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Ich bin froh, dass wir hier angelegt haben. Die Insel ist ein Paradies, findest Du nicht?
Ja, aber warum laufen wir so weit? Wir hätten doch beim Boot baden können.
Das können wir doch überall. Hier ist ein schöner Strand.
Stimmt. Und mich wundert, dass der nicht voll Touristen ist.
Hier gibt es doch kaum noch eine Insel ohne Fremdenverkehr.
Die hier ist vielleicht auf keiner Landkarte.
Das wär zu schön, um wahr zu sein. Aber hier wird es doch wenigstens ein Fischerdorf geben.
Oh sicher. Aber die Leute hier haben vielleicht kein Interesse am Tourismus.
Wenigstens der Hund hat Interesse dran.
Der läuft uns schon nach, seitdem wir gelandet sind.
Der will nur was zu fressen.
Das ist ein schöner Platz. Bleiben wir hier?
OK, von mir aus.
Der ist ja zutraulich.
Aber wir haben nichts, was wir ihm geben können.
Ja, du hast recht. Ganz schön heiß hier.
Na Dicker? Dir gefällt es bei uns.
Braver Hund.
Komm rein. Das Wasser ist herrlich.
Wir haben erst vor einer halben Stunde gegessen. Warte noch ein bisschen, Rita.
Ja, Du hast Dir wieder mal den Bauch vollgeschlagen.
Aber ich habe nur ein bisschen Salat geknabbert. Ich schwimme!
Schön ist das.
Hilfe! Irgendwas zieht mich runter. Hilf mir doch!
Geht's dir jetzt besser, Liebling?
Nein, ich habe Schmerzen.
Die geben sich schon, wenn wir unten sind.
Kann ich Dir helfen, Mary?
Nein danke. Es wird schon gehen.
Ich glaube, unser Baby ist sehr unsportlich.
Es protestiert gegen die Bergfahrt.
Wer weiß, was es noch auf dem Boot anstellt?
Ach was. Wenn es gefährlich wäre, hätte Marys Arzt es bestimmt nicht erlaubt.
Aber es wäre besser, wenn wir nur kleine Tagesreisen von Insel zu Insel machen.
Ach, daraus wird nichts.
Wie ich Andy kenne, will er in den wenigen Wochen, die wir haben,
sicher die ganze Ägäis und die Küsten Kleinasiens erobern. Das müsst ihr zugeben.
Dann kann er Mary und mich auf der ersten Insel an Land setzen
und auf der Rückfahrt wieder abholen.
Ja. das wäre auch eine Möglichkeit.
- Willst Du Dich setzen, Liebling? - Ja, Danke.
Vorsicht!
So ein Pech. Das ist mir aber peinlich.
- Verzeihung. - Bitte, das macht doch nichts.
Ich glaube, der Apparat ist hinüber.
Ich bezahle selbstverständlich den Schaden, Fräulein.
Zum Glück sind wir für solche Fälle versichert.
- Ja natürlich. - Ach was.
Die Kamera war alt und billig. Aber Sie können mir vielleicht anderweitig helfen.
Sie redeten von einem Boot. Könnten Sie mich eventuell bis zu einer Insel mitnehmen?
Ja, das kommt drauf an, wo sie liegt.
Andy hat doch bestimmt gegen einen Passagier nichts einzuwenden?
Ich will mich nicht aufdrängen.
Alles, was ich brauche, ist eine Passage zu der Insel, wo meine Freunde wohnen.
- Was meint ihr? Das wird doch gehen, oder? - Sicher.
Er lässt uns sicher wieder eine Weile warten.
Jede Wette, der ist noch nicht da. Wäre ja ein Wunder, bis der mal...
Denkste. Da kommt er!
Hey! Andy! Hier sind wir.
Der muss sich eine Uhr gekauft haben.
- Hallo Leute! - Hallo! Andy!
Schön, dass Du pünktlich bist.
- Hallo Alter. - Hallo Danny.
Na, Mary?
- Wie geht es euch Zweien? - Uns geht es gut.
- Hallo. Alter Kinderfabrikant. - Darf ich vorstellen. Das ist Julie.
- Freut mich. - Sehr angenehm.
Ganz meinerseits.
- Kommen Sie. Steigen Sie ein. - Kommt schon, alle Mann an Bord.
- Willst Du nach vorn, Mary? - Nein Danke.
Hinten ist viel mehr Platz. Los, einsteigen.
Und vergesst nicht, dass wir noch das Gepäck holen müssen, bevor wir an Bord gehen.
- Keine Angst, Liebling. Kommen Sie, Julie. - Danke.
- Alles an Bord. - Du kannst jetzt abfahren.
Also das ist die Insel. Sie liegt ungefähr 100 km südlich von hier.
Aha. Kein Problem. Das ist nicht mal ein Umweg für uns.
Es ist schon etwas seltsam, dass von dort aus keine Boote fahren.
Eigentlich ist es gar nicht so ungewöhnlich.
Für mehrere Monate im Jahr ist sie fast völlig unbewohnt.
Es gibt nur wenige dort ansässige Familien, und diese sind Selbstversorger.
Nur im Sommer, wenn die Touristen kommen, ist es ein Paradies auf Erden.
Wie kommen die Touristen denn hin?
Entweder haben sie ein Boot oder man nimmt sie mit.
Unglücklicherweise wurde ich aufgehalten und kam zu spät.
Ich hätte vor drei Tagen schon weg sein sollen.
- Dann hätten wir Dich aber nicht getroffen. - Das ist wahr.
Nun. Begeben wir uns in Richtung dieses Paradieses?
Lasst uns abstimmen. Hebt eure Arme für ein "Ja".
- Ja. - Ja.
Dann mal los.
Ich will ans Fenster.
- Wie lange meinst Du, brauchen wir? - Du und Dein Fenster.
- Weil ich... - Nicht doch...
- Lass mich Dir das abnehmen - Danke.
Hier entlang, meine Damen und Herren.
Beeilt euch bitte.
Vorsicht, Liebling.
Ruhig, ganz ruhig. Du musst Dich jetzt ein bisschen hinlegen.
Dann wird Dir bestimmt gleich besser.
- Ich kann nicht. - Versuch es, Liebling. Komm.
Hier, Julie.
- Fantastisch, nicht? - Zauberhaft schön.
- Danke für die Cola. - OK.
Entschuldige!
Versuch ganz ruhig und tief durchzuatmen, Liebling.
Dann wird Dir bestimmt gleich besser.
Oder soll ich Dir lieber eine Tablette holen?
Danke.
- Der ist heute wohl nicht richtig in Form, was? - Ist mir egal.
Ich mache mir nicht gleich Hoffnungen, wenn ich einem gut aussehenden Jungen begegne.
- So? - Außerdem scheint er was mit Carol zu haben.
Sicher. Das wäre aber für ihn kein Hinderungsgrund. Er probiert es bei jeder.
- Magst Du ihn nicht? - Ach, Unsinn. Im Gegenteil. Nur...
Carol ist meine Schwester.
- Hast Du Lust? - Oh ja.
Schau nur auf den Kompass. Halte das Schiff so, dass die Nadel hier nicht abweicht.
Wenn nötig korrigierst Du nach links oder nach rechts.
Genau so.
- Hier. - Danke.
In der ersten Reihe liegt die Vergangenheit.
In der zweiten die Gegenwart. Und in der dritten die Zukunft.
Vergiss die Vergangenheit.
Über die Gegenwart will ich auch nichts wissen.
Sag mir nur etwas über die Zukunft, Carol.
Na schön. Und was willst Du genau wissen?
Na, ob es ein Junge wird, oder ein Mädchen.
Und wird es gesund und glücklich sein? Ich möchte alles darüber wissen.
Dann musst Du erst Deine rechte Hand auf die Karten legen.
Ja.
Gut. Und jetzt ziehst Du drei Karten mit der linken Hand.
Eins...
Zwei...
Drei.
Gut.
Und jetzt ziehst Du noch irgendeine Karte mit der rechten Hand.
Na, und jetzt?
Nun sag schon. Was ist?
- Oder soll ich noch eine Karte ziehen? - Nein.
Also was sagen die Karten?
- Darauf kann ich dir jetzt nicht antworten - Wieso?
Die Konstellation ist kompliziert. Ich kann sie so schnell nicht deuten.
Aber das hat nichts zu sagen. Sie sind nur sehr schwer zu deuten...
...so merkwürdig, wie die Karten jetzt liegen.
Das passiert mir ziemlich selten. Ich sehe da nicht ganz klar.
Es ist absolut konfus.
- Du solltest vielleicht nochmal mischen. - Aber nein! Wieso denn? Schau!
Für mich ist das klar... Also das hier ist Deine Karte.
Und rechts und links neben Dir liegen die beiden Männer.
Rechts von Dir liegt Dein Mann und das Baby ist auf der anderen Seite.
Unter Dir liegt auch eine positive Karte: die Sonne.
Das ist sehr gut. Sie gibt euch allen Dreien Gesundheit, Sicherheit und Glück.
Diese Konstellation ist gut. Sie symbolisiert Harmonie. Das bedeutet...
...dass es Zeit ist, das Abendessen zu machen! Ich hab schon angefangen.
Aber ich finde keinen Büchsenöffner.
Ich werde ihm helfen, sonst kriegen wir heute gar nichts zu essen.
Aber Du musst mir die Karten nochmal neu legen. Bis nachher, Carol. Ciao.
Ich mache inzwischen die Cocktails. Davon verstehen die anderen nichts.
Danke, dass Du eingesprungen bist und sie beruhigen konntest.
Aber warum hast Du es nicht gemacht?
Ich kann nicht lügen. Nicht, wenn ich die Karten lege.
Ich glaube nämlich an die Karten.
Und wenn ich darin nichts sehe, will ich lieber gar nichts sagen.
Carol!
Wenn Du in den Karten nichts sehen konntest, warum bist Du dann so besorgt?
Wenn Du nach der Zukunft eines Menschen fragst und die Karten nicht antworten,
dann bedeutet das, dass derjenige auch keine Zukunft mehr hat. Und deshalb...
Habt ihr keinen Hunger? Arnold hat es geschafft. Das Essen ist fertig.
- Morgen, Arnold. Gut geschlafen? - Ja, Danke!
- Na, Julie? Wie war Deine erste Nacht auf See? - Guten Morgen.
- Gut. - Hallo.
Ich hab geschlafen wie ein Toter.
Mary schläft noch.
Es ist nicht mehr weit bis zur Insel, oder?
Wenn der Wind so bleibt, sind wir in ein paar Stunden da.
- Willst Du eine? - Nein, Danke.
- Werden Deine Freunde auf Dich warten? - Sicher.
Genaugenommen sind es keine richtigen Freunde.
Sie sind ein englisches Paar mit ihrer 15-jährigen Tochter.
Ich kümmere mich um das Mädchen, und sie finanzieren mir den Urlaub.
Was machst Du im Winter?
Während des Winters studiere ich Sprachen auf dem College.
Und ich arbeite Teilzeit für einen kleinen Fernsehsender als Programmiererin.
- Und Du? - Medizin.
Ich brauche noch zwei Examen, dann ist es geschafft.
Und noch ein paar faule Urlauber auf die griechischen Inseln rüberkarren.
Hast Du Dich gestern noch mit Carol unterhalten?
Nein. Wieso fragst Du?
Seltsam. Als ich heute früh aufstand, war sie schon da.
Ich fragte sie was los sei und sie meinte, ich hätte dich nicht mitnehmen sollen.
Dann bat sie mich eindringlich, keinen Fuß auf die Insel zu setzen.
Ich habe sonst nichts aus ihr herausbekommen. Aber mach Dir keine Gedanken.
Carol ist eine waschechte Irre schon von Kindheit an.
Es sind diese bescheuerten Karten. Sie kann nicht ohne sie leben.
Ein Fall für die Klapse!
Land in Sicht. Die Insel!
Vorsichtig hier.
Julie, die Insel macht ja einen friedlichen Eindruck.
Sagt mal, Jungs, warum bleiben wir nicht einfach hier?
Ja, da könnten wir ein bisschen Robinson spielen.
Sag mal, wo ist eigentlich das Dorf, Julie?
Gleich da drüben. Hinter den Felsen.
Na schön. Wir begleiten Dich. Kleiner Spaziergang kann nicht schaden.
- Gib her. - Nein, lass nur.
- Komm, Mary. Gib mir die Hand. - Danke.
Mary! Was hast Du?
- Ich hab mir den Knöchel verstaucht. - Versuch mal, aufzutreten.
Oh nein. Das bring ich nicht fertig. Das tut mir zu weh.
Geht nur. Ich warte hier auf euch.
Stell den Fuß am besten in kaltes Wasser, damit er nicht anschwillt.
Ich lass Dich nicht allein. Ich bleib auch hier.
Das brauchst Du nicht.
Wiedersehen, Mary. Vielen Dank und alles Gute.
Ich wünsche Dir schöne Ferien.
Hey, Carol.
- Jakob! - Sofort, Madame.
Hilf mir.
Vorsichtig, gnädige Frau.
- Wenn Du willst, bleibe ich hier. - Nein, nein, geh nur.
- Merkwürdig. - Was?
Dass keine Bote im Hafen liegen.
- Das Boot meiner Freunde ist auch nicht da. - Vielleicht sind sie beim Fischen.
Oder haben woanders festgemacht. So wird's sein.
Das ist aber der einzige feste Liegeplatz auf der Insel.
Vielleicht haben sie sich inzwischen einen anderen gebaut.
Ja, das wäre möglich.
Komisch, dass das Dorf nicht am Ufer liegt, sondern so weit drin.
Du hast ja gesehen, die Küste ist meist steil und felsig. Es gibt nur wenig Badestrände.
Und das Innere der Insel ist viel geschützter.
Stimmt.
Mir gefällt die Insel trotzdem sehr gut, weil nur wenige Touristen herkommen.
Na, also ein bisschen was darf schon los sein. Wir sind ja keine Rentner, oder?
'Ne Disco oder sowas wirst Du hier nicht finden. Nur zwei einfache Tavernen.
Aber meine Freunde sind sehr lustig. Mir ist es hier nie langweilig.
Hier ist eine Ruhe wie auf dem Friedhof.
Also ehrlich gesagt hab ich nichts gegen ein ruhiges Plätzchen, aber das hier ist zu viel.
Ist Dir wohl zu anstrengend, wenn Du selber zur Unterhaltung beitragen musst.
Hallo? Ist niemand zu Hause?
Niemand zu hören und zu sehen. Vielleicht sind alle in der Kirche.
Das gibt's nicht mal im Vatikan.
Das ist unmöglich. Die Kirche ist nur eine Ruine.
Es gibt schon seit Jahren keinen Popen mehr auf der Insel.
Dann wollen wir uns mal systematisch umsehen.
Kommst Du mit, Carol?
Ich warte hier.
Die Post ist hier um die Ecke.
Schau Dir mal den Telegraphen an. Ganz schön verkommen, was?
Sieht aus, als sei er mit Absicht kaputtgemacht worden.
Gibt's kein Telefon auf der Insel?
Nein. Es war ihnen wohl zu teuer für die paar Leute hier.
Das war die einzige Verbindung zum Festland.
Hier. Siehst du? Das letzte Telegramm wurde am 7. Juni hier abgeschickt.
Das war vor einem Monat.
Mir kommt das ganze irgendwie verdächtig vor.
Na?
Was denn? Seid ihr so nervös?
Habt ihr schon rausgefunden, was hier los ist?
Nein.
- Wo sind Carol und Daniel? - Die suchen im anderen Teil des Dorfes.
- Gehen wir lieber zurück, Daniel. - Warte!
Da ist doch wer. Eine Frau.
Die kann uns vielleicht verraten, was hier los ist.
Du willst da reingehen?
Warum nicht?
Dürfen wir reinkommen?
Ist da jemand? Hallo?
Ganz schön vergammelt der Laden.
Ich glaube, die Frau war in diesem Zimmer.
Ja.
Daniel, siehst du? Da am Fenster.
"Geht fort." Sehr freundlich.
Da ist sie ja.
Warte hier. Ich versuche sie einzuholen.
- Jakob. - Ja, Madame?
Komm her!
Kannst Du mir bitte nochmal frisches Wasser holen?
Natürlich.
Jakob?
Jakob?
Die Leiche sieht aus, als wäre sie angefressen.
Nichts zu machen. Die Frau ist spurlos verschwunden.
- Gehen wir zurück zum Boot. - Mary!
Mary ist allein!
Das kann doch nicht wahr sein. Mary!
- Mary! - Arnold!
Bleib hier. Wo willst Du denn hin?
Bist Du verrückt?
Lass mich los. Ich will zu Mary. Ich muss zu meiner Frau!
Jakob wird ausgelaufen sein, weil Sturmwarnung ist.
Er ist ein erfahrener Seemann und weiß, was er tun muss.
Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen.
Bestimmt ist er nur wegen der Sturmwarnung ausgelaufen.
Es wird dunkel. Vielleicht bleibt er über Nacht draußen.
Aber morgen früh ist er sicher wieder da.
Er hätte aber warten sollen.
- Wo sollen wir jetzt übernachten? - Keine Angst.
Wir finden sicher auf der Insel irgendwo einen guten Platz zum Übernachten.
Hoffentlich.
Kommt doch mit zu meinen Freunden. Die haben bestimmt nichts dagegen.
- Von ihren Sachen fehlt nichts. - Richtig. Nur Sie sind weg.
Was geht hier nur vor?
Ich weiß auch nicht.
Die ganze Situation kommt mir wie ein Alptraum vor.
Es sieht aus, als wären sie geflüchtet.
Aber wer flüchtet, ohne ein paar persönliche Dinge mitzunehmen?
Pass, Geld und Wertsachen.
Und was hat die Menschen vertrieben? Eine Naturkatastrophe?
- Dafür gibt es keinerlei Anzeichen. - Es gab vielleicht eine Epidemie.
- Es gab vielleicht eine Epidemie. - Nein, nein.
Die moderne Medizin hat diese Krankheiten ausgerottet.
Außerdem hätten wir Leichen finden müssen.
Wir müssen die Frau fragen, die Daniel gesehen hat. Aber sie läuft vor uns weg.
Sonst scheint niemand hier zu sein.
Tja, sieht bis jetzt jedenfalls so aus.
Vielleicht gibt es dafür aber auch eine natürliche Erklärung.
Und vielleicht kommen die Menschen morgen früh wieder zurück auf die Insel.
Aber wenn ich an die Leiche dort unten im Dorf denke, dann glaub' ich nicht mehr dran.
Hallo. Kuckuck. Was für ein romantisches Paar ihr seid.
Entschuldigt! Es geht mich nichts an, aber ich muss euch fragen, wo ihr speisen wollt.
Im Restaurant oder zu Hause?
- Möchte noch jemand etwas haben? - Nein danke.
Wir sollten Arnold wecken. Er muss auch was essen.
Nein, ich habe ihm eine Flasche Wein eingetrichtert.
Da schläft er bis morgen früh durch.
Die arme Mary.
Wir müssen sie gleich morgen früh suchen.
Aber vielleicht ist sie schon wieder auf der Insel.
Dann wäre sie verloren.
Wie meinst Du das? Wie kannst Du so was überhaupt sagen?
Ich sage es, weil ich es fühle.
So, wie ich fühle, dass es ein tödlicher Fehler gewesen ist, hier zu landen.
Doch niemand hat auf mich gehört.
Ich hatte dieses Gefühl schon beim Kartenlegen.
Solange wir auf dem Schiff waren, hätten wir uns retten können.
Aber jetzt nicht mehr.
Die Insel hat eine finstere Ausstrahlung.
Sie wird... von einer satanischen Macht beherrscht.
Einer Macht, die uns alle vernichten will.
Spürt ihr nicht, wie die Luft unter ihren Vibrationen erzittert?
Diese Vibrationen...
sind so entsetzlich, dass es mich schüttelt.
Sie verfolgen uns.
Und sie werden uns vernichten, Andy. Genau wie die anderen!
Halt endlich den Mund!
Gleich morgen früh beginnen wir mit der Suche nach Mary.
- Bist Du einverstanden? - Warum nicht?
Wir sollten jetzt schlafen gehen. Es gibt drei Schlafzimmer, richtig?
- Ich bin dafür, dass wir hier schlafen. - Na schön.
Dann schieben wir eben die Sofas zusammen.
Ich bin's. Entschuldige.
Aber ich habe auch das Klavier gehört.
Da steht es. Aber wer hat gespielt?
Oh, die hat mich mehr erschreckt als Du vorhin.
Henriette!
- Was ist hier los? - Wer hat da geschrien?
Henriette! Sei still. Wir tun Dir nichts.
- Du kennst sie? - Sie ist die Tochter meiner Freundin.
Sie ist blind, Andy.
- Ruhig! - Daniel! Daniel, steh auf.
- Wir bringen Dich nach oben. - Gib mir das Messer.
Lass los, Henriette.
Ich bin's, Julie. Erkennst Du mich nicht?
- Julie? - Ruhig. Wir helfen Dir.
Sie scheint einen schweren Schock zu haben.
Mann, sei vorsichtig.
Na komm, hab Dich nicht so. Da ist doch bloß ein Kratzer.
Aber diese oberflächlichen Haut-und Muskel-Verletzungen tun sehr weh; ich weiß.
Verbinde ihn. Aber koch vorher einen Topf Wasser ab und wasch die Wunde gründlich aus.
- Wie geht's ihr? - Sie ist halbtot vor Angst.
Und sie bringt kein einziges Wort heraus.
Wer weiß, wie lange sie da unten im Keller war.
Zum Glück hat sie mich erkannt.
Sie ist blind, hast Du gesagt? Wie lange schon?
Sie hatte einen Unfall. Ich glaube, da war sie Fünf.
Wie geht es Daniel?
Er ist nur leicht verletzt. Aber das Messer war schmutzig.
Ich geh ins Dorf uns versuche ein Antibiotikum für ihn zu finden.
- Gibt's hier sowas wie eine Apotheke? - Die Post hat Arznei.
Ich finde sie schon. Am besten, ich geh mit Arnold runter.
Henriette.
Kannst Du mich hören?
Was ist im Dorf passiert?
Und wo sind Dein Vater und Deine Mutter?
Ich weiß nicht. Alle haben Angst.
- Ihr habt Angst? Wovor? - Ich weiß nicht.
Ich... sie antworten nicht.
Mama. Papa, wo seid ihr?
Sie antworten nicht. Nie mehr.
Nur er kommt.
Wenn er kommt, spüre ich ihn.
Ich erkenne ihn am Geruch.
Ja, ich rieche ihn und laufe vor ihm weg.
Immer wieder.
Wie erkennst Du ihn? Wonach riecht er?
Nach Blut. Nach Menschenblut.
Blut!
Schon gut. Beruhige Dich. Schlaf jetzt, Henriette.
Alles wird gut.
- Schlaf nur. - Gute Nacht.
- Ist es auch nicht zu fest? - Nein, so sitzt er wunderbar, danke!
Leg Dich jetzt lieber hin und schlaf, hm?
Wo ist Julie? Hat sie diese Verrückte beruhigt?
Sie heißt Henriette. Sie wohnt hier.
Da drüben sind die Medikamente.
- OK, Ich habe das richtige. - Gut. Gehen wir.
- Zigarette? - Hm.
Danke.
- Hast Du starke Schmerzen? - Es ist nur ein Kratzer.
Wäre besser, wenn Du Dich jetzt hinlegst.
Eigentlich bin ich gar nicht müde.
Das Gewitter könnte auch endlich aufhören.
Das zieht schon ab. Jedenfalls hat es aufgehört zu regnen.
Nur die Luft ist noch sehr geladen.
- Hast Du Angst? - Ja.
Aber Du zeigst es nicht. Du hältst Dich unheimlich gut.
- Du bist ein ganz außergewöhnliches Mädchen. - Ach was.
Julie, ich...
Ich wollte Dir schon lange sagen...
Nein. Da ist wohl jetzt nicht die richtige Gelegenheit.
Du meinst wegen Carol?
Bitte vergiss es.
Uns verbindet nicht mehr als eine gute alte Freundschaft.
Darum geht es nicht.
Ich meine, es interessiert mich nicht, was zwischen euch ist.
OK, dann ist ja alles klar. Aber ich sage es Dir jetzt trotzdem.
Carol ist hübsch und sicher auch verliebt in mich.
Aber sie kann mir niemals geben, was ich bei einer Frau suche.
Ach. Bin ich vielleicht die Frau, die Dir das geben kann?
Tja, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.
Aber ich weiß genau, Du bist die Frau, die erfüllen kann, was ich suche.
- Ah! - Carol!
Verdammte Hure. Jetzt hast Du ihn verhext.
An allem, was geschehen ist, bist nur Du schuld.
Du verfluchtes Luder! Das wirst Du mir büßen!
Carol. Jetzt hör mal zu!
Daniel. Geh jetzt endlich schlafen. Ich kümmere mich um sie.
Carol!
Carol!
Carol. Sei doch vernünftig.
Wo bist Du?
Carol, lass doch den Unsinn.
Mach auf, Carol!
Carol!
Was soll denn der Quatsch?
Schließ das Tor auf.
Julie!
Was machst Du hier draußen? Wo kommst Du denn her?
Oh Andy. Carol hat verrückt gespielt. Sie ist fortgelaufen.
- Wo ist sie jetzt, Julie? - Das weiß ich auch nicht.
Sie hat mich im Friedhof eingesperrt und ist weggerannt.
Vielleicht ist sie wieder zurück zum Haus.
- Lasst uns gehen. - Ja.
Julie!
Carol!
Was hast Du denn? Was ist mit Dir?
Er ist da. Er ist ganz nah. Ich kann es fühlen.
Ja. Ich spüre seine Nähe.
Ruhig. Ich seh mal nach.
Ruhig. Keine Angst. Ich passe schon auf.
Nein!
Hilfe!
Nein!
- Oh Gott! - Nein.
Henriette.
Hab keine Angst, meine Kleine.
Ich bin ja bei Dir.
- Andy. - Was ist?
Hey Arnold. Was hast Du?
Es ist alles umsonst, Andy. Wir sind verloren.
Die Insel wird von einem grauenvollen Monster beherrscht.
Es wird uns alle töten. So wie es Daniel getötet hat.
Fang Dich wieder ein.
OK. Daniel wurde tot gebissen.
Aber wir wissen noch nicht, von wem. Was heißt hier Monster?
Nach dem, was Henriette sagt, ist es ein Mann. Ich schätze, ein Wahnsinniger.
Ja. Wir müssen zusammen bleiben und versuchen, ihn zu erledigen.
Bevor er uns nacheinander alle erledigen kann.
Zusammen sind wir viel stärker als er. Das wirst Du doch einsehen, Arnold.
Wir dürfen Mary und Carol nicht im Stich lassen. Wir müssen beide suchen.
Na los komm.
Toller Kasten. Wem gehört diese Villa?
Der Familie Karamanlis. Ich war noch nie hier oben, aber ich habe viel von ihnen gehört.
Vor ein paar Monaten war in allen Zeitungen ein großer Bericht über die Familie.
Nikos Karamanlis ist mit Frau und Kind beim Segeln verschollen.
Man nimmt an, dass sie ertrunken sind.
- Ist keiner von der Familie übrig? - Nein.
Oh doch. Seine Schwester. Sie führte ihm das Haus.
In der Zeitung stand, sie sei wahnsinnig geworden, als sie von dem Unglück hörte.
Vorsicht! Jetzt kommen wieder Stufen.
Die Karamanlis waren praktisch die Besitzer der Insel.
Sie besaßen Fischerboote, Viehherden und Olivenhaine.
Scheint niemand da zu sein. Kommt!
Wir wollen uns mal im ersten Stock umsehen.
Mein Gott. Nein!
Hier, Arnold. Schneide sie ab! Na geh schon!
Die arme Frau. Wie entsetzlich.
Ist das seine Schwester?
Ja. Das ist Irina Karamanlis.
Andy! Julie! Kommt schnell.
Vorsicht Stufe. Mach größere Schritte.
Carol! Carol, wach auf!
Wie kommst Du hierher?
Oh, Andy.
Andy.
Daniel! Daniel ist tot, nicht wahr?
Ja. Aber woher weißt Du das?
Die Frau hat es mir gesagt. Wo ist sie denn?
Sie hat sich erhängt.
Was hat sie Dir noch erzählt? Sag mir alles.
Ich erinnere mich nicht genau. Sie war so konfus.
Sie sagte, wir müssen von der Insel fliehen.
Er würde nicht ruhen, bis er alle Menschen hier ermordet hat.
Nur sie hätte nichts zu befürchten.
Ich fragte sie, wer? Sie antwortete nicht.
Andy! Das Boot ist zurück.
Na bitte. Ich hatte doch recht.
Er ist nur ausgelaufen, um dem Gewitter zu entgehen.
Siehst Du Arnold? Jakob ist ein guter Seemann.
Du brauchst Dir um Mary keine Sorgen zu machen.
Komm. Ihr wartet hier.
- Wie fühlst Du Dich jetzt? - Wie betäubt.
So als ob ich ein Beruhigungsmittel genommen hätte.
Gehen wir auch zum Hafen runter.
Lass mich erst noch ein bisschen ausruhen.
Ich...
Ich wollte Dich noch um Verzeihung bitten. Ich war wirklich ekelhaft zu Dir.
Sprechen wir nicht mehr davon. Versuch, alles zu vergessen.
Ja.
Julie, eins verstehe ich nicht. Wieso hat sich die Frau erhängt?
Das weiß ich auch nicht.
Vielleicht war der Tod eine Erlösung für sie.
Wenn ich nur wüsste, was das alles zu bedeuten hat.
- Julie, ist sie auch auf dem Bild? - Ja
Das ist ihr Bruder mit seiner Frau und seinem Sohn.
Sie ertranken im Frühjahr.
Nach einem Gewittersturm war sein Schiff verschollen.
- Was ist das? - Eine Brieftasche denke ich.
Nein. Es ist ein Tagebuch.
Siehst Du? Eine Frauenhandschrift. Das Tagebuch seiner Schwester.
12. Mai. Heute fanden sie einen jungen Fischer.
Sein Genick war gebrochen und sein Hals völlig zerfleischt.
Schon 7 Tote. Das Dorf ist in Panik.
Hier, lies mal, was auf der Seite steht.
Ich gebe ihm viel Fleisch. Doch er mordet weiter. Jede Nacht.
Viele Bewohner sind geflohen, doch jetzt kommt niemand mehr fort.
Heute Nacht hat er alle Boote versenkt.
Gestern war die Polizei hier, aber ich habe die Leichen rechtzeitig versteckt.
Ohne Leichen können sie nichts beweisen.
Ich habe noch in der letzten Sekunde die Tür zu seinem Zimmer getarnt.
Julie, was soll das alles bedeuten?
Das Boot treibt an der Insel entlang. Ich hoffe, dass es bald strandet.
Am besten trennen wir uns. Ich bleibe hier. Geh Du rüber auf die andere Seite.
Okay.
Das ist Marys Schuh.
Warte, Carol. Bleib lieber bei Henriette.
- Mary! - Arnold.
Liebling.
Wie geht es Dir?
Ich bring Dich hier raus. Komm.
Ich werde Dich tragen.
So.
Vorsichtig.
- Nein! Nein, geh weg! - Lass uns in Frieden!
- Nein! Bitte! - Wir haben Dir nichts getan!
Geh doch weg!
Geh weg oder ich steche zu.
Meine Frau ist schwanger. Verstehst Du?
Sie erwartet ein Kind.
Ein Kind! Verstehst Du? Ein Kind!
Bitte lass uns gehen!
Ein Kind.
Ich hatte auch ein Kind.
Bis mein Schiff unterging.
- Geh weg von ihm. - Nein.
Das darfst Du nicht tun.
Er ist tot. Totes Fleisch. Fleisch, das wir zum Überleben brauchen.
- Nein, Nikos. Nein. Du darfst es nicht tun. - Geh weg!
Du... darfst.... es... nicht!
Maria... Maria...
Maria... Maria!
Nicht!
Mein Kind! Nein!
Mary!
Setz Dich doch wieder, Henriette.
So ist's gut, ja.
Julie?
Julie?
Julie?
Julie?
Bitte antworte doch.
- Wo bist Du, Julie? - Ich bin hier unten.
Julie.
Es ist unsagbar entsetzlich, Carol. Der Mann mordet wie ein Wahnsinniger.
Julie... Ich...
Carol... Nein!
Henriette! Wo bist Du?
Komm mit, schnell! Wie müssen hier weg.
Oh nein. Er kommt. Schnell.
Dreh dich um. Vorsicht.
Geh weiter, Henriette. Schnell.
- Julie. Ich kann nicht mehr. - Geh weiter. Hier lang. Weiter!
Henriette, nur noch die Leiter hinauf. Dann sind wir in Sicherheit. Komm.
Gib mir die Hand.
Komm schnell.
- Wo sind wir, Julie? - Auf dem Dachboden.
Sei still.
Ich glaube, er ist weg.
Ich höre ihn jedenfalls nicht mehr.
Wir brauchen nur zu warten, bis Andy und Arnold zurück kommen.
Henriette! Kopf runter! Bück Dich doch!
Henriette!
Nein!
Henriette. Oh nein!
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