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.
(Geheimnisvolle Musik)
(Treibende Musik)
(Düstere Töne)
(Treibende Musik)
(Düstere Musik)
(Treibende Musik)
(Schnell pulsierende Musik)
Julia Schindler-Holm.
Geboren 03.05.'65 in Hamburg.
Von Beruf ... Psychologin.
Psychotherapeutin.
(Die Musik verklingt.)
Das ist ein Unterschied.
Ja.
Danke für den Hinweis.
Das. Erkennen Sie das?
(Angespannte Musik)
(Düstere Musik)
(Die Musik verklingt.)
Erkennen Sie das?
Ich möchte zunächst über mich und meinen Mann sprechen.
Nee, wir sind hier nicht in der Paartherapie, Frau Schindler.
Sie sind noch nicht lange verheiratet, oder?
Mein Mann und ich seit 32 Jahren.
(Räuspern)
Okay.
Anders.
Glauben Sie an die Macht der Worte?
Ich meine, was einmal ausgesprochen ist,
das ist in der Welt.
Man kann alles zerstören ...
mit ein paar unbedachten Sätzen.
(Beschwingte Musik)
(Musik: "You've Got The Best Of My Love" von Emotions)
♪ Doesn't take much to make me happy.
♪ And make me smile with glee.
♪ I like the way you make me feel about you, baby.
♪ Want the whole wide world to see.
♪ Whoa, whoa, you've got the best of my love.
Whoa, whoa, you've got the best of my love.
(Die Musik wird zur Musik im Radio, Vogelgezwitscher.)
Alles Liebe zum Hochzeitstag.
♪ Love has kissed me in a beautiful way.
♪ Oh yeah! Duruduru!
♪ Duruduru!
♪ My love, my love.
(Beschwingte Musik)
(Musik endet, Stöhnen.)
Hast du Christina gesagt,
dass die Hortensie mehr Wasser braucht?
Was?
(Sie lacht.)
Entschuldige!
Sag mal, geht dir das hier alles am Arsch vorbei?
Quatsch!
Bitte, Patrick.
(Er atmet angestrengt.)
Wenn du mir wenigstens sagen könntest, warum.
Ach, es gibt keinen Grund.
Lust kann man nicht auf Knopfdruck erzeugen oder erzwingen.
Ich zwing dich? - Nein!
Ach, Mann! (Sie seufzt gequält.)
Sie ist einfach weg.
Und wenn ich ehrlich bin, vermisse ich sie nicht mal.
Ich schon.
Ja.
Ich brauche es einfach.
Ich will dich berühren.
Ich will angefasst werden von dir.
Ich fasse dich doch dauernd an.
Das meine ich nicht.
Ich will Sex.
Ich weiß.
Aber was soll ich machen?
Lust, also ...
das Begehren, ja, das verändert sich nun mal mit den Jahren.
Beim einen mehr, beim anderen weniger, das ist ganz normal.
Acht Monate ohne.
Das findest du normal?
Acht Monate?
Hast du jetzt Buch geführt, oder was?
Was willst du?
Soll ich die Beine breit machen? Ja, dann komm.
Wenn du Sex haben willst, komm, lass es uns machen.
Damit dann endlich wieder Ruhe ist für die nächsten acht Monate?
Ich lasse die Rechnung unten fertig machen.
Ich habe Angst, dass wir uns verlieren.
(Angespannte Musik)
(Angespannte Musik)
(Düstere Musik)
(Angespannte Musik)
Ronny?
Die Kollegin unten hat nachgefragt.
Der Rettungssani hat am Opfer ebenfalls CS-Gas gerochen.
(Die Musik verklingt.)
Und Alkohol, reichlich.
(Dumpfer Verkehrslärm)
Der Sani hat gedacht, die Wunde am Hinterkopf sei vom Aufprall.
Deswegen hat er keinen Alarm geschlagen.
(Sie seufzt.)
Die Nachbarin, die heute früh wegen der aufgebrochenen Tür angerufen hat,
die hat gesagt, das Mädchen ist vor circa drei Monaten hier eingezogen.
O-Ton:
"Bei der ging es oft ganz schön zu."
(Er seufzt.)
Ja, hi!
Schickt ihr uns die Truppe?
(Geheimnisvolle Musik)
(Geheimnisvolle Musik, Vogelgezwitscher)
Julia!
Wie viel Wasabi kommt denn da rein?
Schaust du mal im Rezept?
(Leises Vogelzwitschern)
(Klick)
Das ist beruflich.
Sugarlove?
Ich bin Soziologe. Du weißt genau, woran ich arbeite.
Sechs Gramm.
Willst du es auch mal versuchen?
Hm?
Sugarlove.
Ob du es auch mal versuchen willst.
Eine externe Dienstleistung buchen
für den dysfunktionalen Teil unserer Ehe?
(lachend:) Das ist eine gute Idee.
Ich meine es ernst, Patrick.
(Schälgeräusch, sie seufzt leise.)
Ich soll mir auf so einer Seite eine Freundin buchen? - Nein.
Eine Frau.
Unter bestimmten Bedingungen natürlich.
Sag mal, spinnst du?
Das ... Ja, das müsste begrenzt sein, nur Sex.
Sonst nichts.
(Er seufzt.)
Weißt du, wie das klingt?
Als wäre es dir vollkommen egal, mit wem ich ins Bett gehe.
Als wäre ich dir egal.
Nein, das ist nicht mir nicht egal.
Ich ...
Ich liebe dich und will dich nicht verlieren.
Warum sagst du nicht gleich, ich soll in den Puff gehen?
Oder mir auf Tinder eine Geliebte suchen?
Davor hätte ich Angst.
(Vogelzwitschern)
Aber so eine Sugardaddy-Geschichte wäre okay?
Na ja. Sagen wir, sie ist von allen schlechten Lösungen die beste.
Du meint das ernst.
Mir ist es lieber,
du suchst dir jemanden unter klar definierten Bedingungen,
als dass wir uns ...
So ein Portal ist eben kein Puff.
Wo du nie weißt, ob die Frauen wirklich freiwillig da sind.
Nein, da melden sich selbstbewusste, eigenständige Frauen,
die gern Sex haben und knapp bei Kasse sind.
Hör auf.
Es geht da nicht um Gefühle.
Nein, das ist ein Deal.
Eine faire Sache.
Bitte, hör auf.
(Sie seufzt.)
Aber es fehlt dir.
(Er legt das Messer hin.)
Der Sex.
Du glaubst, wir können das trennen?
Ja. Wenn es klare Regeln gibt.
(Sie lacht verlegen.)
Keine Gefühle.
Kein Wort zu Dritten. Vor allem nicht zu Christina.
Unsere Familie ...
unser gemeinsames Leben, die Uni,
das alles muss tabu sein.
Und wenn es einen von uns verletzt, ist es aus.
(Sphärische Musik)
(Angespannte Musik, sie schluckt laut.)
(Sphärische Musik)
(Er holt tief Luft und seufzt.)
(Eindringliche Musik)
(Er lacht leise.)
(Sphärische Musik)
(Er schluckt.)
(Eindringliche Musik)
(Die Musik verklingt.)
(Leise, hallende Stimmen)
Morgen! - Morgen.
Hey, Patrick.
Ich hab deinen Aufsatz gelesen. Großes Thema.
Wir sollten ein Symposium dazu machen.
Wie nennen wir es?
"Das Ende der Liebe".
Doppelpunkt, Bindestrich,
"der Kapitalismus und die Ökonomisierung der Gefühle".
Großartig.
Lass uns später zusammen Mittagessen, ja? - Gern.
(Nachrichtenton)
(Frau:) Morgen, Professor Schindler!
(Lässige Musik im Hintergrund)
(Vogelgezwitscher, leise Stimmen)
(Nachrichtenton)
(Sie kichert.)
(Nachrichtenton)
(Die Tür fällt zu.)
"Die Anomie bei Émile Durkheim
bezeichnet einen Zustand moralischer Verwirrung und ..."
(Nachrichtenton)
Brauchen Sie den Beamer für die Vorlesung?
Professor Schindler?
Hm?
Ob Sie den Beamer brauchen? Ich muss den unten anmelden.
Mein Gott, geh doch einfach runter und hol das Ding.
Du musst mich doch nicht jedes Mal fragen.
Okay.
(Nachrichtenton)
(Die Tür fällt zu.)
So.
Danke! - Bitte schön.
Ach, äh ...
Du bist mir die Tage schon aufgefallen, kann das sein?
Bist du neu in der Gegend?
Seit zwei Wochen.
Ist echt schön hier.
Vielleicht wird dein Café mein neues Wohnzimmer.
Gerne. Hab nichts dagegen.
Ich bin Nick.
Klara. - Hi.
Hi.
Okay, dann ...
Nimmst du manchmal auch Pakete an?
Weil, ich bin oft nicht zu Hause.
Darf ich vielleicht dein Café als Adresse angeben, wenn ich ...
Klar, kein Thema. - Danke, Nick.
Ich mach dann mal weiter.
Mhm.
(Sie lacht.)
(Nachrichtenton)
(Nachrichtenton)
Mmh!
Willst du auch? Hat Charlotte gebacken.
1000 Kalorien pro Stück. Mindestens.
Um Gottes willen, bloß nicht! - Lecker.
(Handyklingeln)
Ja? - "Hi."
"Es wird heute Abend eventuell später."
Okay.
Ähm, äh ... warte mal kurz.
Ich geh mal kurz.
Wie heißt sie?
"Julia ..."
Ich hab doch nur gefragt, wie sie heißt.
(Sie seufzt.)
"Die Namen sind doch eh alle Fake."
(Sie seufzt.)
"Sag was."
Das ist okay für mich.
"Sicher?"
Ja.
(Er seufzt.)
"Bis später."
Ja. Bis später.
(Dumpfe Popmusik, Lachen im Hintergrund)
Hi!
Da bin ich.
(Er lacht kurz überrascht.)
Du siehst voll viel jünger aus als auf deinem Bild.
Ich bin 56.
Hättest dich locker zehn Jahre jünger machen können.
Kein Mensch sagt die Wahrheit auf seinem Profil.
Ich schon.
Erstes Mal, hm?
(Er lacht verlegen.)
Bin ein bisschen nervös.
(Er lacht und schenkt sich ein.)
Das hört gleich auf.
Nicky, machst du mir eine Margarita, bitte?
Und du, Professor? - Patrick.
Patrick.
Was trinkst du da?
Alkoholfrei. Ich muss noch fahren. - Okay.
Einen Wodka Martini. - Klar.
(Er lacht, gefühlvolle Musik.)
Jetzt bin ich gespannt.
(Überraschter Laut)
Oooh!
Gefällt's dir? - Ja, sehr!
Das ist zum Hochzeitstag. Ne, Maus?
Danke! Du Süße. - Gerne.
Ich wollte es euch noch vor eurem Wochenende geben,
aber das mit dem Trocknen, das dauert.
Ne, Maus, das dauert.
Guck mal, ja, das bist du.
Das interessiert sie überhaupt nicht.
(Julia lacht.)
Willst du lieber runter? - Schön.
Warum seid ihr eigentlich so schnell zurückgekommen?
Ach, Papa hatte wieder Rückenschmerzen.
Oh. - Mhm.
Hey, Penny!
Ist das wirklich in Ordnung über Nacht?
Penny schläft gerade nicht gut. - Ach!
Ich auch nicht.
(Das Baby brabbelt, sie lachen.)
Ist Papa gar nicht da?
Der ist mit seinen Doktoranden unterwegs.
Hey!
Und sonst? - Was?
(Gefühlvolle Musik im Hintergrund)
Studierst du?
Schätze schon, eigentlich.
Wieso eigentlich?
Weil ich eigentlich nie in der Uni bin.
Das Gequatsche langweilt mich.
Ich mach es nur, damit ich irgendwo eingeschrieben bin.
Und ... billig Bus fahren kann.
(Sie lachen.)
(Sphärische Musik im Hintergrund)
Und sonst?
Was machst du sonst?
Ich ... mach das, was mir am meisten Spaß macht.
Andere Menschen glücklich.
Ich glaube, ich muss passen.
Du bist zu jung für mich.
Es ist leicht.
Viel leichter, als du denkst.
Sobald du aufhörst, es zu bewerten.
(flüsternd:) Gib mir deine Hand.
(Rhythmische sphärische Musik)
(Eindringliche Musik)
Mh.
(Sie lachen.)
Ich glaube, ich fahre jetzt besser nach Hause.
Du bist viel zu besoffen, um Auto zu fahren.
Ich bin auch zu besoffen, um was anderes zu machen.
(Eindringliche elektronische Musik)
(leise:) Ich glaube, du solltest jetzt zahlen.
Nicky!
Jou.
(Leises Atmen)
(Er schluckt.)
(Er atmet tief ein.)
(Dumpfer Verkehrslärm, Vogelgezwitscher)
(Er seufzt.)
(Sie atmet tief.)
(Schmerzenslaut)
(Er ächzt.)
Musst du nach Hause? Zu deiner Frau?
(Er holt Luft.)
Ich schäme mich ein bisschen.
Quatsch!
Wir sind 32 Jahren glücklich.
Klar. Deswegen bist du ja auch hier.
(Er seufzt.)
Ich fand es voll schön, mit dir zu ficken.
Sag das nicht so.
Hm?
Dieses Wort. Ich ...
(Er seufzt.)
Ich habe noch nie eine Frau ... gefickt.
Wie würdest du es denn nennen? Liebe machen?
Kommst du wieder?
Nur wenn ich dir ein richtiges Bett kaufen darf.
Ich dachte schon, du fragst gar nicht mehr.
(Er nimmt die Jacke.)
(Er geht.)
(Er öffnet die Tür.) Bis bald!
(Türschlossgeräusch)
(Er schließt die Tür leise.)
(Lautes Rumpeln)
(Leise Schritte, eine Tür quietscht.)
(Geräusch der Dusche)
Hey!
Hey.
Sieh mich nicht so an.
Wie seh ich dich denn?
Keine Details, das war doch so besprochen, oder?
Wirst du sie wiedersehen?
Julia ...
Wenn es dich jetzt doch verletzt ...
Ich kann das trennen.
Wirklich?
Ja.
Kommst du ins Bett?
Du weißt doch,
ich kann nicht schlafen mit der Kleinen zwischen uns.
Schlaf gut.
Hat sie sich ihre Pakete immer in Ihr Café schicken lassen?
Jo.
War ganz schön nervig irgendwann.
Hat fast jeden Tag was gekriegt. Nur so ein Luxuszeug.
Eine Idee, wovon sie das bezahlt hat?
Also, gearbeitet hat sie jedenfalls nicht.
Ich glaube, ihr Lover, der hat ihr fast alles bezahlt.
So ein alter Sack.
Haben Sie vielleicht einen Namen? - Nee.
Aber der fährt einen 900er-Saab.
Er war oft bei ihr und gestern Nacht habe ich den auch gesehen.
Den Lover oder den Wagen?
Die Karre, Mann. Ist aber jetzt weg.
Und wann war das?
So gegen eins, als ich nach Hause gekommen bin.
Sie achten auf parkende Wagen, wenn Sie nachts nach Hause kommen?
Er stand voll im Halteverbot.
Hat ständig Knollen kassiert.
Außerdem war bei ihr noch Licht an.
Alles klar.
Das war's erst mal. Danke.
Bitte. - Ciao!
Sieht so aus, als hätte sie Besuch von ihrem Sugardaddy gehabt.
Ich mach eine Knöllchenköniganfrage beim Ordnungsamt. - Okay.
Was ist mit dem Taxifahrer, kam da noch was? - Nee.
Kein Alkohol, keine Drogen.
Sein Fahrgast sagte aus, dass er nicht zu schnell fuhr.
Aber das hier ist interessant.
Lag in ihrem Bett.
Ach, krass. Gasknarre.
(Rockige Musik)
(Sie kreischt vor Freude.)
(Sie lacht.)
Wuh!
(Musik: "Passenger" von Iggy Pop)
♪ I am a passenger.
♪ And I ride, and I ride.
♪ I ride through the city's backsides.
♪ I see the stars come out of the sky.
♪ Yeah, they're bright in a hollow sky.
♪ You know it looks so good tonight.
(E-Gitarrenmusik)
(Musik stoppt, Stöhnen.)
(Sie stöhnt laut.)
(Er atmet laut.)
(leise:) Hey.
(Fotoauslöser) Oh!
(Sie lacht laut.)
Nein!
Ich lösch es!
Ich lösch es!
(Sie lacht.)
Voll schön mit dir, alter Mann.
Voll müde ist er, dein alter Sack.
(Sie kichert.)
Du bist nicht alt.
Du bist toll.
(Leise Musik)
So lieb.
(Sie seufzt.)
(Angespannte Musik)
(Eine Tür wird zugeschoben.)
(Die Dusche läuft.)
(Duschgeräusch, Gespräch nicht hörbar.)
(Das Prasseln wird immer lauter.)
(Leises Duschgeräusch)
(Die Dusche wird abgedreht.)
(Dumpfes Vogelzwitschern)
(Schritte)
Wo wart ihr da?
Auf dem Roland-Spielplatz.
Und deine Tochter, wie heißt sie?
Claire ... - Was?
Wieso darf ich denn nicht mal ihren Namen wissen?
Was wir hier machen, ist ganz normale Konversation, Professor.
Höfliche, interessierte Konversation.
Zwischen zwei Menschen, die miteinander vögeln.
Wenn du deinen Schwanz in mich reinstecken darfst,
darf ich wohl erfahren, mit wem ich's hier zu tun hab.
Okay. Es tut mir leid.
Meine Tochter heißt Kristina.
Sie ist Krankenschwester.
Und meine Frau heißt Julia.
Sie ist Therapeutin.
Und meine Enkelin Penelope geht hoffentlich bald in die Kita.
Wenn da mal ein Platz frei wird.
Und, war das jetzt so schwer?
Ich mag nur nicht, wenn du an mein Handy gehst.
Bitte respektier das.
Fängst du jetzt an, spießig zu werden?
(Er seufzt.)
Ich habe mein Leben und du hast dein Leben.
Bestimme Fragen stelle ich dir auch nicht.
Was denn für Fragen?
Kannst mich alles fragen.
Kann ich bitte mein Hemd haben?
Na los.
Frag mich.
"Warum tust du es für Geld, Claire?"
"Du bist so schön."
"So klug."
"Du könntest studieren."
"Du könntest jeden haben."
Ich bin kein Scheißopfer.
Ich bin auch keine Prostituierte.
Ich tue das, was ich tue, weil es mir Spaß macht.
Ich habe Sex mit Männern, weil es mir Spaß macht.
Und ich würde genau das tun, was ich jetzt tue, auch ohne Geld.
Gibt es noch jemanden außer mir?
(flüsternd:) Eifersüchtig?
Meine Frau und ich, wir haben ein Arrangement.
Sie weiß von dir und sie toleriert, dass wir uns sehen.
Echt jetzt?
Wir haben keinen Sex mehr.
Aber trotzdem lieben wir uns.
Krass. Du meinst ...
ich bin so etwas wie die outgesourcte Muschi für euch beide.
Quatsch.
Was denn sonst?
Ihr benutzt mich, damit ihr weiterhin zusammenbleiben könnt.
(Er seufzt.)
Claire, ich ...
Ich muss jetzt gehen. Bitte.
(Er seufzt.)
Bis nächste Woche, ja?
(Donnergrollen)
Kaffee?
(Automotor springt an.)
(Er seufzt.)
(Angespannte Musik)
(Angespannte Musik)
(überlegend:) Ja ... hm.
In knapp vier Wochen könnten Sie einen Termin bei mir bekommen.
Ich will aber zu ihr.
Ja, wie gesagt, meine Kollegin hat zurzeit
eine Warteliste von mindestens zwei Monaten.
Das sagen sie jetzt nur, um mich abzuwimmeln.
Kann ich helfen?
Ich brauche einen Termin bei Ihnen.
Warum bei mir? Meine Kollegin ... - Sie sind die Beste.
Meine Kollegin ist genauso kompetent. - Ich will zu Ihnen.
Warum?
Ich hab eine Empfehlung.
Von wem?
(Angespannte Musik)
Schweigepflicht.
Ich nehme den Termin in zwei Monaten.
Klara Becker.
(Seufzen)
Bis morgen.
(Geschirrklappern, leise Popmusik im Hintergrund)
Kann ich helfen?
Sie sind hier wohl das Postamt.
Kommt ganz drauf an für wen.
Ich suche eine Kollegin.
Klara Becker. Kennen Sie sie vielleicht?
Sie muss hier in der Gegend wohnen. - Nein, keine Ahnung.
Das macht 6,50 Euro.
Für den Kaffee und das Wasser.
Danke.
Stimmt so.
(Laute Musik)
Patrick? - Ja.
Schatz? - Hä?
Du, Terr- ...
(Die dreht die Musik ab.)
Terry und Charlotte fragen,
ob wir vorm Kino bei Ihnen noch was trinken wollen.
Waren wir verabredet?
Ja.
Hast du es vergessen?
(außer Atem:) Ja.
(Er atmet schwer.)
Sorry, Julia!
(Schniefen)
Bist du verabredet? - Mh ...
Ich sag ihr ab. Ist gar kein Problem.
Es war mein Fehler.
Tut mir leid.
(Er atmet angestrengt.)
Sie tut dir gut.
Findest du?
Ja.
Du siehst gut aus.
Ich bin ganz verschwitzt.
Das macht doch nichts.
Ich geh schnell duschen.
Ja.
Dann beeil dich, ja? - Ja.
(Vogelzwitschern)
(Sie seufzt.)
(Handyklingeln)
(Im Hintergrund läuft derselbe Song wie bei Patricks Training.)
Der Wein ist schon offen. Wann bist du da?
"Ich kann leider nicht."
"Mir ist kurzfristig was Wichtiges dazwischengekommen, beruflich."
Kein Problem.
"Claire ..."
Viel Spaß euch beiden.
(Türglocke)
Hi! Dein Zeug nimmt mir langsam Platz weg.
Ich dachte, ich bring es vorbei. - Komm rein!
Okay.
Sorry, ich würde dir einen Kaffee anbieten,
aber ich bin grad nicht so gut drauf.
Was ist denn los?
(seufzend:) Ach ...
Stress mit dem Lover?
Stell einfach ab, wo Platz ist. - Okay.
(Funkmusik im Hintergrund)
Oder sind es mehrere?
Neulich hat schon wieder einer nach dir gefragt.
Echt?
Wie sah der raus?
Ich seh ein bisschen besser aus.
Nicky, wie sah er aus? - Okay, ähm ...
Dickes Auto, kleine Plauze, Schädel wie ein poliertes Ei.
(Düstere Musik)
Sag mal ...
Hast du eigentlich mal Lust, was mit mir trinken zu gehen?
Danke fürs Hochtragen. - Ach, komm schon!
Du stehst doch nicht wirklich
auf diesen Prof. DDr. Fickt-gern-halb-so-alt.
Geh du mir nicht auch noch auf den Zeiger.
Ich lad dich auch ein. - Nicky, hau ab.
Übrigens ...
ich heiße Nick.
(Angespannte Musik)
(Bedrohliche Musik)
(Musik endet.)
Warum wird man also eigentlich?
Ein Sugardaddy?
Ich mein, das kannst du doch viel billiger haben, im Puff.
Männer brauchen halt die Show.
Wenn die älter werden, wollen die nicht länger sie selbst sein.
Die schauen morgens in den Spiegel:
"Oh Gott, ein alter Mann, das Arschloch verfolgt mich."
Du redest jetzt von deinem Ex?
(Er lacht.)
(Nachrichtenton)
Ach, guck.
Unser Knöllchenkönig mit dem Saab.
Ein gewisser Prof. Patrick Schindler.
Schindler? - Mhm.
Guck mal, ob die Zeugenaussagen von letzter Nacht online sind.
Okay.
(Handyklingeln)
Ja.
Eine Aussage?
Okay. Und wer?
Alles klar.
Abflug.
Morgen.
Morgen.
Siggi.
Patrick, ich brauche dich mal zehn Minuten. - Nach der Vorlesung?
Jetzt gleich.
Siggi, da ist nichts dran.
Das schadet unserem Ruf. Dem gesamten Fachbereich, ehrlich.
Aber es stimmt nicht.
Patrick, mein Freund.
Du kennst mich.
Diese ganze ♪MeToo-Hysterie, das macht mich verrückt.
Aber ein Quickie ...
In der Sprechstunde.
Mitten am Tag.
Wie bitte?
Und das traust du mir zu?
Siggi, wir arbeiten seit 20 Jahren zusammen,
sind Freunde, haben uns immer die Wahr- ...
(Angespannte Musik)
(Stöhnen)
(Treibende Musik)
Si- ...
(Düstere Musik)
Hui!
(Lachen)
(Lustige Laute, das Baby lacht.)
Hallo!
Ich muss langsam los. - Okay, warte.
Gehen wir zur Mama?
(Sie ahmt eine Rakete nach.)
Komm, wir gehen rüber.
Sagen wir der Mama Tschüss.
Die muss jetzt zur Arbeit.
Ups.
Na, das klappt doch gut mit euch beiden.
Dass sie so schnell aufhört zu fremdeln, das hatte ich noch nie.
Ich auch nicht!
Sie ist aber auch so süß.
Du bist so süß.
Wenn sie nicht einschläft, dann gib ihr den Nuckel,
aber versuch es erst mal ohne, ja? - Keine Sorge.
Wir rocken das schon. Nicht wahr, Pennymaus?
Das ist unten. - Mhm.
Und das oben.
Okay.
Ich habe genau dasselbe.
Echt? - Also, fast, ja.
Ein paar Anhänger sind anders.
Hat mir mein Dad geschenkt, zu Pennys Geburt.
Krass.
So, mein Schatz.
(sanft:) Ja?
(Kristina lacht.)
(Das Gitter quietscht.)
Versteht ihr euch gut?
Hm?
Mein Dad und ich?
Ja. Ja. Er ist echt lieb.
Und großzügig, und meine Mom auch.
Weiß gar nicht, was ich ohne die beiden machen würde.
(hoch:) Ja, mein Schatz.
Wenn irgendwas ist, ruf an. - Logisch.
Wenn ich nicht rangehe, schreib mir eine Nachricht.
Mutti, jetzt fahr endlich.
Tschüss, Penny! Tschüüüss!
(Klara lacht.)
Klara!
Hm? (Fotoauslöser)
(Angespannte Musik)
(Fahrradklingel)
(Düstere Musik)
Höher? - Ja, bitte.
Ja, noch ein Stück, ja.
So? - Ja ... ja.
Was meinst du, Charlotte?
Es gehört jetzt dir, du musst entscheiden.
Es würde sich doch auch am Empfang gut machen.
Nee, kommt nicht infrage. Es kommt genau da an die Wand.
Ist toll.
Danke, Charlotte.
Vielen Dank!
Für den Empfang können wir doch - ähm, Patrick,
wie heißt die neue Ausstellung von Tilmann?
Du hast mir doch eine Ankündigung gezeigt.
Maskeraden.
Ach ja, genau. Wie sinnig.
Da können wir doch zusammen hingehen.
Vor dem nächsten Kinoabend.
Patrick war doch schon bei der Vernissage.
Als ich kam, bist du gerade gegangen, mit einer kleinen Blonden.
Ja, ich war mit einer Doktorandin da.
Aber ich gehe gern noch mal.
(Gläserklirren)
(Schritte)
Das hättest du mir doch sagen müssen. - Was denn?
Ach, Charlotte, echt.
(Lautes Klirren)
(Seufzen)
(Plätschern vom Wasserhahn)
Wie lange willst du eigentlich noch blöd tun? - Ts!
Er war mit einer Doktorandin in einer Ausstellung, na und?
Julia, ich bin es.
Ich bin nicht deine Supervision, ich bin deine Freundin.
(Sie seufzt.)
Sie ist ... Sie ist unser Arrangement.
Ja, ich weiß, dass es sie gibt, und das ist okay für mich.
Patrick hat ein Verhältnis.
Nein.
Ja, was ist das dann? - Er bezahlt sie natürlich.
Ach so.
Es ist ein Versuch, uns beiden,
also unseren verschiedenen ... sexuellen Bedürfnissen
gerecht zu werden.
Verstehst du?
Ja, klar.
Patrick kauft sich Sex und du sagst Ja und Amen dazu.
Ja, klar.
Sag mal, spinnst du?
Ja, und was ist mit ihr?
Mit wem?
Der kleinen Blonden, die sich für ihn prostituiert?
Die prostituiert sich doch nicht!
Er macht ihr Geschenke, zahlt ein paar Rechnungen.
Die will das so. Die hat Spaß dabei!
Das ist keine Prostitution.
Das ist ... - Ja, was?
Lifestyle?
Sie hat sich das ausgesucht.
Selbstbestimmt und freiwillig. - Hörst du dir selber zu?
Wenn einer Geld hat und der andere keins, ist nichts freiwillig.
(Sie geht weg.)
(Die Tür wird geschlossen.)
(Dumpfes Vogelzwitschern)
Wir hatten eine Abmachung.
In der Tat, das hatten wir.
Wir wollten nicht mit Dritten darüber reden,
auch nicht mit Freundinnen. - Ach!
Wir hatten ausgemacht, dass sie unsichtbar bleiben wird.
Dass diese ... diese Beziehung
unser gemeinsames Leben nicht berühren würde.
Seit wann gehst du mir ihr ... - Was willst du hören? Ein Datum?
War sie auch schon bei euch im Institut?
(Blinkergeräusch)
Sie ist Studentin.
Wie soll ich da verhindern, dass sie an die Uni kommt?
Ich fass es nicht. - Tut mir leid.
Sie ist ein freier Mensch.
Nein, nicht sie!
Du hältst dich nicht an das, was wir vereinbart hatten.
Du teilst unser Leben mit ihr.
Zeigst ihr unsere Kunst, wahrscheinlich unsere Restaurants.
Was noch, hm?
Vielleicht auch noch unser Enkelkind.
(Spieluhrmusik)
(Angespannte Musik)
(Leiser Babylaut)
(Angespannte Musik)
(Düstere Musik)
Hast du dich verliebt?
Quatsch.
Patrick, hast du dich verliebt?
Nein.
Und sie?
(Vogelgezwitscher)
(Er seufzt.)
Ich weiß es nicht.
Du weißt es nicht?
(seufzend:) Oh Gott.
Die Sache entgleitet uns.
Du hast diese Situation geschaffen, du kannst sie auch beenden.
Ich? Spinnst du?
Du hast doch gesagt,
ein Arrangement ist von allen schlechten Lösungen die beste.
Weil du mir keine Wahl gelassen hast.
Ich habe dauernd so viel Druck gespürt.
Dass allein schon ... deine ständige Erwartung
jede Lust gekillt hat.
Aber gut.
Wenn du meinst, ich habe es in der Hand,
dann ... mach Schluss mit ihr.
Okay.
Sie soll aus unserem Leben verschwinden! - Ich sagte doch Okay.
Wenn du es nicht tust, dann sorge ich dafür.
Ich weiß schon, was ich zu tun hab.
(Vogelgezwitscher)
(Signalton)
Hallo, meine Schöne.
(Nachrichtenton)
"Hallo, meine Schöne."
"Ähm ..."
"Ich habe leider keine Zeit nächste Woche."
"Drei Vorträge und Prüfungen auch ... ja."
"Ich melde mich so in ein, zwei Wochen,
sobald ich wieder Land sehe, okay?"
"Und dann gibt es auch eine Überraschung."
(Angespannte Musik)
(Sie seufzt.)
(Handyklingeln)
(Sie lacht.)
Nein.
Komm schon, Patrick, komm schon, geh dran.
(Handyklingeln)
(Düstere Musik)
(laut:) Fuck!
(Das Baby weint.)
(Lautlos, düstere Musik)
(Düstere Musik)
(Beklemmende Musik, das Baby heult.)
(Die Musik verklingt.)
Sie sind immatrikuliert, aber Sie gehen zurzeit nicht zur Uni?
Stimmt.
Aber ich fang bald wieder an, glaube ich.
Jetzt habe ich endlich das Richtige gefunden.
Aber nicht mehr Lehramt? - Nee.
Soziologie.
Gut.
(Sie schreibt etwas auf.)
(Eine Tür fällt zu.)
Hey! - Hi!
Hi! - Ist gleich fertig.
Oh, wie toll!
Das riecht lecker.
Und die schönen Blumen. Gibt es was zu feiern?
Nee. Einfach Lust dazu.
Sie ist ein richtiger Schatz, unsere Klara, nicht wahr?
Bist du müde? Komm ich nehme dich rüber.
(Das Baby gibt einen Laut von sich.)
Ja.
(Kristina singt leise.)
Lecker.
Du hast nicht irgendwo ein Schlüsselbund rumliegen sehen,
mit so einem silbernen Kleeblatt dran?
Nee. Wieso?
Ich soll bei meinen Eltern Blumen gießen.
Ich habe ihn bestimmt irgendwo liegen lassen.
Was kriegst du denn eigentlich von mir für die Einkäufe?
Lass mal, alles gut.
Nee, das übernehme ich.
Ich will das nicht.
(irritiert:) Danke.
Lieb von dir.
Kriegst aber noch dein Geld von dieser Woche.
Etwas spät, tut mir leid. Mein Vater vergisst immer, es zu überweisen.
Dein Vater bezahlt mich?
Ja.
Meine Eltern wissen,
dass ich mir von meinem Gehalt keinen Babysitter leisten kann.
Brauch sie noch nicht mal drum bitten.
Die machen das einfach und gut ist.
Du hast echt Glück.
(lachend:) Ja. Voll.
Was machst denn du jetzt eigentlich? - Hm?
Na ja, ich frag mich nur, wie du dir mit bisschen Babysitten
solche Klamotten leisten kannst.
Hast du geerbt, oder so was?
Kalt.
Noch einen anderen Job?
Wärmer.
Sag schon.
Ich mach das, was mit am meisten Spaß macht:
andere Menschen glücklich.
Bist du ein Escort oder so?
(hauchend:) Heiß.
Das könnte ich nicht.
Du wischt kranken Menschen den Hintern ab.
Das könnte ich nicht.
Ich suche noch.
Hab einfach noch nicht das Richtige gefunden, so wie du.
Na ja ...
Wenn ich ehrlich bin, mach ich das auch,
um genügend Wartesemester für Medizin zusammenzubekommen.
(Nachrichtenton)
(Draußen spielen Kinder.)
Meine Eltern kommen gleich vorbei.
Trinkst du noch einen Kaffee mit? Die würden dich gerne kennenlernen.
Äh ...
Shit, ich habe voll den wichtigen Termin vergessen.
Nur fünf Minuten. Die sind schon unten.
Suchen nur noch einen Parkplatz.
Sorry! - Dein Geld.
Machen wir nächstes Mal.
Ciao. - Ciao.
(Eine Tür fällt zu.)
(Patricks Stimme)
Gutes Training.
(Sie lachen.)
(Türglocke)
Hallo, mein Schatz! - Hallo.
Geht's dir gut? - Ja.
Ich hab nur zu viel gegessen.
Hast du inzwischen eine Ahnung, wo der Schlüssel sein könnte?
Irgendwo in der Wohnung, der taucht sicher wieder auf.
Nimm inzwischen meinen. - Danke.
Wo fahrt ihr denn hin? - Amsterdam.
(Die Tür wird geschlossen.)
(Dumpfes heiteres Gespräch, düstere Musik, schweres Atmen)
(Spannungsgeladene Musik)
(Sie atmet angestrengt.)
(Die Musik verklingt.)
(Leise angespannte Musik)
(Sanfte Klaviertöne auf beklemmender Musik)
(Sie schließt die Schatulle.)
(Bedrohliche Musik)
Hey, alter Mann!
Ich wollte Danke sagen.
Ich werde übrigens auch eine Überraschung für dich haben.
(Dramatische Musik)
(Die Musik verklingt.)
(Gefühlvolle Musik aus dem Autoradio)
Amsterdam war wunderschön.
(Vogelgezwitscher)
Alles war wunderschön.
Danke.
Danke dir.
Was wollen wir gleich essen?
Ich sterbe vor Hunger.
(Geschirrklappern)
Ich mach ein Risotto.
Parmesan ist da, Steinpilze, Weißwein.
Alles da. - Für mich nicht.
Ich muss noch mal weg.
Es ist das letzte Mal.
Was?
Du fährst mit mir weg und wir haben eine schöne Zeit und ...
Du hattest es noch nicht geklärt?
Was glaubst du denn eigentlich?
Dass sich diese Sache mit einem Klick erledigen lässt?
Wir waren drei Monate lang intim, ich habe ihre Rechnungen bezahlt.
Ich möchte einigermaßen fair sein.
Fair?
Indem du sie ein letztes Mal vögelst, oder was?
(Sie lacht und schluchzt.)
Sag mal, Patrick, ich mein, du druckst herum,
du lügst mich an - ist das vielleicht fair?
Morgen Vormittag bin ich zurück.
Was?
Wir werden nie wieder davon reden, das verspreche ich.
Patrick ...
(Er verlässt das Haus.)
(Sie stellt die Flasche hin und atmet nervös.)
(Sie schluchzt.)
Was ...
Was ist das denn?
Scheiße!
Och, Kristina, Mann!
(Angespannte Musik)
(Er seufzt.)
Und jetzt?
Wir machen einen Ausflug?
Oh. Zur Abwechslung mal erst essen und dann vögeln.
Komm, du wolltest doch immer mal verreisen, steig ein.
Aber nur, wenn ich fahren darf.
Okay.
(Leise angespannte Musik)
Und? Wie findest du ihn? Steht er mir?
Von wem hast du den?
Ach ...
(Beklemmende Musik)
(Der Motor springt an.)
(Die Musik verklingt.)
(Fernes Donnergrollen)
(Angespannte Musik)
(Beklemmende Musik)
(Eine Tür quietscht.)
(Treibende Musik)
(Spannungsgeladene Musik)
(Julia atmet nervös.)
(Der Motor röhrt, Rock-'n'-Roll-Musik aus dem Radio.)
Fahr nicht so schnell.
Wie alt warst du, als das rauskam?
'79?
(Er lacht.)
Da war ich 15.
Du könntest mein Großvater sein.
Und? War es schön in Amsterdam?
Erzähl doch mal. Wo wart ihr?
Im Rijksmuseum? Im Anne-Frank-Haus?
Poffertjes essen in de Wallen?
Claire, bitte rase nicht so.
(Handyklingeln)
Julia ruft an.
Schau nach vorn, verdammt noch mal.
Wo fahren wir überhaupt hin?
In ein romantisches Hotel auf dem Land für einen Abschiedsfick?
Halt an!
Ich entscheide, mit wem ich ins Bett gehe. Nicht du oder Julia!
Halt endlich an!
(Vollbremsung)
(Gut gelaunte Rockmusik aus dem Radio)
♪ My Sharona.
Wir fahren zurück.
Rutsch rüber.
Claire!
(Rockmusik aus dem Radio)
(Er seufzt.)
(Er atmet angestrengt.)
Scheiße.
(Vogelzwitschern)
(Er seufzt.)
(Türglocke)
(Klopfen)
Hallo, Claire.
Oder darf ich ab jetzt Klara sagen?
(Düstere Musik)
(Sie stammelt.)
Hab ich gesagt, dass du reinkommen darfst?
Du hast meine Nummer gesperrt.
Deine Wohnung war leer.
Aber ...
ich hab dich gefunden!
Verschwinde!
Du bist besoffen.
(Er riecht.)
(Er stöhnt betört.)
Du doch auch.
Du doch auch.
(Abwehrende Laute)
Es war gar nicht nett, einfach so abzuhauen.
Obwohl, du weißt, dass mich das geil macht.
Nein. Nein, nein, nein.
(Sie atmet panisch.)
Trägst meinen Ring ja gar nicht.
(Schmerzenslaut)
(Angespannte Musik verklingt.)
Ich habe versucht, dich zu erreichen!
Seit Stunden schon, du Arschloch!
Was ist denn los?
Komm, schau dir das an.
Sie war hier. Hier im Haus.
Ja ... in unserem Zuhause.
Wie ist die überhaupt hier reingekommen?
Da.
Wie heißt sie?
Wo wohnt sie?
Klara Becker, Mainzer Straße 52.
(Düstere Musik)
Hast du ein Foto von ihr?
Hä? - Ein Foto!
(Leise angespannte Musik)
Dieses Miststück!
Julia.
(Düstere Musik)
Julia!
Julia!
(Treibende Musik)
(Energisches Klingeln an der Tür, er atmet angestrengt.)
(Die Musik verklingt.)
Wie heißt er denn, dein neuer Lover?
(Leises Wimmern)
(Er atmet laut, Schritte auf der Treppe.)
Ich muss Frau Becker sprechen.
(Krächzendes Atmen)
Es ist schon ziemlich spät.
Ist sie da?
Darf ich fragen, wer Sie sind?
Ich bin ihre Therapeutin.
(Leises Wimmern)
Meine Freundin ...
schläft schon.
(Düstere Musik)
Sie können ja morgen telefonieren.
Gute Nacht.
(Düstere Musik)
(Er atmet nervös.)
(Sie weint.)
Nein.
(weinend:) Nein.
Nein!
(Sie heult.)
(flüsternd:) Sei still.
Sei still.
(Sie ringt nach Luft.)
(leise:) Sei still.
(Spannungsgeladene Musik)
(Rumpeln)
(Klara hustet.)
(Sie ringt nach Luft.)
(Knall)
(Panisches Atmen)
(Er schreit.)
(Schmerzenslaute)
(Dumpfer Knall)
(Klara würgt.)
(Klara ringt nach Luft, er ächzt.)
(Beklemmende Musik)
(ängstlich:) Nein! Nein!
(panisch:) Bitte.
(Er ächzt.)
(Sie hustet und ringt nach Luft.)
(Er ächzt laut, pulsierende Musik.)
Hey!
(vorsichtig:) Hey.
Oh Gott.
(panisch:) Oh Gott.
Keine Polizei. - Sie müssen ins Krankenhaus.
Nein, keine Polizei. - Ist alles gut, ganz ruhig.
(Bremsgeräusch, Knall)
(Klara atmet panisch.)
(Düstere Musik)
(Julia atmet nervös, leise angespannte Musik.)
(Leises Stimmen, Julia atmet nervös.)
(Düstere Musik)
(Ein Einsatzfahrzeug nähert sich.)
Keine Polizei.
Bitte. (Sie hustet.)
(schwach:) Keine Polizei.
(Ein Einsatzfahrzeug nähert sich.)
(sanft:) Langsam.
Hier.
(Sanfte, bewegte Musik)
Ja, so ist gut.
(Julia spricht leise und sanft.)
(Sanfte, bewegte Musik)
(Sie atmet nervös aus.)
(Die Musik verklingt.)
(Dumpfer Verkehrslärm)
(Leise Babylaute)
(Quengeln, beruhigende Laute)
(Sie seufzt laut.)
(Handyklingeln)
Ja?
(leise, nervös:) Mama.
Was ist los bei euch?
Ich mache mir total Sorgen.
Ich versuche seit Stunden, Papa zu erreichen.
(Julia schluchzt.)
"Du weißt es, oder?"
Was?
"Papa hat ..."
"Papa hat eine Freundin. Sie ist ..."
"Sie ist meine Babysitterin."
Was?
"Sie hat mir ein Selfie geschickt von ihm und ihr."
"Beide nackt."
Was?
"Mir hat sie gesagt, dass sie manchmal auch als Escort arbeitet."
"Aber ... hat Papa ein Escort gebucht?"
"Mama ..."
"Sie hat immer auf Penny aufgepasst."
Das ist meine Schuld.
Das ist alles meine Schuld.
(Sie weint.)
(Klara stöhnt leise.)
(Dumpfe Funksprüche)
(Die Autotür wird geschlossen.)
(Automotor startet.)
Können wir? - Nee.
Notarzt hat angerufen, da stimmt was nicht mit dem Opfer.
Wir sollen auf die Kripo warten.
(Angespannte Musik, Vogelzwitschern)
(Funkspruch)
(Angespannte Musik)
(Automotor springt an.)
(Angespannte Musik)
(Die Musik verklingt.)
(Bedrückende Musik)
Claire!
Claire!
(Angestrengtes Atmen, bedrückende Musik)
(Dramatische Musik)
Claire!
Claire!
(Schwermütige Musik)
Claire!
Klara!
(Schwermütige Musik)
(Die Musik verklingt.)
Wo ist sie?
Sie ist weg. - Was?
Seid ihr eigentlich vollkommen bescheuert?
Ihr habt Probleme in der Kiste und das ist eure Lösung?
Es gibt Leute, die haben Krebs, die haben keine Kohle,
keine Wohnung und ihr, ihr habt alles!
Ihr habt das große Los gezogen, also kommt endlich damit klar!
Morgen! - Tag.
Hey.
Das ist also die Frau vom Sugardaddy.
(Hallende Schritte)
(Er seufzt.)
Wer möchte zuerst?
(Räuspern)
Kommen Sie bitte mit.
(Schwermütige Musik)
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