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Ich grüße Sie.
Schön, Sie wiederzusehen.
Dies ist das nächste Kapitel unserer komplizierten Geschichte
über Brautwerbung, Klassen, Familie und natürlich Geld.
Damit will ich sagen, jetzt geht sie weiter,
unsere Erforschung der grundlegenden Werte im viktorianischen England.
Wir beginnen mit der wankelmütigen Politik des 19. Jahrhunderts.
Mr. Moffat ist einer meiner Lieblingsfiguren in 'Doctor Thorne'.
Moffat entspricht bei weitem nicht der Vorstellung eines Gentleman.
Und doch, dank seines Vermögens,
von dem er weit mehr als alle anderen besitzt,
sehen sich die Greshams und ihresgleichen gezwungen,
ihn trotz der allergrößten Vorbehalte Zu umschmeicheln und zu tolerieren.
All das spitzt sich weiter zu in dieser Folge,
in der wir sehen, wie Moffat versucht, in die Regionalregierung zu kommen
und damit sein Ansehen in der Gesellschaft zu steigern.
Nun sehen wir, wie es weitergeht.
Ich erwarte Sie am Ende der Folge mit einer Nachbesprechung.
Guten Morgen, Sir Roger!
Kennen Sie mich noch? Ma Brewan.
Schöne Grüße an Lady Scatcherd.
Sir Roger, können Sie mir bitte helfen? Ich hab' drei Kinder und bin ganz allein.
Frischer Lavendel!
Wie sieht es aus, Romer?
Ich glaube, wir haben sie, Sir Roger.
Aber ich brauche etwas mehr Geld für ihre Spesen.
Spesen? - Da würde ich nicht knausern, Sir Roger.
Im Kleinen gespart, im Großen verschwendet.
Haben Sie Moffat gesehen? - Ja, aber es ist Zeitverschwendung.
Er bringt sein Publikum aus dem Schloss mit, was den Städtern nicht gefallen wird.
Gut, das verwende ich gegen ihn, wenn er behauptet, er ist für Reformen.
Alles in Ordnung? - Es geht mir gut.
Ich brauch' nur einen Schluck Brandy, um meinen Magen zu beruhigen.
Brandy!
Aber wird er die Auszahlung bewilligen?
Ich denke schon. Er ist gerade etwas miürrisch,
aber er würde niemals ein Darlehen auf dieses Haus ablehnen.
Gut.
Mr. Gresham, das ist nicht gut.
Sie schulden Scatcherd mehr als drei Viertel von dem, was das Anwesen wert ist.
Und er ist launisch.
Ich wünschte, Lady Arabella hätte ihn zum Ball eingeladen.
Er war ziemlich verbittert darüber, dass Louis und er nicht eingeladen wurden.
Es ist schade, dass Sie die Gelegenheit verpasst haben, gute Nachbarn zu werden.
Ich breche nun auf, um zu sehen, wie es Sir Roger mit der Wählerschaft ergeht.
Ich verlasse Sie also. Ich komme später wieder.
Doktor Thorne!
Lady Arabella, guten Tag.
Wollen Sie nicht einen Augenblick hereinkommen?
Ich bin froh, dass Sie heute hier sind. Es gibt etwas, das ich Ihnen sagen möchte.
Etwas...
ganz Spezielles.
Sie wissen, wie viel Respekt, Achtung
und aufrichtige Zuneigung wir hier alle für Sie empfinden.
Und für Mary genauso.
Deshalb hoffe ich sehr, lieber Doktor,
es wird Sie nicht verärgern, was ich Ihnen jetzt sage.
Ich werde mir Mühe geben.
Kommen wir zur Sache.
Sie kennen die Lage des Gutsherren, was unseren Grundbesitz angeht.
Vermutlich kennen Sie die Summen sogar besser als ich es tue.
Es gab leichtsinnige Ausgaben in den vergangenen Jahren.
Rennen und Glücksspiel...
Ganz zu schweigen von den lauten Hunden, die wir grundlos halten.
All das bedeutet, dass Frank eine hohle Krone erben wird.
Seine einzige Hoffnung, die Lage zu verbessern, ist reich zu heiraten.
Und Werte, Lady Arabella? Und ein reines Herz?
Und Jugend? Und Schönheit? Ich hoffe, das heiratet er auch.
Gewiss.
Aber er braucht Geld...
sonst ist Frank ein ruinierter Mann. Das würden Sie doch nicht wollen.
Keinesfalls.
Gut.
Denn ich habe gehört, dass gewisse Dinge...
also Worte, zwischen Frank und Mary ausgetauscht wurden,
was man niemals hätte zulassen sollen.
Welche Dinge?
Was für Worte?
Und wer sagt das?
Doktor, ich meine Liebeswerben der weit fortgeschrittenen Art.
Was hat sich zugetragen?
Heraus damit, Lady Arabella. Ich lasse nicht zu,
dass Sie Marys Betragen durch Anspielungen in Frage stellen.
Was haben die Horcher aufgeschnappt? Wie lautet die Anschuldigung?
Es wurde eine Offerte gemacht. - Und wer hat sie gemacht?
Natürlich ist Frank unvorsichtig gewesen, das will ich nicht abstreiten.
Es wurden auf beiden Seiten Fehler gemacht, kein Zweifel.
Ich bezweifle es.
Ich leugne es in aller Gänze.
Ich versichere Ihnen, es wurde eine Offerte von Frank gemacht.
Und solch einer Offerte sind sicher Verlockungen vorausgegangen.
Verlockungen?
Ich sage doch nur,
es wäre unpassend, wenn man sie in nächster Zeit wieder zusammenbrächte.
Wäre es das?
Frank ist jetzt in Courcy und von dort fährt er nach Cambridge.
Aber sobald er wieder nach Hause kommt, wäre es vielleicht besser, wenn--
Keine Sorge.
Mary wird von diesem Moment an Ihnen nicht mehr unter die Augen treten.
Das darf aber am freundschaftlichen Verhältnis
zwischen Ihnen und unserer Familie nichts ändern.
Der Gutsherr würde nicht wollen-- - Nichts ändern?
Denken Sie, ich bin gerne Gast in dem Haus, aus dem meine Nichte verbannt wurde?
Sie haben Töchter. Würden Sie sich mit mir zusammensetzen,
wenn ich einer von ihnen vorwerfen würde, was Sie Mary anlasten?
Schönen Tag noch, Madam.
Muss diese Rede wirklich sein?
Sie müssen endlich etwas sagen, Mr. Moffat.
Wie sollen sie sonst wissen, für wen sie stimmen?
Aber nicht zu lange.
Sie wollen ein großer Mann sein, Mr. Moffat.
Und Größe ist nicht leicht zu erreichen. - Das weiß ich. Danke, Cosseht.
Ich denke, ich gehe wieder Zu meinen Freunden.
Sie warten draußen.
Was gibt es noch zu tun?
Ich muss wohl ein oder zwei Ansprachen halten.
Deshalb sind wir auch hier.
Seht, da ist Doktor Thorne!
Das ist sehr nett von Ihnen.
Nein, ich dachte nur, ich schulde es Sir Roger, mir seinen Unsinn anzusehen.
Hören Sie sich doch Moffats Rede an.
Er zittert wie Götterspeise.
Miss Dunstable. Darf ich Ihnen Doktor Thorne vorstellen?
Ich weiß schon alles über Sie.
Sagen Sie, wie geht es Ihrer lieben Nichte? - Mary geht es gut.
Aber sie wäre überrascht, zu erfahren, dass sie das Thema Ihrer Unterhaltung ist.
Ich bin Amerikanerin, Doktor Thorne. Wir kennen keine Grenzen.
Mr. Moffat! Es ist Zeit.
Wirklich?
Oh mein Gott. Jetzt wird es ernst.
Wo ist Ihr Gegenkandidat? - Der alte Scatcherd?
Er liegt sicher noch in seinem Bett. - Ich bete dafür, dass es nicht so ist.
Also, dieser Moffat...
Mr. Moffat...
Da ist er ja! Seht doch!
Was haben Sie je für uns getan?
Gar nichts, oder?
Hört zu.
Ich weiß, ich seh' vielleicht nicht unbedingt wie auf dem Bild aus,
das sie von mir gezeichnet haben.
Aber neben diesem fetten, verpickelten und vermögenden Söhnchen,
der übrigens in einer Kutsche gekommen ist...
mit einer Handvoll Lords und Ladys...
Ich meine, im Vergleich zu ihm seh' ich doch ganz gut aus!
Wir danken Ihnen, Sir Roger!
Sie sind einer von uns! - Das bin ich in der Tat!
Und wisst ihr, wieso? Ich hab's auf die harte Tour geschafft.
Nicht wahr?
Ich mag zwar jetzt ein reicher Mann sein, ich bin vielleicht ein Baronet, aber...
als ich ganz am Anfang stand,
hatte ich nichts außer einer rohen Kartoffel in meiner Tasche,
an der ich knabbern konnte, wenn der Hunger zu schlimm wurde.
Also, lasst ihn nicht behaupten, dass ich nicht wüsste, was es bedeutet,
mittellos zu sein, ja?
Ich danke euch!
Kommen Sie erstmal runter.
Das ist Ihr Moment, Mr. Moffat. Es ist Zeit für Ihre Rede.
Viel Glück.
Ich bin ein Erzreformator.
Ein was? - Ein Erzreformator...
Mach' weiter, du Würstchen! Wir haben verstanden!
Ich bin zutiefst überzeugt von Reformen.
Scheiß' auf deine Reformen, Würstchen!
Denn welche Nation könnte wohl stolzer sein
auf die Rechte, die sie ihren Bürgern zugesteht?
Wie das Recht, das hier zu werfen.
Der arme Mr. Moffat macht keinen guten Eindruck.
Er hätte mehr Zeit mit den Wählern verbringen sollen.
Er hätte mehr Geld für die Wähler ausgeben sollen.
Zweifeln Sie an der englischen Demokratie?
Sagen Sie etwas über ihre Töchter. Loben Sie ihre Ehefrauen.
Loben Sie die Stadt.
Barchester ist eine schöne Stadt.
Aber selbst eine schöne Stadt kann sich noch verbessern, durch Reformen.
Sag ich doch.
Es ist Zeit, auf den Errungenschaften von 1832 aufzubauen
und auf der Straße der Freiheit nach vorn zu streben.
Tom, Tom, des Schneiders Sohn, stahl ein Schwein, machte sich davon!
Das verhätschelte Schwein könnte nicht mal den Kampf um ein Pastetensandwich,
geschweige denn die Stimme eines Arbeiters gewinnen! Stimmt's?
Meine Güte! Kommen Sie!
Hoch mit Ihnen!
Mr. Gresham.
Mr. Gresham! Wie schön, Sie zu sehen.
Es ist auch sehr schön, dich zu sehen, Mary.
Aber ich sollte dich um diese Uhrzeit nicht stören.
Ist dein Onkel zu Hause? - Noch nicht.
Er wollte zur Wahl und war nicht wieder hier.
Mary, da ich gerade hier bin,
darf ich dir sagen, wie leid es mir tut für all die...
Schwierigkeiten?
Das lässt sich nicht ändern, Sir.
Aber ich hasse den Gedanken, dass wir dich verbannt haben.
Beatrice redet kaum noch mit uns. - Dafür liebe ich sie.
Ist es wahr, dass sie mit Mr. Oriel verlobt ist?
Es stimmt.
Es erscheint mir überstürzt, aber die beiden meinen es ernst.
Du kennst ja Beatrice. - Ja, allerdings.
Da ist ein Dienstbote von Boxall Hill, Miss Mary.
Er sagt, Sir Roger hatte einen Unfall. Der Doktor ist jetzt bei ihm.
Er hat eine Liste an Dingen geschickt, die er benötigt.
Ich komme sofort. Sag' Thomas, er soll mein Pony satteln.
Ich muss gehen. Ich bin nur im Weg.
Bitte lass' mich wissen, wie es Sir Roger geht.
Du bist ein gutes Mädchen, Mary.
Golt segne dich.
Wie geht es Sir Roger?
Ganz und gar nicht gut.
Sie sind so gütig.
Kommen den weiten Weg, Miss Thorne,
und auch noch spät nachts.
Greshamsbury ist nicht weit von hier. Kennen Sie es?
Aber ja!
Ich war doch früher Master Franks Kindermädchen im großen Haus.
Das war, als Sir Roger... weg war.
Diese Zeit war die unbeschwerteste, die ich jemals hatte.
Aber Sir Roger ist doch überaus erfolgreich gewesen seitdem.
In der Tat. Und ich bin dankbar dafür.
Doch ich war damals glücklicher.
Ich bringe die Sachen nach oben.
Warum bist du hier?
Ich konnte Lady Scatcherd nicht ohne Unterstützung hiermit alleine lassen.
Sie hat Bedienstete.
Hier sind die Sachen, die du haben wolltest.
Wie kann ich helfen?
Bring' mir einen Kessel heißes Wasser, ein Glas und einen Löffel.
Ist das Ihre Nichte, Thorne? Ich glaube, ich habe sie noch nie gesehen.
Sie ist hier, um Lady Scatcherd zu helfen.
Oh. Ist Louis schon angekommen?
Sein Zug ist bestimmt schon eingefahren. Er wird sicherlich bald hier sein.
Danke.
Um zwei Stimmen geschlagen zu werden, erscheint mir sehr hart.
Es wird bald eine Revanche geben.
Sir Roger sah nicht so aus, als würde er es je ins Parlament schaffen.
Würden Sie sich erneut stellen, Moffat?
Ich denke nicht.
Wie geht es Ihnen?
Miss Dunstable fährt morgen früh. Es muss heute Abend sein.
Aber Tante-- - Frank!
Enttäusche mich nicht.
Ich habe deiner Mama versprochen, deine Familie ist gerettet.
Das willst du doch, oder? - Natürlich.
Dann wirf dich in die Bresche.
Sobald dieser lästige junge Mann endlich von ihr ablässt.
Diese Leute...
Sie behaupten, wir würden kriechen.
Aber mir scheint, als ob sie die Kriecher sind.
Ist mir unterstellt worden, ich würde kriechen?
Sie wissen, was ich meine.
Miss Gresham wünscht sich, gut von meinem Vermögen zu leben.
Und ihr Bruder beabsichtigt, mit dem Ihren sein Anwesen zurückzukaufen.
Ich fühle mich jetzt zurechtgewiesen.
Wieso tun wir beide uns nicht zusammen?
Wir könnten Großes erreichen, das steht fest.
Oh, Sie erheitern mich, Mr. Moffat.
Ich habe Lord Porlock abgewiesen.
Aber ein Angebot ist eine schwache Rendite für eine ganze Woche auf dem Land.
Nun kann ich jedenfalls zwei vorweisen.
Zwei Abweisungen? - Ich fürchte ja.
Aber seien Sie ehrlich, Sie wollen ihre Lebensart ebenso wie die Ihr Geld.
Sie etwa nicht? - Nein.
Ich will einen Mann, der wie ein Gentleman denkt.
Doch ob er einer ist oder nicht, spielt für mich keine Rolle.
Das ist der richtige Moment.
Du! Wo sind sie?
Oben, Sir Louis.
In Sir Rogers Zimmer.
Du bist zu schön für diese Art von Arbeit, junge Dame.
Louis!
Oh, du bist es wirklich!
Ganz ruhig, altes Mädchen. Drück' mich nicht zu Tode,
sonst kann dir bald gar niemand mehr Gesellschaft leisten.
Wirklich schön, dass du gekommen bist.
Es ist so wunderbar, dich zu sehen.
Hör mal,
das sieht ziemlich übel aus, Governor.
Willst du nicht lieber etwas Stärkeres? - Sehr gerne, mein Junge.
Bring' ihm etwas Brandy. Ich hab' auch eine Flasche bei mir.
Was spielt das jetzt noch für eine Rolle?
Da haben Sie wohl Recht.
Gib' mir auch einen Schluck.
Vornehme Pflegerin.
Miss Thorne ist die Nichte des Doktors. Sie ist hier, um mir zu helfen.
Das ist nett von Ihnen.
Könnten Sie hierbleiben?
Wie Sie wünschen. Wenn ich nicht im Weg bin.
Ich bezweifle, dass du je im Weg sein kannst.
Was wollte der alte Moffat von Ihnen?
Er war neugierig auf meine Absichten zu heiraten.
Haben Sie denn welche? - Keine unmittelbaren.
Sehen Sie, Mr. Gresham, ich werde lieber als Frau umworben statt als Bankkonto.
Kann ich Ihnen nicht verübeln.
Meine Tante wird allerdings erzürnt sein.
Sie ist erpicht auf unsere Verbindung. Sie denkt, ich mache Ihnen jetzt einen Antrag.
Und werden Sie mir einen Antrag machen?
Ich mag Sie viel lieber als ich zuerst glaubte.
Und ich würde wirklich gerne Greshamsbury retten.
Und wenn ich bloß nicht zu alt für Sie wäre...
Und wäre Ihr Herz nicht bereits verschenkt...
Und wenn, und wenn, und wenn...
Was soll ich ihr sagen? - Dass ich Ihren Antrag abgelehnt habe.
Dagegen kann sie nichts sagen. Aber machen Sie keinen Antrag.
Nicht mir und keiner anderen Frau.
Außer Miss Thorne.
Ich fürchte, ich komme meiner Verpflichtung nicht nach.
Das ist sehr nobel. Aber falsch.
Sie sind Ihrer Königin verpflichtet. Und Ihrem Gott, hoffe ich.
Aber doch nicht dem Luxusleben Ihrer Familie.
Sie haben einen geraden Rücken, Ihre Arme sind stark.
Machen Sie aus Ihrem Leben, was Sie können. Für Sie selbst und Miss Thorne.
Wir sind die Letzten hier unten.
Sie dürften froh sein, dass Sie uns alle wieder los sind morgen.
Keineswegs. Wir hoffen, Sie noch ziemlich oft hier zu sehen.
Wenn das doch nur möglich wäre.
Gute Nacht, Lady de Courcy. Und danke.
Was meint sie damit?
Nur, dass Greshamsbury nicht gerettet wird mit dem Gold aus dem Weihrauchöl.
Thorne.
Kann ich Ihnen helfen?
Sie wissen noch, was ich über das Testament gesagt habe?
Ja. Und es betrübt mich, dass Sie es nicht ändern,
wenn Sie etwas getan haben, das Sie nicht tun wollten.
Ich habe es geändert.
Ich habe einen Brief angehängt. Einen Nachtrag.
Darin steht, dass Sie, und nur Sie, den Namen von Annes ältestem Kind kennen.
Ich wünschte...
Ich wünschte...
Ach, was soll's... - Was? Was wünschten Sie?
Dass ich sie einmal hätte treffen können, bevor ich sterbe. Das ist alles.
Das unschuldige Mädchen, das wegen mir vaterlos ist.
Würde es Ihnen so viel bedeuten?
Ich denke, es würde mir die Stärke geben, mich dem Unvermeidbaren zu stellen
und ohne Reue meinen letzten Weg zu beschreiten.
Also gut, ich erfülle Ihnen den Wunsch.
Was?
Sie steht dort.
Im Feuerschein.
Mary Thorne.
Sie ist die Tochter von Anne Scatcherd.
Was? Ist... Ist das wahr? Aber...
Miss Thorne.
Kann ich etwas für Sie tun?
Du könntest mich mit deinem hübschen Antlitz erfreuen.
Und das hast du gerade getan.
Wenn nur jeder Patient so einfach zu heilen wäre...
Komm '.
Nimmst du den Dank eines sterbenden Mannes an?
Und ich danke Ihnen, Thorne.
Sie brachten einen Engel in dieses Haus.
Nun fällt es leichter, mich dem zu stellen, was mich jenseits des Grabes erwartet.
Sie sollten jetzt schlafen, Scatcherd.
Was ist denn das für eine Dornröschen-Szene?
Wie geht's dem Governor?
Kommen Sie, Lady Scatcherd. Sie waren bis zum Ende an seiner Seite.
Und das ist das Beste, was eine Ehefrau nur hoffen kann.
Mary, bring' Lady Scatcherd in ihr Zimmer.
Sir Louis, auch wenn Sie jetzt der Baronet sind,
Ihr Vater hat mit mir über Sie gesprochen
und Sie unter meine Verantwortung gestellt.
Ich hoffe, Sie wissen, dass Sie sich in Ihrer Trauer
jederzeit an mich wenden können.
Machen Sie sich keine Sorgen um mich, Doktor.
Ich verbrachte mein ganzes Leben im Schatten eines großen Baumes.
Und jetzt ist dieser Baum gefallen.
Vielleicht ist jetzt endlich meine Zeit an der Sonne gekommen.
Bleiben Sie noch, Ihrer Mutter zuliebe? - Sicherlich nicht.
Ich fahre nach London nach der Beisetzung.
Sie können das mir zustehende Geld auch dorthin senden.
Gus...
Gus, was ist denn los mit dir?
Er ist weg.
Das hat er für mich dagelassen.
Dieser gemeine Teufel.
Wie kann er es wagen zu sagen, du hast ihn nicht geliebt?
Hast du ihn geliebt? - Nun...
Ob Ja oder Nein, es ist nicht sehr gentlemanlike, sowas zu sagen.
Gentlemanlike?
Es ist rein gar nichts gentlemanlike an ihm.
Moffat!
Wo ist dieser Teufel Moffat? - Er ist gleich nach dem Frühstück abgereist.
Hören Sie, lassen Sie ihn gehen. Sie ist ohne ihn besser dran.
Keine Sorge.
Wir klären das in London.
Sollen wir uns über Sir Rogers Tod freuen oder in Sack und Asche gehen?
Wie kann ich das beantworten, solange wir nicht das Testament kennen?
Hoffen wir, es gibt von Miss Dunstable Positives zu vermelden.
Ich fürchte, nicht einmal Weihrauchöl kann uns vor dem Schmelzofen retten.
Das kam in der zweiten Post, Mylady.
Er ist von Lady de Courcy.
Oh nein!
Was ist denn?
Oh nein!
Miss Dunstable hat sich aus dem Staub gemacht.
Das habe ich erwartet.
Lies weiter.
Moffat hat genauso die Flucht angetreten.
Das ist ein Schlag.
Obwohl ich froh bin, dass ich ihn nicht mehr sehen muss, diesen Quälgeist.
Was steht da noch?
Ein Ratschlag natürlich.
Lady de Covurcy ist immer sehr großzügig mit ihren Ratschlägen.
Sie gibt uns den Namen ihres Anwalts:
Mr. Mortimer Gazebee von 'Gumption, Gazebee und Gazebee'.
Ich glaube, Mr. Gazebee ist ein kultivierter Mann... für einen Anwalt.
Und ist es das, was wir brauchen?
Um Haus und Herd vor den Klauen Sir Louis Scatcherds zu retten,
wenn er Titel und Vermögen seines Vaters übernimmt?
Einen kultivierten Mann?
Jetzt wird er Sir Louis sein...
So etwas Absurdes. - Ja, meine Liebe.
Er wird ein Baronet sein, ob es uns gefällt oder nicht.
Ihm werden auch neun Zehntel des Landbesitzes gehören.
Ich lege dir nahe, ihm mit dem größtmöglichen Respekt zu begegnen.
Wenn du mich entschuldigst, Mr. Gresham. Ich fühle mich recht elend.
Soll ich Doktor Thorne holen lassen?
Ich möchte keinen Mann sehen, der mich in meinem eigenen Haus beleidigt.
Lord Porlock ist hier?
Er fragt, ob Sie für einen Moment hinauskommen würden, Sir.
Können Sie ihn nicht hereinbitten? - Das habe ich, Sir. Aber er wollte nicht.
Lord Porlock?
Sind Sie das?
Wollen Sie nicht hereinkommen?
Ich bin nicht richtig angezogen, fürchte ich.
Ich muss Sie nur kurz sprechen. - Worum geht es denn?
Nun, ich habe eine Nachricht für Sie.
Von Lady Alexandrina?
Nein.
Nicht ganz.
Moffat! Dachten Sie, Sie können meine Schwester sitzenlassen
und ungeschoren davonkommen?
Kommen Sie! Kämpfen Sie gegen mich wie ein Mann.
Oder muss ich Sie verprügeln wie einen Hund, der Sie sind?
Er scheint letzteres vorzuziehen.
Na los, Frank.
Sorg' dafür, dass er nie wieder ein Gresham-Mädchen schief ansieht.
Sie wollen mich schlagen, weil ich eine Frau verlasse,
der es nur um mein Geld geht? - Sie sprechen von meiner Schwester!
Sie wurde entehrt durch diese Übereinkunft. Nicht durch mich, der sie wieder auflöst.
Was?
Haben Sie Angst vor einer Niederlage, Sir?
Nein.
Gehen wir.
Du kannst es nicht dabei belassen, Frank. - Doch, kann ich.
Und das werde ich.
Komm ' mit.
Er hat Recht.
Augusta wollte ihn wegen des Geldes heiraten.
Sie hat sich keinen Deut für ihn interessiert.
Ich weiß jetzt, ich muss ehrlich zu mir sein.
Selbst, wenn ich das Anwesen und alles andere verliere.
Du bist zu tiefgründig für mich.
Wie wär's mit einem Glas Portwein, bevor wir schlafen gehen?
Das haben wir uns verdient.
Das Pferd wird gleich gebracht.
Obwohl ich weiß, dass Louis Sie lieber auf einem viel schöneren Pferd sehen würde.
Hören Sie nicht auf ihn.
Ich liebe Firebird.
Er ist sehr sanfımütig zu reiten.
Aber ich fürchte, ich habe Ihnen große Umstände bereitet.
Ganz und gar nicht.
Sie haben mir in den letzten Wochen mehr geholfen als ich sagen kann.
Ich habe mich daran gewöhnt, Sie um mich zu haben.
Doch Sie sollten ZU Ihrem eigenen Leben zurückkehren.
Lady Scatcherd! - Louis ist wieder da!
Ich habe ihn gar nicht erwartet.
Sie lässt Sie schon wieder auf der alten Mähre reiten?
Und darüber bin ich sehr froh.
Für jemand, der so reitet wie Sie, Miss Thorne,
für so eine Ausnahmereiterin,
ist das lächerlich, Lady Scatcherd. - Reden Sie nicht so, Sir Louis.
Ich bin absolut zufrieden. - Es ist ein Verbrechen gegen die Natur.
Mit einem ordentlichen Pferd würde ich im Hyde Park jederzeit auf Sie setzen.
Eine klare Siegerin, wie sie im Buche steht.
Jonah!
Das ist Jonah, mein never Butler.
Jeder Gentleman sollte einen Butler haben, wissen Sie?
Jo, die ist leer. - In Ordnung, Sir Louis, Sir.
Tut mir leid, aber ich kann mein Ross nicht ruhig halten vor Ihrem armseligen Pferd.
Beleidigen Sie nicht mein Pferd. Aber bitte,
lockern Sie Zügel Ihres Pferdes. - Ich werde später nach Ihnen suchen.
Unterstützen Sie nicht noch Sir Louis' Vorliebe für Alkohol, Jonah.
Ich erhalte meine Anweisungen von Sir Louis, Eure Ladyschaft.
Ausschließlich von Sir Louis.
Sie machen eine gute Figur, Miss Thorne.
Ich hoffe, Sie sehen mein treues Ross in einem besseren Licht.
Ich kenne mich sehr gut mit Pferden aus. Niemand weiß mehr darüber als ich.
Und niemand kennt sich mit Frauen besser aus als ich.
Sie bringen mich noch zum Erröten, Sir Louis.
Sollen wir runter zum See gehen? Die Aussicht auf das Haus ist wirklich gut.
Ich beanspruche ZU viel von Ihrer Zeit.
Unsinn. Ich möchte wissen, was Sie von diesem Ort halten.
Es ist sehr schön hier.
Und Greshamsbury? Kennen Sie es? - Sehr gut sogar.
In meiner Kindheit bin ich dort förmlich ein- und ausgegangen.
Ich möchte vielleicht dort leben. - In Greshamsbury?
Aber wie? - Ich muss nur die Schulden einfordern.
Den Großteil besitze ich bereits. Und wenn es Ihnen Freude machen würde...
Es würde mir keine Freude machen, wenn die Greshams vertrieben werden.
Nein?
Lady Scatcherd.
Sie erwischen mich unvorbereitet, Doktor.
Mal sehen, was ich Ihnen anbieten kann. - Bleiben Sie hier.
Ich erhielt eine Nachricht von Ihrem Sohn.
Wie geht es ihm?
Wenn er immer noch zu viel trinkt, müssen Sie Einfluss auf ihn ausüben.
Ach, Doktor. Da haben Sie viel größeren Einfluss als ich.
Und Miss Thorne noch mehr als jeder von uns.
Mary ist ein wunderbarer Einfluss...
Aber? - Ich denke, sie sollte nach Hause gehen.
Es wird Zeit.
Doktor?
Sir Louis, Sie sollten weniger trinken.
Ich werde drüber nachdenken, Doktor. Also...
Die Greshamsbury-Eigentumsurkunden. - Seien Sie unbesorgt deswegen.
Ihre Anwälte wissen alles, was es zu wissen gibt.
Was mir meine Anwälte sagen, bringt mich ja hierher.
Soviel ich weiß,
habe ich mehr als 90.000 Pfund im Greshamsbury-Anwesen angelegt.
So ungefähr.
Es ist ein schönes Anwesen. Da ist kein Risiko.
Was, wenn ich das Geld brauche? - Aber das tun Sie nicht.
Jeder braucht Geld, Doktor.
In Kürze haben Sie die Kontrolle über alles, Sir Louis,
und bis dahin kümmere ich mich darum, dass Sie bestens versorgt sind.
Und wenn ich dort leben möchte?
Gut, aber ich finde es für einen Junggesellen etwas groß.
Ach, finden Sie?
Nun, Doktor, wie fänden Sie es, wenn ich heirate?
Ich wäre hocherfreut.
Es war der sehnlichste Wunsch Ihres Vaters, dass Sie bald eine gute Partie machen.
Was das betrifft, denke ich, haben Sie nichts gegen meine Wahl.
Was würden Sie zu Miss Mary Thorne sagen?
Nun? Wäre sie nicht eine gute Frau?
Haben Sie schon mit ihr gesprochen? - Jein.
Ich habe ihr keinen Antrag gemacht, aber ich war sehr nett zu ihr.
Und wenn sie auf der Höhe ist, weiß sie, worauf ich aus bin.
Sie erweisen Mary eine große Ehre, Sir Louis.
Aber wäre es nicht sinnvoll zu warten, bis Sie beide sich etwas besser kennen?
Aber Sie missbilligen es nicht?
Ich missbillige nur vorschnelle Entscheidungen.
Ob es nun um Greshamsbury geht oder um meine Nichte.
Ich weiß, mein Rat ist nur noch für eine kurze Zeit bindend für Sie,
aber ich dränge trotzdem darauf.
Ich komme allein zurecht, meine Liebe. - Ich helfe gern.
Es muss schwer für Sie sein. Aber diese Kleidung
wird ein Segen für arme Familien sein. - Was macht ihr in meinem Zimmer?
Wir sortieren die Kleidung Ihres Vaters aus und geben sie an die Armen.
Verbrennt sie von mir aus.
Das meinst du nicht ernst. - Ich meine alles ernst, was ich sage.
Und jetzt geh' und lass' Miss Thorne und mich einen Moment alleine.
Aber, Sir Louis, ich-- - Geh bitte, Lady Scatcherd!
Wir sollten nicht miteinander alleine sein, Sir Louis.
Das ist nicht richtig.
Miss Thorne, ich denke, es ist ganz und gar richtig.
Ich will, dass wir miteinander alleine sind für den Rest unseres Lebens.
Sie verstehen, was ich meine?
Sir Louis, ich bin natürlich geschmeichelt... - Sagen Sie nicht 'geschmeichelt'.
Sagen Sie 'entzückrf'.
Aber ich fürchte, es kann niemals so sein wie Sie es sich wünschen.
Wieso nicht? Sind Sie bereits verlobt? - Nein.
Aber ich bin nicht frei.
Sie haben mir etwas vorgemacht, Miss Thorne.
Und zwar auf höchst niederträchtige Weise.
Was ich an Trollopes Rollenbesetzung wirklich liebe,
ist die moralische Komplexität, mit der sie aufwarten kann.
Selbst offensichtlich feindselige Männer und Frauen
erhalten einen Kontext und eine emotionale Geschichte,
die es uns erlauben,
- manchmal nur schrittweise, aber nichtsdestotrotz -
eine andere Seite an ihnen zu entdecken.
Eine dieser Personen ist Sir Roger Scatcherd.
Ein Mann, dessen Benehmen sämtliche Attribute eines traurigen,
selbstzerstörerischen Alkoholikers enthält.
Doch seine letzte Reaktion auf seine ihm verschwiegene Nichte Mary
zeigt, dass unter seiner harten Schale ein Herz liegt
mit der Fähigkeit zu tiefer, wahrhaftiger Liebe.
Anders als Dickens oder die meisten seiner Zeitgenossen,
ist Trollope stets vorsichtig, irgendjemanden voll und ganz zu verurteilen.
Sir Louis Scatcherd ist eine weitere finstere Figur,
vielleicht die finsterste in unserer Geschichte.
In ihm scheint es wenig Wärme oder Liebe zu geben.
Und er scheint versessen darauf, einigen das Leben zu vermiesen:
Mary, Frank, den Greshams
und seiner eigenen Mutter.
Aber ist das alles, was man über ihn sagen kann?
Wir werden sehen.
Bis zum nächsten Mal.
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