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Also, ein Mann geht in eine Tierhandlung und will Fische kaufen.
Der Verkäufer zeigt ihm sein großes Aquarium und sagt:
Aber der Oktopus da hinten in der Ecke, der ist sogar im Angebot.
Hey, toll, sagt der Mann, den kaufe ich.
Wie nennt man einen traurigen Kaffee?
Ich weiß nicht.
Depresso.
(Gelächter) Okay.
Der Verkäufer packt ihn in eine Tüte mit Wasser,
aber beim Rausgehen stolpert er. Die Tüte fällt auf den Boden und zerplatzt.
Sitzt eine Krabbe auf einem Felsen im Meer und weint ganz bitterlich.
Kommt ein Hai vorbei und sagt, warum weinst du denn so, kleine Krabbe?
Meine Eltern sind ausgegangen.
Ja, aber die kommen doch sicherlich wieder, sagt der Hai.
Nein, die kommen nicht mehr.
Ja, aber wo sind sie denn hingegangen?
Auf eine Cocktailparty.
(Gelächter)
Der Mann, ganz panisch, rennt in den Laden und schreit:
Helfen Sie mir, helfen Sie mir, der Oktopus, der stirbt, der stirbt.
Treffen sich zwei Freunde.
Mir geht's so richtig beschissen, sagt der eine.
Dann geh doch mal in den Streichelzoo. Mich beruhigt das immer.
Ach, ganz easy, sagt der Verkäufer.
Sie kennen doch bestimmt den Löffeltrick.
Am nächsten Tag treffen sich beide wieder.
Der eine sieht noch viel, viel schlechter aus als am Vortag.
Wie schaust du denn aus? Geht's dir immer noch nicht gut?
Nee, alles noch viel schlimmer.
Was ist passiert?
Ja, den ganzen Tag war ich im Streichelzoo gestern.
Aber niemand hat mich gestreichelt.
(Lautes Gelächter)
Der Mann rennt panisch raus zu dem Oktopus
und er probiert, die Saugnäpfe loszukriegen vom Boden.
Es funktioniert nicht.
Was steht auf dem Grabstein eines Schornsteinfegers?
Er kehrt nie wieder. (Gelächter)
Panisch rennt er wieder rein und sagt
"Helfen Sie mir doch, helfen Sie mir doch, er stirbt."
Kapier ich nicht.
- Nicht lustig? - Nee, nicht lustig.
Okay. (Gelächter)
Der Mann nimmt den Löffel, rennt raus zu dem Oktopus,
haut ihm einem kräftigen Klaps auf den Kopf
und der Oktopus, der macht
"Au!"
(Lautes, andauerndes Gelächter)
(Klatschen und Gelächter)
Hey, na?
Mein kleiner Schatz.
Was möchtest du Abend essen?
- Ein Apfel. - Ein Apfel?
Bitte schön.
Oder magst du einen Keks?
Keks ist auch gut, oder? Guck mal hier.
Und noch einen für Mama.
Lecker, lecker.
Sag mal, ich hab irgendwie immer das Gefühl,
die geben euch nicht genug zu essen in der Kita.
Könnte es sein?
Ja, oder die achten nicht genug darauf, was ihr gerne esst.
Find ich auch nicht so doll.
(Klatscht)
So, wo war ich?
- Na? - Na du?
- Hallo. - Hi.
(Kind ruft)
- Es ist so schön, dich zu sehen. - Ja.
Guck dich an.
Wir waren gerade einkaufen, stimmt's, Pino?
Ja?
Ja, heute wird gefeiert.
Ich mach uns ein richtiges Festmal.
Geht's dir gut, kleiner Mann?
Spielst du schön?
(Kind redet)
Ach, schön.
Na?
Wie bist du denn hergekommen?
- Mit dem Bus. - Ja?
Hättest mir mal sagen können, dass du den abholst.
Ich war vorhin schon in der Kita.
Oh nein, echt?
Sorry, ich hab ihn auf dem Weg einfach eingesammelt
und dann hab ich total vergessen, dir zu schreiben.
Alles gut.
Wie lange bleibst du?
Was meinst du?
Na ja, wann mussten wir denn zurück?
Gar nicht.
Die haben mich entlassen.
- Ach echt? - Ja.
Wieso denn das denn?
Wie meinst du?
Na ja, ich frag nur, wieso haben sie dich entlassen?
Habt ihr das besprochen?
Die haben mich halt entlassen.
Wir haben das besprochen.
Und ich hab ihnen gesagt, dass es mir richtig gut geht.
Und dass ich denen auch total dankbar bin,
dass sie mir total geholfen haben.
Aber dass ich das halt jetzt alleine hinkriegt.
- Magst du einen Apfel? - Nee, danke.
Weißt du.
Verstehe.
Sag mal,
wovon habt ihr euch ernährt, als ich weg war?
Hier war nichts zu essen in diesem Haus.
Wir haben eigentlich meistens bestellt.
Aha. (Türklingel läutet)
Alles gut.
(Tür öffnet sich)
- Hi Alice. Komm rein. - Hey.
Ich habe Conny vor 20 Minuten angerufen. Sie müsste gleich kommen.
Perfekt. Danke.
Ich nehme Pino mit zu mir nach oben.
- Das wäre super. - Ja, klar.
- Hey Sonya. - Du Beauty.
- Alles fein? - Ja, bei mir alles gut, und bei dir?
Voll, ja.
Isst du mit uns?
- Ich denke nicht. - Nein?
Bist du sicher? Wir haben wirklich genug da.
Ich habe so viel eingekauft.
Ich habe schon gegessen. Danke schön.
Na gut.
Was ist denn mit euch? Wirklich?
Entspannt euch doch mal!
Hör mal, Sonya. Können wir mal reden?
Guck mal, ich hab's doch gesagt.
Ich habe alles abgeklärt. Es ist alles in Ordnung.
Pass auf.
Wir haben da jetzt ziemlich oft drüber gesprochen.
Und ich glaube, das ist jetzt wirklich super wichtig,
dass du das mal durchziehst.
Das habe ich.
Nee, dass du die zwei Monate durchziehst.
Ja, aber...
Wenn ich doch merke, dass es mir gut geht
und mein Bauch mir auch sagt, dass ich hier sein sollte,
damit das so bleibt, dann höre ich darauf.
Kann ich auch total verstehen.
Aber weißt du, wir sind mit deinem Bauch bis jetzt halt nicht so gut gefahren.
Also wenn, dann bin ich nicht so gut damit gefahren.
Ja nee, wir. Weil Pino und ich, uns geht das auch was an, weißt du?
Hör mal.
Lass uns da jetzt nicht einsteigen, okay?
Ich koche uns was Schönes.
Wir machen uns einen richtig schönen Abend.
Du kannst super gerne auch bleiben.
Wir machen uns einen Wein auf. Fuck! Ich habe den Wein vergessen.
- Nicht so schlimm. - Ach, Scheiße.
Doch, das ist schlimm.
Ich wollte mit euch zusammen anstoßen.
Hast du noch eine Flasche oben?
Wo ist dieser scheiß Wein,
das gibt's doch nicht!
Sonja, hör jetzt auf!
(Türklingel läutet)
- Ich gehe schon. - Danke.
Sonja, du musst zurück in die Klinik. Und das weißt du auch.
Ja. Hallo.
Ich mach dir auf.
Das ist so peinlich.
Hi, Conny.
- Was ihr hier abzieht, was soll das? - Sonya...
Nein.
- Hallo, meine Süße. - Hallo, Mama.
- Wie fühlst du dich? - Gut.
- Ja? - Ja.
Hallo, Conny.
Danke, dass du kommst.
Hallo, Oma!
Sag mal, was läuft denn hier?
Habt euch jetzt alle gegen mich verschworen.
Quatsch.
Wir wollen nur, dass es dir gut geht.
Lief doch auch eigentlich ganz gut an.
Was meinst du?
Ich habe das Gefühl, dass die ersten Wochen in der Klinik
was bewirkt haben.
Was denkst du?
Ich denke einfach, dass es mir hier besser geht.
Natürlich. Hier ist doch auch dein Zuhause.
Ja, aber neulich war es hier auch schwierig, weißt du noch?
Rede nicht so mit mir.
Natürlich weiß ich das noch. Ich bin ja nicht bescheuert.
Das sagt auch niemand.
Aber wenn du den Aufenthalt in der Klinik abbrechen willst,
dann musst du das mit den Ärzten besprechen.
Du kannst nicht einfach abhauen.
Ja, genau.
Ich habe von Anfang an gesagt, dass das ein Versuch ist.
Und dass ich auch abbreche, wenn das für mich nicht funktioniert.
Ja, aber anfangs hat es ja funktioniert.
Und die Ärztin hat auch gesagt, dass es so einen Knick geben wird
und dass das normal ist und dass man da eben durchpowern muss!
Durchpowern?
- Ich gehe schon. - Danke.
- Ist das dein Ernst? - Denk doch an Pino.
Ich denke immer an Pino.
Der kleine Mann will doch auch, dass es...
Hör auf damit, Mama!
Pino bleibt hier.
- Sonya, hör jetzt auf! - Spinnst du?
Lass mich jetzt los!
Du machst ihm Angst.
Ich mach ihm keine Angst. Ich bin seine verdammte Mutter.
Ihr seid so peinlich mit eurer scheiß Intervention
oder was auch immer das hier sein soll.
Ihr seht so lächerlich aus.
Ihr wisst überhaupt nicht, wie lächerlich ihr ausseht.
- Bitte, Liebes. - Halt die Fresse!
Fass mich nicht an.
Okay, gut.
Wenn ihr mich so sehr loswerden wollt, dann...
(Rascheln)
Wo willst du denn hin?
In die Klinik. Hier bin ich nicht willkommen.
Das ist Quatsch, das weißt du.
Wir wollen nur...
Ich will es nicht hören. Ich habe dich verstanden.
Du hast dich ja klar und deutlich ausgedrückt.
- Soll ich mit dir mitkommen? - Auf gar keinen Fall!
Lass mich!
Ich bin kein Baby mehr.
- Hör mal, Sonya... - Nein.
(Tür geht auf und zu)
Tja.
Komm mal her.
(Weint)
Ist gut, Conny.
Ist ja gut.
Kommen Sie mal her. So, stellen Sie sich mal dahin.
Haben Sie denn auch eine Tasche dabei?
Sehr gut. Hier ist Ihre Tasche.
Die legen wir schon mal hier hin.
Ja.
Eine DVD?
Worauf hätten Sie denn Lust? Lassen Sie uns mal gucken.
Wir haben hier ein paar Sachen da.
Wie wäre es denn
zum Beispiel
mit diesem Film? Gucken Sie mal da.
Das ist ein Film für die ganze Familie.
"Der Zauberer von Oz". Kennen Sie den?
Gucken Sie mal, da geht es um ein kleines Mädchen.
Das geht mit Ihrem kleinen Hund Toto...
Das ist der kleine Hund.
...gehen sie auf eine Reise, und die suchen den Zauberer von Oz.
Wollen Sie den kaufen?
Ja?
Soll ich den in Ihre Tüte...?
Vielleicht der hier.
Den wollen Sie haben? Zeigen Sie mal, was ist das denn?
"Carrie."
Des Satans jüngste Tochter.
Ja, das könnte man.
Wie alt sind Sie denn, wenn ich fragen darf?
- Vielleicht... - Sie sind wie alt?
- Das da. - Das da auch?
Das da ist auch ein schöner Film.
Von Rohmer. "Komödien und Sprichwörter".
Ein bisschen intellektuell, aber das schadet ja nichts.
Kann man ja früh mit anfangen.
Ich würde Ihnen den auch mit einpacken. Sind Sie dann schon über 18?
Noch nicht.
- So. Einen doppelten für dich. - Danke dir.
Na, hast du schön aufgepasst?
Hat er.
Platz!
Platz!
Machst du Platz?
Sehr gut.
Schön, dass das endlich mal klappt.
Ja, Ich freue mich total. Danke für deine Zeit.
Ich fand deinen Film
echt toll.
Danke.
- Hat mich sehr berührt. - Ja? Super.
Und wie die beiden Ladies da spielen, das ist so fantastisch.
Sie sind wirklich ziemlich toll.
Ich habe Alexandra König lange nicht mehr so gut gesehen.
Na ja, und diese Sophie ist eine echte Entdeckung.
Wahnsinn, oder?
Sag mal,
stimmt es, dass die König ihren Mann verlassen hat?
Und dass die beiden jetzt ein Paar sind? Seit deinem Film?
Ja. Ja, das stimmt.
Wahnsinn.
Ja, aber schön für sie.
Und du bist jetzt an deinem Nächsten dran?
Ja, genau.
Darf man schon wissen, was es diesmal wird?
Wird eine Komödie.
Ach ja?
- Nice. Ich mag Komödien. - Ja, ich auch.
- Wenn sie gut sind. - Ja, klar.
Was für eine Richtung?
Richtung im Sinne von welche?
Im Sinne von welcher Style? Welcher Humor?
Schwarz. Absurd. Tragikomisch.
Kann ich, glaube ich, an dem Punkt, wo ich jetzt bin, noch gar nicht so genau absehen.
Okay.
Also sagen wir so:
ich komme ja aus einer eher naturalistischen Richtung.
So, und ich fänd's total spannend, mal von daher in so etwas Absurdes reinzugehen.
Slapstick?
Ja, vielleicht das auch.
Spannend.
- Nicht einfach zu machen. - Klar.
Aber die Ambition find ich schon mal gut.
Da muss man sehr fein arbeiten, damit das einen Film nicht umwirft.
Darf nicht einfach so rausballern.
- Nee, das muss... - Aber ist ja gut, so eine Herausforderung.
Ja, finde ich auch. Fühlt sich gut an!
Wann kann man denn mal was lesen?
Ich habe vor, in den nächsten 4 bis 5 Wochen
eine lesbare Fassung fertig zu kriegen.
Super.
Bin sehr gespannt.
Ja, wär schön. Freut mich.
Na...
Zeit für einen Snack.
Komm mal her.
(Pustet)
Er hat was an den Zähnen.
Ah, verstehe.
Hast du Tiere?
Nee. Ich habe ein Kind.
Ach, schön.
Mit einem Partner.
Nein, mit meiner besten Freundin.
- Ah, das ist ja toll. - Ja.
- Kein Partner. - Verstehe.
- Kann ja auch toll sein. - Absolut.
Ja, das schmeckt dir, hm?
Das schmeckt dir!
(Straßenlärm)
(Münzen klackern)
(Automat surrt)
(Vergnügliche Musik beginnt zu spielen)
Au!
Entschuldigung.
Entschuldigen Sie bitte. Könnten Sie mir mal kurz hier helfen?
Klar.
Ich glaube, ich hab mir hier den Finger eingeklemmt.
Und jetzt geht es nicht mehr raus.
Nee, ich krieg das irgendwie nicht mehr auf,
- die Klappe hängt. - Lass mich mal versuchen.
Vorsicht. Danke.
(Metall knarzt)
Entschuldigung.
Alles gut.
Was machen wir jetzt?
Haben Sie vielleicht Geld dabei?
Wieso?
Also für den Automaten. Dann geht vielleicht...
Ja, klar.
Macht total Sinn.
Was nehme ich da nur?
Spielt eigentlich nicht so eine Rolle. Hauptsache, es geht Geld rein.
Würd schon Sinn machen, wenn ich was nehme, was ich mag.
Sonst ist das Geldverschwendung.
Ich zahle Ihnen das gerne zurück. Kein Problem.
Quatsch, ist ja nur Kleingeld.
Könnten Sie dann einfach loslegen? Es tut wirklich wahnsinnig weh.
Dann nehme ich die 22. Das ist 'ne Bifi, das geht immer.
(Musik spielt weiter)
Das gibt's doch nicht.
Es hat jetzt mein Geld gefressen.
(Schlägt auf den Automaten)
Entschuldigung.
Ok. Was machen wir jetzt?
Könnten Sie vielleicht einfach einen Krankenwagen rufen?
Ich glaube, das macht jetzt am meisten Sinn.
Aber...
würde es vielleicht mehr Sinn machen, wenn ich die Feuerwehr rufe?
Keine Ahnung.
Die Hand muss ja erst mal aus dem Automaten raus.
Die Feuerwehr dann einfach.
Gerne einfach die Feuerwehr.
Mein Akku ist alle.
Ich hab mein Handy in der Tasche.
Holen Sie es einfach aus der Tasche.
- Vorne oder hinten? - Hinten.
- Ich werde es rausziehen. - Einfach rausziehen, ja.
Einfach rausziehen.
(Automat knarzt)
Der Mann hat sich was eingeklemmt.
Könnt ihr einfach rausziehen?
Was ist denn der Code?
1984.
Sie sehen ein bisschen jünger aus.
Danke, das ist nett.
Hallo, Cosima Karciewsky hier.
Ich rufe an für einen Mann, der sich seine Hand in einem Automaten eingeklemmt hat.
(Gerät piept)
Nee, Schatz. Aber das ist so nervig.
Ich hab mir doch extra morgen freigenommen. Diese Scheiß Kuh,
Die ist einfach schon wieder krank, und es gibt keinen Ersatz.
Als ob die krank ist, Alter. Die simuliert wie immer und scheißt aufs Team.
Also ich finde ja eigentlich, dass man über Kollegen nicht lästern soll.
Aber ganz ehrlich, die hat einen an der Klatsche.
Ich mach die fertig, ich mach die wirklich fertig.
Ich tausche nie wieder mit der.
Geht doch gar nicht. So ein Kollegenschwein, Alter!
Ja.
Du Eklige, ganz ehrlich...
Ganz ehrlich, du, ich muss mal weiter.
Ich melde mich später, die Hütte brennt hier.
Ciao, Schatz.
- Alles in Ordnung? - Ja. Entschuldigung. Nur ganz kurz.
Sorry, aber ich warte jetzt schon echt ziemlich lang.
Wann bin ich wohl dran, meinen Sie?
Keine Ahnung. Es wirklich grade so viel los und Alarmstufe Rot.
Sorry. Entschuldigung. Tut mir leid.
Ich weiß noch nicht so richtig,
was da überhaupt im Detail gemacht wird.
Und ich merke halt, ich bin so ein bisschen nervös.
Deshalb könnten Sie mir vielleicht erklären...
Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Da wird Frau Doktor da mit Ihnen sprechen.
Okay.
So, dann gehen wir jetzt mal weiter.
- Ich muss gleich nochmal direkt auf die 3. - Ja.
So.
Da sind wir angekommen.
Kommen Sie erst mal zu sich, wenn was ist, einfach Bescheid sagen.
- Sie auch. - Danke.
Hallo.
Ich habe meine Arme gebrochen.
Krass.
Ich bin vom Baum gefallen.
Echt? Shit.
Ich wollte Quitten pflücken.
Karma.
Wieso?
Das waren nicht meine Quittenbäume.
Das ist dann ja Diebstahl, im Grunde genommen.
Na ja, wahrscheinlich.
Ich liebe Quitten.
Ich mache ja Marmelade draus.
Cool, ja.
Die verkaufe ich dann auf dem Wochenmarkt am Kanal.
Kennst du?
Den Kanal? Den kenne ich, ja.
Bisschen extra Kohle schadet ja nix.
Ja.
Manchmal mache ich auch...
Gelee.
(Lacht laut)
(Weint übertrieben)
- Alles okay? - Ja, entschuldige.
Magst du Gelee?
Ja, finde ich ganz gut.
Was magst du lieber? Marmelade oder Gelee?
Finde ich eigentlich beides gleich gut.
Warte mal...
Ehrlich?
Vielleicht kann ich...
Ich schaff's nicht.
Kannst du mir mal helfen?
Die Kopflehne hier...
Es gibt so einen Hebel da.
Ah, da.
Vorsicht, du fällst da..
Hallo? Kann jemand...
Warte, warte, warte. Ich mach das.
Kennst du dich damit aus?
Ja, ich lieg schon eine Weile hier.
Super, weil, das ist mir hier alles zu niedrig...
- Alles gut. - Es muss irgendwie ein bisschen mehr so...
- Geht das? - Ja, ich kann halt nur mit der einen Hand.
Das ist angenehmer, wenn das höher ist, glaube ich.
- Ja. - Ich bin übrigens die Steffi.
Hallo Steffi, ich bin Joseph.
Hallo Joseph.
Legen Sie sich bitte wieder hin?
Die Dame will sich aufsetzen. Ich wollte nur helfen.
- Wir helfen der Dame schon. - Dankeschön.
Sie würde sich gerne senkrecht aufsetzen.
Nein, die Dame ist gerade frisch operiert worden.
Die wird sich bestimmt nicht senkrecht aufsetzen.
- Doch! - Das wusste ich nicht.
So. Dann...
Kennen Sie Steffi von Monaco?
- Wen? - Kennen Sie Steffi von Monaco?
Ja, sicher.
Nach der bin ich benannt.
Ah ja. Okay.
Wir werden ja den gebrochenen Knochen richten
und mit Drähten fixieren. (Singt)
Und die bleiben dann 4 bis 5 Wochen drinnen.
- So lange? - Ja.
Die gerissene Sehne müssen wir wieder nähen. Das ist ein bisschen komplizierter.
Das kriegen wir aber hin.
Haben Sie noch Fragen?
Ja. Ist mir ein bisschen unangenehm.
Ich bin wahnsinnig aufgeregt.
Ja, das ist ja normal bei so einem Eingriff.
Na ja, aber ich habe richtig, wirklich Angst. Richtig Panik.
Sie kriegen davon gar nichts mit.
Ich habe einfach wirklich nur Angst, dass ich nicht mehr wach werde.
Jetzt ist aber... Sie werden wieder wach. Dafür sorgen wir schon.
- Ich will nur das hier höher... - Nein, wir legen uns jetzt wieder hin.
Sie sind gerade operiert worden.
Ich muss kotzen.
Das ist ganz normal.
Aber keine Sorge, Sie sind ja nüchtern.
Ja. Leider.
Na ja, wir sehen uns dann. Okay? Sie werden dann gleich abgeholt.
Könnten Sie mir was geben? Dass ich mich ein bisschen beruhige?
Ja, das ist da ja schon mit drin.
Aber ich glaube, das wirkt bei mir einfach nicht.
Natürlich wirkt das.
Weil ich habe wahnsinnig Herzrasen.
- Das muss irgendwie höher. - Jetzt ist aber Schluss.
So, Sie legen sich jetzt... Julia!
Mein Gott, hinlegen!
Sonst gebe ich Ihnen gleich was zur Beruhigung.
Können Sie mir dann auch gleich einfach was...
Was ist denn heute los? Sind alle übergeschnappt?
(Klappern)
Das ist lieb, Conny. Danke.
- Lass es dir schmecken. - Dankeschön.
Auch fürs Aufpassen. Das war echt toll.
Klar. Das mach ich doch gern.
Willst du nichts?
Ich hab schon mit Pino.
Schmeckt sehr gut.
Und hast du heute noch was vor?
- Ich habe noch ein Date. - Echt?
Mit dem von neulich?
Nee. Das war nix.
Wieso nicht?
Der konnte überhaupt nicht küssen.
Das bringt dann nichts.
Richtig.
Der von heute?
Das scheint ganz nett. Wir haben uns ja noch nicht getroffen.
Aber er schreibt sehr, sehr süß.
Also noch nicht geknutscht?
Nee.
Nur virtuell.
Okay.
Da bleibt es ja spannend.
- Ja, ich werde berichten. - Ja, das hoffe ich doch.
Noch was?
Ein bisschen vielleicht. Schmeckt total gut.
(Klappern)
Danke dir.
Und bei dir?
Gibt es ja jemand?
Bei mir?
Keiner, der sich so ein bisschen interessiert?
Nö.
Seit wann seid ihr auseinander, Mark und du?
Fast drei Jahre jetzt, glaube ich.
- Drei Jahre? - Ja.
- Wie die Zeit vergeht. - Ja.
Ja, das dauert manchmal.
Yes.
(Klaviermusik)
Das ist schön.
Ich mag, was du mit den Linien gemacht hast...
und die Schatten, die reinkommen.
- Danke. - Gut.
Sehr hübsch.
Sehr gut.
Sehr gut.
Wie läuft es?
Gut, aber...
ich bekomme die Schenkel nicht hin.
Ja, ich weiß, was du meinst.
Die Proportionen stimmen nicht ganz.
Die linke Seite funktioniert gut.
Aber wenn du sie hier statt dort verbindest...
dann wird es einfacher.
- Ok. - Ja? Mach das.
- Gut. Du bist talentiert. - Danke.
Entschuldigung.
Das ist...
interessant.
Ich versuche es abstrakt zu halten.
Das sehe ich.
- Es sieht nach Spaß aus. - Ja.
Das ist gut. Spaß ist gut.
Spaß ist gut, ja.
Ok, ihr Lieben, ich denke, es ist...
Oh, sorry.
Es ist Zeit, dass wir zum Ende kommen.
Einen Applaus für das Modell der Woche Dominik.
(Klatschen)
Lasst ihm gerne ein Trinkgeld im Trinkgeldbecher da.
Ok? Gut, danke.
Der war von dir? Danke.
Das war gut.
- Ist das okay, wenn...? - Klar.
Danke.
Ich bin im Weg.
(Schritte)
- Tschüß. - Vielen Dank. Bis nächste Woche.
- Entschuldigung? - Ja?
- Kann ich dich was fragen? - Natürlich.
Wie hat dir dein erstes Mal gefallen?
Ich mochte es. Schöne Atmosphäre.
Ich würde gern über ein Projekt mit dir sprechen.
Ja, klar.
- Wie wäre es mit einem Kaffee unten? - Gerne.
Tschüß, Elin.
Tschüß, Dominik.
Bis nächste Woche?
In zwei Wochen. Nächste Woche ist Angela dran.
Ja, das stimmt. Also bis dann.
Und danke für die tollen Posen.
Danke dir. Es macht Spaß.
- Das sieht man. - Super. Ist mir eine Freude.
- Ciao. - Ciao.
Jag gillar gristrynen.
- Nicht schlecht. - Danke.
- Weißt du, was es heißt? - Ja, klar.
Ich mag Schweinsnasen.
Genau.
- Und ist das so? - Was?
Magst du Schweinsnasen?
Ich mag sie nicht nicht.
Also worum geht es in deinem Film?
Es geht um einen Mann, der Angst vor großen Statuen hat.
Ah ja... Ich hab darüber gelesen.
Über diese Kondition.
Sie heißt etwas mit Auto...
Automatonophobie.
Genau, ja.
Das ist interessant.
Du brauchst also eine Statue für den Film?
Ja und nein. Nur einen Kopf.
- Einen Kopf? - Ja.
Die Hauptfigur in dem Film ist ein Nachtwächter in einem Museum.
Jede Nacht macht er seine Runden und prüft, ob alles in Ordnung ist.
In einem Raum steht der riesige Kopf einer Statue- nur der Kopf.
Und er entwickelt eine Angst vor diesem Kopf, die sein Leben infiltriert...
und sein Verhalten verändert und da fängt dann alles an.
- Das ist eine gute Geschichte. - Ja.
Ich arbeite noch daran aber wenn ich einen großen Kopf hätte...
würde mir das bei der Annäherung helfen. - Sicher.
Ist das etwas, das du herstellen könntest?
- Einen großen Kopf? - Ja.
Grundsätzlich schon.
Ich müsste mit der Formerei sprechen und einen Auftrag erteilen.
Aber ich wüsste nicht, warum das nicht gehen sollte.
Das wäre fantastisch.
Schwebt dir etwas bestimmtes vor?
In Bezug auf einen Kopf?
In Bezug auf welchen Kopf, ja.
Ja, ich dachte da an...
meinen.
- Deinen? - Ja.
Verstehe. Das sollte machbar sein.
Wir müssten deine Maße nehmen und einen Gipsabdruck machen.
Und dann legen wir los.
- Einen Abdruck? - Super.
- Ist das ok für dich? - Ja, ich denke schon.
Ich hab das noch nie gemacht.
Wie groß möchtest du deinen Kopf haben?
Wahrscheinlich irgendwie...
so. Mindestens.
- Das ist ein großer Kopf. - Ja.
(Fließendes Wasser)
Voilà.
Kannst du das schneiden für mich?
- Geht das? - Ja, Papa.
(Pfanne brutzelt)
Ein bisschen Wasser.
Ich bin schon fertig.
Sehr gut machst du das, super.
Langsam. Vorsicht.
Guck mal, wenn das so machst...
Einfacher so rum.
- Geht's? - Ja.
Und...
So, super.
Guck mal, das machst du toll.
Scheiße.
(Rumpeln)
(Klopfen)
(Lautes Klopfen)
(Klopfen)
Hallo?
Hey.
Ich bin's.
(Tür öffnet sich)
Hi.
(Tür schließt)
- Was hast du gemacht? - Finger gebrochen.
- Oh nein! Tut das weh? - Jetzt nicht mehr.
Wie bist denn du hergekommen? Fährt doch gar kein Bus mehr.
Ich habe ein Taxi genommen.
Das...
das steht noch unten.
Ich hatte nicht genug Geld.
- Ich geh schon. - Danke.
(Tür öffnet sich)
(Lichtschalter)
(Wasser läuft)
(Atmet tief durch)
(Treppengeräusche)
Wie geht's dir?
Geht so.
Hey.
Komm mal her.
Ich schaff das nicht.
Natürlich schaffst du das.
- Klar. - Nein.
Ich habe Angst, dass es nicht besser wird.
Ich weiß, aber das wird besser werden.
Wirst sehen. Das war doch schon mal besser.
Ja, aber dann kam es aber wieder.
Aber das heißt, dass es auch wieder gehen kann.
Ja, aber was, wenn es keinen Grund gibt?
Was meinst du?
Na, was, wenn
es kommt und geht, aber
ohne Grund?
Wenn ich das halt nicht kontrollieren kann?
Guck mal, dafür bist du doch jetzt in der Klinik,
damit du lernst, das zu kontrollieren.
Aber ich will mich nicht mit Medikamenten vollstopfen.
Das sind Leute, die laufen wie so
wie so Zombies durch die Gegend.
Ja, aber guck mal, da sind wir doch noch gar nicht.
Es geht doch jetzt eigentlich erst mal darum,
dass du lernst, die Signale zu erkennen
und darauf zu reagieren.
- Ja. - Ja.
Und der Arzt hat gesagt, wir arbeiten uns auf Bedarfsmedikation hin
und dann kannst du das irgendwann steuern.
Die haben so eine...
Die haben so eine Übung mit uns gemacht.
Was heißt Übung?
Also sollten wir an was Schönes denken.
An was Gutes.
Das Schönste, was uns je passiert ist.
Und dann sollte man irgendwie so dahin zurückreisen
und es dann aufschreiben.
Wie so eine...
Traumreise.
Wohin bist du gereist?
Möchtest du es lesen?
Ja.
(Papier knistert)
Liest du mal vor.
(Faltet auf)
Um kurz vor 00:00 ging's los.
Ich hatte ein paar Tage vorher schon so ein...
Gefühl, dass es jetzt bald so weit sein könnte.
Ich habe dann versucht, mich darauf einzustellen,
mich vorzubereiten, so gut es ging.
Aber dann hat es mich doch kalt erwischt.
Diese Schmerzen.
Das war heftig.
Ganz anders, als ich dachte.
Die meisten meiner Freundinnen sagen immer,
sie können sich an die Schmerzen nicht mehr so richtig erinnern.
Dass der Körper die vergisst.
Aber mein Körper hat das nicht vergessen.
Der weiß das alles.
Noch ganz genau.
Unsere Nachbarin Alice
hat mich dann in die Klinik gefahren und mit mir gewartet, bis Joseph da war.
Er war am Set.
Aber die haben dann unterbrochen
und ein Fahrer hat ihn gebracht.
Alice hatte ihm geschrieben, dass er was zu essen mitbringen soll,
weil ich plötzlich so Hunger hatte.
Es war aber alles zu.
Also hat er an der Tankstelle...
Brötchen...
Camembert
und Fleischsalat besorgt.
Das hab ich dann zwischen den Wehen gegessen.
Es kam aber alles sofort wieder raus.
Und eine halbe Stunde später war er da.
Josef sagt immer, sein Bauarbeiteressen hat mir noch mal einen richtigen Drive gegeben.
(Lacht laut)
Weiter bin ich nicht gekommen.
Kann ich das behalten?
Wenn du magst.
Du packst das.
Okay.
Okay.
Kannst du mir ein Taxi rufen?
Soll ich?
Ja.
Kannst du mir dann auch ein bisschen Geld leihen?
Ja.
Alles leer.
Wie immer.
Danke.
(Leise Musik spielt)
Warum hast du Schweden verlassen?
Wegen der Liebe.
- Es hat aber nicht gehalten. - Das tut mir leid.
Nein, nein.
Es war besser so.
Denkst du manchmal daran zurück zu gehen?
Immer.
Warum tust du's dann nicht?
Aus Angst vor meinen alten Gewohnheiten.
Denke ich.
Früher war ich sehr gut darin, die falschen Entscheidungen zu treffen.
Aber seit ich hier bin habe ich damit aufgehört.
- Das ist gut. - Ja.
Was ist mit dir?
- Bist du mit jemandem zusammen? - Nein.
Und das ist gut so?
- Ja. - Ist es das?
Ja, weil es beim letzten Mal so schwer war...
ist es mir lieber, es so zu lassen.
Die Beziehung war schwer?
Ich schätze, es war schlechtes Timing.
Er war jünger als ich.
- Zu jung vielleicht? - Ja, vielleicht.
Oder ich war zu alt. Ich weiß es nicht.
Verstehe.
Dann bin ich Vater geworden und es hat Sinn gemacht, allein zu sein.
Bist du alleinerziehender Vater?
Nein, mit meiner besten Freundin.
Wie schön.
Es ist seltsam.
In letzter Zeit habe ich oft Angst.
Davor, was Pino passieren könnte. Das ist mein Sohn.
Oder Sonya.
Oder mir.
Vielleicht ist das etwas gutes.
Vielleicht ist dir bewusst, was für ein Glück du hast.
Deshalb bekommst du Angst.
(Kind redet)
Gut, Conny. Wir düsen jetzt mal los.
Ich habe Pino versprochen, noch ins Museum zu gehen.
Tierchen gucken, genau.
Morgen Nachmittag ist die Premiere.
Ich bring dir dann vorher vorbei und pack alles ein, was ihr braucht.
Nö... Ich steck schon so in dem neuen Ding drin...
Ich bin froh, dass der Film jetzt mal rauskommt, damit ich weitermachen kann.
- Soll ich dir helfen, Pino? - Ich kann das schon alleine.
(Wasserrauschen)
Hey.
Ich bin's.
Ich...
Ich weiß, du wirst es erst hören, wenn du nach Hause kommst.
Ich weiß, du wirst auf mich gewartet haben.
Wahrscheinlich wirst du sauer geworden sein.
Weil ich heut nicht da war.
Seit Tagen suche ich nach den richtigen Worten.
Aber Sie wollen mir nicht einfallen.
Verzeih mir.
Das ist alles. Verzeih mir.
Verzeih mir. Verzeih mir.
Ich habe es zu spät verstanden.
Wie laut das alles für dich gewesen sein muss.
Wie sehr du die Stille liebst.
Wie sehr du sie brauchst.
Jetzt hab ich's verstanden.
Die Häuser sind still,
das Meer ruhig.
Ich werde es auch. Von nun an.
Ich werde es versuchen.
Ich versprech's.
Diese Sexszene war so intensiv und auch so porös.
Wahnsinn.
Und dann diese Szene am Flughafen. Dieser Abschied,
ohne dass sie wissen, dass es ein Abschied ist.
- Funktioniert, oder? - Es hat mich so ergriffen.
Ich hatte vor Jahren...
Also es ist vielleicht ein bisschen privat, aber wir sind ja auch unter uns.
Ich hatte da mal so eine Fernbeziehung und die war gar nicht so leicht,
weil dieses Austarieren von Nähe und Distanz,
darum geht es ja.
Und da hat mich dieser Film so durch meine eigene Geschichte hineingerissen.
Ja, ich wollte auch noch mal sagen, was mir so doll gefallen hat
an eurem Film, ist, dass er so universell ist.
Ja, stimmt, es stimmt ja.
Also ich bin jetzt keine lesbische Frau.
- Ja, ich bin auch keine. - Also noch nicht.
Aber mich hat das wirklich sehr ergriffen. Vielen Dank.
Total.
Das war... Ja
universell.
Wirklich. Das muss man sagen.
Wo habt ihr denn die Szene am Schluss gedreht?
Alles okay? (Redet weiter)
Klar. Wieso?
- Du bist so still. - Alles fein.
Das ist natürlich noch mal viel berührender, wenn man wirklich weiß,
wie dann aus Fiktion und Realität geworden ist.
Ja, der Film ist vielleicht so was wie eine Tür gewesen,
durch die ich mal durch musste.
Wie spannend.
Und es muss doch auch ganz ungewöhnlich gewesen sein, das so mitzuerleben, oder?
Irgendwas ist doch.
Jetzt lass doch einfach gut sein, bitte.
Du warst so großartig. Ich war so berührt.
- Ganz, ganz toll. - Danke schön.
Das wäre jetzt nicht so richtig der gute Moment.
So wie immer halt.
Mehr im Schnitt, denke ich.
Dann war es natürlich klar. Und dann hatte ich auch schon das Gefühl...
Ist das jetzt wirklich so eine gute Idee?
Sag du es mir.
- Warum bist so aggressiv? - Ich bin nicht aggressiv.
Doch, du bist passiv-aggressiv.
Ich bin das einfach nur ermüdend.
War interessant, ihn nochmal zu sehen.
Darf ich dir Sebastian Schipper vorstellen?
Glückwunsch.
- Fantastischer Film. - Wirklich? Das ist so nett.
Ich bin so ein Fan deiner Arbeit, daher bedeutet das wirklich viel.
Ich hab ganz lange nicht mehr sowas Gutes gesehen.
Entschuldigung? Kann ich schnell ein Foto machen?
Wir wollen ein Foto machen. Stellen wir uns zusammen.
Komm.
- Hat mich umgehauen. - Wirklich?
Das ist sehr lieb.
(Kamera klickt)
Könnt ihr ein kleines bisschen zusammen?
Ein kleines bisschen zusammen.
Danke.
- Dankeschön. - Wir lassen euch mal alleine.
Wir sehen uns nächste Woche.
Schön, dass du da warst.
Tschüss.
Das ging aber jetzt schnell, ne? Kommt ihr noch in die Paris Bar nachher?
- Mal gucken. - Mal gucken, ja.
- Kommst du noch in die Paris Bar? - Vielleicht.
Wir haben noch was miteinander zu bereden.
Ich ruf dich an.
Was genau war denn so, oder ist denn so ermüdend?
(Gerede)
Dass du dich nicht an unsere Abmachung hältst.
Doch, doch, ich halte mich an unsere Abmachung.
Wenn du meinst.
Wir haben gesagt, dass wir nicht den Fokus darauf legen,
aber wenn uns jemand anspricht, verleugnen wir es auch nicht.
- Explizit anspricht, haben wir gesagt. - Ja, genau.
Aber das war nicht der Fall. Du bist bei der erstbesten Gelegenheit reingesprungen.
- Wann? - Bei der Q&A.
- Das ist doch Quatsch. - Kein Quatsch!
Du hast einen Kopfsprung gemacht, mitten unsere Geschichte rein.
Es macht mich einfach glücklich, über uns zu sprechen.
Es macht dich glücklich, über dich zu sprechen. Ich komme da überhaupt nicht vor.
Doch, du kommst vor.
Nein, ich bin austauschbar, wenn du darüber sprichst.
Nein, du bist nicht austauschbar.
Du sprichst über deine Freiheit, deinen Mut,
dass du dich endlich traust zu sagen, dass du mit einer Frau zusammen bist.
Entschuldige, aber in meiner Karriere ist das eine Mutfrage.
Ja, ich weiß, das ist auch genau das,
was du bei jedem Podium in die ganze Welt rausposaunst.
Und warum denn auch nicht, Herrgott noch mal?
Du musst gehen, ja.
Also, ich finde das ja total bewundernswert,
wie offen du so über deine Sexualität sprichst.
Kann ich kurz stören?
- Wunderbarer Film. - Danke.
Fantastisches Spiel. Mein Kompliment.
Sind Sie Italiener?
Ja, aus Turin.
Turin? Ich liebe Turin!
Kennen Sie die Stadt?
Ja, ich hab in den 90ern dort gedreht.
Der Film war egal aber die Stadt ein Traum.
Eine faszinierende Stadt, ja.
Arbeiten Sie auch beim Film?
Nein, bei einer Versicherung.
Aber ich habe eine Passion für das Kino und schöne Frauen.
Was Sie nicht sagen.
Sie erinnern mich an Sophia Loren.
Sophia Loren? Blödsinn.
Doch, wirklich.
Die Augen und das Lächeln.
Hören Sie auf.
Du hast recht. Genau wie die Loren.
Du sprichst auch Italienisch?
Klar sprech ich Italienisch.
Was für eine nette Familie wir sind.
Das kannst du wohl sagen.
Hast du das in der Schule gelernt?
Nein, eine italienische Ex hat es mir beigebracht.
Ich wusste gar nicht, dass du Italienisch sprichst.
Tja.
- Das hast du mir gar nicht erzählt. - Du hast mich ja auch nicht gefragt.
Man weiß nie genau, mit wem man sein Bett teilt.
Keine Sorge. Ich schlafe heute in einem anderen Bett.
Jetzt reiß dich mal zusammen, ja.
Ich reiß mich zusammen, wenn du dich zusammenreißt.
Das ist doch lächerlich.
Genau.
Auf Wiedersehen, gute Nacht und Ciao.
Sie trinkt morgens gern eine Tasse Tee.
Ohne Zucker. Nicht zu stark, nicht zu leicht.
Gute Nacht.
(Gedämpfte Musik spielt)
La dolce vita.
Prost dann!
Hallo. Massimo.
Diane. Freut mich. Schön, dass Sie da sind.
Wahnsinn.
(Klaviermusik spielt)
Fast fertig.
(Klaviermusik spielt weiter)
Bist du ok?
Sorry.
Alles gut? Ist ein bisschen...
- Hallo nochmal. - Hi.
- Wie war's? - Es war schön.
Etwas schwer durch die Nase zu atmen aber es war gut.
Das ist gut geworden.
- Darf ich es sehen? - Natürlich.
Das ist cool.
Und wie geht's jetzt weiter?
Jetzt nehme ich die genauen Maße.
Und dann rechne ich sie auf die gewünschte Größe hoch.
Der Computer, meine ich. Nicht ich.
Schön, danke.
Du kannst dein Gesicht waschen, wenn du magst.
(Wasser fließt)
Es wird etwas dauern, bis das 3D-Modell fertig ist.
Sobald es da ist können wir mit dem Gipsen anfangen.
Super.
Groß genug?
Wow, das ist schön.
Es könnte noch etwas größer sein.
- Ja? - Ja. Ein bisschen.
- Ist das ok? - Ja, klar.
- Aber es sieht toll aus. - Das stimmt.
Auf Bildern siehst du...
ernster aus.
Tu ich das?
Ja, wahrscheinlich.
Sicher, dass wir kein Lächeln hinzufügen sollen?
Nein, es muss ganz neutral sein.
Ok.
Das ist für dich.
Für mich? Was ist das?
Von Dominik.
Wer ist Dominik?
Das Aktmodell.
Danke, schätz ich.
Jederzeit.
(Klappern)
Okay, wie wär sowas?
Zeig.
Hey Dominik, hier ist Joseph.
Sie hat mir deine Nummer gegeben und meinte, ich solle mich mal melden.
Das mache ich hiermit jetzt. Also. Hey, wie geht's?
- Nein? - Nein.
Schreibt doch gleich: Mit freundlichen Grüßen, Joseph.
Ich weiß einfach nicht. Ich bin so raus.
Was schreibt man denn da?
Keine Ahnung. Mach's halt so ein bisschen
knackiger.
- Ja, aber wie denn? - Sexier.
Das kann ich ja nicht machen. Ich weiß ja gar nicht, was der von mir will.
Der ist Nacktmodell. Drei Mal darfst du raten, was der von dir will.
Kann ja sein, dass er beim Film arbeitet. Vielleicht will er einfach nur networken.
Bestimmt.
Okay, also was schreibe ich da jetzt?
Keine Ahnung, irgendwas Lockeres.
Du bist doch der Drehbuchautor.
Simpel, aber sweet. So wie du.
Danke.
Okay, pass auf,
ich schreib jetzt einfach...
Hier.
Dominik, danke für deine Nummer. Vielleicht hast du Lust, mal was trinken zu gehen?
Ja? Nein? Vielleicht?
Ist doch süß.
Dein Ernst? Ja? Nein? Vielleicht?
Kreuz an!
Okay, pass auf, wir lassen das jetzt.
Ich glaube, das hat einfach keinen Sinn. Es ist auch ein bisschen peinlich.
Wir lassen das jetzt. Ich gehe auf kein Date.
Joseph, Es sind drei Jahre
und es wird wieder Zeit. Und ich mache das jetzt mal für dich.
- Lass mal. - Doch.
Ich schreib dir was.
Aber mach nichts Peinliches, bitte.
Setz dich auf mein Gesicht und sing La Bamba.
Dein Joseph.
Vielen Dank, Alice. Genau das schicke ich jetzt.
- Gern geschehen. - Fuck.
- Was? - Shit.
Du hast es jetzt gesendet...
Oh mein Gott, ich raste aus!
Ich hab aus Versehen abgeschickt.
Shit.
Das ist so peinlich...
Setz dich auf mein Gesicht und sing La Bamba.
Au. Ich muss ein bisschen aufpassen.
- Sorry. - Nee, nee.
Ich bin so scharf auf dich.
Danke.
Ich auch auf dich.
Ich krieg das nicht auf.
(Atmen und Stöhnen)
- Das ist ein bisschen unfair. - Was denn?
Na ja, du hast mich ja schon nackt gesehen.
Stimmt.
Kann man ja ändern vielleicht.
Ich bin mir sicher, dass da gleich ein wunderschöner Schwanz zum Vorschein...
(Kind weint)
Was ist das denn?
Das ist ein Babyphone.
Ja, das sehe ich. Aber zu wem gehört das Baby?
Zu mir? Hoffentlich.
- Du hast ein Baby? - Ja.
Also, ein Kleinkind. Baby ist er ja nicht mehr.
Ich würde kurz mal gucken.
Ich komm gleich wieder.
(Tür öffnet sich)
Hey, kleiner Mann.
Bist du aufgewacht?
Dann schlafe mal schön wieder ein, es ist ja schon so spät.
Komm, Kleiner.
Soll ich dich ein bisschen knuddeln?
Ja.
(Leises Weinen)
Alles gut.
Alles gut.
Schlaf du schön.
(Tür schließt)
Schläft wieder.
- Sorry. - Kein Ding.
Ja, sicher.
Bisschen
überraschend vielleicht.
- Dass ich ein Kind hab? - Ja.
Also hättest du ja sagen können.
Hat sich einfach nicht so ergeben.
Also nicht, dass du das jetzt falsch verstehst.
Ich habe mit meiner besten Freundin ein Kind und wir machen das zusammen,
wohnen zusammen und teilen uns das.
- Ja schön. - Ja, ist schön.
Also ich treffe nicht heimlich Männer, während meine Frau auf Dienstreise ist.
- Wär auch okay. - Ja, klar.
Also, ich meine, ich bin schon schwul.
Das sehe ich, hab ja Eins und Eins zusammengezählt.
Wo waren wir stehengeblieben?
Ich glaube
hier.
Ich glaube, du wolltest mir was zeigen.
Echt?
Kann ich mir gar nicht vorstellen. Was denn?
Das.
Glaube ich nicht. Dafür bin ich viel zu schüchtern.
Stellst dich gar nicht so schüchtern an.
(Kind weint erneut)
Ich beeil mich.
Mami!
(Tür geht auf)
Mensch, du kleiner Keks, was ist denn heute los?
- Kannst du gar nicht schlafen? - Nein.
Was machen wir denn da?
- Soll ich dir deinen Hasen holen? - Ja.
Okay. Warte mal.
So, guck mal.
Jetzt hast du den Hasen und den Elefanten.
Jetzt bist du auch nicht mehr alleine und musst auch nicht mehr weinen.
Papa muss jetzt noch ein bisschen arbeiten.
So, na siehste.
Gute Nacht, Pino Panino. Jetzt wird wirklich geschlafen.
(Schritte)
Sorry.
Jetzt aber.
Warte mal.
Wir müssen das jetzt auch nicht erzwingen.
Ich will gar nichts erzwingen.
Ich habe nur Bock auf dich.
Ja, ich habe auch Bock auf dich.
Aber vielleicht passt einfach ein anderes Mal besser.
Das check ich jetzt nicht.
Du, alles gut.
Lass uns einfach nächste Woche mal treffen, was zusammen essen und...
Nee, nee, nee. Lass mal nichts essen. Lass mal loslegen jetzt.
Was bist du jetzt für eine Maschine auf einmal?
Ich bin halt horny.
Ich bin auch horny, aber ich mag's halt nicht, wenn das in so Stress ausartet.
Was denn für ein Stress?
Du, pass auf...
Wir lassen das jetzt.
Wir treffen uns nächste Woche.
Wir essen was zusammen. Du erzählst mir von deinem Sohn...
Ich habe aber keinen Bock, dir von meinem Sohn zu erzählen.
Okay.
Und warum?
Weil dich das überhaupt nichts angeht.
Sag mal, merkst du noch irgendwas?
Erst schickst du mir eine SMS...
Setz dich auf mein Gesicht und sing La Bamba...
Und jetzt kannst du dich nicht mal auf ein Date treffen?
Nein.
Ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt gehe.
Jetzt? Du kannst auch hierbleiben.
Hörst du dich reden?
Sorry.
Das ist voll uncool, was du hier abziehst.
Hey, das tut mir leid. Das stimmt.
Sorry.
Ja.
Kommt vor.
Ich bin einfach...
Ich bin einfach müde, ok?
Den Eindruck hab ich auch.
Tut mir wirklich leid. Es ist alles...
Ich bin einfach wahnsinnig müde.
Gut.
Gut. Also, ich habe dein Buch gelesen.
- Okay, super. - Ja.
Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so richtig, was das sein soll.
- Oh, okay. - Ich dachte, es wird eine Komödie.
- Absolut. - Ich fand es überhaupt nicht lustig.
- Nein? - Nee, also wirklich gar nicht.
Ich fand es wahnsinnig traurig.
- Traurig? - Total, ja.
Zum Beispiel die Figur von diesem Stiefvater.
Das ist ja schrecklich tragisch,
weil er von Anfang an keine Chance hat in dieser Familie.
Die sind ja alle völlig dysfunktional.
Ich finde, das hat viel auch mit einer Inszenierung zu tun...
Dass der sich dann irgendwann umbringt, kann man komplett nachvollziehen.
Ja, ja, klar. Aber das ist ja bewusst alles ein bisschen überhöht, das hat ja eine...
Nein, das ist nicht überhöht,
die ganze Geschichte, das ist alles schwarz.
Also egal wo man hinschaut, alles trübe, alles schwarz.
Da gibt es nirgendwo einen Ausweg.
Eigentlich gibt es für alle Figuren nur den Tod.
Wahrscheinlich würden sie sich dann im Jenseits immer noch weiter streiten.
Aber die Art, wie er sich dann umbringt,
das ist ja schon eine ganz klare Karikatur, findest du nicht?
Von was denn?
Na ja, von
von jemandem, der...
Der steckt seinen Kopf in den Ofen.
Ja.
Und das Gas macht ihn dann bewusstlos.
Und das Kind findet dann seinen leblosen Körper.
Ja.
Und das findest du witzig?
Na ja, ne, nicht...
Nicht direkt witzig, aber halt in dem Kontext
des Milieus und der Figuren und dieser Geschichte.
Mein Onkel hat sich das Leben genommen.
Das tut mir total leid.
Als ich zwölf war.
Das war schrecklich für alle Beteiligten.
Das hat mich stark geprägt.
Das kann ich mir gut vorstellen. Sehr schlimm.
Also, wenn man dein Buch so liest, dann ist das nicht so klar.
Da kommt eindeutig das E-Wort zu kurz.
Das E-Wort...
Das E-Wort kennst du, oder?
Jetzt gerade wei0 ich, glaube ich, nicht, was das E-Wort...
Empathie.
Ah.
Okay.
Die Idee mit den Statuen, die finde ich hübsch.
Diese Phobie vor Statuen.
- Wie heißt das noch? Auto... - Automatonophobie.
Das ist originell.
Aber gibt es das wirklich?
Ja, das ist eine Kondition. Das gibt es.
Damit lässt sich was machen.
Aber diese beiden Zeitlinien greifen für mich überhaupt nicht ineinander.
Verstehe.
Wenn der Raub dieser Figuren in der Antike eine Parabel auf den Raub
der Kinder der Hauptfigur sein soll, dann versteht man das.
Du hast ja verstanden.
Was?
Die Parabel.
Ja, ich verstehe die.
Aber die Leute da draußen, die werden das nicht kapieren. Davon kannst du ausgehen.
Diese Nebenrolle, die finde ich spannend.
Die Frauenfigur.
Das ist eigentlich der interessanteste Charakter.
Aber sie hat nicht wirklich was mit der Geschichte zu tun.
Das ist, glaube ich, was, was sich visuell besser zeigen lässt, als es...
Wir können ja aber nicht in deinen Kopf reingucken, Joseph. Weißt du?
Das muss man schon im Buch checken,
sonst geht man da nicht mit.
Okay.
Das geht vielen so.
Richtig gute Komödie, das ist die Königsdisziplin.
Und wenn es dann auch noch lustig und traurig sein soll,
dann beißen sich ganz, ganz viele Leute die Zähne aus.
Wenn du da unbedingt dranbleiben willst,
dann kann ich dir auch gerne mal ein paar Autorinnen vorstellen.
Ja, das klingt...
Manchmal hilft so was. Um frischen Wind reinzu...
Voll. Das klingt super.
Ach so, sag mal, könntest du mich mit Alexandra König connecten?
- Ja, klar. - Super.
Ich finde sie super für ein Projekt, das ich hier gerade liegen habe.
Aber ihre Agentin ist so unfassbar lahm.
Dann würde ich gerne selber mal mit anschieben.
Gar kein Ding. Mache ich super gerne.
Ist eine queere Rolle.
Wäre doch jetzt perfektes Timing für sie.
Voll.
(Straßenlärm)
Joseph?
- Hey. - Hi.
Das ist verrückt.
Bist du wieder...
Wie geht es dir?
Ganz gut.
Dir?
Mir auch.
Alles okay.
Alles okay, nicht so schlimm.
Sorry, ich wollte jetzt gar nicht...
Nee, nee, es ist voll... Es ist einfach...
Hast du, also...
Hast du Zeit für einen Kaffee?
(Vogelzwitschern)
Ich habe gehört,
du bist Vater geworden.
Ja.
Wow.
Das freut mich richtig. Das freut mich wirklich sehr.
Ist bestimmt ein hübscher Kerl.
Voll.
Kann ich ein Foto sehen?
Ja, klar.
Hier.
Oh Mann...
Wahnsinnig sweet.
Ja, der ist süß.
Wie heißt er?
Pino.
Pino.
- Niedlich. - Ja.
Danke.
- Crazy. - Was?
- Jetzt bist du Vater. - Ja.
Ja.
Und du?
Ich nicht.
- Du nicht. - Nein.
Aber...
Läuft gut, oder?
Ja.
Also schon. Wir sind gerade umgezogen.
Jetzt kommt hoffentlich so ein bisschen Ruhe rein.
Was?
Nichts.
Sag mal.
- Nein. - Was ist los?
Sag mal.
Du bist so still.
- So still? - Ja.
Es ist ganz,
ganz ungewohnt.
Wir haben uns ewig nicht gesehen.
Das stimmt schon. Ja.
Du wirkst anders als früher.
Wie denn?
Irgendwie schüchtern.
- Schüchtern? - Ja.
Na ja, bin ich auch.
Du bist...
Ja.
Naja. Früher hast du jedenfalls
mehr geredet.
Hab ziemlich viel geredet, glaube ich.
Hab dir gern zugehört.
Ja?
Ja.
Also, ich hab mir natürlich gewünscht, dass du mir auch mal zuhörst.
Habe ich versucht.
Ich weiß.
Okay, ich...
Ich muss...
- Ich muss langsam los. - Klar.
(Reißverschluss zippt)
Marc?
Ja?
Denkst du manchmal...
Sag es einfach.
Hast du manchmal das Gefühl,
das es...
Sinn machen könnte, es noch mal zu versuchen?
Nicht mehr.
(Leise Klaviermusik setzt ein)
Und du?
Jetzt auch bald nicht mehr.
Ich werde mal losdüsen.
Ja.
Okay.
(Reißverschluss zippt)
Darf ich dich...?
Klar.
Mach's gut, ja?
Grüße Sonya.
Mach ich.
Und Pino.
Der Kaffee.
Ciao.
(Klaviermusik wird lauter)
Ich glaube, es ist tot.
Was?
Das Filmprojekt.
Ist das so?
Ich glaub schon.
Wieso denn?
Ich glaube, ich weiß nicht genau, worum es gehen soll.
Ist es wichtig, das zu wissen?
Also vorher?
Ich weiß nicht aber...
Alle sagen, ich sollte das wissen.
Das kommt schon noch.
- Meinst du? - Klar.
Und bis es soweit ist...
genieß deine Zeit.
Ich versuch's.
Was für Filme hast du bisher gemacht?
Bisher waren sie ziemlich traurig, würde ich sagen.
Super.
- Ja? - Traurig ist gut.
- Finde ich. - Ich auch.
Der Neue wäre lustig gewesen.
Traurig aber lustig.
Inwiefern?
Es hätte ein paar Witze gegeben.
Die waren ein bisschen...
- Traurig. - Ja.
Traurige Witze.
Ich denke schon.
Als ich klein war...
wollte ich Schauspielerin werden.
Wolltest du?
Ja.
Meine Eltern haben mich oft mit ins Theater genommen.
Und ich erinnere mich, wie ich bei Johanna von Orléans dachte:
Das bin ich.
Das will ich sein.
Du wolltest Johanna von Orléans sein?
Die Schauspielerin, die sie gespielt hat.
Also habe ich...
meine Mutter gebeten, mir das Buch zu kaufen.
Und ich hab einen ihrer letzten Monologe auswendig gelernt.
Den hab ich dann...
meinen Freunden in der Schule immer wieder vorgetragen und...
sie zum Weinen gebracht.
Das war toll.
Klingt toll.
Kannst du ihn noch?
(Gedämpfter Straßenlärm)
- Soll ich? - Ja.
Ja...
Ja, sie sagten mir, ihr wäret Narren.
Und ich solle nicht auf eure feinen Worte hören...
Nein.
Und ich solle nicht auf eure schönen Worte hören...
noch auf eure Nächstenliebe vertrauen.
Ihr verspracht mir mein Leben.
Aber ihr habt gelogen.
Ihr denkt, das Leben sei nichts anderes als...
nicht mausetot zu sein.
Ich fürchte weder Brot noch Wasser.
Ich kann von Brot leben.
Wann bat ich um mehr?
(Chorale Musik setzt ein)
Wasser ist keine Strafe, solang es sauber ist.
Brot macht mir keinen Kummer, Wasser keinen Schmerz.
Aber mich verschließen vom Licht des Himmels...
und dem Anblick der Felder und Blumen.
Die Füße fesseln, damit ich nicht mit den Soldaten reiten...
oder die Hügel erklimmen kann.
Mich feuchte Dunkelheit atmen zu lassen...
und mir alles vorzuenthalten...
was mich zur Liebe Gottes zurückbringt.
All das ist schlimmer als der Ofen in der Bibel...
der sieben Mal erhitzt wurde.
Ich könnte in einem Rock umherziehen.
Ich könnte die Fahnen und Trompeten...
Ritter und Soldaten an mir vorüberziehen...
und mich wie die anderen Frauen zurücklassen.
Wenn ich nur den Wind in den Bäumen hören könnte...
die Lerchen im Sonnenschein...
die jungen Lämmer, die im gesunden Frost weinen...
und die gesegneten, gesegneten Kirchenglocken...
die meine Engelsstimmen im Winde zu mir tragen.
Aber ohne diese Dinge kann ich nicht leben.
Und solltet ihr sie mir...
oder irgendeinem menschlichen Wesen nehmen...
so weiß ich:
Euer Rat ist des Teufels.
Und der meine...
von Gott.
Wow.
Das war Wahnsinn.
Du bist eine Schauspielerin.
Ich schätze schon, ja.
Ja.
- Bist du ok? - Ja.
(Leise Musik setzt ein)
Gut.
Sorry. Bin ein bisschen schreckhaft.
Das ist ja in Ordnung.
Das sieht sehr gut aus.
Ja, wir können die Fäden ziehen.
Und dann bekommen Sie noch ein Pflaster. Dann haben Sie es so gut wie geschafft.
Okay, das zieht jetzt vielleicht ein bisschen.
Gar nicht so schlimm. Merk gar nichts.
So. Gut.
Und jetzt
können Sie mal vorsichtig bewegen.
Die Beweglichkeit, die wird nach und nach zurückkommen.
Ich schreibe Ihnen ein paar Stunden Physio auf.
Also, ganz wie vorher wird das nicht mehr werden.
Das schaffen Sie schon.
Komm mal her.
Die Ärmchen...
Wo sind die Ärmchen?
Da.
Und das Köpfchen.
Super. Einmal aufstehen!
Komm mal her.
Sollen wir es reinstecken oder rauslassen?
Was findest du besser?
- Raus lassen. - Raus lassen?
Ist luftiger?
Fertig?
Sollen wir los?
Na?
Na?
Lage?
Ja.
Ein schöner Ritt.
Das glaube ich.
Aber es ist gut.
Was denn?
Hier zu sein.
Ja?
Es verändert sich.
Das ist schwer zu beschreiben, aber es wird irgendwie weniger
gruselig.
Ist doch gut.
Ja.
Eine Angst weniger.
Ja.
Ciao.
Ciao, Loser.
Und es gibt eine Kantine.
Und was für eine.
- Ich liebe Kantinen. - Ich weiß.
Tabletts.
Ich liebe Tabletts.
- Essen auf Tabletts. - Ja. Und Buffet.
- Gänsehaut. - Voll.
Was macht der neue Film?
Geht so.
Wieso?
Der Produzent mag das Skript nicht.
Echt?
Wieso nicht?
Der findet es nicht lustig.
Na ja, also ist es wahrscheinlich auch nicht.
Ist ja blöd für eine Komödie.
Ist schon eher blöd, ja.
Dabei hast du doch extra so viele Witze gesammelt.
Tonnenweise.
Komm, lass mal hören.
Wie nennt man einen traurigen Kaffee?
Keine Ahnung.
Depresso.
Ich find's lustig.
Ich auch.
Das ist doch die Hauptsache.
Ich geh mal raus, spielen.
Ballspielen mit Mama?
Komm.
Nimmst du den Hund mit?
Wir nehmen ihn mit. Wir brauchen noch einen Namen.
Gehen wir raus?
Wir haben den Hund...
(Musik setzt ein)
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