All language subtitles for Marie.Antoinette.S02E01 WEB DUBBED H264 RBB.srt - deu(3)

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Original subtitles

MARIE ANTOINETTE IST SEIT ZEHN JAHREN AUF DEM THRON.

SIE HAT IHRE PFLICHT ERFÜLLT UND EINEN MÄNNLICHEN ERBEN GEBOREN.

SIE HAT DIE HERZEN DES EINFACHEN FRANZÖSISCHEN VOLKES GEWONNEN.

DOCH MÄCHTIGE FEINDE VERSAMMELN SICH IN VERSAILLES UND PARIS.

MARIE ANTOINETTE STEHT EIN TÖDLICHER KAMPF UM IHREN RUF BEVOR.

PARIS 1783. EINER DER KÄLTESTEN WINTER SEIT MENSCHENGEDENKEN.

Da, noch eine Schneekönigin und ihr König! Siehst du, da! Da drüben.

Die Menschen bauen Schneestatuen, um Mama und Papa zu danken.

In ganz Frankreich gibt es solche Schneestatuen.

Aber keine Schneeprinzessinnen.

Die Menschen mögen deine Eltern, aber dich wohl nicht.

Yolande will dich nur necken.

Langsamer, Kutscher!

Ich finde das wunderbar. Wenn wir gütig zu unseren Untertanen sind,

sind sie auch gütig zu uns.

Ist das da ein Mensch auf der Stufe?

Lass ihn. Alle Vorräte sind vergeben.

Hol ein Fell, Lamballe. Du bleibst hier, Mousseline.

-Seid vorsichtig, Eure Majestät! -Er tut nichts. Er lebt kaum noch.

Hier drüben, Eure Majestät!

Seid vorsichtig, Eure Majestät.

-Nieder mit der Krone! -Können Sie uns hören?

Geht zurück!

Da sind noch mehr. Sie erwarten, dass wir ihnen auch helfen.

-Mama, sieh her! -Wir haben nichts mehr.

-Mousseline! -Prinzessin!

Mousseline, steig wieder ein!

Schützt die Königin!

-Eure Majestät! -Fahren Sie los!

Aus der Tiefe dieses grausamen Winters

höre unsere Rufe, o Herr!

Schütze uns vor der Verzweiflung,

da wir uns durch die dunklen Gründe der menschlichen Existenz mühen.

Gebunden an das unaufhörliche

und vergebliche Streben nach einem flüchtigen Triumph.

Erlöse uns von dieser endlosen Qual.

Vom Wetter oder von dieser Predigt?

Führe uns, o Herr,

durch die beklagenswerten Verirrungen des Lebens,

wo jeder Schritt mühevoll ist.

Wärme unsere eisigen Leiber

und füttere unsere hungernden Bäuche mit Deiner Vergebung.

-Amen. -Lügner! Er ist so ein…

Niemand hier drin hungert. Schon gar nicht Kardinal Rohan.

Und beschütze uns

vor den Machenschaften des Bösen, das uns Übles will.

Oh, bitte! Wissen Sie nicht, wer ich bin?

Corpus Christi.

Die Damen bekommen nicht nur den Leib Christi.

Sie bekommen auch Rohans Finger zu schmecken. Sieh doch.

Oh! Verzeihung.

Wie ungeschickt.

-Verzeihung. -Verzeihung. Entschuldigt.

Er hätte längst ins Exil gehen sollen.

Stattdessen wurde er zum Kardinal ernannt.

-Keine Frau hat sich je beklagt. -Du beklagst dich ständig über ihn.

Ich bin keine Frau.

Ich bin eine Königin.

-Ich fürchte niemanden. -Nicht einmal Rohan?

Euer Cousin, der Herzog von Chartres, wünscht,

-das Palais Royal zu erweitern. -Abgelehnt.

Der Haushaltsausschuss hat eine Liste von Malern erstellt für Euer Porträt.

Kardinal Rohan möchte in Eurem Kabinett dienen.

-Nur über meine Leiche. -Ihr haltet Euch raus.

Rohan nannte meine Mutter eine despotische Vettel.

-Schachtel. -Vettel.

-Schachtel, Eure Majestät. -Was noch?

Es heißt, Eure Favoritin saß im Herrschaftszimmer neben Euch.

Yolande wird daran erinnert: Nur eine Herzogin darf bei mir sitzen.

-Sie wird auch ausgepeitscht. -Exzellent.

Der Marquis Lafayette wartet im Salon de l'Œil-de-bœuf.

Der Hofjuwelier wartet in Eurem Vorzimmer.

-Guten Tag. -Louis.

Lasst uns allein. Danke.

Ich brauche mehr Geld. Für Hilfeleistungen.

Wieso? Die Menschen bauen uns zum Dank Bildnisse.

Sie erfrieren immer noch auf den Straßen.

Geld ist da, der Krieg ist vorbei.

-Natürlich. Nimm, was du brauchst. -Du siehst müde aus.

Du auch. Die Schwangerschaft, deine Wohltätigkeit… Du übernimmst dich.

Du siehst mich doch nur in der Kirche.

Die Kinder leisten dir ja Gesellschaft.

-Gib ihnen einen Kuss von mir. -Nun geh!

-Mama! -Da ist eure Mama.

Geht zu ihr.

Schnell, Antoinette, die Hyänen kommen.

Gleich gibt's heiße Schokolade in meinem Zimmer.

Na los, lauft schon.

Lass uns verschwinden.

Hast du noch diese Süßigkeiten? Dieses Baby liebt Zucker.

Gerade hatte ich sie noch.

-Du hast sie gegessen! -Sie sind weg.

Die Präsentation muss einfach perfekt sein.

Eure Majestät.

Ihr dürft hier nicht rein.

-Monsieur Boehmer. -Die Königin der Diamanten.

Behängt mit 600 äußerst kostbaren Edelsteinen.

Sollte ich 2 Millionen für eine Kette ausgeben, hänge ich auch bald.

Am Laternenpfahl.

Yolande, such dir etwas aus.

Das hält die Schuldeneintreiber fern, bis Sie einen anderen Käufer finden.

-Zu gütig, Eure Majestät. -Setzen Sie es auf meine Rechnung.

Auf Wiedersehen, Monsieur Boehmer.

Der Arme. Sein dritter Versuch, sie mir zu verkaufen.

Geschieht ihm recht. Die Kette ist so vulgär.

Machen Sie bitte Platz für die Königin! Danke.

Gehen Sie bitte zur Seite. Nein.

-Ich wünsche, Ihre Majestät zu sehen. -Sie hat sich zurückgezogen.

Ich bin ein Rohan. Meine Familie steht über dem Adel Frankreichs.

Ich werde mich keiner schwanzlutschenden Landgräfin fügen.

-Bitte, reden Sie doch weiter. -Eure Majestät.

Ihr seht strahlend schön aus.

Miststück.

Was ist das für ein köstlicher Duft?

-Heiße Schokolade. -Ach ja?

Hast du uns welche übrig gelassen?

Frieden.

Und Wärme.

Also, zeig uns, was du ausgesucht hast.

-Du bist zu gut zu mir. -Eindeutig.

Aber du bewahrst mich jeden Tag vor dem Wahnsinn.

Und welcher Gouvernante könnte ich sonst

diese kleinen Monster anvertrauen?

Ganz genau.

Doch jetzt bringe ich die Monster zurück ins Kinderzimmer.

Madame Royale hat Musikunterricht, der Dauphin muss schlafen.

-Und du auch. Du siehst blass aus. -Ach ja?

Du verteilst zu viele Decken und Kuchen.

Irgendwas mache ich wohl richtig, das Volk liebt mich.

Kommt, Kinder, unsere perfekte Königin muss ruhen.

Na komm.

Yolande?

Bitte bleib heute Nacht bei mir.

Ich kann nicht.

Vaudreuil?

Du hast so ein Glück, dass du ihn hast. Und Jules.

Arbeit.

IHRE MAJESTÄT MARIE ANTOINETTE VERSAILLES

"Liebste Schwester, Österreich braucht deine Hilfe."

Österreich kann sich hinten anstellen.

Siegel, Siegel, Siegel…

MEIN LIEBSTER FERSEN,

ICH SCHREIBE DIR DIESE WORTE, UND MEIN HERZ FLIESST ÜBER

MIT ALL DEN GEFÜHLEN, DIE ICH HABE SEIT DEM AUGENBLICK…

Meine Informationen waren richtig. Lästiger Überfall von vorne.

-Lafayette verfolgt mich. -Ignoriert ihn.

Eure Majestät. Ich kehre zurück aus Amerika, mit Mr. Washingtons Grüßen.

Doch die Freiheit ist kostspielig.

Eine Spende würde Frankreichs Ruf Ruhm einbringen.

Seinem Ruf?

Wie es scheint, waren Sie zu lange aus Frankreich weg, Lafayette.

Wir sind die Weltbesten

in Literatur, Theater, Kochkunst, Mode, Wissenschaft, Philosophie…

Nach noch mehr Ruhm zu trachten, wäre unschicklich.

Vielleicht sollte Mr. Washington sich um seinen Ruf kümmern.

Er könnte die 1 Mrd. Livres zurückzahlen,

die Frankreich zu Amerikas Unabhängigkeit beitrug.

Schamlos.

Aber so sind die Amerikaner.

Du hast noch keinen Kontrolleur der Finanzen ernannt.

Dadurch ist der Markt sprunghaft. Deshalb…

würde ich mich vorübergehend

als dein Wirtschaftsberater anbieten.

Entschuldige. Du?

Ich möchte der Krone dienen.

Du möchtest Zugang zu meinem Geld haben, um deine Schulden zu bezahlen.

Kümmere dich um deinen Haushalt.

Überlass die Wirtschaft mir.

Du kannst nicht alles selbst machen.

Oh, diese Kälte!

Wohin ich mich auch drehe, überall steht jemand und bettelt.

Ich wette, der Sultan hat diese Probleme nicht.

Der Hof in Konstantinopel ist noch gieriger als Versailles.

Dafür genießt der Sultan einen wärmeren Winter.

Hat Provence recht damit, dass die Märkte nervös sind?

Die Geldgeber sind besorgt, dass ein fehlender Finanzkontrolleur

auf ein Steuerproblem hindeuten könnte.

Wir haben also keine Zeit mehr.

Ja.

Wer kann ein Geheimnis bewahren, das Frankreich zerstören könnte?

HERZOG DER FEIGHEIT

Eure Verehrer haben Eure Mauern dekoriert.

Hilfreich wäre, wenn Versailles keine Lügen mehr über mich verbreitet.

Ich mache das nicht.

Ich spreche nur in den höchsten Tönen von Euch, Cousin.

Felicité, wir haben Besuch.

Wie schön, Euch zu sehen, Provence.

Sagen Sie das Ihren Knien. Die machen nämlich keinen Knicks.

Sie sind der wunderlichen Ansicht, dass Männer und Frauen gleich sind.

-Wahrlich wunderlich. -Beeilt euch, Philippe.

Ich möchte dir mein neues Kapitel vorlesen.

-Sie ist unerträglich. -Darin unterscheiden wir uns.

-Ich liebe Frauen, die klüger sind. -Deshalb ist Euer Bett nie leer.

-Nun, was gibt's Neues in Versailles? -Er ist unfähig, zu entscheiden.

Er hat noch keinen Finanzkontrolleur.

Dennoch hat er entschieden, meine Bitten abzulehnen.

Er gestattet mir nicht, die Arkaden zu erweitern.

Man muss sagen, Ihr habt das Palais Royal in eine Lasterhöhle verwandelt.

Bei Hofe nennt man Euch scherzhaft den "Ladeninhaber".

-"Bordellinhaber" wäre passender. -Der Hof schloss mich aus.

-Wie soll ich für die Kinder sorgen? -Und die dazugehörigen Mütter.

Wo ist Eure offizielle Frau gerade? Ich hab die Gute ewig nicht gesehen.

Auf dem Land.

Noch beleidigt, weil Ihr ihre Mitgift mit Huren durchbringt?

Wie kleinlich. Aber macht nichts.

Die Welt und Eure Frau denken, Ihr seid ein Libertin und Feigling.

Was macht das schon? Ihr gehört zu den reichsten Männern Frankreichs.

Der Ruf ist alles, lieber Cousin.

Dank unseres ruhmreichen Königs ist meiner dahin.

Villette.

Pack deinen Schwanz weg und hilf mir aus dem Cape.

Du kommst spät.

Fünf Minuten eher hätte ich dich mit dem Bäcker erwischt.

Ich muss auch essen. Ich habe keine Kunden, und meine Tinte ist gefroren.

-Womit zahlte er für sein Vergnügen? -Mit Brot.

-Hier! -Im Ernst?

-Dein Wert bemisst sich in Kuchen. -Danke.

-Hast du etwas bekommen? -Ja.

Frisch aus der Tasche der Favoritin. Bücher…

-Wo ist das Anzündholz? -Ist das alles?

Meine Finger waren taub. Ich gehe morgen noch mal.

Wir kommen auch anders an ihr Geld. Mit vorgetäuschter Wohltätigkeit.

"Spendet Ihr für die armen, gefallenen Frauen?"

Das kannst du auch in Paris tun.

-Was ist so besonders an Versailles? -Das Leben.

Gib mir mal die Bücher. Wir beginnen mit Voltaire.

Der brennt langsamer.

"Das Schicksal zog zwar eine Grenze zwischen uns,

doch es kann nicht verhindern, dass ich immerzu an dich denke.

Ich verliere mich in Gedanken an dich.

Diese verbotenen Briefe

sind mein Trost,

mein Vergehen,

mein Vergnügen."

Guten Morgen, Eure Majestät.

Guten Morgen, Eure Majestät.

-Was ist das alles? -Geschenke, Eure Majestät.

Von einem Bewunderer.

Wie schön!

-Ist ein Schreiben dabei? -In der Tat.

"Diamanten für die zarten Ohren,

die meine achtlosen Worte verletzten.

Rosen in der Farbe meines reuevollen Errötens

und meiner Kardinalsroben."

-Die Geschenke sind von Rohan? -Von wem sonst?

Er denkt, ich bin käuflich.

Er hat Yolande beleidigt,

und nun schickt er mir Geschenke.

-Geschenke! -Ich höre deinen Klagen gern zu.

-Doch ich muss regieren. -Wieso wollen die Privilegierten

immer noch mehr von uns?

Willkommen in Versailles.

Du bist der König.

Ändere es.

Wir könnten

ein paar Beförderungen vornehmen.

Die Pensionen erhöhen.

Wir zeigen den privilegierten Familien,

dass wir ein modernes Regime sind

und treue Dienste mehr wert sind, als adlige Abstammung.

Mein Stallmeister.

Er war immer sehr loyal.

Er soll eine große Pension bekommen.

-Und Claudine. -Ja.

-Sie kocht seit Kindertagen für dich. -Genau.

Und was ist mit der Gouvernante der Kinder?

Wieso empören sich alle über dieses Buch? Ich finde es harmlos.

Bei Ausschweifungen habt ihr Polignacs die Latte hochgelegt.

Oder vielleicht hast du, Calonne, ein sehr ödes Leben.

-Verdoppeln oder nichts? -Abgemacht.

-Wie zur Hölle… -Geometrie, Physik und Scharfsinn.

Ich bekomme 20.000 Livres.

Zusammen mit nicht beglichenen Verlusten und Zinsen

schuldest du mir 81.426.

-Wie bitte? -Ich habe aufgerundet.

Hier. Eine Anzahlung.

Entschuldige mal! Das hat meiner Mutter gehört.

-Du trägst es doch nie. -Darum geht es nicht.

Gütiger Himmel! Ich bin zum Herzog ernannt worden.

Herzogin de Polignac?

Danke!

Ich danke Euch.

Ich würde Euch küssen, aber eine Herzogin darf das nicht.

Die Königin und ich möchten

den Hof daran erinnern, dass man für treue Dienste einen Rang erwirbt,

-nicht nur durch Geburt. -Du bist eine treue Freundin.

Und eine hingebungsvolle Gouvernante.

Dafür bekommst du den höchsten Titel des Landes.

-Das wird dem Hof nicht gefallen. -Darum geht es ja.

Was machen Sie da?

Wer sind Sie?

Gräfin Jeanne de Valois.

Es ist mir eine Ehre.

Wenn Sie aus dem Königshaus Valois sind,

wieso kennen wir Sie dann nicht?

Ich bin nie in Versailles. Zu viele Leute hier, die um Gefallen bitten.

Und doch sind Sie jetzt hier.

Ja, aber nicht meinetwegen.

Ich sammle Spenden für die armen, gefallenen Frauen.

Elende Kreaturen, besudelt von den Männern.

-Männer sind solch rohe Kerle. -Adelaide!

-Finden Sie nicht? -Oh ja.

Frauen sollten es besser wissen und sich nicht von ihnen täuschen lassen.

Ihr glaubt nicht, was die Königin getan hat. Kommt.

Meinen Glückwunsch, Herzogin.

-Seid gegrüßt, Herzogin. -Vielen Dank.

Früher bezeichnete ein solcher Titel eine Person von Format.

Heute eine Bürgerliche, die sich nach oben gevögelt hat.

Ihr habt es verdient.

Vielen Dank. Und vielen Dank auch der Königin.

Diese Frau hat Ihre Majestät mit einem Zauber belegt.

Keine Verzauberung hält ewig.

Eines Tages wird die Königin erwachen

und die Polignac so sehen, wie sie wirklich ist.

Die Polignacs kommen zu Herzogwürden, ich nicht mal in den Rat des Königs.

-Sie haben ihre Mutter beleidigt. -Das war ein Witz.

Die Österreicher kennen keinen Humor.

Wenn sie erwartet, dass ich mich verbeuge,

hat sie sich geschnitten.

Majestät.

Herzog und Herzogin Polignac.

Der Herzog von Chartres.

Er reitet hier manchmal aus. Vielleicht vermisst er es. Lasst ihn.

Lasst ihn betrachten, was er verloren hat.

Vaudreuil? Was ist passiert?

-Es geht mir gut. -Das hatte er im Mund.

Seinen Vertrag mit dem Geldleiher Saint James.

Da ihr jetzt das Herzogtum habt, will er sein Geld.

Von Toten bekommt er nichts.

Nun, Vaudreuils Schulden sterben nicht mit ihm. Sie gehen an Jules.

Wir haben nicht so viel Geld.

-Frag doch die Königin. -Nach 3 Mio. Livres?

-Du hast keine Wahl. -Oh doch!

Ich habe mich jahrelang erniedrigt, damit ihr beide es bequem habt.

-Damit ist Schluss. -Sie werden mich töten.

Und dann ihn.

-Bring ihn zu seiner Familie. -Was? Nach Saint Domingue?

Brecht während des Festes heute auf, das merkt so schnell keiner.

-Es ist höllisch dort. -Nur, bis die Schulden bezahlt sind.

Wie denn? Du willst die Königin nicht fragen.

Der König sucht noch eine Mätresse. Die Du Barry wurde reich.

Er sucht auch einen Kontrolleur der Finanzen.

-Dafür bist du nicht qualifiziert. -Aber du bist es.

Zahl die Schulden aus der Staatskasse.

-Wie? Aus der Schatzkammer stehlen? -Du bist nicht der Erste.

Der König hat alle Bewerber für den Posten abgelehnt.

-Wieso sollte er mich nehmen? -Überlass das mir.

Packt eure Sachen.

Herzogin, ich…

Ich habe Sie nicht bemerkt.

Ich sehe abends immer nach den Kindern.

Ich auch.

Aber wir sind uns noch nie hier begegnet.

Wenn er quengelig ist, kaut er gern hierauf herum.

-Sie sind eine gute Gouvernante. -Ihr seid ein guter Vater.

Die Menschen interessiert eher meine Eignung als König.

Ich muss gehen.

Ich habe dieser Tage so wenig Zeit.

Ihr hättet mehr freie Zeit, würdet Ihr einen Finanzkontrolleur ernennen.

Das steht Ihnen nicht zu, Herzogin.

Ich komme zu den Kindern, um der Politik zu entfliehen.

-Ist diese Kette nicht hinreißend? -Ja.

-So hübsch. -Ganz reizend.

Kein Schmuck. Es ist nur ein kleines Fest mit Yolande.

Danke, dass du dich wegen ihrer Beförderung nicht so anstellst.

-Zum Glück bist du nicht neidisch. -Wieso sollte ich neidisch sein?

Ich bin eine Prinzessin.

Ich werde immer über einer Herzogin stehen.

Ich belohne Treue.

-Sie ist treu. -Das ist sie gewiss.

-Bin ich Finanzkontrolleur? -Noch nicht.

-Haben Vaudreuil und Jules gepackt? -Sie sind weg.

Weg? Ohne sich zu verabschieden?

Sie nutzten die Gelegenheit, als die Luft rein war.

Lass mich allein.

Ich dachte, nur du und ich wären hier. Was…

-Was ist das hier? -Ein kleines Fest.

Nur ein paar Freunde.

Rohan?

-Du hast Rohan eingeladen? -Er hat sich selbst eingeladen.

-Ich möchte gehen. -Dann bis morgen.

Ich möchte, dass du mit mir kommst.

Geh und ruh dich aus.

Schreib vielleicht einen Brief mit Zitronensaft. Das tut dir immer gut.

Du riskierst es, undankbar zu erscheinen.

Herzogin.

Alles, was ich habe, gabt Ihr mir freiwillig.

Ihr hattet Eure Gründe dafür. Ich bin Euch nichts schuldig.

Villette?

Ja?

Ich sah neulich den Hofjuwelier.

Er trug einen Schmuckkasten, so groß wie ein Wagen.

Lass mich raten. Darin war ein Diamanthalsband.

-Wieso nicht? -Weil es nicht existiert.

Wieso etwas machen, das sich keiner leisten kann?

Weil der alte König es beauftragte. Er starb, ehe er es bezahlen konnte.

Ist das dein Fuß oder ein Eisbrocken? Nimm ihn weg.

Ich breche in die Privatgemächer der Königin ein.

Wo sonst niemand hinkommt.

Wo sie wirklich lebt.

In einem Zimmer, das mit Rubinen verziert ist.

Wo sie ihren Schmuck unter dem Bett versteckt.

Du kommst niemals an der Wache vorbei.

Ach, bitte. Wir brechen im Morgengrauen auf.

Eines Tages wirst du zu weit gehen, Jeanne.

Antoinette!

Ich war grausam zu dir. Es tut mir leid.

Ich habe dir alles gegeben.

Du gibst mir nicht einmal deine Freundschaft.

Mir steht der Sinn danach, dich zu entlassen.

Ich war aufgebracht. Ja? Vaudreuil und Jules sind weg.

Sie sind während des Festes aufgebrochen.

Sie wollen nach Saint Domingue, wegen Vaudreuils Schulden.

Was ist passiert?

Er hat alles verspielt, sein Erbe, unsere Pensionen.

Er hätte auch das Einkommen aus dem neuen Herzogtum verspielt.

Antoinette.

Es tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen.

Ich verdiene deinen Ärger und verstehe es, wenn du mich entlässt.

Ich könnte dich nie gehen lassen.

Antoinette, ich bin so froh, dass ich deine Freundin bin.

So froh.

Aber ich kann nicht dein Ein und Alles sein.

-Kannst du. -Kann ich nicht.

-Kannst du. -Nein. Nur einer kann das sein.

Er ist nicht hier, aber er wird bald kommen.

Kapitän Fersens Regiment stach vor zwei Monaten in der Karibik in See.

Dein schwedischer Soldat kommt nach Hause.

-Wie war das Fest? -Ich hörte, es war ganz reizend.

Das war es.

Oh Gott!

Bitte, helfen Sie dem Mann.

-Man soll einen Arzt holen! -Zu Hilfe! Hilfe!

Er ist besessen. Der Teufel ist in ihn gefahren.

Wachen! Wachen!

Lassen Sie den Mann in Ruhe!

-Was soll ich tun? -Holen Sie einen Arzt!

Ja, sofort.

Das wird wieder. Gleich kommt Hilfe.

Nein.

Nein!

Nein, nein, nein.

Nein!

Nein…

Die Gemächer sind anders als der Rest, klein und friedlich.

Ich habe den Tagesraum sofort gefunden.

-Sind die Wände voller Rubine? -Nein. Aber ich fand Briefpapier,

einen singenden Vogel aus Metall und das hier.

Die Zeichnung des Juweliers für das Diamanthalsband. Es existiert.

Gräfin De Valois.

Mist. Lächle.

Madame Victoire.

Darf ich vorstellen? Vater Loth.

-Er unterstützt gefallene Frauen. -Madame.

Ihr Problem ist,

dass hier niemand etwas ohne eine Gegenleistung gibt.

Ich dachte mir,

wenn Sie vielleicht eine bedeutende Schutzherrin hätten,

würden die Höflinge um ihrer Gunst willen etwas spenden.

Sie sind so klug.

Doch wo finde ich eine?

Die Königin unterstützt des Öfteren gewagte Anliegen.

Schreiben Sie ihr und fragen Sie sie.

Was für eine wunderbare Idee!

Eine kleine Spende für Ihr Anliegen.

An Fersen? Aber… alles, was Ihr schickt, wird abgefangen.

Ja, deshalb schicke ich sie nicht ab, und ich…

schreibe sie mit Zitronensaft und bewahre sie hier drin auf.

-Käme Eure Liaison ans Licht… -Liaison?

Ich habe ihn nicht mehr gesehen, seit…

Louis ihn vor drei Jahren in den Krieg schickte.

Bitte, finden Sie einfach den Dieb.

Und die Briefe.

Wie stehe ich sonst da?

Weiß sonst jemand von den Briefen?

-Natürlich nicht. -Nicht einmal Yolande?

Nein.

Gehen Sie hinein.

Sagen Sie… Sagen Sie Yolande,

sie soll sofort kommen.

Dummkopf!

Um Figaro falsch zu zitieren:

Ich war so dreist, eine Komödie zu schreiben.

Doch die Zensur fand sie gar nicht lustig.

Na schön. Meinetwegen.

Aber dank Ihnen, lieber Herzog, und Ihren

tüchtigen Druckerpressen

kann mein kleines Stück doch noch sein Publikum finden.

Also stoßen wir an auf "Figaro",

auf den Herzog von Chartres

und auf das fabelhafte, freie Palais Royal.

Zum Wohl!

-Was ist hier los? -Eine kleine Zusammenkunft.

Was macht Lafayette hier?

Und Saint Georges? Ich dachte, den wären wir los.

Mein Vater holte ihn aus London zurück, als Hofkapellmeister.

-Gott, sie kommen her. -Provence!

-Wir redeten gerade über Politik. -Natürlich.

-Wer ist aufgeklärter? -Die amerikanische Demokratie.

Die britische konstitutionelle Monarchie.

London ist die liberalste Stadt der Welt.

Wenn es solch ein Utopia ist, dann verziehen Sie sich doch dahin.

Das beste System ist die Monarchie von Gottesgnaden.

Unser Problem ist der Idiot auf dem Thron.

Den werden wir nicht los, es sei denn, wir enthaupten ihn.

Seid vorsichtig, mit wem Ihr Euch umgebt.

Ihr mögt ausgestoßen sein, doch Ihr seid nicht außer Reichweite.

Den wären wir los. Jetzt können wir von unserer tollen Idee erzählen.

Wir wollen Louis überreden, "Figaro" aufführen zu lassen.

Darf ich eine Rolle übernehmen?

Wieso sollte der König ein Stück genehmigen, in dem

die niederen Stände sich verschwören?

Weil er ein Narr ist. Und eine Frau hat, die das Theater liebt.

Man könnte sie gar überreden, die Hauptrolle zu spielen.

Meine Liebe, du bist ein Ausbund an Niederträchtigkeit.

Hier der Plan. Der König geht jeden Abend zu seinen Kindern, und heute

begegnet er beim Weggehen auf dem Flur dir.

-Ja, und was mache ich da? -Irgendetwas Normales.

Ich tue überrascht und stelle dich dem König vor,

und du bietest dich als Finanzkontrolleur an.

Kann ich nicht einfach…

Vermassel es nicht.

Bereit?

Ich bin bereit.

Sie ist nicht verfügbar.

Was heißt, sie ist nicht verfügbar?

Und hier gesellt sich noch einer zu der Schlacht.

Es ist ihre Aufgabe, verfügbar zu sein.

Wo ist sie?

Wo ist sie? Wo ist sie?

-Nein! Nein! -Eure Hoheit.

Drei Minuten. Lassen Sie mich in Ruhe!

Nein, nein, nein…

Nein, nein.

Nein.

-Ich danke Ihnen, Gouvernante. -Selbstverständlich. Kein Problem.

Eure Majestät.

Soll ich eine aussuchen?

Wenn Ihr möchtet. Aber ich errate sie nicht.

Ich bin kein Zauberer, nur ungeschickt.

Zumindest sind Sie ehrlich.

Majestät, darf ich vorstellen?

Alexandre de Calonne. Graf von Hanonville.

Ich kam kürzlich aus Lille zurück.

Ich diente dort Eurer Majestät als Verwalter.

Lille?

Sie…

Sie haben dort die Einnahmen erhöht.

Vielleicht sind Sie doch ein Zauberer.

Ein Finanzier und ein Zauberer haben eines gemeinsam.

Beide führen durch Ablenkung und Verschleierung Ergebnisse herbei.

Und…

ist Verschleierung falsch?

Meiner Meinung nach ist Optimismus bezüglich der Märkte unerlässlich.

Selbst wenn er vorgetäuscht ist.

Begleiten Sie mich. Herzogin, schließen Sie sich uns an.

Antoinette!

Antoinette!

Hilfe!

Wir sind zerrissen zwischen höchster

Produktivität im Inland und internationalem Handel.

Doch der Kommerz ist der Tiger, den es zu zähmen gilt.

Eine Hausfrau muss nur Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht halten.

Ein Finanzminister muss für Wachstum sorgen.

Bitte, schenken Sie sich nach.

Er hat Talent, steht aber den Polignacs nahe.

Er wird nicht beliebt sein.

Damit könnte ich leben.

Eure Majestät, es geht um die Königin. Es ist dringlich.

Sie sagten, es sei ein Mädchen gewesen.

Madame Royale wollte eine Schwester.

Wichtig ist jetzt, dass die Königin sich erholt.

Sie wird Sie brauchen.

Ich werde nicht von ihrer Seite weichen.

Ich habe Sie gesehen.

Sollte…

Sollte sie daran sterben,

-werden Sie ihre Mörderin sein. -Was wird das?

Sie lag in einem ungenutzten Flur.

-Was Sie auch sahen, Sie irren sich. -Sie Lügnerin!

Dann sagen Sie es ihr.

Sehen wir, wem sie glaubt, Ihnen oder mir.

Diese Nacht werde ich nie vergessen.

Und Ihren Anteil daran.

Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, werde ich es ihr sagen.

Und sie wird mir glauben.

-Nehmen Sie Platz. -Ich habe von der Königin gehört.

Ich las Ihren Bericht aus Lille.

Sehr beeindruckend.

Ich werde Ihre Ernennung augenblicklich bekanntgeben.

Vergennes! Führen Sie den Kontrolleur der Finanzen in sein Büro.

Und geben Sie ihm alle Informationen, die er benötigt.

Danke, Eure Majestät.

Danken Sie der Herzogin von Polignac. Ihr Plan ging auf.

-Ich verstehe nicht… -Sie hat Sie vorgeschlagen.

Der Hof mag Zweifel an ihren Beweggründen haben, ich nicht.

Das Finanzzimmer.

Ach, ein Andenken.

Vom Sultan.

Mit diesem Werk dürften Sie vertraut sein.

Ein Klassiker. Monsieur Necker war unser bester Schatzkanzler.

In vier Jahren Krieg erhöhte er keine Steuern,

und nach dem Ende erwirtschafteten wir sogar einen Überschuss.

Necker hat gelogen.

Er finanzierte den Krieg mit geheimen Darlehen,

wodurch Frankreich 110 Millionen Livres Schulden hat.

-Aber der Überschuss? -Der war erfunden.

Jeder erwirtschaftete Sol geht in Zinszahlungen,

und so leihen wir weiter Geld für lebensnotwendige Güter.

Und die Zinsen steigen.

Ein teuflischer Teufelskreis.

-Wer weiß davon? -Er, der König, ich

und jetzt Sie.

Wir müssen das geheim halten, es darf niemals herauskommen.

Sonst geht Frankreich unter.

Aber Sie sind unser Rettungsboot.

Nochmals meinen Glückwunsch.

-Ich habe nachgedacht. -Oh je.

Mit dieser Spende könnten wir auf dem Land neu beginnen.

Wir hätten ein gutes Leben dort.

Und ein besseres in Versailles, wenn wir die Kette hätten.

Du bist ja besessen davon.

Wo bleibt dein Ehrgeiz?

Ich hätte dich da lassen sollen, wo ich dich fand,

wo du dich billig verkauft hast, in der Rue de Damiette.

-Du weißt nicht, wo die Kette ist. -Doch!

Sie war in Versailles, doch die Königin erwarb sie nicht.

Nun wird sie in Boehmers Tresoren bewacht,

bis er einen neuen Käufer hat.

Nur Marie Antoinette könnte sie sich leisten, und sie will sie gar nicht.

Woher will man wissen, was sie will?

Sie ist entweder im Petit Trianon,

versteckt sich in ihren Gemächern oder gebiert Babys.

Nur eine Handvoll Menschen reden mit ihr, kennen ihre Wünsche aber nicht.

Oder ihre…

Kaufgewohnheiten.

So werden wir die Kette stehlen.

Wir sagen dem Juwelier, die Königin wolle sie kaufen.

Selbst wenn man uns schnappt, wird man sie beschuldigen.

Das ergibt doch keinen Sinn! Warte, wo willst du hin?

Ich muss Tinte kaufen, damit du Dokumente für mich fälschen kannst.

-Ich verstehe das nicht. -Nicht nötig. Genieß es einfach.

Wieso warst du nicht bei mir, als ich blutend dalag?

Niemand hat mich geholt.

Das hätte nicht nötig sein müssen.

Dein Platz ist an meiner Seite.

Immer.

Ich habe nach dir gesucht.

Meine geheimen Briefe wurden gestohlen.

Ich?

Antoinette, ich…

würde so etwas Gemeines niemals tun.

Die Briefe sind dein ganzes Glück. Das könnte ich nicht tun.

Immerhin war es kein Junge.

Ein Mädchen wäre meine Freundin gewesen.

Ich brauche jede, die ich bekommen kann.

Fersen wird bald hier sein.

Darauf kannst du dich doch freuen.

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