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Kommst du nur mit oder nicht?
Eigentlich reicht's doch, wenn ich so früh
raus muss. Hab nullte H.
Jetzt spinnst du aber. Nicht mehr im
Kreis.
Ein Jahr rede ich schon. Sie sollen die
Auswahl nach hinten legen. Zwei Jahre
Ratz müsste man fragen.
Tschüss,
Elisabeth. Was ist
noch? Du meinst wirklich, der Tadel
war ungerecht? Mutti meint es auch.
Übersetzen. Kaplos, Puschkin? Verstanden,
Herr Boltenhagen. Es ist schon
viel für sich tabarisch. Eine Vier.
Wo jetzt?
Ha?
Giorga. Herr Geler? Eine deutsche Fünf.
Rosisch liegt bei mich.
Willst du nicht russisch? Willst du nicht?
Sprache hat etwas mit Haltung zu tun.
Ein Englischgeler ist übrigens genauso
beschissen tut wie in einem Flaklat.
Übersetzen. Ich kann euch so passen.
Danilo. Eine Eins, wie immer.
Jemand von euch einen Tintenkiller?
Ich habe Anordnung, einen Tadel zu
löschen.
Nun denn, im Namen
des Vaters,
amen.
Ho, Elizabeth.
Das Kleid ist unpassend. Vater hat mich
gern gesehen in Kleid.
Trotzdem.
No, no shooting
for the golden right.
Genossin Haug, liebe Elisabeth.
Ich hoffe, ihr gestattet mir zu diesem
tragischen Anlass ein paar Worte.
Wir alle haben einen schmerzlichen Verlust
erlitten. Wir alle.
Mitten aus seiner erfolgreichen Tätigkeit.
Unermüdlich also und einsatzbereit,
wie es unser Genosse Martin Haught immer
war.
Man konnte ihn treffen oder anrufen, zu
jeder Tages und Nachtzeit. Er war immer
zur Stelle,
einsatzbereit, aktiv also, ohne Müdigkeit
jedenfalls. Wir werden ihn und seine
aufopferungsvolle Arbeit für unseren
Kreis,
19 Jahre immerhin, nie vergessen
und stets in Ehren halten.
Und den folgenden Generationen.
Also als Vorbild.
So kann man das alles nicht sagen. So
nicht.
Ich trinke auf Martin.
Ich habe meinen Bruder Peter gesehen.
Peter habe ich gesehen.
Was ist mit Peter gewesen?
Mein Vater war manchmal zu gerecht.
Gerecht kann nur gerecht sein.
Willst du den hängen lassen?
Stört er die?
Vielleicht hast du mich das letzte Mal.
Zwei Jahre reden wir schon wegen dieser
scheiß Ausfahrt.
Wie viele mal hast du dich eigentlich
mitgenommen? Wieso? Nur so.
Manchmal, wo du noch kleiner
warst, öfter. Du kannst
gesehen,
gesehen.
Nun, die Inschrift, meine Damen. Die muss
natürlich in den Stein hineinkomponiert
sein. Ein Kunstwerk sozusagen. Wie lang
soll der Text sein?
Es könnte vielleicht an ein
Familienbegräbnis gedacht sein. Bei der
Größe. Und die Dame, Gott behüte,
natürlich. Könnte gewissermaßen. Nein,
solo also. Na dann. Der Text. Jetzt bitte
einen Spruch. Vielleicht etwas Religiöses?
Nein. Auch weltlich ist es dabei. Die
letzten beiden Seiten. Auch Parteiliches?
Nein, nur der Name. Schlicht und schlicht
finde ich besser. Die Zeiten ändern sich,
und mancher Spruch ist nachher peinlich.
Martin Hauk heißt mein Vater.
Vornamen hat er mehrere.
Josef. Josef hieß er noch. So hieß er nie
Josef. Martin Haug nicht sonst.
Und Dippelö. Davor den Titel
Diplomökonomie. Mein Mann hat sich sehr
gefreut, als er das Diplom bekam.
Fünf Jahre Fernstudium.
War ja kein junger Mann mehr.
Er hatte arbeiten müssen in der Zeit.
Und hatte ja
nur Schmied gelacht. Also, meine Damen,
wir hatten uns geeinigt. Ausgeschriebener
Titel, vor und Zunahme pur, Geburtstag und
Datum des Abscheidens ebenfalls pur. Ohne
Sternkreuz. Bitte sehr. Doch nun die
Frage, welche Schriftart? Vergoldet.
Bei entsprechender Materialabgabe,
versteht sich. Man kann ja die Ehre mein
Meisterstück. Sandstein. Kein
grabmalender.
Ja, ich wollte auch mal höher hinaus zur
Kunst. Aber die Konkurrenz dort. Der
Bildhauer. Neid. Diese Mafia in Berlin.
Das ist eine ehemalige Jugendmeisterin der
Ostzone. Kennen sie nicht, was? Eine Braut
von mir auch schon tot.
Schade drum. Kann du auf dem Sport
abstehen.
Die Blümchen soll wieder in die Gärtnerei.
Wo soll der Martin hin? Das weiß ich auch
nicht.
Genosse Schüttler bittet um
Entschuldigung. Es tut ihm aufrichtig
leid. Er wird sich etwas verspäten.
Genosse Schüttler hat die persönlichen
Sachen zurechtlegen lassen. Von ihrem
Mann.
Wo ist Rosi? Genossin Buchholz ist
krank.
Hübsch, nicht? Ja, ist nur von mir.
Kann ich reingehen?
Rates. Kreissekretariat Schüttler.
Genosse Schüttler ist auf dem Bezirk.
Tut mir leid, heute nicht mehr. Genosse
Schüttler muss in einer Stunde zum Büro
der Kreisleitung.
Der Nachfolger von ihrem Mann zu sein.
Genossin Hauk schwer. Bitte.
Ich werde mir große Mühe geben müssen.
Tee für uns. Und ich möchte nicht gestört
werden.
Sie trinken doch Tee?
Wir haben dreiig Minuten Zeit, Genosse.
Ha?
Ich will das Bild haben. Das Foto von der
roten Wand.
Na, willst du reinkommen?
Ich bin wegen Peter hier. So?
Er ist wohl wichtig für dich. Ja,
für mich ist er wichtig.
Man hatte ihn vom Unteroffizier zum
Gefreiten befördert. Zwei Stufen abwärts.
Muss ein dicker Hund gelaufen sein damals.
Wie dick war der Mann? Und wenn ich's
wüsste? Vielleicht sagt er dir's selber
mal. Es soll kein zweierlei Maß geben.
Eins für meinen Sohn und eins für den Sohn
des anderen. Hat dein Vater gesagt.
Ratsvorsitzender des Kreises. Immerhin.
Bei deinem Bruder hat er das noch gesagt.
Kein Tipp. Schwen bloß noch die
Gartenzwerge.
Jetzt wirklich schön hier? Wie lange noch?
Erlaubst du? Seit wann bist du denn so
förmlich? Wenn du irgendwas
brauchst, elvira. Was soll ich schon
brauchen?
Betty hat sich das Bild vom Treppenhaus
mitgenommen. Das Foto von Martin. Es hängt
jetzt in ihrem Zimmer.
Apropos, wie lange noch? Und Schüttler
setzt uns raus. Von heute auf morgen
möglicherweise. Das hat er bestimmt nicht
gesagt. Nein, so hat er es nicht gesagt.
Nicht so direkt. Aber ich hab's so
verstanden. Es setzt sich hier niemand
raus, Elvira. Auch Schüttler nicht, das
verspreche ich dir. Und erst recht nicht
von heute auf morgen. Du formulierst
ungenau, Ludwig. Ich formuliere gar nicht,
Elvira. 25 Jahre habe ich.
Habe ich Martin den Rücken freigehalten
für seine Arbeit. Können wenigstens
etwas warten. Dann sitze ich immer auf
dem Fußboden rum.
Geschlafen. Bitte entschuldige.
Sag mal, Elvia,
willst du nicht wieder arbeiten?
Ja, ich habe schon dran gedacht.
Aber später.
Ich hab so viele Funktionen, die kann ich
nicht alle abgeben auf einmal.
Einverstanden. Aber davon kann man doch
nicht leben. Du warst doch eine
prachtvolle Sekretärin beim Martin, vor
dem Standesamt. Ludwig, das sind 100 Jahre
her. Könntest du
erst mal halbtags anfangen? Staatsapparat
unter Schüttler. Ne,
Ludwig, nicht als Sekretärin.
Gut, dann im Parteiapparat. Alle Genossen
kennen dich. Du kennst alle Genossen.
Sachbearbeiterin, Referentin. Elvira, die
suchen wir wie Gold im Sand. Könntest
Abteilungsleiterin werden, wo du auch
bist. Etwas Schulung. Direktor irgendeines
kleinen Objektes. Für den Anfang. Danach
ist mehr drin.
Und den der Kulturbund besucht. Auch einen
politischen Mitarbeiter. Ach, und Dame
Schütt. Ludwig. Aber ich doch
nicht. Warum nicht? Halt dich
raus.
Vati ist nicht mehr aufstehen.
Ich gratuliere dir.
Sieh mal,
die neuen Socken hier.
Und den Rekorder da.
Hat dir Papa geschenkt.
Kannst mal sehen, wie jeder
an dich denkt.
Aufstehen.
Mach und beeile dich.
Frühstück steht auf
dem Küchentisch. Und hol die
Torten ab. Ich muss noch zum Friseur,
weil abends Gäste kommen. Ich schaff
es sonst nicht mehr.
Ich hab heute Geburtstag.
Heute hab ich Geburtstag.
Hallo. Hi.
Es tut mir leid, Betty. Wegen deinem
Vater.
Als ob Trauer eine ansteckende Krankheit
ist. Mara, mach Quatsch.
Man redet über mich wie. Nö, die reden
nicht, die knutschen.
Kinder, Streichbähne an der Hand. Kannst
du durchziehen, so viel wie du willst.
Küss mich. Vor lauter Dampf kippst du ab.
Gottchen, wenn ich Luft hole, liegst du
doch flach. Hinfliegen. Ach, sie da,
das blasse Blümchen.
Gehörst du nicht zu dem, der neulich den
Abgang gemacht hat? So plötzlich und
unerwartet?
Dann war es also dein Alter, der auf
unsere Einnahmen so dämliche Antworten
geschrieben hat. Wir hätten ja
mal tauschen können mit unserem Leben.
Der Dienstwagen ist doch nur abgeschafft.
Und die Dame muss zur Schule tippeln. Na,
schönen Abend noch.
Miststück.
Stefan ist der Knabe. Stefan Harnisch,
b. Aus der Kollwitzschule. Weiß ich doch.
Ach, heute achte sollte
achte ganz schön lange.
Stabi ist ein einziger Scheiß bei der
Schmitten. Immer wenn man sich mal so
richtig streiten will, ist man gleich der
Klassenfeind. Streit? Nur so schimpfen hab
ich. Was ist denn da der Unterschied zu?
Streiten braucht man mit meinem Geber. Da
hat er recht. Herr Stabi wäre für euch nur
politischer Müllablageplatz. Jeder darf
abkippen. Wieso?
Na so. Dafür sind sie auch genossen.
Stimmt. Eins Tag.
Wortgabe, Konjugation von Verben,
Präsens, Wiederholung. Fatima.
Elisabeth, bitte.
Ja? Fatnimajus Tür.
Das ist doch unfair.
Naja, ist doch unfair. Gleich am ersten
Tag. Eine Linie
schlägt man nicht. Elisabeth ist doch
keine liegende, oder?
Tja, Väterchen ist nicht mehr Knaller.
Ich bin Elisabeth Haug. Ja, und lässt
du mich rein, bin ich
zu Hause. Erste ist nicht für sie.
Mann, was soll denn das? Keine Manieren.
Ja, hau bloß auf. Weg da. Nicht auf.
Komm, auf, mein Kleiner.
Von dem Haug.
Sehr angenehm.
Ich war mal leer, müssen sie wissen.
Und da ist dann mein Mann. Das reicht.
Komm, mach den Kleinen, ja?
Warum ist er hier?
Du wolltest tauschen.
Unser Leben wolltest du tauschen.
Nun,
du wolltest über meinen Vater sprechen.
So, wollte ich das.
Ich will wissen, was er dir getan hat.
Für Väter redet man nicht. Die werden
geliebt. Oder sie sind einen gleichgültig.
Gleichgültig? Weißt du, es ist mir zu
einfach. Die Eingaben an deine Alten.
Da ging es nicht um ne andere Wohnung.
Wir vermieten und verdienen.
Da ging es um meine Mutter.
Sie wollte unbedingt via Lehre sein.
Jetzt macht's ein Putz. Wisst ihr, was du
heißt? Elisabeth lässt
sich träumen.
Sie wollen schon gehen? Ich wollte sie
doch zum Kaffee einladen. Tut mir leid.
Richten sie schöne Grüße aus an Ihren
Herrn Vater. Unbekannterweise. Und ob er
nicht vielleicht doch. Hau endlich ab.
Vielleicht hat ihr Herr Vater doch die
Möglichkeit.
Wie du so da sitzt. Wie denn?
Elisabeth,
du hast mir nie erzählt, dass du mal
Sekretärin gewesen bist. Früher bei Vati.
Hast mich nie gefragt.
Er hat sie als Lehrerin aus dem
Schuldienst gefeuert. Mein Vater, wenn du
so willst.
Hast du gesehen? Entlassen hat
sie der Kreisschulrat. Dein Vater hat das
nur bestätigt. Dasselbe.
Reg doch so wieder gerade. Onkel Ludwig.
Du bist doch die Partei. Du redest schon
mit deiner Mutter. Sie musste
schon als Direktorin abgelöst werden. Vor
fünf Jahren. Aber das hat ihr dein Macker
nicht erzählt. Der Mann hatte
sich abgesetzt. Ist drüben hängen
geblieben. Der Auslandskader. Da ist
nichts. Gerade zurück von einer Partei,
nicht? Und wer
Trinker ist, aus welchen Gründen auch
immer, kann nicht Lehrer bleiben. Und wer
in Mann im Westen natürlich nicht.
Und das weiß jeder, der solchen Posten
übernimmt. Das gehört dazu. Warum gehört
es dazu?
Weil das was mit Verantwortung zu tun hat.
Und mit Vertrauen.
Und wenn's dich erwischte, Onkel Ludwig?
Mich hat's aber nicht erwischt.
Es geht doch um Menschen. Jetzt klopfst du
Sprüche, Betty. Es geht immer um Menschen.
Irgendjemandem tust du immer weh. Und wie,
onkelkraut. Und wie. Komm, entscheide du.
Du ist jetzt ja schön. Ne, ne,
entscheide. Da ist die Lehrerin. Das sind
die Kinder, erste bis vierte Klasse. Die
nehmen das alles noch ganz ernst. Aber die
Lehrerin lallt, torkelt, ihre Hände
zittern. Ne Entscheidung.
Na, wieder nur ja. Es geht um
Menschen, Betty. Jeden Tag und
mehr als einmal. Es sitzt sich verdammt
hart hier. Und wenn es nicht immer gleich
rund läuft, und nach eurem Kopf, dann
kippt ihr aus den Latschen und die ganze
Welt anschauen kriegt ein. Ihr habt uns ja
selber beigebracht, in Sozialismus scheint
immer die Sonne schon ganz blind vor
lauter Licht. Ach, sieh mal an.
Wie wir wollen mal nicht so, wie ihr
wollt. Na, was ist denn dann? Na, wie
wollt ihr denn? Will doch nicht so. Naja,
die Frage bleibt, Betty. Wie wollt ihr.
Weiß ich noch nicht.
Wie soll es weitergehen mit uns?
Wenn man es genau nimmt, Onkel Ludwig,
haben wir doch nur das Beifall klatschen
gelernt. Fähnchen winken und so.
Meinst nicht?
Immerhin bist du heute hier,
also winkst du doch nicht nur mit
Fähnchen.
Aber nicht jeder hat so einen Onkel.
Kiste einzusammeln.
Na, tragen sie den Tali wieder ein,
bitte.
Auf Tintenkühler geht's, aber bloß mit
Kugelschreiber. Weiß ich doch.
Eigentlich sollte man immer mit
Kugelschreiber. Der lässt sich nicht so
leicht wieder löschen, meinst du nicht?
Im Namen des Vaters.
Warum ist Peter nicht nach Hause gekommen?
Weiß ich nicht.
Dein Vater wüsste es vielleicht.
Ich weiß es nicht. Ich hab
immer alles gemacht für Peter, was ich nur
konnte. Genauso wie ich es für dich auch
mache, Betty.
Aber ich weiß es nicht.
Morgen ist Sonntag. Sag mal, kannst du da
nicht bei mir bleiben?
Wenn alle neunten und zehnten Klassen
fahren, da fällt es doch nicht auf, wenn
einer fehlt. Ich könnte dich auch
entschuldigen. Ich will
es nicht. Ich will nicht. Es ist gut.
Das ist gut.
Peter Wunsch. Dagarder Straße 23.
Zurück geht's. 22 Uhr ab Lichtenberg.
Ende Zeit warst meine ich.
Bitten wir uns wieder mal einen Sonntag
ans Beten, Herr Woltenhagen, wa?
Erscheinpflicht. Alles freiwillig.
Hättest doch zu Hause bleiben können.
Hast du keinen um was?
Sind sie früher auch so blau und so weit
für den Frieden gefahren, Herr Wollten im
Güterwagen, hoffe ich. Das erste Blau war
spärlich, das wurde noch verliehen. Im
Spitzen war die Kalinga.
Blaue Fahnen stürmt darin.
Stürm klingt hart.
Mit den Trümmern und was Neues hingebaut.
Um uns selber müssen wir uns selber
kümmern. Und heraus gegen uns, wer sich
traut.
Mutig, mutig.
Don't want to be off here. Go to slay off.
Wake up. What's that sign? Go.
Na, na.
Bei mir damals wollte man Ausnahmen
studieren. Da lebte dein Vater noch.
Jetzt macht er auf Stomatologie.
Schauspieler.
Deine habe
keine Streichpäne, kein Feuerzeug. Hab
überhaupt nicht. Bin Nichtraucher hier.
Sieht man an meinen Zähnen. War das
Zahnarzt? Was noch?
Kannst du mal.
Wenn du meinst.
Ist der alte wirklich Zahnarzt?
Kannst mir mal einen Kurs sehen.
Hasch mich. Ich bin der Frühling, wie die
Kinder.
Meine Mutter hat der Quatsch erzählt.
Den grüßen, meine ich. An deinen Vater.
Bin haft nicht für ihre Väter.
Meine Mutter ist mit ihrer Liebe nie
fertig geworden. Ich weiß.
So?
Ich hab doch mal mit jemandem gesprochen.
Wegen deiner Mutter.
Naja.
Pass auf, Mädchen. Ich mag
das nicht, wenn andere Leute mit anderen
Leuten reden. Klar und
schon, ja? Nicht wenn es um meine Familie
geht.
Ich geh mal rein.
Nur ein fliegender Feuerball. Eins Mutter
Erde,
die du liebst und zu kennen meinst,
alle stirb und werden ehrst
du Geborgenheit,
Arbeit, Lust und Not hat
das Leben Ewigkeit oder
frühen Tod. Und sie dreht
sich, doch sie bewegt sich noch.
Und wir geben darauf acht, dass sie
noch lange macht. Und sie dreht sich,
doch sie bewegt sich noch.
Dass sie uns für immer hält, halten wir
die Welt. Wann hat er
viel vor? Hältst du noch? Nur mal halten.
Hier tut der Arm schon weh.
Das dauert wieder. Und man ist ja nicht
so geübt im Fahne halten. Bis dann.
Wirklich? Die steht ja viel besser.
Friedrich fragt. Endet hier und fährt
zurück Richtung Erdner.
Ich weiß. Verrückt, die Betty. Lässt du
mich rein?
Das war Bauer.
Das ist Elisabeth, meine Schwester.
Wir schlafen immer. Sonntags nach dem
Mittag schlafen wir immer.
Alles Mist. Bettinchen, was ist
los? Ach Mensch.
Ist was mit dir? Lass die Fragerei.
Heul nur. Heul dich aus.
Ist die Frischmahn?
Bist du deine Frau? Ivo. Aber zum
Wochenende komme ich her. Du kannst Bärbel
zu mir sagen. Und was
bist du von Beruf? Nein, warte, wir
warten.
Ärztin,
Kindergarten oder Tänzerin?
Ich bin Löterin. In so einer alten Bude
von Fabrik,
da fährt er sogar einen Schuppen. Er baut
da unten an dem pneumatischen Klavier
schon ein. Das hat er irgendwo
aufgetrieben. Und jetzt behauptet er, das
sei das Letzte. In ganz Europa hat
es Peter gebaut. Aus Kistenbrettern.
Er hat geschickte Hände, dein Bruder.
Aber ob er das mit der Luftmusik
hinkriegt?
Du hast gut du hast keine Sorgen.
Von wegen. Ich krieg nämlich keine Kinder
zum Arzt. Lass allerhand mit mir
veranstalten. Ekelhaft. Aber es
rührt sich nichts.
Aber sag Peter nichts davon. Der freut
sich am Ende noch, dass wir keine Angst
haben brauchen. Er denkt, ich nehm diese
verfluchte Pille. Na, du rauchst doch,
ne? Vielleicht kommt zum Rauchen.
Meinst du wirklich, das könnte vom Rauchen
kommen? Mh,
naja, kann schon sein.
Warum bist du von den Eltern weg?
Das ist eine lange Geschichte, Betty. Und
nicht nötig, dass alles aufgerechnet wird.
Und du, Barbara? Ich wohne bei meiner
Mutter. Und da ist auch noch ein kleiner
Bruder, ungefähr so alt wie du. Warum bist
du nicht von den Eltern weggegangen?
Wozu sollte ich? Wir verstehen uns gut.
Ich hab da meinen Platz. Bestimmt werde
ich mal weggehen zu diesem Peter. Da
kneicht wenn
du ihn fragst, warum er weg ist, ich hab
ihn jetzt auch gefragt, wird er dir erst
gar nichts erzählen, der große Schweiger.
Später häppchenweise. Und dann kannst du
dir alles selbst zusammenreimen.
Also wird er dir erzählen, dass seine
Eltern ihn in die Eos geprügelt haben,
obwohl er lieber etwas mit den Händen
machen wollte. Schlosser oder so.
Aber er musste das Abi machen, wenn auch
mit einer vier am Ende. Und das kränkte
deine Eltern. Und dann wird er dir von der
schlanken, schwarzen Lissy erzählen.
Diese Lissy ging nicht auf die erweiterte.
Und jedes Mal, wenn er sie mit nach Hause
brachte, machte die Mutter ein langes
Gesicht und sie wollen nicht lernen, sie
wollen nicht studieren. Und diese viele
Fragerei hätte die Liebe kaputt gemacht,
sagte Peter. Er weiß nicht, dass man
manchmal um Liebe kämpfen muss. Was mir
natürlich ganz lieb ist, denn sonst wäre
schon Vater vieler Kinder und hätte nicht
mich.
Du trägst nichts unterm Kleid, ne?
Was ihr könnt, kann ich auch. Mach dir
nichts vor. Auch nicht mit der Familie.
Und dann wird er dir eines Tages erzählen,
wie das bei der Fahne war. Deine Mutter
wollte ihn nun mal herumschummeln. Hat mit
allen möglichen Offizieren gesprochen,
mit dem Chefarzt vom Krankenhaus sogar.
Aber Peter
wollte ja zur Fahne. Drei Jahre sogar.
Was wiederum deinem Vater gefiel, obwohl.
Naja. Und dann wird der Peter rumdrucksen,
bis er erzählt, dass er abgestiegen ist.
Vom Feldwebel oder so, zum Gefreiten.
Aber was er dir auch erzählt, dein Peter,
du wirst nicht ganz schlau.
Und das ist ein sicheres Zeichen dafür,
dass er irgendeinen gewaltigen Mist gebaut
hat. Oder jedenfalls daran
beteiligt war. Er wird dir großspurig
erklären, dass dieser steile Fall für ihn
ganz gut gewesen sei. Er ist in eine
ruhige Landschaft geraten, in eine
Autowerkstatt. Da hätte er ruhig primeln
können. Ja, so wird er dir das sagen.
Und du musst ihm natürlich glauben und
eifrig nicken. Du kennst ihn ja. Du weißt,
wie komisch die Männer sind.
Und warum redest du nicht?
Warum bist du nicht gekommen? Ich war doch
da. Du warst noch nicht wirklich da.
Dritt mal mal.
Wie denn nun? Es hätte doch alles von
vorne angefangen. Vielleicht habe ich auch
einfach Angst. Ich bin zufrieden,
so wie es ist.
Du bist mir zu friedlich.
Sag mal, wurdest du
von zu Hause rausgeschmissen oder bist du
von selber gekommen?
Beides. Betty. Ich wollte immer schon weg.
Heißt du,
ich weiß noch nicht, wie ich leben werde?
Nicht so wie ich. Und die Mutti
auch nicht.
Ist deine.
Kannst du doch nicht einfach stehen
lassen. Mach doch nicht.
Die hat mir eine angedreht. Dem hat der
Arm wehgetan. Der Arm hat dem wehgetan.
Ist dir noch nicht passiert.
Tschüss,
ihr Hund. Der trinkt vor Kind.
Und ein Werberstift. Aber ohne sie.
Au, der beißt. Sau, das Krö.
Den Kötter schmeiß ich raus. Oma,
keine Kräuter.
Ich bin der Klassenfeind.
Euch haue ich den Arsch ab.
Saufolk.
Halt endlich das Maul. Auf sie.
Das Ding bleibt hier. Das bestimmen sie.
So ist es also.
So, jetzt schmeißen wir den ganzen Dreck
aus dem Fenster. Freundschaft. Der Dreck
bleibt hier.
Ikea, Mensch, her game.
It's a Good idea.
Schmeiß ich raus. Den roten Lappen
hinterher. Der Lappen ist blau, Mensch,
blau.
Und wenn so rot wär sie.
Au,
der klee noch später aus.
Später.
Jetzt komm raus hier.
Von wegen Arschapon.
Wo warst denn das her?
Da hat einem der Arm wehgetan. Vom
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