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Es ist 11 Uhr vormittags. Ein Dienstag.
Martin Luther und seine Begleiter erreichen Worms.
Die Stadt am Rhein ist Schauplatz des Reichstags.
Ein Gipfeltreffen der Mächtigen. Sie hatten Luther vorgeladen.
Es wird ein kurzer Aufenthalt, aber er verändert den Gang der Geschichte.
"Gottes Gnade darf nicht käuflich sein."
Bereits 100 Jahre vor Luther predigte der böhmische Reformator
Jan Hus gegen den Ablasshandel des Papstes und der Kirche.
Auch er war von seiner Mission überzeugt.
Auch ihm war freies Geleit versprochen worden,
um seine Überzeugung vor den Mächtigen des Reiches zu vertreten.
Jan Hus starb als Ketzer verurteilt auf dem Scheiterhaufen.
Ruhe! Jetzt hört mir doch mal zu!
Wer gibt Gewähr, dass es Luther nicht ebenso ergeht wie Jan Hus?
Das wird nicht passieren.
Das Volk wir Doktor Luther schützen.
Ja, viele mögen auf Seiten Luthers sein!
Aber es reicht einer, der es nicht ist!
Ich stehe persönlich dafür ein, dass Doktor Luther unversehrt
den Reichstag erreichen wird.
Der Kaiser hat seinen Herold geschickt.
Reichsherold Kaspar Sturm,
um Doktor Luther das sichere Geleit nach Worms zu garantieren.
Geleit nach Konstanz hatte Jan Hus auch.
Und dann hat man ihn dort verbrannt.
Doktor Luther hat viele Freunde in den Reihen der Fürsten.
Er hat in Worms nichts zu fürchten.
Sobald unsere deutschen Fürsten um ihre eigene Macht fürchten,
werden sie auch Luther opfern.
Ruft man mich, so komme ich.
Wir dürfen hier nicht fragen, ob es gefährlich ist.
Unsere Sorge sollte sein: das Evangelium.
Unter dem wir ausgezogen sind. Dass wir das nicht im Stich lassen!
Wir dürfen es nicht dem Spott der Gottlosen preisgeben.
Und unseren Gegnern den Anlass, sich über uns zu rühmen.
Auch wenn es gilt, das Leben dafür zu lassen.
Es ist ein ungeheuerlicher Skandal,
dass der Kerl nach Worms kommen darf.
Man hat den erwählten Kaiser dazu gezwungen,
einen verurteilten Ketzer vorzuladen.
Nicht auszudenken, wenn es diesem Luther gelingt,
auf dem Reichstag seine Lügen vorzutragen.
Vor den versammelten Fürsten.
Das darf nicht geschehen.
Das darf auf keinen Fall geschehen.
In Rom wird man das gewiss auch nicht billigen.
In Rom? Gott behüte.
Im Vatikan macht man mich für die Entwicklung hier verantwortlich.
Das ist eine grobe Missachtung Eurer Bemühungen
als persönlich bestellter Gesandter des Papstes, Eminenz.
Ihr sagt es.
Ganz Deutschland hat ein Feldgeschrei für Martin Luther
und gegen Rom erhoben.
Selbst der Kaiser hat sich davon beeindrucken lassen.
Ich bin ja meines Lebens nicht mehr sicher.
Ohne meine Leibwache tue ich keinen Schritt mehr unter die Leute.
Das ist wirklich bedenklich.
Auch das noch, die Freunde des Ketzers.
Exzellenzen.
Wir ahnten nicht, dass die Jagd nach Rotwild zu Ihren Vorlieben gehört.
Der Kaiser legt großen Wert auf unsere Gegenwart.
Da werden wir gemeinsam Zeuge, ob der Kaiser sein Wild erlegt.
Verhüte, der barmherzige Christus,
dass wir feig seien, und sie triumphieren!
* Applaus und Jubel *
Der Herr ist mein Hirte.
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führe mich zum frischen Wasser.
Erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße.
Um seines Namens willen.
Wenn ich Luthers Anwalt sein soll, dann sagt mir:
Was wirft man ihm denn vor?
Er will den Ablass verbieten.
Er bestreitet, dass gute Werke zur Erlösung führen.
Er will die Klöster auflösen.
Die Kirche soll ihr Vermögen verteilen.
Die hohe Geistlichkeit soll verschwinden.
Auch wenn ich kein Theologe bin,
Euer Luther scheint mir doch ein wenig kühn.
Kühn oder nicht kühn.
Er soll gehört werden.
Er muss gehört werden. Auch gegen den Willen des Papstes.
Auch gegen den Willen des erwählten Kaisers?
Der kann ja nicht anders.
Der Kaiser hat bei seiner Wahl unterschrieben.
Auf das deutsche Recht berufen wir uns.
Um die Anhörung von Martin Luther gegen jedweden Widerstand
zu ermöglichen.
Wird Luther es denn wagen, in die Höhle des Löwen zu kommen?
Luther, Ihr kennt ihn nicht.
Er wird kommen.
Luther ist 37 Jahre alt. Als einfacher Mönch hat er begonnen.
Nun ist er Professor für Theologie an der Universität in Wittenberg.
Seine Lehre bringt ihn in unversöhnlichen Gegensatz
zur römischen Kirche.
Der Papst hat ihn zum Ketzer erklärt.
Jetzt folgt Martin Luther dem Ruf des Kaisers.
In der Vorladung nach Worms sieht er die Chance:
Seine Vorstellungen vom richtigen Glauben
aus dem Hörsaal von Wittenberg in die Welt zu tragen.
Luther wusste nicht, wie man Politik macht.
Luther wusste nicht, wie ein Reichstag funktioniert.
Sollte er tatsächlich erwartet haben,
dass er Kaiser und Reichsstände für seine Sache gewinnen konnte?
Dann beweist er vor allem eins:
Bodenloses oder wagemutiges Gottvertrauen.
Denn der Reichstag in Worms
kann für Luther zu einer tödlichen Falle werden.
Silence!
Prés!
Der ist mir durch die Lappen gegangen.
Karl V. war mit 19 Jahren zum König der Deutschen
und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches erwählt worden.
Damit ist er auch Schutzherr der Kirche und aller gläubigen Christen.
Der Habsburger hat aber noch größere Aufgaben:
Er ist Herrscher über ein Weltreich, das bis nach Amerika reicht.
Dem kann er sich nur widmen, wenn in Deutschland Ruhe herrscht.
Der Fall Luther kommt ihm dabei in die Quere.
Für Karl V. ist es eine unglaublich schwierige Situation.
Er steht gerade am Beginn seiner Herrschaft.
Er ist gerade mal 21 Jahre alt.
Er ist politisch noch sehr unerfahren.
Der Wormser Reichstag ist sein erster Reichstag überhaupt.
Das zeigt der Fall Martin Luthers ihm sehr deutlich.
Man weiß nicht, wie es am Ende ausgehen wird.
Doktor Luther! Euer freies Geleit gilt noch für zwei Tage!
Habt Ihr wirklich vor, es bis zur letzten Sekunde auszureizen?
Mitnichten weiß der Sturm.
Einen Augenblick noch.
Der scheint ja wirklich zu leiden.
Der Herr hat ihn hier mit Schmerzen geschlagen.
Verstopfung. Er hat es, seit ich ihn kenne.
Bier hilft!
Und saurer Wein!
Da bin ich. Unverrichteter Dinge.
Das sollt Ihr wissen, damit es später nicht heißt:
Der Ketzer von Wittenberg hat die ganze Zeit vor Angst geschissen.
Ihr müsst Euch vor vielem fürchten.
Aber nicht davor, als Feigling zu gelten.
Los geht's, auf der anderen Seite liegt Oppenheim.
Unser Quartier für die Nacht. Worms erreichen wir morgen.
* Musik *
Heilige Maria, jetzt fleht dein armes Kind zu dir.
Du bist die Einzige, die helfen kann.
Nimm dich, Mutter, meiner an!
Amen. - Amen, ja.
Was haben wir heute?
Die Versammlung des Ausschusses zur Ungarn-Hilfe.
Die Ungarn, hört das nie auf? Wann sehe ich Karl?
Morgen Abend im Badehaus.
Worum soll's denn da gehen?
Um die Anhörung Luthers.
Ich denke, das haben wir längst durchgesetzt. Was denn jetzt?
Ob Luther reden darf.
Natürlich darf er reden.
Wie jeder Deutsche vor einem ordentlichen Gericht
gehört werden muss, bevor der Kaiser über ihn urteilt.
Das hat uns Karl bei seiner Wahl unterschrieben.
Ja, Eure kurfürstliche Gnaden.
Wahlkapitulation Kaiser Karls Paragraph 22 zur Reichsacht.
Brav, sehr, sehr brav. Gut, gut, gut, gut.
So, ich kümmere mich um den Kaiser. Kümmert ihr euch mal um den Rest.
Das werde ich, Hoheit.
Aber nachdem Papst Leo in der Sache bereits geurteilt hat,
ist die Rechtslage schwierig.
Schwierig?
Was bildet sich dieser Papst Leo ein?
Den Vertretern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
wird er weder das eigene Denken
noch die Anhörung Luthers verweigern können.
Was spricht man denn so am Hof seiner Majestät
Gar nichts, man vermeidet dort jedwede Festlegung.
Aleander, weil man Aleander nicht verprellen will.
Der päpstliche Nuntius wittert doch hinter jedem
gleich das Ende der Kirche.
Und was ist mit unserem Doktor Luther?
Seine Ankunft wird für heute Nachmittag erwartet.
Weiß er, dass er als Mönch erscheinen soll? Ha, ha!
Ich hab es ihm geschrieben.
Was denn, nur geschrieben?
Luther wird als Ordensmann auftreten, ich verbürge mich dafür.
Kann nicht schaden, wenn die verstörenden Reden des Martin Luther
durch den Anblick eines kleinen Mönchs versüßt werden.
Jedermann soll von der Ankunft Luthers erfahren.
Schickt zehn, nein, schickt 20 Reiter.
Und die Fanfaren sollen ordentlich blasen.
Alle sollen sie blasen, dass alle Welt es hören könne.
So, und jetzt anziehen.
Anziehen!
Friedrich III. ist seit 35 Jahren Herrscher von Sachsen,
dem bedeutendsten Fürstentum im Deutschen Reich.
Er war selber Kandidat für das Amt des Kaisers.
Seinen Verzicht zugunsten Karls
hat sich Friedrich fürstlich vergüten lassen: Mit Geld und Machtzuwachs.
Der sächsische Kurfürst pflegt zwei Leidenschaften: Er sammelt Reliquien.
Und er betreibt eine Universität,
die er zur bedeutendsten im deutschsprachigen Raum machen möchte.
Der Kurfürst protegiert Luther zunächst ja nicht.
Sondern er schützt ihn einfach.
Er stellt sich einfach vor Luther,
weil das ein Professor seiner Universität ist.
Ich sage gelegentlich:
Wir hätten es heute auch gerne, dass die Kultusminister
sich in ähnlicher Weise vor einen Professor stellen.
Wenn er angegriffen wird.
Das genau ist der Punkt, weswegen er Luther verteidigt.
Zunächst noch nicht, weil er so prominent ist und Weltruf hat.
Sondern einfach, weil es ein Professor an seiner,
der eben gegründeten Universität ist.
Den Mönch machen, daran muss ich mich erst wieder gewöhnen.
Nicht nur du.
Unter dem Doktorhut bin ich immer Augustinermönch geblieben.
Nur sehr schlecht rasiert.
Hast du nicht bei jeder Gelegenheit davon gesprochen,
wie vergeblich und wahnhaft die Möncherei sei?
Ja, das hab ich.
Aber hier geht's um Kopf und Kragen.
Um meinen Kopf.
Deswegen möchtest du in Worms wieder den Mönch geben.
Warum mischst du dich in Dinge, die du niemals begreifen wirst?
Genauso wenig wie der Gaul, der unseren Wagen zieht!
Es reicht!
Setz dich.
Ich bin Mönch, Martin.
Wie du es gewesen bist.
Ich habe geschworen, Gott mein Leben lang zu dienen.
Du willst, dass ich mein Gelübde breche und den Orden verlasse.
Es bleibt deine Entscheidung, Johann.
Aber es bleibt ein Irrtum.
Möncherei wird dich nicht in den Himmel bringen.
Du kannst Gott auf bessere Weise dienen.
Unser Christus will nicht, dass du ihm zuliebe arm und ehelos bleibst.
Und gehorsam, egal, was man von dir verlangt.
Allein, dass du aus ganzem Herzen an ihn glaubst, genügt ihm.
Sola fide.
Allein der Glaube.
Aber wie kann ich mir da sicher sein,
wenn ich mir seine Liebe nicht verdiene?
Sola gracia.
Allein seine Gnade wird deine Seele retten.
Nicht deine Werke, versteh doch.
Ich weiß schon.
Nur die Schrift zählt, nicht die Tradition.
Und Jesus Christus wird uns retten.
Was ist es denn?
Seit ich denken kann, bin ich Mönch.
Der Orden ist meine Familie.
Wo gehöre ich denn hin, wenn ich kein Mönch mehr bin?
Du gehörst zu uns.
Und unser Glaube gehört nicht ins Kloster, er gehört in die Welt.
Lass uns die Welt christlich machen.
* Räuspern *
Morgensuppe für die Herren?
Jetzt, da Luthers Ankunft unmittelbar bevorsteht,
sind wir Tag und Nacht beim Kaiser.
Inzwischen bereut man in seiner Umgebung,
dass man Luther nach Worms geladen hat.
Allein der Kaiser will daran festhalten.
Aber dieses Festhalten soll zum Vorteil der Kirche gereichen.
Beim Herausgehen aus der Vesper versprach mir gestern der Kaiser,
alle Bücher des Ketzers verbrennen zu lassen, so dieser nicht widerruft.
Und dass er nicht nur Luther verfolgen würde,
sondern auch seine Begünstiger und Begleiter.
Wenn es so geschehe, werden sich die Dinge noch zum Guten wenden.
Und die Autorität unseres Heiligen Vaters unversehrt bleiben.
Ich selbst habe inzwischen neues Quartier bezogen.
Es liegt vier Meilen außerhalb am Sommersitz des Bischofs von Worms.
Nach all den Drohungen gegen meine Person,
die mit Luthers Ankunft noch ernster zu nehmen sein werden,
bin ich dort endlich sicher.
* Gebrüll *
Aus dem Weg!
Girolamo Aleander. Wie ernst man die Luthersache in Rom nimmt,
ist an seiner Berufung zu erkennen.
In der Rolle als Sondergesandter des Papstes soll der berühmte Gelehrte
Luther zur Strecke bringen.
Und eine weitere Ausbreitung
der reformatorischen Ideen unterbinden.
Bereits im Vorfeld des Reichstages hatte der strenge Katholik
dafür gesorgt, dass in Lüttich, Löwen, Köln
und Mainz Luther-Schriften verbrannt wurden.
Aleander ist mit Sicherheit papsttreu.
Und das impliziert natürlich, dass er sowohl an seiner Karriere
interessiert ist, aber er ist auch
von einer tiefen Glaubensüberzeugung geprägt.
Und er ist ein Überzeugungstäter.
Damit übrigens ganz gleich wie Luther.
Es stehen sich hier zwei Kontrahenten gegenüber,
die beide aus tiefster Überzeugung handeln.
Ihr habt Glück, dass es Worms geworden ist.
Mir soll's recht sein.
Es sind auch so viele Teufel in Worms als Ziegel auf den Dächern.
Ich wollte doch hinein. - Keine Sorge.
Wenn es eine Stadt gibt, in der Eure Ideen auf fruchtbaren Boden fallen,
dann ist es diese.
Vor 20 Jahren ist die gesamte Hohe Geistlichkeit aus Worms ausgezogen.
Wieso das? - Irgendein Streit um Steuern.
Der Bischof ließ Monstranzen, Kelche, Glockenseile mitnehmen.
Damit man die Stunde nicht mehr schlagen konnte.
Und wie lange hat Worms das ausgehalten?
Das ist es ja gerade. Es ging über zehn Jahre.
Und der Stadt fehlte es an nichts. Es gab alles:
Gottesdienste, Prozessionen, Gerichtsbarkeit.
Es gibt ein Manifest aus dieser Zeit.
Es nennt sich die Wormser Reformation.
Dann wird Worms das Vorbild für eine Welt ohne römische Kirche sein.
Da ist die Eskorte.
Hier, das muss noch dazu.
Eine Depesche nach Rom.
Es eilt.
Die Südpost wurde bereits abgeholt.
Ihr könnt den Reiter aber noch erwischen.
Am Bürgerhof direkt gegenüber.
Aus Luthers "Babylonischer Gefangenschaft der Kirche".
Von der Ehe.
Die Ehe wird ohne jeden Beweis für ein Sakrament gehalten.
Sie ist aber keines.
In der Bibel liest man nirgends,
dass eine Ehe von Gott gestiftet sei.
Oder dass irgendjemand Gnade vor Gott erlangt,
weil er eine Ehefrau genommen hat.
Was habt Ihr da? - Wie?
Was verkauft Ihr?
Luther, das ist alles Luther.
Das ist alles andere.
Luther? - Sicher.
"Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche". Bitte.
Erschien im letzten August. Neuauflage wegen großer Nachfrage.
Textura-Schrift, gleichmäßiges Druckbild, mit Titelgrafik.
Wie viele? - 80.
Wie viele braucht Ihr denn?
Das ist Teufelswerk! Und das wisst Ihr!
Unser Heiliger Vater in Rom
hat Luthers Schriften bereits vor einem halben Jahr gebannt.
In Köln und Mainz haben Sie schon gebrannt.
Das werden sie auch bald hier. - Haltet an Euch.
Ihr seid in der freien Reichsstadt Worms.
Hier hat nicht der Papst, sondern unser Kaiser zu entscheiden.
Seht Euch vor. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.
Lasst ihn nicht durch, den Ordensmann!
Römischer Hurenknecht!
* Musik *
Durchlaucht.
Konfisziert die Schriften des Ketzers.
Achtung, Soldaten!
Was soll das jetzt?
Hört auf!
Das könnt ihr nicht machen!
Oh, das wird teuer! - Martin Luther!
Verdammt, lasst mich los!
Die rauben die Schriften Luthers!
Ihr sollt mich in Ruhe lassen! Hilfe!
Die Attraktivität, die von der Person Luther für das Volk
ausging, war, dass sie das Empfinden haben:
Hier ist ein Fürsprecher, der für unsere Sache kämpft.
Er stellt die Autoritäten in Frage.
Er ist einer, der eine Freiheit aufleuchten lässt,
die es bisher nicht gab.
Und dies führte dann auch dazu, dass eine gesamte Gesellschaft
in Streitfragen verwickelt wird über grundlegende Glaubensfragen.
Das ist etwas ganz Außergewöhnliches.
Das kann man sich selbst heute kaum noch vorstellen.
Und diese Freiheit wollte sich das Volk nicht mehr nehmen lassen.
Die verbotenen Schriften Luthers werden zum Symbol der neuen Freiheit.
Auch während des Reichstags in Worms wird um sie gestritten.
Ein Zeitzeuge berichtet von einem Vorfall.
"Die Spanier versuchten, dem Buchführer 80 Exemplare
"Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche" mit Gewalt zu entreißen."
"Bis endlich die nächsten Nachbarn auf dem Platze
dem armen Mann beisprangen."
"Sie nötigten die Bösewichte derart, dass diese flüchten mussten."
"Und wenn die Spanier nicht im Bischofspalast
Schutz gefunden hätten, wer weiß, was ihnen noch widerfahren wäre?"
Rein damit.
Ein bisschen mehr.
Sehr gut.
Man sagt, dass Doktor Luther heute ankommt.
Und es heißt, er wird im Johanniter-Hof untergebracht.
Bei den Sachsen.
Fünf Krug Bier brauchen wir noch. Wird viel los sein heute Abend.
* Fanfaren *
Das wird er sein.
Auf Schlag halb seid ihr wieder da. Ja?
Mhm.
Und ich will alles wissen.
Ja, ja!
Martin! Martin!
Ganz Worms steht hinter dir!
Martin, willkommen!
Zeig es ihnen!
Bruder Martin! Der Herr sei mit dir!
Der Herr sei mit dir!
Willkommen in Worms, Bruder Martin.
Man sagt, 50 Reiter haben ihn zum Tor begleitet.
Ganze 2000 zu Fuß sollen ihn empfangen haben.
Mein Gewährsmann sagt mir,
dass ein Mönch drei Mal seine Kutte geküsst habe.
Demnächst wird es heißen, dass er Wunder tut.
Wie einfach es doch ist, die Gemüter zu erregen.
Wann sehe ich ihn?
Morgen Nachmittag Schlag vier.
Wir wollen nicht, dass der Ketzer in unserer Gegenwart bejubelt wird.
Genau deswegen haben wir Luther in Eure Residenz vorgeladen.
Für sein Verhör haben wir den kleineren Saal gewählt.
Es gibt keine öffentliche Anhörung und nur geladene Teilnehmer.
Das Volk lassen wir gar nicht erst hinein.
Gut so, gut.
Schlimm genug, dass Kurfürst Friedrich ihn schützt.
Wer führt das Verhör?
Johann von der Ecken, Jurist des Erzbischofs von Trier.
Nicht Ihr selbst?
Es scheint mir klüger, einen Deutschen gegen Luther zu stellen.
Ihr kennt ja die hiesige Abneigung gegen Rom.
Erst heute gab es wieder einen Vorfall,
als wir verbotene Lutherschriften beschlagnahmen wollten.
Wir wollen jegliche Aufruhr vermeiden.
Karl V. war in einer Zwickmühle.
Weil er ganz unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen hatte.
Zum einen die Interessen Roms,
was einen Widerruf Luthers erzielen wollte.
Oder andernfalls die Umsetzung des Ketzer-Urteils.
Da sind zum anderen die deutschen Reichsstände,
die Luther zuvor anhören wollten, um danach ihre Entscheidung zu treffen.
Man muss auch sagen, Luther hatte in den vergangenen Monaten
enorm an Zulauf und Popularität gewonnen.
Deswegen musste man auch mit Reaktionen aus der Öffentlichkeit,
aus dem Volk rechnen.
Weicht nicht aus, Doktor Luther.
Darf eine Ehefrau sich scheiden lassen,
wenn der Mann die ehelichen Pflichten nicht erfüllen kann?
Ein Ketzer bin ich schon, Landgraf Phillip.
Nun wollt Ihr, dass ich auch noch aus mir einen Narren mache?
Nun gut.
Die Ehe ist ein weltliches Geschäft.
Uns Geistlichen gebührt es nicht, da hineinzuregieren.
Nicht mit einem Sakrament oder sonst irgendwie.
Soll es jeder halten,
wie es in seiner Stadt oder dem Land Brauch ist.
Bietet in Eurem Hessen ein Ehegericht an,
wo man solche Fälle löst.
So sagt er, dass es der Zustimmung des Papstes
für eine Scheidung nicht bedarf?
Ich habe die Bibel Lateinisch und Griechisch gelesen.
Und nichts davon gefunden.
Kommt kein Papst darin vor.
Auch nicht als Eherichter.
* Alle lachen. *
* Ein Schrei. *
Da, du Luther-Freund. - Komm, der hat genug.
Oh mein Gott!
Er hat deine Schriften verkauft auf dem Hauptmarkt.
Wie sie ihn zugerichtet haben.
Er hat dafür büßen müssen, dass er deine Bücher verkauft hat.
Glaubst du immer noch, dass sie dich reden lassen?
* Glockenläuten *
Ich hoffe, ich komme nicht zu spät?
Karl.
Wie?
Ich hoffe, ich komme nicht zu spät.
Nein, solange das Wasser heiß ist, kommst du nicht zu spät.
Die Tage können einem lang werden hier.
Und dieser ist ja noch nicht mal zu Ende.
Das ist Reichstag, ist ja nicht mein erster.
Die tagen nun bereits seit einem Vierteljahr.
Hoffentlich bleibt uns noch genug Zeit, um zu regieren.
Selbst wenn ich altmodisch klinge, aber das hier ist regieren.
Schlachten werden woanders geschlagen.
Aber begonnen oder vermieden werden sie hier.
Das mag für die deutschen Kriege gelten.
Wenn auch meine Gegner in Kastilien, die Portugiesen,
der König von Frankreich und der Sultan von Konstantinopel
hier wären.
Der Sultan ist es nicht, aber mein Mönch aus Wittenberg ist gekommen.
Der leidige Doktor Luther.
Trotzdem bin ich dankbar und erleichtert,
dass du ihn vorgeladen hast
Hatte ich denn eine Wahl?
Vermutlich nicht.
Du wirst ihn doch reden lassen, oder?
Hast du jemals mit ihm gesprochen?
Nein, das werde ich auch nicht, aber ich habe mich nach ihm erkundigt.
Erasmus von Rotterdam lobt ihn in den höchsten Tönen.
Aleander sagt, dieser Erasmus sei ein größerer Ketzer
als Luther selbst.
Das Wort Ketzer geht ihm ein bisschen schnell über die Lippen.
Wer weiß, was Aleander über uns, über dich und mich
in seinen vielen Depeschen nach Rom schreibt?
Er hat die Deutschen einst sehr geschätzt.
Aber das ist nun vorbei.
Auf mich jedenfalls setzt er große Hoffnungen.
Wir lieben dich doch alle.
Seid unbesorgt.
Ich kenne meine Pflichten.
Noch einmal.
Sind das deine Schriften?
Nennt ihn beim Namen.
Sind das deine Schriften, Martin Luther?
Martin, sag mir, was ist unser Ziel?
Ein offenes Streitgespräch.
Bei dem ich die Grundlagen meiner Theologie
aus der biblischen Schrift heraus ableiten kann.
Vor Kaiser und allen Reichsständen.
Viel schärfer.
Sind das deine Schriften, Martin Luther?!
Den Kaiser und die Fürsten wirst du bekommen.
Sie können es kaum erwarten, dich leibhaftig zu sehen.
Aber ein offenes Streitgespräch, niemals.
Dann frage ich:
Was unterscheidet deine Schriften
von denen des verurteilten Ketzers Jan Hus?
Auf keinen Fall. Ihr dürft ihn nicht ins Reden kommen lassen.
Er soll nur Ja oder Nein sagen können.
Wie soll ich Kaiser und die Fürsten ansprechen?
Unser Ziel muss es sein, dich wieder lebend aus Worms herauszubringen.
Ihr könnt ja eingreifen, falls es in die falsche Richtung läuft.
Vergesst nicht, ich werde nicht da sein, von der Ecken.
Ihr seid auf Euch allein gestellt.
Doktor Luther?
Besetzt, in Gottes Namen!
Wollt ihr wirklich den erwählten Kaiser warten lassen?
Ist es schon soweit? - Folgt mir.
Sie lassen uns nicht rein, Bruder Martin.
Gott sei mit dir.
Hau ab, wir wollen dich hier nicht!
Zeig's ihnen! - Gott sei mit dir, Bruder Martin.
* Musik *
Im Namen seiner Majestät Karl V.
eröffne ich das Verhör des Doktor Martin Luther.
Professor zu Wittenberg.
Im vergangenen Juni ist der Besagte durch seine Heiligkeit,
Papst Leo X. dazu aufgefordert worden, die von ihm
seit Oktober 1517 verbreiteten Schriften zu widerrufen.
Doktor Luther hat die ihm hierzu gewährte Frist von 60 Tagen
verstreichen lassen.
Dank kaiserlicher Gnade hat er hier und heute eine letzte Gelegenheit,
seine Versäumnisse zu bereuen.
Sind das deine Schriften, Martin Luther?
Wie soll ich Sie ansprechen?
Sind das deine Schriften?
Wie soll Doktor Luther sich bekennen, wenn er nicht weiß,
um welche Schriften es sich handelt?
Man verlese sämtliche Titel, bevor er antwortet.
Von den guten Werken
Von der Freiheit eines Christenmenschen
An den christlichen Adel deutscher Nation
Vom Papsttum zu Rom
Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche
Lasst mich durch, ich muss ihm nur was geben.
Ich muss ihm nur was geben.
Was ist denn?
Wie soll ich Sie ansprechen?
Sag einfach Durchlaucht und Exzellenzen.
Wenn von der Ecken dich nicht reden lässt,
bitte um einen Tag Bedenkzeit.
So frage ich dich erneut:
Bist du bereit, dich zu den Schriften zu bekennen,
die unter deinem Namen verbreitet worden sind?
Durchlaucht.
Exzellenzen.
Die genannten Schriften sind die meinen.
Da du diese Schriften als deine eigenen anerkennst, erkläre dich.
Wirst du sie widerrufen?
Ja oder nein?
Durchlaucht.
Exzellenzen.
Ich will mich bedenken.
Weil es das Größte im Himmel und auf Erden berührt.
Nämlich Gewissen, Seelenheil und den Glauben an die Worte Gottes.
Kann ich das nicht ohne Vorbereitung beantworten.
Ich bitte Eure kaiserliche Majestät in Demut um einen Tag Bedenkzeit.
Er soll ihn haben.
* Musik *
Lasst ruhig, wir kümmern uns um ihn.
Wie war's?
Frag lieber nicht.
Bruder, sprich mit uns!
Warte, bleib doch stehen!
Ihr kennt mich ja, Freunde.
Gibt's doch kaum eine Gelegenheit, bei der mir die Worte fehlen.
Nur heute.
Als alles drauf ankam, haben dir die Worte gefehlt?
Oder bist du nur nicht zu Wort gekommen?
Ich weiß es nicht, es war ... es war furchtbar.
Es war eine Falle. Und Aleander hat sie dir gestellt.
Ich hab dir gesagt, dass sie dich nicht sprechen lassen.
Vielleicht bin ich doch nicht der Richtige.
Vielleicht hat sich Gott von mir abgewandt.
Du weißt doch, was man sagt:
Wenn man nicht vom Übel in der Kirche spricht,
dann müssen die Steine sprechen.
Da ist es doch besser, wenn du es tust.
Jedenfalls bekommst du eine zweite Chance.
Sollen wir dir helfen?
Das hat Schurf schon versucht.
Am besten ist, ihr lasst mich allein. Heute.
Iss.
* Gesang *
"Nichts soll's, es wird ein Regen sein"
"Ein Regen aus den Wolken."
"Wohl in das grüne Gras."
"Und kommst du, liebe Sonne, nicht bald."
"So weset alles im grünen Wald."
"Und all die müden Blumen."
"Die haben müden Tod."
Ist so stille bei Euch, Doktor Luther.
Der Doktor Ketzer hat sein Publikum enttäuscht.
Und seinen Gott.
Verlasst Euch nicht auf den gemeinen Mann.
Den einen Tag heißt es "Hurra", den anderen "Hol's der Teufel".
Wenn's nur der gemeine Mann wär.
Wenn Ihr Euch nur selber sicher seid, Doktor Luther,
so werden Euch die Menschen folgen.
Was soll denn das heißen: Rom habe in der Sache gesprochen?
Ja, was denn?
Dass Luther sein freches deutsches Maul halten soll?
Ja, mitnichten, von der Ecken!
Wie oft aus diesem Saal sammelt ein Ausschuss die Klagen
der deutschen Stände gegen Rom.
Und es sind mehr als 100!
Rom geht es überhaupt nicht um den wahren Glauben!
Rom geht es eindeutig um das uralte Privileg der Rechthaberei!
Von Ecken, ich sage Rechthaberei!
Ich lade Sie ein, meine Herren. Kommen Sie nach Wittenberg.
Jahr für Jahr muss ich meine Universität erweitern.
Um dem Ansturm überhaupt gerecht zu werden.
Ich habe Studenten aus ganz Europa.
Die interessieren sich nicht für Rom oder den Papst
oder irgendwelche Konzile.
Die interessiert nur eins:
Diese Schriften hier.
Ungehört wird mein Mönch nicht verurteilt.
So will es unser deutsches Recht.
Was unser hochverehrter junger König,
auf den alle Welt seine Hoffnungen setzt,
bei seiner Wahl zu schützen geschworen hat.
Nicht?
Geht das nicht etwas schneller?
Euer Kutscher nimmt Euch wirklich beim Wort.
Wenn das nur alle täten.
Was soll das mit der Bedenkzeit für den Ketzer?
Das müsst Ihr Karl schon selber fragen.
Wir hatten Luther im Sack und hätten die Sache zu Ende gebracht.
Sie waren schneller als wir. - Das bedeutet nichts gutes.
Eminenz.
Offizial.
Magister.
Seine Majestät hat Euch empfangen?
In der Tat, wir hatten eine Audienz.
Worum ging es, wenn ich fragen darf?
Sicher, wir lassen es eben an die große Glocke hängen.
Luthers Anhörung wird heute hier im großen Saal stattfinden.
Um 4 Uhr.
Auch gemeines Volk wird dabei sein.
Aber hört, was wir davon halten:
Eine Sache, die sich den gemeinen Mann als Verbündeten suchen muss,
verdient nichts als Verachtung.
Gewiss.
Eminenz.
Ach ja, Herr Luther wird sich erklären dürfen, von der Ecken.
Er bekommt Redezeit.
Auf Deutsch und auf Lateinisch.
* Glockenklang *
* Musik *
Mächtiger Kaiser.
Allergroßmächtigster Kaiser.
Was macht er da?
Durchlauchtigste Fürsten.
Eminenzen, Exzellenzen.
Gnädiger und gnädigste Herren.
Ich weiß, ich habe gestern Euren Unmut auf mich gezogen.
Habe versäumt,
dem einen oder anderen seinen gebührenden Titel ...
Ich erkläre mich Ihnen als jemand, der
nicht auf einem Fürstenhof erzogen wurde.
Sondern in der Einfalt von Mönchswinkeln.
Wo es nur dies für mich gab:
Unserem Herrgott alle Ehre zu erweisen.
Heute habt ihr mein Lied auf meine Weise gehört.
Ich hoffe, dass es ebenso erbaulich war wie eures für mich gestern.
* Musik *
Wir brauchen eine Trennlinie im Osten.
So wie wir sie mit den Portugiesen hier auf dem 46. Längengrad
im Westen vereinbart haben.
Was schlagt Ihr vor?
Wenn wir am Gewürzhandel mit den Molukken teilhaben wollen,
müsste die Linie beim 138. Längengrad liegen.
Der päpstliche Nuntius und der Offizial aus Trier.
Es sei dringend.
Lass sie bitten.
Es wird nicht lange dauern.
Hernán Coron, Sohn des Christoph Kolumbus.
Meinen Bruder Ferdinand kennt Ihr ja.
Der Sonderabgesandte des Papstes, Girolamo Aleander.
Und Johann von der Ecken, Offizial des Erzbischofs von Trier.
Er führt das Verhör gegen Luther.
Deswegen sind wir hier, Majestät.
Wozu auch sonst?
Wozu auch sonst?
Bevor Ihr Euch beschwert über die Redezeit,
die wir dem Ketzer eingeräumt haben, so vernehmt dies:
Ich habe ein Weltreich zu regieren.
In Spanien herrscht offener Aufruhr gegen mein Regiment.
Der König von Frankreich sitzt mir im Nacken.
Und die Osmanen bedrohen das Reich in Ungarn.
Versucht also nicht, mir einzureden,
dass ein Mönch aus Sachsen eine ähnliche Bedrohung darstellt.
In aller gebotenen Demut, Eure Majestät.
Was wird aus der Kirche, die zu beschützen Ihr geschworen habt?
Wenn wir Luther gewähren lassen?
Wie wollt Ihr Euch als Herrscher aller Rechtgläubigen eignen,
wenn Ihr offene Ketzerei in Eurem Reich duldet?
Was ist Euer Kaiseramt noch wert, wenn die Christenheit gespalten ist?
Was Ihr heute noch als Stein unter Euren Sohlen wähnt,
wird bald ein Messer sein an Eurer Brust.
Wenn wir Luther nicht zum Schweigen bringen,
werden wir eines Tages Krieg führen.
Es reicht, Nuntius.
Im Gegensatz zu Euch hab ich Dinge, auf die ich Rücksicht nehmen muss.
Diese deutschen Fürsten wollen Luther hören.
Wenn es eines Tages sein muss, Aleander,
werden wir Krieg gegen Luther führen.
Aber nicht heute.
* Jemand betet auf Latein. *
Schlag sechs.
Seit zwei Stunden lassen die uns hier schmoren.
Wenn das nicht Aleanders Werk ist.
Es geht um die Ungarn-Hilfe.
Truppen und Geld gegen die Osmanen.
Schwierige Verhandlungen.
Bist du bereit?
Was ist mit euch?
Ich hab seinen Boten mitgebracht.
Was ist denn los?
Ich glaube, sie fangen an.
Es geht los.
Aller durchlauchtigster, großmächtigster Kaiser.
Durchlauchtigste Fürsten, Eminenzen, Exzellenzen.
Gnädigste und gnädige Herren.
Sollte ich gestern Euren Unmut verdient haben,
weil ich jemandem den ihm gebührenden Titel
zu geben vergessen habe.
Oder weil ich durch meine Gebärden oder sonst wie
gegen höfische Sitten verstieß.
So bitte ich Euch, mir gnädiglich zu verzeihen.
Dies ist die Schilderung vom zweiten Verhör des Ketzers,
wie sie mir von meinem Gewährsmann von der Ecken gegeben wurde.
Um nicht den deutschen Zorn gegen Rom unnötig anzustacheln,
hatte ich mich auch diesmal der Versammlung ferngehalten.
Nachdem Luther gestern jede Antwort schuldig geblieben war,
um sich Bedenkzeit zu erschleichen.
Stellte er sich nun endlich unseren Fragen.
Was die erste Frage angeht, will ich ohne Umschweife antworten.
Ja.
Ja, ich bekenne mich zu den von mir verfassten Schriften.
Es kann aber nicht gelten für jene Bücher, auf denen mein Name steht.
Die aber von meinen Widersachern oder von Betrügern ausgegangen sind.
Was in meiner Lehre in Inhalt und Sinn verfälscht wurde,
dazu kann und werde ich nicht stehen.
Hier.
Was ist denn?
Doktor Martinus hat soeben ... - Lauter!
Jetzt seid doch mal ruhig!
Bruder Martin hat eben zu sprechen begonnen.
Er hat sich zu den von ihm selbst verfassten Schriften bekannt.
Der falsche Hund wurde selbst bei dieser einfachen Frage nicht müde,
Betrug zu wittern.
Er unterstellt uns, dass wir die Mühe nicht scheuen,
seine Schriften zu verfälschen.
Nur um das Ketzerische darin noch sichtbarer zu machen.
Dann beginnt er in Manie eines fleißigen Juristen
seine Schriften nach Art und Zweck zu unterscheiden.
Zu meinen Schriften gehören jene,
die als Unterweisung für den täglichen Glauben verfasst sind.
Und deren Nutzen und Gewinn für die Christenheit
nicht bezweifelt werden.
Wodurch es keinen Sinn machen würde, sie zu widerrufen.
Des Weiteren habe ich Bücher verfasst,
die wider das Papsttum und dessen allerböseste Lehren dienen.
Da man für jedermann sichtbar von Rom aus die christliche Welt
mit allen Übeln des Leibes und des Geistes verwüstet und verderbt hat,
wird diesen Notstand niemand verneinen.
Es haben ja auch auf diesem Reichstag
die deutschen Fürsten ihre Beschwernisse und Klagen gesammelt,
die sich aus der römischen Tyrannei
gegenüber der deutschen Nation ergeben.
* Applaus *
Nicht schuldig. - Luther spielt die deutschen Werte.
Daraufhin macht diese Ausgeburt einer Schlange die Liste der Klagen,
die die deutschen Gegner gegen uns sammeln, zu seiner eigenen Sache.
Ich wäre ein Verräter an den gerechten Anliegen
der deutschen Fürsten, wollte ich diese Schriften widerrufen.
Luther sagt, dass er nicht wie ein großer Schanddeckel
die Tyrannei und Bosheit Roms zudecken will.
Und auch seine Schriften, die sich gegen Rom richten, nicht widerrufen.
Luther bleibt bei seinem Wort!
Nur weiter so, Doktor.
Eine letzte Art sind jene Schriften, die sich gegen Personen richten,
die diese römische Tyrannei beschützen.
Hier bekenne ich, dass ich zuweilen heftiger gesprochen habe,
als es dem christlichen Wesen und Stand geziemt.
Aber ich bin ja auch kein Heiliger.
* Alle lachen und applaudieren. *
Sollte ich übel geredet haben, so gebt mir Zeugnis von dem Übel.
Der betrunkene Deutsche hat es mit ketzerischem Hochmut
nicht unterlassen, sich mit unserem Herrn Jesus Christus zu vergleichen.
Wie dieser blutig geschlagen vor dem Hohepriester stand,
um sein Martyrium zu beginnen.
Wenn man mich mit den evangelischen und prophetischen Schriften
überwindet, will ich der Erste sein, der meine Bücher ins Feuer wirft.
Man hat mich ermahnt, dass aus meiner Lehre
Zwietracht, Aufruhr und Empörung verursacht wird.
Glaubt mir, ich sehe mit großer Freude,
dass durch Gottes Worte
Missklang und Uneinigkeit herrscht.
Denn das ist sein Zweck und sein Sinn.
Unser Christus sagt es selbst:
Ich bin nicht gekommen, um den Frieden zu bringen.
Ich bringe das Schwert.
In meinem Namen wird es Streit geben in den Familien.
Und Unfrieden unter den Völkern.
Es gebührt sich nicht, weiter davon zu disputieren.
Anlass zur Sorge, dass sich ein Schatten legt
auf das Regiment unseres Königs.
Auf den die ganze Christenheit ihre Hoffnungen setzt.
Anlass zur Sorge geben nicht diejenigen,
die Übel und Irrtümer der römischen Kirche benennen.
Sondern diejenigen, die von ihnen schweigen wollen.
Es gebührt sich nicht, weiter davon zu disputieren,
was durch die Konzile bereits verworfen und verdammt wurde!
Bekenne dich endlich!
In einfachen Worten!
Und unverfänglicher Sprache!
Wirst du widerrufen?
Oder nicht?
So will ich dann eine einfache Antwort geben.
Solange ich nicht durch Zeugnisse der Schrift
oder durch die Vernunft überwunden werde.
Solange werde ich nur meinem Gewissen gehorchen.
Und nichts widerrufen.
* tosender Applaus *
Bravo, gut gemacht, Bruder Martin!
Nieder mit Rom!
Keine einzige seiner Schriften wird er widerrufen!
* Jubel und Applaus *
Trinken.
Sofern Ihr könnt, Doktor,
wollt Ihr Euch noch einmal auf Lateinisch bekennen?
Es wird der Sache nicht schaden, wenn es alle verstehen.
Hört, hört!
Doktor Luther wollte sich noch auf Lateinisch erklären!
* Er spricht Lateinisch. *
* Applaus und Jubel *
Ich bin hindurch!
Bruder Martin, du bist ein Held!
Nun, was sagt der Jurist dazu?
Steht das Gewissen über dem Gesetz?
Gewiss nicht.
Dann bringt es gar nichts, wenn sich Luther auf sein Gewissen beruft?
Nicht vor dem Gesetz.
Im Falle von Ketzerei dürfte es nicht mal strafmildernd wirken.
Das Gewissen wird mit ins Feuer gehen.
Aber es macht frei.
Wie unser Mönchlein heute geredet hat!
In Deutsch und Latein, vor Kaiser und Ständen
hat meine Achtung.
Ein beeindruckender Auftritt.
Wir müssen Luther sicher aus der Stadt bekommen.
Dann wird man sich noch lange von dem Tag erzählen.
Meint Ihr?
Auch wenn er manchmal über die Stränge schlägt,
aber Luther hat meinen Gefühlen im Sachsenlande so viel Ehr gemacht.
Da muss mancher viele Schlachten schlagen.
Und wird doch nie so geliebt.
Ich bin, was meine erhabenen Vorfahren waren.
Kaiser des Heiligen Römischen Reiches,
katholischer König Spaniens, Erzherzog Österreichs
und Herzog Burgunds.
Ich bin bereit, immer weiter nach Beispiel meiner Vorfahren zu leben
und zu sterben.
Als Mehrer des Glaubens und Verteidiger der heiligen Gesetze
und Zeremonien.
Zu Ehren Gottes und zum Heil der Seelen.
So bin ich gewiss, dass ein einzelner Ordensbruder irren muss,
wenn seine Meinung der Meinung der ganzen Christenheit entgegensteht.
Und den Sitten und Gebräuchen der vergangenen 1000 Jahre zuwiderläuft.
Ich bereue, solange gezögert zu haben, um gegen Luther
und seine falsche Lehre vorzugehen.
Ich bin entschlossen, ihn nicht mehr zu hören,
sondern gegen ihn zu verfahren wie gegen einen notorischen Ketzer.
Karls Entgegnung ist mehr als eine Demonstration seiner Macht.
Es ist ein persönliches Bekenntnis zu seiner Herrschaft
und zu seinem Glauben.
Die Formulierung nimmt keine Rücksicht auf diplomatische Formeln.
Die Erklärung ist gleichzeitig sein Regierungsprogramm.
Die Wahrung des einen Glaubens, der einen Kirche und des einen Reiches.
Für den Kaiser geht es nicht nur um sein Gewissen,
sondern auch um die Staatsräson im Gegensatz zum Reformator.
In Worms bündeln sich viele Entwicklungen.
Wie in einem Brennglas.
Vor allem ist es die Überzeugung, dass man die Anleitung
für ein kirchliches Leben nicht durch kirchliche Autoritäten
vermittelt bekommt,
sondern aus der Heiligen Schrift selbst ableitet.
In Worms steht jetzt ein Christ, der sich weigert,
sich gegen sein eigenes Gewissen zu stellen.
Damit stellt er massiv die damaligen kirchlichen Strukturen,
den Monopol-Anspruch auf die Heilsvermittlung in Frage.
Wie weit seid ihr mit dem Bericht aus Worms?
Wenn wir alles andere zurückstellen, haben wir morgen 100 Stück.
Es gibt noch eine Änderung für den Schluss.
Bislang ist das:
Solange ich nicht durch die Zeugnisse der Schrift
oder durch die Vernunft überwunden werde,
werde ich nur meinem Gewissen gehorchen.
Und nichts widerrufen. Gott helfe mir. Amen.
Solange ich nicht durch Zeugnisse der Schrift oder durch die Vernunft
überwunden werde, werde ich nur meinem Gewissen gehorchen.
Und nichts widerrufen.
Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Nicht schlecht.
Ganz entscheidend für den ungeheuren Nachhall der Ereignisse in Worms
war, dass das Public Relation Center, modern formuliert,
in Wittenberg sofort die Führung übernommen hat.
Die Aussagen des Mönchs zugespitzt hat.
Etwa der berühmte Satz:
"Ich stehe hier, ich kann nicht anders."
Und dann der Buchdruck eine große Rolle gespielt hat.
Ein sehr schönes Beispiel dafür ist,
dass die Rede Luthers weltberühmt wurde.
Während die Antwort des Kaisers in Vergessenheit geraten ist.
Von den Tagen in Worms bleibt allein das Bild des standhaften,
nur seinem Gewissen gehorchenden Rebellen.
Viele nehmen sich an Luthers Haltung ein Beispiel.
Wie Johann Petzensteiner, der seinen Orden verlassen, heiraten,
und evangelisch-lutherischer Pfarrer in Sachsen werden wird.
Luther selbst wollte Reformen und keine Spaltung der Kirche.
Der Reformator aus Wittenberg weckte Ansprüche,
nicht nur in Fragen des Glaubens.
Viele erhoffen sich durch ihn mehr Freiheit von Bevormundung
und Unterdrückung.
Ob Bürger oder Bauern.
Der Hoffnungsträger wird Erwartungen erfüllen, aber auch tief enttäuschen.
Wir wollten dich nicht stören, Bruder Martin.
Von der Ecken. Aber ihr kennt euch ja schon.
Ein ungewöhnlicher Ort für ein Verhör.
Offizial.
Das ist kein Verhör, Luther, das ist eine Einladung.
Mein Dienstherr schickt mich. Zeit für einen Ausflug?
Der Erzbischof von Trier mahnt dich dringlichst, zu widerrufen.
Er bietet dir ein gutes Priorat in der Nähe eines seiner Schlösser.
Einen Platz in seinem Rate und an seinem Tisch.
Darüber hinaus kannst du auf den Schutz des Kaisers
und die Gnade des Papstes zählen.
Gnade?
Begreifst du nicht, dass du irrst?
Du hast dich bemüht, ja.
Aber du irrst.
Du bist es, der falsch liegt.
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte,
dass Eure Sache des Teufels ist, dann habt Ihr ihn eben erbracht.
Das ist Rom, so wie ich es kenne.
Als gäbe es nichts, was man nicht kaufen kann.
Ich will nichts von Eurer Gnade. Keinen Pfennig.
Das Urteil steht dir nicht zu, Luther!
Dir schon gar nicht.
Hast du dich selbst etwa nicht schon längst kaufen lassen?
Von deinen Fürsten?
Du bist nichts ohne sie, Luther. Nichts.
Es steht mir nicht zu, jemanden nur wegen seines Ranges abzuweisen,
wenn er sich der gerechten Sache anbieten will.
Gott wählt seine Jünger.
Wer bin ich, dass ich seine Wahl in Frage stelle?
Gottes Wahl?
Wie blind musst du sein.
Du hast dich auf Gedeih und Verderb zum Werkzeug der Fürsten gemacht.
Was du unserer Kirche entreißen willst,
überlässt du anschließend ihrer Willkür.
Was soll daran besser sein?
Ich habe mich lange genug bemüht, Rom zur Einsicht zu bewegen.
Von der Ecken.
Ihr kennt das Ergebnis.
Das Ergebnis deiner Bemühungen wird sein,
dass die eine katholische Kirche zerschlagen wird.
Was du Befreiung des Glaubens nennst,
wird zur Zersplitterung führen.
Und gefesselt in den Händen der Fürsten enden.
Ist das dein Willen Gottes?
Möge der Wille Gottes geschehen.
Dass hier samt und sonders nach Ablauf der 20 Tage Geleit,
die am 14. Mai 1521 enden
und Martin Luther weder in Form von Haus noch Hof
weder in Beistand oder Hilfe zukommen lasst,
sondern ihn fangt und zu uns schickt.
Oder ihn festhaltet, bis wir ihn holen.
Für Martin Luther gilt ebenso wie für seine Verwandten und Gönner:
Werft sie nieder und fangt sie.
Ihre Güter, ob beweglich oder unbeweglich, sollen euch gehören.
Die Juristen des Kaisers haben den Text geprüft.
Es ist die Reichsacht.
Sie wollen es nicht anders.
Ferner verbieten wir alles Abschreiben dem Druck den Kauf,
den Verkauf und das Lesen seiner Schriften.
Damit sie auf ewig
aus dem Gedächtnis der Menschen getilgt werden.
Was sagt Ihr?
Ist es nicht das härteste Ketzer- Urteil, das Ihr je gelesen habt?
Luther ist ein toter Mann.
Und seine Unterstützer ebenfalls.
Gute Frau!
Welcher Gönner hat Euch geschickt?
Keiner außer uns. Man sagt, dass Ihr bald abreisen werdet.
Und Ihr sollt unser Worms ja in guter Erinnerung behalten.
Warum setzt Ihr Euch nicht? Platz ist genug.
Also gut.
Also ein Priorat.
Der Herr von der Ecken hat es mir
im Namen das Erzbischofs von Trier angeboten.
Ich weiß, was das heißt: Jährliches Einkommen,
repräsentativer Amtssitz und keine Arbeit.
Römische Verhältnisse eben. - Unfassbar!
Das malt sich ja aus wie die letzte Versuchung Christi.
Es war noch nicht die letzte.
Man hat mich gestern zur Belehrung einbestellt.
Der Greiffenklauen und der von Brandenburg saßen vor.
Eine Belehrung?
Ja. Zu den Folgen meiner Halsstarrigkeit.
Sie haben Luther in den schwärzesten Farben erklärt,
was die Reichsacht bedeutet.
Um ihn doch noch zu einem Widerruf zu bewegen.
Wir wissen ja, wie halsstarrig unser Martin manchmal sein kann.
Wenn man vom Teufel spricht.
Offizial.
Von der Ecken, habt Ihr auch ein Priorat für mich?
Nimm den Mund nicht zu voll, Brüderchen.
Ich wollte mich verabschieden.
Setzt Euch doch.
Greift zu.
Und?
Habt Ihr noch eine Botschaft von Eurem Erzbischof?
Nein, keine Botschaft.
Ein persönliches Anliegen.
Dass du dir selbst gegenüber keine Rücksicht walten lässt,
ist offensichtlich.
Ja, das ist auch ehrenhaft.
Aber du setzt nicht nur dich in Gefahr.
Es wird deine Freunde treffen.
Deine Schüler, deine Anhänger.
Es wird nicht aufhören, verstehst du?
Ich hab in den letzten Tagen
viel Zeit mit dem päpstlichen Nuntius verbracht.
Und Aleander ...
Er wird es nicht dabei belassen, dass deine Bücher brennen.
Wenn es einen Gesinnungsgenossen trifft, was wirst du tun?
Wie wirst du damit leben?
Ist deine Lehre diese Opfer wert?
* Er räuspert sich. *
Ich bin sicher nicht der Gelehrteste in dieser Runde.
Aber so viel weiß ich:
Dass ich dort bin, wo ich sein will!
Ob man mich Gehorsam gelehrt hat, Bruder Martin,
so folge ich dir heute aus freien Stücken.
Als freier Christenmensch.
Lasst uns herausfinden, was Gott mit uns vorhat.
Amen.
Den sind wir los.
Da täuscht Ihr Euch.
Das ist wie mit dem Teufel.
Der verfolgt uns auch ein Leben lang.
Luthers entschiedener Auftritt in Worms
verändert den Gang der Geschichte.
Durch ihn finden viele Menschen ein neues Verhältnis zum Glauben.
Doch Luther hat etwas ins Rollen gebracht,
was er nicht mehr beherrschen kann.
Im Ringen um Glaube und Macht werden Kriege geführt,
Menschen getötet, Landkarten neu gezeichnet.
In den Tagen von Worms ist er endgültig zur Hauptfigur
in einem großen Machtspiel geworden.
Lasst uns allein, wir wollen nicht gestört werden.
Nur Mut.
Du sollst dein Edikt gegen Luther haben.
Doch Aleander hat anscheinend, was nötig ist.
Er wird es daher nicht wagen, unserem deutschen König
die Kaiserkrone zu verweigern.
Aber du weißt, was das für Luther bedeuten würde.
Und für dich.
Was es bedeuten könnte.
Sobald ich das Edikt unterzeichne, gilt er als vogelfrei.
Und alle, die ihn unterstützen, ebenso.
Ich werde abreisen, bevor du das Edikt unterschrieben hast.
Ich kann dir nicht ganz folgen.
Es muss so sein, dass das Edikt niemals bei mir ankommt.
Und das ist jetzt Politik?
Politik in ihrer höchsten Form.
Was ist mit Luther?
Die Universität wird einige Zeit auf ihn verzichten müssen.
Ich werde ihn sozusagen verschwinden lassen.
Wird es denn keinen Aufruhr geben,
wenn du Luther einfach verschwinden lässt?
Wenn du ihn hättest,
würde er wahrscheinlich auf einem Marktplatz brennen.
Das gäbe Aufruhr.
Ich lasse ihn nur verschwinden.
Ich glaube, die Menschen wähnen ihn dann in Sicherheit.
Auf dein Wohl.
Das Wormser Edikt galt in dem Land, in dem der Ketzer saß, nicht.
Rechtlich nicht, denn es wurde nie zugestellt.
Und dass es nie zugestellt wurde ist mit Sicherheit
auf eine Absprache zwischen Kurfürst Friedrich
und dem Kaiser zurückzuführen.
Yeah!
Wer war das? - Nur ein paar Mönche.
Das Edikt gegen Luther.
Letzte Fassung.
So wie es seine Majestät unterschrieben haben.
Wie viele sind es? - 400.
Nein, nicht hier.
Kursachsen bekommt es nicht.
* Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017
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