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Hallo.
Willkommen zum vierten und letzten Kapitel
unserer Adaption von Trollopes 'Doctor Thorne'.
Einer Geschichte über Liebe, Familie, Geld,
Eifersucht und Macht - all das und mehr.
Ich bin Julian Fellowes. Und vielen Dank, dass Sie bei mir sind.
Unsere Figuren befanden sich zuletzt in einer schwierigen Lage.
Louis, Mary und Frank sind gefangen in einem verhängnisvollen Liebesdreieck,
hin- und hergeworfen im Sturm von Louis' Raserei.
Das kann sicherlich nicht für alle Beteiligten gut ausgehen.
Und was die Greshams angeht: Falls irgendjemand imstande ist,
das Anwesen zu retten, dann die gefürchtete Lady Arabella.
Mal sehen, was passiert.
Julian Fellowes präsentiert:
Sir Louis Scatcherd und Doktor Thorne.
Großer Goht. Es ist schlimmer als ich dachte.
Thorne, Sie sind der Beste. Das habe ich kaum verdient. Danke.
Nicht so schnell mit den Hallos an den Doktor, Mr. Gresham.
Ich bin schließlich nur ein Baronet.
Es ist uns eine Ehre, Sie heute Abend hier zu haben, Sir Louis.
Ich war neugierig.
Wir haben uns noch nie getroffen,
aber ich habe Ihren Namen oft in meinen Büchern gelesen.
Guten Abend, Lady Arabella.
Ich hoffe, es geht Ihnen gut. - Nicht wirklich.
Erlauben Sie, dass ich Ihnen meine...
Guten Abend, Mylady, wie geht es Euch?
Einigermaßen gut. Danke, Sir Louis.
Ich hätte Sie schon früher besuchen sollen, aber ich war in London.
War Eure Ladyschaft diese Saison schon in London?
Nein. Dieses Jahr nicht.
Die Umstände haben es nicht erlaubt.
Das tut mir wirklich leid.
Knapp an Mitteln zu sein, ist bestimmt sehr quälend
für eine Person wie Eure Ladyschaft.,
Hoffen wir, die Lage bessert sich. Um unser beider Willen.
Gehen Sie auf die Jagd, Sir Louis?
Kommt darauf an, wonach ich jage.
Ich nehme an, dass Sie und Ihre Schwester unverheiratet sind, Miss Gresham.
Meine Schwester ist mit Mr. Oriel verlobt, aber ich bin es wohl.
Ich sehe schon, ich muss mich vorsehen.
Vorsehen, wovor?
Einem ehelosen Mädchen auf der Jagd nach einem Baronet.
Sie, Sir Louis, bringen Leben in unser ländliches Dasein.
Ich glaube, ich habe Eure Ladyschaft heute gesehen.
Im Dorf. Auf einem Austritt.
Ich reite niemals. - Mit Eurem... Einspänner, meine ich.
Ich war ganz entzückt von der Art, wie Ihr ihn um die Kurve peitscht.
Eine ansehnliche Landschaft ist das hier. - Ja. Absolut.
Ich weiß gar nicht, WO es mir besser gefällt.
Hier oder... bei mir in Boxall Hill.
Der Vorteil ist, Ihr habt hier viele Bäume.
Aber was das Haus angeht: Man erkennt es jetzt kaum, Lady Arabella,
wenn man es nicht gesehen hat, seit mein Governor es gekauft hat.
Wie viel, glaubt Ihr, hat er ausgegeben?
Ratet, Mylady!
Ich rate niemals.
Ich sag' es Euch, denn ich bin gern präzise.
Es kostete 22.419 Pfund, vier Schillinge und acht Pence.
Ist eine stattliche Summe.
Oder, Mylady? Ist das nicht eine stattliche Summe?
Lady Arabella?
Das ist allerdings... eine stattliche Summe.
Ihr Pfarrer habt Glück.
Ihr kriegt sowohl schöne Frauen als auch Geld.
Von Letzterem offensichtlich nicht zu viel.
Der arme Mr. Gresham.
Ein erbärmlicher Narr.
Er hat...
seine Angelegenheiten gehörig vermasselt.
Was, denken Sie, schuldet er mir?
Raten Sie. Nennen Sie mir eine Zahl.
Ich muss jetzt gehen.
Der Pfarrer sieht ein bisschen blass aus.
Vielleicht hat er Zweifel wegen Ihrer Schwester.
Aber er hat ja sein eigenes Geld. Nicht wahr?
Wenn sie mal knapp bei Kasse ist, hat er mehr als nur seinen Lebensunterhalt.
Ja, Sir Louis.
Genug, um die Radikalen zu überleben, wenn sie die Kirche schließen.
Jedoch kein Land, nehme ich an.
Nichts ist besser als Land.
Nicht wahr, Gutsherr?
Es geht nichts über Grundbesitz.
Da Sie mir gerade Ihr Ohr leihen, Gutsherr:
Wir wollen uns doch nicht festfahren durch Anwälte wie Mr. Gazebee hier.
Wie bitte?
Ich meine, wir sind jetzt alle torkelig.
Gutsherr!
Sie stehen bei mir in den Büchern mit beinahe 100.000 Pfund, und--
Würden Sie Ihre Zunge zügeln, Sir?!
Was, meine Zunge zügeln?
Sagen Sie mir nicht, ich soll meine Zunge zügeln!
Ich bin nicht der Trottel, für den Sie mich halten, Doktor.
Oder Sie, Mr. Gresham.
Ich weiß, was man mir schuldet und wann ich es zurückholen kann.
Bis zum letzten Penny!
Vielleicht gehen wir lieber zu den Ladys.
Nein, er kann nicht. Nicht in diesem Zustand.
Gehen Sie nur. Ich warte auf die Kutsche und bringe Sir Louis nach Hause.
Ich freu' mich immer, die Ladys zu sehen. - Entschuldigen Sie uns bei Lady Arabella.
Weswegen? Was hat sie denn? Ich glaube, ich geh' mal zu ihr.
Nein, Sir, Sie bleiben hier--
Mit welchem Recht reden Sie in diesem Ton mit mir?
Mr. Gresham, bitte gehen Sie zu den anderen.
Ich wusste, was er ist, und schäme mich, ihn hierher gebracht zu haben.
Thorne, wir werden gemeinsam auf die Kutsche warten.
Und keine Sorge.
Ich habe schon einmal einen beschwipsten Mann gesehen.
Janet?
Janet! Holen Sie Jonah!
Er ist im Garten.
Ich bin nicht im Garten.
Ich bin hier, bereit und willens, meinem Master zu helfen.
Was ist Ihnen passiert? - Ihre Bediensteten haben mich angegriffen.
Das hat ein Nachspiel. - Das spielt jetzt keine Rolle.
Bringen Sie Ihren Master hoch ins Bett.
Kommen Sie, Sir.
Kommen Sie, Sir.
Was für ein Abend!
Ist Miss Mary oben?
Schon lange, Doktor.
Aber ich muss mich beschweren.
Bridget?
Komm ' nur her. - Jawohl, Mrs. Thacker.
Habt ihr auf mich gewartet, Janet? - Haben wir.
Sie können uns nicht zumuten,
dass Jonah auch nur eine Minute länger im Haus bleibt.
Sonst reicht Bridget ihre Kündigung ein. - Was ist passiert?
Ich möchte nicht sagen, was passiert ist.
Im Detail.
Nur, dass es Bridget zum Weinen gebracht hat.
Und Thomas in Rage.
Er kann ins Gasthaus gehen. Wir lassen ihn morgen holen.
Sehr gut, Doktor.
Aber Thomas muss morgen mit Sir Louis fertig werden.
Darum ist er nicht zu beneiden.
Du solltest dich auf den Weg machen. Der Zug trifft um drei Uhr ein.
Nimm Beatrice mit. - Wie soll Tante de Courcy helfen?
Franks Entscheidung steht fest. Sie wird es ihm nicht ausreden können.
Ich stimme dir zu.
Es hat keinen Sinn, noch weiter mit Frank zu reden.
Wieso kommt sie dann?
Darf ich nicht meine Schwägerin einladen?
Lady de Courcy steckt voller Ideen. - Ja, nicht wahr?
Und sie teilt sie auch gerne. Wir sollten sie auf Sir Louis ansetzen.
Sprich diesen Namen nicht in meiner Anwesenheit aus.
Wo ist er jetzt? - Boxall Hill.
Beatrice sagt, nach dem furchtbaren Dinner kehrte er nicht nach London zurück.
Woher weiß sie das? - Mary Thorne hat es ihr gesagt.
Das ist noch ein Name, den ich lieber nicht hören möchte.
Also ehrlich, Mama, da wir fast nur über die Thornes und die Scatcherds reden,
dürften wir uns bald nur noch per Pantomime verständigen.
Hast du schon die Kutsche bestellt?
Ich freue mich, Euch zu sehen, Tante, verstehe aber nicht ganz, was Ihr tun könnt.
Vielleicht bin ich von Nutzen. Das kann man nie wissen.
Was ist mit dir, Alexandrina? Wirst du auch von Nutzen sein?
Mein Cousin begeht einen Fehler, aber dem habe ich nicht viel hinzuzufügen.
Wann kommt Frank eigentlich aus Cambridge zurück?
Heute noch. Er ist fertig dort.
Jetzt verstehe ich auch die Dringlichkeit.
Ich hörte, Sir Louis Scatcherd war letzten Monat zum Dinner bei euch?
Richtig. Es war nicht beruhigend.
Das klingt, als spräche nur der Verlust des Anwesens gegen Franks Heirat.
Ist es nicht so?
Nein.
Mary ist die lästige Nichte eines Arztes mit fragwürdiger Herkunft.
Selbst wenn sie Millionen hätte, wäre sie Greshamsbury nicht würdig.
Du hast zu viele Romane gelesen.
Ich weiß, Augusta heißt es auch nicht gut.
Nun... - Wie könntest du auch?
Du hast dich doch mit Mr. Moffat verlobt.
Aber für mich war es kein Grund zur Freude, als ihr alle dachtet,
Frank heiratet Miss Dunstable mit ihrem Weihrauchöl.
Sie war keine Verbesserung zu Miss Thorne. - Sie hätte das Anwesen gerettet.
Ist das den Verlust der Ehre wert?
Ja, meine Liebe, das ist es.
Ah, da sind wir.
Ich weiß nicht, was ich ihm sagen soll.
Er hat einen solchen Zorn auf die Greshams.
Auf Master Frank ganz besonders.
Er schimpft und tobt und trinkt mehr denn je.
Tut mir leid, das zu hören.
Er kann den Greshams schaden, wenn er will.
Ich fürchte, das tut er.
Er hat diesen Gauner Winterbones angewiesen,
Mr. Gresham auf Zahlung zu verklagen.
Und zwar ab dem Tag nach seinem Geburtstag.
Was ist nur der Grund für seinen Eifer, uns loszuwerden,
wenn er das Geld nicht braucht?
Dafür fühle ich mich ein wenig verantwortlich.
Ich ermutigte Mary, in Boxall Hill zu bleiben, als sie von hier verbannt wurde.
Ich fürchte, das gab Sir Louis die Gelegenheit, sich--
In sie zu verlieben.
Er wendet die gleiche Energie auf, um sie zu seiner Frau zu machen,
wie Lady Arabella, um sie loszuwerden.
Dann haben auch wir Schuld daran.
Wir waren es, die es der armen Mary im Dorf unbequem gemacht haben.
Und jetzt bekommen wir die Quittung dafür.
Wie sehr er uns hassen muss...
Nun, seine Wut auf Frank ist sicher sehr groß.
Was ist los?
Mein Junge. Du kommst in einem schwermütigen Moment.
Es sieht so aus, dass Sir Louis Scatcherd unverzüglich ab seinem Geburtstag
unsere Schulden eintreiben wird.
Aber was hat das mit mir zu tun?
Wenn er sein Geld wiederhaben möchte, wie habe ich daran Anteil?
Das ist nicht ganz so einfach. - Er ist in meine Nichte verliebt.
Das kann ich ihm nicht verdenken. - Er dachte, sein Antrag wäre unwiderstehlich.
Und die Gelegenheit, seinen Rivalen nun mittellos zu machen
und ihm das Land wegzunehmen, ist für ihn gleichermaßen verlockend.
Ich verstehe.
Dann muss ich offenbar Sir Louis Scatcherd besuchen.
Ich glaube nicht, dass dadurch etwas zu erreichen ist.
Wieso nicht, Doktor? Sie sagen selbst, er ist in Mary verliebt.
Und wenn nur ein Mann auf Erden das verstehen kann, dann wohl ich.
Wenn du darauf bestehst, dann komme ich mit.
Aber ich teile nicht deinen Optimismus.
Die Gräfin de Courcy und die Lady Arabella Gresham.
Ist dein Onkel nicht zu Hause, Kind?
Er schickte eine Nachricht. Er ist in Boxall Hill.
Auch gut, denn eigentlich möchten wir mit dir sprechen.
Du weißt, wie gern wir dich haben.
Mary, wollen wir nicht einfach aufhören mit diesem bösen Blut?
Du weißt, es hängt nur von einer einzigen Sache ab.
Miss Thorne, betrachten Sie sich selbst als verlobt mit meinem Neffen?
Ja. Das tue ich.
Eine Frage:
Bildest du dir ernsthaft ein, du und er könnten jemals Mann und Frau sein?
Ja.
Sie wollen den armen Frank also unbedingt
auf sein leichtfertig gegebenes Wort festnageln,
welches aber jetzt absolut verbindlich ist,
während seine Familie Heim und Stellung verliert
und Frank die sorgenfreie Zukunft aufgibt, die man für ihn ersonnen hatte.
Und Sie wagen es wohl auch noch, das Liebe zu nennen.
Wir wissen beide, dass Frank glaubt,
er wäre moralisch dazu verpflichtet, seine Zukunft wegzuwerfen.
Nur du kannst ihm das Leben zurückgeben, das für ihn gedacht war,
indem du das Feld räumst.
Du weißt, was ich sage ist wahr.
Ist es die Frau, die einen Mann davon abhält, sich in den Ruin zu stürzen,
die ihn wahrhaftig liebt,
oder die Frau, die durch dick und dünn an ihm festhält,
koste es, was es wolle?
Was fällt Ihnen ein, ohne Einladung hierher zu kommen?
Ich habe sie eingeladen, Louis.
Jedenfalls freue ich mich, beide zu sehen. - Es ist meine Schuld.
Ich wollte herkommen. - Wieso?
Weil ich es nicht ertrage, der Grund für den Untergang meiner Familie zu sein.
Sie sind nicht der Grund.
Die Schulden Ihres Vaters sind der Grund.
Sie würden ihn nicht nach so strengen Maßstäben behandeln, wenn...
Sagen Sie's. - Master Frank versucht nur--
Sagen Sie's!
Er denkt, Ihre Entscheidung hat vielleicht etwas damit zu tun,
dass er meine Nichte heiratet.
Wieso sollte er nicht Ihre Nichte heiraten?
Oder jede andere Frau, die nichts gegen ein Leben mit einem Bettler hat?
Ich sehe keinen Grund, ausfällig zu werden.
Nein?
Sie nimmt lieber das Nichts,
das Sie ihr anbieten, statt dem Ganzen, das ich ihr zu Füßen legte!
Miss Thorne wusste deine Fürsorge wirklich sehr zu schätzen, Louis.
Sei ruhig!
Du Rabenmutter!
Du ziehst dieses Wolfsjunge deinem eigenen Kind vor!
Das stimmt nicht!
Und Sie, Doktor Thorne, mein Hüter,
so darauf bedacht, mich zu führen,
konnten das höhnische Grinsen nicht verbergen,
als ich Ihnen von meinen Plänen erzählte.
Es war kein Grinsen.
Ich fand, dass ihr nicht zueinander passt.
Nicht zueinander passen?
Die Nichte eines Landarztes
wäre mit jeder Lady in der Grafschaft ebenbürtig.
Und das passt nicht? - Ich bin mir sicher,
Mary war sich der Ehre sehr bewusst, die Sie ihr zuteil werden ließen.
War sie das?
Aber sie und ich... sind miteinander aufgewachsen.
Wir kennen uns seit unserer Kindheit. - Aber ihr habt nicht mich gekannt.
Keiner von euch.
Kein Gresham oder Thorne würde sich als Freund von Louis Scatcherd bezeichnen.
Sir Louis, es gibt keinen anderen Mann auf Erden,
der besser nachvollziehen kann, welchen Schmerz Sie fühlen.
Nein! Kein Mitleid!
Das verbitte ich mir! Ich erlaube Ihnen nicht, mich zu bemitleiden!
Das erlaube ich nicht!
Jo, hol' mein Pferd! - Jawohl, Sir!
Jo, bleib' hier!
Du kannst nicht mal gerade gehen, geschweige denn reiten!
Ich habe dich gewarnt, mich nicht aufzuhalten!
Du bist selbst schuld!
Oh, mein Louis!
Ich finde sie und bekomme eine angemessene Antwort!
Mama und Tante de Courcy sind zurück. Sie sind aber sehr verschwiegen.
Ich weiß überhaupt nicht, warum man uns hat kommen lassen.
Ich dachte, die Sache mit Frank und Miss Thorne wäre geklärt.
Das kann ich dir auch nicht sagen. Mama war höchst geheimnisvoll.
Wir finden es zweifellos früh genug heraus.
Ich kann es dir auch gleich sagen.
Mr. Gazebee hat mich gefragt, ob ich ihn heirate.
Was?
Er kam gestern Abend zu mir, vor dem Dinner.
Er hat mir gesagt, er fühlt die wärmste Liebe,
die tiefgreifendste Bewunderung und aufrichtigen Respekt.
Ach, tatsächlich?
Er war sehr ehrlich und gestand ein, sein Bestreben wäre es,
sich mit einer Familie über seinem eigenen Stand zu vebünden,
um sich weiterzuentwickeln.
Er möchte ins Parlament.
Wirklich?
Ich hätte niemals gedacht, dass Mr. Gazebee eine Frau braucht.
Daran hatte ich niemals gedacht. Bis zu diesem Augenblick.
Wir sollten uns freuen.
Und sollte er ins Parlament einziehen, gäbe es unendlich viel für mich zu tun.
Interessante Dinge.
Würdige Dinge.
Es wäre ein erfülltes Leben.
Ich bin mir sicher, das wäre es.
Obwohl ich eine Frau, die dazu verdammt ist, ihrem Ehemann dabei zuzusehen,
wie er die Karriereleiter erklimmt, niemals beneiden würde.
Du befürwortest es also nicht?
Augusta, überleg' doch.
Glaubst du wirklich, Papa erkennt einen Grundstücksmakler als seinen Neffen an?
Lord de Courcy war immer sehr nett zu mir. - Er hat dich auch gern.
Aber es gibt Grenzen für einen Mann, der die Hofetikette gewohnt ist.
Du meinst, weil Mr. Gazebee für seinen Lebensunterhalt arbeitet?
Du sagst, er ist ein ehrbarer Mann. Und das ist er auch.
Aber das sind auch Mr. Scrags, der Fleischer
oder der Mann, der das Billardzimmer putzt.
Sie sind zweifellos nicht unehrenhaft.
Aber deshalb speisen sie mit uns noch lange nicht an einem Tisch.
Also muss ich ihn abweisen? - Meine Liebe,
ich war nicht einverstanden mit Mr. Moffat, aber er hat wenigstens ein großes Vermögen.
Was haben wir hier?
Ich weiß, was zu tun ist.
Danke, Alexandrina.
Nimm ein Pferd, reite zu meinem Haus und erzähl' Mary, was passiert ist.
Ich nehme Lady Scatcherd mit nach Hause
und schicke die Kutsche nach Greshamsbury. - Wird sie Sir Louis verlassen wollen?
Er wird nicht mehr Sir Louis sein, sondern nur noch eine Hülle dessen, was er einst war.
Sie glauben, es gibt keine Hoffnung? - Absolut gar keine.
Er hat sich beim Sturz die Lunge durchstochen.
Sein Kampf wird bald vorbei sein.
Das traurige Ende eines iraurigen Lebens.
Vielleicht hat er Recht und ich habe in meiner Verpflichtung ihm gegenüber versagt.
Sie haben Ihr Bestes getan.
Sir Louis Scatcherd war schon irreparabel beschädigt,
bevor Sie ihn zu Gesicht bekommen haben. - Trotzdem hätte ich mehr tun sollen.
Ich hätte mehr tun können.
Doktor!
Kommen Sie schnell! - Geh' jetzt. Erzähl' Mary alles.
Doktor Thorne!
Ruhen Sie sich aus, Sir Louis, ich bitte Sie.
Würden Sie für mich etwas tun?
Ich tue alles, was Sie wollen.
Nur eines.
Bitte sagen Sie Miss Thorne,
ich hoffe, sie nicht verletzt zu haben.
Sie hält mich für einen Witzbold.
Ich bin mir sicher, das tut sie nicht. - Doch, das tut sie.
Sagen Sie ihr,
ich wollte nicht beleidigend sein.
Falls ich sie verkannt habe, war es keine Absicht.
Bitte reden Sie nicht mehr.
Sparen Sie Ihre Kraft.
Aber wofür?
Doktor Thorne.
Wofür?
Setzen Sie sich ans Feuer.
Mary wird Ihr Zimmer in Windeseile hergerichtet haben.
Sie müssen sehr stolz auf sie sein.
Das bin ich, Lady Scatcherd.
Bevor Sie nach oben gehen,
würde ich gerne etwas mit Ihnen besprechen, das möglicherweise schmerzlich für Sie ist.
Ich habe gerade so viel Schmerz in mir,
auf etwas mehr kommt es auch nicht an.
Also gut.
Ich hoffe, Sie können mir vergeben,
aber kennen Sie den nächsten Erben von Sir Rogers Vermögen?
Nein.
Sir Roger hat es mir nie verraten.
Wussten Sie, dass seine Schwester Anne eine Tochter hatte, bevor sie England verließ?
Das wusste ich natürlich. Sie wollte sie in meine Obhut geben.
Aber das war, bevor ich Master Franks Kindermädchen wurde.
Und ich musste mich anstrengen, um mich und Louis durchzubringen.
Wissen Sie, was mit dem Baby geschah?
Sie ist gestorben,
hat Anne Sir Roger erzählt.
Woher haben Sie das?
Ich habe diesen Schal gestrickt.
Diese Medaille habe ich Annes Tochter als Glücksbringer gegeben.
"Ich, Anne Scatcherd,
gebe mein kleines Töchterchen Mary
in die Obhut des Bruders ihres seligen Vaters,
Doktor Thomas Thorne von Greshamsbury."
Aber das...
War ich.
Ich bin der Mann, der das Kind aufgenommen hat.
Sir Roger und Sir Louis' Erbfolgerin...
ist Mary Thorne.
Mary?
Aber hat Sir Roger das gewusst?
Ja.
Er wusste, dass sie seine Nichte ist, und er gab ihr seinen Segen.
Dann denke ich, ich kann es wohl verschmerzen.
Janet, wo ist mein Onkel?
Bitte, sagen wir kein Wort.
Im Wohnzimmer mit Lady Scatcherd.
Teure Lady Scatcherd,
ich bin so froh, Sie hier zu sehen.
Alles ist hergerichtet, falls Sie nach oben gehen wollen.
Janet zeigt Ihnen den Weg. Ich sage Ihnen noch 'Gute Nachr.
Danke, meine Liebe.
Danke!
Ich bringe Sie nach oben, Lady Scatcherd.
War es sehr grausam?
Es war mitleiderregend. Mehr als du denkst.
Ich trage ihm nichts nach.
Möge er in Frieden ruhen.
Jetzt müssen wir für seine Mutter alles tun, was wir können.
Onkel...
Ich hatte Besuch, als du nicht hier warst.
Von Lady Arabella Gresham und Lady de Courcy.
Die Gräfin de Courcy in diesem Haus? Du lieber Himmel!
Ich habe mich entschieden, Frank aufzugeben.
Was?
Bitte streite nicht mit mir. Sie haben mich überzeugt,
dass es selbstsüchtig war, an ihm festzuhalten.
Meine Liebe...
Lady Arabella und Lady de Courcy
sind zwei aufgeblasene, egoistische alte Schachteln.
Das ist vielleicht wahr.
Aber deshalb ist doch nicht alles, was sie sagen, unwahr.
Wann sagst du es ihm?
Ich habe es ihm heute Nachmittag gesagt.
Als er mit den Neuigkeiten von Sir Louis hier war.
Wie hat er es aufgenommen?
Er hat sich geweigert, es zu akzeptieren.
Aber das vergeht.
Und er wird frei sein, seiner Pflicht nachzukommen.
Das bezweifle ich.
Ich ändere meine Meinung nicht.
Ich denke, das wirst du.
Na komm '.
Morgen erscheint alles in neuem Licht.
Also, Sir Louis ist tot und wir werden auf die Straße gesetzt.
Aber ich habe Mitleid mit ihm.
Ich bin noch aus einem anderen Grund hier.
Lady Arabella und ihre Schwägerin
haben Mary gestern einen Besuch abgestattet.
Ach herrje!
Bevor ich Ihnen erzähle, worum es in ihrem Gespräch ging--
Das ist nicht schwer zu erraten. - Mag sein. Aber beantworten Sie mir eins.
Was ist Ihr eigentlicher Einwand gegen die Verbindung von Frank und Mary?
Ganz einfach. Wovon würden sie leben?
Wenn dieses Problem bewältigt werden könnte,
würden Sie Ihre Zustimmung also nicht wegen Marys Herkunft verweigern?
Ich glaube, ich bin ohnehin nicht dazu berechtigt,
meine Zustimmung zu verweigern.
Aber da Sie mich gefragt haben: Nein.
Sie haben immerhin auch nicht Miss Dunstable abgelehnt.
Es gibt keinen Grund zu leugnen,
dass man sich mit Geld von vielen Sünden reinwaschen kann.
Dann freue ich mich, Ihnen sagen zu können,
dass Mary gänzlich reingewaschen ist von Sünden.
Was?
Ihre 100.000 Pfund Schulden auf das Greshamsbury-Anwesen...
Erinnern Sie mich bloß nicht. - „.gehören Mary Thorne.
Genauso wie Boxall Hill
und noch viel mehr.
Ich würde sagen, ihr Vermögen
beläuft sich auf ungefähr eine halbe Million Pfund.
Ich verstehe nicht, was Sie mir sagen.
Mary ist jetzt im Besitz von Sir Roger Scatcherds Geld?
So ist es.
Ihre Mutter war Sir Rogers Schwester.
Das müssen Sie Lady Arabella erzählen.
Sagen Sie ihr, ich schicke Sie, um sie zu behandeln,
und dann sagen Sie ihr die Neuigkeiten. - Das werde ich.
Das ist sehr überraschend.
Mr. Gresham bat mich, nachzusehen, wie es Ihnen geht.
Bemühen Sie sich nicht.
Sie haben bestimmt mehr als genug, um das Sie sich kümmern müssen.
Lady Arabella ist sehr müde.
Ich habe mit Mary gesprochen, bevor ich hierher kam.
Ach ja?
Sie hat Ihren Rat angenommen und Frank aufgegeben.
Hat sie das?
Wirklich?
Dann, Doktor Thorne,
haben wir keinen Grund mehr, uns zu streiten.
Danke für diese Nevigkeit.
Was für ein vernünftiges Mädchen.
Sie macht Ihnen Ehre.
Ich gebe zu, ich bedavuere, dass sie nicht heiraten werden.
Mag sein.
Aber Marys gesunder Verstand hat sie zur richtigen Entscheidung gebracht.
Nein, ich bedavuere es,
weil ich mich gefreut hätte, wenn Greshamsbury gerettet wird.
Ich verstehe Sie nicht.
An mich? - An dich.
Anne Scatcherd war deine Mutter.
Du bist Sir Rogers Nichte und Sir Louis' Cousine ersten Grades.
Das bedeutet, Boxall Hill gehört mir?
Boxall Hill und Greshamsbury und...
noch viel mehr.
Reichlich.
Weiß Frank davon?
Ich habe es dem Gutsherrn und Lady Arabella erzählt,
also weiß er es wohl inzwischen.
Eine Kutsche ist vorgefahren, Doktor.
Früher als erwartet.
Ich nehme an, Lady Arabella hat es eilig, Wiedergutmachung zu leisten.
Wie soll ich ihr gegenübertreten? - Du musst sie gar nicht sehen.
Oh doch.
Mary...
Liebe Mary.
Wie geht es Ihnen, Lady Arabella?
Meine Tochter. Mein Kind.
Meine Braut für Frank.
Kannst du mir die Besorgnis um meinen Sohn verzeihen?
Lady Arabella, was--
Ich weiß, wie es ist. Du verurteilst mich,
denn ich kämpfte wie eine Tigerin, die ihre Jungen verteidigt.
Aber würdest du nicht kämpfen, um dein Kind vor dem Sturm zu schützen?
Durchaus möglich.
Soll ich meine Kleidung zerreißen und mich in den Dreck werfen,
um dir meine Reue zu beweisen? - Mama.
Würdest du kurz aufhören?
Ich glaube, Mary hat das Recht, etwas zu dem Thema zu sagen.
Aber ich will doch-- - Sei still, meine Teure. Frank hat Recht.
Mary, wir haben uns in der Vergangenheit dir gegenüber sehr schlecht benommen.
Und es gibt keinen Grund für dich, so zu tun, als wäre es nicht so.
Das ist jetzt vorbei.
Ich werde keine Mutter dafür tadeln, dass sie ihren Sohn liebt.
Aber ich hoffe, Sie tadeln nicht mich dafür, dass ich ihn ebenfalls liebe.
Da wir nun jedoch nicht mehr verlobt sind...
Was?
Wir haben die Verlobung aufgelöst, als Sie mich angefleht haben.
Oh nein, das war vor... Frank, was fällt dir ein?!
Ich befehle dir, dieses reizende Mädchen zu heiraten!
Du befiehlst mir, Mary zu heiraten, Mama?
So wie ich es immer getan hätte, wenn die Umstände andere gewesen wären,
was sie jetzt glücklicherweise sind. - Ruhig, Bell.
Du bist noch glimpflich davongekommen.
Lassen wir nun Mary und Frank ein paar Dinge miteinander klären.
Ich begleite Sie raus.
Aber ich...
Ich verstehe nicht. Heißt das, sie heiraten nicht?
Wärst du so nett, mir das zu erklären?
Wirst du den Befehl deiner Mutter befolgen?
Mit Freuden.
Falls du gestattest.
Ich hatte eigentlich vor, fortzugehen.
Um dir zu helfen, mich zu vergessen.
Das hätte niemals funktioniert.
Ich hätte dich bis ans Ende der Welt verfolgt.
Aber das muss ich nicht mehr.
Nein.
Das musst du nicht mehr.
Das war ein vorzügliches Hochzeitsmahl, Lady Arabella.
Wir wollten alles richtig machen an diesem freudigsten aller Tage.
Das ist Ihnen gelungen.
Wie hübsch Mary aussieht.
Ein entzückender Anblick von Jugend und Anmut.
Danke.
Frank, wir erwarten euch beide auf Courcy Castle,
sobald ihr von eurer Hochzeitsreise zurückkommt.
Wir kommen gerne, Onkel.
Und sie werden ebenfalls eine Hochzeit feiern.
Wer heiratet denn?
Etwa du, Porlock? - Nein. Alexandrina.
Sie wird Mr. Gazebee heiraten.
Im Dezember.
Ich hoffe, Sie bereuen es nicht, sich nicht den Bräutigam geangelt zu haben.
Keinesfalls, Doktor Thorne.
Ich bin zufrieden, so wie es ist.
Wann kehren Sie zurück nach Amerika?
Denken Sie, ich bin schon fertig mit meiner Männerjagd?
Ist es denn eine Jagd oder eine Schleppjagd?
Was meinen Sie?
Mit Ihnen als Köder
könnte es eine überaus spannende Verfolgung sein,
aber letztlich ohne die Chance auf einen Abschuss.
Während Sie es vorziehen, Ihre Beute zu erlegen, Doktor Thorne.
Ich bevorzuge eine sachgemäße Lösung, Miss Dunstable, ja.
Ich hoffe, Sie nehmen mir das nicht übel.
Im Gegenteil, Doktor Thorne.
Ganz im Gegenteil.
Ein glücklicher Ausgang für Sie, Doktor Thorne.
Für viele ist es glücklich ausgegangen, ganz wie Sie wollten.
Und ich bin froh.
Was halten Sie davon, wenn wir auch einen Tanz wagen, Miss Dunstable?
Ich wäre entzückt, Doktor Thorne.
Nun,
wie Anthony Trollope und Doktor Thorne selbst,
liebe ich ein Happy End.
Auch, wenn es um den Preis des Todes eines verlorenen Mannes erfolgt:
des bedauernswerten Louis Scatcherd.
Überaus bewegend von Trollope geschrieben.
In unserer Welt besitzt Geld scheinbar oft die allergrößte Macht
über menschliches Handeln.
Aber für Trollope
ist Liebe die mächtigste Triebkraft für Veränderung.
Hoffen wir, dass sich für die meisten von uns,
zumindest in mancher Hinsicht,
diese Vorstellung als wahr erweist.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Auf Wiedersehen.
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