All language subtitles for Der Geschmack von Apfelkernen.2013

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Original subtitles

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Meine Gro�mutter hie� Bertha.

Sie und ihre Schwester Anna waren kaum ein Jahr auseinander,

aber sie waren so unterschiedlich, wie zwei Schwestern nur sein konnten.

Anna mochte am liebsten Boskop und a� sie immer samt dem Geh�use.

Bertha bevorzugte Cox Orange

und a� sie fein s�uberlich um das Kerngeh�use herum.

Meine Cousine Rosmarie liebte v. a. die Kerne.

Weil die giftig sind, sagte meine Gro�mutter.

Rosmarie, jetzt mach schon!

Mira, wenn du w�sstest, wie eklig das ist, w�rdest du nicht so dr�ngeln!

Friss oder stirb.

Das war einfach.

Von mir behauptete sie, dass ich die �pfel genauso esse wie sie.

Berthas Schwester Anna starb mit 16 an einer Lungenentz�ndung.

- Bertha! Wo ist deine Mutter? - Unten vielleicht.

Gro�mutter erz�hlte immer,

dass mit Annas allerletztem Atemzug die roten Johannisbeeren wei� wurden.

Inzwischen hatte Bertha l�ngst vergessen, wer Anna war.

Aber sie hatte auch Christa vergessen und Inga und Harriet, ihre T�chter.

Oma!

Ich bin's! Iris! Deine Enkelin!

- Hallo, Tante Inga. - Vorsicht.

Sch�n, dich zu sehen!

Guck mal, f�r dich.

Gelee von wei�en Johannisbeeren, Oma.

Konservierte Tr�nen. So nanntest du es immer. - Anna?

Nee, Mama. Das ist Iris! Christas Tochter.

Sie ist jetzt extra aus London gekommen, um dich zu besuchen.

Ist ja nicht so wichtig. Schmeckt bestimmt nicht so gut wie deins. - Anna.

Das ist f�r Anna.

Kannst du mich mit nach Hause nehmen?

Wie oft du sie fotografiert hast.

So, als wolltest du sie festhalten.

Wie denn? Das Fallen geh�rt doch irgendwie in unsere Familie.

Vater warnte sie noch, dass sie zu alt ist, um auf B�ume zu klettern.

Tja, aber Bertha lie� sich ja noch nie was von ihm sagen.

Nach ihrem Sturz wurde sie dann immer schusseliger.

Und dann verlor ihr Gesicht immer mehr an Ausdruck.

- Hier ist sie schon ganz weit weg. - Ja.

Nach dem Ungl�ck mit Rosmarie war's dann ganz aus.

Vergessen ist dasselbe wie Fallen. Das hat sie immer wieder gesagt.

- Du bist so eine gute Fotografin. - Vorsicht!

Das hat sich nicht ge�ndert!

Bertha erz�hlte immer, dass Inga w�hrend eines schweren Gewitters geboren wurde.

Vielleicht kam daher ihre Elektrizit�t.

Deine Mutter wird sich freuen, wenn sie das sieht, Rosmarie.

- Ist das Wasserfarbe? - Schweineblut!

Petersens haben geschlachtet! Sonst sieht es nicht echt aus.

Ich wusste, dass Tante Inga nicht drauf reinf�llt!

Du hast verloren. Jetzt musst du sie fragen! - Ich muss gar nichts fragen!

Was denn fragen?

Kannst du's noch mal Funken regnen lassen, Tante Inga? Bitte! - Ach, das.

Ja, ja, wenn's euch gl�cklich macht.

Inga!

Geht ein bisschen weiter in den Garten! Ich will die Nachrichten sehen!

- Inga! - Warum kann ich das nicht, Tante Inga?

Weil du dich den ganzen Tag verausgabst. Da ist hier keine Spannung mehr drin.

Was passiert eigentlich, wenn du dich mit M�nnern triffst?

Das interessiert euch wohl, was?

Was stellt ihr euch denn vor?

Dass sie einen Herzinfarkt kriegen? Im seligsten Moment ihres Lebens,

weil bei mir die Funken fliegen? Obwohl, es w�r 'n grandioser Tod.

Aber sie kann doch nicht jeden gleich beerdigen.

Im Gegenteil. Ich m�chte sie lebendig an meiner Seite.

- Und warum ist dann keiner da? - Iris!

Macht euch um mich mal keine Sorgen. Ich hab 'n ganz tollen Beruf.

Ich komm ganz gut allein zurecht.

Tja, ich bin immer noch solo.

- Wie geht es dir denn? - Ganz gut.

Ich hab mich in Marburg beworben. Als Bibliothekarin.

Wie? Du willst weg aus London? Und was ist mit Jonathan?

Du hast doch gesagt, du willst mit ihm alt werden, wenn es geht. - Eben.

Es lag nicht an ihm. Er ist perfekt. Ich hab mich getrennt.

Ich bin es, mit der irgendwas nicht stimmt.

Alles gut.

Ich muss los.

- Gef�llt Ihnen die Arbeit? - Sehr.

V. a. das Aufst�bern und Katalogisieren von fast vergessenen B�chern.

Einen Moment. Ist f�r Sie.

Danke.

Berger. Mama, was ist denn?

Bertha war an einer leichten Sommergrippe gestorben.

Sie hat es geschafft. Sie w�rde sich nicht mehr erinnern m�ssen.

Das Erinnern lag nun bei uns.

Neben Inga, der Fotografin, hatte Bertha noch zwei T�chter.

Meine Mutter Christa, die fr�her die Brave und das Vaterkind war,

und Harriett, Rosmaries Mutter.

13 Jahre hatte ich sie nicht mehr gesehen.

Seit wir damals Rosmarie beerdigt hatten.

Iris?

Iris.

Tante Harriet.

- Oh, entschuldige, du hei�t jetzt Mohana. - Mohani.

Aber du kannst mich ruhig Tante Harriet nennen.

Es geht mir gut, falls du deshalb gekommen bist.

Ich bin in einer verrufenen Sekte, und trotzdem geht es mir gut.

Oder vielleicht gerade deshalb.

Sch�n siehst du aus, Iris.

Komm, Tante Harriet.

- Ich kann da nicht rein. - Komm.

Wir verlesen das Testament von Frau Bertha L�nschen geb. Deelwater.

Herr Dietrich Berger wird als Testamentsvollstrecker eingesetzt.

Hiermit verf�ge ich, Bertha L�nschen, dass mein Besitz wie folgt aufgeteilt wird:

Meine Tochter Christa bekommt das Grundst�ck und das Ackerland.

Meine Tochter Inga bekommt die Wertpapiere.

Meine Tochter Harriet bekommt das Bargeld und die Sparb�cher.

Meiner Enkelin Iris wende ich das Haus zu,

in dem schon vier Generationen unserer Familie lebten,

in der Hoffnung, dass diese Tradition fortgef�hrt wird.

Reicht es, wenn ich dir meine Kontonummer maile? - Ja.

- Ja, soweit. Mein herzliches Beileid. - Herzlichen Gl�ckwunsch.

- Entschuldigung. - Meine herzliche Anteilnahme.

Gratulieren m�chte ich auch, auch wenn heute nicht der Tag daf�r ist. - Danke.

Der Schl�ssel. Es ist der einzige. Lass ihn schnell nachmachen.

Max. Max Ohmstedt.

Dachte mir, dass du mich nicht erkannt hast.

Miras kleiner Bruder.

- Die Niete. - Ja, genau.

- 'tschuldigung. - Wieso? So habt ihr mich doch genannt.

Du bist Anwalt geworden. - In der fr�heren Kanzlei deines Gro�vaters.

H�ttest du nicht gedacht, hm? - Jetzt siehst du genauso aus wie fr�her.

Wie denn?

So, als w�ren wir dir immer noch unheimlich.

Oh.

Solche Reflexe verliert man manchmal sein Leben lang nicht.

Haben wir dich wirklich so gequ�lt, Rosmarie und ich?

Na ja, ohne euch w�r's bestimmt langweiliger gewesen. Viel Gl�ck, Iris.

- Vielleicht sieht man sich noch mal. - Ja.

Vorsicht.

Riechst du das Meer? Es ist so nah.

Manchmal vergess ich, wie sch�n es hier ist. - Bleib doch noch.

Ich muss morgen wieder unterrichten. Was willst du mit dem Haus machen?

Keine Ahnung. Muss man sein Erbe annehmen, Papa?

Nein. Du hast 6 Wochen ab dem Todesdatum, dich zu entscheiden. Auf bald, Schatz.

Wenn du Hilfe brauchst, ich bin f�r dich da. - Danke, ich wei�.

- Fahrt vorsichtig. - Ja.

- Soll ich uns einen Tee machen? - Nicht hier.

Hast du mal wieder was von Mira geh�rt?

Hm-hm.

Warum hat Bertha das Haus eigentlich nicht Mama vererbt?

Bertha wird sich schon was dabei gedacht haben.

Du hast deine Ferien hier immer so geliebt. Das wusste sie auch.

Und du warst nun mal ihre Lieblingsenkelin. - lhre einzige Enkelin.

Du meinst, wenn Rosmarie noch w�re, w�rdet ihr jetzt 'ne nette WG aufmachen?

Ich muss los.

Mach's gut, meine Kleine. War sch�n, dich zu sehen.

Gehst du morgen noch mal hin?

- Moin, Moin. - Moin.

Okay.

Achtung, alles sch�n?

Rosmarie, du putzt nur immer links. Nimm die Zahnb�rste mal in die andere Hand.

Ich kann auch mit der Hand.

- Da ist jemand auf dem Dachboden. - Wer denn?

Ein Einbrecher oder ein K�pfer mit einem langen rostigen S�bel.

Ich hab Angst.

Komm, Iris, lass dich nicht immer von deine Cousine ver�ppeln.

- Aber wenn's doch ein K�pfer ist? - Es ist kein K�pfer.

Es ist vielleicht ein Fenster lose. Oder eine Katze auf dem Speicher.

- Mein Arm! - Vater!

- Ist dir was passiert? - Nat�rlich.

W�rd nicht "mein Arm" sagen, wenn mir nichts passiert w�r.

Was hast du �berhaupt da oben zu suchen?

Rosmarie hat Iris von 'nem Gespenst auf dem Dachboden erz�hlt.

Ich wollte das Gespenst spielen. Sie macht der Kleinen immer Angst.

- Du bist doch nicht mehr zu retten! - Aber Opa war gut! Oder, Iris?

Ja! Wir dachten, du bist wirklich der K�pfer! - Siehst du? Es hat ihnen gefallen.

- Zum Doktor m�ssen wir trotzdem! - Das bleibt ein Familiengeheimnis.

Schw�rt.

Mira, nimm das blaue. Das steht dir bestimmt.

Blau steht mir kein bisschen! Schwarz steht mir.

- Ich glaub, Rot w�rd dir stehen. - Quatsch. Schwarz ist die beste Farbe.

Ich hab mir sogar schwarze Seife aus England bestellt. Gibt es Schwarzbrot?

Ja. Aber wenn du auch noch schwarzen K�se willst, muss ich passen.

Ich nehm Blutwurst.

- Ich spiele die Prinzessin. - Nein, ich!

Wir sind alle Prinzessinnen.

Der untreue K�mmerer hat uns vom Schloss entf�hrt und verkauft.

Nach jahrelangem Frondienst entkamen wir endlich den b�sen Pflegeeltern.

Jetzt m�ssen wir im Wald wohnen, bis wir den Weg zum Schloss wiederfinden.

Ich wei� nicht, warum ich mich so komisch f�hle.

Vielleicht, weil alles gleichzeitig so sch�n und doch so schrecklich war.

Pl�tzlich wusste ich, was dieses seltsame Gef�hl bedeutete.

Ich wollte es nicht haben, dieses Haus. Es war l�ngst kein Haus mehr.

Es war nur noch eine b�se Erinnerung. Ich wollte nur noch weg von hier.

Deshalb musste ich Miras Bruder sagen, dass ich das Erbe nicht antreten w�rde.

Iris, hast du Angst, dass man dir was wegguckt?

Was genau eigentlich?

Immerhin hat sie schon 'n dicken Popo von dem ganzen Kuchen.

Hallo, Iris. Verzeihung.

Ach, die Niete.

- Was machst du ausgerechnet hier? - Das k�nnte ich auch fragen.

Das ist meine Joggingstrecke. Du liegst mir quasi im Weg.

Ich wollte mich an dir vorbeischleichen.

Aber dann hast du mit deiner Hand mein Bein angefasst.

- Dann ging es ja nicht mehr. - Sprichst du vor Gericht auch so wirr?

Einmal Niete, immer Niete. Das denkst du doch. - Ach, komm...

Ich meine, ich wollte...

Ich wollte sowieso mit dir sprechen. Wegen der Erbschaft.

Ich m�chte sie nicht antreten. - Gesch�ftliches besprech ich nur im B�ro.

Oh, ja. Nat�rlich.

Hast ja meine Visitenkarte. Rufst mich an. Machen wir 'n Termin. Bis dann. Tsch�ss.

- Moin. - Moin.

Ach! Herr Lexow!

Das ist das Kleid lhrer Tante Inga!

Meins war schmutzig, und ich hab nichts dabei.

- Ich wollte nach der Beerdigung gleich heim. - Nein, Sie sehen wundervoll aus.

Danke.

M�chten Sie reinkommen?

Bitte.

- Haben Sie schon gegessen? - Nein.

Ich dachte mir, dass jemand im Haus bleibt. Und dass nichts mehr in der K�che ist.

Sie m�ssen mir nur noch Petersilie aus dem Garten holen.

- �h... - Die Supp...

Ja, und sie...

Die Suppe ist sehr gut. Vielen Dank. Und genau richtig.

Danke, dass Sie sich so um das Haus gek�mmert haben.

Und der Garten... Waren doch Sie, oder?

Wie k�nnen wir Ihnen das zur�ckgeben?

Die Zeit und die Liebe, die Sie hier reingesteckt haben.

Ich will Ihnen was verraten.

Wovon nur zwei Menschen wissen.

Nein, einen haben wir gestern beerdigt.

Als Sie mir aufmachten, in dem Kleid, da dachte ich kurz, Sie seien Inga.

lhre Tante Inga.

Was ist mit Inga?

Es...

- Ich liebe Inga. - Bitte?

Ich liebe sie, wie ein Vater sein Kind liebt.

Ach so. Verstehe.

Ich liebe sie wie ein Vater, weil ich's bin.

Warum sagen Sie so was?

Weil ich ihr Vater bin.

Denk ich jedenfalls.

Ich habe Bertha geliebt.

Entschuldigen Sie.

Ah.

Ich hatte die ganze Zeit den Zweitschl�ssel. Den brauch ich nun nicht mehr.

Herr Weigl? Hallo, Iris hier.

Ich muss meinen Urlaub verl�ngern. Nur eine Woche.

Ich hab 'n Haus geerbt. Ja, und da gibt's einiges zu bedenken.

Am Montag bin ich zur�ck. Ja? Oh. Danke f�r lhr Verst�ndnis.

Okay. Tsch�ss.

Guten Morgen.

Du bist aber fr�h auf.

- Ich dreh dann mal weiter meine Runde. - Aber schwimm nicht so weit raus!

- Alles okay mit dir? - Ja, klar.

- Hab ich dich erschreckt? Tut mir leid. - Ja.

Wir sollten uns in Zukunft besser aus dem Weg schwimmen.

Und Steine werfen ist auch verboten.

- Hey! - Wer sind die denn?

Die sind gerade gegen�ber von der Schule eingezogen.

Das M�dchen ist eine Klasse �ber mir.

Willst du dir das gefallen lassen? Steine werfen ist verboten.

Au!

- Sag mal, spinnst du? - Ah.

- Aua. - Geht's?

Wollt ihr mitspielen?

- Ist mir egal. - Ich bin Rosmarie.

- Meine Cousine Iris. - Mira. Mein kleiner Bruder Max.

Also gut, ich sch�me mich f�r mein Verhalten damals. Zufrieden?

Ja.

Mira mochte den See auch.

- Wie geht es ihr? - Hab sie lang nicht mehr gesehen.

Sie kommt nicht mehr nach Bootshaven. Ab und zu telefonieren wir.

Seit Rosmaries Tod tr�gt sie �brigens kein Schwarz mehr.

Max, mir ist kalt. - Dann solltest du schnell aus dem Wasser.

Ja, aber ich hab kein Handtuch.

H�ngt am Lenker.

Und einen Badeanzug habe ich auch nicht. Also, ich meine, nicht an. - Okay.

Na, ich wollt eh noch 'ne Runde schwimmen.

Das ist Hinnerks Fahrrad. - Ja. Und es f�hrt auch noch wirklich gut.

Waren Sie ein guter Lehrer?

Jedenfalls war ich's lang.

Na, kommen Sie.

Der alte Lehrer von Anna und Bertha,

der war mitten im Unterricht an einem Schlaganfall gestorben.

Ich wurde sein Nachfolger. Mit gerade mal 20.

Damals war die gesamte Oberstufe in einer Klasse.

Es war Krieg. Unterricht gab's nur im Winter.

Im Sommer mussten die Sch�ler in der Landwirtschaft helfen.

Vorsicht, Bertha, nicht so wild! W�r schade um die Beeren.

Ich bin nicht wild.

Auf jeden Fall bist du t�chtig.

Ich mag es, drau�en zu arbeiten.

Meine allerliebste Lesestunde.

Ja, sehr sch�n, Bertha.

Bertha?

Am n�chsten Morgen war etwas Merkw�rdiges passiert.

Und das mitten im Sommer.

Wo ist denn Anna heute?

Sie hat sich erk�ltet.

Aber sie hatte 'ne Lungenentz�ndung. Und sie starb kurz darauf.

Und Bertha hat dann bald Hinnerk geheiratet.

Das Einzige, was er an ihr liebte, war ihre Liebe zu ihm.

- Eigentlich wollte er mich gar nicht. - Was?

Eigentlich wollte Hinnerk Anna. Ich war nur zweite Wahl.

Er hat sogar ein Gedicht �ber sie gemacht. Irgendwas mit einem Apfelrest.

Aber es ist nun einmal anders gekommen.

Oma! Opa sagt, die Glut ist hei�.

Komm, wir gehen die W�rstchen holen.

Oh! Entschuldigung.

Hallo, Iris.

- Warum entschuldigst du dich? - Weil ich zu deinen Eltern wollte.

Ich wusste nicht, dass du noch bei ihnen wohnst.

Nee, die sind schon lange nicht mehr hier.

Schade.

Also dann.

Obwohl, jetzt, wo du hier bist, nehm ich auch dich.

H�ren wir mit den Kinderspielen auf und fangen noch mal von vorn an.

Wir sind doch quasi alte Freunde. Hallo, Iris.

- Hallo, Max. - Komm doch rein.

Wir k�nnen �ber dein Haus sprechen. Hab die Unterlagen zuf�llig hier.

Was wolltest du eigentlich von meinen Eltern?

Ich dachte, sie k�nnten mir mehr �ber Mira erz�hlen.

Tja, das muss dann wohl ich �bernehmen.

Obwohl ich das Gef�hl hab, ich wei� eh mehr �ber dich als �ber sie.

- Was wei�t du denn? - Dass du gern zuf�llig auftauchst.

Manchmal sogar nackt. Die Worte Rumpf, Ohrenschmalz und Kropf findest du h�sslich.

Daf�r magst du "violett" und "Schneebesen".

Aber am sch�nsten finde ich, wie du verdrehte W�rter erfindest.

Das ist meins!

Dringsossel. Taubenhaucher. Und nicht zu verachten das Kuschb�nguruh!

Mira und ich haben gewettet, dass du Sprachforscherin wirst. Bist du?

Wo hast du das her?

Gilt das als verj�hrtes Jugenddelikt? Sonst brauch ich 'n Anwalt.

Danke, Max. Du hast toll gekocht! Es war �berhaupt 'n wunderbarer Abend.

Kannst du �berhaupt noch fahren? - Klar. Mich darf nur niemand kontrollieren.

- Tsch�ss. - Iris?

Ich h�tte fr�her nie gedacht, dass 'n Abend mit dir ganz okay sein kann.

Also, ich w�rde an deiner Stelle anfangen.

Am Anfang ist "Friss oder stirb" leichter als am Ende.

Letztes Mal bekam ich am Anfang 'n alten Kaugummi.

Der hat mindestens schon 'ne Woche im Garten rumgelegen.

- Ich fang an. - Na los, Iris, such schon mal was!

Mund auf!

Essen oder drei Tage lang redet keiner mehr mit dir!

War gar nicht so schlecht.

Wie viel Kalorien hat eigentlich so 'ne Assel?

Du, Iris!

Na, komm!

Na los!

Komm!

Ich hab was gefunden!

Kleiner Tipp: W�r wirklich besser gewesen, wenn du angefangen h�ttest.

Wenn du's nicht isst, redet f�nf Tage lang keiner mehr mit dir! - Mund auf!

Ist ein bl�des Spiel! Ich mach nicht mehr mit!

Gut. Dann hast du eben verloren. F�nf Tage lang unsichtbar.

Ach, guck. Sie ist schon weg, Mira!

Tats�chlich. Hat sich einfach in Luft aufgel�st!

Iris! Hallo!

- Wo steckst du? - Ich bin hier, das wisst...

Ich seh sie nicht mehr. Sicher ist sie schon l�ngst weg.

- Genau. Vom Erdboden verschluckt. - So klein, wie die ist.

Viel zu klein f�r uns.

Au! Ah!

Iris! Bist du okay? Was ist passiert? Oh, shit!

- Ich will das nicht! Verstehst du? - Hey! Wovon sprichst du?

Die Erbschaft! Ich will das Haus nicht! Ich will einfach nur weg hier!

Jetzt komm, das kriegen wir schon wieder hin. Komm.

Magst du 'n Tee?

Mensch, du machst dir solche Umst�nde und ich...

Vorsicht, das ist hei�.

Was wolltest du eigentlich mit der Farbe?

Das H�hnerhaus streichen. - Du willst die Erbschaft doch ausschlagen.

Ja, aber da steht "Nazi" mit roter Farbe. Ich kann doch so ein Haus nicht verkaufen.

Mich w�rde interessieren, wer das geschrieben hat und wieso genau?

Warum fragst du nicht, ob ich dir mein Auto leihen

- oder beim Steichen helfen kann? - Ich dachte, du bist im B�ro!

Aber ich wollte dich auch sprechen.

Habt ihr noch Akten von Gro�vater in der Kanzlei?

Im Keller herrscht Totalchaos.

Aber was Belastendes h�tte er sicher nicht aufgehoben. - Stimmt.

Dann bin ich wohl einfach so gekommen.

Machst du dich lustig �ber mich, oder ist das deine Art zu flirten?

Nein, ich mach mich nicht lustig. Ich steh tief in deiner Schuld.

Ich hab dein M�nnershampoo benutzt. Und mich in dein Bademantel geschn�uzt.

Ja, das war wirklich widerlich.

- Guck weg, Niete! - Seh ich gar nicht ein!

Ich hab ein Recht darauf, meinen Bademantel anzuschauen.

Und ich will nicht, dass du dir noch mal damit die Nase putzt.

Wenn's nur das ist!

Ich hoffe nur, dass du im Gegensatz zu fr�her nicht durchs Schl�sselloch guckst.

Friss oder stirb. Ein Mal musste ich das spielen.

Gl�ckwunsch! Was war's? - 'n Schwanz von 'ner halb verwesten Maus.

- Du bist ein echter Veteran. - Wir streichen den ganzen Schuppen.

Ich mach die Vorder-und R�ckwand, du die Seiten. - Jetzt noch?

Klar, ist lange hell heute. Wenn's dunkel ist, leuchtet dein Kleid.

Vielleicht war Opa wirklich ein Nazi.

Er war oft herrisch und ungerecht. Auf jeden Fall zu Harriet und Oma.

Auf der anderen Seite schrieb er Gedichte.

Widerspricht sich ja nicht.

Max, hast du eigentlich nichts Bessers zu tun,

als einer alten Sandkastenfreundin zu helfen, den Schuppen anzumalen?

Beschwerst du dich?

Nein! Ich freu mich, dass du mir hilfst. Wirklich.

Aber du hast doch auch ein normales Leben.

Du wei�t doch, was ich meine.

Nee, das wei� ich nicht. Musst du schon aussprechen.

Du k�mmerst dich sehr intesiv um mich. Als h�ttest du keine anderen Verpflichtungen.

- Folgerst du daraus, dass ich einsam bin? - Einsam und gelangweilt.

Wer ist das nicht manchmal? Aber so einsam bin ich nicht,

dass ich f�r fremde Frauen handwerkliche Arbeiten verrichten muss.

Dann kann ich das hier pers�nlich nehmen?

Unbedingt.

Und was machst du, wenn du keine H�hnerh�user anmalst?

Du lebst in Bootshaven. Normalerweise heiratet man hier mit 17.

War nahe dran. Sie hat Medizin studiert.

Aber im Praktikum hatte sie 'ne Aff�re mit ihrem Oberarzt.

Das tut mir leid. Also, das mit deiner Freundin.

Mein Herz war nicht gebrochen. Wahrscheinlich hatt ich keins mehr.

Es ist sicher schon irgendwo in der Moorlandschaft versunken.

Fr�her hattest du noch eins.

Iris? Hast du Angst, dass man dir was wegguckt?

Was genau eigentlich?

Na, immerhin hat sie schon 'n dicken Popo von dem ganzen Kuchen.

Ist mir egal, was ihr sagt. lhr k�nnt mich nicht �rgern.

Und ich bin lieber flach als mit 15 schon 'n H�ngebusen zu haben wie du, Mira.

- Der wird wieder kleiner nach der Regel. - Bei mir auch.

Nach der Regel ist der Busen fast weg. Leider.

Was sind das f�r Regeln, nach denen Br�ste gr��er oder kleiner werden?

Sie wei� es wirklich nicht.

Wie s��. Ich f�rchte, da m�ssen wir Aufkl�rung leisten.

Also, wenn es so weit ist, dass man Kinder kriegen kann,

blutet es unten raus. Einmal im Monat.

Das wei� ich. Nur sagt meine Mama dazu nicht "Regel", sondern "Tage".

Kommt. Wir springen von der Br�cke.

- Muss das sein? - Ja, es muss sein, S��e.

Komm du auch mit, Iris.

Schau mal, Iris. Da unten ist Miras Bruder.

Hallo, Niete!

Hat man denn nirgends seine Ruhe vor dem?

Also, wer springt zuerst?

- Ich mach's. - Nein.

Mira springt zuerst.

Wieso? Lass Iris doch, wenn sie will.

Ich will aber, dass du springst.

Ich hab das Spiel vorgeschlagen, ich bestimme.

Ich will aber nicht springen.

Na los. Setz dich auf das Gel�nder.

Meintwegen. Das war's dann aber auch. Ich geh nicht ins Wasser.

Ach, wirklich?

Sag mal, Miralein, ist es die Regel, dass du kitzelig bist?

Das wei�t du.

- Hier? - Lass das.

- Oder vielleicht hier? - Rosmarie, geh weg!

- Oder vielleicht hier? - Geh weg, Rosmarie!

- Oder vielleicht hier? - Ah!

Wo ist sie?

Die taucht schon wieder auf. Die will uns nur 'n Schrecken einjagen.

- Danach hast du uns nie mehr gegr��t. - lhr wart mir einfach unheimlich.

- Du fandest uns auch toll! - Zum F�rchten.

- Du warst total in uns verknallt! - lhr wart total durchgeknallt!

Du fandest uns sch�n.

Du fandest uns sch�n!

Ja.

So sch�n, wie das Trio Infernale eben sch�n sein kann.

So, wird wieder langsam Zeit f�r mich.

Du warst doch vorher in England.

Ja. Ich hab Literatur in London studiert.

Ziemlich �de da, oder warum bist du zur�ck?

Kennst du das Gef�hl, wenn man endlich wieder ganz werden will?

Und das ging da nicht?

Nein, das geht nur hier.

Nat�rlich dachte ich an Max.

Ob er sich so zur�ckhielt, weil ich mich so zur�ckhielt,

oder ob es umgekehrt war.

Oder ob ich mich zur�ckhielt aus Gr�nden, �ber die ich nachdenken musste.

- Hallo. - Hallo, Max.

Neu?

Warte. Ich hab mit meiner Klientin keinen Sex unter freiem Himmel.

W�rde es was �ndern, wenn das Areal �berdacht w�re?

Jetzt sei mal nicht so spitzfindig. Ich mach das grunds�tzlich nicht.

Du hast aber gerade Sex mit einer Mandantin. - Ich will das aber nicht.

Du nicht, aber manche Faser deines K�rpers. - Iris, was machst du mit mir?

Na, Sex im Freien.

Mann, du machst mich total verr�ckt! Dein Geruch, dein Gang, was du sagst.

- Ich zwinge keinen zum Sex. - Ich h�tte gern Sex am See mit dir.

Ich wollt schon Sex mit dir im Bad, Sex am Schuppen, Sex im Baumarkt.

- Ach, wirklich? Im Baumarkt? - Ja.

So mit gr�ner Farbe, die mir zwischen den Br�sten runterrinnt?

Nee, das war eher die Fantasie im Schuppen. - Und im Baumarkt?

Im Baumarkt sah ich Schrauben und D�bel, Bohrmaschinen und Karabinerhaken.

Ich fragte mich, an was Max sich erinnerte, wenn er mich sah.

Welche Wunden sich immer noch nicht geschlossen hatten, 20 Jahre sp�ter.

Ich musste an meine Wunden denken.

Jahrelang weigerte ich mich, das zu tun.

Jetzt kamen sie frei raus. Ich hatte sie mitgeerbt.

Und dieser Moment machte mir klar, dass ich sie mir ansehen musste.

- Ah! - Guten Tag, Herr Lexow!

Wollen Sie 'n Glas Fliederbeersaft?

- Ist k�stlich! - Hm.

Aber eine Sauerei, den selbst zu machen.

Soll ich Ihnen 'ne Flasche davon abf�llen? Ich hab genug.

Gern.

Herr Lexow, bitte erz�hlen Sie's mir.

Der Krieg war schon 'n paar Jahre vorbei.

Hinnerk hatte seine Entnazifizierung hinter sich und endlich 'ne eigene Kanzlei.

- Entnazifizierung. - Na ja, er war ja in der Partei.

Er k�mmerte sich um die Kriegsgefangenenlager hier.

Und sp�ter wurde er als Kreisrichter eingesetzt.

Er hat nie ein Wort �ber diese Zeit verloren.

Sogar seine Tageb�cher mussten nach seinem Tod verbrannt werden.

Na ja, jedenfalls hat lhr Gro�vater damals immer viel gearbeitet.

Und Bertha hatte das kleine Kind.

lhre Mutter.

Und ich hab sie besucht.

Bin einfach vom Garten her in die K�che gegangen.

Ach, der Herr Lehrer! Kommen Sie rein!

An der T�r haben nur Fremde geklingelt. Ich hab Dahlienknollen mitgebracht.

Die dicken mit den lavendelfarbenen Bl�ten.

Danke.

N�chste Woche k�nnen sie schon in die Erde.

Mach ich.

Setzen Sie sich doch.

Hinnerk sein Abendbrot.

Er kommt sicher wieder sp�t.

Und die Kleine? Christel?

Ist mit dem Hausm�dchen bei deren Mutter. Die hat sich den Fu� verstaucht.

Ah.

Darf ich Sie was fragen, Frau L�nschen?

Bertha?

Ja, nat�rlich.

Hat lhre Schwester Anna damals noch mit Ihnen gesprochen?

Ja, sie hat mit mir gesprochen.

Aber ich hab sie nicht mehr richtig verstanden.

Was h�tte sie mir denn sagen sollen?

Ich wusste sofort,

das war nicht der Mund, den ich damals im Apfelgarten gek�sst hatte.

Aber es war der Mund, den ich immer k�ssen wollte.

Lexow hat Dahlienknollen gebracht.

Lehrer m�sste man sein.

Die ganze Zeit Ferien.

Und Blumen.

Bertha ist noch am gleichen Abend mit ihm ins Schlafzimmer gegangen und...

Na ja, hat daf�r gesorgt, dass...

- Dass auch er der Vater sein k�nnte. - Hm.

Von dem Moment an war sie unerreichbar f�r mich.

Da ist ja mein liebster Mann.

Sie meint es nicht so. Sie ist nicht ganz gesund.

Ich hoffte, mit Bertha noch mal dar�ber reden zu k�nnen.

Aber sie hat immer gesagt: Sp�ter. Tja, irgendwann war's dann zu sp�t.

Wie bei mir. Alle Gedanken rieseln raus.

Irgendwann hatte sie sogar die Namen ihrer T�chter vergessen.

Wie soll sich sich da noch an deren V�ter erinnern?

Gibt's 'n Anlass f�r das Ganze hier?

Was passiert, wenn ich das Erbe tats�chlich nicht antrete?

Das Haus f�llt an deine Eltern. Wenn die tot sind, kriegst du's wieder.

Au�er, sie haben's vorher zu Bargeld gemacht.

Ich liebe das Haus ja.

Aber das ist einfach 'n zu schweres Erbe f�r mich.

Dann ist das jetzt quasi unser Abschiedsessen.

Ich habe auch lange gez�gert, in das Haus meiner Eltern zu ziehen.

Hab schlimme Erinnerungen an meine Kindheit.

Vater war meist nicht da, Mira immer bei euch.

Wenn meine Mutter besoffen war, musste ich mich um sie k�mmern.

Vielleicht leb ich deshalb so gern allein hier.

Frei von jeder Verantwortung. K�nnte eigentlich so weitergehen.

Eigentlich?

Pl�tzlich tauchst du hier auf. Iris. Ein Drittel der schrecklichen drei.

So schlimm?

Jedes Mal, wenn ich dich sehe, muss ich meinen alten Fluchtimpuls niederk�mpfen.

Rosmarie war immer unheimlich.

Mira stand im Wettkampf mit ihr, wer das schr�gere Zeug bringt.

Nur du, du warst klar im Kopf. Du warst irgendwie was ganz Besonderes.

Und jetzt fiebere ich jedem Moment mit dir entgegen.

Ich will mir keine Sekunde vorstellen,

dass du vielleicht in ein, zwei Tagen f�r immer verschwindest.

H�rt das eigentlich nie auf mit dir?

Max, komm! Das musst du dir anschauen!

- Reife �pfel. - Im Juni.

Der Baum der Erkenntnis w�chst also in deinem Garten.

Das treibt den Wert des Hauses um einiges in die H�he.

Ich versuch mir gerade vorzustellen, wie das ist, wenn du nie wiederkommst.

Oder erst in 100 Jahren im Rollstuhl.

Wenn deine Urenkel dich dann auf den Friedhof rollen.

Dann wirfst du einen Apfel auf mein Grab und murmelst vor dich hin:

Max Ohmstedt? Wer war das noch mal?

Ah ja, das war der Kerl, dem ich immer nackt aufgelauert hab.

Es tut mir leid, ich rede immer so viel, wenn ich Angst hab.

Wei� deine Schwester, dass ich hier bin?

Ja. Wir haben kurz telefoniert.

Sie wollte nur wissen, ob wir �ber die Sache mit Rosmarie sprachen.

Und was hast du gesagt?

Dass wir noch nicht dar�ber geredet haben. Ich hab das auch nur am Rande mitbekommen.

Ich hab nur mitgekriegt, dass Mira sich ziemlich ver�ndert hat nach Rosmaries Tod.

- Ach ja? - Ja. Es war ziemlich be�ngstigend.

Sie sa� nur in ihrem Zimmer und lernte.

Sie hatte das beste Mathe-Abitur ihrer Schule. Schnitt 1,0 irgendwas.

Und Jura studiert in Rekordzeit. Und promoviert nat�rlich.

Sie ist jetzt Partnerin von 'ner sehr renommierten Kanzlei in Frankfurt.

Wie's der Zufall so will, seid ihr nur 'ne Stunde auseinander.

Kannst du mir ihre Nummer geben?

- Einfach so? - Nichts ist einfach!

Was soll ich denn deiner Meinung nach tun?

Was sollte ich Mira sagen?

Dass ich in Bootshaven bin und es sch�n w�re, wenn wir uns wiedersehen?

Oder die Wahrheit? Wie schuldig ich mich immer noch f�hlte.

Mira? Hallo.

Iris hier.

Mira wollte tats�chlich mit mir sprechen. �ber Rosmarie.

Vor Rosmaries Geburt stand Harriets Leben f�r einen Moment still.

Sie war unsterblich verliebt in Friedrich, der wie sie in G�ttingen studierte.

Sie Sprachen, er Medizin. Jede freie Minute verbrachten sie zusammen.

10 vor 6, Friedrich. Mein Vater steht gleich auf.

Keine Angst. Ich bin schneller raus, als der hier unten ist.

Oh, Gott.

Beeil dich.

Pst!

Ganz egal, was du denkst. Ich liebe Friedrich und er liebt mich.

Du bist eine Hure.

Inga hat mir vorher gesagt, dass du so reagieren w�rdest.

Aber ich wollt's nicht glauben, dass mein eigener Vater so verbohrt ist.

Ab sofort bist du in diesem Haus nicht mehr willkommen, Harriet.

Ist das alles?

Auch Weihnachten nicht.

7 Wochen sp�ter war Harriet zur�ck.

Er hat 'n Doppelleben gef�hrt mit 'nem M�dchen aus seinem Heimatort.

Und ich bin schwanger.

Ich wollt mit ihm reden, aber er hat schon vorher Schluss gemacht.

Ich glaube, er hat's geahnt.

Und? Willst du's ihm nicht sagen?

Niemals!

Das Kind hat keinen Vater, keinen Gro�vater, nur eine Mutter.

Und vielleicht eine Gro�mutter.

Hinnerk?

Ich hab dich noch nie um was gebeten. Jetzt bitt ich dich:

Lass unser Kind zur�ck in unser Haus.

Mein Haus!

Mein Elternhaus!

Unsere Tochter.

Unser Enkelkind.

W�hrend ihrer Schwangerschaft sprach Hinnerk mit Harriet kein Wort.

Und auch von Friedrich h�rte sie nichts.

Die Tochter, die geboren wurde, erhielt den Namen Rosmarie.

Mein Vater f�hrt durchs Nordmeer und �berf�llt Schiffe!

Den Meerteufel mit den roten Haaren, so nennt man ihn!

Das war immer so gruselig, wenn du das erz�hlt hast.

Mich soll der Blitz erschlagen, wenn ich l�ge.

Er lebt nicht. Und er ist auch nicht tot. - Er ist ein Wanderer zwischen den Welten.

Eingefroren in einem Eisberg treibt er nun durchs Polarmeer.

Erinnerst du dich auch noch an unsere Nachtsprache?

- Eiramso! - Nat�rlich, Isir.

- Hallo! - Arim!

- Eiramso! - Wir sollten wieder �fter so sprechen.

Gerne.

Wie geht's dir, du Paulewze?

Bawunder, Arim.

Wei�t du, dass ich mir dich einverleibt habe?

Die Buchstaben von Mira stecken alle in Rosmarie drin.

Stimmt. Und Iris hast du auch in dir versteckt.

Nein. Isir ist mir um ein "i" entwischt.

- Komm, wir machen noch was. - Formidable Idee!

- Wir gehen da raus. - Okay.

- Du nicht, Isir. - Wieso nicht?

Darum! Leg dich hin und schlaf! Und wehe, du petzt!

Ich h�tte es mir ja denken k�nnen. Mira klang schon am Telefon so komisch.

Vermessen zu glauben, ausgerechnet sie k�nnte mir helfen,

meine Wunden zu heilen. Mich zu erinnern.

Niemand konnte es. Nur ich.

Der Tankwart war neu.

Peter Klaasen warja sofort nach der Geschichte verschwunden.

Sch�n, dass Sie wieder bei uns sind, Frau L�nschen. - Bitte?

Ja, ich freu mich, Sie zu sehen.

Sie kennen mich? Woher?

Na, 'n guter Tankwart sollte seine Stammkunden kennen.

Und wie haben Sie erfahren, wie ich hei�e?

Ich hab mich erkundigt.

Ach.

Das sind dann 32 Mark, bitte.

Wiedersehen.

20 Mark, bitte, einmal.

Gute Fahrt.

Hier kommt lhre Stammkundin!

Ich wollte wirklich nicht aufdringlich sein.

Sind Sie doch gar nicht. Sie sind sehr freundlich.

Ich bin manchmal nur so 'ne launische alte Ziege.

Nein, das sind Sie nicht.

Vielen Dank. Ich nehm's als Kompliment.

'tschuldigung.

Wenn Sie mehr Komplimente h�ren m�chten,

h�tten Sie nicht Lust, morgen mit mir Aale zu r�uchern?

�h...

- Frau L�nschen, ich brauch lhren Strumpf. - Wie bitte?

Ich hab meine vergessen. Wir brauchen Nylonstr�mpfe f�r die Aale.

Ich verspreche Ihnen, Sie bekommen neue von mir.

Tja, wenn's hilft...

Vorsicht.

Danke. So.

Sehen Sie, Frau L�nschen?

- Versuchen Sie's auch mal. - Ich?

Okay.

Sie m�ssen einen fixieren, mit den Augen verfolgen und dann fest zupacken.

- Oh, nein. - Nur Mut, Frau L�nschen.

Ja! Sehen Sie? Den nehmen Sie mit nach Hause! Sehr gut!

Ah!

- Achtung! - Mama.

M�dchen!

- Alle sch�n? - Okay.

Mama.

- Eins, zwei... - Hey, das war unfair.

- Wir hatten noch nicht "jetzt" gesagt. - Frohe Ostern, Miralein!

- Wo kommt der hin? - Oma, das ist dein Schuh.

Den hab ich ja noch nie gesehen. - Den hab ich dir gekauft, Mama. Gib her.

Rosmarie, machst du mal bitte auf?

Guten Tag. Peter Klaasen, ich wollte zu Inga. - Ich bin Rosmarie.

Tante Inga, dein Freund ist da!

Das ist nicht mein Freund, sondern das ist ein Freund,

der mir netterweise angeboten hat, einen CD-Player in mein Auto einzubauen.

Willst du reinkommen? Wir trinken grad Kaffee.

- Oh, ich will auf keinen Fall st�ren. - Tust du nicht.

Inga sagt, Sie studieren Mathematik.

Ja. Im 8. Semester. Bis ich fertig bin, dauert es noch mal so lang.

Wenn Sie Mathematik studieren, k�nnten Sie Nachhilfe geben?

- Das hab ich schon mal gemacht, ja. - Rosmarie hat ihre liebe Not mit Mathe.

Sollen wir Herrn Klaasen fragen, ob er dir Nachhilfe gibt, Rosmarie?

- Willst du? - Okay.

20 Mark die Stunde? Ist das genug?

20 Mark?

Ist viel Geld.

Kaufen kann man daf�r... Kaufen...

Ja, 20 Mark sind wirklich zu viel.

Ich will auch bei der Nachhilfe mitmachen.

Super, dann k�nnen wir uns die Kosten ja teilen.

Ich w�rd es machen. Wenn du nichts dagegen hast, Inga.

Wieso sollte ich? Wenn Rosmarie besser in der Schule wird...

Dann ist es also abgemacht, Herr Klaasen? - Abgemacht.

Was ist mit diesem Schuh hier?

Mama, den hab ich dir gekauft. Ich hab dir zwei Schuhe gekauft.

Eine Gleichung mit drei Unbekannten. Wie viele Gleichungen ben�tige ich,

um die Unbekannten zu berechnen? - Drei. Toll, ihr macht wirklich Fortschritte.

Gut, dann schaut noch mal ins Mathebuch, Seite 40,

und versucht, die Aufgaben dort bis n�chste Woche zu l�sen.

- Rosmarie? - Ja?

K�nntest du mir bitte die Adresse deiner Tante in Hamburg sagen?

Ich kann den Brief auch mitnehmen. Ich fahr mit Mama morgen zu ihr.

Sie haben wohl kein Vertrauen?

Doch, klar. Aber bitte pass gut darauf auf. Es ist wirklich wichtig. - Na klar.

- Gut, wir sehen uns Donnerstag. - Tsch�ss. - Tsch�ss.

- Wiedersehen. - Wiedersehen.

Wei� jemand, ob die Zugspitze in �sterreich oder Deutschland liegt?

- Deutschland. - Danke.

- Rosmarie, spinnst du? Das ist Ingas Brief! - Liebste Inge! Nenn mich einen Tr�umer,

aber manchmal stell ich mir die Zukunft vor,

in der du die Meine geworden bist und unsere Kinder gro�ziehst.

Ich wei� nicht, wieso, aber ich denke immer, es m�ssten drei sein.

Wie peinlich. Sie ist doch viel zu alt f�r ihn.

Die ist doch mindestens 40.

- Rosmarie, steck den Brief zur�ck. - Wasserdampf w�r besser gewesen.

Jetzt sieht jeder, dass er aufgerissen wurde.

Egal. Sowieso viel besser, wenn sie ihn nicht bekommt.

Wenn sie das liest, nimmt sie Peter noch viel weniger ernst.

Wiedersehen. Gute Fahrt.

Rosmarie, Mira. Was macht 'n ihr hier?

Wir haben die Mathearbeiten wiederbekommen. - Und?

2-.

Ist ja nicht zu glauben! Rosmarie! Gratulation!

Du warst eine 5er-Sch�lerin, und jetzt, nach 8 Stunden Nachhilfe! Toll!

- Ich hab eine 3. - Ja, das ist auch gut.

Gut, wir sehen uns, ja? Und bleibt dran. Mathe ist wichtig.

Hallo. Einmal voll? - Moin. Volltanken und die Scheibe, bitte.

- Was ist 'n noch? - Gar nichts.

Aber ich muss Sie immer ansehen.

Sie sind wundersch�n, wissen Sie das? Ein wundersch�ner Mann.

Geht nach Hause. Aus der 2- soll ja noch 'ne bessere Note werden.

Die 2- ist mir doch total egal!

Das Einzige, was ich will, ist, dass Sie mich k�ssen. Jetzt sofort!

- Rosmarie! H�r auf damit! - Warum denn?

Ich bin verliebt in Sie. Darf man das nicht mehr sagen?

Schluss! Du gehst jetzt nach Hause! Und das n�chste Mal entschuldigst du dich!

Komm, wir ziehen uns Tante Ingas Kleider an!

Was will der denn noch hier?

- Der wei�, dass Tante Inga gleich kommt. - Willst du auch Limo?

Herr Klaasen?

- Willst du dich etwa entschuldigen? - Wof�r? Dass ich Sie liebe?

- Bis morgen. - Bis morgen.

Oh, nein.

- Was willst du hier? Hau ab! - Sie m�ssen nicht gleich so eklig sein!

Ich wei� was, das Sie interessieren k�nnte. Es hat mit Inga zu tun.

Und was soll das sein? - K�nnte vielleicht wichtig f�r Sie sein.

Aber ich kann's Ihnen nicht hier erz�hlen.

Steig ein.

- Hier. - Danke.

Setz dich doch.

Also?

Inga hat ja gesehen, wie Sie Rosmarie gek�sst haben.

- Ich habe Rosmarie nicht gek�sst. - Hat aber genau so ausgesehen.

Danach hat Inga geweint.

Den ganzen Weg zur�ck nach Hamburg.

Dann hat sie gesagt, dass sie Sie nie wieder im Haus haben will.

F�r Nachhilfestunden nicht und sonst auch nicht.

Und sie hat auch gesagt,

dass es keinen Menschen auf der Welt gibt,

den sie tiefer verachten w�rde

als den Verf�hrer ihrer minderj�hrigen Nichte.

Es tut mir leid. Ich dachte, Sie m�ssen das wissen.

Im Gegensatz zu mir ist Rosmarie n�mlich noch nicht mal 16.

Ich will gar nichts von Rosmarie. Und auch nicht von dir. Ich liebe Inga.

Ich wei�.

Rosmarie, es hat aufgeh�rt!

Hey, Mira! Bin schon 'ne Woche da. Wo warst du denn die ganze Zeit?

Spielen wir "Friss oder stirb"?

Ich fang auch an, wenn ihr wollt.

- Tuch? Klebeband? - Ja, ich hol's.

Hier.

Iris, Iris.

Ich wusste gar nicht, dass du die arme Mira so hasst.

Friss oder stirb.

Mira.

Geht schon wieder.

Rosmarie wei� eigentlich, dass ich keinen Liebst�ckl vertrage.

- Kommt, wir machen was anderes. - Nein!

Wir haben angefangen, wir spielen es zu Ende.

Genau.

Ich hatte das Kraut ja auch kaum auf der Zunge.

Friss oder vergiss es.

Da, schau. Der Schwanz deines Liebhabers.

Du hast verloren, Rosmarie!

Spinnt die?

Also, was ist los?

Ich bin schwanger.

Schwanger.

Von wem?

Das kannst du dir doch denken.

Warum?

Warum, Mira?

Warum hast du das getan?

Wegen mir?

Aus Rache?

Aus Liebe.

Du l�sst es wegmachen!

Wie denn?

Du musst!

Lass es wegmachen oder du bleibst den Rest deines Lebens unsichtbar f�r mich!

Du musst!

lhr spinnt doch beide!

- Mira ist schwanger. - Was?

- Hat sie schon mit ihren Eltern gesprochen? - Wozu? Sie l�sst es sowieso wegmachen.

Hat sie das gesagt?

Sie l�sst es wegmachen, verlass dich drauf!

Wer will schon den Rest seines Lebens unsichtbar sein?

Hast du's ihr befohlen?

Was soll das, Iris?

Du hast es ihr befohlen!

Du hast keine Ahnung, du dummes, dummes Ding!

Ich hab keine Angst vor dir.

Ich nicht!

Ich hasse dich!

W�rmer k�nnen gar nicht hassen!

Iris, deine Mama, Harriet und ich wollen noch auf 'n Sprung in den Dorfkrug.

- Gehst du dann alleine schlafen? - Hm.

- Gute Nacht, meine Kleine. - Gute Nacht.

Tsch�ss.

Iris?

Iris. Ich muss dir was sagen.

Hey, Iris, komm, wach auf, es ist wirklich wichtig.

Iris! Bitte, ich fleh dich an, wach auf!

Ich brauch dich!

Kommen Sie!

- Schnell! - Oma?

Kommen Sie!

Oma, warte!

Oma!

Komm! Ich bring dich wieder ins Bett. Hier drau�en holst du dir noch den Tod.

Rosmarie! Nicht da draufgehen!

Rosmarie!

Rosmarie, komm zur�ck! Rosmarie!

Rosmarie!

Rosmarie. Sag doch was.

Als Rosmarie und Mira in der Nacht auf dem Baum sa�en,

lebte das Kind schon nicht mehr.

Wusste Rosmarie, dass Mira schon abgetrieben hatte?

War sie deshalb gesprungen? Ein Leben f�r ein Leben?

Oder war sie einfach nur gefallen? Hatte Mira sie losgelassen?

Aus Versehen? Aus Angst oder aus Absicht?

Aber das gr��te R�tsel war ich mir selbst.

Warum stellte ich mich schlafend, als Rosmarie mich wecken wollte?

Was wollte sie mir sagen?

Warum hatte ich nicht gezwinkert oder gekichert?

Warum hatte ich mich schlafend gestellt?

Was war es, was sie mir in dieser Nacht noch hatte sagen wollen? Was?

Guten Morgen.

Wie kann ich Ihnen helfen, Frau...

L�nschen.

Mensch, Harriet.

Wie geht's dir?

Ich habe...

Ich liebte einmal einen Medizinstudenten.

Mit roten Haaren.

F�r ihn war's nicht so wichtig.

Aber die Tochter, die ich dann bekam, hatte auch rote Haare.

So wie Sie, Herr Dr. Quast.

Es bricht mir das Herz, dass ihr beiden euch nie kennengelernt habt.

Und es w�rde auch lhr Herz brechen, wenn Sie w�ssten...

Wenn Sie sie kennengelernt h�tten.

Weil sie einzigartig war.

Heute w�r ihr 16. Geburtstag.

Ich hatte eine Tochter.

Und jetzt ist sie tot.

Nein, Herr Dr. Quast, Sie k�nnen mir nicht helfen.

Aber ich Ihnen auch nicht.

'tschuldigung.

- Hallo, Max. - Iris.

Dachte nicht, dass ich dich noch mal sehe.

Ich bin mir sicher, du hast gewusst, dass ich bei Bertha im Haus war.

Also, wann gehst du endg�ltig weg?

Vor 13 Jahren verbot ich mir f�r immer, nach dem Warum zu fragen.

Aber jetzt hab ich's getan. Ich hab vieles aufgeschrieben.

Ich hab auch in alten Fotos gew�hlt. Von dir sind auch 'n paar dabei.

Wann war das denn?

Keine Ahnung.

Es gibt nicht auf alles eine Antwort.

Aber daf�r ist jetzt wieder Platz f�r neue Erinnerungen im meinem Haus.

Hei�t das...

Ich nehme mein Erbe an.

K�ss oder stirb.

Zum ersten Mal habe ich den Garten winterfest gemacht.

Mira hab ich noch nicht wiedergesehen, obwohl sie jetzt fast zur Familie geh�rt.

- Du ahnst nicht, was passiert ist! - Was denn?

- Voil�. - Ach, danke.

- Mira hat geheiratet. - Wirklich?

Fotos sind auch dabei.

Das ist unglaublich, oder?

Vielleicht war es das goldene Kleid. Auf jeden Fall die roten Haare.

Irgendwie mussten wir ja alle mit der Sache fertig werden.

Bertha, indem sie verga�, aber wollte, dass ich mich erinnere.

Harriet, indem sie sich einen neuen Vater in ihrem Guru gesucht hatte

und so wieder Kind geworden war. Und Mira?

Mira sah aus wie Rosmarie.

Untertitel: Wareka & Fr�hauf

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