All language subtitles for Der Tatortreiniger - S05E02 - Das freie Wochenende.deu

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Original subtitles

* Musikthema: Tatortreiniger *

Ulf, ich hatte dich gebeten, noch mal zu gucken,

ob alles richtig ist.

Da gehören die Kommas auch dazu.

Natürlich fehlt das eins.

"Wenn das Licht verlischt Komma, bleibt die Trauer, Punkt."

Natürlich fällt das auf.

Ich weiß schon, was Tante Hilde dazu sagt.

Nee, eben nicht.

Sondern dass dir dein Vater nicht mal die Mühe wert ist,

'ne ordentliche Trauerkarte zur verfassen.

* Handyklingeln *

Ich ruf den Grafiker an und guck, ob der noch was machen kann.

Ich ruf zurück.

Jetzt ruft jemand vom "Weißen Hirschen" an. Tschüss.

Drexler!

Ja.

Nein, ich hatte gesagt, 72-mal Hirschmenü,

achtmal vegetarische Gemüsepfanne.

Einmal Hirschmenü ohne Nüsse, viermal vegan und einmal glutenfrei.

Ohne Teigtaschen, ja.

Natürlich ist da Fleisch dabei.

Nicht das vegane, sondern das mit Fleisch, nur ohne Getreide, genau.

Nein.

Ein Hirsch hat keine Nüsse,

die Laktosefreien sind bei den veganen schon mitgerechnet.

Hallo? Ja, ich-ich-ich ...

Ich höre Sie grad nicht, Moment.

Hallo? Was für 'ne Suppe denn?

Ja ... streichen Sie die Suppe und-und ähm ...

Sagen Sie meiner Schwägerin, wenn sie Zusatzbestellungen macht,

muss sie das mit mir absprechen.

Ja, ich, ich klär das und ...

Ich ruf gleich zurück.

Wiederhören.

Machen Sie das doch mit Wasser.

In dem Fall nicht - es kommt auf den Boden an.

Aber so verkratzen Sie den.

Keine Sorge, ich weiß, was ich mache.

Warum kann man da kein Wasser nehmen?

Weil das Wasser in die Ritzen läuft und ...

Keine Überschwemmung, nur ...

Ich mach das nicht zum ersten Mal! Da ist schon 'n Kratzer.

Da! Da!

Der ist sicher nicht von mir.

Das sehen Sie daran, wie eingedunkelt der ist.

Aber wenn Sie mir unterstellen, dass ich ... Bitte nicht.

Danke.

Möchten Sie 'n Bonbon? Ich?

Wollen Sie sagen, ich habe Mundgeruch? Nee.

Warum fragen Sie dann, ob ich 'n Bonbon will?

Weil die lecker sind.

Ich möchte kein Bonbon, sondern dass Sie zum Putzen Wasser nehmen.

Aber mit Wasser kriege ich das nicht weg.

Sie müssen mich wirklich nicht für dumm verkaufen!

Hier, bitte.

* Reißen *

Oh! Hm?

Jetzt haben Sie sich aber was geholt, 'n Lauf-Dings.

(tränenerstickt) Ich hab keine zweite dabei!

Soll ich jetzt mit Wasser ...

Warum diskutieren wir, wie Sie Ihre Arbeit machen sollen?!

Das weiß ich auch nicht.

Ich sagte nur, Sie sollen Wasser nehmen.

* Telefonklingeln *

Mit sachlich-kritischen Bemerkungen müssen Sie professionell umgehen.

Wenn ich bei Kritik immer beleidigt wär,

könnt ich mir 'n Strick nehmen.

* Telefonklingeln * Dann würde noch jemand sagen:

"Den Knoten hätte man besser machen können."

Ich kann Ihnen zeigen, wie's geht ... Hm? Hm?

Ulf, ich bin stinksauer, deine Schwester hat, ohne es ab...

Lea, Hase, was ist los?

Nein, nein, Lea.

Die Mama ist nicht im Himmel, der Opa ist im Himmel.

Genau, der Drexler-Opa.

Ja, sein Kaninchen auch und ...

Lea, Hase, gibst du mir mal kurz den Papa?

Natürlich musst du die Schlammhose anziehen, wenn du ...

Da hat der Papa sich eben mal getäuscht.

* Kichern * Du ziehst die Schlammhose an.

Weil die Mama das so sagt. * Lachen *

Lea, gib, gib mir bitte ganz kurz den Papa.

Nein, deine Schlammhose hängt nicht im Himmel,

die hängt in der Garderobe und die ziehst du jetzt an!

Ulf, ich hab nur gesagt, sie soll die Schlammhose anziehen.

Deine Schwester hat mit dem "Weißen Hirschen" besprochen,

dass die Gäste vorab Tomatensuppe bekommen.

Wenn du das wusstest, muss man mich ja nicht informieren.

Ich ruf zurück.

Is was?

Nee.

Dagmar Drexler.

Herr Büntig.

Ja, mit Frau Riebeson ist abgesprochen,

dass jeder Kongressteilnehmer eine Infomappe hat und ...

Äh, ja. Nee.

Die, äh, Teilnehmerliste hab ich nicht hier, weil ich ...

Bin doch wegen der Beerdigung meines Schwiegervaters ... Danke.

Ich bin ähm ...

... am Montag wieder im Büro und würde Sie dann ...

* Poltern *

... würde Ihnen dann die Teilnehmerliste geben.

Ja. Verstehe.

Auf Wiedersehen.

Entschuldigung.

Ich hab Probleme mit dem Dampfreiniger.

Wissen Sie, wo hier 'n Schraubenzieher ist?

Das ist nicht mein Problem, sondern Ihres.

Sie müssen eine Lösung finden. Die einfachste wär 'n Schraubenzieher.

Das Einfachste wäre, daran vorher zu denken.

Aber warum sich selber kümmern?

Irgendwer wird schon einen Schraubenzieher haben!

Die nette Dagmar kümmert sich um

und zaubert einen Schraubenzieher aus dem Hut.

Ist hab nur gefragt, ob Sie einen Schraubenzieher haben!

Wenn Ihr Chef Ihnen was aufs Auge drückt,

obwohl Sie frei haben, kann ich nichts dafür!

Wollen Sie mir Ratschläge geben? Wenn Sie möchten.

Ganz sicher nicht.

Außerdem bin ich in Trauer.

Da sind Sie nicht die Einzigste.

Oh. Ja.

Familie?

Nee, aber zwei Freunde von mir waren grade im Urlaub in Italien.

Und die sind ...? Die waren in einer Pension.

Zwei Tage später starb die Oma vom Vermieter.

Die war schon 96, aber der Sohn hat trotzdem sehr getrauert.

Und was war jetzt mit Ihren Freunden?

Insgesamt waren die zufrieden.

Also falls Sie mal nach Italien ... Dass ich nach Italien ... Ja.

Sehe ich aus, als würde ich Urlaub planen?

Warum erzählen Sie mir,

dass irgendwo eine Frau gestorben ist, die Sie nicht kennen?

Ich hab nur gesagt, dass andere auch trauern.

Wissen Sie, was auf der Seite Ihrer Firma steht? Na?

"Sensibler Umgang mit den Angehörigen."

"Sensibel"! Das steht da drin.

Das ist halt Werbung, ne.

Darf man nicht so ernst nehmen.

Ich werd mich über Sie beschweren, glauben Sie mir.

Können Sie gerne machen.

Aber ich weise Sie darauf hin, dass 'ne Beschwerde

innerhalb von 14 Tagen eingereicht sein muss.

Sie sind so ein ...

Ich sag das Wort nicht - ich denke es. Mm.

Es ist ein hässliches Wort. Das kann ich mir denken.

Hallo, Hanni!

Ja, ich bin's, Dagmar.

Könntest du mir einen Riesengefallen tun?

Könntest du ins Büro fahren, da liegen neben dem Computer ...

Ahh, blöd.

Und, ähm, wenn du da ein bisschen später kommst?

Ja.

Ja. Nee, nee, da kann man nichts machen.

Viel Spaß. Tschüss.

* Handyklingeln *

Drexler.

* Dampfsauger geht kurz an * Sehr gut.

* Klimpern *

Das ist das letzte Mal, sage ich Ihnen.

Danke, aber ich hab's schon.

Ach so. Ja.

Kann ich ja die schwere Kiste wieder wegtragen.

Ehrlich gesagt, ist das jetzt Ihr Problem.

Sie sind so - seien Sie froh, dass ich das Wort nicht sage. Dito.

Was soll das heißen? Ich denk mir auch 'n Wort.

Was für eins? Kein nettes.

Denken Sie doch, was Sie wollen. Das ist mir so was von egal.

* Stöhnt genervt *

Was ist das für ein Wort?

Sag ich nicht.

Sagen Sie, was Sie meinen, immerhin denken Sie es über mich.

Eins mit einem Y und zwei R.

Was soll 'n das für 'n Wort sein? Sag ich nicht.

Ist mir sowieso egal.

Irre? Das Wort "irre"?

Schreibt man aber nicht mit Y.

Hieße ja Yrre (Ürre).

Yrre, Yrre, Yrre, Yrre.

Die Yrre auf dem Sofa.

Quatsch.

Ich bin nicht yrre.

Ich bin nicht irre!

Mit einem korrekten I!

Irre.

So.

Wenn ich jetzt sage, dass das Mäuseködel sind, dann ...

Ich dachte, dass Kita-Treffen wär nächstes Wochenende.

Nein, kann ich nicht,

da ich um 15.30 Uhr jemanden vom Bahnhof abholen muss.

* Dampfsauger *

(Spricht lauter) Nein! Ähm, nein, ich, das-das-das geht nicht,

weil unsere Tante Hilde grundsätzlich keine U-Bahn fährt.

Hallo?

Ich sagte, Tante Hilde fährt keine U-Bahn.

Auch kein Taxi - sie findet, dass die Fahrer Halsabschneider sind.

Gut. Wenn's so wichtig ist, ...

Dann wird sich eine Lösung finden.

Es findet sich immer eine Lösung!

* Schluchzen *

Ich kann nicht mehr.

Ich kann einfach nicht mehr.

Also ich denke, Sie sollten Ihren Mann anrufen.

Auf gar keinen Fall, der hat genug Stress.

* Handyvibrieren *

Als meine Mutter letztes Jahr ins Krankenhaus kam,

wussten wir nicht, ob sie die OP überlebt.

Da habe ich nur gedacht: "Nicht vor dem Kongress."

Ich denke immer: "Nur noch das Nächste schaffen, nur noch das!

Nur noch das. Nur noch das."

Ich zeig Ihnen mal was.

Hier, kommen Sie.

Knien Sie sich mal hin. Was, warum?

Machen Sie einfach.

Hier.

Sind das Mäuseködel?

Nee, das sind gestresste Staubflusen, vom Dampf.

Ich mach das gleich weg.

Gucken Sie mal zum Schreibtisch.

Nee, darf ich mal? Hier, so.

Geht's?

Ja. Ja.

* Lautes Gackern *

Ja, Penis, ne.

Irgendwann hab ich beschlossen, dass es das nicht wert ist.

Ich hab ausgerechnet, wenn's hochkommt,

hab ich vielleicht noch zehn Fußball-WMs vor mir.

Zehn!

Is an sich schon wenig.

Davon will ich keine riskieren, weil ich vorher vor Stress tot umfalle.

Bei mir steht auch immer mal der Postbote:

"Ich hab ein Stresspaket für Sie." Und dann?

Muss man sofort sagen: "Annahme verweigert."

Zu mir sagt der Postbote:

"Tag, Frau Drexler, das sind Ihre Stresspakete

und die für Ihre Nachbarn, Freunde, irgendwen.

Die sind nicht da, also lass ich die auch bei Ihnen."

Sie machen's richtig.

Also ab und an lass ich mir auch mal eins unterjubeln, ne.

Meist, wenn der Absender 'ne Frau ist.

Und als Empfänger angegeben: "Heiko Schotte, sexiest man alive."

* Handyvibrieren *

Anonymes Stresspaket.

Die werden mal gar nicht angenommen.

Bohne? Interessiert mich nicht.

Ich kann auch nicht mehr.

Können Sie nicht mal drei Tage wegfahren?

Einfach weg, einfach raus.

Lassen Sie sich 'ne Ausrede einfallen,

schwänzen die Beerdigung, gehen ins Hotel und schlafen sich aus.

Drei Tage im Bett bleiben, Essen bringt der Zimmerservice.

'tschuldigung, hab ich was Falsches gesagt?

War nur 'ne Idee.

Ich dacht, es würd Ihnen guttun.

Natürlich würde mir das guttun.

Wenn jemand zu mir sagen würde: "Du hast drei Tage frei",

würd ich durchdrehen vor Glück.

Aber das geht nicht. Es geht einfach nicht.

Wieso nicht?

Wegen allem eben.

Sie wollen Ihren Mann nicht im Stich lassen, ne.

Dem wäre es wohl lieber, wenn ich nicht da wär.

Nö, das glaube ich nicht.

Wir lassen uns vielleicht scheiden.

Ach so.

Er hat gesagt, er fühlt sich wie ein Stressfaktor in meinem Leben

und das hält er nicht mehr aus.

* Unverständlich *

Warum nicht?

* Unverständlich *

Ja, und?

Wir müssen einfach mal in Ruhe reden.

Aber dafür hab ich nicht die Energie.

Mein Gott, drei Tage frei - ich würde durchdrehen vor Glück.

Aber wenn es ihm doch vielleicht sogar recht wär.

Und was sagt er der Verwandtschaft?

"Meine Frau kann nicht zur Beerdigung, die schläft drei Tage."

Sie müssten 'ne gute Ausrede haben.

'ne Geschäftsreise oder so. Ich soll ihn anlügen?

Sicher - Sie müssen ja nicht auf Geschäftsreise, oder? Nee.

Also.

Nee.

Krank. Ja, und dann?

Lieg ich im Schlafzimmer und um mich rum ein Riesenchaos?

Und Tante Hilde macht mir kalte Wickel.

Das wär auch nicht so entspannt.

Gott, das wäre der blanke Horror. Ich würde ...

* Unverständlich *

Ja gut, das stimmt auch wieder.

Angenommen, man findet in der Wohnung 'nen Schimmelpilz. Was?

Der sich durch die Blutlache extrem schnell ausgebreitet hat,

wodurch sich ein Schimmelpilz-Virus entwickeln konnte.

Das Virus Funghi Toxi...mentis calamis.

Und dieses Virus würde, sagen wir mal ...

... Brechdurchfall auslösen und wäre höchst ansteckend.

Deshalb müssen Sie sofort für drei Tage ins Hotel.

Ulf würde sich Sorgen machen, wenn ich allein im Hotel liege

mit Brechdurchfall - das könnte ich nicht.

Dann wär's 'ne Vorsichtsmaßnahme - 'ne Art Quarantäne und ähm ...

Der Virus hätte 'ne Inkubationszeit von drei Tagen, also bis Sonntag.

Wenn also bis Sonntag nichts passiert wär, gibt's Entwarnung.

In Ihrem Fall wär das so.

Sie machen sich 'ne schöne Zeit

und Sonntag fahren Sie ausgeschlafen nach Hause.

Dann müsste ich alle anderen auch anlügen.

Meinen Chef ...

Ja, alle.

Dann würde ich 90 Leute anlügen.

Aber die Lüge zählt nur einmal.

Ist ja immer dieselbe Lüge.

Ich kann das nicht.

Sie sind doch Tatortreiniger.

Wenn Sie sagen, Sie hätten Schimmelpilz gefunden, glaubt er's.

'türlich könnte ich.

Aber ich kann ja lügen - Sie müssen's lernen.

Los jetzt.

No risk, no fun.

Ich kann das nicht.

(monoton) Hallo Ulf, ich bin's.

Es geht um Folgendes ...

(munter) Dagmar, gut, dass du anrufst!

Wo ist die Nummer vom Bestattungsunternehmen?

Auf dem Schränkchen im Flur.

Wenn du anrufst, kannst du gleich ... Und tschüss.

Ich will nicht, dass er zweimal anrufen muss.

Noch mal.

Hallo Dagmar, ist grad schlecht, bin im Auto.

Ähm, ja, blöd. Ja? Ah.

Ich muss dir was sagen. Was denn?

Hier ist rechts vor links, du Arschloch! 'tschuldigung.

Muss das jetzt sein? Ja, ähm, lieber ja.

Können wir nicht heute Abend in Ruhe drüber reden? Lieber jetzt!

Oh, jetzt fahr ich in Tunnel. Du, es ... (pfeift)

Wenn er im Auto sitzt, ist es wirklich schwierig.

Parkplatz? Ja.

Noch mal.

Hallo, Daggi.

Hi.

Ulf, ich ...

Ich muss dir was sagen.

Tut mir wahnsinnig leid, aber ich ...

Und tschüss. "Tut mir wahnsinnig leid" ...

Tut's mir auch. Ist doch nicht Ihre Schuld, dass Sie krank sind.

Noch mal.

"Hallo Ulf" ...

Der Mann von der Reinigung sagt, das heißt Funghi toximentis calamis.

Und wo ist dieser Schimmel?

Im ... im Prinzip ...

... überall.

Die Wohnung ist innerhalb von zwei Tagen komplett verschimmelt?

Der meinte, man kann den Schimmel nicht mit bloßem Auge sehen,

aber ähm, es kann trotzdem sein, dass der, dass der, der Virus ...

Quatsch, der hat dich verarscht!

Warum sollte er was sagen, was nicht stimmt?

Vielleicht hast du den genervt.

Du denkst, dass ich einem Fremden in zwei Stunden

so auf den Wecker gehe, dass er sich aus Rache einen Virus ausdenkt?

Das ist das Erste, was dir einfällt?

Das ist das, was mir zu einem Virus aus unsichtbarem Schimmel einfällt!

Weil du weißt, wie sich ein Virus entwickelt.

Ich weiß, dass es so einen Virus nicht gibt.

Ulf Drexler entscheidet, welches Virus es gibt? Ich weiß das einfach.

Wenn du's weißt, ist ja gut.

Auf dem Friedhof ist kein Klo und das ist nicht mein Problem.

Würd mich wundern, wenn was nicht dein Problem wär.

Dann lass dich doch scheiden!

Noch mal?

Ja.

Also der Virus heißt Funghi toximentis calamis.

Ich hab davon nie gehört,

aber du kennst dich mit so was besser aus.

Hast du schon mal davon gehört? Ich glaub, das sagt mir was.

Und was soll ich jetzt machen?

In der Wohnung kannst du nicht bleiben und hier ...

Es müssten halt alle ca. fünf Meter Abstand halten.

Das Beste wär, wenn du mal für drei Tage in ein Hotel gehst.

Meinst du?

So, und jetzt in echt.

Nicht gleich Ulf am Anfang. Kita.

Durchziehen!

Gar nicht erst zu Wort kommen lassen.

Ja, hallo, Frau Dagmar, äh, Frau Gindrich.

Hier ist Dag-Dagmar Drexler.

Ich, ähm, kann morgen nicht zum Schimmeltreffen.

Weil ich, äh, Pilze, also, äh, in der, in der Wohnung

meines Schwiegervaters wurde Brechdurchfall gefunden.

Der, der, also ein Virus, übertragen kann,

äh, hoch-hochgefährlich - auf lateinisch.

Und, und der Reinigungsexperte, ähm, heißt Toxi-Calamaris

und deswegen kann ich morgen nicht.

Wiedersehen.

Das Wichtigste kam rüber.

Ich hab's abgesagt!

Ich hab zum ersten Mal was abgesagt!

Nächster.

Chef.

Funghi toximentis calamis.

Ja, das wäre natürlich eine Katastrophe,

wenn ich jemanden anstecken würde - so kurz vor dem Kongress.

Womöglich die ganze Abteilung.

Ja, genau, das ist vielleicht das Vernünftigste.

Ja. Ich melde mich, sobald es Entwarnung gibt.

Auf was?

Auf Wiedersehen.

Weiter.

Die Wohnung ist mit rötlichem Schimmel überzogen.

Die Leute vom Gesundheitsamt - da war 'ne ganze Gruppe hier -

die haben gesagt, sie haben so was noch nie gesehen.

Kann sein, dass wir das ganze Haus abreißen müssen.

Und die anderen Häuser auch.

Ich bin auf der Intensivstation.

Also vorsorglich.

Nee, es geht mir gut, es ist noch nicht sicher,

ob das Virus bei mir ausbricht.

Mm.

Und selbst wenn, es ist ja in den meisten Fällen nicht tödlich.

Mm.

Ja.

Na los jetzt!

Deswegen veranstalten Sie das Ganze hier doch.

Hallo Ulf, ich bin's.

* Wie klingst du denn? *

Ja, ich ... Ich muss dir was sagen. * Ist was passiert? *

Nein. Doch. Also. Das ist ...

* Was ist denn los? *

Also es ist so, ich ...

Ich kann nicht mehr.

* Was? Was kannst du nicht mehr? *

Ich kann nicht mehr. Alles.

Ich weiß, es klingt jetzt komisch, aber ich wollte fragen, ob du ...

Ob du dir vorstellen kannst, dass ...

Ich, ich bin so fix und fertig und kaputt und würde gerne

in ein Hotelzimmer für drei Tage und mich einfach ausschlafen.

* Wann denn? * Am liebsten sofort.

* Das heißt, du würdest nicht zur Beerdigung da sein? *

Ich will dich nicht im Stich lassen,

aber wenn du dir vorstellen könntest, dass ...

Ulf?

* Ja, ... Denk nach. *

Also wenn's dir lieber ist, dass ich komme, ...

* Das kommt etwas überraschend. * Ich weiß.

* Was sag ich den anderen? *

Dass in der Wohnung deines Vaters ein Schimmelpilz gefunden wurde,

der durch die Blutlache ein Virus gebildet hat.

Eins, das Brechdurchfall auslösen kann und ansteckend ist,

dass ich ins Hotel muss, in Quarantäne.

* (lacht) Ich wusste nicht, dass du so gut lügen kannst! *

Und? Was meinst du?

* Nur unter einer Bedingung. *

Ja?

* Du schläfst dich wirklich aus. *

* Fährst nicht noch ins Büro, um Arbeit mitzunehmen. *

* Und du machst das Handy aus, okay? * Okay.

Ulf ... * Sag jetzt mal nichts, ja? *

* Schlaf dich aus und dann reden wir mal ganz in Ruhe. *

Aber danke sagen darf ich, oder?

* Darfst du. * Danke.

* Dann sehen wir uns Sonntag. *

Ja, bis Sonntag.

Also das jetzt ... Also ...

Da hätte ich gewettet, dass das so nicht funktioniert.

Ach, Ulf ist schon 'n Toller.

Muss ich zugeben: Das Ergebnis ist bestechend.

Hätt nicht gedacht,

dass Ehrlichkeit 'ne erfolgreiche Strategie ist.

Lügen Sie denn immer?

Nee, nicht, wenn's um meine Meinung geht.

Da sage ich, was ich denke.

Aber wenn mich einer fragt, wie's mir geht -

also so innerlich, sag ich einfach: "Gut."

Würd mir nicht im Traum einfallen, zu sagen, wie's mir geht. Warum?

Das geht niemanden was an.

Und was ist mit Ihrer Freundin oder Frau?

Bin Single.

Haben Sie mal überlegt, ob da ein Zusammenhang besteht?

Wollen Sie Urlaub machen oder Ihre Zeit mit Psycho-Kram verplempern?

Danke. Ich weiß, ich bin der Hammer.

Und jetzt ab! Taxi wartet, tschüss.

* Türknallen *

Hallo, Schotty, wie geht's dir? - Mir geht's gut.

Hallo Schot... - Mir geht's gut.

Mal angenommen, du wärst ehrlich: Wie würd's dir dann gehen?

Weiß nicht, keine Ahnung.

Weiß ich nicht.

Copyright Untertitel: NDR 2015

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