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(spannungsvolle Musik)
(Louis) Das Problem mit dem Spiegelbild ist,
dass es meistens die Wahrheit über einen sagt.
Gott hat mich als König ausgewählt, und doch wird an meinem Stuhl gesägt.
Man sieht Euch nicht so, wie man Euch sehen sollte, Euer Hoheit.
Das wird sich ändern.
Was wünscht Ihr von mir, Montcourt?
Bei einem Wolkenbruch sucht man unter dem größten Baum Schutz.
Hier im Norden ist niemand stärker,
niemand mächtiger,
niemand entschlossener als die mächtige Eiche Cassel.
Ich bin vor dieser königlichen Überschwemmung geflohen.
Und ich brauche Schutz, Euer Durchlaucht.
Ich bin Euer Diener.
Mein Diener?
Man beachte das göttliche Recht der Könige und seine Geschenke.
Dies ist das neue Gesetz Eures Königs:
Wer einen wahren Adligen seiner Würde beraubt,
den Ruf eines Mannes besudelt, dessen Familie Fundament des Landes ist.
Denn vor nicht allzu langer Zeit wussten wir, Wo wir standen.
Jetzt müssen wir uns beweisen, für unser Abendbrot singen,
der König sagt: "Ich bin Frankreich".
Aber ich sage: "Wir sind es, die Frankreich sind."
Der Zustand unseres Freundes Montcourt ist eine Botschaft.
Der König wird seine Antwort bekommen.
Der König ist besessen von seinem Spielplatz in den Wäldern.
Er sieht Versailles und nichts anderes. Er hat vergessen, wer das Land aufbaute!
Würden wir nun diese Ablenkung beseitigen, käme der König vielleicht wieder zu sich,
und Versailles würde von Unkraut überwuchert.
Der König würde nach Paris zurückkehren und wir zu unseren Ländereien.
Und unseren Leben.
Ein edler Beweggrund, in der Tat.
Ihr würdet den König mit Gewalt überreden?
Er hat den Verstand verloren. Ein Appell an die Vernunft reicht nicht.
Frankreichs Zukunft liegt in den Händen des Adels.
Ihr wünscht meinen Schutz, Montcourt?
Ich diene meiner Herrschaft mit meinem Leben.
Ja, das werdet Ihr tun.
- Für was für einen Mann haltet Ihr mich? - Euer Hoheit?
Bin ich ein gnädiger König?
Wenn man es verdient.
- Rachsüchtig? - Wenn die Umstände es verdienen.
- Dann allen und jedem gegenüber? - Gleichermaßen und bedingungslos.
- Als König. Ich frage als Mensch. - Ihr seid beides.
Wir können nicht eins vom anderen trennen.
Ich schicke meinen Bruder als König in den Krieg.
Stirbt er, betrauere ich ihn als Menschen.
Als Mensch möchte ich bei anderen Gunst erlangen,
als König kann ich das nicht.
Ihr steht für immer in unserer Gunst.
Empfindet Montcourt das auch so?
Einem König wird alles verübelt, die guten Taten und die schlechten.
Der Justaucorps sitzt gut, Euer Hoheit.
Ich mag diesen Spiegel nicht.
(Titelmelodie von M83)
(melancholische Elektro-Popmusik)
- Sieh mal einer an. - Euer Majestät.
Lieber Rohan, Ihr seid zurückgekehrt!
Seht Ihr? Ich tue immer, was Ihr sagt!
- Ihr habt mir gefehlt. - Ihr mir auch.
Hier gibt es mehr schöne Frauen, als ich mich erinnere.
Euer Gedächtnis täuscht Euch. Ihr werdet alt.
- Ich kann nur sein, wie ich bin. - Das weiß ich bereits.
Aber ich habe meine Lektion gelernt und kehre reumütig zu Euch zurück,
um Euch zu Diensten zu sein.
Ich habe die Pläne für den Stall gesehen.
Und?
Entweder werden wir unglaublich oft zur Jagd gehen,
oder Ihr baut hier etwas völlig Neuartiges.
- Einen Palast womöglich? - Eine Stadt.
(beide lachen)
(Cassel) Ich wünsche Euch Glück.
(Cassel) Frankreich dankt es Euch.
Wie geht es meiner Königin?
Viel besser, danke.
Zieht Euch um! Die Trauerzeit ist vorbei. Ihr habt offizielle Pflichten zu erfüllen.
Ich werde tun, was Ihr verlangt.
Wir erwarten einen Gast. Kümmert Euch persönlich um ihn.
Seid mit Eurer üblichen Wärme und Anmut ihm gegenüber sehr aufmerksam.
Wer ist es, damit ich meine Konversation vorbereiten kann?
Jemand aus Spanien vielleicht?
Prinz Aniaba.
Ihr habt mein Wort.
Ich verlasse mich darauf.
Euer Hoheit?
Wenn Ihr erlaubt, dass ich so deutlich bin.
Ich glaube, Ihre Majestät hat unseren Besucher
früher schon einmal getroffen.
Ja, in Paris.
Aber warum drängt Ihr dann die Königin
ein weiteres Mal Zu einer privaten "Audienz" mit ihm?
Die Länder Afrikas sind ein verschlossener Raum.
Und unser Prinz Aniaba hat vielleicht den Schlüssel dazu.
Wir haben von unseren Missionaren am Fluss Senegal erfahren,
dass es Reichtum über alle Maßen in diesen Regionen gibt.
Die Stämme dort und der Handel mit ihnen wird das Fundament unserer Zukunft.
Und finanziert Tausende Schlachten...
Hunderte Paläste.
- Dann müssen wir Afrika gewinnen. - Und die einzige Frage ist, wie.
Und die Königin?
Die Königin hilft uns.
(düstere Musik)
Wie sehe ich aus?
Ich habe Euch angekleidet. Was glaubt Ihr wohl, wie Ihr ausseht?
Apropos...
Wer wirft einen Zwerg in ein Abflussrohr?
Wovon sprecht Ihr?
Es könnte Selbstmord gewesen sein. Oder war die Königin seiner überdrüssig?
Vielleicht wollte er die Springbrunnen reparieren
und hat sich selbst wie einen Korken reingeschoben,
bloß um auf einmal wieder emporzuschießen und die Jungen Leute zu erschrecken.
Ihr habt zu viel Freizeit.
Kommt mit mir an die Front.
Ihr ladet mich ein? Zu einem Krieg?
Wie romantisch! Seid Ihr verrückt?
Nicht zu irgendeinem.
Zu meinem Krieg.
Euer Bruder sagt das eine und tut das andere.
Ich würde nicht zu viel erwarten.
Falls Ihr aber je in den Krieg zieht, werde ich hierbleiben.
Ich sorge für Euren Platz bei Hofe.
Ach ja?
Wie großzügig, mir meinen Platz zu sichern!
- Ihr seht gut aus. - Hab ich ihm schon gesagt.
Nein, das habt Ihr nicht.
Mein Gemahl, gibt es Neuigkeiten?
Noch nicht.
Bontemps! Bontemps!
Ich habe einen Säbel, eine Rüstung und ein Pferd.
Wann kann ich in den Krieg ziehen?
Der König hat noch kein Datum festgesetzt.
Und was soll ich bis dahin tun?
- Vielleicht schickt er Euch stattdessen. - Ich würde gerne dienen.
Natürlich.
Glaubt Ihr, er sieht Euch nicht als den, der Ihr seid?
Er sieht mich, und er genießt das sehr.
Das, meine Gute, unterscheidet uns.
Wenn Euer Gemahl fort ist, weiß ich, wo ich Euch finde.
Wenn Ihr in meine Gemächer kommt, werde ich Euch auf keinen Fall erhören.
Ich würde Euch nicht dort suchen,
genauso wenig wie den König in den Gemächern Ihrer Majestät.
Ich weiß, wie gerne Ihr schwimmen geht.
Vermutlich finde ich Euch im Badehaus zum Beispiel.
Ich habe gehört, dass es bei jungen Liebhabern
der Natur sehr beliebt ist.
Ihr seid also gewarnt.
Ständig, meine Gute.
(Tür wird geöffnet)
Schönes Haus.
(Schüsse)
Ehrengast des Königs: Aniaba, Prinz von Assinie.
Sohn des Königs von Eguafo, künftiger Erbe der Elfenbeinküste.
Herrscher von Gottes Gnaden.
Mein Bruder, Kobina.
Prinz Aniaba, Ihr begleitet mich bitte. Äh, allein.
Euer Bruder wird Monsieur Marchal begleiten.
Und mein Gefolge?
Wird inzwischen die volle Gastfreundschaft des Königs genießen.
(Frau) Meint Ihr wirklich? Das ist wunderschön.
- Wie stattlich. - (Frau lacht)
Wie kann er stattlich sein, wenn er ein Mohr ist?
- Wie könnte er es dann nicht sein? - (lacht) Ihr seid merkwürdig.
Ich habe gehört, in seinem Land gäbe es Flüsse aus Gold!
(bedrohliche Musik)
Wie weit ist es bis zu den Bäumen?
(bedrohliche Musik)
Euer Majestät, es ist, wie angeordnet, erledigt.
Prinz Aniaba fühlt sich entsprechend unbehaglich.
Gut. Lasst ihn warten.
Meine guten Freunde, die Parthenays,
sind aus dem Süden nach Versailles unterwegs.
Die kleine Francgoise kommt?
Mit Gemahl und Familie.
Wie die Zeit vergeht.
Die Parthenays werden im Süden sehr geschätzt.
Sie kommen aus Gefälligkeit,
um mir für die übrigen Adligen
ihre Aufwartung zu machen.
- Die "Gazette" soll darüber berichten. - In Ordnung.
- Vielleicht verleihen wir einen Orden? - Ja.
Die politische Arithmetik sagt große Dinge voraus.
"Die große Adelsfamilie aus dem Süden macht dem König ihre Aufwartung."
Das sollte wirken.
"Der König empfängt die Ergebenheitsadresse der Adelsfamilie."
- Das klingt besser, findet Ihr nicht? - (lacht)
Das ist eine Menge Scheiße.
Aber nur die allerbeste Scheiße von den Pferden des Königs im Louvre.
Also, äh...
Sprecht! Was wollt Ihr mir sagen?
Auf meinem Weg hierher durch die Wälder
begegnete ich einem alten Mann, der bei einem Bach eine Ratte kochte.
Ich dachte, es wäre ein Landstreicher...
Ihr habt ihn wiedererkannt?
Vom Hof Eures Vaters. Er hatte gegen ihn gekämpft.
Während der Revolte?
- Ja, wäre die erfolgreich gewesen... - Dann wärt Ihr tot.
Eines Tages würde ich gern mehr über meinen Vater erfahren.
Guten Tag, Prinz Aniaba.
Guten Tag auch Euch,
Euer Hoheit.
Welch' Vergnügen, Euch wiederzusehen.
Was ist denn?
Ihr zittert Ja.
Aus vielen Gründen.
Ihr, wir, er, der Chevalier.
Der Chevalier bringt Euch zum Zittern?
Er macht mir Angst.
Wie er mich immer ansieht.
Wie er über Euch redet und über meinen Gemahl.
Wisst Ihr noch, als Ihr 16 wart?
Ihr wart auf eine Rose getreten. Euer Fuß blutete.
Ihr küsstet meine Zehen.
- Hat es den Schmerz beseitigt? - Ja, augenblicklich.
(lacht und stöhnt)
Nichts hat sich geändert. Dafür werde ich auch weiterhin sorgen.
Eure Arme schützen mich jetzt, aber bin ich alleine...
Ihr habt nichts zu befürchten.
Was den Chevalier angeht oder Euren Gemahl.
Ich bin Euer sicherer Hafen.
- Ihr schützt mich vor den Wellen? - Selbst, wenn sie uns überrollen.
Selbst, wenn die Flut mich entführt.
(stöhnen)
Seine Majestät ist nun bereit.
Kommt Ihr bitte mit?
Prinz Aniaba von Assinie. Willkommen an meinem Hof.
Versailles ist schöner, als man sich vorstellen kann.
Darf ich vorstellen?
Mein Bruder Philippe, der Herzog von Orleans.
Seine Frau, Henriette von England.
Colbert, der Erste Minister meines Kabinetts.
Mademoiselle de la Valliere.
Meine Frau kennt Ihr ja bereits.
(bedrohliche Musik)
Als ich vor Jahren ein Fest gab,
hatten wir nicht genug Platz für meine Freunde.
Die meisten nahmen sich ein Quartier in der Stadt.
Deshalb baue ich mir nun welche. 400 Appartements insgesamt.
Wo sind die Arbeiter?
Die sind gerade mit der Planung
eines besonders gefährlichen Bauabschnitts befasst.
Wir können morgen kommen, um sie bei der Arbeit zu beobachten.
Das würde ich sehr gerne tun.
Erzählt mir von den Ländern Afrikas.
Wann verhandeln wir?
Prinz Aniaba, in Frankreich machen wir vieles anders.
Vielleicht sollte ich lieber mit den Holländern reden,
den Spaniern, den Engländern.
Sie wollen über die Zukunft reden.
Genießt Ihr unsere Gastfreundschaft nicht?
Sie ist außerordentlich groß.
Und darüber hinaus, wie Ihr heute Abend sehen werdet.
- Was habt Ihr vor? - Dann setze ich mich mit Euch zusammen.
Ich habe keine Erklärung dafür.
Ich bedaure außerordentlich, Monsieur Marchal.
Die Hälfte der Lieferung verloren
und vier Männer tot.
Dem König fehlen Gold,
Marmor, Steine und Wein.
(seufzt)
Wie mir scheint, hat das Methode.
Das äußere Erscheinungsbild ist alles.
Einfach alles!
Habt Ihr nicht verstanden?
Hat jemand auch nur auf eines meiner Worte gehört?
Er ist Gast in meinem Hause
und zeigte bisher mehr Größe durch seine Kleider,
als ich durch meinen Palast!
Eine Lieferung Marmor und Steine ging verloren, Euer Hoheit.
Die Männer können nicht ohne Material arbeiten.
Hat sich dieser Marmor etwa selbst in die Büsche geschlagen?
Es gibt Straßenräuber, Euer Hoheit. Die gab es schon immer.
Glaubt Ihr etwa, das waren Strauchdiebe? Das war geplant! Das war Sabotage!
Je mehr wir bauen, desto mehr brauchen wir und transportieren Sachen nach Versailles.
Desto wahrscheinlicher wird so ein Ereignis.
So entstehen schnell Revolten.
Schnell brennt unser Land. Wir können nicht bauen ohne Fundament!
- Euer Hoheit. - Die Straße des Königs ist unantastbar!
Das ist heiliger Boden. Bewacht und streng gesichert.
Ist sie das nicht, zerreißt, was unser Land zusammenhiält!
Und niemand wird erfahren, wer das war.
Wer auch immer das tat, erklärt mir den Krieg.
Wir reiten zur Straße, und ich setze Patrouillen ein.
- Unverzüglich! - Ja, Euer Hoheit.
Wartet!
Wollt Ihr dem Befehl Seiner Majestät widersprechen?
Wir sind im Krieg und haben nicht genug Männer.
Die Priorität liegt im Schutz des Königs. Ich kümmere mich um die Straßen.
Aber sorgt dafür, dass Eure Männer etwas taugen.
Ich brauche sie als meine Augen und Ohren.
(Papagei kreischt)
(düstere Musik)
Mein Name ist Madame de Beauvais.
Eure Mutter hat mich geschickt.
Ich bin Eure neue Lehrerin.
Was bringt Ihr mir bei, Madame de Beauvais?
Nennt mich Catherine.
Soll ich die Arbeiter zurück zu den Gerüsten beordern?
Ja.
Ja, gewiss.
Selbst, wenn sie nur so tun, als würden sie arbeiten.
Euer Hoheit?
Wo ist mein Bruder?
Unser Besucher hat mich inspiriert. Etwas mehr Farbe würde nicht schaden.
Wie kleidet man sich für einen Krieg?
Die lila Feder?
- Oder die rote? - Die rote natürlich.
- Die lila gefällt mir. - Mir auch.
Daher habe ich "rot" gesagt.
Wenn Ihr ins Feld zieht, sorgt dafür, dass Ihr wieder zurückkommt.
- Versprechen kann ich das nicht. - Sagt es wenigstens.
Sollte ich sterben, wäre Euer Leben einfach, nicht wahr?
Meine Probleme werden nie gelöst sein. Das wisst Ihr ja.
Und auf jeden Fall wäre es mir lieber, Ihr würdet nicht sterben.
Ihr sagt so süße Dinge, mein Püppchen.
Ich meine es ernst.
Schon von klein auf
träume ich vom Krieg.
Wie Ihr von meinem Bruder.
Seht, was für ein Glück wir haben (lacht).
Vielleicht leben wir eines Tages beide unsere Träume aus.
(Colbert) Wir können Krieg haben, oder wir können Pracht entfalten,
aber ich glaube kaum, dass wir beides haben können.
(Louvois) Dann muss es aber Krieg sein.
(Fabien) A//e, die Euch umgeben, werden lächeln und mitspielen.
Aber sie möchten alle, dass Ihr vernichtet werdet, Euer Hoheit.
(Bontemps) Ihr seid der König unserer Zukunft.
Die entscheidende Frage ist, welcher Art sie sein wird.
(Mutter) Du fräumst vom Paradies.
Aber du musst es dir selbst bauen.
(Philippe) /ch wurde schon so gekleidet, als ich drei Monate alt war,
damit ich nicht die Wolke bin, die die Sonne verdeckt!
Actiones nostras, quaesumus, Domine,
aspirando praeveni et adiuvando prosequere,
ut cuncta nostra operatio a te semper incipiat,
et per te coepta finiatur.
Per Christum Dominum nostrum. Amen.
Ich dachte, du würdest es gutheißen, wenn ich in den Krieg ziehe!
Ich finde, er hat mich genug gesegnet. Danke.
Ich verstehe nicht.
Ich warte auf dein Wort, Bruder.
Und wenn ich es nicht mehr erwarten kann, bitte ich Gott um eine Äußerung.
(lacht)
Welche davon bist du?
Ich glaube, dass ich das Pferd bin.
- Das hat man mir zumindest gesagt. - (lacht)
- Bruder... - Du möchtest, dass ich ernst bin.
Halte dich immer in der Nähe deines Leibwächters auf.
Du brichst heute auf.
Ich werde dir Ruhm bringen.
Das gelobe ich.
Möge Gott dich im Feld beschützen und sicher nach Hause bringen.
Dann geh.
Lauf zu ihr.
Du hast meinen Segen.
Dafür brauchst du weiß Gott keinen Geistlichen.
(spannungsvolle Musik)
(Tür wird geöffnet)
- Sophie, meine Gute. - Ja?
Eure Hilfe, wenn ich bitten darf.
- In einem moralischen Dilemma. - Mmh. Ich werde mich bemühen.
Wenn jemand, den ich verehre,
jemand anderen ohne meine ausdrückliche Zustimmung fickt,
ist es dann nicht richtig, um Gleichheit herzustellen,
dass ich jemanden meiner Wahl ficke?
Ich wollte das Bischof Bossuet fragen,
aber er war nur wenig gesprächig.
- Ich... - Antworte nicht darauf.
Sie hat die Antwort! Sie steht ihr ins Gesicht geschrieben.
Genug jetzt mit den Neckereien. Wir sollten uns glücklich schätzen.
- Viele Familien wurden vom Hofe verjagt. - Keiner hatte Papiere parat.
Außerdem hatte keiner von ihnen jemanden, der sich für sie verbürgt.
Das sind die Gesetze, die wir nun befolgen müssen.
Wenigstens haben wir unseren Chevalier.
- Warum seid Ihr so nett zu mir? - Aus Dummheit.
Ich weiß, dass Ihr uns ausnutzen und vertreiben werdet wie alle anderen.
Natürlich.
Aber ich werde auf Euch achten in all diesem Wahnsinn. Habt keine Angst.
Vor allem auf Euch, meine Hübsche.
Sophie!
- Oh. - Komm zu uns.
- Gib mir mal die Kelle! - (Hämmern)
Sophie...
- Sie heißt Sophie. - Du wünschst dir wohl den Tod?
Es ist besser, für etwas zu sterben, an das man glaubt, oder?
- Wie war der Name doch gleich? - Benoit heiße ich.
Jacques.
Was hat ein Gärtner hier oben verloren?
Die Aussicht hilft mir,
die Proportionen des Gartens einzuschätzen.
- Und der Frauen, die darin spazieren. - Sei in der Hinsicht bloß vorsichtig.
Denk an deine Zukunft.
Das mache ich.
Wenn Eure Freunde, die Parthenays, so bedeutsam sind, wie ich es glaube,
könnten wir nach ihrem Besuch und Loyalitätsbezeugung
einen Großteil des Südens für uns gewinnen.
- Was bliebe dann? - Der Norden.
Und der Osten.
- Wer widersetzt sich mir dort? - Der Duc de Cassel, Euer Hoheit.
Er hat großen Einfluss dort. Der halbe Adel steht in seiner Schuld.
Seine Familie hat diese Ländereien vor Menschengedenken besetzt.
Dann ist er unser Schlussstein.
Entfernen wir ihn aus der Wand, bricht die Konstruktion zusammen.
Tun wir es nicht, gehen wir unter.
Er reagiert nicht auf unsere Briefe. Wir haben keine Antwort bekommen.
Schickt ihm ein Geschenk, mein Porträt,
zusammen mit dem Befehl, unsere Gesetze zu befolgen.
Er soll seinen Adelsnachweis liefern oder die Konsequenzen tragen,
welche ganz Frankreich mit ansehen werden.
(Poltern)
Ein Bote des Königs.
Er bringt ein Geschenk.
(Seufzer) Ach, wie nett.
Möchtet Ihr Champagner?
Louis der Große befiehlt, dass Ihr vor Gericht erscheint.
Ihr seid hiermit aufgefordert, Euren Adelsnachweis zu erbringen.
Ach, wirklich?
(freudiges Gelächter)
Ich muss dich warnen, Kobina.
Der König sorgt für Unterhaltung zu unseren Ehren,
aber wir sind nicht hier, um uns zu amüsieren.
Solange wir am Leben bleiben,
ist mir das egal.
(Seufzer)
Gewiss hat der Chevalier mehr Einfluss, als ich zunächst einmal gedacht habe.
Aber diese Gemächer sind kleiner als die früheren.
- Wisst Ihr, was mir am besten gefällt? - Nein, was?
Die Geräusche, das geschäftige Treiben bei Hofe.
(Seufzer) Wie sehe ich aus?
Darin werdet Ihr nicht ausgehen!
(stöhnt und ringt nach Luft)
Mutter, bitte mach kein Aufhebens.
Aufhebens?
Das hier ist doch kein Spiel!
Es ist meine Aufgabe,
alles dafür zu tun, dass der Blick des Königs auf dich fällt.
Nun sieh in den Spiegel.
Was siehst du?
Ich sehe mich.
Es ist nicht die Zeit der Frauen, es ist die Zeit der Männer.
Selbst der weiseste König kann von etwas Schönem
zum Dummkopf gemacht werden.
Du wirst vielleicht nie eine Königin, aber damit...
kannst du wie eine leben.
(seufzt)
Denn ich glaube,
du bist die Schönste von allen.
(düstere Musik)
Viel Glück allerseits.
Mir gefällt Euer Parfum!
Aber ich trage gar keins.
(es wird gewürfelt)
Muss hart sein, ganz allein ein Kind aufzuziehen.
Ich tue, was ich kann.
Ihr müsst es ziemlich hart finden,
so weit weg von Eurem Gemahl und Euren Kindern zu sein.
Deren Abwesenheit ist nicht qualvoll, solange man sie nicht erwähnt.
Das ist ein sehr schönes Kleid, in dem ein bezauberndes Geschöpf steckt.
Äh, vielen Dank.
Der König will sich mit mir zusammensetzen.
- Das solltet Ihr annehmen. - Die Verhandlung ist öffentlich?
Ihr würdet uns alle zu Bett schicken lassen?
Wenn das notwendig ist...
Habt Ihr eine Frau?
- Meine Frau lebt in Paris. - Mit Euch?
Ich lebe beim König.
Nun bin ich verwirrt.
Wo auch immer der König schläft, schlafe ich.
Äh, weiter als bis hierher gehe ich nicht.
(leise) In seinem Bett muss ja ein Gedränge sein.
(heiteres Lachen)
(Musik setzt abrupt aus)
Bruder, wir sind hier nicht erwünscht. Ziehen wir uns lieber zurück.
Bruder...
Die Verhandlungen haben gerade begonnen.
Ich bitte Euch, mein Gemahl, spielt nicht so mit ihm.
Ich glaube, ich habe das Maß für dieses Spiel.
- (Chevalier lacht) - Offensichtlich, ja.
Leider ist uns heute Abend das Glück an diesem Tisch nicht gewogen.
Also, spielen wir.
Was macht Ihr da?
Gewinnen.
Ihr geht so beschwingt.
Würde mir da nicht eine Gruppe besorgter Gesichter im Weg stehen.
Eine dringende Angelegenheit erfordert Eure Aufmerksamkeit.
Ich hoffe, Euer neuerlicher Erfolg führt Euch schnell in unser Bett.
Cassel hat auf Eure Botschaft geantwortet.
(liest) "Hier ist Euer Beweis.
Ein Beitrag zu Eurem erhabenen Projekt."
Darf ich ihm persönlich antworten?
Ich rate zur Zurückhaltung.
- Angesichts dieser Unverschämtheit? - Wenn ich darf, Hoheit?
Ihn verhaften lassen würde Euren Plan beenden, ehe er begonnen wurde.
Wenn Ihr Cassel ins Gefängnis werft, sperrt den ganzen Adel ein,
denn darauf würde es hinauslaufen.
Lasst mich sein Gesicht zerschrammen für diese Beleidigung.
Schlägt man einen Kopf ab, wächst sofort ein anderer nach.
Ihn niederschlagen riefe einen Bürgerkrieg hervor.
Und wir haben gesehen, wie gut das für die Engländer war.
Mein Gemahl, ich bin noch nicht bereit.
Ich komme nicht aus Pflichterfüllung, sondern aus Dankbarkeit.
Weil Ihr Euer Wort gehalten habt
und so eine hervorragende Gastgeberin für unseren Gast wart.
Ihr habt Euch sehr nützlich gemacht.
Dafür bin ich dankbar.
(Stöhnen)
Ich möchte Euch ein Geschenk zuteilwerden lassen.
Ich nehme es an.
Das Geschenk ist ein Geheimnis.
Umso besser.
Eure Tochter ist am Leben.
(stöhnt lauter)
(Tür geht auf, Schritte)
Bruder! Bruder, wach auf! Der König will dich sehen!
Sag ihm, er soll warten.
Das kannst du ihm selbst sagen.
Bitte kleidet Euch an. Wir haben nicht viel Zeit!
Wo gehen wir hin?
Ihr werdet schon sehen.
Wir haben erfahren,
dass die Familie Parthenay heute Vormittag eintreffen wird.
- Ist meine Patentochter Charlotte dabei? - Ja, Euer Hoheit.
Ein kleiner Lichtblick.
Sind wir bald da, Maman?
Ihr bleibt hier.
Wie schmeckt Euch mein Wein?
Was würdet Ihr mir anbieten?
Die Holländer sind natürlich nicht so gastfreundlich wie Ihr,
aber sie haben Geld.
Wo sind wir?
Es ist nur ein kurzer Zwischenhalt.
Mein Gärtner ist zufällig diesem Mann begegnet.
Er war ein Adliger, der beim Aufstand gegen meine Familie gekämpft hat.
Er hat sich wohl sicher gefühlt.
- (stöhnt) - Hier in den Wäldern.
(Schüsse und Schreie)
Um Gottes willen!
Eure Wertsachen, wenn ich bitten darf?
Diese Stimme kenne ich: Montcourt!
(Schüsse und Schreie)
(keucht)
- Nicht! Bitte! Nicht! - (Schuss)
Tötet sie.
Oder ich mach's.
(keucht und wimmert)
(Klopfen)
Wir müssen hier weg! Montcourt, kommt!
- Man darf uns nicht sehen! - Sie ist weg.
Sie wird sterben! Reiten wir!
Warum sind wir hier?
Die Holländer haben Geld, aber keine Macht.
Wir haben beides.
(Baby gibt Laute von sich)
- Wozu habt Ihr mich hergeführt? - Um die Verhandlungen abzuschließen.
- Wir haben nicht angefangen. - Aniaba.
Wir verhandeln schon seit dem Augenblick, als Ihr aus Eurer Kutsche gestiegen seid.
(Babylaute)
- Ihr lasst mir kaum eine Wahl. - Ich biete Euch Sicherheit.
Und einen Teil der Steuereinnahmen.
Auch biete ich ein Kriegsschiff, um Euren Hafen zu sichern.
Ihr seid lange weg von zu Hause.
Und Eure Feinde marschieren auf die Hauptstadt zu.
Mein Vater wird mit ihnen zurechtkommen.
Seht Ihr dieses laute kleine Leben vor Euch?
Ein enger Freund sagte mir, Gott selbst brachte mir aus gutem Grund dieses Kind.
Erst jetzt verstehe ich.
Allein ihre Existenz wirft eine Frage auf.
In jedem anderen Land, in England, Spanien,
der Republik der Vereinigten Niederlande wäre sie längst tot.
Und ihre Mutter auch.
Und doch ist sie hier.
Und Ihr seid hier.
Ihr könnt Euch einer Sache sicher sein.
Ihr mögt Verträge schließen mit Holländern, Engländern, Spaniern.
Sie werden lächeln und zustimmen.
Dann marschieren sie mit ihren Armeen ein, um Eure Ländereien niederzubrennen.
Eure Familien zu töten, Euch alles zu nehmen.
- Dessen seid absolut sicher. - Ihr tätet das Gleiche.
Nein, ich nicht! Und ich schlage vor, dass Ihr Euch schnell entscheidet.
Ein Land ohne König wird sich im Krieg verzehren.
- (Baby weint) - König?
Wir erfuhren, dass Euer Vater tot ist. Ihr seid nun der König.
(Baby weint)
Mein Beileid, Euer Majestät.
(Baby weint)
Euer Majestät...
Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.
(Baby weint)
Wir reisen ab.
(melancholische Musik)
Die Venezianer arbeiteten hart an einem neuen Glas, Euer Hoheit.
Sie hoffen, es wird eher zu Eurem Gefallen sein.
Besser.
(schnipst)
Verbrennt ihn!
(unheilvolle Musik)
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