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Der Ton war scheiße. Die Musikanlage war total überlastet.
Uns hat sowieso keiner zugehört.
Wir wurden bezahlt, oder etwa nicht?
- Ja. - Ein Gig ist ein Gig.
Klar, aber mit einem Publikum ist es besser.
Natürlich ist es das.
Bravo.
- Hat es Ihnen gefallen? - Und wie!
- Bitte. - Vielen Dank. Monsieur Picot,
wir müssen die nächsten Termine festlegen.
Ja, das machen wir nächste Woche.
Da fehlt noch Geld!
Die Drinks gehen auf mich.
- Warten Sie mal! - Alex, hör auf.
Für wen halten Sie uns eigentlich?!
Gut. Noch eine Location weniger.
- Ist das meine Schuld? - Habe ich nicht gesagt.
- Aber das war unnötig. - Dann mach es beim nächsten Mal selbst.
- Oh nein. - Hast du noch Öl?
Ja, klar.
Hast du kein Öl mehr drin?
Ich habe noch Öl, habe ich gesagt. Bist du taub oder was?
Nein, nein, nein!
Nein, nein!
- Was war es diesmal, 'ne Afterparty? - Bist nah dran.
Bist du gerade aufgewacht?
- Was jetzt? - Kinder, eure Mama ist hier.
- Mama! - Wie geht's dir, mein Schatz?
- Gut! Oh, meine Karten. - Lucas!
- Hast du meine SMS gekriegt? - Welche denn?
Nächstes Wochenende hab ich sie.
Auf keinen Fall, das ist mein Wochenende.
Lucas meinte, ihr tretet auf und das mag er nicht.
Und gefällt Lucas momentan überhaupt irgendwas?
Ich liebe Auftritte!
- Was denn? - Na?
Alles klar, Mäuschen?
Wieso lässt du das nicht?
Wenn es sein sollte, wäre es doch schon passiert, oder?
Hätte ich immer auf dich gehört, wären wir nicht geschieden, oder?
Wo stehst du?
In einer Bar.
Kommt, Kinder, wir gehen zu Fuß, das wird uns guttun.
Chloe! Na komm, komm!
- Mama, beeil dich! - Ja, ja!
Gute Nacht, Mäuschen.
Na gut.
Hier. Gute Nacht, meine Süße.
- Mama. - Hm?
- Was ist ein Wrack? - Was?
Papa sagt, du bist eins.
Weißt du, mein Schatz,
Wracks sind gesunkene, große Schiffe, die Wind und Wetter standhalten mussten.
Sie blieben bis zum Ende stark.
- Nacht, meine Süße. - Gute Nacht.
Hallo? Ah, hi, Elodie, wie geht's?
Ja.
Heute Abend?
Okay.
Einen Chor für die Alten?
- Senioren. - Damit sie liebliche Lieder singen?
Traditionelle.
Und wer hatte diese idiotische Idee?
Das war mein Boss, Stephane.
Das ist sein Projekt, der Chor Arc de ciel.
Und du denkst, das wär was für mich?
Ja.
Zwei Chorleiter haben sie leider schon verschreckt.
- Die alten Knacker? - Senioren.
Wie haben Sie das gemacht?
Na ja, die können ganz schön verletzend sein.
Deswegen brauche ich jemanden, der sie leitet
und ihnen gleichzeitig die Stirn bietet, ohne sie zu verärgern.
Nur für drei Monate.
Da ist das Konzert in der Stadthalle, und dann war's das.
Alex, bist du es nicht leid, immer dem Geld hinterherzurennen
und dich wegen deiner Miete zu stressen?
So fühlst du dich doch nie wohl, hast nie deine Ruhe.
- Du warst genauso. - Da waren wir 20.
- Fang nicht damit an. - Alex.
Das ist eine feste Stelle. Und du hast Zeit für deine Gruppe.
Wie ist die Bezahlung?
Alex, wie geht's?
- Darf ich vorstell... - Guten Tag.
Guten Tag.
Sie sind also die Neue?
Gut, dann viel Glück.
Ich hoffe, Sie haben mehr Erfolg als Ihre vier Vorgänger.
Vier?
Zwei, drei, vier, macht keinen Unterschied.
Los geht's.
Also, der scheint gestresst, dein Boss, was ist da los?
Das nennt man Ehrgeiz.
Er will unbedingt befördert werden. Deshalb ist er etwas angespannt.
Ist das zufälligerweise ansteckend?
Ich weiß nicht, was du meinst.
Jetzt beeil dich, du bist dahinten.
Ich lass dich jetzt allein.
Hallo?
Hallo?
Ich bin Alex.
Ah, Alex.
Ihre neue Chorleiterin.
Ich freue mich, Sie kennenzulernen
und Sie auf diesem schönen Abenteuer zu begleiten,
ihrem Senioren-Chor Arc de ciel.
Als hätten wir Regenbogengesichter.
Mir gefällt's, ich finde es poetisch.
Sie haben anscheinend mit den Proben angefangen zu "Le Pont de Nantes".
Ja.
Wollen Sie es mir zeigen?
Eins, zwei...
Okay, das reicht, das reicht, stopp.
Die macht wenigstens nicht lange rum.
Also, ich weiß nicht, was meine Vorgänger gemacht haben,
aber wir fangen von vorne an!
Bitte stellen Sie sich richtig auf.
Wir stehen schon am richtigen Platz, nicht wahr?
Nein, nein, nein.
Ich meine, nach Stimmlagen.
Momentan ist das kein Chor, sondern ein Schlachtfeld.
Also, Sopranos, heben Sie die Hand!
Machen Sie hier sonst noch was,
außer Stricken und Karten spielen, oder was ist das?
Wir lassen uns hauptsächlich anschreien.
Und wenn Sie das auch so handhaben wollen, dann können wir das gleich lassen.
Na, super Stimmung.
Gut, wir machen Folgendes.
Wir singen jetzt ein wunderschönes "La"!
Eine gewaltige Stimme.
Also bitte.
Wir ordnen uns jetzt ein.
Der Alt auf die linke Seite,
Mezzosopran in die Mitte, und die Soprane rechts.
- Also, Sie, Madame, Sie sind Sopran. - Ja, wahrscheinlich.
Aber ich muss doch in der Mitte stehen, weil ich klein bin.
Ja, aber Sie sind auch ein Sopran.
Wenn man mich nicht sieht, hat das keinen Zweck.
Da ist man besser taub.
Hören Sie, meine Damen, Sie sind alle Altstimmen, Sie müssen nach links.
Ja, aber wir sind zusammen hergekommen.
Was sind wir denn jetzt, sind wir Tenore? Interessiert das hier keinen?
Darum kümmern wir uns gleich. Einen Moment.
Hey.
Wollen Sie jetzt singen oder sind Sie nur da, weil hier drin Licht gebrannt hat?
Wir wollen singen.
Ich will wieder im Showbiz Fuß fassen.
Im Showbiz.
Du hast dein Leben lang nur Lippenstift verkauft.
Ich habe gearbeitet. Nicht nur Reifen und Kisten angezündet.
Nein, Paletten.
Hey, ich bin hier, um meinen Mann zu ärgern.
Ich will was spüren.
Das Singen gibt mir 'nen Kick!
Es ist Happy Hour!
- Arpeggios nerven voll. - Chloe.
Ah, die steht dir super, Mäuschen.
Dein Ernst? Glaubst du, ich geh so ins Skilandheim?
Sie ist nagelneu, Veros Tochter hatte sie nur einmal an.
- Ich will 'ne andere, oder ich bleib hier. - Weißt du, wie viel eine Skihose kostet?
Dann frag doch Papa.
Ich habe dir gesagt, ich kümmere mich drum und das mach ich!
Warum können wir hier nie normal sein?
Weil ich es mir nicht leisten kann.
Das war nicht nötig. Ich wäre schon gekommen.
Ich weiß nicht, wie du dich konzentrieren kannst.
Ja, tut mir leid. Die Musik hilft mir tatsächlich, aber ich werde...
Nein, mach sie nicht leiser, ich find's toll!
Soft Cell? Du hörst die gerne?
Das ist ein Cover von Gloria Jones aus meiner Jugend.
Bisschen dynamischer!
Gut, also, viel, viel sanfter, bitte.
Ja, was denn jetzt?
Na, wenn ich dynamischer sage, meine ich die Zwischentöne.
Die Dynamik von "Pont de Nantes"?
Nun ja, Sie finden die Fülle in der Aussprache der Liedtexte
und die Geschmeidigkeit.
Sag mal, geht's noch?
Bin ich etwa schuld, dass ich eine Stimme habe?
Du singst doch nicht, du plärrst!
Vielleicht kann sie ja in Blindenschrift singen!
Jetzt fängt das wieder an.
- Noel, richtig? - Ja, richtig.
Gehen Sie kurz raus und kommen Sie wieder, wenn Sie sich beruhigt haben.
Also, geht's zurück in die Schule, was?
Ich hab keine Lust mehr. Ich hau ab.
Überhaupt kein Problem.
Wenn Noel geht, dann geh ich auch.
- Aber das ist nicht gut. - Er hat angefangen.
Also, rücken wir ein wenig zusammen, bitte.
Sehr gut.
Noch ein bisschen. Dann noch mal von vorn.
Nicole? Einen Ton tiefer.
Ich habe die alle draußen beim Rauchen erwischt!
Können Sie mir das erklären?
Na los.
Wir haben knapp drei Wochen bis zu diesem Konzert.
- Ich bin mir sicher, das schaffen wir. - Nein!
Wunschdenken funktioniert bei mir nicht.
Also?
Entweder Sie bringen sie zum Singen, oder ich finde jemand anderen.
GESANGSSTUNDEN FÜR PROFIS UND ANFÄNGER
Ist viel schöner so, dann kriegst du mehr Kunden.
Zeig mal her.
Ja, mein Schatz, auf jeden Fall.
Gehen wir.
EIN ÜBERTROFFENER HISTORISCHER MOMENT UND EINE VIELVERSPRECHENDE ZUKUNFT
FÜNF BESCHULDIGTE HAFENARBEITER WURDEN INHAFTIERT
DUNKERQUE: STURM BEI DEN HAFENARBEITERN
Ja?
Aber was machst du denn?
Komm, wir machen Musik an!
Sie kamen wegen dir, weißt du?
Bin gleich fertig.
Ich mache nur das Kästchen hier fertig.
Okay.
Ihr habt's jetzt alle so eilig mit eurem "whattube" und "Kinder".
Tinder?
Ja.
Wann wurdest du das letzte Mal umworben?
Mit allem Drum und Dran, mit Blumen, Liebeserklärungen und Poesie.
Poesie?
Nein, das darf doch nicht wahr sein!
Jetzt sag bloß, dir wurde noch nie ein Gedicht geschrieben?
Das glaube ich dir bei den Augen nicht.
Sag mal, ist er immer so?
Ja. Pass auf, wir werden ihn schon gar nicht mehr los.
Mich hat er schon fünf Jahre. Stimmt's, Andre?
Auf Sie!
Ich kenne sie, ist eine Freundin von mir.
- Hallo. - Morgen.
Morgen.
- Zeig her. - Ich will auch sehen.
- Sag ich doch, ich habe sie dort gesehen. - Das ist Alex!
- Ja, das ist sie. - Das ist ja wirklich.
Das ist sie, das ist Alex.
Da vorne ist sie.
Seid doch still.
- Guten Morgen. - Morgen.
Guten Morgen.
Sie bleiben alle dran?
- Ja. - Das ist wunderbar.
Seht euch den Arschkriecher an.
Kommt.
Ich kann euch gleich sagen, es ging mir schon mal besser.
Ist mir klar.
Hat jemand eine Dolipran für Janis Joplin?
Wie bitte?
Sie haben uns nicht erzählt, dass sie in einer Band sind.
Ganz stimmt es nicht, aber die Energie ist toll.
- Singen Sie vielleicht auch Bowie? - Ich will sowas singen.
- Was denn? - Rock.
Halleluja!
Oh ja, Rock singen, davon träume ich auch!
Kinderlieder sind schön, aber schon ein bisschen langweilig.
Bowie ist doch kein Rock. Mylene Farmer vielleicht.
David Bowie ist Rock!
- France Gall! - Jennifer!
Dann lieber Britney Spears.
- Nein. - The Boss.
Der Boss ist David Bowie, sag ich euch!
- Nein! Niemals! - Das ist Elvis!
Aber nein, Elvis, Elvis ist nicht der Boss!
Elvis ist doch der King! Der Boss, das ist...
Da muss ich euch mal aufklären!
Der Rock hat einen Namen. Und zwar Johnny!
- Ja! - Ja, da hat sie wohl recht.
Das ist wahr!
Und was lässt Sie eigentlich glauben, dass Sie dazu fähig wären?
Wenn wir dazu fähig wären, sagen Sie ja?
Bitte was?
Ich weiß, dass wir technisch vielleicht Schwierigkeiten haben werden...
Einem Seniorenchor schwierigen Rockgesang beizubringen?
Meinen Sie?
- Vom Alter hängt das doch... - Oh doch.
Alles im Leben hat sein Alter und besonders Rock.
Wie wär's denn mit einem Triathlon?
Oder Breakdance?
Haben Sie den Verstand verloren?
Wenigstens wären Sie so bereit.
Sie schlagen sich so gut, wenn Sie inspiriert sind.
- Das wäre vielleicht... - Traurig.
Ich kann mir kein Debakel erlauben.
Also bringen Sie diese Fanatiker schnell wieder auf den Boden der Tatsachen.
Unser Projekt hat einen Zweck.
Etwas mit den Familien von Dunkerque zu teilen.
Mit einem Konzert, das uns vereint und bewegt.
Also?
Es ist mein Repertoire. Oder die Tür.
Aber was interessiert denn das, ob wir jetzt Rock oder was anderes singen?
- Tja, das passt nicht zusammen. - Weil wir alt sind?
Er sieht Großeltern.
Ich weiß nicht, woher seine Prinzipien kommen,
aber meine Enkeltochter hört alles.
- Alles. - Meine doch auch.
Letztens wollte sie, dass ich mit ihr...
Und wenn wir nicht Oma sind, existieren wir nicht?
Doch, aber schweigend.
Das ist traurig. Wir sind doch genau so alt wie Mick Jagger.
Und jetzt mal ehrlich. Wir waren doch gut.
Auf jeden Fall besser als "Pont de Nantes."
- Außerdem hat sie es versprochen. - Nein, ich habe nichts versprochen.
- Ich mache nicht die Regeln. - Nur folgen tust du ihnen gern.
Gut, okay, es hat euch gefallen und ihr wart gar nicht mal so schlecht.
Ja, das gibst du zu, oder?
Ja, aber er hat nein gesagt.
Wir können ihn ja nicht anlügen. Und dann ist da noch Elodie.
Wir hijacken das Konzert zu welchem Zweck?
Um das zu tun, was wir wollen.
Um uns lebendig zu fühlen.
In der Zeit, die uns noch bleibt.
Moment mal!
Das Schlimmste ist, dass er im Grunde recht hat.
Rock mit einem Chor zu singen, ist wirklich nicht so einfach.
Du willst ihn also nicht umstimmen, diesen Dreiteiler tragenden Idioten?
- Und wenn wir es vermasseln? - Das werden wir nicht vermasseln!
Ja, das wird Sie bestimmt überraschen, oder?
Mit Sicherheit.
Na schön.
Sollten wir das wirklich tun, darf es niemand wissen.
- Okay. - Klar.
Also nicht bei den Freunden ausplaudern.
Auch nicht bei den Enkeln oder Nachbarn.
- Für wen hältst du uns? - Ihr tut, was ich sage.
Außerdem haben wir viel Arbeit vor uns, bevor wir auftreten.
Das wird fantastisch!
Also, stoßen wir an.
Ihr habt wirklich einen schlechten Einfluss auf mich.
- Ich freue mich so! - Wir haben viel Arbeit vor uns!
Wer den Rhythmus beherrscht, beherrscht auch die Musik.
Wir werden daran arbeiten, bis wir es wirklich spüren und leben, alle zusammen.
Habt ihr das alle verstanden?
- Ja, klar. - Verstanden.
Ihr fangt exakt auf "Quelque Chose" an, und zählt bis vier und so weiter.
Eins, zwei, drei, vier, Schritt vorwärts.
Eins, zwei, drei, vier, Schritt rückwärts.
Der rechte Fuß immer vorne.
Und wenn es hilft, mit der Hand auf den Schenkel hauen.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht.
Eins, zwei...
- Guten Morgen. - Hallo, junge Dame.
Wissen Sie was? Ich gebe für meine Klasse
eine Präsentation über Ihren Chor.
- Eine Präsentation? - Oh ja.
Wir sollen ein Thema aussuchen, was uns inspiriert.
Und mich inspirieren die Omis und Opis.
Was tut ihr denn da?
Macht euch alle erst mal locker.
Zur Entspannung vielleicht ein Slow.
Wir machen eine Übung, seht alle her.
Wir stellen die Beine auseinander, schulterbreit. Und wir beugen die Knie.
Schön flexibel.
Das ist ja unmöglich. Ihr seid ja steif wie ein Stock.
Philippine, du musst geradeaus schauen.
Nicole, Hintern anspannen.
Ihr werdet jetzt singen und euch bewegen, wie ihr es fühlt.
Ihr könnt die Hüften schwingen oder die Arme, den Kopf bewegen,
natürlich im Rhythmus.
Noch mal von vorn. Alle fertig?
- Tut mir leid, ich hab keine Zeit. - Aber Monsieur, ich bitte Sie!
Wissen Sie, das ist für die Schule, wie ich schon sagte.
Und ich muss unbedingt mit Ihnen über die transgen...
Transgenerationalität sprechen, für eine gute Note.
- Transgenerationalität. Super. - Genau.
Das Zusammenführen von Generationen durch zeitlose Musik.
Genau das ist es.
Gut, hör zu, wir machen das jetzt schnell, und danach kann es Elodie übernehmen.
Mach sie lauter, die Musik!
Hey, pass doch auf!
Ach, was willst du denn?!
Tut mir leid, dass ich erst jetzt komme.
Der Lehrer war wieder zu spät und ich habe den Bus verpasst.
Was machst du denn in dem Kleid?
Das hat meine Oma mir genäht, als ich 16 Jahre alt war.
- Für einen Gesangswettbewerb. - Bei dem du gewonnen hast,
aber deinem Vater gefiel das nicht und du bist nie zum Finale in Paris, ich weiß.
Ich rede zu viel.
Tut mir leid.
Und was hattest du gesungen?
Das nähe ich schon wieder zusammen.
Ich weiß nicht, ob ich in meinem Alter wieder mit dem Singen anfangen sollte.
Machst du Witze? Das ist eine super Idee, besonders in deinem Alter.
Ich bin stolz auf dich.
- Zieh dich um, du kommst zu spät. - Ich bereue mein Leben nicht.
Ich war nicht unglücklich, aber trotzdem...
Hey, ich gewann beim Applausmeter, war nicht einfach.
Das wundert mich auch nicht.
Das ist ja wunderbar.
Ein Fortschritt.
Die Arbeit lohnt sich.
- Kommen Sie. - Klar.
- Vielen Dank. - Auf Wiedersehen, Monsieur.
Ermutigend, aber da ist noch Luft nach oben.
Zum Konzert müssen die explodieren, vor Freude und guter Laune.
Sie bringen die in Hochform, ja?
Explodieren, in Hochform bringen. Kein Problem.
Na dann.
- Super! - Das liebe ich!
Gut, okay, also abgesehen von Philippine, wenn ich das richtig verstehe,
sprechen hier alle zwei Sprachen.
- I speak Englisch. - Schon klar, Irene.
Ihr antwortet besser nicht.
Gut, wir werden erst mal mit Lautschrift arbeiten müssen.
Ich habe plötzlich Kopfschmerzen.
"Tease, tease, tease", das heißt doch...
Sich necken.
Gut, also, das bedeutet auch erregen,
anmachen, heiß machen...
Weißt du, das kommt halt auf den Kontext an.
Ach ja? Und was passiert danach?
Danach geht's heiß her, meine Lieben.
Mensch, seid doch ruhig.
- Einige hier wollen singen. - Also, wir vergeuden nur Zeit!
Wir müssen an der Aussprache arbeiten.
Also, wenn du es bitte erlaubst.
In meiner Laufbahn habe ich viele Engländer kennengelernt
und die fanden meinen Akzent sehr sexy.
Die Engländer leeren Pfefferminzsirup über ihr Lamm.
Ja, und Ananas-Pizza essen sie.
Ja, müssen wir denn bis zum Ende singen? Das wiederholt sich!
"Should I stay, should I go? Should I stay, should I go?"
Hast du vielleicht was gegen die Engländer?
Das sind alles Witzfiguren.
- Willst du das wiederholen? - Witzfigur.
- Witzfigur! Witzfigur! Witzfigur! - Halt die Schnauze, um Gottes Willen!
Bin ich die Einzige, die es satt hat, die Stunden zu verquatschen?
Gut. Betty, willst du dich kurz hinsetzen?
Ich will singen, nicht sitzen.
Wie sie sich anbaggern und schmutzige Witze erzählen.
Ich habe genug. Ich will nur singen.
Halt mal, Betty.
Darauf warte ich schon mein Leben lang.
Selbst in meiner Rente renne ich der Zeit hinterher.
Und wenn wir die Zeit sowieso nur verquatschen, bin ich raus.
Was ist denn mit der?
Die ist eingebildet.
Wegen ihrem Sohn.
- Wo gehst du hin? - Zu Nathan, schon vergessen?
- Gut, dann bis morgen. - Nein, morgen bin ich bei Papa.
Ach, wirklich?
Hat er nichts gesagt?
- Ja, vom Wochenende, aber... - Ich will mit ihm wohnen.
Auf Dauer.
Ist nicht persönlich, aber ich fühle mich dort einfach wohler.
Es tut mir leid, aber das geht nicht.
Lucas.
Ich weiß, dass es dir momentan nicht gut geht, aber...
Dein Leben darf sich nicht verändern, keine Sorge, ich bin's gewöhnt.
Madame Du Vivier?
Madame Du Vivier, Sie sind dran.
Kommen Sie.
Aber das ist mir auch egal, ob sie das so machen.
Moment mal!
Hey!
Kommen Sie.
Philippine, ich lade sie auf einen Drink ein.
- Aber nicht doch, Andre, nein danke. - Oh, ganz sicher?
Kommen Sie. Kommen Sie rein, na los.
Ich bin hier Stammgast.
Seit 30 Jahren komme ich her.
Ich weiß. Mein Mann und ich kamen öfter her.
Irgendwann kannten mich alle in diesem Viertel.
Die freuen sich immer, mich zu sehen. Was, Jungs?
Ja, das freut uns immer.
Ich weiß, dass Sie nur so tun, Andre.
Wie bitte? Was?
Das Englisch. Sie singen überhaupt nicht, Sie tun nur so.
Das Sprichwort stimmt wohl. Die, die am meisten reden, die...
Meine Herren.
- Wiedersehen. - Madame.
- Was?! - Gar nichts.
Es ist Sonntag, Mama, bitte!
- Wir brauchen nicht lange. - Ich hab 'nen Haufen Hausaufgaben!
Mach deine Hausaufgaben doch hier. Na los.
- Ich mag es. - Super.
Ich habe eine Überraschung für euch.
Wenn ihr Stephane wirklich überzeugen wollt, müsst ihr zu Schauspielern werden.
Und da kann wirklich nur Livemusik helfen.
- Guten Tag. - Guten Tag.
- Kommt jetzt ein Striptease? - Vielleicht.
Aber wo ist Betty?
Du schämst dich. Du warst verärgert.
Das kann doch mal passieren.
Aber das ist kein Grund, dein Solo zu verpassen.
Na los, komm mit.
Du nervst mich.
Wenn du darüber nachdenkst, ist es ein Wunder.
- Nur wenn wir es lebendig schaffen. - Sag doch sowas nicht!
Guck gefälligst nach vorne!
40 Jahre war ich Fahrlehrerin und alle meine Schüler haben...
- Guck auf die Straße! - Alle meine Schüler haben bestanden,
ohne auch nur einen Unfall! Gut, abgesehen von den Idioten.
Für die Dummen kann ich nichts!
Jetzt beweg dich.
Mistkerl!
Nein, Alex ist das Wunder.
- Hast du gesehen, wie sie uns ansieht? - Ja, ich meine, es kommt immer drauf an.
Wie Menschen und nicht wie alte Knacker oder wie Schwachmaten.
- Hin und wieder sieht sie uns so an. - Manchmal sind wir auch Schwachmaten!
Dafür kann sie auch wieder nichts.
Irene!
- Du glaubst an Gott? - Nein.
Wir glauben ja alle an irgendwas.
Seht doch, was wir hier tun.
30 Ausgestoßene, die entschieden, sich zu emanzipieren.
Und das ausgerechnet im Rampenlicht.
Und das Mädchen ist uns gefolgt.
Sind dir viele solche Menschen begegnet seit der Rente?
Sie erinnert mich an meine Enkelin.
Ja. Und mich an meinen Enkel.
Er lebt in London.
Das ist nicht weit, aber ich habe ihn seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.
Da sein blöder Vater nicht mehr mit mir spricht,
verbringe ich ruhige Abende.
Ich überhole.
- Siehst du nicht, da war rot! - Ist doch nicht schlimm.
Irene!
EINTRITT VERBOTEN
Verfluchte Scheiße.
Äh, ja, ja, Stephane, ja, alles gut, ich hab die Ordner.
Und?
So langsam glaube ich fast an euch.
Hey, wir machen die Bude unsicher!
Rock'n'roll is not dead!
- Hallo. - Hallo.
Tut mir leid, Sie samstags zu stören.
Sie stören mich überhaupt nicht, Andre.
Ich hab gestern wieder nur die Lippen bewegt.
Ich weiß.
Ich drücke mich normalerweise nicht vor solchen Dingen.
Ich will meinen Teil dazu beitragen.
Philippine, ich brauche Ihre Hilfe.
Vielen Dank.
Aber wir werden was Stärkeres brauchen als die Tulpen.
Ja.
Sagen Sie bloß, wir sind umsonst hergekommen, Andre.
Die sind nicht auszusprechen, diese Biere,
Stuht Häl, Aale, Aial, Aller, Älle, Aile...
- Ale. - Eile, Äil, Fail.
Aber sie servieren schon Ihr Leben lang Biere, das müsste doch gehen!
Mir sind belgische Biere lieber.
Na los, gehen Sie.
I believe in you.
Thank you.
Was darf's sein?
I, äh, would like, äh Pint of, äh, Ale. Ale, please.
Ja, bitte sehr.
Zwei.
- Nein, ich will sie tragen. - Komm, gib sie her.
Hm. Ich hab nichts gehört, habt ihr euch bei mir bedankt?
- Danke, Mama. - Danke, Mamilein.
Schon besser.
Sind wir jetzt reich?
Nein, mein Schatz, das wäre schön. Leider nicht.
- Wie geht's? - Super. Hey, Kinder, wie geht's?
- Danke. - Hier, geht vor, ich komm gleich.
Alles okay? Was machst du hier?
Ich wollte fragen, wie es mit dem Chor läuft.
Hey, läuft alles super.
- Komm doch rein. - Nein, ich bin gleich wieder weg.
- Ich hab einen Termin. - Na los, geh rein, ich komm gleich.
Und sonst läuft alles gut? Seid ihr bereit?
Ich habe nur das Gefühl, ihr probt nicht sehr oft.
Na ja, wir hatten ein paar Rhythmusprobleme, weißt du?
Aber das war's. Und jetzt ist alles in Ordnung.
Alles in Ordnung?
Gut, wir haben vielleicht ein bisschen was verändert.
Was verändert und wie das?
Wie soll ich sagen...
Wir haben alle unterschiedlichen Geschmäcker ein bisschen vermischt
und so war jeder zufrieden.
Was denn?
Ja, du hältst mich für blöd, oder?
Glaubst du, ich hab keine Ahnung davon, oder?
Stephane hat dir gesagt, auf keinen Fall Rock.
Ist das nicht ausdrücklich genug? Kein Rock?
Hast du bei dem Satz was nicht verstanden?
Um ehrlich zu sein, war das auch nicht der Plan.
Aber ich schwöre dir, das wird genial. Die sind super.
- Du kennst mich doch. - Genau das ist es ja.
Also, hör zu, Alex, wir machen jetzt Folgendes.
Du lässt diesen Unsinn und ihr singt Kinderlieder.
- Elodie... - Nein, nichts da, Elodie!
Ich finde einen Job für dich, als du ihn am meisten brauchst.
Und was machst du? Du fällst mir einfach in den Rücken!
- Das wollte ich nicht. - Doch!
Du machst nämlich immer, was du willst! Es geht nur um dich.
Und scheiß auf die anderen Volltrottel!
Aber das hat doch nichts mit dir zu tun.
Und was mach ich jetzt?
Das ist ganz einfach.
Ich kann euch entweder melden, oder ich lüge meinen Boss an.
Wenn du es ihm sagst, war es das. Sie sind so glücklich.
Sie gehen darin auf, wenn du das siehst...
Tschüss.
- Es tut mir leid. - Ja, klar!
Gab es nie eine Madame Andre?
Na ja, fast. Da war ich 20.
Sie brach mir das Herz. Und ich lebte lieber unbeschwert.
Eine schöne Art auszudrücken, dass Sie sich wie ein Schurke verhielten.
Darf ich?
Wir nannten sie Papageien.
Wen denn?
Sie und Ihren Ehemann.
Tja, Sie waren so unzertrennlich, also...
Sie kamen jeden Freitag einmal im Monat in meine Kneipe.
Ich dachte, das hätten Sie vergessen.
Sie?
Nein, niemals.
Sie waren einfach die wunderschönste Frau.
Ja.
Hätten wir uns früher kennengelernt, hätte ich eine Chance?
Nö.
Damals wollte ich nichts Unbeschwertes.
Well, darling.
Das Leben ist für uns gemacht.
Aber nein, das geht doch so nicht.
Also, was ist denn jetzt los?
Noch einmal und wir geben alles, Leute.
Die lachen uns aus, die Jungs da.
Ihr seht doch, dass wir arbeiten!
Ihr wisst schon, dass ihr vor einem Publikum auftreten werdet, oder?
Ja, aber so waren wir ja auch gut, als wir gesungen haben.
Ja, unter uns ist das viel einfacher.
Aber ist das alles nicht doch ein Riesenfehler?
Das ist jetzt wirklich nicht der Moment, uns diese Frage zu stellen.
Hey, Leute, was habt ihr denn?
Die ziehen den Schwanz ein.
Aber auf mich kannst du dich verlassen.
Sie müssen lernen, vor einem Publikum aufzutreten.
Ich sage doch, geht auf die Messe. Die freuen sich immer über Unterhaltung.
Aber es muss doch vor dem Konzert geheim bleiben.
Du willst vor einem Publikum singen, aber es geheim halten?
Bei den Selbstzweifeln?
Wenn ich sie nicht in Topform bringe, sind wir am Arsch, bevor es losgeht.
Ich kenne vielleicht den perfekten Ort dafür.
Da wir nicht viel Zeit haben euch vorzubereiten,
müssen wir ins kalte Wasser springen, damit ihr gewappnet sein.
Wenn ihr es hier schafft zu singen, dann könnt ihr es überall.
Alex.
Bist du dir sicher?
- Weil, wenn wir uns blamieren... - Wir werden uns nicht blamieren.
- Wollen die uns vielleicht verarschen? - Soll das ein Witz sein?
Ich bin lieber in meiner Zelle.
Das war scheiße!
Einen schönen Tag.
Perfekt. Danke. Ah! Sieh an!
Kommen Sie, bitte.
Also?
Was halten Sie davon?
DER REGENBOGEN-CHOR KOSTENLOSES KONZERT AM SAMSTAG, 13 MÄRZ
Das rockt, oder?
Also, was sollen wir machen?
Kein Kommentar.
Hier.
Moment, das ist falschrum.
Du musst sie so anziehen, mit dem Diamanten so vorne.
So?
- Wie sehe ich aus? - Gut. Du siehst toll aus.
Nimm das T-Shirt aus der Hose.
Nicht so vornehm und mehr du.
Vielen Dank, mein Schatz.
Hier.
Gut. Auf geht's.
- Alles klar, Betty? - Oh ja.
Ihr seht klasse aus, Leute.
Wo sind Nicole und Irene, hat sie jemand gesehen?
Nicole lief ich in den Toiletten über den Weg.
Kannst du nachsehen? Wir brauchen jetzt alle.
Ja, sofort.
Die saufen bestimmt schon wieder.
You are beautiful, darling.
Thank you, dear. You look rather dashing yourself.
Das war es, los geht's.
Ah! Eine Sache noch.
Bitte lächeln.
Liebe Rocker und Rockerinnen, nur keine Panik, ich bin da!
Wir hatten doch gesagt, lasst sie nicht rein.
Wenn du nicht zufrieden bist, geh zurück ins Heim.
Ich habe hier ein Geschenk für euch.
Damit wir wie eine Gruppe aussehen,
Außerdem brauchen wir ein bisschen Klasse, oder?
- Weil, wenn alles an mir hängen bleibt... - Pardon.
Das wird großartig, bestimmt.
Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Freunde!
Willkommen in der Concorde.
Wir freuen uns unglaublich und sind tief bewegt,
Madame Dérand, Leiterin des interkulturellen sozialen Handelns,
und selbstverständlich ich, Ihnen heute unseren Chor vorzustellen,
der sehr, sehr hart gearbeitet hat, das kann ich bezeugen,
um Ihnen heute Nachmittag
diesen außerordentlichen Moment des Glücks zu schenken.
Eine Ehrerbietung unseres Kulturerbes.
Und es ist unsere Aufgabe, dieses an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen, der Chor Arc de ciel!
Kommen Sie, einen riesengroßen Applaus für unsere Senioren!
Super. Das war super.
Danke.
Ich erstarrte einfach.
Hätte es fast versaut.
Die Stimme ist nun mal nicht alles.
Lippenstift?
Ja, Alex, Bravo!
Bravo! Bravo! Bravo!
- Bravo, Alex. - Fantastisch!
Also, Kapitän, haben wir es gut gemacht?
Noch viel besser als nur gut, Irene.
Ich bin unglaublich stolz auf euch!
Hatten Sie Ihren Spaß?
War es lustig, mich öffentlich zu blamieren?
Das war überhaupt nicht unsere...
Ich vertraute Ihnen, trotz Ihrer mangelnden Erfahrung.
Wir wollten Sie nur überraschen.
Wie stehe ich jetzt vor dem Gemeinderat da?
- Wie ein Blödmann. - Das find ich harsch.
Wissen Sie, was jetzt passieren wird?
Sie haben mich öffentlich ruiniert.
Mir ein Messer mitten in den Rücken gesteckt.
- Sie sagten doch, Sie wollten Freude? - Einen vereinenden Moment für Familien.
Und was haben Sie mit unseren Ressourcen getan?
Ihre Jugendkrise ausgelebt?
Also, wovon redet er denn, dieser Klugscheißer?
Der will uns doch nur wie Wachsfigur verstauben lassen.
Also können wir uns vielleicht in Ruhe unterhalten?
Nein. Wissen Sie was? Sie sind gefeuert.
- Und alle anderen auch. - Nein, das dürfen Sie nicht.
Und wissen Sie, wie hart wir dafür gearbeitet haben, um das zu erreichen?
- Talent allein reicht nicht. - Talent. Welches Talent?
- Das klang wie ein Haufen Straßenkater! Wie ein schiefes Gejaule.
Sie haben alle keinerlei Würde.
Unsere Würde...
kannst du dir in den Arsch stecken, du arme Sau.
Noel, hör auf, ja?
Ihr seid erbärmlich.
- Wir haben von Null angefangen. - Außer mir natürlich.
Wir haben fast von Null angefangen.
In wenigen Wochen lernten sie zu singen, sich zu bewegen,
dem Publikum zu stellen und sich zu akzeptieren.
Sie waren heute Abend mutiger, als Sie es je in Ihrem bequemen Job gewesen sind.
Sie haben Freude verbreitet.
Was verbreiten Sie, außer Missachtung?
Sie und Ihre Choristen... Raus.
Und zwar sofort.
- Und wenn wir uns entschuldigen? - Für was entschuldigen?!
Dafür, dass sie der Arschgeige die Stirn bot?
Ich fass es einfach nicht.
Das war's.
Menschen wie wir gewinnen am Ende nie.
Wir hielten unsere Träume für die Realität.
Aber ihr gebt diesem Blödmann doch nicht etwa recht?
Das hier ist eine Rebellion, versteht ihr nicht?
Hätten wir lieber die blöden Lieder gesungen...
Ja, und uns ihm gebeugt.
Na, du mit deinen großen Worten. "Les Miserables" war's auch wieder nicht.
Wir waren schlecht und wussten es nicht einmal.
- Sprich nur für dich selbst. - Hey, hey, hey, hey, hey.
Jetzt macht euch nicht fertig. Es ist ohnehin zu spät.
- Ich fasse es einfach nicht. - Es war zu gut, um wahr zu sein.
- Nie mehr Chor. - Nicht nur.
Nie mehr Chor und keine Arbeit.
Hier finden Sie die Liste der Anreisenden, der Gäste und der Abreisenden.
Monsieur Ruyel zum Beispiel verlässt uns am Freitag.
Hier immer die Verfügbarkeit aktualisieren,
und zwar sofort, damit keine Doppelbuchungen entstehen.
Wie ich immer sage: "Oversell killt dich schnell".
- Das Geräusch macht die Maschine. - Okay.
Und hier kümmern Sie sich mit der Verzinsung um die Preiskontrolle.
- In Ordnung? - Verzinsung.
Das ist nicht kompliziert.
Aber Sie müssen sich umziehen, das hier ist kein Campingplatz.
Hotel Borel, ich höre?
Was willst du denn hier?
Ich wollte nach dir sehen.
Wie du siehst, geht es mir sehr gut.
Ich freu mich auf ein Wochenende in La Baule.
Ich könnte mehr sagen, aber ich will dich nicht schockieren.
Chemo oder Bestrahlung?
Chemo.
Ich fahr dich dort hin.
Gib her.
Keine Musik?
Mein Kassettenspieler ist kaputt.
Dein Kassettenspieler?
Ich bin gegen diese Mp3s.
Weißt du was, das wundert mich nicht.
Halb so wild, dann singe ich eben.
Dalida.
Na? Dalida gefällt dir sicher.
Nein, es ist nicht "laissez moi chanter", sondern "dancer"!
Ah! Ich wusste, dass dir Dalida gefällt!
Na also.
Ich habe dir Kräutertee gemacht. Ich stell ihn hier hin.
Komm jetzt, raus aus dem Bett, das ist doch lächerlich.
Sonst gebe ich dem Blödmann eine Tracht Prügel.
Was machst du denn? Nicht doch!
Selbst die Blödmänner haben manchmal recht.
Oh, ich glaube, er ist da lang!
Ich bin's.
Lust auf Popcorn und einen Film heute Abend?
Nein, Hausaufgaben, Dusche und ab ins Bett.
Du wolltest 'ne normale Mama, jetzt hast du sie.
Was machst du denn hier? Hast du nicht Schule?
Meine Mama geht es nicht gut.
Alex? Was hat sie?
Sie ist normal geworden.
Also, erstens lebt eine normale Frau nicht in einer Höhle.
Und zweitens...
Wenn man am Boden angelangt ist, kann man nicht mehr tiefer sinken.
Na los!
Das beruhigt mich aber. Bist du hier, um mich aufzumuntern?
Wir waren ein Haufen alter Knacker mit allem Drum und Dran.
Arthrose, Ohrensausen, Diabetes.
Einsamkeit und Alkoholismus war sicher auch dabei.
Kurz gesagt, Senioren, wie Sie uns nennen,
die zwischen Altenheim und Friedhof standen.
Bist du kamst.
Es wird nie wieder so sein wie früher.
So, da hast du's, hm?
Jetzt wäschst du...
Du wäschst dir jetzt die Haare, und wirf diese Jogginghose weg.
Die ist grauenhaft, selbst Andre würde die niemals anziehen.
- Tiefer geht's nicht mehr? - Nein, tiefer geht's nicht.
- Mach den Vorhang zu. - Nein!
Ja?
Wann denn?
Diejenigen, die meine Oma kannten, wissen, dass sie kein Blatt vor den Mund nahm.
War sie mal nicht zufrieden, wusste man es.
Eine Nudelkette zum Oma-Tag habe ich zum Beispiel nie wieder gebastelt.
Alex ist hier.
Wenn sie glücklich war, wusste man auch Bescheid.
Auch wenn es seltener vorkam.
Vor allem aber gab es da eine Sache,
die sie seit kürzester Zeit sehr glücklich gemacht hat.
Und zwar ihr Chor.
Sie sagte, ihr wärt weitaus besser, als ihr glaubt.
Weil ihr es zum Spaß macht, nicht für den Ruhm.
Ich bereue es zutiefst, sie nicht mit euch singen gesehen zu haben.
Ihr habt ihrem Leben Freude gebracht.
Danke.
Das war wunderschön.
Vielen Dank.
Mit Irene war es noch besser.
Es muss weitergehen.
Was ihr tut, das ist heilend.
Ist euch bewusst, was ihr da tun wollt?
Das wollen nicht wir, sondern die Öffentlichkeit.
Wisst ihr, was es heißt, einen Verband zu gründen?
Der ganze Papierkram, die Verantwortung.
40 Jahre Volksbildung. Papierkram macht mir keine Angst.
Volksbildung, was du nicht sagst...
Wir brauchen einen Namen für die Gruppe.
Oh ja.
Und die Konzerte, wie finden wir die?
- Indem wir sie suchen. - Ja.
Das wird dir nicht in den Schoss fallen.
Was haltet ihr von "Salt and Pepper"?
Sag mal, das ist nicht schlecht, "Salt and Pepper".
Das heißt Pfeffer und Salz.
- Ach so, ja, verstehe! - Clever, ja.
Die meisten Künstler träumen von der Rente und ihr wollt es anders rum machen.
- Habe ich das richtig gehört? - Für die Künstler gibt es keine Rente.
Gerade, wo ich mich endlich damit abgefunden hatte.
Ihr habt einen super schlechten Einfluss auf mich, Leute.
- Super! - Zum Wohl.
Ja, aber viel festlicher als ein normaler Chor.
Ich schmeiß 'nen Nachtclub, also da kann ich nicht...
Ja, das weiß ich. Aber deine Kunden lieben Rock.
Und die "Salts" sind wirklich rockig.
- Die was? - Die "Salt and Pepper"...
Für Ihre Reservierung garantieren unsere Stornierungsbedingungen
Ihnen eine Rückerstattung bis zu 24 Stunden vor Ihrer Ankunft.
Danke. Wiederhören.
Leider ist unser Seniorenprogramm schon vollständig.
Aber wir richten uns nicht nur an Leute in unserem Alter.
Jeden Donnerstag haben wir Bingo,
einmal im Monat ist der Gesellschaftstanz und samstags ist Linedancing.
Oh, Linedancing ist doch von gestern! Ich zeig Ihnen, was wir machen!
Das ist einfacher, als Ihnen alles zu erklären.
Hilf mir doch mal!
Ein bisschen von allem. Wir sind sehr anpassungsfähig.
- Für Ihre Gewerbeschau könnten wir... - Haben Sie Erfahrung?
Oh ja, wir haben so einiges gemacht.
Wie ist Ihr Repertoire?
Wie ich schon am Telefon sagte, singen wir eher Rock.
Also ich meine, im weitesten Sinne.
Rock?
Ja, aber sehr fröhlich.
Und würden Sie sagen, das ist transgressiv?
Ja, auf jeden Fall.
Sie haben gesagt, Ihre Gruppe besteht ausschließlich aus Frauen?
Zu 80 Prozent.
- Ich habe vielleicht was für Sie. - Ach.
- Das ist ein Eichhörnchen. - Eichhörnchen.
Aber wie rum gehört es rein? Wie funktioniert das?
Oh, die kleine rosa Ente ist super süß.
Hat sich viel verändert seit "La Redoute".
Ich kam mir vorher schon blöd vor, aber jetzt...
Hey, ihr werdet bezahlt, nicht vergessen.
- Und ein Gig... - Ist ein Gig!
Genau.
Aber wissen sie denn, wer wir eigentlich sind?
Willst du damit sagen, dass wir alt sind?
Also, damit bin ich nicht einverstanden. Erotik endet nicht mit der Menopause.
Amen.
So, ihr seid dran. Die sind heiß auf euch.
Gut, dann mal los, die sind wenigstens aufgeschlossen.
Hoffen wir's, hä?! Sonst müsst ihr euch vielleicht ausziehen, was?
Jetzt fang du nicht auch noch damit an, ja?
Ihr wolltet es so. Kommt ihr jetzt mit oder setze ich mich wieder hin?
Los, auf geht's.
Los, los, na los, kommt schon!
Na los.
Ein Konzert so weit. Viele Termine sind es nicht.
Oh, nein.
Mensch, Nicole, tu dein Ding weg.
So benimmt man sich nicht.
Das Konzert-Restaurant.
Ja, hallo, danke für den Rückruf.
Ja.
Ja.
Nein, aber das...
Verstehe. Danke für den Anruf.
Also, das war's.
Ach, Mist.
So schnell kommst du nicht von deinem Hotel weg.
Also, hört zu, ich bin müde, ich werde jetzt gehen.
Ja, ich gehe auch.
Der Schrott funktioniert nicht mehr.
Genau wie wir.
Wir versuchen es weiter. Lasst euch nicht hängen.
METALLICA NUR EIN ABEND BESONDERES, INTIMES EVENT
Das freut mich.
Es scheint gut zu laufen mit deinen alten Knackern.
- Senioren. - Ja.
Ich wollte mich bei dir entschuldigen.
Ich wusste nicht, ob du uns verpetzen würdest.
Ach, ja? Wirklich, hm?
Tut mir leid, Elodie.
Ich habe gehört, dass du jetzt hier arbeitest.
- Wurdest du etwa gefeuert? - Äh, nein, ich habe gekündigt.
Auch ganz bestimmt nicht wegen uns?
Doch es war gerade wegen euch.
Ja, weil mir nämlich klar wurde, wie sehr mich dieser Job langweilt.
Ich bin nicht dafür gemacht, in einem Büro festzusitzen, das ist unmöglich.
Ich muss raus in die Welt.
Und ansonsten? Habt ihr für morgen schon eine Vorband?
Wieso fragst du mich das?
Willst du mir deine Senioren aufschwätzen?
Die "Salt and Pepper".
Nein, ich mache doch nur Spaß.
Ich muss los. Ich muss arbeiten.
Ach, wenn du je Tickets für deine kleinen Senioren willst, sag Bescheid.
Danke, aber nein. Die gehen früh in die Heia.
Bis dann.
- Das muss einfach gehen. - Wie lange dauert das noch?
- Wer weiß... - Keine Ahnung.
- Na los! - Ja, vorwärts, los vorwärts!
- Oh ja! - Beeilung!
Schnell, schnell, los!
Alle rein da!
Na los, immer schön weiter, weiter, weiter!
Lauft! Schnell, beeilt euch!
Da lang, schnell! Schnell!
Und hier, das bist du?
Entschuldigung. Unten sind Leute rein, wusstest du Bescheid?
Natürlich nicht.
Wer ist die Vorband?
Was machen wir jetzt?
Okay, los.
Der Chor "Salt and Pepper" wurde 2010 gegründet.
Das Abenteuer, das nur 6 Monate andauern sollte, dauert seit 11 Jahren fort.
2018 nahmen sie ein Cover-Album bei Universal Music auf.
Rock'n'roll ist nicht tot.
SILVER ROCKERS
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