay?
Also gut.
Hier, Essen.
Hungrig?
Friss ruhig.
Ich... werde...
Robin... vermissen.
Ich weiß, was du meinst.
Ich werde dich auch vermissen.
Mich...
- vermissen? - Ganz genau.
Es wird Zeit, dass du wieder zur Schule gehst.
Ich...
- bin noch nicht soweit. - Aber sicher doch.
Du hast Fortschritte gemacht, in den letzten Wochen.
- Aber... - Kein aber. Ich bin der Arzt.
Du kannst wieder einwandfrei lesen.
Hier.
Du hältst den Stift mit einer Hand.
Junge Dame, du bist jetzt bereit für die Schule.
Ich weiß nicht, ob...
Tante Laura mich schon gehen lässt.
Sicher lässt sie dich gehen.
Du musst sie einfach etwas überreden.
Bring ihr eine schöne Blume mit. Blumen wirken Wunder bei Frauen.
Gute... Idee.
Warte. Versuche sie mal mit einer Hand zu schneiden.
So.
Und jetzt drücken.
Fest zudrücken.
- Ich... kann es. - Natürlich kannst du es.
- Jetzt geh und erzähl es Laura. - In Ordnung.
- Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
Ich werde sie vermissen, Marge.
Sehr sogar.
Die zweite Klasse macht weiter mit Seite 86.
Und die dritte Klasse macht weiter mit Seite 43.
- Und ihr anderen schlagt bitte Seite... - Jenny.
- Jenny, du bist wieder da. - Jenny.
- Du musst uns alles erzählen. - Bitte setzt euch wieder hin.
Na los. Wir haben dich vermisst, Jenny. Herzlich willkommen.
Wir sind alle sehr froh, dass Jenny wieder bei uns in der Klasse ist.
Kann Jenny uns erzählen, wie es war, fast zu ertrinken?
- Ja los, erzähl es uns. - Kinder, ich weiß nicht,
ob sie darüber reden möchte.
Bitte. Wir möchten es hören.
Ja, mein Pa sagt, wenn jemand fast stirbt,
ist es so, als wäre man im Himmel.
Jenny, wenn du reden möchtest, ist das okay.
Und wenn nicht, ist es auch okay.
Ich habe... nichts gesehen.
Ich weiß nicht mehr, was war,
nachdem ich nach dem Medaillon
griff.
Danach...
wurde alles... schwarz.
Und im... nächsten Augenblick...
war ich im...
Bett.
Aber Tante...
Laura...
erzählte mir...
was...
passiert ist.
Ich habe...
Glück, dass ich...
noch lebe.
Ich...
bin noch nicht...
wieder gesund.
Aber... es geht...
mir ständig...
besser.
Ich...
bin...
Danke, Jenny.
Noch mal: willkommen zurück.
Gut.
Schlagt euer Buch auf
und lest erstmal leise für euch.
Und dann reden wir über das Kapitel.
Ich hasse diese Schuhe.
Sie quetschen meine Füße ein.
Schade, dass du nicht mitspielst.
Muss schlimm für dich sein. Du warst die beste Spielerin der Schule.
Ich könnte nicht weiterleben, wenn mir das passiert wäre.
Als du heute Morgen anfingst zu reden...
Wir wussten zwar, dass es dir nicht so gut ging, aber...
Glaubst du echt, das wird je wieder besser?
Nancy, du musst ins Feld.
Ich komme.
Sei froh, dass du nicht spielen kannst.
Jenny, bist du das?
Ja.
Wolltest du heute nicht wieder zur Schule gehen?
Ich war...
dort.
Aber ich bin... weggelaufen.
Doktor Marvin, es war so schrecklich.
Alle waren so anders und...
Nancy sagte Dinge,
die mich verletzt haben.
Ich will nie mehr...
dorthin... zurück.
Ich will bei Ihnen bleiben.
Nur ruhig, Kind. Genug geweint.
Du warst also wieder in der Schule.
Und die sind anders zu dir gewesen. Richtig?
- Ja. - Und du bist nicht anders gewesen?
Du warst kein bisschen anders, als vorher?
Natürlich warst du anders.
Aber...
sie haben mir so ein...
schlechtes Gefühl gegeben.
Weil sie sich selber auch schlecht gefühlt haben.
Du musst ihnen eine Chance geben.
Aber Nancy sagte...
Nancy sagte dir gemeine Dinge.
Hat sie das nicht immer getan?
Ja, aber...
Aber was? Sollte sie jetzt etwa nicht mehr gemein sein?
Das ist Unsinn. Du bist böse auf die Kinder, die anders zu dir waren.
Und auf Nancy, weil sie tat, was sie sonst auch tut.
Ich dachte, Sie... würden es verstehen.
Gehst du jetzt nach Hause und versinkst in Selbstmitleid?
Sie verstehen mich nicht.
Ich dachte, Sie wären mein Freund.
Aber Sie sorgen sich nicht.
- Überhaupt nicht! - Gut so, sei nur wütend.
Das ist gut für dich.
Ich tu es auch. Ich bin Arzt und werde erblinden und das macht mich so wütend.
Ich bin immer noch ein guter Arzt, kann aber niemandem mehr helfen.
Ich verstehe dich sehr gut.
Und du bist mir wichtig.
Sonst hätte ich dich nicht zur Schule geschickt. Es wäre mir lieber,
wenn du jeden Tag hier bei mir wärst. Es machte mich sehr glücklich.
Und es gab mir das gute Gefühl,
noch jemandem helfen zu können, gebraucht zu werden.
Und ich hatte nicht ganz so viel Angst
vor der wachsenden Dunkelheit.
Weil du da warst.
Jenny.
Du bist mein letzter Patient.
Und es geht dir immer besser.
Solange du kämpfst, wird es dir immer besser gehen.
Du warst vorhin wütend. Nutze das.
Kämpfe gegen deinen Zustand. Zeig es Nancy.
Zeig es allen.
Hier.
Geleebohnen.
Ich komme erst wieder am Samstag zurück,
wegen der Schule.
Ich werde hier sein.
Jenny, wo warst du? Ich wollte dich von der Schule abholen.
Was war los?
Entschuldige, Tante Laura.
Geht es dir gut?
Jetzt... geht es mir gut.
Ich musste...
erst noch...
wütend werden.
Ich erzähle es dir...
auf dem Heimweg.
Du brauchst mich morgen nicht zur Schule fahren.
Ich werde laufen.
Es ist ein langer Weg. Wirklich?
Glaub mir, ich schaffe das.
Ich schaffe das.
Und sie schaffte es wirklich.
Nach wenigen Monaten rannte Jenny zur Schule.
Und am Ende des Jahres
war es so, als ob der Unfall nie passiert wäre.
Es sind gelbe Margeriten.
Jenny war Doktor Marvins letzter Patient.
Und er war sehr stolz auf sie.
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