All language subtitles for Die Toten vom Bodensee-Das Geisterschiff (S03_E07).deu

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Original subtitles

* geheimnisvolle Musik *

Micha Oberländer

Thomas Komlatschek

* weiter geheimnisvolle Musik *

*

*

*

Wir sind schon seit Monaten chronisch unterbesetzt.

Können Sie uns nicht wenigstens einen groben Zeitpunkt nennen,

wo wir mit Verstärkung rechnen können?

Verstehe. Ja.

Ja, dann... Dann trotzdem...

Ja, vielen lieben Dank, ja?

Auf Wiederhören.

Danke.

Lassen Sie mich raten, wir müssen den Laden zu zweit wuppen?

Mir sind die Hände gebunden, Herr Komlatschek.

Auch das Bundeskriminalamt ist vom Personalmangel betroffen.

Ja, Freizeit und Schlaf sind überbewertet.

Der Herr Generaldirektor hat größtes Vertrauen in uns.

Ach ja? Er mich auch.

* Ein Handy klingelt. *

Ja, Oberländer?

Verstehe. Ja, wir sind in einer Viertelstunde da.

Wir müssen.

Mhm.

* angespannte Musik *

Die Kollegen haben das Boot in den Hafen gebracht. Egger ist auch da.

Nehmen wir meins? - Nee, nee, meinen.

* angespannte Musik *

* Kameraklicken *

Ist alles okay bei Ihnen? - Warum soll nicht alles okay sein?

* angespannte Musik *

(Mann:) Morgen. - Tag.

Hallo, Egger. - Ach. Hallo.

* Kameraklicken *

Morgen.

Ich bin nicht sehr ängstlich,

aber ... das Boot ist wie aus dem Nichts aufgetaucht.

Und dann habe ich das Boot erkannt.

Wir haben damals alle nach der Zora gesucht.

Und jetzt auf einmal, nach all der Zeit ...

Als hätte der düstere See sie einfach ausgespuckt.

Mhm. Sie kennen also das Boot.

Zora ist ein komischer Name. Und wann ist die Zora verschwunden?

15 Jahre.

Ja, so lange ist das her. - Mhm.

Vicky.

Wir melden uns bei Ihnen, falls wir noch Fragen haben.

Falls Ihnen noch was einfällt ... - Danke.

* Komlatschek räuspert sich. *

Die Leiche ist männlich. So viel ist schon mal klar.

Wie lange lag er im Wasser? - Nicht erst seit gestern.

Bei den niedrigen Temperaturen am Grund des Sees

verwesen Wasserleichen langsam.

Mindestens zehn Jahre. Genaueres erst nach der Obduktion.

Ist klar.

Was ist denn das Silberne da?

Ah. Dürfte eine Art Anhänger sein.

Moment.

* aufgewühlte Musik *

Ich weiß, wer das ist.

Das ist Roman Steingass.

Roman Steingass wird seit 15 Jahren gesucht.

Offiziell wurde die Fahndung nie eingestellt.

Haben Sie nie was davon gehört?

Komlatschek! - Was?

Äh ... Was hat man ihm denn vorgeworfen?

Er soll eine Klassenkameradin ermordet haben.

Anouk Bergdorf. Ja.

Angeblich hat er sie niedergeschlagen

und dann in den Bodensee geworfen, und da ist sie dann ertrunken.

Irgendwo gibt es noch einen Mitschnitt des Verhörs.

Ah ja.

"Du wurdest zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes gesehen."

"Kannst du mir das erklären?"

"Ich war auf der Zora. Das Boot, auf dem ich jobbe."

"Mhm. Warst du allein dort?"

"Es gibt niemanden, der das bezeugen kann?"

"Ich habe Anouk nicht umgebracht."

"Aber du hast sie gemocht. Stimmt's?"

"Sie sah nicht so aus."

"Aber sie war cool."

"Ihre Eltern haben gesagt, sie wollte nichts von dir."

"Sie hatte einen Freund. Warst du eifersüchtig?"

"Nein." - "Hast du es nicht ertragen?"

"Ich war das nicht. Ich bin nicht der Teufel!"

Ab da hat er jede Aussage verweigert.

Wir konnten ihn nicht festhalten, wir hatten nichts.

Und Sie sind sich sicher, dass er das Skelett ist?

Die Kette.

Kurz danach wurde ein Boot gestohlen, die Zora.

Wir sind davon ausgegangen, dass er damit abgehauen ist.

Wir haben den ganzen See abgesucht. Nichts.

Niemand hat den Roman gesehen. Die Handyortung, Fehlanzeige.

Wie vom Erdboden verschluckt. - Wohl eher vom Bodensee.

Der Junge war 16. Ich dachte,

dass er früher oder später mit jemandem Kontakt aufnimmt.

Ein Junge in seinem Alter verschwindet nie einfach so.

Nichts. Und dann dachte ich, ich hätte irgendwas übersehen.

Ich informiere die Eltern.

* bedrückte Musik *

*

Was machen Sie denn hier?

Können wir das drinnen besprechen?

* bedrückte Musik *

* Er seufzt. *

Ist Ihre Frau auch zu Hause, Herr Steingass?

Danke.

Sie ist noch in der Kirche, aber sie müsste bald ...

Das alte Segelboot.

War das ...

Ja, es ist Ihr Sohn.

Wer hat Ihnen von dem Boot erzählt?

Alle reden drüber.

Victoria. Sie gehört zu unserer Gemeinde.

Victoria Ludolf, die Frau, die das Boot entdeckt hat.

Was ist passiert?

Das wissen wir noch nicht.

Es tut mir schrecklich leid, Herr Steingass.

Wie ist mein Sohn gestorben?

Henriette ...

Herr, erbarme dich.

Christus, erbarme dich.

* bedrückte Musik *

(Henriette:) Heilige Maria, Mutter Gottes, bete für uns.

Schmerzhafte Mutter.

- Henriette ...

- Mutter des Gekreuzigten ... (schluchzt)

* lautes Weinen *

* traurige Musik *

*

*

Ah. Zu wenig REM-Schlaf. Das drückt auf die Stimmung.

Wird Zeit, dass Sie endlich Verstärkung kriegen.

Ihr Wort in des Bundeskriminalamtes Ohr.

Die Kollegen haben Löcher gefunden,

die in den Bootskörper gebohrt worden sind.

Jemand wollte sichergehen, dass das Ding für immer unten bleibt.

Mir ist das sowieso ein Rätsel, wie das Boot wieder auftauchen konnte.

Es scheint fast so, als wollte es gefunden werden.

Ein physikalisches Wunder.

Ich hasse Physik.

Sonst irgendwas?

Ja. Zum einen eine sehr interessante Einkerbung

hier in der Cavitas pelvis.

So tief kommt man eigentlich nur mit einem Messer,

das von schräg unten den Knochen verletzt

und dann weiter in die Bauchhöhle rein.

Der junge Mann ist erstochen worden.

Ja, also rein theoretisch, nach so vielen Jahren im Wasser,

wäre es auch möglich,

dass der Knochen auf andere Art beschädigt wurde.

Das heißt, er wurde vielleicht erstochen oder vielleicht nicht.

Sie sind aber echt grantig drauf heute.

* ruhiges Motorbrummen *

* bedrückte Musik *

*

Da. Das ist alles, was im Netz war, bevor ich ...

- Bist du sicher, dass du dich nicht hinlegen willst?

- Wie geht's dir?

- Ich dachte, ich hätte das alles hinter mir gelassen, aber ...

- Sind die Raben wieder da?

- Die sind ziemlich klein.

- Sag das den Leuten von der Kläranlage.

Keine Nitrate, keine ...

- Kein Futter für die Fische im See, ich weiß.

* Ein Handy klingelt. *

Paul, alles in Ordnung?

Ja, natürlich, ich beeile mich.

Das war Paul Steingass.

Der Tote auf dem Boot ist wirklich sein Sohn.

Alles gut.

Lenka.

- (seufzt) Und du willst jetzt zu seinen Eltern, oder ...

Es gibt hier nur Opfer.

Die haben das Zimmer ihres Sohnes verbarrikadiert?

Ja. Das wollten sie alles wegsperren, was passiert ist.

Ob das funktioniert?

Hätte ich Roman damals dem Haftrichter vorgeführt,

könnte er noch leben.

Die Eltern hätten eine Chance gehabt, weiterzumachen.

Unser Geisterschiff ist ja

zwei Kilometer vom Ufer entfernt versenkt worden.

Das heißt, der Täter oder die Täter

müssen ein zweites Boot gehabt haben,

um wieder ans Ufer zurückzukommen.

Da reicht ein Schlauchboot. Das bringt uns nicht weiter.

Und das Zeug bringt uns weiter? - Das ist alles, was wir haben.

Roman wird verdächtigt, Anouk Bergdorf getötet zu haben,

und wird kurz darauf selbst ermordet.

Müssen wir uns denn durch staubige Akten wühlen,

um nach einem Grund zu suchen,

warum ein junger Mann getötet wurde.

Wer das stärkste Motiv hat, kann ich Ihnen auch so sagen.

Die Eltern von Anouk Bergdorf. - Und damit ist der Fall gelöst?

Die Bergdorfs waren außer sich.

Die hätten jeden Grund gehabt, sich zu rächen.

Aber nicht nur sie. Hier.

Anouk hatte einen Freund.

Alexander Buback war zwei Klassen über ihr.

Nachdem wir Roman gehen ließen, hat er ihn verprügelt.

Er hat gedroht, ihn zu töten, deswegen war er hier.

Er leitet ein Fischrestaurant in Bregenz.

Da sollten Sie mal hinfahren.

Ich mache die Bergdorfs.

* bedrückte Musik *

(Mann:) All die Jahre haben wir uns gefragt, wo er sich versteckt.

Wie das sein kann, dass er immer noch frei rumläuft.

Hat er sich umgebracht?

Er ist ermordet worden.

Ach, und jetzt denken Sie, wir hätten was damit zu tun.

Roman Steingass hat vermutlich Ihre Tochter getötet.

Ich weiß nicht, wie ich an Ihrer Stelle reagiert hätte.

Wir wollten, dass man ihn festnimmt.

Dass er bezahlen muss, aber nicht, dass er tot ist.

(Herr Bergmann:) Ich wollte mich nur noch verkriechen.

Aber wir mussten uns zusammenreißen. Für Lenka.

Das ist Ihre jüngere Tochter? - Lenka war damals fünf.

Sie hat immer wieder nach ihrer großen Schwester gefragt.

Jetzt ist das alles wieder da.

(Frau:) Ein nicht enden wollendes Leid.

Und jetzt? Was passiert jetzt? Laden Sie uns vor?

Bislang nicht.

Dann würde ich Sie bitten, uns zu entschuldigen.

Wiedersehen.

* angespannte Musik *

Wir müssen mit Lenka reden. - Nein.

- Irena, bitte.

Nein. Das macht nur alles doch schlimmer.

Das wissen wir nicht. Wir sprechen seit Jahren nicht mit ihr.

Es gab auch keinen Grund.

Für dich nicht.

Mach, was du willst.

*

Wir haben noch geschlossen.

Herr Buback? Es dauert nicht lange.

Herr Buback. Oberländer, Kripo.

Wir haben uns vor 15 Jahren schon mal unterhalten.

Worum geht's?

Roman Steingass. Wir haben ihn gefunden.

Roman Steingass?

Wo hat er sich die ganzen Jahre versteckt?

Im See. Er wurde erstochen.

In einem gestohlenen Boot festgebunden und versenkt.

Warum erzählen Sie mir das?

Ich dachte, das würde Sie interessieren.

Sie haben damals gedroht, ihn umzubringen.

Er hat meine Freundin ermordet

und kam am nächsten Tag zur Schule, als ob nichts wäre.

Das war ein Creep.

Die Haare, die Augen, die Klamotten. Und wie er sie immer angestarrt hat.

Sie hat das abgetan. Hat gesagt, der ist eh so harmlos.

Von wegen.

Das war vor 15 Jahren.

An dem Tag ist Roman verschwunden.

Sie sehen ziemlich mitgenommen aus, Herr Buback.

Anouk Bergdorf.

Ihre große Liebe.

Sie dachten, er hat sie Ihnen genommen, oder?

Das muss Sie wahnsinnig wütend gemacht haben.

Ich habe ihn nicht ermordet.

Ist es nicht scheißegal, wer das war?

Hauptsache, Anouks Mörder ist tot.

Lenka? Lenka Bergdorf?

Erinnern Sie sich noch an mich? - Ja, klar.

Also, die Jacke kenne ich, die hatten Sie damals schon an.

Aber Sie hatten ein bisschen volleres Haar.

Tatsächlich?

Ja.

Können wir reden?

Heute Morgen dachte ich, Sie wären die Tochter von Frau Ludolf.

Schön wär's.

Haben Sie kein gutes Verhältnis zu Ihren Eltern?

(ironisch) Wir sind ein Herz und eine Seele.

Anouk, Ihre Schwester.

Können Sie sich noch an sie erinnern?

Nicht wirklich.

Als sie gestorben ist,

hat mein Vater nur noch gearbeitet und meine Mutter ...

Es war irgendwie, als hätte es Anouk nie gegeben.

Wissen Sie, jeder geht mit Trauer und Verlust anders um.

Ich bin ausgezogen, als ich 16 war.

Was haben Ihre Eltern dazu gesagt?

Meine Mutter hat erst nach einer Woche gemerkt, dass ich weg bin.

Und mein Vater ... Ja, keine Ahnung.

Also, zum Glück hatte ich Vicky. Sie hilft jedem, der sie braucht.

Sie sagt, es ist Gottes Wille, aber sie kann einfach nicht anders.

Obwohl sie sich an mir fast die Zähne ausgebissen hat,

sagt sie zumindest.

Wie haben Sie sich denn kennengelernt?

Als ich damals abgehauen bin, habe ich besoffen ihr Boot verwüstet,

und sie hat mich zurechtgestutzt.

Wer bis zwei Uhr saufen kann, kann auch um vier Uhr raus auf den See.

Ja, klar.

* Rabenschrei *

Hau ab!

Hey, Chérie. Na, ça va?

Hm? Ich wollte einfach nur mal deine Stimme hören.

Ja, sorry, da musst du jetzt durch.

Sonst würde ich dich nie hören.

Wie geht's dir? Wie geht's Laurent?

(lacht) Echt, das hast du gesagt?

Du, Süße, ich muss ...

Ja, ich meld mich später noch mal.

Ja, ich dich auch.

*

*

(Roman:) (Ich bin nicht der Teufel.)

* schnelles Klopfen *

(Ich bin nicht der Teufel!)

(Ich bin nicht der Teufel!)

* heftiges Klopfen *

(Ich bin nicht der Teufel.)

(Ich bin nicht der Teufel!)

(Ich bin nicht der Teufel!)

* Ticken einer Uhr *

* bedrückte Musik *

Lenka Bergdorf arbeitet für den ehemaligen Freund

ihrer toten Schwester?

Schon seltsam, hm? - Ja.

Und was sagt der Buback über unser Skelett aus der Tiefe?

Er streitet alles ab. - Natürlich.

Was mit den Bergdorfs?

Dasselbe in Grün. Sie waren es nicht.

Sie mussten sich um ihre jüngere Tochter kümmern.

Hat nicht so gut funktioniert.

Ihr Verhältnis ist zerrüttet, vor allem das zu ihrer Mutter.

Das wundert mich nicht. Die ist kalt wie ein Fisch.

Sie war damals am Boden zerstört, konnte kaum eine Frage beantworten.

Jetzt will sie keine Fragen beantworten.

Ich musste den beiden damals die Nachricht überbringen.

Mein Telefon hat ständig geklingelt.

Meine Frau war auf dem Weg ins Krankenhaus wegen Wehen.

Stressig, hm?

Wir müssen noch was einkaufen. Der Kühlschrank ist leer.

Schon wieder? Kann ich Sie da absetzen?

Gerne.

Ich wollte noch bei den Steingass vorbei.

Milch haben wir, glaube ich, noch.

Ja. Aber bringen Sie noch mal diese Würstchen mit.

Diese Leberwurst? Ja.

* ruhige Musik *

* Rauschen *

* bedrückte Musik *

*

Frau Ludolf?

Ja, wir greifen Henriette und Paul etwas unter die Arme.

Kann ich beide sprechen? - Henriette hat sich hingelegt.

Aber der Paul ist in der Küche. - Danke schön.

Hallo, Herr Steingass.

Danke.

Roman wurde ermordet.

Warum hat sich Roman nur von Gott abgewendet?

Wir haben alles versucht.

Eltern wollen ihre Kinder immer beschützen. Das funktioniert nicht.

Wenn ich früher eingegriffen hätte, wenn ich ...

mehr für ihn gebetet hätte ...

dann wäre Henriette auch nicht ...

Ihrer Frau geht's schlecht, richtig?

Sie hört Stimmen.

Sie glaubt, dass Romans Geist in unserem Haus herumspukt,

betet die halbe Nacht.

Ohne mich ...

müsste sie in eine Anstalt.

* Tür wird geöffnet. *

Hey.

Ist das zufällig im Müll gelandet? Oder mit Absicht?

Es war Absicht.

Ähm ...

Ach, das müsste noch warm sein.

Danke schön.

* sanfte Musik *

Das ist ein Brief von der Anwaltskanzlei.

Wollen Sie da wirklich nicht reinschauen?

Der Brief ist von den Scheidungsanwälten meiner Frau.

Verstehe.

Und Sie haben sich entschlossen, das zu ignorieren.

Super Idee. Habe ich auch mal gemacht.

Mit meiner Nebenkostenabrechnung.

Bis sie mir mitten im Winter die Heizung abgedreht haben.

Wir haben uns Weihnachten fast den Arsch abgefroren.

Hm. - Hm. Herzig.

Ist das Luna? - Mhm.

Ganz der Papa.

Ist alles in Ordnung in Paris?

Ja, ja, Luna geht es gut.

Mir geht nur dieser Rabe nicht aus dem Kopf.

Welcher Rabe?

Als ich mit Lenka Bergdorf gesprochen habe,

da ist ein Rabe aufgetaucht.

Und sie hat seltsam reagiert. Sie hatte Angst.

Warum?

Ah, hier ist er.

Sie hat mir den damals gemalt. Nachdem Roman verschwunden ist.

Ich dachte erst, das wäre für Luna gewesen.

Irgendwas ist mit diesem Raben. Ich weiß nur nicht, was.

* bedrückte Musik *

* unheilvolle Musik *

*

*

* nachdenkliche Musik *

*

* weiter nachdenkliche Musik *

*

(Victoria:) Wie war die Nacht?

Wenn es du willst, komme ich nachher noch mal vorbei.

Danke dir.

Ich weiß nicht, wie wir das ohne euch schaffen würden.

Vor allem Henriette.

* unheilvolle Musik *

*

Herr Oberländer.

Entschuldigen Sie, dass ich hier auftauche.

Ich möchte Ihnen was zeigen.

Können Sie sich an die Zeichnung erinnern?

Sie finden Raben nicht eklig. Sie haben Angst vor ihnen. Warum?

Ich habe immer diesen Albtraum.

Was für einen Albtraum?

Na ja, von ... Raben.

Was passiert denn im Albtraum?

Da ist ein Rabe, und der steht so da.

Ist eigentlich ganz ruhig.

Aber dann greift er mich an, und ich hab plötzlich so Todesangst.

Und wo ist dieser Rabe?

Was ist in der Umgebung?

Nichts besonderes. Ein Holzboden.

Was für ein Holzboden?

Planken? Keine Ahnung.

So wie aufm Steg?

* bedrohliche Musik *

Die Planken?

Sind das die aus Ihrer Erinnerung?

An der Stelle lag die Zora.

Das Schiff, mit dem Roman versenkt wurde.

Ich ... Ich weiß nicht.

Was soll das alles hier?

Ja, Komlatschek. Ich war mit Frau Bergdorf auf dem Steg.

Ich glaube, irgendwas ist da.

Gehen wir mal davon aus, dass ihr Albtraum-Rabe

was mit unserem Geisterschiff zu tun hat.

Was könnte das bedeuten?

Dass Lenka Bergdorf damals zugeschaut hat,

wie ihre Eltern Roman Steingass getötet hat?

Ja, ich weiß. Niemand würde seine Tochter mitnehmen,

wenn er jemanden ermorden will.

Ach, und der Streifenkollege, der auf das Boot aufpasst, glaubt,

dass gestern Nacht jemand am Boot war.

Am Boot? - Ja.

Vielleicht hat jemand irgendwas gesucht.

Die Spurensicherung ist da. - Okay.

* Das Handy vibriert. * Moment, es ruft jemand an.

Hallo? - Ich bin bei der Fischzucht.

Frau Ludolf?

Hallo?

Hallo, sind Sie noch dran?

Hallo?

Es ... Es ...

* Tuten * Scheiße.

Sie müssen sofort zur Fischzucht.

Wo die Fischer ihre Köder kaufen? - Ja, genau. Sofort.

Wo finde ich Frau Ludolf?

Dahinten. - Danke.

* spannungsvolle Musik *

Frau Ludolf!

Frau Ludolf!

Frau Ludolf?

* spannungsvolle Musik *

* Klacken *

* Das Klacken geht weiter. *

*

* Frau betet flüsternd. *

* verzweifeltes Schluchzen *

* angespannte Musik *

* Sie betet unverständlich. *

Henriette.

Da war ... Da war der Satan.

Ganz ruhig. Alles ist gut.

* angespannte Musik *

* lautes Weinen *

Hier gibt es ja leider keine Überwachungskameras, ne?

Keiner hat was gesehen oder gehört. - Es wäre auch zu schön gewesen.

Was ist mit dem Schuhabdruck da vorne?

Vielleicht kann die Spusi irgendwas

über die Schuhgröße oder das Modell sagen.

Wir wissen auch nicht, wohin der Täter geflüchtet ist.

Sonst irgendwas Brauchbares, Egger?

Ja, der Stich kam von schräg unten.

Tatwaffe: Messer, Klinge circa 10 cm.

Und, ah ja ...

Das Seil hatte sie in ihrer rechten Hand.

Sieht aus wie das Seil, mit dem Roman gefesselt wurde.

Vielleicht hat sie es wiedererkannt.

Wirkt wie ein stinknormales Seil. - Ja, für Sie vielleicht.

Das Seil ist die Spur zum Mörder, und sie wusste das.

Ich möchte, dass das ins Labor kommt bitte.

Ja. - Ja.

Was ist passiert?

Keine Ahnung.

Frau Bergdorf.

Wo ist Vicky?

Es tut mir leid.

Ich habe eine Bestellung für Sie. Wir müssen die abho ...

Vicky! - Frau Bergdorf.

Sie ist tot.

In welcher Verfassung war Frau Ludolf,

als Sie sie zum letzten Mal gesehen haben?

Wir haben uns gestritten.

Worüber?

Sie wollte sich um Romans Eltern kümmern.

Hat sie Ihnen erzählt, dass sie weiß, wer Roman getötet hat?

Was?

Nein, natürlich nicht.

* bedrückte Musik *

* Türklingel *

Ach, Oberländer? - Ja?

Am Tatort gibt es jede Menge DNA-Spuren.

Alle Fischer kaufen dort ihre Köder, plus die Mitarbeiter.

Haben Sie das Personal gesprochen? Ja, bis jetzt nichts Auffälliges.

Der blutige Teilabdruck stammt von einem Arbeitsschuh Größe 41 bis 43.

Damit kommt jeder Zweite am Hafen oder in der Fischzucht infrage.

Es gibt noch etwas anderes.

Das Seil, das Frau Ludolf in der Hand hatte,

gehört zu dem Seil, mit dem Roman Steingass am Boot festgebunden war.

Auf den ersten Blick nichts Besonderes.

Und auf den zweiten?

Heutzutage kann man das Seil überall kaufen,

aber nicht vor 15 Jahren.

Als Roman Steingass ermordet wurde, war das Seil in der Entwicklung.

Das war noch gar nicht auf dem Markt?

Das kommt von Bergdorf Seiltechnik.

Hat Sie Frau Ludolf mit dem Seil konfrontiert?

Nein.

Aber Sie kennen Victoria Ludolf?

Ich weiß, wer sie ist, ja.

Was soll das alles hier?

Können Sie mir dazu etwas sagen?

Das ist ein M23. Stellen wir her. Meterware.

Schwer entflammbar, wasserresistent,

achtfach geflochten, 1100 dtex, Typ 703. Warum?

(lacht) Das Seil ist wirklich wasserresistent.

Roman Steingass wurde damit am Boot festgebunden.

Und zwar ein Jahr, bevor ihr M23 am Markt war.

(Frau Bergdorf:) Wir entsorgen Seile während der Erprobung.

Die Mitarbeiter haben alle Zugang zu den Wertstoffcontainern.

Aber Sie hatten ein Motiv, Roman Steingass zu ermorden.

Und Sie hatten ein Motiv, Victoria Ludolf zu ermorden,

weil sie es rausgefunden hatte.

(Herr Bergdorf:) Wir waren das nicht. * Klopfen, Tür geht auf. *

Frau Bergdorf, Herr Bergdorf.

Was hat das da ... Was machen Sie hier?

Wir arbeiten zusammen an dem Fall.

Ich hatte gehofft, Ihnen nie mehr zu begegnen.

Mit der Meinung sind Sie nicht alleine.

Können Sie mir sagen, was das ist?

Das ist eine Kinderzeichnung. Wieso?

Das ist ein Rabe. Lenka hat ihn gemalt vor 15 Jahren.

Sie hat wahnsinnige Angst vor den Tieren.

Hat Albträume deswegen. Können Sie mir sagen, wieso?

Sie hat immer lebhaft geträumt von Spinnen, die sie angreifen.

Und von Monstern unterm Bett. - Warum haben Sie nicht nachgehakt?

(Herr Bergdorf:) Wir waren schlechte Eltern.

Wir waren mit uns beschäftigt, nachdem unsere Tochter ...

Wir waren dankbar, dass Frau Ludolf sich um Lenka gekümmert hat.

Wir hätten ihr niemals etwas angetan.

Sie waren sehr verzweifelt,

weil Victoria Ludolf herausgefunden hatte,

dass Sie Roman Steingass getötet haben.

Deshalb haben Sie sie töten müssen, damit die Wahrheit nicht rauskommt.

Ich glaube, Sie verrennen sich da in was.

Ist das so?

Wo waren Sie heute Morgen zwischen 8 und 9 Uhr?

Zu Hause und dann auf dem Weg in die Firma.

Gibt es dafür Zeugen?

Ja. Schumann und Tschaikowski. Unsere beiden Goldfische.

Und jetzt müssen wir wirklich los. Vollen Terminkalender.

Selbstverständlich.

* angespannte Musik *

Die werden alles herausfinden, Irena.

Nein, werden sie nicht.

Du musst nur ruhig bleiben.

Ja, danke schön.

Wiederhören.

Sie schicken uns eine Liste,

wer alles einen Schlüssel für die Wertstofftonnen hatte.

Wir haben nichts in der Hand Wir konnten Sie nicht festhalten.

Ich sage nichts.

Warum sollte Bergdorf die Frau umbringen,

die sich um seine Tochter gekümmert hat?

Wäre ja auch eher der Frau zuzutrauen.

Für mich machen beide keinen Sinn.

Roman Steingass hat ihre Tochter getötet.

Deswegen hat er sterben müssen.

Frau Ludolf ist Ihnen auf die Schliche gekommen.

Deswegen hat sie sterben müssen. Wenig macht mehr Sinn.

Aber das Seil. Das würde bedeuten, dass sie wusste,

dass es vor 15 Jahren noch nicht auf dem Markt war.

Das ist eine ziemlich steile These.

Eine Fischerin kennt sich aus. Das ist sehr spezielles Wissen.

Ich kenne 2262 Ameisenarten, das ist auch sehr spezielles Wissen.

Das ist ja was für "Wetten dass?".

Hab ich auch schon gedacht. Gibt es nicht mehr.

Gut. Gehen wir mal davon aus, sie wusste das alles.

Warum ist sie mit ihrem Wissen nicht zu uns gekommen?

Vielleicht wollte sie die Bergdorfs erpressen.

Die Fischerei ist nicht mehr wie früher.

Auf ihrem Handy gab es keine Anruf oder Nachrichten an die Bergdorfs.

Wie hat sie mit denen geredet? - Sie hat sie zu Hause besucht.

Und die haben sie in der Fischzucht umgebracht

anstatt zu Hause ohne das Risiko von Zeugen?

Das glaube ich nicht.

Ähm, was ist mit der Zeichnung?

Die Bergdorfs haben doch darauf reagiert.

Ja, das stimmt.

Vielleicht übersehen wir irgendwas.

Die Planken.

Lenka hat den Raben nicht auf dem Steg gesehen.

Was sollen wir hier?

Ich möchte Ihnen was zeigen, das Ihnen hilft, sich zu erinnern.

In unserem alten Wochenendhaus? Ich war seit damals nicht mehr hier.

Kommen Sie.

* bedrückte Musik *

Erinnern Sie sich an was?

Erkennen Sie die?

* bedrückte Musik *

Was sehen Sie?

Meine Schwester.

Sie liegt da.

Als wäre sie tot.

Alles gut.

* Piepen *

* Er tippt etwas. *

Hallo, Egger.

Haben Sie die Laborunterlagen aus Lindau bekommen?

Plus eine Probe von dem Wasser,

das damals in der Lunge von Anouk Bergdorf war.

Die haben die Probe aufbewahrt? - Glück.

Da die Fahndung nie eingestellt wurde, war auch der Fall noch offen.

Und?

Die Nitrate deuten auf das Seewasser hin.

Das passte zu ihrem Fundort am Bodensee.

Das Labor hat nicht genau reingeschaut.

Pech. Aber das Controlling kann einem sehr in den Kopf steigen,

wenn es bereits belastbare Ergebnisse gibt.

Aber die waren falsch.

Ja, wenn man genau hinschaut, wird klar,

dass die Nitrat- und Phosphatwerte in ihrer Lunge niedrig waren.

Das passt zur aktuellen Wasserqualität.

Aber vor 15 Jahren, waren diese Werte höher.

Heute werden neben dem Dreck auch die Nährstoffe rausgefiltert.

Ist super für die Wasserqualität, nicht so super für die Fische.

Also habe ich mir die alten Daten von jenem See schicken lassen,

an dem die Bergdorfs ihr Ferienhäuschen stehen haben.

Und die passen?

Der See hatte damals schon recht niedrige Werte

und hat exakt dieselbe Zusammensetzung

wie das Wasser in Anouk Bergdorfs Lunge.

Das heißt, sie ist dort ertrunken? - Ja.

Danke.

Easy!

Was ist los?

Meine Schwester, sie ist nicht ... Also ...

Sie wurde in unserem Wochenendhaus umgebracht.

Die Polizei hat sich geirrt. Roman kann Anouk nicht ermordet haben.

Er ist unschuldig.

* bedrückte Musik *

Ich war jahrelang auf dem Holzweg.

Roman kann Anouk gar nicht ermordet haben.

Hier steht, dass er zur Tatzeit von Spaziergängern

am Bodensee gesehen wurde.

Sie wurde am Wochenendhaus der Bergdorfs getötet.

Erst danach hat man sie in den Bodensee geworfen.

Herrgott noch mal.

Warum habe ich mich damals nur auf ihn konzentriert?

Ich meine, was hätten Sie sonst tun können?

Ich hätte in alle Richtungen ermitteln müssen.

Aber mein Fokus lag nur auf ihm,

weil die Bergdorfs sagten, dass er ihre Tochter stalkt.

Das heißt, wir haben drei ungeklärte Mordfälle.

Hatten die Bergdorfs mit dem Tod ihrer Tochter zu tun

und haben das mit dem Stalking erfunden?

Die Bergdorfs waren auf einer Veranstaltung.

Dafür gibt es Dutzende von Zeugen.

Aber Alexander Buback war beim Ferienhaus der Bergdorfs.

Er war mit Anouk verabredet, sie war aber angeblich nicht da.

Stimmt, Lenka hat erzählt, dass er geklingelt hat.

Passanten haben sein Auto beim Grundstück gesehen.

Gut, dann laden wir ihn vor.

Ich sage Roberts Eltern, dass ihr Sohn kein Mörder ist.

* düstere Musik *

Mein Sohn ist unschuldig.

Ja.

Paul.

* Die Tür öffnet und schließt sich. *

Es ist alles ein bisschen viel.

Wir haben so lange geglaubt, dass ...

Und dann das jetzt mit Victoria.

Ich bin traurig, dass die Victoria tot ist, aber ...

ich ...

bin auch froh, dass mein Sohn kein Mörder ist.

Bin ich deswegen ein schlechter Mensch?

Sie lieben Ihren Sohn.

Was sollte daran schlecht sein, Frau Steingass?

Helfen Sie mir.

Ich mach schon.

* traurige Musik *

Sie haben den Raum wirklich seit 15 Jahren nicht mehr betreten?

*

* traurige Musik *

*

*

Ich bin nicht der Teufel.

Es tut mir so leid.

* traurige Musik *

*

Herr Steingass.

Die Geräusche, die Ihre Frau all die Jahre

aus Romans Zimmer gehört hat,

das waren Sie, oder?

Ich habe für die Seele meines Sohnes gebetet.

Warum haben Sie Ihrer Frau nichts gesagt?

Sie hat's nicht verstanden.

Sie war überzeugt, dass der Teufel in Romans Zimmer lebt.

Aber Sie glauben nicht an den Teufel.

Nein.

Der Teufel lebt nicht in einem Zimmer.

Der Teufel steckt in uns.

Sie glauben, ich habe die Anouk ermordet?

Sie waren mit ihr verabredet. - Aber sie war nicht da.

Sie war Ihre erste Freundin. Da wird man leicht eifersüchtig.

Es kommt schon mal zu Streitereien.

Nur eine Kleinigkeit, die Situation eskaliert.

Schon ist es passiert. - Da ist nichts passiert.

Sie waren in Panik. Die Nachbarn haben Sie gesehen.

Haben Sie sie ins Auto gepackt und in den See geworfen?

Was? Nein!

Und dann ist Ihnen der Zufall zu Hilfe gekommen.

Dieser seltsame Grufti, der in Anouk verliebt war,

ist in der Nähe gesehen worden.

Das war Ihre Chance.

Wenn er verschwindet, würde es wie Flucht aussehen.

Wie ein Schuldeingeständnis.

Und Sie wären aus dem Schneider.

Ich habe den Steingass nicht ermordet.

Kennen Sie das hier?

Sollte ich?

Stammt von Bergdorf Seiltechnik. Aus einem der Container.

Waren Sie schon mal bei den Containern?

Ich bin nie am Firmengelände gewesen.

Ich soll meine Freundin ermordet haben,

den Steingass und die Victoria?

Das ist Wahnsinn! - Ja, das ist es.

Eine Tat folgt der anderen, um die erste zu vertuschen.

Und es wird immer schlimmer.

Das können Sie mir nicht anhängen.

Mir hat Lenka gesagt, dass die Anouk nicht da ist.

Was hätte ich tun sollen? Ich bin wieder gefahren.

Das müssen Sie mir glauben.

Lenka hat Ihnen gesagt, dass ihre Schwester nicht da ist?

Hat sie noch irgendwas gesagt?

Das hat Lenka gemalt, vor 15 Jahren.

Sie hat Angst vor Raben. Haben Sie eine Ahnung, warum?

Nein.

Sie können gehen, Herr Buback.

* bedrückte Musik *

*

*

*

*

Wie war der Fang? - Wie immer.

Am Vormittag gibt es einen Gedenkgottesdienst für die Victoria.

Kommst du mit?

Ich habe zu tun. - Aber du könntest ja ...

* Die Tür knallt zu. *

Hallo, Frau Bergdorf. Ich würde Ihnen gerne was zeigen.

Kommen Sie bitte.

Haben Sie den schon mal gesehen?

* Krächzen *

* Sie imitiert das Krächzen. *

Er war unter der Terrasse.

Du hast ihn weggeschickt? Spinnst du?

Geh sofort auf dein Zimmer. - Nein!

Der Gerichtsmediziner sagt,

dass der Rabe zur Wunde Ihrer Schwester passt.

Dann ruf ich eben Mama an.

* Das Mädchen imitiert das Krächzen. *

Ich habe Anouk getötet.

Ich.

* traurige Musik *

*

Grüß Gott.

Grüß Gott, Herr Pfarrer.

Der Roman ist unschuldig.

Bitte.

Und was ... Was machen wir hier?

Kommen Sie bitte.

*

Lenka.

Lenka?

Wieso habt ihr mir nie was gesagt?

Lenka ...

Ich habe Anouk umgebracht.

Wir wollten dich nur schützen.

Diese Albträume!

Das Gefühl, dass ich irgendwie schlecht bin.

Dieses dunkle Loch in mir.

Du weißt gar nicht, wie oft ich mich gefragt habe,

warum du mich so sehr hasst!

Du weißt nicht, wie ich deine Fragen satt hatte.

Wo ist Anouk? Wann kommt Anouk? Wo ist Anouk?

Du hast sie umgebracht.

Ich war ein kleines Kind!

Es ist alles deine Schuld.

Hör jetzt auf! Hör jetzt endlich auf!

Es war ein Unfall.

Lenka hatte keine Ahnung, was sie getan hat.

Als wir nach Hause kamen,

haben wir Lenka schlafend auf der Veranda gefunden.

Wir haben uns gefragt, wo Anouk ist.

Irgendwann ...

... hab ich sie gesehen.

Ich habe versucht, sie wiederzubeleben, aber ...

Woher wussten Sie, dass es Lenka war?

Eine der Überwachungskameras hat alles aufgezeichnet.

Ich nehme an, Sie haben die Aufzeichnung gelöscht.

Wir wussten nicht, was wir tun sollten.

Wie hätte Lenka damit leben sollen, was sie getan hat?

Und dann kamen Sie auf die Idee,

ihre tote Tochter in den See zu legen.

Sie mussten es aber jemandem anhängen.

Dann kamen Sie auf Roman Steingass. Ein völlig unschuldiger Junge.

(Herr Bergdorf:) Wir wussten nicht mehr weiter.

Roman Steingass war der ideale Sündenbock.

Ein Außenseiter. Ein Satanist.

So jemandem haben die Leute alles zugetraut.

Ich weiß, dass wir etwas Schreckliches getan haben.

Aber wir haben Roman nicht umgebracht.

Und Victoria auch nicht.

(Frau Bergdorf:) Alles, was ich denken konnte, war...

... meine Tochter ist tot.

Lenka hat sie getötet.

Immer und immer wieder.

Sie können sich das nicht vorstellen.

Unsere Freunde waren da,

Nachbarn haben uns Essen vorbeigebracht.

Einmal habe ich Alexander in Anouks Zimmer entdeckt.

Ich konnte ihm nicht helfen. Ich durfte ja nicht reden.

Diese ständige Angst, dass jemand rausfindet, was passiert ist.

* bedrückte Musik *

Lenka.

Es tut mir so leid, was mit der Victoria ...

Ich wollte das nicht.

Ich ...

Ich habe meine Schw ...

Ich habe meine Schwester umgebracht.

Deswegen ist Roman tot und Victoria.

Es tut mir leid.

Lenka.

Ach, komm. Komm mal, komm her.

Komm her.

Die Haftrichterin erwartet uns in einer halben Stunde in ihrem Büro.

Sie glauben immer noch nicht, dass er der Täter war.

Es spricht alles gegen Herrn Buback.

Er hatte ein starkes Motiv, Roman umzubringen.

Als Frau Ludolf getötet wurde, war er in der Nähe, aber ...

... er hatte keinen Schlüssel für die Wertstofftonne.

Gab's was aus der Buchhaltung?

Ich habe noch mal mit denen telefoniert.

Er hat nie dort gearbeitet. Nicht mal als Ferienjob.

"Vrg." - Was?

V-R-G.

Das habe ich irgendwo schon mal gesehen.

Verwertungs- und Recyclinghof Bregenz.

Er hatte eine Möglichkeit, an das Teil ranzukommen.

* beklommene Musik *

* leises Schluchzen *

Paul?

Paul?

Was ... ist mit dir?

Alles gut. Komm her.

* traurige Musik *

Alles gut.

Du hast die Anouk getötet?

Ich verstehe das nicht.

Warum?

Warum?

* aufgewühlte Musik *

Ich ... - Warum?

Herr Buback. Das Messer weg, bitte.

Wir müssen mit Ihnen sprechen.

Ist alles okay?

Kommen Sie.

Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich das nicht kenne.

Warum haben Sie dann auf dem Bootswrack danach gesucht?

Das habe ich nicht.

Aber das glauben wir Ihnen nicht. - Dann ist das aber Ihr Problem.

Sagt Ihnen der Verwertungshof in Bregenz irgendwas?

Hm?

Nee? Das ist aber komisch.

Sie haben dort gearbeitet. Nach der Schule, zweimal die Woche.

Wofür ist das jetzt wichtig?

Die Firma leert die Mülltonnen für Bergdorf Seiltechnik, Herr Buback.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie es ab hier weitergeht.

Erste Möglichkeit:

Sie erzählen uns die Wahrheit und haben es hinter sich.

Zweite Möglichkeit: Der Kollege findet jemanden, der uns bestätigt,

dass Sie bei Bergdorf die Tonnen geleert haben,

und dann sind Sie dran.

Was dann auf Sie zukommt, muss ich Ihnen nicht erklären.

Er kann verdammt grantig werden ohne seinen Schlaf.

Ich weiß das, wir wohnen zusammen. Und, nein. Wir sind kein Paar.

Also, Ihre Entscheidung.

Ja, ich habe das Seil mitgenommen.

Ich wollte den Steingass fesseln und in den See schmeißen.

Ich wollte ihn ertränken, so wie er die Anouk ertränkt hat.

Was hat sie gestoppt?

Der Steingass war ...

Der war total außer sich.

Er war so wahnsinnig ängstlich, hatte so eine Panik ...

Ängstlich? Angst wovor? Vor Ihnen oder vor der Polizei?

Ich bin nicht der Teufel! Ich bin nicht der Teufel!

* aufgewühlte Musik *

Und dann bin ich gegangen.

Wirklich.

Und das Seil? - Na, das habe ich da liegen lassen.

Dann wollten Sie es zurückholen, um Beweise zu vernichten.

Aber ich bin kein Mörder.

Papperlapapp!

Sie haben Roman Steingass erstochen und danach mit dem Seil gefesselt.

Nein, das habe ich nicht! Ich kann so einen Knoten nicht.

Der Knoten stammt von einem Fischer.

Einem Fischer? - Ja, die haben so Eigenkreationen.

Wegen Aberglaube oder Wiedererkennungswert.

Keine Ahnung, aber ich weiß, dass dieser Knoten nicht von mir stammt.

Frau Rudolf hat nicht das Seil wiedererkannt, sondern den Knoten.

* angespannte Musik *

*

* angespannte Musik *

*

*

Herr Steingass?

Frau Steingass.

Frau Steingass, hat Ihr Mann mit Ihnen gesprochen?

Wissen Sie, was er getan hat?

Wo ist er?

Er ist der Teufel.

Frau Steingass, wo ist Ihr Mann?

Er hat gesagt, das alles wäre nicht passiert,

wenn die nicht gelogen hätten.

Die Bergdorfs. Wollte er da hin?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß so viel nicht.

Ist gut.

* spannungsvolle Musik *

Haben Sie die Bergdorfs erreicht? - Nein, aber jemanden in der Firma.

Die sind auf dem Weg zum Grab von Anouk beim See.

Ich schicke Ihnen die Adresse. - Gut, dann treffen wir uns dort.

*

*

* spannungsvolle Musik *

* traurige Musik *

* spannungsvolle Musik *

Ich dachte, Roman ist der Teufel.

Er hat mich angefleht, ihm zu glauben.

Papa, bitte glaub mir. Ich war es nicht.

Aber das habe ich nicht.

Wenn ihr nicht gelogen hättet, dann wäre auch Victoria nicht ...

Das ist eure Schuld.

Herr Steingass! Nicht!

Herr Steingass!

*

Sind Sie okay?

* traurige Musik *

*

* sanfte Gitarrenmusik *

Ich hoffe, Lenka bekommt die Hilfe, die sie braucht,

um das alles zu verarbeiten.

Mit dem Verdrängen, das ist so eine Sache.

Geht oft nach hinten los.

Sie wissen nicht zufällig, wo hier der nächste Briefkasten ist?

Scheidungsunterlagen?

Doch, weiß ich. - Gut.

Und ich weiß, wo wir danach

einen ausgezeichneten Spätburgunder trinken können.

Oder ein Bier.

Ja, dann halt ein Bier.

* ruhiger Musik *

ORF 2025 untertitel@orf.at

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