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Also, lasst uns anfangen.
Also... das Wort "Brieffreund" steht an der Tafel.
Weiß jemand, was es bedeutet? Willie.
Es ist ein Freund, der in einem Umschlag wohnt.
Willie.
- Ich fand das lustig. - Ich nicht.
Nun, wer kennt die richtige Bedeutung? Heather.
Man schreibt sich gegenseitig.
Ja, oft lebt der Brieffreund weit weg und man sieht sich nicht.
Man lernt etwas über andere Menschen und Orte.
Hier sind Briefe von Schülern aus Minneapolis.
Sowohl für die jüngeren als auch für die älteren Schüler.
So macht das Schreiben mehr Spaß, denn ihr schreibt einem Freund.
Ich korrigiere die Briefe auch.
- Was haltet ihr davon? - Ja, toll.
Gut, Carrie teilt für die Jüngeren, Heather für die Älteren aus.
Ihr bekommt einen Brief, in dem sich der Brieffreund vorstellt.
Die Briefe wurden bewertet, also strengt euch auch an.
Ihr repräsentiert immerhin Walnut Grove.
Ihr dürft jetzt die Briefe lesen.
"Lieber neuer Freund. Ich heiße Leslie Barton.
Ich bin 13 Jahre alt und besuche die Harley-Schule in Minneapolis."
Charles.
Was ist eine Krähenpest?
Das ist ein großer Schwarm, wie eine Schar Wachteln.
Warum um Himmels willen nennt das jemand eine Pest?
Vielleicht ein Farmer, dessen Maisernte zerstört wurde.
- Ich bin so weit. - In Ordnung, schlaf gut.
Pa, erzählst du eine Geschichte?
Bist du nicht zu groß dafür, da du oben schläfst?
Nein, wirklich nicht, ich bin noch klein.
- Gut, eine kurze Geschichte. - Danke, Pa.
Aber nicht kürzer als die, die du Grace erzählt hast.
Schreib mir jetzt nichts vor, ab ins Bett.
Zeit fürs Bett, mein Sohn.
Lass mich noch den Brief zu Ende schreiben.
Also gut. Was willst du hören?
- Vom Bären namens Riese. - Schon wieder?
- Ja, ich liebe ihn. - Gut, dann also Riese.
Es war einmal ein kleiner Bär mit dem Namen Riese.
Er war nur drei Zentimeter groß und doch der stärkste Bär auf der Welt.
- Und der netteste dazu. - Ja.
Er lebte auf meiner Schulter,
wo niemand ihn sah, denn er war schüchtern.
- Wer erzählt denn hier? - Du.
Also gut.
Eines Morgens saß Carrie auf dem Wagen,
um mit Pa zur Schule zu fahren.
Riese auf der Schulter unter ihrem Haar war noch schläfrig.
Plötzlich kam eine Hummel angeflogen
und stach eines der Pferde.
Noch im gleichen Augenblick rannten die Pferde los,
und niemand hielt die Zügel.
Carrie begann zu rufen: "Hilfe, hilf mir, Pa."
Doch als Pa aus dem Haus trat, rollte der Wagen schon die Straße hoch.
- Was tat Riese? - Das erzähle ich gleich.
Als Riese Carrie rufen hörte,
lugte er unterm Haar hervor, um zu sehen, was los war.
Als er sah, was passiert war, wusste er, was zu tun war.
Blitzschnell sprang er von ihrer Schulter,
sprang dann aufs Pferd,
packte es an den Ohren und begann, daran zu ziehen.
Das Pferd wusste nicht, was los war,
verstand aber, dass es anhalten musste, um seine Ohren zu retten.
Also wurde es langsamer und kam zum Stehen.
Schnell sprang Riese auf den Sitz und zurück auf die Schulter,
um sich zu verstecken, damit Pa ihn nicht sieht.
Weil Carrie versprochen hatte, niemandem von ihm zu erzählen.
Stimmt genau.
Ich bleibe klein, damit du immer Geschichten erzählst.
Ich erzähle sie, solange du sie hören magst.
Und solange du danach gleich einschläfst.
Träum was Schönes.
Mach lieber auch die Lampe aus, du starrst ja nur in die Luft.
Ich überlege, was ich schreiben kann.
Nur noch ein paar Minuten.
- Gut, zehn Minuten. - Okay.
- Gute Nacht. - Gute Nacht.
Hört zu, ich lese eure Briefe in der Pause zu Ende.
Wir besprechen sie dann. Jetzt ist Mittagspause.
Albert, bleib bitte noch kurz hier.
Kannst du bitte aufstehen?
Du darfst dich setzen.
Ich wollte sehen, ob du gewachsen bist.
In der ersten Zeile des Briefes schreibst du:
- "Ich bin 1,85 Meter groß." - Ich kann das erklären.
Du bist "der schnellste, größte und beliebteste Junge in Walnut Grove."
- Lass mich das... - Und der mutigste.
Du hast ein Leben gerettet.
"Durch einen Sprung auf das Pferd",
das du an den Ohren zogst, damit es stehen bleibt.
Hör bitte auf, wie eine Schwester zu reden.
- Dann erzähl mal. - Also gut.
Meine Brieffreundin ist sehr beliebt, sie hat es selbst geschrieben.
Sie ist eine gute Schülerin und tanzt sehr gut.
Was hätte ich ihr schreiben können? Dass ich angeln war?
- Das fände sie doch langweilig. - Woher weißt du das?
Ich finde es langweilig, sie sicher auch.
Es tut doch niemandem weh.
Wie die Geschichten von Pa, als wir klein waren.
Hättest du an deinem Bett lieber gehört:
"Eines Tages pflügte ich das Feld,
kam ins Schwitzen, wusch mich im Fluss und ging nach dem Essen schlafen."?
Nein, aber ein Brief ist kein Märchen.
Aber es tut doch niemandem weh.
- Wie ist die Rechtschreibung? - Gut.
- Und die Zeichensetzung? - Sehr gut.
Ich dachte, es geht vor allem darum.
Soll ich den Brief der Klasse vorlesen?
Nein, oder möchtest du, dass jemand Fremdes deine Briefe liest?
Nun gut. Du kannst jetzt Mittag essen gehen.
Das sieht wunderbar aus.
Es dauert nur noch eine Minute.
Das hätten wir. Und jetzt nicht bewegen.
In Ordnung, bitte lächeln.
Sehr gut, meine Liebe.
- Die Bilder sind morgen fertig. - Danke.
Ich packe nur noch zusammen.
Die Post ist da, ein Brief an dich aus Walnut Grove.
Zeig mal her.
Von einem Jungen. Mein Brief war nicht für Jungen geschrieben.
Mutter, er ist über 1,80 Meter groß.
- Wie alt ist er? - So alt wie ich.
Um Gottes willen. Er ist wohl mit einem Riesen verwandt.
Ich muss ihm sofort antworten.
Deine Französischlehrerin kommt in 15 Minuten.
Biete ihr Tee an, ich brauche nur eine halbe Stunde.
Die Bilder sind morgen fertig, ich schicke eins mit.
Wie heißt der junge Mann?
Albert. Albert Ingalls. Und er hört sich sehr nett an.
- Ich schicke Ihnen die Rechnung? - Ja.
- Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
- Mildred. - Ja, Madam.
Servieren Sie Tee auf der Terrasse um drei.
- Gern, für wie viele Personen? - Für Miss Laroche und mich.
Meine Tochter ist mit einem Brief beschäftigt.
"Lieber Albert.
Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut.
Einem Jungen schrieb ich noch nie.
Mein erster Brief war auch eher für ein Mädchen.
Beim Schreiben dachte ich an ein Mädchen.
Ich bin froh, dass es dich nicht abschreckt.
Wir haben sehr viel gemeinsam. Ich bin auch sehr groß und sportlich.
Ich bin Mannschaftskapitän im Basketball und spiele Tennis."
Mannschaftskapitän.
Mannschaftskapitän.
Willie, leihst du mir den Fußball?
- Ich will mit den Jungs spielen. - Ich will auch.
Bestimmt nicht, es sind Timmy und die Kleinen.
Wieso spielst du mit denen?
Wir spielen nicht wirklich, ich trainiere sie.
- Aus Freundlichkeit. - Aber sie nerven dich doch.
Ich weiß. Aber in der Bibel steht: "Liebe deinen Nächsten."
- Das gilt nicht für Kinder. - Bitte, gib ihn mir.
- Nur bis morgen. - Gut, aber nicht vergessen.
Bestimmt nicht. Danke, Willie.
- Gehen wir. - Und danach spielst du aber mit uns.
- Ja, ist schon gut. Gehen wir. - Okay.
Also gut, Jungs.
Haltet die Luft an... und nicht bewegen.
Keiner bewegt sich.
Das war's, Jungs.
Gut, und jetzt spielen wir zusammen.
- Ja, ich geb Mr McGinnis noch das Geld. - In Ordnung.
Hier sind Ihre 25 Cent, Sir. Vielen Dank.
Ich danke dir. Deine Spieler sind ziemlich klein.
Wollten die großen Jungs nicht mitspielen?
Äh... leider nicht.
Aber die hier sind überraschend flink.
- Ich hole meine Bilder morgen. - Ja.
Also gut, das Mannschaftstraining beginnt.
Sie müssen wirklich flink sein, um ihre Haut zu retten.
Liebe Leslie.
Gestern bekam ich deinen Brief und das Foto, und ehrlich...
Du bist das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe.
Hoffentlich hältst du mich nicht für zu direkt.
Aber ich denke, ich muss ehrlich sein.
Ich schicke das einzige Foto von mir, das ich habe.
Unser Mannschaftsfoto.
Ich bin der Kapitän.
Der große Junge in der Mitte... der den Fußball hält.
- Albert. - Was ist los? Ich schreibe gerade.
Ich kann nicht einschlafen, ich habe einen Splitter im Finger.
- Zeig mal her. - Er ist genau da.
Ja, ich kann ihn sehen.
Warum hast du Ma nichts gesagt?
Sie hält eine Nadel über die Flamme, und das macht mir Angst.
Nun, er schaut ein kleines Stück raus.
Vielleicht bekomme ich ihn raus. Halt die Hand ruhig.
Da ist er.
Geschafft, und es hat gar nicht wehgetan.
Danke.
Ich mache auch bald das Licht aus.
Schreibe mir von deinen Plänen für die Zukunft.
Ich interessiere mich für Medizin und möchte Arzt werden.
Heute gab es einen interessanten Fall.
Ein Holzstück hatte sich in die Hand meiner Schwester gebohrt.
Ein schwieriger Fall, es schmerzte sehr.
- Kannst du etwas spüren? - Ja.
- Und jetzt? - Ja.
Jetzt drücke ich stärker, das tut vielleicht weh.
- Genau hier. - Das tut weh, das tut wirklich weh.
Entschuldige.
Heute werde ich nicht weiter... an dir herumdrücken.
Es scheint, dass ich mit jedem Mal mehr spüre.
Es scheint so.
Schwester, rufen Sie Mrs Barton herein, bitte.
Leslie, du kannst im Vorzimmer warten.
Natürlich. Vielen Dank, Doktor.
Heute hat er mir wehgetan, ich habe es stark gespürt.
Das ist wunderbar, Liebes. Ich bin gleich wieder da.
Setzen Sie sich, Mrs Barton.
Mrs Barton.
Der Unfall war vor zwei Jahren.
- Doktor, wunderbare Fortschritte... - Nein, bitte.
Lassen Sie mich dieses Mal ausreden.
Ich habe Ihnen erlaubt, diese...
diese Hoffnung Ihrer Tochter zu bewahren.
Einmal im Monat, mehr als zwei Jahre lang...
unterziehen wir uns demselben Ritual.
Dieses... dieses...
Mrs Barton. Es ist nicht fair Ihnen gegenüber.
Ihrer Tochter gegenüber nicht, und auch mir nicht.
Ich bin Arzt.
Ich kann nur das tun, was die Medizin hergibt.
Ich bin nur ein Mensch, ich kann kein Wunder vollbringen.
Genau das bräuchte Ihre Tochter.
Ich bitte Sie.
Ich bitte Sie, ehrlich zu ihr zu sein.
Seien Sie ehrlich zu ihr,
damit sie ehrlich zu sich selbst sein kann.
Damit sie ihr Leben weiterführen kann.
Wir... werden im nächsten Monat keinen Termin benötigen.
Danke, Doktor.
Ich habe mir schon Sorgen gemacht, es ist spät.
Ich hab nicht auf die Zeit geachtet.
Warst du einkaufen?
Nein, ich war in der Kirche.
Oh.
Ich habe den Brief fast fertig. Es ist der längste, den ich je schrieb.
Mir fällt immer mehr ein, was ich noch schreiben will.
Hast du von deinem Unfall geschrieben?
Nein.
Glaubst du nicht, du solltest das tun?
Ich weiß nicht.
Ich hab nicht darüber nachgedacht.
Es gibt so viel anderes zu schreiben.
Was denn zum Beispiel?
Alles Mögliche.
Wie in deinem letzten Brief?
Ich...
Er lag auf dem Tisch, ich hätte ihn nicht lesen dürfen.
- Ich hab ihn gelesen. - Das finde ich nicht fair.
Ich weiß.
Kapitän der Basketballmannschaft.
Tänzerin im Schulballett.
- Das war ich früher alles. - Früher.
Und bald wieder. Meine Fortschritte bei Doktor Marx...
Nein, wir gehen nicht wieder zu Doktor Marx.
Warum nicht?
- Warum nicht, Mutter? - Wir dürfen uns nichts vorlügen.
Wir beide.
Es gibt keine Fortschritte.
Doch, heute habe ich viel mehr gespürt.
- Du willst es spüren. - Ich spüre es.
Du spürst nichts.
Ich wusste es von Anfang an.
Doktor Marx wusste es von Anfang an,
und du auch.
Höre um Himmels willen auf, dir etwas vorzumachen.
Es gibt so vieles, was du in deinem Leben tun kannst.
So vieles.
Du kannst sie nicht tun, wenn du weiter...
auf ein Wunder wartest.
Lebe dein Leben so, wie es ist.
Hoffe nicht darauf, dass es wieder wird wie früher.
"Die Proben für Schwanensee haben begonnen.
Tanzen ist sehr anstrengend, doch es macht mir Spaß.
Schade, dass wir so weit entfernt leben.
Ich würde dich gern zur Aufführung einladen."
Ich weiß, es mag merkwürdig klingen.
Doch ich liebe Albert.
Und ich glaube, dass er mich auch liebt.
Ich kann zu mir ehrlich sein, das werde ich auch.
Aber nicht ehrlich ihm gegenüber.
Ich brauche seine Liebe.
Wenn es auch nur ein Selbstbetrug ist.
Verstehst du das?
Ja.
Ich gehe schlafen, wenn ich fertig bin.
Deine Tante hat geschrieben und sie fragt,
ob wir in den Ferien nach St. Louis kommen wollen.
Wir könnten eine gute Zeit haben dort.
Sicher, das könnten wir.
Nun... dann werde ich sie anrufen.
Gute Nacht, Liebes.
"Ist Frisky nicht ein dankbarer Freund,
der einen Anteil an Harrys Frühstück verdient?
Auch wenn er darum bettelt.
Der kleine Harry wird aus den Ereignissen lernen,
dass Güte, selbst einem Hund gegenüber, sich immer auszahlt.
Wohingegen Missmut und Jähzorn nichts anderes
als Schmerz und Schande verursachen."
Sehr gut, Timmy. Beschäftigt euch eine Weile still.
Albert, ich möchte draußen mit dir reden.
Ich weiß schon, es tut mir leid.
Das allein genügt nicht.
Also, ich spreche nicht als Schwester, sondern als deine Lehrerin.
Du träumst vor dich hin, du kommst zu spät.
Ich lasse dir das nicht durchgehen.
Ich bitte gar nicht um einen Gefallen.
Dann bestraf mich doch.
Das werde ich nicht, ich will nur den Grund wissen.
Sogar die Briefe schreibst du nicht.
Doch, die schreibe ich.
- Warum hast du sie nicht vorgezeigt? - Ich hab sie abgeschickt.
- So kann ich sie nicht bewerten. - Ich weiß.
Warum zeigst du sie nicht?
- Sie sind vertraulich. - Wie kann das sein?
- Du kennst das Mädchen nicht. - Ich liebe sie.
Albert, rede keine Dummheiten.
Dir mag es dumm scheinen, mir nicht. Mach dich nicht lustig.
- Du meinst es ernst? - Das tue ich.
Ich verstehe es genauso wenig wie du.
Wie bei Cyrano de Bergerac, wo ein Mädchen einen Brief liebt.
Bei mir ist es schlimmer.
Ich habe mich in ein Foto verliebt.
Warum erzähle ich dir das alles? Eine Lehrerin versteht das nicht.
Ich bin auch deine Schwester, nicht wahr?
Ja.
Nun gut.
Schreib einen zusätzlichen Text, statt der Briefe.
Kommst du noch mal zu spät, schick ich dich nach Hause.
In Ordnung.
Geh wieder rein.
Danke.
Gib mir bitte noch etwas Brot rüber.
- Hier bitte, Pa. - Danke.
Albert kam zu spät in die Schule.
- Du musst immer petzen. - Es stimmt doch.
- Du stellst auch so einiges an. - Tu ich nicht.
Timmy hast du Dummkopf genannt, oder nicht?
- Das reicht jetzt. - Sie ist eine kleine Petze.
Warum bist du zu spät gekommen?
- Weil er einen Brief gelesen hat. - Sei doch endlich still.
- Carrie, ich spreche mit deinem Bruder. - Ja, Pa.
- Warum warst du spät? - Ich las einen Brief.
Ich hab Laura alles erklärt.
Nutze nicht aus, dass sie deine Schwester ist.
- Nein, ich komme nicht mehr zu spät. - Das will ich hoffen.
- Möchtest du noch Kaffee? - Nein.
Ich will mit dem Schrank fertig werden, bevor ich nach Minneapolis fahre.
- Kann nicht jemand anderes fahren? - Das geht leider nicht.
- Ich halt den Kaffee warm. - Danke.
Wann fährt Pa denn?
Nächste Woche, er bleibt nur ein paar Tage.
- Darf ich aufstehen? - Ja, hast du Hausaufgaben?
- Ja, ich will Pa noch was fragen. - Gut, und dann an die Arbeit.
Ich fang dann gleich an.
- Brauchst du Hilfe, Pa? - Nein, ich bin fast fertig.
So ein Treffen der Farmer ist sicher spannend.
Manchmal schon, manchmal ist es auch langweilig.
- Lauter schwerfällige Farmer. - Kann ich mir vorstellen.
- Ich käme trotzdem gern mal mit. - Irgendwann sicher.
Wie wäre es mit nächster Woche?
Nächste Woche? Da gäbe es Bedenken.
Du gehst noch zur Schule, bist zu jung, und außerdem ist es teuer.
Die Schule ist kein Problem. Das wäre ein Projekt.
Ich schreibe einen Aufsatz darüber. Das machen alle.
Alt genug bin ich. Du sagst selbst, ich arbeite wie ein Mann.
Das stimmt schon.
Es bleibt dann noch der dritte Einwand.
Ja, Pa.
- Du musst bald ins Bett. - Ja, Pa.
Wenn es nicht so teuer wäre, würdest du mich mitnehmen?
Das würde ich.
- Gute Nacht. - Gute Nacht.
Es ist unglaublich, es gibt jeden Tag mehr Fahrgäste.
- Gut fürs Geschäft. - Das schon.
Ich transportiere lieber Güter.
- Schau dir das an. - Was denn?
Jemand will umsonst mit.
Ich hab mehr zu tun, als Vagabunden aus dem Zug zu werfen.
Jetzt hab ich dich, komm mal her.
Wieder ein Kind mit schlechten Eltern.
Sie flüchten vor den Schlägen in die Stadt.
Tut mir leid, Junge, aber ich muss dich dem Bahnhofsvorsteher übergeben.
Man sollte die Eltern bestrafen, und nicht die Kinder.
Was passiert mit dem Jungen?
Man sperrt ihn ein und sucht die Eltern.
Falls der Vater nicht in einem Straßengraben liegt.
Das bezweifele ich.
- Vielleicht hat er einen anderen Grund. - Ich will zu meinem Pa.
- Na also. - Er fuhr ohne mich los.
Ich frage mich, was für ein Mann das seinem Sohn antut.
Ich weiß nicht.
Darf der Junge mit, wenn ich ihm ein Ticket kaufe?
- Klar. - Was kostet das?
- Für ihn die Hälfte. Einen Dollar. - Hier.
Komm mit, mein Junge.
Gott segne Sie, Charles.
Pa.
- Pa, ich kann es erklären... - Nicht jetzt.
Und nenn mich nicht Pa.
- Wie bist du zum Bahnhof gekommen? - Mit der Kutsche.
Ich war in der Kutsche.
Ich sagte nicht "in", sondern "mit der Kutsche".
Hinten drauf.
- Ohne die Fahrt zu bezahlen? - Ja, Sir.
Pa, es tut mir leid, ich muss mitfahren.
Ich muss einfach.
So wichtig kann das Treffen nicht sein.
- Das Treffen ist mir egal. - Was ist es dann?
Ich bin verliebt.
Wie bitte?
Pa, wir haben einander so viele Briefe geschrieben.
Ich weiß nicht, wie es passiert ist.
Aber ich habe mich verliebt.
Ich muss immerzu an sie denken.
Und ich hab ein schlechtes Gewissen.
- Was hast du denn getan? - Ich habe sie angelogen.
Ich habe großartige Dinge über mich geschrieben.
Ich muss sie sehen, bevor sie wegfährt.
Ich muss wissen, ob sie mich auch so mag, wie ich bin.
Warum hast du mir nichts gesagt?
Es war mir wahrscheinlich zu peinlich.
Zu sagen, dass ich jemanden liebe. Also ein Mädchen.
Aha.
War es ähnlich mit deinem Pa?
Mein Pa wusste es erst, als er mich im Hochzeitsanzug sah.
- Dann brauch ich mich nicht zu schämen. - Doch.
Du hast weder die Kutsche noch den Zug bezahlt.
Kannst du ihr nicht alles in einem Brief gestehen?
Nein, nicht in einem Brief.
Ich muss mich dem einfach stellen, ihr in die Augen sehen können.
Ich verstehe dich jetzt etwas besser.
- Es ist falsch, doch ich verstehe es. - Danke.
Wir müssen Ma telegrafieren, sie macht sich sicher Sorgen.
Ich schrieb ihr, dass ich mit dir fahre.
Wolltest du nicht allen Dingen ins Auge blicken?
Vielleicht nicht allen.
Darf ich dich wieder Pa nennen?
Ja.
Aber nicht vor dem Schaffner.
Also, hier ist es.
Ich warte hier, du hast 15 Minuten, dann fängt das Treffen an.
- Ja, Pa. - Viel Glück.
Ja.
- Oh, Mrs Barton? - Richtig.
Ich bin Albert. Albert Ingalls.
Ich habe Ihrer Tochter geschrieben.
Oh ja, natürlich, ich weiß.
Möchtest du nicht hereinkommen?
Bitte, setz dich doch.
Nun... entschuldige, dass ich dich nicht erkannt habe.
Das macht nichts.
Sie haben wahrscheinlich erwartet, dass ich größer bin.
Nein, ich meine... aus deinen Briefen, was mir meine Tochter erzählt hat...
Ich weiß, das ist ein Grund, warum ich hier bin.
Ich wollte ihr die Wahrheit sagen.
Nun, Leslie wird nicht vor vier zurück sein.
Ich komme gern wieder. Ich muss mit Pa zum Farmertreffen.
Ruf besser vorher an, um sicher zu sein.
Ich schreibe dir gleich die Nummer auf.
Sie ist sicher sehr gut beim Ballett.
- Beim Ballett? - Ja, ich meine Schwanensee.
In Walnut Grove haben wir so etwas nicht.
Ich würde es gern sehen, solang ich hier bin.
Nun, das besprichst du am besten mit Leslie.
Bitte sehr.
- Danke. - Ich bringe dich zur Tür.
Wie schon gesagt, ab vier Uhr.
Ich bitte Sie, noch nichts über mich zu erzählen.
- Selbstverständlich. - Danke, Madam.
- Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
Sicher wieder der Junge.
Ich kann nicht sagen, du seist noch nicht zurück.
- Sag ihm, ich schlafe. - Leslie.
Ich sei müde vom Ballett, und morgen fahren wir nach St. Louis.
Ich würde ihm von dort schreiben.
Um Himmels willen, sag es ihm.
Hallo.
Ja, Albert.
Es tut mir schrecklich leid.
Leslie war nach dem Ballett so müde, sie hat sich gleich schlafen gelegt.
Ja, ich weiß.
Aber wir fahren morgen früh nach St. Louis.
Nein, nein, ich verstehe, aber wir fahren sehr früh los.
Vielleicht ein anderes Mal.
Ich weiß, du wohnst weit weg.
Leslie schreibt dir gleich, wenn sie in St. Louis ist.
Das werde ich.
Ja.
Auf Wiedersehen.
Was hat er gesagt?
Er wünscht uns eine gute Reise.
Er wird dich vermissen.
Ich packe die Koffer fertig.
- Ist sie noch nicht da? - Doch, das ist sie.
Sie war müde und hat sich hingelegt.
Du siehst sie am Morgen.
Sie fahren früh nach St. Louis ab.
Zu früh für einen Besuch.
Sie wird mir schreiben.
Es tut mir leid für dich, mein Sohn.
Ihre Mutter hat gewiss gesagt, wie klein ich bin.
Obwohl sie versprach, nichts zu sagen.
Sie haben sich sicher lustig gemacht.
- Woher willst du das wissen? - Ich weiß es.
Sonst würde sie mich sehen wollen.
Ich bin hergekommen, um ihr die Wahrheit zu sagen.
Das war mir eine Lehre.
Jetzt hasse ich sie.
- Komm, du kannst sie nicht hassen. - Doch, das tue ich.
Am liebsten würde ich es ihr ins Gesicht sagen.
Sie ist so eingebildet.
Weil sie in einem großen Haus lebt und im Ballett tanzt.
Sie denkt, sie sei was Besonderes.
Sie bedeutet mir nichts, ich hasse sie.
- Ich weiß, was du empfindest. - Das weißt du nicht.
Ich habe ihr so viel geschrieben.
Nicht nur Flunkereien.
Ich habe geschrieben, was ich für sie empfinde.
Und sie will mich nicht mal sehen.
Wieso wirst du nicht mehr geliebt,
nur weil du kleiner bist, als du gesagt hast?
Ich weiß nicht.
Ich weiß nicht, warum ich hier herumheule.
So großartig ist sie nicht.
Sie und ihr Ballett.
Bei einem Tanz in der Scheune sähe sie lächerlich aus.
Das glaube ich auch.
- Square Dance kann sie auch nicht. - Wohl kaum.
Man darf niemanden so verletzen.
Das möchte ich ihr sagen.
Können wir morgen noch einmal hinfahren?
Sie will dich nicht sehen.
Ich warte, bis sie aus dem Haus kommt.
Danach ginge es mir besser, Pa.
- In Ordnung. - Danke.
- Ich geh mich jetzt waschen. - Gut.
Es ist schon Viertel nach.
Wir haben 15 Minuten, bevor der Zug abfährt.
Ja.
Das ist sicher ihre Kutsche.
Ja, da kommen sie.
Es wird nicht lange dauern.
Pa.
Pa, das ist sie.
Das ist Leslie.
Das ist also der Grund.
Deshalb wollte sie mich nicht sehen.
Ich bin gleich wieder da.
- Leslie. - Albert.
Ich bin gerade auf dem Weg zum Zug.
Ich bin froh, dich noch zu sehen.
Gestern Abend war ich so wütend auf dich.
- Das tut mir leid. - Nein, es ist schon gut.
Das war eine gute Lektion.
Von jetzt an werde ich ehrlich sein.
Ich habe auch gelernt, dass nicht jeder auf die gleiche Art liebt.
Ich werfe dir nicht vor, dass ich dir egal bin, nachdem...
du wusstest, dass ich kein großer Held bin.
Es ist nicht deine Schuld, dass deine Liebe nicht so stark war.
Ich liebe dich noch und werde es immer tun.
Das ist das wahre Wesen der Liebe.
Wenn du mir trotzdem schreibst, wäre ich froh.
Du musst mir nicht sagen, dass du mich liebst.
Sei einfach ehrlich.
Ich wünsche eine gute Reise.
Ich liebe dich, Leslie Barton.
Albert.
Der Brief, den du erwartet hast. Er ist angekommen.
- Danke, Miss Forster. - Keine Ursache.
- Geh schon vor. - Du kommst zu spät.
Nein, werde ich nicht. Geh schon vor.
"Liebster Albert.
So viel schrieb ich noch nie.
Denn ich möchte dir so viele Dinge sagen.
Du meintest, ich solle ehrlich sein, das werde ich von jetzt an.
Lass mich beginnen mit... Ich vermisse dich.
Und ich liebe dich, Albert Ingalls."
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