All language subtitles for Irenas Vow 2023

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Original subtitles

Können Sie uns hören?

Dies wird unsere letzte Sendung...

Heute haben die Deutschen Warschau erreicht.

Unsere Gedanken sind bei den kämpfenden polnischen Soldaten,

und bei allen, die kämpfen, wo immer sie auch sind...

Polen wird nicht untergehen!

Mehr konnte ich nicht finden.

Sie haben gesagt,

dass die Deutschen und die Russen einen Pakt unterzeichnet haben,

und unser Land zwischen sich aufteilen.

Polen existiert nicht mehr.

Sagen Sie es den anderen.

-Ich hole die Vorräte. -Danke!

Bobby!

Mama?

Entschuldigen Sie bitte?

Wieso sind Sie aus diesem Haus gekommen?

Ich wohne hier!

Wer sind Sie?

Entschuldigung, alle Straßennamen wurden geändert.

Ich muss die falsche Adresse haben.

Amen.

Amen.

Corpus Christi.

Corpus Christi.

-Corpus Christi... -Alle raus!

Raus! Auf die Straße!

Ihr alle!

Beweg deinen Arsch!

Los! Los! Schneller!

-Bewegt euch! -Schneller, schneller, schneller!

Achtung, Polen!

Sie werden ab sofort für die deutschen Kriegsziele arbeiten!

Arbeiten Sie hart, dann wird Ihnen nichts geschehen.

Natürlich, nehmen Sie, wen Sie wollen.

Du! Du!

Du! Du!

Du! Du!

Und du! Auf den Laster!

Ihr habt den Major gehört! Bewegung!

Der Kommandant! Irena, geh wieder an die Arbeit.

Wo liegt denn das Problem?

Sollte ein Arbeiter schwächeln,

gefährdet das die Effizienz der gesamten Fabrik.

-Das lasse ich nicht zu. -Jawohl, Herr Major!

Herr Major, Sie können jeden hier fragen.

Ich arbeite bereits seit über einem Jahr hier,

ich bin eine sehr gute Arbeiterin.

Ich bin für eine bestimmte Produktionsmenge verantwortlich,

für Quoten, für Effizienz.

Verstehst du diese Worte überhaupt?

Wenn Sie nicht mithalten kann, muss sie weg!

-Natürlich... -Herr Major, bitte.

Ich schwöre beim Leben meiner Mutter,

ich wurde erzogen, hart und gut zu arbeiten.

Ich werde... meine Anstrengungen verdoppeln.

Wie heißt du?

-Dein Name! -Irena Gut.

Irena Gut...

Wenn du "Gut" heißt, musst du deutsche Wurzeln haben.

Dein Gesicht... Ja.

Eindeutig germanisch.

Ich habe die Familie meines Vaters nie kennengelernt.

Man nannte mich einfach "Irena Gutowna".

Nun, ich bewundere deine Ehrlichkeit.

Ich habe nichts zu verbergen.

Ich bin eine sehr gute Arbeiterin.

Du machst hier nicht weiter. Du bist hier fertig.

Nein, bitte, Herr Major, ich tue alles...

Diese Arbeit ist zu schwierig für dich!

Nein, wenn Sie mir doch...

Kannst du kochen und Essen servieren?

Ja, wir hatten zwar Angestellte,

aber meine Mutter hat mir Hausarbeiten beigebracht.

Kannst du kochen?

-Nähen? Waschen? -Jawohl, Herr Major!

Jawohl, Herr Major.

Ja...

Wie ist das Essen?

Du machst dich gut, Irena. Sehr effizient.

Danke, Herr Schulz.

Ich mache jetzt den Abwasch.

Das kann warten, iss erst mal was.

Setz dich.

Lass dir Zeit. Kau dein Essen!

Niemand ist hinter dir her.

Du erinnerst mich an meine Tochter.

Sie ist in deinem Alter.

Also, Irena...

Du wirst nicht nur Kochen und das Essen servieren,

du bist auch für die Juden in der Wäscherei verantwortlich.

Und für sämtliche Näharbeiten für die Offiziere und Sekretärinnen.

Ich schätze, die Juden haben bezüglich

ihrer Nähfähigkeiten gelogen.

Wir erwarten eine Verbesserung ihrer Leistungen!

Dein Überleben in deiner neuen Stellung hängt davon ab!

Hast du verstanden, Irena?

Ja, Herr Schulz.

Dies sind schwierige Zeiten für uns alle.

Früher führte ich ein Gasthaus,

nun arbeite ich für den Major.

Er hat früher eine Fabrik geleitet.

Er kann hart sein.

Weißt du, wie man solche Schicksalsschläge überlebt?

Man blickt nach unten.

Nicht nach links, nicht nach rechts, nicht nach oben,

auch nicht geradeaus.

Du blickst auf deine Füße, und tust Schritt für Schritt.

Was ich sagen will...

Sorge dich um dich selbst!

Kümmere dich um dich selbst!

Wisse nur, was du wissen musst, und was den Rest betrifft:

Denke an die drei Affen...

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.

Hallo, mein Name ist Irena Gut, ab heute bin ich hier verantwortlich.

Es tut mir leid, aber die Offiziere und Sekretärinnen

sind mit den bisherigen Näharbeiten nicht zufrieden.

Meine Vorgesetzten, vermuten,

dass Sie bezüglich Ihrer Fähigkeiten gelogen haben.

Oh, nein, Fräulein! Im Gegenteil.

Vor dem Krieg waren wir alle Nähexperten.

-Ja! -Wir alle!

Ja, vielleicht haben wir etwas...

Ich will niemanden anschwärzen.

Doch unser Überleben hängt davon ab,

wie gut wir unsere Arbeit machen.

Auch ich habe übertrieben, was meine Nähfähigkeiten...

Ich denke, einige von Ihnen haben dies auch getan.

Ich war in der Ausbildung zur Krankenschwester.

Ich bin Krankenschwester. Ich war...

Mein Name ist Clara, Clara Bauer.

Ich bin Tomas Bauer, ihr Ehemann.

Meine Frau war... Sie ist eine exzellente Nähfrau.

Näherin.

Eine der Besten! Clara, sag es dem Fräulein!

Ich bin kein "Fräulein".

Ich habe mein Heim verloren, und meine Familie.

Ich bin eine Polin, gezwungen zur Arbeit,

so wie Sie.

Bei allem Respekt, Fräulein Gut.

Sie sind nicht "wie wir". Wir sind Juden.

Mit uns haben die etwas anderes vor als mit Ihnen.

Es gab... Es gab Razzien in den Ghettos.

Wir haben jede Menge Gerüchte gehört.

Genau, Lazar! Gerüchte!

Doch wir alle haben Arbeit.

Wir sind wichtige Arbeiter,

denn wir alle sind gelernte Näher!

Das Mädchen hat recht.

Wenn wir keine gute Arbeit machen, brauchen sie uns nicht mehr.

Wie ich schon sagte: Ich bin Krankenschwester.

Mein Mann Tomas ist Buchhalter.

Ich bin Moise, das ist meine Frau Zosia.

Wir sind frisch verheiratet.

Ich war in meinem letzten Jahr im Medizinstudium.

Ich bin Lazar, Lazar Haller und...

Das ist meine Frau Ida.

Wir sind leider auch keine Näher.

Ja...

Alex Rosen.

Ich bin sogar noch weniger ein Näher als die anderen.

Abram Klinger. Ich bin Musiklehrer.

Joseph Weiss...

Wenn Sie mal einen Anwalt brauchen, bin ich Ihr Mann!

-Ansonsten... -Marian Wilner... Apotheker.

Ich bin Fanka Silberman,

und ich liebe es, zu zeichnen.

Oh, sie ist wirklich sehr gut!

Und woher soll ich meine Arbeiter beziehen?

Ich soll ein neues Werk voll unerfahrener Arbeiter übernehmen,

und noch meine Quoten erfüllen?

Rügemer, ich sage Ihnen das als guter Freund:

Verlassen Sie sich nicht auf Ihre Juden!

Finden Sie einen Ersatz. Polen, so wie Ihr Dienstmädchen.

Leute wie uns!

Erfahrene Arbeiter wachsen nicht auf Bäumen!

In ein paar Monaten wird es in der Gegend keinen mehr geben.

Gewöhnen Sie sich an den Gedanken, Rügemer.

Finden Sie Ersatz.

Die Kartoffeln...

...sind exzellent!

-Paprika? -Ein Rezept meiner Mutter.

Sie muss eine wunderbare Köchin sein.

Fräulein? Warum gehen Sie an mir vorbei?

Major Rügemer hat sich beschwert. Das Gemüse war welk!

Mein Gemüse kommt direkt vom Hof. Schauen Sie nur!

Wie viel brauchen Sie?

Für den Major,

für die Offiziersmesse und die Sekretärinnen... Das macht 15.

Und 11 für die Wäscherei.

Für die Arbeiter in der Wäscherei?

Sie geben den Juden frisches Gemüse?

Ja.

Sie müssen aufpassen, was Sie sagen.

Das ist nicht sicher.

Verstehen Sie?

Runter von der Straße!

Sofort runter von der Straße!

Fräulein, runter von der Straße!

Runter von der Straße!

Schneller!

-Sofort runter von der Straße! -Bewegung!

Runter von der Straße!

Sie ist doch noch ein Baby. Bitte!

Sie ist doch noch ein Baby. Bitte!

-Los, die sollen sich bewegen! -Sturmbannführer Rokita.

-Was? -Sie ist doch noch ein Baby. Bitte...

Hast du Angst, deinem Baby könnte etwas geschehen?

Ja, Euer Ehren...

Euer Ehren?

Wie überaus höflich.

Und so respektvoll.

Oh! Baby! Darf ich?

Eieiei! Kleines Baby...

Nein!

Nein!

Die sollen sich bewegen!

Los doch!

Die sollen sich bewegen!

Irena, bring die...

Ich habe Dinge gesehen, Herr Schulz.

Grausame, schreckliche Dinge.

Sag es mir nicht!

Ich will es nicht wissen.

Wenn du weißt, was gut für dich ist,

dann vergiss die ganze Sache!

Und jetzt reiß dich zusammen und serviere den Nachtisch!

Aber, ich... Sie haben...

Ich will es nicht wissen!

Du wirst jetzt den Nachtisch servieren, Irena.

Hast du verstanden?

Du servierst den Nachtisch und denkst daran,

was ich dir über das Überleben gesagt habe.

Denn manchmal bedeutet Überleben, den Nachtisch zu servieren.

Ohne die Straßen wäre dieser Ort eine Einöde.

Andererseits hätte es heute nicht besser laufen können.

Käsekuchen! Mein Leibgericht!

Woher wusstest du das?

Als Nächstes ist die Staroskolnastraße dran.

Wirklich lecker!

Irena, ich könnte dich glatt heiraten!

Weiter! Weiter!

Los! Los! Schneller! Bewegung!

Keine Schreie...

Niemand schreit.

Sturmbannführer Rokita, es ist niemand hier.

Was?

Geben Sie her!

Sucht überall! Überall! Verstanden?

Ich will, dass alle Gebäude hermetisch abgeriegelt werden.

Nicht mal eine Maus soll hier ein Versteck finden!

Es geht nicht nur um die Endlösung, Rügemer.

Die Technik dahinter ist das Geniale.

Moderne Wissenschaft wird auf eine

politische und soziale Seuche angewendet!

Mein Freund, ich leite Fabriken.

-Ich bin kein Philosoph. -Das ist nicht Philosophie,

es ist gute deutsche Ingenieurskunst!

Wir beginnen mit etwas Unwichtigem, und sie müssen den Stern tragen.

Wer würde sich gegen einen Stern wehren?

Dann verbannen wir sie aus öffentlichen Parks.

Gut, das ist unangenehm.

Aber niemand wird revoltieren,

weil er nicht mehr mit dem Hund in den Park darf.

Dann verbieten wir Hunde.

Die Schlinge zieht sich immer enger zu.

Dabei lässt man sie ständig glauben,

dass ein Stück Papier sie retten könnte.

Ein Stück Papier, dass nur wir ihnen geben können.

Sie gewöhnen sich immer mehr daran, sich einzureihen,

und genau das zu tun, was man ihnen sagt.

Nur zu! Nutzen Sie ihre Arbeitskraft.

Die sollen sich nur nützlich machen.

Brechen Sie ihren Widerstand, machen Sie sie fügsam und kooperativ.

Bis wir sie alle verbraucht haben.

Bis nichts mehr übrig ist.

Bis nur noch ein Rest übrig ist, den man wegwirft.

Ah! Brot.

Und noch warm.

Geben Sie mir starke Arbeiter, um meine Quoten zu erfüllen,

und niemanden, der schon am Ende ist.

Meine Fabrik muss effizient laufen.

Sie denken, dass Sie Quoten erfüllen müssen?

Das ist nichts im Vergleich zu dem Druck,

unter dem wir von der SS stehen.

Bis zum 22. Juli muss ich den Sektor judenfrei bekommen.

Sollte bis dahin auch nur ein einziger Jude in Tarnopol leben...

Dann kann ich meine Beförderung vergessen.

Sie wollen alle umbringen? Jeden im Arbeitslager?

Das gesamte Ghetto?

Meinst du denn, das alles ergibt einen Sinn?

-Das sind Verrückte. Mörder! -Tomas hat recht.

Vielleicht räumen sie ein paar Straßenzüge, aber...

Rokita hat es dem Major selbst gesagt. Ich habe es gehört.

Heute hat er mir gesagt,

dass er 11 Leute als Ersatz holt. Der 22. Juli...

Bitte, ihr müsst mir glauben.

Warum sollten sie uns ersetzen?

Wir sind wichtige Arbeiter.

Denen ist nur wichtig, die Juden zu vernichten.

Und wenn sie fertig sind, töten sie die Polen.

Jeden, der nicht der Herrenrasse angehört.

Ihr müsst ein Versteck finden.

Irena, hätten wir ein Versteck,

dann wären wir dort.

Ich habe auf dich gewartet, Irena.

Wo warst du?

Ich habe die Arbeitspläne in der Wäscherei kontrolliert...

Darum musst du dir ab jetzt keine Sorgen mehr machen.

Deine Dienste hier werden nicht länger benötigt.

Aber warum?

Ich war eine gute Arbeiterin.

Genug! Das ist keine Bitte, das ist ein Befehl.

Ich ziehe aus diesem Unteroffiziersquartier aus.

Ich werde Gäste unterhalten,

und benötige etwas Aufwendigeres.

Ich habe eine Villa am Stadtrand übernommen,

und ich will, dass du meine Haushälterin wirst.

Dort gibt es Soldaten und Maler,

welche die schweren Arbeiten und das Putzen übernehmen.

Du wirst die Verantwortung übernehmen.

Du beginnst am 23. Juli, wenn die alten Mieter ausgezogen sind,

und bekommst zwei Wochen,

um das Haus auf Vordermann zu bringen.

Ja. Ja, natürlich, Herr Major.

Ich habe ein Versteck für euch gefunden.

Und wo soll das sein?

Wo niemand euch jemals vermuten wird.

Im Haus eines der ranghöchsten Deutschen in Tarnopol.

Was? Das ist doch verrückt!

Warum übergibst du uns nicht gleich der GeStaPo?

Mehr kann ich euch nicht bieten.

Aber es gibt ein Problem.

Eine polnische Familie hat die Villa von den Behörden gemietet.

Der Major hat ihnen bis zum 23. Juli Zeit gegeben.

Und die Deutschen wollen uns und alle Juden

in Tarnopol bis zum 22. Juli auslöschen.

Genau...

Also müssen wir für die Zwischenzeit ein Versteck finden.

Ja...

Falls euch etwas Besseres einfällt, sagt es mir.

Am 21. geht der Major ins Theater.

Wenn er weg ist, lasse ich euch rein.

Und wie willst du uns hier rausholen?

Das habe ich mir noch nicht überlegt.

Meinst du nicht, dass du das solltest?

Ich denke, wenn wir zu viel darüber nachdenken,

tun wir es am Ende gar nicht.

Wir würden den Verstand verlieren, wenn wir nur daran denken.

Irena?

Was machst du hier?

Herr Schulz...

Ich wollte gerade das Bett des Majors machen und...

Er war wohl duschen,

und ich sollte saubermachen, bevor er zurückkommt.

Damit am Morgen alles frisch ist.

Wo sind die Handtücher?

Die Handtücher, Herr Schulz?

Du solltest frische Handtücher rauslegen.

So macht man ein Zimmer richtig!

Frische Handtücher!

Hast du verstanden?

Ja, ich hole sie sofort.

Hier.

Bis morgen Abend.

Los! Bewegung! Worauf wartet ihr?

Schneller! Hast du nicht gehört? Schneller! Los!

Worauf wartest du? Rauf auf den Laster!

Schneller! Los! Los! Los! Los!

Wo sind Ihre Wäschereiarbeiter?

Laut meiner Liste haben Sie...

...11 Juden in Ihrer Wäscherei.

Der Leutnant hat dich etwas gefragt.

Wo sind die Juden aus der Wäscherei?

Ich weiß es nicht.

Ich versichere Ihnen, dass sie nicht in der Wäscherei sind.

Ich habe selbst abgeschlossen.

Vermutlich hat man sie zusammen mit den Büroangestellten weggebracht.

Ich bin sicher, so war es.

Falls Sie die Wäscherei durchsuchen wollen,

ich habe den Schlüssel.

Wenn Sie natürlich einfach davon ausgingen,

dass man sie heute Morgen weggebracht hat,

ersparte uns das allen eine Menge Ärger.

Aber das liegt ganz bei Ihnen.

Sollten Sie sie jedoch nicht finden können,

könnte man Sie dafür verantwortlich machen.

Ja, sicher ist es, wie Sie sagen.

Sie wurden heute Morgen weggebracht. Danke.

Ich will nichts wissen!

Viel Glück mit deiner neuen Arbeit, Irena.

Und lebe wohl!

Gehen Sie heute Abend wieder aus, Herr Major?

Nein, ich kann nirgendwohin.

Man entkommt dem Lärm ja doch nicht.

Ich gehe früh zu Bett.

Ich habe es gestern Abend wohl etwas übertrieben.

Zieht eure Schuhe aus.

Hier, ich helfe dir.

Keine Geräusche, kein Licht!

Und die Fenster.

Vorsicht an den Ecken!

Ich hole Ihnen etwas Kühles zu trinken.

Und etwas zu essen.

Okay, dann los!

Nach dem Essen räumen wir den Dachboden auf?

Nein, erst den Keller.

Ich möchte elektrisches Licht,

mit einem Schalter in der Küche, in meinem Zimmer,

und einem hier unten.

Wenn ich im Dunkeln hier runter muss,

breche ich mir noch das Bein.

Sicher.

Gute Nacht, Fräulein Gut.

Und morgen der Dachboden, ja?

Ja, perfekt.

Nun...

Immerhin ist es kein Schweinestall mehr.

Danke, Herr Major.

Wie dem auch sei, ab jetzt wird es viel einfacher für dich.

Einer meiner Untergebenen, ein Soldat,

wird dir die schwere Arbeit abnehmen.

Er wird dir unterstehen und kann im Keller schlafen.

-Aber Sie können doch nicht... -Ich kann nicht?

Was kann ich nicht? Wovon redest du?

Ich weiß, dass ich von Ihnen nichts zu befürchten habe,

Sie sind ein kultivierter und reifer Mann, aber...

Ich habe eine schlimme Erfahrung mit Soldaten gemacht,

mit sowjetischen Soldaten.

Unter einem Dach mit einem Soldaten?

Ich hätte die ganze Zeit schreckliche Angst.

Sei doch nicht dumm!

Es gibt viel zu viel Arbeit für eine Person.

Schon für die erste Party sind viele Gäste geladen.

Das schaffst du unmöglich allein.

Ich schaffe das, Sie werden schon sehen!

Ich weiß, wie man effizient eine Küche führt.

Ein Soldat stünde mir nur im Weg.

Ich gebe dir eine einzige Chance.

Wenn du das mit dieser Party nicht schaffst,

zieht am nächsten Morgen mein Untergebener ein.

Danke.

Möchten Sie Kaviar? Er ist sehr gut.

Danke, Irena.

Genießen Sie den Abend?

Ich hole noch mehr.

Meine Gäste werden langsam ungeduldig, Fräulein!

Bald ist Zeit für das Abendessen, oder?

-Ja, Herr Major. -Gut.

Rügemer!

-Der Salat! -Moment! Moment!

Ja, okay...

Los! Los! Los!

Gut, okay.

Bon appétit!

Guten Appetit.

Hier, das ist ein Strudel.

Er muss nur für 20 Minuten in den Ofen.

-Okay. -Ein Rezept meiner Großmutter.

Ah, endlich! Irena, der Strudel!

-Kaffee, Herr Major? -Ja, bitte. Danke.

-Danke für das schöne Fest. -Der Strudel war göttlich.

Danke, ich hoffe, Sie hatten einen schönen Abend.

-Gute Nacht. -Gute Nacht.

Unglaublich!

Ich bin fast fertig, Herr Major.

Ich schwöre es! Du hast Arbeit für sechs geleistet.

Danke.

Du bist...

Du bist ein richtiges Aschenputtel, was?

Mit einer Armee von Mäuschen als Handlanger und Spülhelfer?

Nein, Herr Major...

Ich weiß nur, um meine Stelle zu behalten,

muss ich Ihnen beweisen, dass ich eine Küche führen kann.

Nun...

Deine Dienste heute Abend waren äußerst zufriedenstellend.

Effizient und zufriedenstellend.

Wir können also erst einmal auf den Soldaten verzichten.

-Gute Nacht. -Gute Nacht.

Wir haben es geschafft!

Trink einen Schluck Wasser.

Irena?

Irena? Mach auf!

Du musst nicht jedes Mal absperren.

-Danke. -Ich habe nur die hier gefunden.

Warum hast du nichts von unseren Gästen im Keller gesagt?

Und tu nicht so, als wüsstest du nichts davon!

-Wissen? Wovon? -Ich will, dass sie ausgerottet werden!

Major, ich weiß wirklich nicht...

Ich will keine Spur mehr von ihnen sehen!

-Ganz ehrlich, ich... -Die Ratten!

Die Ratten?

Dreckige, widerliche, krankheitsverseuchte Ratten!

Sag ja nicht, dass du sie nicht gehört hast!

Dein Zimmer liegt direkt über dem Keller,

und ich habe sie gehört, das versichere ich dir.

Du hättest...

Beim Aufräumen hättest du dich darum kümmern müssen.

Sie haben recht. Ich wollte ja etwas sagen.

Ich kann nicht einmal den Gedanken daran ertragen.

Wir müssen sie loswerden. Je früher, desto besser.

Von oben bis unten!

Ja, genau das sollten wir tun.

Aber Sie müssen mir etwas Zeit geben, Herr Major.

Zeit? Wofür?

Nun, dort lagert das Gemüse,

und das bekommt man heute kaum.

Und Sie wünschen doch frisches Gemüse.

Das lässt sich nur schwer auftreiben.

Geben Sie mir etwas Zeit, um es umzulagern.

Töte... einfach... die Ratten!

Hast du verstanden?

-Töte... diese Ratten! -Jawohl, Herr Major!

Jetzt weiß ich auch nicht weiter.

-Vielleicht... -Vielleicht, was, Abram?

Vielleicht stehen die Dinge gar nicht so schlecht.

Freut mich, dass du so denkst.

Und wenn der Kammerjäger kommt?

Was ich damit meine... Dies war ein jüdisches Haus.

-Juden haben es erbaut. -Und?

Also muss es ein Versteck geben!

-Das stimmt. -Ja!

Kein Jude würde eine Villa ohne einen Raum bauen,

in dem die ganze Familie Platz findet.

-Es muss einen geben! -Ja!

Ich habe es gefunden.

Abram, siehst du, wohin der Gang führt?

Noch nicht.

Abram, alles in Ordnung?

Ist er vielleicht auf der Straße rausgekommen?

Haben die Deutschen ihn gesehen?

Ratten!

Was?

-Ratten! -Mehr hast du nicht gefunden?

Nein.

Wir sind irgendwo im Garten.

Wir sind neben dem Pavillon.

Das ist perfekt!

Erst müssen die Kammerjäger wieder weg sein,

-aber hier könnten wir sicher sein. -Ja.

Das ist ein echtes Versteck.

Irena, wenn du uns elektrische Kabel besorgst,

kann ich eine Alarmglocke basteln.

Im Keller liegen noch Matratzen.

Die könnten wir hier auslegen.

-Ja. -Und Wasser und Seife.

Vielleicht ein paar Zeitungen,

damit wir wissen, was draußen vor sich geht.

Ja...

-Vielleicht Bücher? -Ja! Bücher!

Ich vermisse Bücher.

Wir könnten ein Schachspiel bauen.

Vielleicht noch ein Kartenspiel.

Schach? Karten?

-Das hier ist kein Hotel. -Ein Hotel?

Wir leben im Kohlekeller,

abgeschnitten von der Welt, in Todesangst,

weil wir nicht wissen, was draußen mit unseren Familien passiert.

Wenn Tomas also Schach oder Bücher möchte,

hältst du das hier für ein Hotel?

Wir besaßen Dinge... Tomas und ich!

Wir hatten ein Haus, so schön wie diese Villa.

Wir hatten Porzellan, Vorhänge und Feste.

Ich kann euch die Zeitungen bringen,

wenn der Major sie gelesen hat und...

Ich kann auch Spielkarten besorgen.

Tut mir leid, ich habe nicht nachgedacht...

Nein, du musst dich für nichts entschuldigen.

Ohne dich wären wir alle tot.

-Er hat recht. -Ja.

-Danke. -Danke.

Ja...

Immer hast du Glück!

Das ist fantastisch!

Willkommen in unserem bescheidenen Heim.

Was ist das? Ein Lager?

Das ist unsere "Flitterwochen-Suite".

Es gibt drei verheiratete Paare und, du weißt schon...

Wir haben zwar nur Wasser, aber...

Wir sollten anstoßen.

-Okay. -Hier, bitte.

-Danke! -Also...

Leute! L'Chaim!

L'Chaim!

-Auf das Leben. -Ja...

L'Chaim!

Sie sind die Frau vom Markt.

-Die Gemüsehändlerin. -Ja, die vom Markt.

Wir haben gerade genug Gemüse,

und ich erwarte die Kammerjäger.

Ich wüsste nicht, wo ich es lagern sollte.

Ich verstehe...

Ich habe Ihr Haus beobachtet.

Sie verstecken Juden!

Das ist eine dreckige Lüge!

Ich arbeite für einen sehr wichtigen deutschen Offizier...

Mein Ehemann ist Jude.

Ich habe ihn selbst versteckt,

aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn finden.

Bitte, nehmen Sie ihn bei sich auf.

-Henry Weinbaum? -Mein Gott, der hat doch...

Für Rokita höchstpersönlich gearbeitet!

Er war sein Butler,

und konnte nicht mehr als Drucker arbeiten.

Deswegen sucht Rokita ihn auch wie verrückt.

Er sieht es als Beleidigung an,

dass ihm sein persönlicher Jude entwischt ist.

Das ist ja wundervoll!

Holen wir uns den meistgesuchten Juden in Polen her!

Ich sage, das steht außer Frage.

-Ich stimme zu. -Ich weiß, es ist tragisch,

aber wir können nicht alle Juden in diesem Keller verstecken.

Henry Weinbaum... Er weiß bereits, dass wir hier sind.

Wenn sie ihn schnappen, glaubt ihr nicht, dass sie ihn fragen,

wo sich weitere Juden versteckt halten?

Meint ihr nicht, dass Rokita persönlich

sämtliche Informationen aus ihm rausholen wird?

Henry Weinbaum.

-Abram hat das Piano gefunden. -Ja.

Wunderschöne Musik.

-Was war das? -Es kommt jemand!

Los, ins Versteck!

-Was ist los? -Ich weiß es nicht.

Lauf!

Los! Los! Los!

Aufmachen, oder ich breche die Tür auf!

Warum öffnest du nicht die Tür,

wenn ein SS-Offizier es befiehlt? Bist du taub?

Verzeihung, ich habe meine Haare gewaschen und es nicht gehört.

Aus dem Weg!

Wie viele Personen leben in diesem Haus?

Nur zwei. Ich bin die Haushälterin.

Viel Geschirr für zwei Leute,

nicht wahr, Fräulein?

Der Major hatte gestern Abend eine Gesellschaft,

mit Sturmbannführer Rokita.

-Der Major? -Major Eduard Rügemer.

Dies ist sein Haus.

Sollten Sie es durchsuchen wollen,

sollten Sie vielleicht seine Erlaubnis einholen.

Niemand verlässt dieses Haus, verstanden? Niemand!

Welcher Schwachkopf hat hier das Sagen?

Sie etwa?

Nehmen Sie Haltung an, wenn ein Vorgesetzter mit Ihnen spricht,

Sie impertinentes, junges Schwein!

Sie wagen es, mich zu beschuldigen, Juden zu verstecken?

Antworten Sie!

Offensichtlich, Herr Major... wurden wir falsch informiert.

Dies ist Fräulein Gut,

meine Haushälterin und vertraute Assistentin.

Sie wird Sie herumführen. Schauen Sie nur gründlich nach.

Sollten Sie hier Juden finden, dann bitte... Erschießen Sie mich!

Falls nicht,

werden wir ja sehen, wer erschossen wird.

Bitte, Herr Major. Eine Durchsuchung ist nicht notwendig.

Und ob das notwendig ist. Es geht um meine Ehre!

Gehen Sie mir aus den Augen und suchen Sie Ihre Juden!

Sollen wir auf dem Dachboden anfangen?

Ida ist schwanger.

Das ist ja wundervoll!

Ich sagte doch, dass sie so reagieren würde.

Dies ist eine Liste der Dinge, die ich benötige.

Geh einfach in die Apotheke...

Es ist doch jede Menge Zeit, die Sachen zu besorgen.

Dies sind die Sachen, die ich für eine Abtreibung benötige.

Clara wird mir assistieren.

Wir können kein Kind... in diese Welt bringen.

Es würde uns alle in Gefahr bringen.

Auch dich.

Es wäre nur eine Frage der Zeit,

bis der Major oder jemand anders das Baby hört.

Hör zu... Wir haben das besprochen.

Das ist die einzige Möglichkeit.

Ich kann nicht, ich...

Das ist doch absurd!

Mein Glaube...

Das ist keine Frage des Glaubens.

-Es geht um Leben oder Tod. -Ich kann nicht.

-Ich kann das nicht tun. -Du musst es nicht tun.

Ich werde es tun.

Du musst nur alles dafür besorgen.

Ida... Alle hier reden, nur du nicht.

Jeder hat seine Meinung.

Aber was ist mit dir?

Willst du dieses Kind bekommen?

Ja, natürlich.

Aber nicht jetzt.

Nicht unter diesen Umständen.

Es wäre zu gefährlich für jeden von uns.

Du hast recht.

Das ist nicht nur eine Frage der Religion.

Ich sah ein Baby...

Es wurde der Mutter entrissen und vor meinen Augen ermordet.

Und... Ich konnte nichts tun.

Da habe ich mir geschworen:

Könnte ich ein Leben retten, würde ich es tun.

Deswegen habe ich euch hier versteckt, ohne darüber nachzudenken.

Es reicht nicht, nur ein Leben zu retten,

und irgendwie zu überleben.

Wir müssen leben!

Sonst haben die Hitlers dieser Welt gewonnen.

Ida, ohne Hitler, ohne die Lager, ohne die SS,

und ohne Rügemer...

Würdest du das Kind bekommen wollen?

Ja...

Ich werde Hitler kein weiteres jüdisches Baby überlassen!

Er wird euch nicht loswerden. Er wird uns nicht loswerden!

Ich denke, wir sollten den Glauben bewahren.

Falls wir das nicht tun,

wird etwas in uns sterben.

Sollte etwas schiefgehen, zahlen wir alle den Preis dafür.

Es ist bereits alles schiefgegangen,

doch wir sind noch immer hier.

Als ich noch klein war,

habe ich es gehasst, wenn ich meiner Mutter

beim Abwasch helfen musste.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal darauf freue.

Ich hätte auch nie gedacht, mal in einem Keller zu hausen.

Los! Los! Los!

"Du Juden-liebende Hure,

ich weiß, dass du in diesem Haus Juden versteckst.

Du hast bis heute Abend um sieben Zeit,

um mir eine Tasche mit 60.000 Zloty zu bringen.

Deponiere sie am Bahnhof auf der Bank neben der Uhr.

Zu keinem ein Wort und dreh dich nicht um!

Ich behalte dich im Auge, bereit, dich zu erschießen!

Solltest du dich weigern, holt euch alle die GeStaPo!"

Woher sollen wir so viel Geld nehmen?

Und selbst falls wir bezahlen,

was hindert ihn daran, noch mehr zu verlangen?

Wer immer das ist, weiß es nicht mit Sicherheit.

Vielleicht ist es nur eine Vermutung?

Was bedeutet: Falls wir bezahlen,

geben wir ihm damit Gewissheit.

Ja, aber falls wir nicht bezahlen, geht er zur GeStaPo.

Und dann werden sie das Haus wirklich durchsuchen.

Hör doch mit dem Unsinn auf! Das Geld haben wir nicht.

Irena hat schon genug für uns getan.

Vielleicht sollten wir bis Anbruch der Dunkelheit warten und...

Das steht außer Frage!

Außerdem überwacht er vielleicht das Haus.

Vielleicht gibt es eine elegante Lösung.

Irena, zeig dem Major den Brief.

-Hast du den Verstand verloren? -Was?

Das ist lächerlich!

Darf ich?

Seht mal...

Was ist denn, wenn wir den Teil mit:

"Juden-liebende Hure", abreißen?

Dann weiß niemand, dass er an eine Frau gerichtet war.

Man könnte denken, dass er an den Major gerichtet war.

Das ist clever!

Diese Schwein!

Irgendjemand... Irgendjemand will mich ruinieren!

Ich bringe ihn um!

Dieses Schwein bezichtigt mich, Juden zu verstecken?

Irena, du kennst jeden Winkel im Haus.

Du weißt, dass es mir unmöglich wäre, Juden zu verstecken.

-Natürlich nicht, Herr Major. -Rokita, ich...

Ich werde erpresst!

Das muss die GeStaPo übernehmen, und Sie müssen mir versichern,

dass das unverzüglich erledigt wird!

Jemand verlangt von mir 60.000 Zloty,

noch heute Abend, sonst informiert er die GeStaPo,

dass ich in meinem Haus Juden verstecke.

In meinem Haus!

Sie waren schon oft bei mir,

und ehe man sich versieht,

hält man Sie für meinen Komplizen!

Irena?

Vielleicht... Vielleicht haben Sie recht.

Irena...

Du musst etwas für mich erledigen.

Beruhige dich, Irena.

Hier, trink das.

Ja?

Ja? Ausgezeichnet!

Sie hat was getan?

Ach, wissen Sie...

Danke, mein Freund.

Gute Nacht.

Das war Rokita.

Er hat gesagt, dass du im Wartesaal geschrien hast,

als dich ein alter Mann angerempelt hat.

Er sagte, aus dir würde nie eine Spionin.

Der Erpresser ist in Gewahrsam der GeStaPo.

Hast du ihn gesehen?

-Warum? Soll ich ihn identifizieren? -Nein.

Ich denke nicht.

Er wurde erschossen.

Das Schwein...

Das hast du gut gemacht. Nimm dir morgen frei.

Ich kann mir selbst mein Frühstück machen.

Danke.

Ach, und falls du im Keller auf Juden treffen solltest,

bestell ihnen meine Grüße.

Ja, ich weiß.

Freut mich, dass du endlich Hilfe angenommen hast.

Sie hatten recht. Danke, dass Sie Herrn Schulz eingestellt haben.

Wenn Sie mich kurz entschuldigen würden...

Ich hatte genug... Zwei Flaschen.

Keine Ahnung... Aber ich finde, das war genug.

-Das war toll. -Heute ist auch ein Tag.

Gestern habe ich auch...

Tut mir leid.

-Vielleicht, wenn wir das versuchen? -Es ist zu feucht hier.

So wird sie das Asthma nie los.

-Lazar? -Was?

Das Baby bewegt sich.

Wir haben uns an der Ostfront übernommen.

Ein klassischer Fehler,

aber in Berlin hört ja keiner auf uns.

Oh, nein! Während die Sowjets in aller Ruhe...

Sie rücken jeden Tag weiter vor.

Mitnichten, werter Major! In Berlin weiß man es am besten!

Zumindest sagen die mir das immer wieder.

Es ist schön, Sie hier zu sehen, Herr Schulz.

Ohne dich war mein Leben langweilig.

Schmeckt den Gästen das Essen?

Denjenigen Gästen, die am Essen interessiert sind,

schmeckt das Essen natürlich.

Aber dieser Rokita...

Er hatte unter dem Tisch die ganze Zeit

seine Hand unter dem Rock seiner Sekretärin.

Der Mann ist ein Schwein.

Er konnte das Ende des Abends kaum erwarten.

Er ist mit ihr zum Pavillon gegangen.

Könnten Sie bitte den Kaffee servieren?

-Stimmt etwas nicht? -Nein, nein, es ist nichts.

Nicht schon wieder die!

Ja, komm schon!

Was war das?

Still! Still! Still!

Ich habe wieder Magenkrämpfe.

Wehen!

Du hast Wehen.

-Was ist los? -Sie ist noch nicht soweit.

Atme... einfach.

Atme schön langsam.

Los, komm.

Da kommt jemand!

-Was? -Da kommt jemand.

Sturmbannführer Rokita?

Ich habe hier Schnaps und Strudel für Sie.

Der Major sagte, sie müssen probieren...

Danke, Irena. Aber ich brauche nichts.

Wir sollten wieder reingehen, denkst du nicht?

Oh, keine Sorge!

-Ich hebe es auf. -Passen Sie auf!

Danke.

Trinken wir ein Glas Champagner. Wir machen später weiter.

Alle auf dem Platz versammeln!

-Was geht hier vor? -Geh weiter!

Ich bin Major Rügemers Haushälterin.

Hier sind meine Papiere.

Keine Ausnahmen! Beweg dich!

Achtung! Achtung!

Sie alle sind hier und bezeugen gleich...

...Bestrafung!

Das passiert mit Ariern, die Judenschweine verstecken.

Europa wird Juden-frei sein,

und frei von Judenliebhabern.

Denn das passiert mit ihnen,

und mit ihren kostbaren Juden.

Musik, bitte.

-Guten Morgen. -Wie können wir heute helfen?

Ist alles in Ordnung?

Du siehst schrecklich aus.

Nein, es geht mir gut.

Können wir dir irgendwie helfen?

Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.

Was hast du getan?

Ich habe dir vertraut!

Sie könnten das Haus in diesem Moment überwachen!

Du hast uns beide auf dem Gewissen!

Du hast uns beide auf dem Gewissen!

-Herr Major... -Werde die sofort los!

Geht ins Versteck.

Was wirst du jetzt tun?

Ich weiß es nicht.

-Herr Major... -Wie konntest du nur?

Sie sind ein guter Mann. Ich weiß es.

Sie waren die ganze Zeit in meinem Haus.

Drei Juden in meinem Haus!

Darum ging es in dem Erpresserbrief, oder?

Und als Rokita hier war, hast du mich ausgelacht.

Du und die Juden haben mich ausgelacht.

Nein! Sie sind drei unschuldige Frauen, und meine Freunde.

Es sind Juden!

Es sind Juden!

-Sie sind der Feind. -Nein, das sind sie nicht, Herr Major.

Sie sind niemandes Feind.

Aber wenn Sie denken, dass ich deswegen den Tod verdient habe...

Dann töten Sie mich!

Töten Sie mich oder lassen mich verhaften.

Aber lassen Sie sie gehen.

Bitte, übergeben Sie mich der GeStaPo.

Ich gestehe alles, aber geben Sie ihnen die Chance zur Flucht.

Bitte! Ich flehe Sie an, Herr Major.

Idiotin!

Meinst du, sie werden glauben, dass ich nichts davon wusste,

dass drei Juden in meinem Haus versteckt waren?

Denkst du das?

Rokita wird mich töten lassen, um seine Haut zu retten.

Du hast uns beide auf dem Gewissen.

Du hast uns beide auf dem Gewissen.

Maria, Mutter Gottes, bete für uns Sünder.

Halt's Maul!

Jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Halt's Maul, habe ich gesagt!

-Du bist gebenedeit unter dem Frauen... -Sei still!

Du bist ja...

...so unglaublich naiv.

Ich bin alt,

und ich bin all das... Töten so leid.

Ich bin alles so leid.

Ich bin alles so leid.

Dich verhaften lassen?

Vielleicht gibt es eine Lösung.

Vielleicht gibt es eine Lösung...

Vielleicht kann ich dein Geheimnis bewahren.

Falls ich...

Falls ich denken würde,

dass du mich liebst...

Dass du mich willst.

Ein Mann könnte das tun, für die Frau, die ihn liebt,

und die ihn will.

Ich müsste nur denken...

Ich müsste nur denken, dass du mich liebst.

Denken, dass du mich willst.

-Herr Major... -Irena...

Irena, ich...

Ich werde dir helfen.

Ich werde dein Geheimnis bewahren.

Unser Geheimnis.

Irena...

Meine Geliebte!

Erzähle mir von deiner Familie.

Warum?

Weil ich wissen will, wer du bist.

Wieso ist es wichtig, wer wir sind?

Wir sind, was wir tun.

Ja...

Mein Vater ist ein Chemiker und Architekt,

meine Mutter hat mich und meine Schwestern großgezogen.

Meine Mutter ist warmherzig,

und voller Energie.

Das erinnert mich an die Person neben mir.

Sie haben uns unser Haus weggenommen.

Ich hoffe, sie sind noch am Leben.

Krieg ist schmutzig.

Selbst Tiere verhalten sich besser als Menschen.

Meine Mutter war...

...streng.

Doch sie hatte ein Herz aus Gold.

Könnte sie mich sehen,

mein Leben,

sie würde vor Scham schreien.

Du siehst bezaubernd aus, meine Geliebte.

-Hure! -Mutter, was tust du?

-Es tut mir leid, Fräulein. -Fräulein?

Sie ist eine polnische Hure!

Du hast es nicht einmal verdient, "Polin" genannt zu werden!

Treibst es mit diesem deutschen Offizier...

Mama, sei still!

Bitte, ich flehe Sie an! Sie ist alt und senil.

Sie weiß nicht, was sie sagt.

Wenn du einer Hure etwas verkaufen willst, nur zu!

Ich will keinen Ärger.

Ich nehme zwei Dutzend Eier und vier Kilo Kartoffeln, bitte.

Wenn ich das richtig verstehe,

verlieren die Deutschen an Boden.

Die Zeitung schreibt das zwar nicht direkt,

aber wenn man zwischen den Zeilen liest...

"Der polnische Widerstand gewinnt weiter an Boden,

und stellt eine Herausforderung für Hitlers Armee dar.

Sie kennen den stark offensiven Stil der Russen,

und werden bald AKs strategische Manöver kennenlernen."

Also gibt es Hoffnung.

Die Rote Armee mag im Moment stark sein,

doch unsere Truppen werden weiterkämpfen.

Nicht war, Schatz?

Es gibt Gerüchte über immer mehr Partisanen in der Gegend.

Wünschen Sie ein hors d'oeuvre, Herr Hauptmann?

Überrascht mich, dass der Alte noch immer so tut,

als wäre sie sein Dienstmädchen.

Sie bedient ihn im Schlafzimmer, also warum nicht hier?

Ich finde es widerlich,

wie er seinem polnischen Ferkel hinterherjagt.

Ach, sei doch still!

Du bist nur eifersüchtig, weil sie hübscher ist als du.

Haben die schon alle hors d'oeuvres verschlungen?

Ja, Herr Schulz, die sind so lecker.

Dürfte ich wohl welche mit auf mein Zimmer nehmen?

Für den Fall, dass ich später einen Snack möchte?

Als einen Snack?

Ja...

Sicher! Hier!

Man weiß nie, wie hungrig man in der Nacht wird.

Ich habe auch noch ein paar Decken besorgt.

Ich will ja nicht, dass du oder der Major frieren.

Nein, nein! Sag mir nichts.

Ich will nichts davon wissen.

Herr Schulz, ich...

Ich hoffe, dass ich eines Tages

Ihre Frau und Ihre Tochter kennenlerne,

um ihnen zu sagen, was für ein feiner Mensch Sie sind.

Eines Tages... vielleicht...

Eines Tages...

Asher kidishanu ba mitzvah tov

Vitzivanu

Le hadlick ner

Shel Hanukah

Baruch atoh adonai

Eleinu melech ha olam

She asah nisim la voseinu

Bayamim ha hem

Bazman hazeh

Ich sollte gehen, bevor man mich vermisst.

Irena?

Frohe Weihnachten!

Das Beste an Hanukah ist der Nachtisch!

Das ist köstlich.

Shalom aleichem

Mal'acheihasharet

Mal'achei elyon

Mimelech mal'achei ham'lachim

Hakadosh baruch Hu

Bo'achem leshalom

Mal'achei hashalom

Mal'achei elyon

Mimelech mal'achei ham'lachim

Hakadosh baruch Hu

Irgendjemand...

Irgendjemand hat sich im Hauptquartier in Berlin beschwert.

Das alles fing mit den Gerüchten über den Erpresser an.

Wiederholt man eine Lüge nur oft genug...

In Berlin heißt es, ich fühlte mich zu einer Polin hingezogen.

Und deswegen...

Und deswegen hätte meine Führung gelitten.

Warum ich? Warum ich?

Ich hatte eine anständige Karriere. Und jetzt?

Jetzt ist sie dahin!

Es liegt an dir.

Es ist deine Schuld!

Deine Schuld!

Irena, alles...

Alles fällt auseinander.

Alles!

Es ist unglaublich,

wie schnell alles zerbricht.

Es sollte 1.000 Jahre bestehen.

Es wird nicht einmal bis Ostern bestehen.

Ich werde bald ein neues Hauptquartier beziehen,

um das Vaterland ein letztes Mal zu verteidigen.

Wenn ich gehe, musst du deine Juden in den Wald schaffen.

Ja... Ja, ich weiß.

Und dann kommst du zu mir, oder?

Ja, natürlich.

Ja, natürlich.

Willst du mal was Witziges hören?

Ich danke Gott für diese Juden!

Ich danke ihm jeden Tag.

Denn ohne sie...

Ohne sie hätte ich nicht diese Zeit mit dir verbracht.

Ist das Baby schon da?

Noch nicht.

Wir sehen uns also in ein paar Tagen, ja?

Ja, in ein paar Tagen.

Nein...

Was meinst du?

Wenn wir die Ärmel kürzen, ist es perfekt.

Du bist ja doch eine Näherin.

Gratuliere, Henry!

Okay, und jetzt...

...kommen wir zu dir.

Ein letzter Ausflug, und es ist vorbei.

Dieser Kontrollpunkt war vorher nicht hier.

Naja, jetzt ist er es.

Kannst du nicht irgendwas machen?

Wir versuchen es. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll!

Das Baby tritt mir in den Bauch.

Du musst lachen! Hysterisch lachen!

Tu, was er sagt. Lach!

Soldat, das ist für Sie und Ihren Freund!

Schönen Abend noch. Und heben Sie das Gewehr auf!

Los!

Ich dachte, der alte Mann hat die Stadt verlassen?

Ich hätte auch gerne ein Mädchen, wie der.

Trinken wir einen!

-Henry! -Helen!

-Du bist Irena? -Ja, Irena Gut.

Zosia, Clara, Tomas, Marian, Joseph,

Abram... Alex.

Wir müssen los.

Hier ist es nicht lange sicher.

Ja, ich wollte nur sehen, ob alle da sind.

Wir sind alle da, Irena.

Okay...

-Ich hoffe, wir sehen uns bald. -Ja, ich auch.

-Danke! -Ida!

Lazar, pass auf deine Familie auf.

Das werde ich.

Wir sind jetzt in Sicherheit. Auf das Leben!

-L'chaim! -L'chaim!

-Danke. -Zosia...

Wir werden dich nie vergessen, Irena.

-Hey. -Danke.

Okay...

Danke...

-Irena. -Clara, meine Freundin.

-Gott sei Dank! -Gut, du redest mit Gott!

Wenn ich irgendetwas für euch tun kann, lasst es mich wissen.

Ja, wir melden uns bald wieder bei dir.

Pass auf dich auf!

Los, los! Beeilung!

Du und du! Holt die Sachen vom Laster!

Los, los! Schneller! Ab in die Zellen!

Eines Tages hattest du uns etwas geschworen,

heute tun wir dasselbe.

Hier ist dein Ausweis.

Danke.

"Sofie Soferstein."

Du bist jetzt Jüdin.

Du kommst in ein Flüchtlingslager außerhalb von Polen,

und dann bist du frei!

Im Flüchtlingslager lernte Irena William Opdyke kennen,

einen UN-Mitarbeiter aus New York.

Nachdem sie in die USA immigriert war,

traf sie ihn dort fünf Jahre später zufällig wieder.

Sie heirateten und bekamen ihre Tochter Jeannie.

Ida und Lazar Hallers Sohn Roman kam zur Welt,

während sie sich im Wald versteckten.

Major Eduard Rügemer endete nach dem Krieg mittel- und obdachlos.

Weil er ihr Leben gerettet hatte,

nahmen Ida und Lazar Rügemer bei sich auf.

Roman nannte Rügemer "Zeide" (Großvater).

Sturmbannführer Rokita wurde 1964 wegen Kriegsverbrechen angeklagt.

Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Er starb 1976.

Irena dachte, ihre Schwestern hätten den Krieg nicht überlebt.

Durch wundersame Umstände fanden sie einander 1984 wieder,

und wurden in Polen wieder vereint.

Lange Zeit hielt Irena ihre Geschichte verborgen.

Als sie 1975 auf einen Holocaust-Leugner traf,

konnte sie nicht länger schweigen.

In Jerusalem ehrte der Yad Vashem Irena als eine

"Gerechte unter den Völkern".

1982 traf Irena Roman, Ida und Lazars Sohn.

Das ist mein Baby.

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