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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2014
* Musikthema: Tatortreiniger *
Ja, ich kann auch nix für. Hä?
Weil 'n Kollege krank geworden ist, muss ich das machen.
Ich find das auch kacke, aber ich kann es nicht ändern.
Fahrt ihr vor und ich komm nach.
Natürlich schaffe ich das, sicher.
Das ist kurz nach 2.
Wenn ich um 4 Uhr wech komm, bin ich spätestens um 6 Uhr da.
Wir treffen uns um 6 Uhr am Fischstand.
Da wo's die leckeren - genau.
Warte mal.
Ja, sicher. Heut is Tach der Rache, Alter, Vatikan, die hauen wir wech.
Natürlich. Is Micha dabei?
Is doch gut. Grüß die anderen.
FC Dieter, wau, wau!
Moin, Tatortreinigung Lausen, Schotte mein Name.
Da bin ich aber froh.
Warten Sie, ich hol schnell den Schlüssel.
Dann lad ich inzwischen weiter aus. Ja.
Letzte Woche is hier immer ein Mann die Straße auf- und abgelaufen.
Wie wenn er spionieren wollte. Seitdem schließ ich auch hier ab.
Das is sicher nich verkehrt.
Na ja, wenn einer einbrechen will, kommt er auch übers Törchen.
Aber ich denk mir, besser isses.
Ja, besser isses.
Hier lang? Ja.
Warten Sie, ich stell den Gartenstuhl zurück.
Ich wollte da nicht allein sein mit.
Das versteh ich. Sie können gern sitzen bleiben.
Das wär unhöflich.
Sie wissen doch gar nicht, wo meine Putzbürsten sind.
Hab ich alles dabei.
Warten Sie, ich mach das. Ja. Ja.
Hier lang. Ja.
Hierhin? Ja.
Sie können gern draußen sitzen bleiben. Nein, nein, ich komme mit!
Ach, die Veronika! Herzliches Beileid.
Das haben Sie nich mit Absicht gemacht. Was?
Die schneid ich schnell ab.
Ach so, war ich das jetzt? Das tut mir leid.
Die müssen schnell in die Vase.
In 'ner halben Stunde sind die verwelkt.
(stöhnt) Ich auch.
Eigentlich sollte man Blumen früh morgens schneiden, aber -
jetzt sind sie ja schon geknickt.
Wenn's Ihnen recht ist, würd ich jetzt gern rein.
Ja, ich komme mit.
Ah, ich seh schon ...
Ich tu mal schnell die Blumen in die Vase.
Was machst du denn hier?
Ja, ich war im Garten. Hm.
Ich hab Johannisbeeren gezupft. Ja. Ich muss die einkochen. Ja.
Für mich sind das zu viele, kann kein Mensch essen.
So viele Johannisbeeren. Hm. Deshalb koche ich sie ein. Ja.
Oder mache Johannisbeer-Kuchen. Mmh!
Ein Kuchen ist für mich auch zu viel. Ja.
Man kann ihn einfrieren, aber er schmeckt dann nicht mehr.
Deshalb mache ich meist Marmelade. Ah.
Ich war bei den Johannisbeeren und Frau Böglich hier im Haus.
Ich hab nichts mitgekriegt.
Ich hab Ihnen für die Scherben diese Wanne hingestellt.
Sehr gut!
Nee, lassen Sie, ich mach das. Ach, ich helf Ihnen schnell.
Nee, am Ende schneiden Sie sich noch.
Nein, keine Sorge, ich ...
Ah! Jetzt hab ich mich geschnitten.
Dann guck ich mal, ob ich 'n Pflaster bei hab. Lassen Sie nur!
Das nich weiter schlimm.
Da mach ich mir 'n Pflaster drauf und fertig.
Soll ich Ihnen vielleicht eins ...? Nein. Bemühen Sie sich nicht.
* Genervtes Stöhnen *
Wenn Sie mir nur grad ein Pflaster abschneiden würden?
Komme.
Geht's?
Ja ... Is ja nur ein winzig kleiner Schnitt.
Zum Glück.
Außerdem habe ich Jod draufgemacht. Das ist gut.
Damit es keine Blutvergiftung gibt. Ja.
Wie bei meinem Mann.
Nur ein rostiger Nagel. So was kann reichen, ne?
3 Tage später war er tot. Da kann noch Schlimmeres passiern.
'tschuldigung, was haben Sie grad gesagt?
Mein Mann ist an einer Blutvergiftung gestorben.
Oh, das ... 13 Jahre waren wir verheiratet.
Das tut mir leid.
Also, ich meine das mit der Blutvergiftung.
Ja, das war nicht schön.
Am Ende hat er seine Leber ausgespuckt.
Möchten Sie was trinken? Nee. Der Kaffee is noch heiß.
Nee, ich würde jetz lieber ... Lieber Tee?
Dann kann ich auch ... Nein, ich möchte keinen Tee!
Ich kann sonst nich schlafen.
Ja, das versteh ich doch.
Pfefferminztee? Is wirklich nett, aber ...
Oder Schafgarbe? Haben Sie Unterleibsbeschwerden?
Frau Wüllbein, wollen Sie sich nicht in den Garten setzen?
Hier können Sie sowieso nix machen.
An und für sich schaff ich die Hausarbeit noch gut. Ja?
Nur für die großen Putzaktionen kam immer Frau Böglich.
Aber das ist ja nich mehr möglich.
Kann sich ja nich gut selber wegputzen.
Tja, so schnell kann's gehen.
"Denn Ihr wisset weder den Tag, noch die Stunde", nich wahr?
(zu sich) Doch, genau 19 Uhr heute Abend.
* Heller Glockenschlag *
Jetzt weiß ich nich mehr ... Welchen Tee wollten Sie?
Ich wollte keinen Tee.
Da muss ich schauen, ob ich keinen Tee wohl habe.
Was machst du denn hier?
So, hier is Ihr Tee. 7 Kräuter, richtig? Perfekt.
Und 'ne Kleinigkeit für zwischendurch.
Ohhh, das sieht aber lecker aus.
Eigentlich wollt ich den Kuchen Frau Böglich mitgeben.
Ich dachte, da freut sie sich.
Und jetzt liegt sie in der Leichenhalle.
Aber das Leben geht ja weiter.
Und den Kuchen einfach wegwerfen, ist ja auch nich richtig.
Setzen Sie sich doch.
Tut mir leid, ich hab's heut eilig.
Entschuldigung, ich will Sie nich aufhalten.
Sicher wartet Ihre Frau auf Sie.
Nicht so ganz.
Freundin? Nee, ich hab noch 'n wichtiges Fußballspiel.
Spielen Sie in einem Verein?
Mehr oder weniger. 'n paar Kumpels und ich sind der FC Dieter.
Dieter gehört das 1887, die Kneipe, wo wir uns treffen.
Wir spielen auch Fußball.
Heute is Wattolümpiade in Brunsbüttel.
Um 19 Uhr ist unser Spiel. Was ist denn eine ...
... Wattolümpiade? Findet im Watt statt, bei Ebbe.
Da gibt's verschiedenste Wattkämpfe: Volleyball, Handball, Fußball.
Früher gab's auch Fisch-Tennis.
Und die Wattlethen, müssen die verschiedensten ...
* Stöhnen *
Wie soll ich das so schnell erklären?
Du meine Güte! Da sieht man den Rasen überhaupt nich mehr.
Mich wundert, dass das Spiel nich abgesagt wurde!
Das sind die Bedingungen.
Nur Schlick und Matsch und der Kampf Mann gegen Mann.
So hat das Onkel Theo auch immer erzählt.
War der auch bei der Wattolümpiade? Nein, bei Stalingrad.
Ja, das war ja auch matschig, ne?
Eine Hölle! Ja, das meint ich.
Mein Vater war an der Westfront. Ah.
Der ist dageblieben. Ja.
Aber da war ich noch klein, an den hab ich kaum eine Erinnerung.
Meine Mutter hat dann Onkel Theo geheiratet.
Hier, das ist Onkel Theo.
Sieht nett aus.
Meistens war der nett - außer wenn er getrunken hatte.
Wehe, wer ihm da vor die Füße lief.
Aber der ist dann 1954 gestorben.
Nee, '52, '53 ist mein Bruder gestorben.
'52 Onkel Theo, '53 Heinrich und '54 meine Mutter.
Da waren wir nur noch die 4 Kinder.
Dann kamen die Zwillinge ins Kinderheim.
Gisela und ich zu Lönnebergs, die hatten 'nen Bauernhof.
Da hieß es arbeiten von 5 Uhr bis in die Nacht.
Wenn die anderen im Bett lagen, musste ich noch Töpfe schrubben.
An Weihnachten saßen Gise und ich in unserer Kammer,
die Kissen übern Kopf.
Damit wir nicht hören mussten, wie die anderen Weihnachten feiern.
Nicht mal 'n paar Socken kriegten wir oder 'nen Apfel.
Da hatten Sie Ihre Eltern verloren
und dann noch nich mal 'ne anständige Bürste.
Die sind murks mit den Gumminoppen.
Weihnachten - das muss schrecklich gewesen sein.
Vor allem für Gise, die war noch 'n Kind. Ein Kind.
Da sind noch Scherben. Ja, ich seh schon.
Mit 16 kam ich in die Tuchfabrik.
Ich wär lieber Näherin geworden,
aber man nahm an Arbeit an, was es gab.
Da hab ich mich das erste Mal richtig verguckt.
Ne, Paule? Was waren wir verliebt.
Dann kriegte er 'ne Erkältung - dachte man.
In Wirklichkeit war's 'ne Lungenentzündung.
3 Wochen später war er tot. Das tut mir leid.
Was aus uns wohl geworden wäre?
Man weiß es nicht, ne?
Ach, setzen Sie sich doch, der Tee wird kalt.
Nee, tut mir leid. Aber ...
Die paar Minuten werden Sie doch haben.
Der Kuchen ist angeschnitten. Kleines Stückchen ...
Schmeckt's Ihnen? Mhm.
Na, sehen Sie. Mhm.
Der is jetzt kalt, ne? Ja, 'n büschen.
Nee, danke!
Sie müssen was im Magen haben,
wenn Sie zu Ihrer Matschparade fahren.
Wenn ich mit 'nem vollen Ranzen ankomme, das is nich ...
Das bisschen Kuchen?
Ich vermute,
dass der auf der Liste der verbotenen Substanzen steht.
Das is nur Butter, Zucker, Eier, Mehl und Johannisbeeren.
Ich wollte auch nur sagen, dass der lecker ist.
Sie können den ganzen Kuchen essen.
So, ich muss jetzt mal wieder.
Aber das Stückchen wollen Sie doch nicht liegenlassen!
Das wär schade.
Ich würd Ihnen ja 'nen Piccolo anbieten.
Nö, danke, ich muss noch fahren.
Da können Sie gar nich richtig feiern.
Wenn Ihre Mannschaft gewinnt,
müssen Sie auch wieder Auto fahren.
Nee, wir übernachten. Ach so.
In der Schaluppe.
Ist 'n kleines Hotel, warn wir letztes Jahr schon.
Die Bar im Keller ist die ganze Nacht geöffnet.
Also, das wird 'ne lange Nacht, ne?
Angenommen, Sie gewinnen, kriegen Sie dann Geld?
Nee, nee, das geht nich um Geld. Nur um die Ehre. Ja.
Der Eintritt is auch frei.
Das is einfach 'n Riesenspaß.
Oh, nee! Auf gar keinen Fall. Sicher? Ich platz gleich.
Das Stück tun Sie sich mal selber auf.
Ich bin nich so für Johannisbeeren.
Wa?
Ich mach das gerne für andere: Kuchen, Marmelade, Kompott.
Aber ich mag Johannisbeeren nich so gerne.
An für sich ess ich die nicht. Wieso haben Sie so viele davon?
Die Sträucher hat mein Mann gepflanzt, der mochte die.
Erich, hier.
25 Jahre Altersunterschied.
Man war damals nich so wählerisch. Und dann war ich versorgt.
Erich erlaubte, dass Tante Regine bei uns wohnen durfte.
Das war 'ne böse Frau, die Regine.
Sie hat ihm erzählt, dass, wenn er im Geschäft wär,
ein Geschäft für Seile und Garne, würd ich mich mit Männern treffen.
So oft erzählte sie das, bis der Erich das geglaubt hat.
Dann durfte ich nicht mehr allein aus'm Haus.
13 Jahre waren wir verheiratet.
Dann ... Blutvergiftung.
Ja, aber da hatte ich noch die Kinder.
Max und Janne. Das ist Max. Ja.
So 'n hübsches Kind - und der war so lustig.
Och, der Max.
Das konnt ich nich einsehen, dass der nur 12 Jahre leben durfte.
Der Pfarrer sagte, Gott weiß, was er tut -
da wollt ich nix von wissen.
2 Monate vorher starben Heinz und Anne beim Zugunglück.
Kurz danach meine Freundin Helene.
Da dachte ich, für dies Jahr ist genug gestorben.
Dann stehen die Nachbarskinder vor der Tür:
"Der Max, der Max, der ist beim Klettern abgestürzt.
Der liegt im Steinbruch und rührt sich nich mehr."
Bin ich da gerannt, den ganzen Weg bis zum Steinbruch.
Aber da war Max schon über 'ne Stunde tot.
Regina sagte, das war die Strafe,
dass er ihr mal 50 Pfennig gestohlen hat.
Also, das ist ja ... Ja!
Das war 'ne böse Frau.
Die durfte über 90 werden.
Manchmal fragt man sich dann schon, ne?
Der Max wär jetzt ungefähr so alt wie Sie.
Der hatte auch so blaue Augen und so braune Haare.
So 'n verschmitztes Lächeln.
Und wer ist das jetzt?
Hannelore, meine Schwägerin, die is 1966 gestorben.
Meine Großmutter väterlicherseits, 1982 ...
... und das sind Heinz und Anne, mein Cousin und seine Frau.
Die sind 1969 bei ...
Zugunglück ... gestorben. Und das ist Marianne Ritter.
Die 2. Frau meines Schwagers Michael.
Die is vor 2 Jahren im See ertrunken.
Das ist die Gise.
Die is 1991, da hat sie sich ...
Die hatte einfach keine Kraft mehr.
Die Gise hat heute Geburtstag.
Tja, Gise, da kommt heute noch 'n Geburtstagsgast,
Frau Böglich is unterwegs, das ist 'ne ganz Nette.
Ja, die war 'ne Nette.
Warum holt der liebe Gott immer nur die anderen?
Jetzt bin ich auch die Samstagsvormittage alleine.
Ich wünschte, ich wäre heute dran gewesen statt Frau Böglich.
Haben Sie denn niemanden, der noch lebt?
Ja, da is noch Janne, meine Tochter.
Die hat mir 'nen Brief geschrieben.
Sie hat 'ne Therapie gemacht, da wär ihr klar geworden,
dass ich sie nie geliebt hätte.
Dass sie neben dem perfekten toten Bruder nie hätte bestehen können.
Was ich für 'ne Rabenmutter gewesen wäre!
Alles hab ich falsch gemacht.
Danach hat sie sich nicht mehr gemeldet.
Der Marko, mein Enkel, der kommt ab und an vorbei.
Das is doch schön!
Ja, das 'n netter Kerl, der Marko.
Aber der macht immer solche Sachen
und ist ständig in Geldschwierigkeiten.
Jetzt braucht er 'nen neuen Computer.
Kostet fast 1000 Euro.
1000 Euro ... Ich könnt's ihm geben.
Aber ich hatte das angespart, falls ich mal 'nen Rollator brauch.
Arbeitet der auch was? Hatte 'ne Bäckerlehre angefangen.
Aber da musste er ja früh aufstehen, das war nix für ihn.
Danach hat er beim Pizzaservice als Fahrer gearbeitet.
Dann musste er den Führerschein abgeben.
Er sagt, er konnte nichts dafür. Der andere ... Joa, klar.
Jetzt will er was mit Internet aufbauen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das was werden soll.
Warum wollen Sie ihm Geld geben? Will ich ja gar nicht.
Aber wenn er einen so treuherzig an guckt:
"Omi, kannst du mir nicht noch mal helfen?"
Was will man machen? "Nein" sagen.
Dann kommt er gar nicht mehr. Dann kommt er eben nicht mehr.
Dann hab ich niemanden mehr. Warum unternehmen Sie nichts?
Sie sind doch noch fit.
Sie sind nicht im Rollstuhl, Sie können alles machen.
Ausflüge, Leute kennenlernen, tanzen gehen ...
Es gibt so vieles.
100 Meter von hier is 'ne Bushaltestelle.
Aber Sie sitzen hier mit den Toten und machen Johannisbeer-Torte,
obwohl Sie keine Johannisbeeren mögen.
Fangen Sie an, sich um sich selber zu kümmern!
Nicht immer nur um die anderen!
Entschuldigung, es geht mich nichts an.
Sie haben recht, man darf sich nicht hängen lassen.
Genau, es gibt noch so viel Schönes.
Wissen Sie, was ich jetzt mache?
Na? Ich komme mit.
Wa? Zur Wattolümpiade. Ich werde Sie anfeuern.
Ja, das wär cool.
Man muss die Gelegenheit beim Schopfe packen.
Auf geht's.
Wer weiß, wie lange man das noch machen kann.
Wattolümpiade, das is ja verrückt.
Das wär toll, aber leider geht das nicht.
Warum nicht? Wir übernachten da.
Im Hotel gibt's sicher noch 'n Zimmer.
Nee, weil das is ja Monate vorher ausgebucht.
Ach, ich versuche das mal.
Schaluppe, war das so? Bitte? Der Name von dem Hotel.
Das weiß ich grad gar nicht mehr. Sagten Sie nich Schaluppe?
Schaluppe?
Kann sein, ja. Hier steht's doch. Hotel Schaluppe, hier.
Das is kein gutes Hotel. Macht nichts.
Die haben nich mal Toiletten in den Zimmern.
'ne eigene Toilette hätt ich gerne. Aber die haben nur eine aufm Gang.
Und die ist meistens nich sauber, weil da alle immer ...
Hallo, mein Name ist Wüllbein.
Haben Sie für heute Nacht noch ein Zimmer frei?
Haben Sie auch ein Zimmer mit eigener Toilette?
Sogar mit Bad, wunderbar.
Könnten Sie mir das bitte reservieren?
Na, so was, der hat eingehängt. Na, so was.
Merkwürdig. Vermutlich, weil er ausgebucht ist.
Nein, es gibt noch 'n Zimmer, sogar mit Bad.
Ah ja, stimmt. Eins haben die da mit Bad.
Das is aber irrsinnig teuer. 300 Euro, glaub ich.
Das kann ich mir aber nicht vorstellen.
Das weiß ich, mein Freund Hannes brauchte auch eins.
Der hat's mitm Magen und dem sagten sie: 300 Euro.
Das wär natürlich schon sehr viel. Zu viel, ne?
Dann kommt noch der Eintritt dazu, für die ... Eintritt?
Für die Wattolümpiade. Sie sagten doch, der wär frei.
Ja ... Für die, die 'ne Karte haben.
Die haben vorher schon die Karte bezahlt,
damit sie dann keinen Eintritt bezahlen müssen.
Aber alle anderen müssen normal bezahlen.
Irgendwas um die 120 Euro. 120 Euro?
Weil das 'ne Olümpiade ist. Dann geht's nich, das is zu teuer.
Schade. Ja, schade is das, ne?
Ich mache das trotzdem. Man lebt nur einmal.
Sie haben recht, mit dem, was Sie gesagt haben.
Jetzt bin ich auch mal dran.
Auf nach Brunsbüttel!
Das find ich ganz super.
Vielleicht nur 'n büschen gefährlich, ne?
Sie werden schon gut auf mich aufpassen.
Wegen Ihres Fingers. Wieso das denn?
Das is schon 'ne Verletzung.
So 'ne Blutvergiftung ... Das is schon fast wieder zu.
Ich fänd das besser, wenn 'n Arzt drauf guckt.
Am besten heute. Aber heute ist Samstag.
Da müsst ich in die Notaufnahme.
Das ist doch völlig übertrieben.
Lieber einmal zu viel in die Notaufnahme als einmal zu wenig.
Sie sind rührend, aber machen Sie sich keine Sorgen:
Mir geht's gut. Ganz sicher? Ja.
Ach, ich freu mich!
Ich glaub, ich habe noch nie so was Verrücktes gemacht.
Ich bin die Brigitte. Heiko. Äh, Schotty.
Brigitte, Schotty und der FC Dieter.
Wenn das kein toller Abend wird! Dann geh ich mal packen.
* Ticken *
Ja? Vibrationsalarm.
Ja, Schotte, wer spricht denn da?
Ja, oh!
Is ja schrecklich!
Ja, nee, dann komme ich sofort, ja.
Ja, danke für den Anruf.
Es tut mir leid.
Das wird nix mit der Wattolümpiade, das war das Krankenhaus.
Meine Tante is ins Koma gefallen.
Ah! Ja, das tut mir leid.
Das wär bestimmt toll geworden, aber das is meine Tante, ne?
Ich kann die nicht im Stich lassen.
Nein, natürlich nicht.
Sie sind 'n wundervoller Neffe.
Och ... In welchem Krankenhaus liegt sie?
In welchem Krankenhaus liegt denn Ihre Tante?
Das is das Agathe-Hospital. Das kenn ich gar nicht.
Das is neu. Das ist in der Stadt.
Ich weiß auch nich genau, wo ... Ich kann im Telefonbuch nachgucken.
Nee. Ich habe das Navi draußen. Ja, das ja schade.
Mit der Wattolümpiade ... Da hatten Sie sich drauf gefreut.
Sicher. Aber ich sag mal: Koma ist Koma, ne?
Sie hat ja nur noch mich. Zum Glück hatten die Ihre Nummer.
Dass die sofort wussten, wo die anrufen mussten.
Tante Agathe hat immer so 'nen Zettel im Portemonnaie.
Dass sie wissen, sie können mich notfalls erreichen.
Ihre Tante heißt Agathe.
Hm? Ja, so 'n Zufall, wie das Krankenhaus.
Wie das Krankenhaus. Ja, stimmt.
Das is hoffentlich 'n gutes Zeichen, ne?
Ich muss dann mal los.
Vielen Dank noch mal für den Kuchen.
Vielleicht sieht man sich ja 'n anderes Mal.
Würde es Ihnen was ausmachen, wenn ich mitfahre? Wenn Sie? Was?
Ich würd in der Notaufnahme den Finger angucken lassen.
Ich fahr mit dem Bus zurück. Nee. Das geht nicht. Weil, weil ...
Weil alte Frauen nicht auf die Wattolümpiade gehören.
Nein, das ist weil ...
Weil Sie mich nich mitnehmen möchten.
Ich muss mich entschuldigen, ich habe mich aufgedrängt.
Es ist nur ... wir feiern danach.
Danach trinken wir ordentlich.
Da geht das ruppig zu - Kerle unter sich.
Da würden Sie sich nicht wohl fühlen.
Dann werde ich weiter meine Johannisbeeren abzupfen.
Und Ihnen drücke ich die Daumen, dass Sie gewinnen.
Na, danke.
Ja, ich muss dann auch.
Wiedersehen.
Wiedersehen.
* Traurige Musik *
* Musikthema: Tatortreiniger *
Copyright Untertitel: NDR 2014
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