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- Nein, nein, nein, nicht jetzt. - Die Liebe ist eine Inspiration.
Sie kennt weder Zeit noch Raum.
Wo sie ist, ist das Glück.
Liebe ist der Quell der Poesie.
Der Sinn jeder Kunst.
Oh, wie du das sagst. Das klingt wunderbar.
Sag mir, dass ich die Muse der Erleuchtung bin.
Das bist du, mein holder Engel.
Nur du allein und keine andere.
Und was ist mit Octavia?
Octavia regt nur ein Gefühl in mir.
- Und welches? - Ich würde sie gerne erdrosseln.
Aber warum reden wir über Octavia?
Ich werde bald abreisen müssen.
Nach Attica. Und du wirst mich begleiten.
Wie kannst du es wagen, mich zu stören?
Verzeih mir, Claudius Nero.
Aber unser mächtiger Kaiser hat nach dir verlangt.
Du sollst zu ihm in seinen Palast kommen.
Mal sehen, was der Alte wieder hat.
Claudius Nero ist hier, um Euch zu sehen, göttlicher Cäsar.
So soll er kommen. Er soll kommen.
Es gibt für jeden etwas zu trinken.
Hier, kleine Fischlein.
Trinkt mit mir.
Gefallen dir meine kleinen Fischlein, Nero?
Ich habe sie alle mit dem Rest des Hofes geerbt.
Ich bin auf Euren Befehl hier, Göttlicher.
Oh, ja, ich vergaß.
Komm, ich will mit dir sprechen, lieber Neffe.
So setz dich, setz dich zu mir.
Ich möchte mit dir über deine Mutter sprechen, Nero.
Narcissus sagt mir, sie schmiede Pläne gegen mich.
Denkt ihr, das ist wahr?
Sag nicht, du wüsstest es nicht.
Mein Thron. Deine dich liebende Mutter hat Ambitionen mit dir.
Mein Vater.
Britannicus, Du kommst immer zuerst.
Wie stolz ich auf dich bin.
Ich mag meinen Jungen. Komm.
Licht meines Lebens.
Komm her, komm.
Nero, warum rezitierst du kein Gedicht für uns?
Du siehst, wie betrübt Britannicus heute ist.
Weißt du nichts, um uns aufzumuntern?
Na los, sing. Sing uns eines deiner Lieder.
- Na los. - Los, sing!
Oh, sie buhlte um Rom, das sie für Brot säugte.
Nun bist du die Mutter, die Göttin aller.
Du gabst Rom das Leben, warst eines jeden Mutter und niemandes Weib.
Jetzt nicht mehr als eine Statue, die steht auf dem Kapitol.
Du begannst all diesen Kampf und Streit,
du ließest mich das Geheimnis der Ewigkeit beschwören.
Der Himmel schickt die Sonne zum Himmel und das Dunkel der Nacht.
Arme kleine Paulina.
Was für eine Schande, dass dein Kopf die ehrgeizige Idee entwickelte,
dass du mir im Weg stehen könntest.
Locarno pflegte zu sagen, dass es in ganz Rom
kein schöneres Gebiss gäbe, als das von Lollia.
Werft ihren Kopf den Hunden zum Fraß vor.
Raus mit euch! Alle!
Auf der Stelle!
Ich etwa auch, Mutter?
Nein. Was redest du denn da, mein Liebling?
Komm her.
Warum siehst du so traurig aus?
Man hat mich eben furchtbar beleidigt.
Oh, Mutter.
Nein, nein. Du weißt doch genau, was das für Folgen haben kann.
Komm her.
Du kannst dir nicht vorstellen, mein Sohn, wie empört ich bin.
Stell dir vor, diese dreckige Hure,
Lollia Paulina hat tatsächlich schönere Zähne gehabt als ich.
Das ist noch gar nichts.
Wenn du wüsstest, wie ich beleidigt worden bin, Mutter.
Dieser saudumme Tor, der sich dein Gatte nennt,
und sein Sohn haben sich über meine Verse
und meine Musik lustig gemacht.
Nein. Ist das wirklich wahr?
Was deine Melodien betrifft, bin ich sicher, dass Orpheus
vor Neid erblassen würde.
Und was deine Verse angeht,
so tut es mir nur leid, dass sie nicht etwas schlechter sind.
Dann würde ich nämlich leichter Worte des Lobes für sie finden.
Nur du verstehst mich, geliebte Mutter,
nur du allein genügst mir nicht.
Schon morgen werde ich mich nach Attika einschiffen.
Ich gehe freiwillig ins Exil.
Ins Exil?
Oh nein, du wirst nirgendwo hingehen, denn dein Platz ist hier in Rom.
Denn nur wenn du hier bist, kann ich meine Pläne verwirklichen
und dir den Weg zum kaiserlichen Thron ebnen, Nero.
Aber wie sollte das gelingen?
Lass das die Sorge deiner Mutter sein.
Ich liebe dich. Du bist bald der neue Imperator von Rom.
Du machst mich glücklich, Mutter.
- Du... - Ja, ich weiß.
Sei still und entspanne.
Wahnsinn.
Oh. Ja. Ja.
Oh. Mutter.
Mein geliebter Sohn.
Ich weiß, was du brauchst.
Ja. Ja.
Mein Liebling.
Mein Kaiser.
Na, tut das gut?
Du kannst ruhig eintreten, Lucusta.
Ich will nur meinen kleinen Nero noch etwas aufheitern.
Er war so verstört.
Bist du gewiss, dass es auch sofort wirkt?
Mit Pilzen vermischt,
würde es selbst einen Stier töten, göttliche Herrin.
Das will ich auch für dich hoffen.
Du kannst jetzt wieder gehen.
Wenn ich deine Dienste noch mal brauche,
lasse ich dich rechtzeitig in den Palast rufen.
Ich stehe immer zu Euren Diensten, oh Göttliche.
Oh, wie selig du da liegst, mein kleiner Liebling.
Schlaf ganz ruhig.
Du, mein Sohn, wirst Roms zukünftiger Kaiser sein.
Reich mir deinen weißen Alabasterkörper. Ja.
Oh ja. Oh!
Du machst mich rasend.
Das Imperium befindet sich in Gefahr.
Und deshalb muss ich mich mit ganzer Kraft den Regierungsgeschäften widmen.
Deshalb habe ich beschlossen, dass meine verehrte Agrippina
sich für eine Weile von Rom entfernt und auf einen Landsitz zurückzieht.
Ist das ein Befehl des Imperators oder meines Gatten.
Des Imperators.
Du duftest wie ein paradiesischer Blumengarten.
Ich hab dir dein Lieblingsgericht zubereiten lassen.
Frische Pilze in einer köstlichen Soße.
Wie köstlich.
Frische Pilze. Wie aufmerksam.
Oh, meine göttliche Venus.
Komm du göttlicher Stier.
Oh du Wundervolle.
Oh ja!
Geliebter.
Du wirst mich doch mitnehmen nach Attica, nicht wahr?
Nein. Meine Mutter hat schon andere Pläne.
Sie will nicht, dass ich abreise.
Warum denn nicht?
Der Kaiser ist tot.
Agrippina, der göttliche Imperator Claudius
ist in das Reich der Götter zurückgekehrt.
Oh!
Armer Britannicus!
Was für ein furchtbarer Schicksalsschlag für dich.
Ich habe deinen Vater mehr geliebt als mich selbst.
Er war nicht nur ein großartiger Kaiser, sondern auch ein liebevoller Gatte.
Wie schrecklich, dass er auf so schändliche Weise von uns gehen musste.
Diesen Meuchelmord hat er nicht verdient.
Und das Furchtbarste ist,
dass der Verdacht sofort auf dich fallen wird,
denn du müsstest eigentlich die Nachfolge deines Vaters antreten.
Aber dann würden alle mit Fingern auf dich zeigen und dich einen Mörder nennen.
Nimm meinen Rat und geh schnell ins Exil.
Oh, oh.
Niemand darf den Palast verlassen.
Denn noch soll man es nicht erfahren, dass der Kaiser gestorben ist.
Deshalb ruft die Musiker.
Wir werden morgen hier im Palast ein großes Fest feiern.
Und der göttliche Claudio wird für immer unter uns sitzen.
Hey, seht mal, was er da macht.
Das ist ja unglaublich.
Habt ihr das schon mal gesehen?
Erlaube mir, göttlicher Imperator,
dass ich dir den Nektar meiner Trauben zum Kosten reiche.
Trinket den köstlichen Saft der Reben.
Göttlicher Kaiser, dein Freund Trimalcione
reicht dir diesen Kelch köstlichen Weines.
Gift! Der Kaiser wurde ermordet.
Stirb!
Was für ein abscheuliches Verbrechen!
Sei mir gegrüßt,
Claudius Nero, Imperator!
Heil dir, Imperator!
Oh, was für reizende Brüstchen.
Darf ich mal anfassen?
Acte!
Warum kommst du nicht auch ins Wasser
und gesellst dich zu meinen Fischlein?
Deine Mutter wartet auf dich, Imperator.
Meine Mutter.
Kann mich dieses Weib nicht mal einen Augenblick in Ruhe lassen.
Meine geliebte kleine Acte!
Warte in meinem Schlafgemach auf mich.
Ich will dich süß und willig. Hörst du?
Ich bin gleich bei dir.
Britannicus, geliebter Bruder.
Du brauchst dich vor niemandem zu fürchten.
Britannicus du weißt, dass du die Macht
mit mir gemeinsam teilst.
Niemand wird es wagen, meinem Bruder ein Haar zu krümmen.
Zumindest so lange nicht, wie ich es will.
Morgen sollst du bei den Gladiatorenkämpfen
neben mir auf der Tribüne sitzen.
Und jetzt komm mit.
Na, Bruder, Wie gefällt dir das?
Sind das nicht hübsche Fischchen?
Ah! Da bist du ja endlich!
Ich habe wichtige Dinge mit dir zu besprechen.
Beglaubige das hier. Das ist das Dekret,
das Palante anstelle des Diebes Narzissus zum Senator ernennt.
Ja, Mutter.
Und das hier ist die sofortige Ernennung
Senofontes zum kaiserlichen Leibarzt.
Gern, Mutter.
Und mit Hilfe dieses Dekrets wird die Dirne Acte
für den Rest ihres Lebens ins Exil geschickt.
Nein, Mutter.
Ich kann ja verstehen,
dass du dich dagegen sträubst, mein kleiner Liebling.
Aber was soll denn aus deiner Gattin werden?
Eine Kaiserin, von einer Konkubine verdrängt.
Du weißt genau, Mutter, ich kann diese fade Octavia nicht ausstehen.
Mein Sohn, die Staatsräson befiehlt.
Du bist der göttliche Imperator.
Ja, ja, aber...
Und morgen wirst du in der Arena ankündigen,
das die Hure Acte endgültig auf eine ferne Insel verbannt wird.
Hast du verstanden?
Ja.
Du weißt, was du zu tun hast?
Ja Mutter!
Oh, jetzt!
Oh, Agrippina.
Komm in meine Arme, kleiner Kupferbart.
Gestatte mir, dich zu trösten.
Dieser Spitzname ist vergeben.
Nur meiner lieben Mutter ist gestattet, mich so zu nennen.
Sie erdachte den Namen und ich gestatte niemandem, ihn zu nutzen.
Nicht einmal dir.
Geht es meinem Nero nicht gut?
Ich bin nicht dein Nero.
Ich weiß, was los ist.
Du warst bei deiner Mutter.
Sie erstickt mich.
Ich bin nur ein Instrument in Mutters Hand.
Das ist wahr.
Deine Mutter hält eine schwere Hand über dich.
Kuschel dich an mich.
Acte wird dich beschützen und dir ein gutes Gefühl geben.
Deine Gattin sieht heute besonders hübsch aus, Nero.
Was hast du gesagt, Mutter?
Gar nichts.
Britannicus.
Hast du schon dem Mörder deines Vaters ins Auge gesehen?
Also?
Ich denke, es war Trimalcione.
Du hast ihn vollkommen zu Recht bestraft.
Dieser Dummkopf wollte einen toten Mann vergiften.
Deshalb habe ich ihn bestraft.
Was meinst du, Britannicus?
Dann waren es vielleicht Palante und Senofonte.
Tigellinus.
Zu Befehl, Imperator.
Tigellinus.
Nimm Palante und Senofonte wegen Majestätsbeleidigung fest,
Und zwar zusammen mit ihren Frauen, Kindern, freigelassenen Sklaven.
Vorwärts!
Nein, nein, nein, Cäsar, nicht.
Ich bitte dich. Im Namen der Götter. Das kannst du doch nicht machen.
Ich bin unschuldig. Ich habe nichts getan.
Ich flehe dich an, Cäsar.
Britannicus, ich werde immer auf deiner Seite stehen.
Na schön.
Wie kann er das seiner eigenen Mutter das antun?
Mir, die ich ihm das Reich schenkte?
Ich bin sicher, dass er Senofonte trotz mir kastrieren ließ.
Wie denkt Ihr, dass ich mich fühle?
Eine seit Jahren verheiratete Frau und immer noch Jungfrau!
Ich weiß,... dass er es nicht kann.
Er wird bereuen, mich so behandelt zu haben. Er wird dafür bezahlen.
- Denkt ihr, was ich denke? - Träume sind magisch.
Darin sehe ich eine Sünde. Warte...
Du solltest Rom an seiner statt beherrschen.
Ich? Ein Kaiserreich regieren?
Bist du nicht die Tochter des göttlichen Claudius, Octavia?
Die Prätorianer-Garde und die Armee verehren dich.
Und die Römer beten dich an.
Ich nicht zu vergessen.
Über der Stadt fliegt ein Adler,
während unten im Circus ein Kaiser singen wird.
Während er seine Harfe hält und die Saiten zupft,
studiert er seine Untertanen, die ihr Ding machen.
Nein, niemand inspiriert mich.
Ich weiß, dass Ihr in den Tiefen eurer Herzen Verräter seid.
Ihr dürft so etwas nicht denken, Nero.
Pindar, Saffo, sogar Homer selbst wären stolz gewesen,
Verse von solcher Anmut und Pracht zu verfassen.
Mein Kaiser!
Ich danke dir.
Ich weiß, deine Komplimente sind aufrichtig.
Aber wenn Venus selbst nicht in der Lage ist,
mich zu inspirieren,
welcher anderen Muse darf ich mich zuwenden?
Oh, das Leben ist langweilig.
Oh, ja, es gibt noch mehr!
Hm, Tigellinus.
Cäsar.
Ich will, dass du diese Kreatur tötest.
Sein eintöniges Liebesspiel wird monoton.
Tigellinus,
macht es langsam.
Ich will es studieren.
Nein, Cäsar.
Tod, Tod, welchen Laut wirst du machen?
Welche Form wirst du annehmen?
Wenn du in den Raum kriechst, der ins Grab führt?
Nein, nein! Nicht einmal der Tod kann mich inspirieren.
Ich stehe an der Schwelle zur Schöpfung.
Ja, ich glaube, die Geburt ist nah.
Ich werde bald eine Schöpfung gebären.
Ein Meisterwerk, das die Nachwelt...
Tigellinus!
Schafft dieses widerliche Ding weg!
Wirf es den Hunden vor.
Nein! Nein! Ich bitte euch.
Wo kann ich Inspiration finden?
Bei den Göttern.
Morgen werden wir alle zum Tempel der Vesta gehen.
Ich bin sicher, die heilige Vesta Rubria
wird mich inspirieren.
- Was ist los, Nero? - Das ist nicht gut.
Auf einem normalen Bett Liebe zu machen, befriedigt mich nicht mehr.
Warum das? Du nanntest mich immer deine Nymphe, weil ich dich befriedigte.
Die Befriedigung durch dich ist vorbei. Du inspirierst mich nicht mehr, Acte.
Ich spüre das Bedürfnis nach göttlichem Sex.
Wenn ich doch nur mit einer Göttin kopulieren könnte.
Dann könnte ich schließlich eine Ode beenden.
Aber Nero...
Das reicht.
Ich will nicht, dass du je wieder mein Schlafzimmer betrittst.
Ich glaube, ich werde dich ins Exil schicken, Acte.
Aber heute bin ich in guter Stimmung.
Ich werde dich an meinen Eunuchen weitergeben.
Aber:
du wirst mit niemandem mehr Sex haben.
Verschwinde von hier.
Ich spüre den Ruf Morpheus'.
Du mächtiger Kaiser von Rom.
Trete näher, um diesem Opfer beizuwohnen.
Wir bitten die Götter, dass sie dies Opfer annehmen mögen,
um dir wohlgesonnen zu sein,
oh, Cäsar.
Welch große Ehre, dich hier empfangen zu dürfen.
Kannst du bezeugen, Rubria, dass ich von den Göttern abstamme?
Nicht ich. Die Götter selbst.
Sie bezeugen deine göttliche Abstammung, oh Herr.
Na, habt ihr das gehört?
Jetzt will ich mich nur noch mit einer jungfräulichen Vestalin vereinigen.
Die jungfräulichen Vestalinnen sind den Göttern heilig,
weil sie das Feuer der Vesta hüten.
Wenn du es wagst, eine von ihnen zu berühren, begehst du ein Sakrileg.
Hast du nicht eben selbst gesagt, dass ich von den Göttern abstamme?
Wie sollte es möglich sein, dass ich gegen mich selbst ein Sakrileg begehe?
Meine Schöne.
Nein, lass mich los!
Die Götter werden dich strafen.
Nein!
Nein! Das darfst du nicht!
Du schändest den Tempel.
Nein.
Nein.
Nein.
Nein!
Nein.
- Mein Täubchen. - Bitte nicht.
Ich flehe dich an.
Nein.
Nein.
Nieder mit den Verrätern!
Verrecken sollt ihr!
- Sterben sollt ihr! - Ja!
Ich hab getroffen, hast du gesehen?
Werft ihnen den Dreck in die Visagen!
Köstlich!
Jetzt habe ich eine besondere Überraschung für dich, Imperator.
Da bin ich gespannt.
Sieh mal, der reißt ihm fasst das Ding ab.
Köstlich!
Tigellinus.
Zu Befehl, Cäsar.
Sag mir, wer ist dieser herrliche Phoebus?
Das ist Sporus, Senofontes jüngster Sohn.
Tigellinus, hör zu.
Hau ab, widerliche Megäre!
Welch ein göttlicher Körper, lass dich umarmen.
Auch dass er Acte zu seiner Konkubine gemacht hat, sei ihm verziehen.
Dass er sich daran ergötzt, fürchterliche Verse zu deklamieren,
na schön...
Aber alles hat irgendwo seine Grenzen.
Zuerst vergewaltigt eine heilige Vestalin.
Dann gibt sich dieser Undankbare
in der Arena, wie ein Tier, unaussprechlichen Obszönitäten hin.
Und jetzt will er auch noch einen Vasallen ehelichen.
Octavianus Augustus würde sich im Mausoleum umdrehen.
Dass mir das mein Sohn antut.
Ich habe ihm auf den Thron des Imperators geholfen.
Und das soll der Dank dafür sein?
Nein, das habe ich nicht verdient.
Tigellinus, dir vertraue ich.
Kannst du diesem Wahnsinn kein Ende bereiten?
Weißt du, Agrippina.
Ein Niemand aus dem Plebs bist du gewesen.
Und ich kann dafür sorgen, dass du es wieder wirst.
Es war ein Fehler von mir,
dass ich für die Zukunft des Imperiums der Cäsaren
auf dich gesetzt habe, Tigellinus.
Göttliche Agrippina,
was soll ich denn dagegen tun, wenn dein Sohn so ein Wüstling ist?
Du stehst auf seiner Seite.
Aber bevor ich dich wieder
ins Nichts zurückstoße,
will ich es noch einmal mit dir versuchen.
Du wirst mich von jetzt an über alles informieren, was mein Sohn tut und sagt.
Hast du verstanden?
Ich will alles genau wissen,
was mein kleiner Liebling macht!
Hörst du?
Wunderbar.
Du bist so hübsch.
Deine Brüste.
Deine Beine.
Ich vergöttere dich.
Hier!
Seneca.
Oh, schau, Seneca.
Siehst du nicht die Wiedergeburt der Venus?
In der Tat. Venus würde vor Neid sterben.
Er ist eine Schönheit, aber...
Ich will ihn heiraten, Seneca.
Ich werde ihn zu meiner neuen Kaiserin machen.
Ich bezweifle, dass Euch der Senat das je gestatten wird, Caesar.
Oh, dieser Haufen Mittelalteridioten, der seine Ideen aufwecken muss, Seneca.
Bedenkt, was das Volk sagen wird.
Das Volk, das Volk.
Es ist absurd,
dass ein Kaiser auf das Volk hören muss.
Ich bin stets an den Willen des Volkes gebunden.
Das ist absolut ungerecht.
Wie kann der Geist eines talentierten Künstlers
in der Rolle des Kaisers überleben?
Ich habe die Seele eines Anwesens.
Die alten Gesetze Roms sagen,
dass Ihr nur eine Frau heiraten könnt, Cäsar.
Und diese dummen Gesetze sind das Einzige, was mir im Weg steht?
Ja, so ist es.
Ich, Kaiser Claudius Nero Augustus,
werde alle medizinischen Doktoren des Reichs,
römisch, jüdisch, selbst chaldäisch,
anweisen, zusammenzukommen, darüber nachzudenken,
und eine Lösung zu finden,
damit ich ihn haben kann.
Und das ist ein Befehl.
Unsere Freunde amüsieren sich, nicht wahr Tigellinus?
Bist du gekommen, um mir das Fest zu verderben, Mutter?
Wenn dich meine Anwesenheit stört,
werde ich mich sofort wieder zurückziehen.
Ach, was redest du denn da? Bleib so lange du willst.
Petronius.
Wer ist diese wunderbare Kreatur da?
Die Blonde dort?
Das ist die edle Poppea Sabina.
Gattin des großen Rufrius Crispinus.
Der Kerl da?
Ist das ihr Beschämer?
Nein, Großer Cäsar.
Der Mann ist Rufrius.
Ich wüsste nichts, was mich mehr verdrießt
als tierische Treue und übertriebene Tugend bei Frauen.
Morgen früh
werden wir uns mit unserem Gefolge
in unsere Sommerresidenz nach Capua begeben.
Da werden wir unsere Körper entspannen und den Göttern Opfer bringen.
Du wirst mir fehlen, Mutter.
Britannicus.
Mein geliebter Bruder.
Komm!
Nimm Platz auf dem Thron.
Dieser Platz gebührt dir, ebenso wie mir.
Mutter, ich bitte dich.
Lass dich von Britannicus, meinem Thronfolger, küssen.
Genauso wie du es von mir gewohnt bist.
Britannicus, glaubst du, ich war an dem Komplott
gegen deinen Vater beteiligt?
Wie könnte ich einen so ungeheuerlichen Verdacht gegen meine Mutter hegen?
Hast du gehört, was dein Bruder heute Abend gesagt hat?
- Er will uns beide umbringen. - Uns beide?
Dein Bruder ist vollkommen verrückt.
Und die Legionen warten auf nichts anderes,
als endlich einen Nachfolger zum Imperator machen zu können.
Was hast du für einen Plan, Agrippina?
Dein Bruder hat gesagt, er würde sich in die Sommerresidenz nach Capua begeben,
um sich zu erholen und Opfer zu bringen.
Ja.
Du weißt doch, der Imperator ist abergläubisch.
Er traut niemandem.
Wenn er den Göttern Opfer bringt,
will er keinen von seinen üblen Gefährten um sich herum haben.
Es wird ein Leichtes sein, ihn zu überraschen und ihn zu töten.
Du wirst tun, was ich dir sage, nicht wahr?
Ja.
Ja.
Du bist der neue Cäsar.
Wo du bist, mein Herr,
dort will ich auch sein.
- Wo du bist, mein Herr, - Wo ich bin, dein Herr,
- dorthin werde ich dir immer folgen. - da wirst auch du sein.
Warte.
Wo ist Nero?
Wo ist der Tyrann?
Keiner weiß, wo er ist.
Der Imperator ist nicht in Capua.
- Du lügst! - Nein Herr, glaube mir!
Ich schwöre es bei den Göttern.
Jetzt da ich Sporus zur Frau genommen habe,
spüre ich, dass ich...
spüre ich, dass ich noch jemanden zum Mann nehmen muss.
Ihr müsst mir helfen!
Dorifus, Dorifus.
Dorifus, Dorifus.
Willst du deinen Kaiser zur Frau nehmen?
Komm, begatte mich!
Oh, es ist unglaublich.
Meine Mutter wollte mich töten.
Verstehst du, was das bedeutet, Petronius?
Sie wollte mich, ihren eigenen Sohn, ermorden.
Also gut, meine Freunde.
Es gibt keine andere Möglichkeit mehr.
Ich bin gezwungen, das größte Opfer zu bringen,
das von einem Mann verlangt werden kann.
Tigellinus.
Zu Befehl, Cäsar.
Tigellinus.
Ich vertraue dir
die Gesundheit meiner Mutter an!
Worauf wartest du?
Tigellinus hat gezögert, einen Befehl von dir auszuführen.
Manchmal denke ich,
dass ich mich seiner entledigen müsste, Petronius.
Aber inmitten aller Untreuen, die mich umgeben,
ist Tigellinus immer noch der treueste.
Jetzt wird er mir den Beweis
für seine Treue liefern.
Das ist Tigellinus.
Der Präfekt der Prätorianer wünscht dich zu sprechen, Agrippina.
Los, führe ihn herein.
Tigellinus.
Wie ich mich freue, dich zu sehen.
Worauf wartest du?
Komm zu mir, Tiggelino.
Deshalb bist du also hier.
Stoß deinen Dolch tief rein.
Los, zögere nicht.
Sie rief zu mir, als sie im Sterben lag.
Ja, Göttlicher.
Oh, arme Mutter.
Tigellinus.
Euer Wille, o mein Cäsar.
Bring mir mein Tränenglas.
Meine Träne, Mutter.
Ich vergieße sie für dich.
Und ich erwarte eine von dir, Tigellinus.
Und eine weitere von mir.
Geh jetzt, Tigellinus,
und lass mich allein mit meinem Schmerz.
Mutter!
Bestrafe mich, Mutter!
Mutter! Bestrafe mich!
Mutter!
Das ist ein guter Sohn.
Lass mich deine Nippel küssen.
Mutter, ich tu's.
Oh, Mutter!
Mutter, das muss mein Leben lang weitergehen.
Wer bist du, die hier mit dem Kaiser auf dem Boden liegt?
Ich bin deine Mutter, kleiner Kupferbart.
Nein!
Sakrileg!
Sakrileg. Tigellinus!
Tigellinus.
Tigellinus!
- Tigellinus! - Was ist Cäsar?
Wirf sie zu den wilden Tieren.
Sie wagte es, sich als meine Mutter auszugeben.
- Los, mitkommen! - Aber...
Ein Fluch liegt auf mir!
Auf meinem Hause!
Auf allen Cäsaren!
Nur wir zwei sind übrig geblieben.
Mein kleiner Britannicus.
Meine Mutter ist nicht mehr unter uns.
Und Octavia im Exil.
Das Volk ist mir feindlich gesinnt.
Alle versuchen mich zu betrügen.
Lass uns anstoßen, Britannicus.
Und auf das Wohl von Augusta Agrippina trinken, der Mutter des Imperators,
die nicht mehr unter uns weilt.
Lucusta.
Weigerst du dich, auf das Wohl meiner Mutter Agrippina zu trinken?
Britannicus, hast du ein Gegengift geschluckt?
Ich habe es geahnt.
Auch du willst dich gegen deinen Imperator erheben.
Erbarmen, Cäsar! Erbarmen!
Erbarmen, Nein! Cäsar!
Hat er schon sein Verbrechen gestanden?
Als Mitglied der kaiserlichen Familie
will er nur mit seinesgleichen sprechen.
Dieser Hochmut ist unangebracht.
Hast du irgendetwas zu sagen, kleiner Bruder?
Unser Großonkel Liberius hat jeden fürchterlich bestraft,
der es gewagt hat, die göttliche Majestät zu beleidigen.
Tigellinus.
Ich will sehen, wenn er urinieren muss.
Wenn ihm der Wein bis zum Hals steht,
dann wirst du ihm den Bauch aufschlitzen.
Aber langsam, er soll sich sehr quälen.
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein!
Oh, ich hasse diese Frau.
Ich hasse alles und jeden.
Welche Langeweile.
Oh, Tigellinus.
Welche Langeweile.
Könnte ich doch mein göttliches Schwert in die Scheide einer Frau stecken,
die mich tröstet, die mich inspiriert.
Oh, Cäsar!
Befiehl und ich werde dir jede Vestalin, die du haben willst,
hierher bringen lassen.
Nein, nein.
Nein...
Aber heute Nacht...
Heute Nacht werden wir auf die Jagd gehen.
Und da werden wir manche edle Römerin
zur Hure machen.
An die Arbeit, Freunde.
Los, beeilt euch! Ich kann's kaum erwarten.
Diese Straßenbanden.
Rom ist auch nicht mehr das, was es mal war.
Ich werde ganz Rom anstecken und rösten lassen,
wenn du es mir befiehlst.
Oh!
Tigellinus, ganz Rom sei verdammt.
Ich hoffe, das wird dem Imperator zu denken geben
und er wird endlich mit dem Unfug aufhören.
Oh, Petronius.
Petronius, der Imperator leidet schrecklich.
Und ich bemitleide dich, Cäsar.
Und mit mir bemitleiden dich das Meer und die Erde.
Und das Volk, das dich verehrt.
Die ganze Welt liebt dich.
Woher sollte ich denn wissen, dass das der Kaiser war?
Was macht das schon?
Hättest du ihn denn walten lassen,
wenn du den Imperator erkannt hättest?
Dafür schickt er mich jetzt in die Arena.
Ich werde zum Kaiser gehen und mich vor ihm auf den Boden werfen.
Nein, ich werde gehen.
Dafür werde ich dir ewig dankbar sein.
Fürchtest du nicht,
dass er für seine Gnade eine Gegenleistung verlangen könnte?
Das wäre unwürdig.
Er ist ein Gott.
Er ist Imperator.
Ich weiß.
Einem Imperator ist alles erlaubt.
Göttlicher Cäsar.
Die edle Poppea Sabina bittet um die Gnade,
sich dir zu Füßen werfen zu dürfen.
Was hast du gesagt?
Sie wünscht, den Gottgleichen kennenzulernen.
Hat sie ihren Gatten dabei?
Nein, sie ist allein.
Bring sie in mein Gemach.
Ich werde sie dort empfangen,
dann kommen wir gleich zur Sache.
Ottone, unterhalte meine Gäste. Ich habe Wichtigeres zu tun.
Sie ist gekommen. Sie ist gekommen.
Sie ist gekommen!
Wo ist sie?
Ist er nicht köstlich, wenn er sich freut?
Oh, mein göttlicher Gebieter!
Sieh da.
Aphrodite ist aus dem Olymp zu mir herabgestiegen.
Ich wollte mich vergewissern, dass deine göttliche Person
keinen Schaden erlitten hat.
Was soll das heißen?
Ich habe dich nicht erkannt, Imperator.
Glaubt mir.
Mein Gatte Rufrius
hegt den fürchterlichen Zweifel, deine geheiligte Person getroffen zu haben.
Rufrius wusste also, wen er im Dunkeln niedergeschlagen hat.
Und dieser Frevler lebt noch?!
Oh, vergib ihm, Cäsar.
Oder du wirst das heiße Herz dieser armen Frau brechen.
Fühlst du, wie heftig es schlägt?
Ich habe noch einmal Erbarmen mit ihm.
Ich verbanne deinen Mann in das entfernte Lusitanien.
Aber du wirst hier bei mir im Palast bleiben.
Als mein Gast.
Als deine Konkubine.
Lieber lasse ich mich in der Arena zerfleischen.
Aber was tust du da?
Ich suche in deinem Körper die Inspiration für ein Liebespoem.
Oh ja.
- Sing etwas für mich. - Singen?
- Ja, komm. - Ich wollte später.
Ich singe dir später ein paar hübsche Verse.
Aber zuerst brauche ich Inspiration.
Aphrodite.
Schaumgeborene.
Göttlicher Cäsar, darf ich eintreten?
- Nein. - Octavia hat ihr Exil verlassen
und wird morgen in Rom eintreffen.
Was interessiert mich das?
Du willst mich also verlassen?
Deine Ehepflichten rufen dich, Cäsar.
Die göttliche Octavia war lange Zeit fort von Rom.
Sie wird sich deiner erhabenen Liebe erfreuen.
Leb wohl.
Tigellinus!
Zu Befehl! O Cäsar.
Tigellino,
teile Acte mit, sie soll der edlen Sabina Poppea
ein Gemach im Palast zuweisen.
Und ihr prügelnder Ehegatte Rufrius
wird nach Lusitanien verbannt.
Und was meine Gattin, die göttliche Octavia, angeht,
ich werde sie gebührend empfangen.
Das Volk liebt sie.
Und ich liebe Poppea.
- Vertraue sie mir an, Cäsar. - Tu es nicht, Cäsar.
Tu es nicht, Cäsar.
Die Legionen Gallien, Germanien und Spanien
hätten die Gelegenheit, sich aufzulehnen.
Alle sind gegen mich.
Überall sind Feinde.
Ich hasse diese verfluchte Stadt Rom.
Wir könnten ihr doch Unfruchtbarkeit vorwerfen.
Nein.
Ganz Rom weiß, dass Octavia noch Jungfrau ist.
Und außerdem, glaube ich, könnte das Schwert zweischneidig sein.
Die Römer...
könnten womöglich an deiner Manneskraft zweifeln, Göttlicher.
Nein.
Alles, nur das nicht.
- Ein Liebhaber. - Oh, ja.
Eine gute Idee.
Man muss einen Liebhaber für sie finden.
Ein Liebhaber.
Amüsierst du dich, meine Teure?
Und wie.
Deine kleinen Fischlein sind wirklich reizend und so willig.
Und dein Imperator?
Wie gefällt dir der?
Mein Imperator
muss sich schonen für seine Octavia.
Testerone.
Ja, mein Gebieter.
Eines Tages werde ich dir wirklich die Hoden abschneiden lassen, hörst du?
Verstanden?
Verstanden.
Aber...
Es gibt da einen Weg.
Ich wüsste eine Möglichkeit, deine kleinen Hoden zu retten.
Du wirst mir einen Gefallen tun.
Octavia, meine Göttin, kommt zurück.
Spieß sie mit deiner Rute auf.
Besorg es ihr ordentlich, kapiert?
Oh, beim Jupiter.
Was hat das denn zu bedeuten?
Ich dachte, man hätte dich kastriert.
Nein, Gebieterin.
Nein.
Nachdem du dich wie ein ungezähmter Faun gezeigt hast,
bringen wir jetzt ein Opfer.
Testerone, wir opfern dich auf dem Altar des Priapus.
Nimm mich mit deinem starken Schwert.
Spieß mich auf mit deiner langen Rute.
Nie habe ich etwas so Köstliches gespürt wie deinen Körper.
Oh, wie lange musste ich darauf warten?
Aber jetzt ist endlich der Moment gekommen.
Oh, Gebieterin.
Wie ihr sehen könnt, meine Freunde,
kann man auch beim Zugucken ganz ordentliche Politik betreiben.
Und darüber hinaus,
macht es Spaß.
Gebieterin, Gebieterin.
Worauf wartest du noch, göttlicher Cäsar?
Bestrafe die Ehebrecherin.
Ich werde das erledigen.
Ich soll so schnell auf ein erhabenes Schauspiel verzichten?
Da siehst du, wie Theseus sich mit Aphrodite paart.
Los, hol mir meine Zither.
Ihr gefallt mir, Gebieterin.
Du bist mein erster Mann, Testerone, weißt du das?
Versprichst du mir, mich immer so zu lieben?
Natürlich, Gebieterin.
Komm, nimm mich in deine starken Arme.
Auch wenn ich mein ganzes Leben lang
die einfältigen Verse von Nero ertragen muss.
Blasphemie! Feige Betrügerin!
Du wagst es, mich zu beleidigen?
Mich, deinen Cäsar.
Oh, Cäsar.
In meinem Palast muss ich mich von meiner Gattin beleidigen lassen?
Wie soll ich das verkraften, wenn alle gegen mich sind?
Ich bin einsam und allein.
Oh, Cäsar, ich bitte dich. Hör mich an.
Ich,
ich, der ich dich wie ein Vater geliebt habe.
Wie ein Sohn seine Mutter,
wie ein Geliebter, wie ein Ehegatte.
Ich habe dich mit Ehren überschüttet.
Cäsar weißt du,...
- Testerone wollte... - Was ihr getrieben habt,
das interessiert mich nicht!
Aber du hast gesagt, dass meine Verse einfältig sind.
Du hast den größten aller lebenden Dichter beleidigt.
Du hast die Kunst mit Füßen getreten.
Selbst den Göttern graut vor deiner Untat.
Schändliche! Niederträchtige! Verfluchte! Tigellinus!
Tigellinus.
Du bist ein treuer Gefolgsmann deines Imperators.
Schneid ihr den Kopf ab.
Sie hat sich der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht.
Kreuzige sie! Verbrenn sie!
Wirf sie den wilden Tieren zum Fraß vor.
Nichts mehr soll von ihr übrig bleiben.
Ich will diese Kreatur nie wieder sehen.
Nimm sie fort von mir.
Ich, Nero Claudius Ahenobarbus Augustus,
Imperator von Rom,
erwähle nach dem Willen der Götter und des Volkes, dich,
edle Poppea Sabina,
zu meiner legitimen Gattin.
Von diesem Augenblick an
trägst du den Titel Imperatorin.
Das wunderbare Troja
wurde ein Raub der Flamme
und wurde so Legende.
Ja. Ja.
Was meinst du dazu, Petronius?
Es war grauenvoll.
Ich wünschte, ich hätte diese Verse nie gehört.
Du findest diese Verse nicht gut, Petronius.
Das fragst du mich?
Weißt du es denn selbst nicht besser?
Vergil, Ovid und auch Homer, wenn du willst,
würden vielleicht ähnliches deklamieren.
Aber von dir habe ich das Recht, etwas Besseres zu erwarten, Nero.
Das Feuer, das du besingst, hat nicht genügend Kraft und Glut.
Dein Feuer lodert nicht, es glimmt nur.
Wir wissen, du kannst Verse schöpfen, Imperator,
die die Welt in Staunen versetzen.
Du hast vielleicht gar nicht so unrecht.
Meine in Verse gesetzte Darstellung des Brandes von Troja
lodert nicht genug, um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Sag Petronius,
findest du es eigentlich bedauerlich, dass Troja angesteckt wurde?
Wieso bedauerlich?
Nun, Imperator,
nie habe ich einen Gedanken daran verschwendet, ob jemand Troja bedauert.
Das ist der Sinn meiner Kunst.
Alles muss der Kunst und der Poesie geopfert werden.
Glücklicher Priamos.
Du konntest dem Ruin deines Vaterlandes beiwohnen.
Aber ich,
ich hatte leider noch niemals
dieses unsägliche Glück.
Ich fühle, dass der Sommer naht.
Welch einen Gestank
wird Rom bei dieser Hitze ausdünsten?
Der Hof...
wird den Sommer über nach Anzio gehen.
Ich möchte nur zufriedene
und heitere Personen um mich sehen.
Menschen ohne böse Gedanken,
die Gewalt verabscheuen.
Ich weiß nicht, wem ich in dieser Stadt vertrauen kann.
Von mir habt ihr nichts zu befürchten.
Ich bin eure Freundin.
Weißt du, dass nur ein Zeichen von mir genügen würde,
und dieser anmutige Hals würde durchschnitten werden?
Mein Hals
und mein Körper gehören allein dir, göttliche Herrin.
Poppea, Poppea.
Beim Vulkan, dieses Weib ist unglaublich.
Ihr seht hier
das neue Rom.
Wie ich es auf seinen alten Grundmauern erbauen lasse.
Ein monumentales Werk.
Ohne Vergleiche
- in der bisherigen Geschichte. - Dahinter steht ein genialer Geist.
Ein unglaubliches Werk.
Ein wahrhaft göttliches Bauwerk.
Eine Metropole, wie sie deinem Imperium würdig ist.
Ich kenne nichts Vergleichliches.
- Eine ergreifende Komposition. - Ein Triumph.
Meine tiefste Verehrung.
Ich weiß auch schon, wie ich die Stadt benennen werde.
Neropolis.
Ihr könnt jetzt gehen.
Wenn ich euch brauche, werde ich euch rufen.
Komm her.
Bring mir bei, wie ich mich über Wasser halte.
Das ist ein Befehl.
Leg deinen Lendenschurz ab.
Lass mich sehen, was du zu zeigen hast.
O Thanatos, du schwarzer Gott!
Das kann man wirklich eine Rute nennen.
Auch Aphrodite ließ einen Faun kastrieren,
aber er wuchs ihm kräftiger nach als je zuvor.
Komm rein.
Poppea! Poppea!
Poppea!
Poppea.
Bei Neptun, dem Gott des Wassers.
Oh, lodernde Flammen.
Göttliches Feuer.
Imperator.
Göttlicher Kaiser.
Was gibt es denn?
Verzeih uns, Imperator. Aber ganz Rom brennt.
Große Teile der Stadt stehen in Flammen und werden vernichtet.
Was für ein Glück! Die Götter sind mir gnädig.
Endlich kann ich sehen, wie eine Stadt
in Flammen steht und mein Werk vollenden.
Von wo aus sieht man den Brand am besten?
Göttlicher.
Die Stadt ist ein einziges Flammenmeer.
Viele der Bewohner ersticken im Rauch.
Andere wiederum werfen sich wie Wahnsinnige in die Flammen.
Rom geht unter.
Unheil über dich, heilige Stadt des Priamos.
Poppea!
Poppea!
Tigellinus.
Poppea.
Tigellinus.
Poppea.
Tigellinus.
Poppea.
Tigellino.
Beim heiligen Feuer der Vesta.
Poppea, Tigellino.
Was tut ihr da?
Die Stadt ist ein einziges Flammenmeer.
Die Geschichte der schicksalshaften Hügel von Rom steht an ihrem Wendepunkt.
Und ihr?
Oh, diese Glut.
Ein wahrhaft göttliches Schauspiel.
Seht euch das an. Ist das nicht wunderbar?
Die Massen flüchten. Auch da drüben brennt alles,
das Kapitol in Flammen.
Ein göttliches Spektakel, mein Imperator.
Ich bin jetzt ein Herrscher ohne Stadt.
Ich beherrsche ein Volk ohne Haus.
Wo werden unsere unglücklichen Häupter heute Nacht ruhen?
Reich mir das Tränengefäß.
Und jetzt gib mir die Zither!
Meine heilige Stadt Rom.
Du solltest die Götter überdauern.
Versinkst in einem Flammenmeer.
Ist das nicht fantastisch? Sagt es!
Ein Volk versinkt in Flammen.
Soweit man sehen kann Flammen.
Was, ist das der Dank
für meine göttlichen Verse?
Ihr Götter!
Was für eine Nacht!
Hier das lodernde Flammenmeer.
Auf der anderen Seite, die ungestümen Volksmassen.
Nieder! Nieder mit Nero!
Ich würde dir dringend raten, nach Griechenland abzureisen, Imperator.
Abzureisen ist ein Leichtes.
Zurückzukommen ist schwierig.
Wir könnten an der Spitze asiatischer Legionen zurückkehren.
Genau das werden wir tun.
Ich glaube, das wäre ein schwerer Fehler, Cäsar.
Noch bevor du in Ostia bist, wird der Bürgerkrieg ausbrechen.
Ihr Undankbaren, ihr Unersättlichen.
Haben wir euch nicht genug Mehl für Brot gegeben?
Wann werdet ihr endlich wieder zur Ruhe kommen.
Was wollt Ihr noch mehr?
Die Herzen des Volkes schreien nach Rache.
Aber Rache nehmen verlangt Opfer.
Schreiber!
Tafel und Schreibgriffel.
Ich will der Nachwelt diese Verse überlassen.
Das bin ich ihr schuldig.
Sie kommen spontan
und fließen aus meinem Herzen.
Ihr habt sie gehört.
Eure Verse sind unvergleichlich.
Schreib auf: "Die Rache verlangt Opfer."
Ja.
Ich habe eine Idee.
Wir sagen einfach, die Sklaven hätten Rom angesteckt.
Nein, nein, das wird dir niemand glauben.
Tigellinus.
Ich, ich habe Rom auf deinen Befehl hin angesteckt.
Oh, das hast du wirklich für mich getan?
Tigellinus, liebst du mich?
Du weißt es, Cäsar.
Würdest du dich auch für mich opfern?
Was verlangt ihr denn von mir?
Warum reichst du mir einen Kelch, den ich niemals lehren werde, Imperator?
Das Volk lehnt sich gegen dich auf.
Willst du, dass sich auch die Prätorianer gegen dich erheben?
Ich habe eine Schlange an meiner Brust genährt!
Petronius, es ist niemand da, der mir helfen würde.
Cäsar.
Ich habe eine Idee.
Du sagst, das Volk verlangt nach Rache.
Ein Opfer reicht dafür bestimmt nicht aus.
Wir brauchen Hunderte oder ein paar 1000.
Hast du noch nie was von dieser Sekte gehört, die sich hier in Rom breitmacht
und die deine Gottheit leugnet?
Sie selbst nennen sich Christen.
Ja. Die Christen waren es.
Genau.
Ave Cäsar.
Alles ist für euer glanzvolles Fest in den Gärten des Lucullus vorbereitet.
Wird es auch eine Festbeleuchtung geben?
Darauf kannst du dich verlassen.
Oh, wunderbar.
Wunderbar!
Nieder mit dem Kaiser!
Was soll das?
Was hat das zu bedeuten?
Die Laune des Volkes wandelt sich dauernd.
Du weißt es.
Aber morgen werden sie alle im Zirkus sein, um dir zuzujubeln.
Du bist ganz sicher?
Die Blutgier der Raubtiere
wird sie schon ablenken.
Nieder!
Nieder mit ihm!
Brandstifter, Feuerteufel!
Aufhören!
Tigellinus! Verfluchter Verräter!
Nein, Nero nicht!
Nieder mit dem Kaiser!
Nieder mit dem Kaiser!
Du warst der mächtigste Herrscher der Welt?
Alle! Sie haben alle...
Sie haben mich alle verlassen.
Wo ist Seneca, mein treuer Lehrer, geblieben?
Wo sind sie denn bloß alle hin?
Sie haben mich alle verlassen.
Wo sind meine Prätorianer?
Sie sind alle geflüchtet, Göttlicher.
Wir beide sind allein übrig.
Nur wir zwei.
Du.
Du hast mir doch dazu geraten,
die Christen zu verfolgen.
Komm, göttlicher Kaiser.
Lass uns ein letztes Mal in Amors Arena kämpfen.
- Komm zu mir. - Du meine Geliebte.
Du. Du bist auch eine von den Verschwörern.
Nieder mit dem Tyrannen!
Tötet ihn!
Nieder!
Tötet den Tyrannen!
Nieder mit Nero!
Nein.
Beeilung, Beeilung!
Der Imperator wartet auf uns.
Auf nach Rom!
Alle haben mich verlassen.
Alle. Alle haben mich verlassen.
Nein, Cäsar. Nicht alle.
Meine getreue Acte.
Acte.
Ach, du weißt nicht, welche Ängste ich ausgestanden habe.
Hilf mir, ich bitte dich.
Du bist alles, was ich noch habe.
Nur du bist mir geblieben.
O mein Kolibri.
Warum entfliehst du mir?
Bleib stehen.
Wenn du nicht wie ein Imperator gelebt hast,
dann stirbt wenigstens wie ein Imperator.
Hilf mir, Acte.
Ich schaffe es nicht allein.
Mein undankbares Volk.
Ihr könnt nicht ermessen, welch herrlicher Künstler mit mir stirbt.
Ihr könnt es nicht.
Oh, schöne Welt.
Der Imperator...
stirbt.
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