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Original subtitles

Da möchte ich Sie gerne fragen, was fühlen

Sie, wenn Sie jetzt dieses St. Georgsbad hier

tragen, obwohl man es ja theoretisch offiziell nicht

tragen dürfte?

Ja, ich fühle eigentlich nur Traurigkeit.

Weil, naja, das ist ein Erinnerungstag an viele

gefallene Menschen in schrecklichen Kriegen.

Schrecklichsten aller Zeiten, wie man sagt.

Aber, obwohl es verboten ist, die Polizei hat

nicht aufgefordert, das zu verstecken.

Und das freut mich, ja.

Und was sagen Sie dafür dann, dass im

Prinzip die ganzen anderen staatlichen Symbole nicht gezeigt

werden dürfen, zum Beispiel Fahnen, russische Fahnen, sowjetische

Fahnen.

Aber dafür dann ukrainische Fahnen, die dürfen ja

gezeigt werden.

Was sagen Sie denn dazu?

Naja, das ist eigentlich ganz klar Russophobie.

Weil, die machen das aus heutigen politischen Konstellationen,

sage ich mal.

Und das ist nicht richtig, finde ich.

Besonders das Verbot von sowjetischen Flaggen.

Das ist überhaupt nicht richtig, weil das gehört

dazu, zu diesem Feiertag, zu diesem Monument.

Das Land als Sowjetunion existiert nicht mehr.

Also es sollte eigentlich dabei sein.

Wenn die was gegen heutigen Russland haben, ich

meine unsere Politiker, das ist auch nicht richtig,

aber das ist was anderes.

Sowjetische, sowas wie dieses Band, das gehört dazu.

Es soll nicht verboten werden.

Was hat die heutige ukrainische Flagge damit zu

tun, weiß ich nicht.

Da können Sie die Regierung fragen.

Das gehört nicht dazu auch.

Denken Sie aber, dass man diesen Feiertag so

begehen kann, mit diesen Verboten, die es da

gibt.

Zum Beispiel auch die Zeitung Junge Welt, die

darf jetzt ihre Zeitung hier nicht zeigen, weil

sie das Symbol vom 9.

Mai 1945 drauf haben.

Und die darf man jetzt hier nicht zeigen.

Wie geht man damit um jetzt?

Hier zu stehen, zu wissen, man begeht einen

Feiertag, man feiert 80 Jahre Befreiung vom Faschismus.

Und es wird aber mit Verboten reagiert.

Wie kann man selber da so feiern?

Na ja, nach Möglichkeit natürlich.

Aber man spürt trotzdem die Wichtigkeit dieses Tages.

Man tut was man kann.

Wir sind trotzdem hierher gekommen.

Ich bin aus Leipzig gekommen, um das zu

ehren, heutigen Tag.

Weil Faschismus ist eigentlich ganz schlimm.

Soll nicht wieder passieren.

Deswegen man tut was.

Ich habe die Blumen niedergelegt.

Das ist meine Art sozusagen an Erinnerungen zu

halten.

Und das ist die richtige Geschichte sozusagen zu

ehren.

Nicht Verdrehte, nicht Verschwiegene.

Das ist schon wichtig.

Sie sprechen da an einem wichtigen Punkt gerade

an.

Nicht die Geschichte zu verdrehen.

Es gibt eine aktuelle Umfrage.

Ich weiß nicht, ob Sie dieses Meinungsforschungsinstitut YouGov

kennen.

Es ist ein internationales Meinungsforschungsinstitut und es hat

in fünf Ländern eine Umfrage gemacht.

In fünf Ländern wurden gefragt, also es sind

westliche Länder, Amerika, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien.

Und da wurden die Menschen gefragt, was denken

Sie, wer hat den Sieg errungen?

Und die große Mehrheit, fast 50 Prozent der

Befragten gaben an, entweder Amerika oder Großbritannien.

Was sagen Sie dazu?

Was soll ich sagen?

Geschichten verdrehen.

Ich kenne das schon seit ich hierher gekommen

bin.

Ich lebe auf der DDR-Seite.

Und da gab es schon ganz viele Diskussionen

darüber, zwischen West und Ost, mit Leuten.

Die Menschen, besonders ältere Menschen, sagen, die Amerikaner

reißen alles an sich.

Sieg, das ist unser Sieg.

Bombenanschlag, das ist unser.

Das ist auch nicht richtig.

Man muss Mut haben, zuzugeben, die haben gewonnen.

Scheinbar gibt es dieses Mut nicht, leider.

Vielen Dank.

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