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* Musik: Tatortreiniger-Motiv *
Moin.
Tatortreinigung Lausen. Schotte mein Name.
Danke für die Anteilnahme.
Herzliches Beileid. Treiben Sie es nicht zu weit.
Hatten Sie mit meinem Chef gesprochen?
Er hat mir seinen besten Mann versprochen.
Ich würde sagen, der ist hier. Gut, denn ich verzweifle schier.
Kommen Sie rein.
Ich geh voraus, sie kennen sich hier ja nicht aus.
Behalten Sie noch Ihre Fragen.
Vorher muss ich Ihnen etwas sagen.
Eine Sache, die das Haus betrifft.
Ich schwöre, ich bin nicht bekifft.
Sehen Sie diesen Blutfleck da?
Sagen Sie jetzt bloß nicht "Ja".
Ein Fluch belastet diese Villa.
Hinter Ihnen steht ein Gorilla.
Verzeihung, den hab ich erfunden, um den Reim noch abzurunden.
Bleibt ein halber Reim noch offen, wird man von einem Fluch getroffen.
Verstehe, alles klar.
Glauben Sie mir, das ist wahr.
Solang der Blutfleck an diesem Ort, wirkt böser Zauber fort und fort.
Darf man fragen, wer der Tote war? Man könnte sagen ein ...
... Notar.
Wobei das der Wahrheit nicht so ganz entspricht.
Notar war er ganz sicher nicht.
Warum sagen Sie es dann? Damit ich den Reim beenden kann.
Auf die Frage, wer der Tote war, reimt sich eben nur "Notar".
Wenn Sie ans Ende ihres Satzes das Wort "Prater" kleben,
dann könnte ich Ihnen besser Auskunft geben.
Wa? Ich soll irgendwas mit Prater? Mein Ururur-Großvater ...
Das heißt, Sie sind ... Das Ururur-Enkelkind.
Und der Fleck ist jetzt wie alt? Älter als der Tote kalt.
Aber das ist doch klar. Es sind schon fast 200 Jahr'.
200? Wieso hat den noch keiner ... Schon tausendundeiner ...
... waren es, die es versuchten,
den Fleck wegzuputzen, den verfluchten.
Doch bisher gelang es nie.
Zu stark wirkt dunkelböse die Magie.
Mit Almidosulfin komm ich der Magie schon bei.
Ich flehe Sie an: Beenden Sie die Spukerei.
Dann mach ich mich ran. Nehmen Sie einen guten Rat noch an.
Ich weiß schon, was ich mache.
Ich kann nichts versprechen, denn wenn der so alt ist ...
Eine Frage: Kann es sein ... Ja, denn das Leben ist gemein.
Kommen Sie erst mal wieder rein, sie holen sich ja 'nen Blasenstein.
Ich gehe grad mal voraus, denn Sie kennen sich hier nicht aus.
Ich erzählte Ihnen ja bereits
von dem Fluch, ururur-großväterlicherseits.
Da dachten Sie noch, dass ich spinne.
Sie heißen Schotte? Sind Sie Finne?
Ob ich was bin? Das war natürlich ohne Sinn.
Ich brauchte nur den Reim auf "spinne".
Die erste Assoziation war "Finne".
Es hätte sein können "Kabelrinne".
Naheliegender erschien mir "Finne".
Mir ist grad irgendwie komisch. Im Sinn von lustig? Anatomisch?
Bitte was?
Du dickes Fass.
Haben Sie grad zu mir Fass ... Bitte was?
Haben Sie zu mir gesagt: "Du dickes Fass?"
Oooh, ist das ein Buch von Günter Grass?
Wa?
Sie haben sich was eingepfiffen.
Sie haben es noch nicht begriffen.
Nicht so ganz. Aber ich fang jetzt einfach mal an.
* Kuckuck-Rufe *
Oaaahhhhh!
* Meister Propper, was geht ab? *
Ja, moin ... ich habe 'ne Frage.
Kann das sein, ähm ...
Bist du wach? * Wäre ich sonst am Telefon? *
Das heißt, ich kann davon ausgehen, dass ich auch wach bin.
* Ich denk schon, ich red mit dir. * Das könnt ich träumen.
* Dann hätte mein Handy nicht geklingelt. *
Könnt ich auch geträumt haben. * Das hat in echt geklingelt. *
Beweisen kannst du das nicht. * Sonst wäre ich nicht rangegangen. *
Außer wenn ich das träumen würde. * Dass mein Handy klingelt? Wieso? *
Um dich zu fragen, ob ich wach bin.
* Dann würdest du im Traum fragen, ob du in echt wach bist? *
* Oder wie? * Du bist echt auch keine Hilfe.
Aaahhh!
Raaahhh.
Verdammte Scheiße, was läuft hier? Nur keine Panik im Revier.
Ich verstehe Ihre Wissbegier.
Kommen Sie rein, vertrauen Sie mir.
Ich gehe grad mal voraus. Sie kennen sich ja hier nicht aus.
Mein Ururur-Großvater war ...
Der war eben kein Notar.
Dichter sein, das war sein Streben.
Ein Verse-Schmied, ein Reimer eben.
Er selbst fand, seine Reimekunst wär Zeichen hoher Göttergunst.
Jedoch die Mitwelt hat ihn nicht vergöttert.
Jedermann hat seine Kunst verspöttert.
Der wurde schmählich ausgelacht.
Und deshalb hat er sich umgebracht.
Doch bevor er sich herunterstürzte und sein Leben frustriert verkürzte,
schrie wütend er:
"Ihr Dilettanten!
Arschlöcher, die mich verkannten!
Erinnern sollt ihr euch an mich!
Hört meine Rache fürchterlich.
Von nun an sei der Ort verflucht.
Und jeder, der dies Haus besucht, muss reimen, ohne aufzuhören.
Sonst gibt es ordentlich ...
... was auf die Möhren.
Auf die Schnelle fällt mir immer nichts Besseres ein.
Hauptsache, ein halber Vers bleibt nicht allein.
Wenn man den halben Reim nicht schließen kann,
beginnt alles wieder von Anfang an.
Nun kennen Sie des Fluches Tücke.
Sie müssen ständig reimen - ohne Lücke.
Ich? Ja, sicherlich.
So weit kommt das noch.
Erstens glaube ich nicht an den ganzen Hokuspokus.
Und zwei... zweitens reicht mir das jetzt hier.
Wah?
Ich weiß nicht, was das Ganze soll, doch nu hab ich die Schnauze voll.
Ich gehe grad mal voraus, denn ich kenn mich auch schon aus.
Und hier, der verfluchte Fleck: In 'ner halben Stunde ist der weg.
Ich bin Tatortreiniger,
ich bin der beste Entferner aller Leichenreste.
Ich bin der Schrecken aller Flecken.
Ich putz Schnecken aus den Ecken.
Maden, Kakerlaken, Zecken - Würmer, die an Leichen lecken.
Ich bin der mit den Abfallsäcken.
Der verschimmeltes Geschirr in Abwaschbecken ... reinigt ...
Blutverspritzte Wände, Decken -
vor mir kann sich kein Schmutz verstecken.
Ich bin der Putz-Titan!
Wo sich andere übergeben, fängt meine Arbeit an.
Mein Kompliment.
Das muss ich Ihnen gönnen, dass Sie so gut reimen können.
Ich muss zugeben,
ich hatte mir das mal aufgeschrieben.
Hatte angefangen mit Schnecken in den Ecken.
Daraus hab ich eine Ballade über einen Tatortreiniger gemacht.
Hab ich auf der Hochzeit von meiner Cousine vorgetragen.
Ich hab gedacht, dass sie sich freut,
weil sie mich gebeten hat, dass ich mir was ausdenke.
Kann's sein, dass ich wieder ...? Wer bricht der Reimekette Glieder.
Dann sage ich gar nichts mehr. Wenn's denn mal so einfach wär.
Versuchen Sie es nicht mit Renitenz, das hat dieselbe Konsequenz.
Ich glaube nicht an Fluch-Magie. Leider glaubt der Fluch an Sie.
Ääähhh!
Sie wissen schon, dass da einer vor sich verlottert.
Ein Postbote, er hat gestottert.
Verschwenden wir nicht noch mehr Zeit.
Das Gute ist, wir sind zu zweit.
Sie: "Wir haben schönes Wetter heute."
Dann ich: "Und überall sind nette Leute."
Es ergibt sich eines aus dem andern, wenn wir Reim für Reim durchwandern.
Hör nie mit "Mensch" den Halbvers auf.
Es gibt keinen Reim darauf.
Auf Mensch gibt's gar keine ...? Nee, Mensch bleibt stets alleine.
Seien Sie über eins noch informiert:
5 Fehler sind Ihnen schon passiert.
Käm ein sechster noch dazu, schickt Sie der Fluch zum Makalu.
Ich dachte, dass beim 7. Mal was passiert.
Das wurde in Brüssel reformiert.
Wir haben schönes Wetter heute.
Und überall sind nette Leute.
Wir haben ja heute wirklich schönes Wetter.
Da sind die Leute gleich viel netter.
Das liegt vermutlich wohl am Wetter.
Bei schönem Wetter sind die Leute netter.
Heute ham wir schönes Wetter. Ich bin bei schönem Wetter netter.
Ist bei mir abhängig vom Wetter. Wann sind Sie netter?
Bei schönem Wetter. Ist schon netter.
Netter sein bei jedem Wetter ... Wenn's schön ist, sind Nette netter.
Schöne sind netter bei schönem Wetter.
Sogar Wetter ist dann netter. Sogar bei Regenwetter.
Gerade dann ist schönes Wetter netter.
Da wettert niemand übers Wetter. Da sind alle netter.
Am schönsten ist doch schönes Wetter.
Wir stecken fest in Wetter-Netter.
Oder wie ich sagen würde: Netter-Wetter.
Erzählen Sie mal von Ihrem Vetter.
Der ist tot. Das war ein Netter.
Das tut mir leid, der arme Vetter. Und sein Hund war auch 'n Netter.
Sicherlich ein Irish Setter. Nö, so ein Dackel...
...setter.
Dackel Setter sind wie Irish Setter, nur kleiner und auch fetter.
Bei jedem Wetter ging mein Vetter spazieren mit seinem Dackelsetter.
Der hatte auch einen Vetter.
Der hieß Petter.
Eines Sbends sah der Hund von meinem Vetter
den verwandten Dackelsetter Petter.
Und er rannte los zu seinem Vetter.
Mein Vetter hinter dem Dackelsetter.
Dann kam 'n Bus, und dann war Schluss.
So schnell kann es gehen.
Man macht das nicht mehr ungeschehen.
Und freut sich trotzdem über schönes Wetter.
Was ist eigentlich mit Ihrem Vetter?
Auch gestorben, auch 'n Netter.
Hatte auch so 'n Dackelsetter. So ein Zufall, Donnerwetter!
Der ging auch bei jedem Wetter raus mit seinem Dackelsetter.
Wird immer netter. Der Dackelvetter vom Dackelsetter ... hieß Petter.
Nee, hieß er nicht. Der hieß ... Fretter.
Es biegen sich die Bretter, kein Hund heißt Fretter.
Es gibt auch keine Dackelsetter. Die hab ich mir ausgedacht.
Sie haben's einfach nachgemacht. Wollen Sie mich diffamieren?
Ich würd Dackelsetter nie kopieren.
Ich wollte nur kooperieren. Gehen Sie mit Ihrem Hund spazieren.
Ich brauche Dackelsetter nicht, fand den eh 'n bisschen schlicht.
Als ob Hündchen was Besonderes wär. Das zu kontern, ist nicht schwer.
Die Antwort drauf ist ein Gorilla.
Der ist riesig und heißt Priscilla.
Kommt nicht auf die Größe an, sondern was der Affe kann.
Aus Ihrem Hündchen macht mein Affe flott
im Handumdrehen Wau-Wau-Kompott.
Falsch unterrichtet. Er ist auf Affen abgerichtet.
Da muss ich ganz kurz lachen.
Wie sollte er das denn machen?
Zuerst mal beißt er ihm ins Bein.
Läuft dann wieder weg - zum Schein.
Pirscht sich an und beißt ihm in die Seite,
sucht scheinbar wieder dann das Weite.
Versteckt sich in 'nem Strauch,
greift wieder an, beißt in den Bauch.
Läuft weg, kommt wieder, getarnt als Hase,
und beißt dem Affen in die Nase.
Das ist ja fürchterlich.
Das kann dauern, sicherlich.
Mein Gorilla ist viel originilla
als ihre Killer-Dackeltröte.
Auch kultivierter, der spielt Flöte.
Das haben Sie doch geklaut - bei Goethe.
Bei Goethe spielt 'n Gorilla Flöte? Sicherlich - das kennen Sie nicht?
Welches Stück soll das sein? Der Affe mit dem Flötelein.
Verdammt. Dann spielt er halt Akkordeon.
Das gab's bei Robert Shakespeare schon.
William Shakespeare, Sie Dummkopf, Sie kompletter.
Wenn ich Robert meine, seinen Vetter?
Den kennen Sie auch nicht? Doch, natürlich. Sicherlich.
Spielt Priscilla eben Klarinette.
In der Operette "Die lustige Annette"
spielt auch ein Affe Klarinette.
Aber Tuba?
Habe ich auch schon mal gesehen - auf Kuba.
Mandoline? Leier? Saxophon?
Oboe? Pauke? Xylophon?
Auch nicht Mundharmonika. Das war alles schon mal da.
Ein Affe mit 'nem Instrument ist was, was wirklich jeder kennt.
Dackelsetter sind nicht so schlicht.
So viel ich weiß, gibt es die nicht.
Kann nicht viel sein. Pinkeln Sie mir ans Bein?
Mag bei Ihnen üblich sein.
Er glaubt, er müsste was Besseres sein?
Ego sum qui sum - das war Latein.
In Ihrem Schnösel-Verein will ich nicht sein.
Auch auf Latein fällt Ihnen doch nur Affe ein.
So sonnt man sich im Besserwisser-Glanz.
Ich tippe mal: ein kleiner Schwanz.
Meinte ich nicht, es tut mir leid. Ich denke auch, das ging zu weit.
Da ist ein Wort wohl losgerannt, eh ich den Inhalt hab erkannt.
Ich meinte ein ganz anderes Wort.
Doch da war das schon von der Lippe fort.
Und Sie meinten was für eins? Ein ganz normales - allgemein's.
Ich hätt's trotzdem gern gehört.
Das Wort war ...
Krum... sel... tört...
Und das meint nicht, was das andere Wort benennt.
Auch nicht Physikstudent oder Filmagent.
Sie meinten Krumseltört, das Instrument? Hä?
Das mit den 4 Saiten und dem Griff aus Stein.
Ja, das könnte ein Krumseltört ...
Ja, das könnte sein.
Haben Sie mal gehört, dass ein Affe spielte Krumseltört?
Nein, das ist mir nicht bekannt. Ich weiß, ich bin brillant.
Was finden Sie origineller?
Meinen Krumseltört oder Ihren Dackelbeller?
Krumseltört hab ich erfunden. Ist Ihnen das Gehirn verschwunden?
Unerhört! Ich sagte zuerst doch Krumseltört.
Das war jungfräulich und keusch. Erst war es nur ein Geräusch.
Ich hab das Instrument gemacht, Griff und Saiten ausgedacht.
Sie haben's nur nachgemacht.
Jetzt bleiben Sie hier. Wo gehen Sie hin?
Beleidigt, weil ich besser bin.
Jetzt kommen Sie wieder raus.
Es ist doch echt ein Affenhaus.
Dann nehm ich mal den Glitzischwamm.
Ich merke grad, der ist noch klamm.
Ich fand ihn auf dem Alsterdamm,
als er in einer Pfütze schwamm.
Ich hab ihn einfach mitgenommen.
So habe ich einen Freund gewonnen.
Diese Reimerei setzt voll komische Gefühle frei.
Jetzt kommen Sie raus, sonst komme ich rein.
Ich schaffe das nicht allein.
Was soll das denn? Sind Sie verrückt?
Mir ist noch niemals eine einzige Idee geglückt.
Hören Sie auf mit dem Unsinn.
Dass ich so ein Versager bin.
Was immer ich durchs Hirn mir winde, ganz egal, was ich erfinde:
Es stellt sich raus, das gibt es schon.
Ich bring nur Schande über die Familientradition.
Ich kann weder reimen oder dichten,
noch Romane schreiben und Geschichten.
So wie mein Ururur-Großvater. Dann werden Sie halt Bankberater.
Bei meiner Rechenschwäche. Dann zahlen andere die Zeche.
Nee, so habe ich mir das nicht vorgestellt.
Gute Nacht, du schnöde Welt.
Wa... wa... was ist denn mit dem Krumseltört?
Und mit dem Affen? Das haben Sie erschaffen.
Nee, ich hab' nur weiter fortgeführt.
Sie sind der, dem die Idee ...
... gebührt.
Das sagen Sie ja nur dahin, damit ich wieder heiter bin.
Ich schwöre Ihnen jeden Eid. Was ich sagte, war nur Neid.
Wie ich schon vermutet habe:
Eifersucht auf meine Gabe.
Können Sie da jetzt endlich mal runtergehen?
Wenn Sie so derart drauf bestehen.
Und wer ist hässlich auch bei schönem Wetter?
Ihr voll beknackter Dackelsetter.
Mensch! Oh, Mensch ...
Mensch!
Sie sind wohl mein Lebensretter.
Ja, ich weiß. Ich bin 'n Netter.
Damit ist jetzt Schluss.
Sie haben echt 'nen Schuss.
Was ist denn jetzt mit diesem Makalu?
Sagten Sie nicht, man wär im Nu verbannt auf den Berg, den Makalu?
Käm ein 6. Reimbruch noch dazu?
Der Fluch hat Sie zum Glück verfehlt,
denn ich hatte mich verzählt.
Die Rechenschwäche - sagten Sie. Fast eine Zahlen-Allergie.
Ist ja noch mal gut gegangen.
Ich kann jetzt wieder von vorn anfangen.
Wenn der weg ist, verkaufe ich das Haus.
Und wander irgendwohin aus.
Nach Bad Tölz, so beispielweise.
Das wäre 'ne abenteuerliche Reise.
Aber ich hänge irgendwie an der Villa.
Übrigens steht hinter Ihnen ein Gorilla.
Dass hinter Ihnen ein Gorilla ... Sie wissen Bescheid?
Ich hab für so was keine Zeit.
Ich will Sie nicht in Panik treiben. Aber Sie sollten ruhig bleiben.
Da atmet etwas hinter mir. Und das ist kein kleines Tier.
Kommen Sie langsam zu mir her.
Und keine Panik, bitte sehr.
* Schnauben und Schreie *
* Schotty keucht *
Lassen Sie mich rein. Das ist zu klein.
Ich bin klaustrophobisch.
Ich bin auch grad nicht euphorisch.
Machen Sie irgendwas. Ja, was wäre das?
Das ist Ihr Affe!
Gibt's hier 'ne Waffe?
Sie meinen, der Gorilla ...
Das ist Priscilla?
Ein Hündchen ist das sicher nicht.
Deswegen sind Sie jetzt in der Pflicht.
Das Krumseltört.
Jetzt hat er uns gehört.
Irgendwie muss man den fangen.
Da hinten stehen Eisenstangen.
Da schnappen wir uns eine schnell, hopp!
Und ziehen ihm eins übern Kopp.
Der kann uns verstehen. Wie kann das denn gehen?
* Scheppern und Klirren *
Es gibt noch einen anderen Plan.
Wir nehmen einen ...
... Stimselfran.
Ah, verstehe.
Einen Stimselfran - und eh er weiß, was ihm passiert,
ist er ... geschmiddeldiert.
Ach, mit diesen Lösslkrissel ... Genau, mit den roten Fisslzissel.
Mit den großen Rabbel-Splings.
Vor dem Kluddelich, da links.
Da drin ist der Stimselfran. Da finden Sie den ganz sicherlich.
Wieso denn ich?
Sie holen den Stimselfran, ich lenk ihn ab.
Denken Sie, dass ich da rüberschlapp?
Sie holen den, ich lenk ihn ab.
Ich hab Schiss - und nicht zu knapp.
Das ist Ihr Affe, der da stiert.
Außerdem hab ich null kapiert
von Stimselfran und Rabbel-Splings.
Was soll das überhaupt sein, das Stimsel-Dings?
Sie haben keine Ahnung, was das ist?
Irgendeine Verwirrungslist.
Das ist doch nicht zu fassen.
Ich habe mich auf Sie verlassen.
* Klimpern *
Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist.
Was zu erfinden, was wirklich lebendig ist.
* Melodie: "Hamborger Veermaster" *
Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn
To my hoo-dah, to my hoo-dah
De Masten so scheef as den Schipper sien Been
To my hoo-dah, hoo-dah ho
Blow, boys, blow for Californio
There's plenty of gold so I've been told
On the banks of Sacramento
Sollst auch leben. Darf man dem Affen Zucker geben?
There's plenty of gold so I've been told
On the banks of Sacramento
Blow, boys, blow for Californio
There's plenty of gold so I've been told
On the banks of Sacramento
Nicht! Nicht! Nein!
* Schuss * Oh, das war gemein.
Waidmannsheil, der Schuss war geil.
Warum hast du ihn erschossen? Ich habe mich spontan entschlossen.
Ein Affe ist ein närrisch Tier.
Nicht geduldet ist es hier.
Dies ist und bleibt ein ernstes Haus.
Hanswurstereien sind mir ein Graus.
Warum musstest du ihn erschießen? Du fingst an, das Leben zu genießen.
Statt zu schaffen Ernst und Sinn, gibst du dich Albernheiten hin.
Das geht Sie 'nen Scheißdreck an. Mäßigen Sie Ihre Worte, Mann.
Du bist ein egoistischer Tyrann.
Alles steht in deinem Bann.
Warum halten Sie sich dran? Weil ich es nicht ändern kann.
Wieso denn nicht?
Wenn Sie nur klein beigeben, führen Sie nie Ihr eigenes Leben.
Ich spüre da auch so eine Wut.
Na also. Dann ran ... nur Mut.
Willst du mir Widerworte geben?
Du verschwindest aus meinem Leben.
Das ist doch kindisches Geblaffe.
Verheb dich nicht an meiner Waffe. Übrigens ist das mein Affe.
Ob der tot ist oder leben soll, entscheide ich. Jawoll.
Und ich entscheide unverhehlt: Die Kugel hat ihr Ziel verfehlt.
Und wenn ich will ...
Dann ist er wild. * Brüllen *
Dann gehe ich lieber wieder in mein Bild.
Ich dachte, ich hätte ihn gekillt.
Jetzt ist hier aber Schluss mit Dichtung.
Und jeder Art von Reimverpflichtung.
Und dieser widerliche alte Fleck ... Der ist schon weg.
Ach Mensch ...
Eine Frage:
Kann das sein, dass ich alt werde?
Ich habe das Einnebeln vergessen.
Was? Ich muss einmal alles einnebeln.
Tut das not? Sicher ist sicher.
Gorilla im Nebel. Lustig.
Danke. Bitte.
Streng gerochen hat er, ne?
Der Gorilla oder mein Ururur-Großvater?
Nee, der Ururur-Großvater.
Ja, 200 Jahre ... Da sammelt sich was an, ne?
Copyright Untertitel: NDR 2014
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