All language subtitles for Dreimal schwarzer Kater

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Original subtitles

(TATORT-TITELMUSIK)

Schluss, Klaus. Genug.

Ey!

Ah, wie war die Fahrt?

Gut.

- Und das Spiel? - Schlecht.

- Ich tippe auf die Kurbelwelle. - Quatsch!

Und was ist bei euch los?

Ich habe heute frei. Aber das ist auch egal.

Bis gleich. Tschüss.

Und?

Der kommt schon wieder.

Tschüss, Vater.

- Ist wohl nicht unsere Baustelle hier. - Hab ich mir gedacht.

Ich denke, der Tod ist zwischen 1534 und 1535 eingetreten.

THIEL: So präzise sind Sie sonst nie. Aus der Zeit der Täuferherrschaft?

Da war was los in unserer westfälischen Metropole:

plündern, foltern, brandschatzen

und die Vielweiberei!

- Hätten Sie ein Taschentuch? - Nee.

Tolle Kluft dafür.

Ihre aber auch.

- Haben Sie gewonnen? - Nee.

Ich würde gerne noch weiter plaudern.

Die Konversation mit Ihnen ist ein viel zu seltenes Geschenk,

aber leider war ich auf dem Weg zu einem musikalischen Tiefpunkt.

Ein namenloser Pianist trifft Beethoven.

Dazu konnte mich nur "meine bessere Hälfte" überreden.

Besser gesagt, "mein besseres Viertel".

(KLAVIERMUSIK)

Zugabe!

Silke hatte recht. Es war virtuos.

Sie haben einen guten Musikgeschmack.

Nur im zweiten Satz haben Sie gepatzt.

Wie?

Das Allegretto war zu schnell.

Wie bitte?

Vielen Dank, Professor Boerne, für den wunderbaren Vortrag,

und dass auch Sie sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben.

Wer ist die impertinente Person?

Sie gestatten, dass ich gleich zum Punkt komme.

Alle Versuche, diese Einrichtung zu erhalten, waren erfolglos.

Wir stehen in vier Wochen auf der Straße, es sei denn, es geschieht noch ein Wunder.

Für dieses Wunder brauchen wir Sie und Ihre großzügigen Spenden.

20 Jahre Behindertenarbeit und erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe

im Frida-Roloff-Haus stehen auf dem Spiel.

Und für die meisten von uns ein unverzichtbares Stück Heimat.

Ich darf Ihnen noch einen Gast ankündigen.

Lisa.

(JAZZIGE TANZMUSIK)

Ich demonstriere Ihnen gern den Unterschied zwischen Allegro und Allegretto.

- Kritik verträgt er nicht, oder? - Alberich, seien Sie vorsichtig.

- Aber Humor hat er. - Wenn man so will.

Fragen Sie, ob sie morgen Abend Zeit hat.

Frag ihn, zu was.

Essen auf Rädern.

Wenn er sein Scheckbuch mitbringt.

Tut mir leid. Wir können nichts mehr machen.

Rufen Sie Thiel.

THIEL: War es nun Selbstmord oder nicht?

Das Mädchen war gelähmt und konnte nur den Kopf bewegen.

Bei Selbstmord muss ihr jemand geholfen haben.

Das muss ins Labor. Ich habe eine Vermutung.

Frau Stoll, haben Sie den Vater erreicht?

Leider in völlig desolatem Zustand, total betrunken.

Ob er mich verstanden hat, weiß ich nicht.

MANN: Was wollen die Bullen?

Lisa hatte das Recht, Schluss zu machen!

Das sollten wir ihr lassen.

Wer hat die Tote gefunden?

Außer mir war niemand in der Nähe. Ich habe keinen gesehen.

Wieso sind Sie zu ihr gegangen?

Ich wollte sie zu uns holen.

Sie war verzweifelt wegen der Schließung.

Hat sie mal von Selbstmord gesprochen?

Oft und in letzter Zeit noch öfter.

Darf ich fragen, was Ihre Funktion hier ist, Herr Dr. Weis?

Ich bin ein Freund des Hauses.

Und ein Freund von Lisa Zenker?

Es war meine Schuld, dass Lisa im Rollstuhl saß.

Ich habe sie vor sieben Jahren überfahren.

Aha.

Ich kann es nicht fassen. Ich stehe völlig neben mir.

- Deutsch ist nicht behindertengerecht. - Ja, wo man geht und steht.

Oh nein!

Ich will sie noch einmal sehen.

- Herr Zenker? - Was?

- Thiel, Kriminalpolizei Münster. - Wo ist mein Kind?

Der Leichnam Ihrer Tochter ist in der Gerichtsmedizin.

Sie können sie dort jederzeit...

Herr Zenker!

He! He, aufhören!

Aufhören!

Dafür wirst du büßen. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue.

Gar nichts werden Sie tun. Sie gehen jetzt nach Hause, klar?

Sonst lasse ich Sie festnehmen, klar?

- Ich bringe dich um! - Ist das klar?

Du Drecksau!

(MANN SCHREIT IM HINTERGRUND)

Alles in Ordnung?

Es ist nicht das erste Mal. Es gibt eine Auflage vom Gericht.

Lass mal, Katharina. Ich verstehe ihn.

Das wird eine schwere Nacht.

Bleib doch bei uns, Andreas. Sie hätte es so gewollt.

Sie starb an einem Medikamenten-Mix.

Methadon und Taracetin, ein zentrales Kreislaufmittel und ein Opiat

Absetzen, Alberich!

Sie hat den Mix wohl freiwillig genommen. Es gibt keinen Hinweis auf Gewalt.

- Mein Kreuz! - Sie müssen sich kleiner machen.

Das widerstrebt ihm.

Um wie viel Uhr ist das Mädchen gestorben?

Circa 19 Uhr, ungefähr eine Stunde nach der Einnahme.

Ihr muss um 18 Uhr jemand das Mittel gegeben haben.

Angeblich hatte sie aber keinen Besuch. Was ist hier überhaupt drin?

Kunterbunte Ketzerknochen.

Was?

BOERNE, ALBERICH: Kunterbunte Ketzerknochen.

Nach der Belagerung von Münster brachten die Katholiken die Wiedertäufer um.

Zu Tausenden. Und wir setzen sie wieder zusammen.

3D-Puzzle mit 5000 Teilen. Eine Strafarbeit.

Das war früher. Ich habe eine Software aus England bestellt.

Man scannt die Knochen nur ein, und das Sortieren macht der Computer.

Wen interessiert das denn, wer da drin gelegen hat?

Die Verwandtschaft, die Glaubensbrüder.

Die Hutterer und Baptisten sind Nachfahren der Wiedertäufer.

Amerikaner sind doch so interessiert an ihren Wurzeln.

Können Sie das mal kurz...

Die lassen sich das viel kosten.

Gottes Werk und Boernes Beitrag.

WEIS: Mich hat der Unfall auch verändert.

Meinen Job als Anwalt habe ich an den Nagel gehängt.

Und seither schreibe ich.

Bücher, die die Welt nicht braucht.

- Dafür leben Sie ganz nett. - Das Haus gehört der Bank.

Und Sie denken, ich hätte Lisa die Medikamente besorgt?

- Ich möchte es zumindest ausschließen. - Also.

Ich habe gestern einen Kollegen getroffen, Rechtsanwalt Duge.

- Duge? - Duge.

Ich bin kurz vor der Veranstaltung ins Frida-Roloff-Haus gekommen.

(HANDY PIEPT)

- Muss Ihres sein. - Ja.

- Entschuldigen Sie mich. - Nur zu.

Katharina, Herr Thiel ist gerade hier.

Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Das braucht Überzeugungsarbeit. Bis nachher.

Ich habe immer versucht, Lisa Mut zu machen.

Ich habe ihren Wunsch zu sterben nie akzeptiert.

Schließlich war ich schuld an ihrem Zustand.

- Das Gericht hat Sie freigesprochen. - Was heißt das schon?

Ich habe nicht aufgepasst. Sie hat mir nie einen Vorwurf gemacht.

- Im Gegensatz zu ihrem Vater. - Und zu mir selbst.

THIEL: Ich möchte Sie noch mal bitten.

Wenn jemand etwas beobachtet hat, möge er das jetzt melden.

Sonst muss ich Sie einzeln vorladen.

- Wir sind doch alle verdächtig, oder? - Klar.

Jeder von uns könnte es sein.

- Stimmt doch, oder? - ALLE: Ja!

Ich habe eine Mitteilung zu machen: Ich hab ihr dabei geholfen.

- Zufrieden? - Er lügt, ich war's!

- Ich bin's gewesen. - Nein, ich!

Ich hab's gemacht.

MANN: Ich bin stolz darauf.

(ALLE RUFEN DURCHEINANDER)

Ich hab's getan.

Ich war's.

- THIEL: Hat jemand gespendet? - Ja.

Heute haben wir die erste nennenswerte Spende erhalten.

70.000 Euro von Herrn Reich aus Paderborn.

-70.000? - Ja, nomen est omen.

Ich wollte Sie um Ihre Mithilfe bitten,

wenn Sie nicht die Polizei im Haus haben wollen.

Der Weis hat angerufen. Er wartet zu Hause auf dich.

Ach ja, den habe ich ganz vergessen.

Ja.

Tut mir leid.

Ersparen Sie uns doch dieses Theater.

Frau Stoll!

Es kostet viel Zeit, 19 Geständnisse zu protokollieren...

20. Sie haben meins vergessen.

Tut mir leid, ich muss jetzt los.

Ich habe heute nichts getrunken, sonst wäre es teuer geworden.

Da hab ich aber Glück gehabt!

Bloß weil Sie zahlen, muss Ihre Laune doch nicht so schlecht sein.

Oder hat es mit dem Fall Lisa Zenker zu tun?

Wohl fühle ich mich nicht dabei, da einen Schuldigen zu suchen.

Und was heißt schon schuldig?

Mit wem kommt er denn da?

Er hat ein Benefiz-Konzert gegeben, und da haben sie sich kennengelernt.

Ich hatte gehofft, in einem teuren Lokal Ruhe vor Ihnen zu haben,

aber das geht wohl alles auf Spesen.

Die Zeiten sind vorbei. Thiel zahlt.

Weil sie die Qualmerei aufgegeben hat.

Er hat die Wette verloren. Ich habe durchgehalten.

Moment.

Dafür hat sie jetzt einen gesegneten Appetit.

Falls Sie das tröstet: Mein Abend wird kostspieliger.

- Wie hat er denn das gemeint? - Politisch?

Ich unterschreibe den Scheck später.

- Seien Sie also freundlich zu mir. - Kein Problem.

Ja, dann bitte!

Schmeicheln Sie mir, betören Sie mich.

Machen Sie mir verlogene Komplimente.

- Gibt es eine Frau, die Sie erträgt? - Das war kein schlechter Anfang!

Meine Güte, legt der sich ins Zeug.

(HANDY KLINGELT)

Auch nicht besser als der alte Klingelton.

- Das ist nicht meins. - Kommt aber aus Ihrer Jacke.

Tatsächlich.

Ja?

Nein, hier ist nicht Andreas. Wer ist da?

Wer?

Entschuldigung.

- Guten Abend. - Ich wollte Herrn Weis anrufen.

- Ich habe seine Nummer gewählt. - Das ist sein Handy.

Ich muss die heute Nachmittag verwechselt haben.

Bei mir geht keiner ran.

Falls Sie sich Geld borgen wollen, vergessen Sie es.

Der Scheck ist noch nicht unterschrieben.

Schönen Abend noch.

Ich hoffe, Ihr Telefon ist wirklich da. Wir fahren nicht umsonst so weit raus.

Es muss bei ihm sein.

Ich könnte schon wieder was essen.

Keine Sorge, diesmal zahle ich selbst.

Was ist denn da los?

Ach du Scheiße!

Sie warten hier. Rufen Sie die Feuerwehr.

Dr. Weis!

Weis, sind Sie hier drin?

Weis, wo sind Sie?

Weis! Weis!

Dr. Weis!

Dr. Weis!

KLEMM: Thiel! Thiel, wo sind Sie?

Thiel!

Frau Klemm!

Das gebe ich weiter. Gut, danke.

Der Kollegin Klemm geht es einigermaßen.

Sie hat Glück gehabt. Im Gegensatz zu Herrn Weis.

Gibt es Hinweise auf Brandstiftung?

Bisher nicht. Warten wir mal die Autopsie ab.

Sparen Sie sich das, Bulle. Das ist meins.

Sie haben richtig gehört. Das ist meins.

Schön, dass Sie kommen konnten.

Das ist Dr. Ambrosio von der Staatsanwaltschaft Münster.

Frau Stoll war wohl als Letzte vor dem Brand bei Herrn Weis.

Verstehe.

Andreas hatte aus seiner Anwaltszeit gute Kontakte zu Leuten mit Geld.

Deswegen waren Sie gestern hier?

Wir haben über die Spendenaktion geredet.

Ach, Mephisto.

- Was machen wir jetzt mit dir? - Tierheim.

Kommt überhaupt nicht in Frage.

Ist Ihnen bei Ihrem Besuch irgendwas aufgefallen?

- Glauben Sie, es war kein Unfall? - Bitte denken Sie nach.

Gegen sieben kam noch ein Besucher.

Der sollte in der Küche auf ihn warten.

Aha.

Haben Sie ihn erkannt?

Ich habe Umrisse erkannt. Gehört habe ich ihn.

Er hat einen Hustenanfall bekommen, ungefähr so:

(IMITIERT HUSTENANFALL)

- Das genügt. - BULLE: Das klingt nicht gut.

- Wollen Sie ein Wasser? - Nee. Suchen Sie lieber Helmut Zenker.

Keine Rußpartikel in den Lungen.

Was sagen Sie nun?

Keine Rußpartikel?

Guten Tag.

Haben Sie am Rechner gefummelt?

Ich bin doch nicht lebensmüde.

Wir stehen rum und warten auf Sie.

Sie haben hier nichts zu schnüffeln. Geben Sie das her.

Das haben Sie angerichtet mit Ihrer Herumsteherei!

- Abgestürzt! - Entschuldigen Sie mal.

Sinnlos, einfach ignorieren.

Es ist das dritte Mal heute.

Halten Sie sich raus, Sie missgünstiger...

- Giftzwerg. - Genau.

Helfen Sie mal mit den Kabeln. Sie können hier unten ja stehen.

- Also keine Rußpartikel. - Was heißt das?

Er war tot, bevor es brannte.

-(DUMPFER SCHLAG) - Aua!

Das heißt es. Verdammt, unten ist alles in Ordnung.

- Und andere Auffälligkeiten? - Eine Schädelverletzung.

- Gewaltanwendung? - Vom Sturz kommt es nicht.

Wunderbar. Thiel, nehmen Sie sich den Vater vor.

Der hat wenigstens ein Motiv.

Soll ich den EDV-Mann holen?

Alberich, hier hilft nur noch ein guter Exorzist.

- Und? Sind die besser? - Jetzt drängen Sie mich nicht so.

Ich habe einen Pes transversoplanus.

Heißt das, Sie nehmen die?

Das heißt Spreizfuß, neben meinem Digitus quintus varus!

"Digitus quintus varus": Er nimmt sie, und er lässt sie an.

Cäsar, oder?

Mit dem Einzelhandel geht es bergab.

Wir leben in einer Service-Dienstleistungswüste.

Professor Boerne, ich möchte nach Hause.

(HANDY KLINGELT)

Ich bin der Herr der Knochen.

- Ja, Thiel. - Wo haben Sie das Exemplar her?

Wo sind Sie? Bleiben Sie dort, ich komme.

- Fahren Sie mich zur Agnesstraße? - Da läuft man schneller zu Fuß.

- Und wo längs? - Da lang.

Geht's etwas schneller mit Ihren neuen Turnschuhen?

Der Schuh drückt. Warum habe ich auf Sie gehört?

Weil die Verkäuferin Sie sonst erschlagen hätte. Tag.

- Hallo. - Da ist er drin?

Der Angestellte sagt, er schläft.

Trainieren Sie für den Stadtlauf? Kleben Sie sich die Brustwarzen ab!

Als ich in Berlin mitgemacht habe...

(SCHUSS)

THIEL: Deckung!

- Idiot! - Was macht er da?

Sie sollen in Deckung gehen.

- Was ist denn? - Ein Luftgewehr.

Sie rühren sich nicht, klar?

- Zenker, lassen Sie den Scheiß! -(ERNEUTER SCHUSS)

Kripo Münster. Wo geht's zu den Zimmern?

Waffe weg! Legen Sie die Waffe weg!

Ich hasse die Viecher.

THIEL: Wie viel Promille hatte der? 3,5?

Ungefähr. Dafür hat er noch gut geschossen.

An welchem Mittel ist Lisa gestorben?

Taracetin. Gibt es hier ein Pflaster?

- Taracetin. - Braucht man dafür kein Rezept?

Ja, ist gegen Bluthochdruck. Bekommt er als Alkoholiker problemlos.

Und das Methadon kriegt man an jeder Ecke.

Dann gratuliere ich. Wir haben gleich zwei Fälle gelöst.

Ja... Sieht so aus.

Ich habe mich gewehrt, monatelang.

Gegen ihren Blick, ihre Bitten, ihre Tränen.

Ich habe mich taub gestellt und auf sie eingeredet.

Ich habe sie angefleht.

Dann habe ich es doch getan.

Sie wollte nicht mehr, verstehen Sie das?

Ich habe sie erlöst.

Sie können mich dafür einbuchten, so lange Sie wollen.

Sie wissen nicht mehr, in welcher Kneipe Sie getrunken haben?

Keine Ahnung. Filmriss.

Was soll die Frage?

Irgendjemand hat gestern Abend Andreas Weis niedergeschlagen

und hinterher sein Haus angezündet.

Er ist tot.

Tatsächlich?

Das Schwein war an allem schuld.

- Waren Sie bei ihm? - Ich weiß es nicht.

- Haben Sie ihn umgebracht? - Wenn, dann würde ich es nicht bereuen.

Wer soll es sonst gewesen sein? Zenker hat Weis gehasst.

Aber er hätte nicht das Haus abgefackelt.

Er ist Alkoholiker, und die Umstände sprechen gegen ihn.

Wie geht's der Klemm?

Anscheinend blendend. Sie hat sich selbst entlassen.

- Ab morgen ist sie wieder zuständig. - BULLE: Mahlzeit.

- Na, was gibt's? - Gulasch.

Auf Weis' Handy gab es zwei interessante Mitteilungen.

- Wie interessant? - Sehr.

Ich mag eh kein Gulasch.

MÄNNERSTIMME: Du spinnst wohl. Damit kommst du nicht durch, Andreas.

An deiner Stelle würde ich mich warm anziehen. Du hörst von mir.

Ich bestreite nicht, dass ich das bin. Aber was soll das Ganze?

Herr Dr. Duge, da ist die Dame wieder am Telefon.

Ich habe keine Zeit.

Bitte setzen Sie sich.

Weis ist mein Mandant. Oder besser gesagt, er war es.

Eine schlimme Sache.

Wir kennen uns seit dem Studium.

Sie haben sich offensichtlich gestritten.

Warum sollte er sich "warm anziehen"?

Haben Sie von der anwaltlichen Schweigepflicht gehört?

- Habe ich. - Fein.

- Wollen Sie wissen, wo ich Dienstag war? - Will ich.

- Ich sage es Ihnen. - Nämlich?

In Dortmund.

- Dortmund. - In Dortmund.

- Irgendwelche Zeugen? - Habe ich.

- Nämlich? -60.000, ich war bei der Borussia.

Champions League.

2:1 gegen Real. Muss ein lausiges Spiel gewesen sein.

Die Eintrittskarte haben Sie nicht?

Nein. Aber ich habe den Zug verpasst und bin Taxi gefahren.

- Mit dem Taxi. - Mit dem Taxi.

Von Münster...

Nach Dortmund. Und das nur für ein Fußballspiel.

Mit welchem Unternehmen Sie gefahren sind, wissen Sie nicht?

Leider nicht.

Schön. Das mit dem Taxi werden wir überprüfen müssen.

Tun Sie das. Ich muss jetzt eine Scheidung durchpauken.

Die oder die?

Vergessen Sie die Kassette nicht. Ist sicher ein Beweisstück.

Richtig.

Schluss! Halt! Anhalten! Ich kann nicht mehr.

Wieso? Es geht doch ganz gut.

Sie haben gut reden.

Sie sind im Besitz zweier junger, gesunder Reifen.

- Ich bin schuhmäßig gehandicapt. - Ach, Gott. Sie Ärmster!

- Für Ihr Alter sind Sie nicht schlecht. - Was? Sie könnten meine Mutter sein.

Hallo! Hallo!

- Frau Stoll! - Was machen Sie denn hier?

- Man sagte mir, ich treffe Sie hier. - Ja, ich bin öfters hier.

(KEUCHEN)

Ich wusste nicht, dass...

- Ich wollte ihm seine Grenzen aufzeigen. - Ist Ihnen gelungen.

- Haben Sie Sehnsucht nach mir? - Kennen Sie Rechtsanwalt Duge?

Christof Duge. Der hat meine Gattin bei unserer Scheidung vertreten.

Ich habe nicht Sie gefragt. Er hatte Streit mit Herrn Weis.

Das hat mich viel gekostet. Was der rausgeschlagen hat!

Duge? Der Name sagt mir nichts.

Den Wagen, die Ferienwohnung und die Bausparverträge.

- Von Streit weiß ich auch nichts. - Das ist aber schade.

Ich dachte, der Taubenhasser war es.

Brauchen Sie ein Paar Laufschuhe? Ich mach Ihnen einen guten Preis.

- Ihren Behindertenausweis, bitte. - Ich bin nicht behindert.

Die Dame kommt gleich wieder.

Da ist sie schon.

Schönen Tag noch.

- Den müssen wir unterwegs einwerfen. - Unterwegs wohin?

Zu Ihnen. Oder zu mir?

- Ich könnte uns was kochen. - Gut, ich habe eine Küche.

- Sie duften gut. Was ist das? - Das nennt man Schweiß.

- Dann locken mich Ihre Botenstoffe. - Ich kann Sie auch gut riechen.

(SCHEPPERN)

Ach, Herr Thiel. Bringen Sie den Rollstuhl mit hoch?

Sie sind aber ganz schön schwer.

Können Sie den Schlüssel...

Der ist in der Tasche, an der Seite.

Einen Moment.

Kommen Sie rein? Ich wollte kochen.

- Ich war schon in der Kantine. - Schade.

Ganz reizend.

Aber Sie könnten mir einen Gefallen tun.

Er soll sich beeilen. Das Fahrzeug wird abgeschleppt.

- Ja. Wiederhören. - Versprechen Sie sich nicht zu viel.

- Ich denke nicht, dass ich ihn erkenne. - Hm.

Versuch macht klug.

Das ist Rechtsanwalt Duge. Kennen Sie den Mann?

Das ist nicht der, der bei Weis war.

Der war kleiner und nicht so kräftig.

- Sicher? - Ganz sicher.

Noch nie gesehen.

- Was sollen diese Spielchen? - Tag.

Sie haben mich doch angerufen. Was soll das Theater?

Dienstgeheimnis, Schweigepflicht. Schöne Krawatte.

Was war das jetzt mit Katharina?

Sie hat Duge erkannt. Zumindest kennt sie ihn.

Ich glaube, sie lügt.

Warum sollte sie das tun? Warum sollte sie ihn decken?

Keine Ahnung.

Und was wollen Sie jetzt von mir?

Dass Sie in Zukunft die Augen aufhalten.

Ich meine, wo Sie sich persönlich nähergekommen sind und...

Was soll das heißen? Was wollen Sie damit sagen?

Dass Sie verknallt sind.

Verknallt, was?

Verknallt war ich schon seit 30 Jahren nicht mehr.

Erzählen Sie das einem, der Hüte mit Baggern aufsetzt.

Sie finden sie ziemlich nett, oder?

Und deshalb soll ich sie für Sie ausspionieren?

Haben Sie noch alle Pfeile im Köcher, Sie Amor?

Dr. King aus Manchester ist am Telefon. Der lässt sich vielleicht bitten.

Dem müssen Sie den Bauch pinseln.

Dieses britische Genie, das diese Software programmiert hat,

würde ich gerne teeren, federn, rädern und kreuzigen.

Und zwar in der Reihenfolge.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Jetzt hat er ja wieder prächtige Laune.

Wie immer, wenn er einem in den Arsch kriechen muss.

- Wie ich hinkam, weiß ich nicht. - Sie sind mit dem Wagen gefahren.

Ich weiß nur, dass ich bei dem Dreckskerl war.

- Ich weiß auch wieder, was ich da wollte. - Ist das ein Geständnis?

Herr Zenker, was ist im Haus von Andreas Weis passiert?

- Ich war im Garten. - Und dann?

Eine schwarze Katze. Sie ist durch die Luft geflogen.

- Sie ist was? - Eine schwarze Katze.

Das ist doch verrückt.

He!

Herr Zenker! Herr Zenker!

(TÜRKLINGEL LÄUTET)

- Morgen. - Auch verschlafen?

Nee, ich... Habe nur schlecht geträumt.

Katharina ist hier. War spät gestern.

Nicht, was Sie denken. Obwohl Sie das sicher nicht denken.

Ich wollte Sie an den Bericht über den Selbstmord erinnern.

STOLL: Juhu!

Dieser Anwalt hat 60.000 Euro für uns überwiesen.

Das ist wunderbar.

Guten Morgen.

Ist das ein Anwalt, den wir beide kennen?

Das machen Sie nicht noch einmal. Das Mädchen war ganz aufgewühlt.

- Die 60.000 sind ein Schweigegeld. - Sie kennt Duge gar nicht.

Deshalb war er ja so großzügig.

Sonst hätte sie gesagt, dass sie ihn bei Weis gesehen hat.

Duges Spende ist nicht ungewöhnlich.

- Die lügt doch. - Heißt das, sie deckt einen Mörder?

Vorsicht, da ist rot. Da ist rot!

(REIFEN QUIETSCHEN)

(AUTOS HUPEN)

- Können Sie nicht aufpassen? - Ich glaube, Sie sollten aufpassen.

KLEMM: Zenker gesteht bald,

und Sie wollen einen Durchsuchungsbeschluss für Duges Kanzlei.

Diese Spende ist doch ein merkwürdiger Zufall, oder?

Und Duges Alibi? Was ist mit Dortmund?

Noch nicht bestätigt. Warum hat er mit Weis gestritten?

Trinken wir auf meine Versetzung nach Düsseldorf.

Das ist nett, aber ich trinke nicht.

Frau Klemm, tun Sie ihm den Gefallen. Das ärgert die Anwälte.

Also gut. Tun Sie, was Sie nicht lassen können.

Danke schön. Alles Gute für Sie in Düsseldorf.

- Danke. - Ich habe zu tun.

- Entschuldigen Sie. - Tschüss.

Ich habe den Durchsuchungsbeschluss.

- Wir fahren zu Duge. - Ihr Vater wartet im Büro.

- Tut mir leid, ich habe keine Zeit. - Das ist aber wichtig.

Also schön, aber fass dich kurz.

Mein Auto ist noch in der Werkstatt.

Ich fahre seit drei Tagen für den Unternehmer, den Schmidt.

Kurz, habe ich gesagt.

Ihr sucht doch einen Taxifahrer, der nach Dortmund gefahren ist.

Ich kenne den Kollegen.

- Was? - Er wollte sich nicht melden,

weil er die Fahrt nicht abgerechnet hat.

- Mit dem Schmidt? - Ja.

- Der Kollege? - Ja.

Der Kollege Herbert Thiel.

Schlimm?

Nee, überhaupt nicht.

- Wir können. - THIEL: Können Sie vergessen.

Wir können noch mal von vorne anfangen.

Und zwar bei Z wie Zenker.

Guten Abend.

Ja, ich... Also...

Ich wollte Ihnen mitteilen, dass sich die Sache geklärt hat.

Ich möchte mich wegen der Unterstellung entschuldigen.

Angenommen.

War doch gar nicht so schwer.

Ich geh heute nicht mit zum Essen. Ich muss ins Bett.

Ich will nicht allein mit dem sonderlichen Insulaner essen.

Thiel, kommen Sie mit?

- Ich zahle auch. - Danke, sonderlich bin ich selber.

Wiedersehen.

Oh, God!

You are the Leichen-Professor, aren't you?

- Fuckin' pleased to see you. - Wie belieben?

(ENGLISCHER AKZENT) Karl-Friedrich? Ich bin Archie.

- Dr. King? - Ja.

- Oh, Sie sprechen Deutsch? - Ich war ein Jahr in Heidelberg.

Die Reise war die Hölle. I puked all the way to Germany.

- You "puked"? - Puke. Du weißt schon.

- Kotzen, die ganze Weg. - Willkommen in Münster.

Dr. King... Ähm, Herr Kollege... Archie.

Charlie.

- Do you like Grünkohl with Pinkel? - I don't know. I've never met them before.

- Sie reisen also nicht gern? - I bloody hate it.

Ich hasse die Autos, die Züge, Flugzeuge, Schiffe.

Die Ballons und Raketen. Da bleibt nicht viel.

- Jeder Transport macht mich krank. - Das erschwert unseren Heimweg.

- Die sollte im Bett sein, verstehen Sie? - Absolutely.

- Das ist Duge. - Duge, okay.

- Herr Professor Boerne. - Pscht. Ich bin nicht hier.

Ach so.

Geben Sie mal her, das Ding.

Hier.

- Fahren Sie dem Wagen nach. - Endlich passiert mir das.

- Einsteigen. - No car. Definitiv no car. I can't do it.

Ich kann nicht... I can't do it. Impossible. No way.

- Der steigt wirklich in kein Auto? - Nein.

- Wie seid ihr zu dir? - Zu Fuß.

Wir sind heute sehr einsilbig, Herr Professor.

Wenig geschlafen. Wir haben uns ans Programm gesetzt.

- Du warst ja früh im Bett. - Das hatte ich auch nötig.

Kann ich dich irgendwie aufmuntern?

Ist das ein Bekannter von dir?

Verschwinde! Abflug, oder ich mach dir Beine!

Ich wusste nicht, dass du das auch kannst.

- Arschloch. - Das war ein harmloser Spanner.

Ich kann mich doch sehen lassen, oder?

Hab dich nicht so. Wir vermehren uns auch nicht durch Osmose.

Nicht bei seiner Mutter. "Bei Mutti" heißt die Kneipe bei Weis.

Da hat Zenker eine Flasche Korn getrunken.

(LAUTE ROCKMUSIK)

Ist das hier eine Disco? Ich habe mit mir geredet.

Andere Zeugen haben wir nicht. Die Spurensicherung brachte nichts.

Ist gut, mache ich. Ja, ok.

Great! Der Pizza-Mann.

- Charlie, hast du Geld für die Pizza? - Hallo?

(DRÖHNEND LAUTE MUSIK)

(SCHREIT) Herr Professor Boerne! Herr Professor!

(MUSIK AUS)

- Hallo! - Schreien Sie nicht so.

Was ist das für ein Vogel?

Das ist Duge.

- Ich hätte es Ihnen gesagt. - Wann haben Sie die gemacht?

Gestern Abend am Bahnhof.

(HANDY KLINGELT)

(MUSIK AN)

(LAUT) Hal...

Hallo? Boerne hier.

Katharina?

STOLL: Der Typ vom Parkplatz verfolgt mich.

Derselbe Typ, derselbe Wagen. Seit einer Stunde glotzt er mich an.

Ich traue mich nicht raus.

Ja, ok. Beeil dich, ja?

Haben Sie eine Frau im Rollstuhl gesehen?

(KLIRREN UND SCHREI)

BOERNE: Katharina?

Hey! Boerne.

Da ist er lang. Los, er ist da!

Hey! Hey!

(FRAUEN SCHREIEN)

Scheiße!

Wenn das Nummernschild stimmt, ist der Wagen in Rheine zugelassen.

- Au. Etwas Gefühl ist noch drin. - Kennzeichen ST.

Zwei Buchstaben hab ich nicht erkannt. Und drei Ziffern.

- Die letzte ist 'ne 1. - Aua.

- Ok, tschüss. - Ich mach dich zu, nicht auf.

Muss das hier sein?

Du kannst dich gerne von einem müden, frustrierten Studenten

auf einem Krankenhausflur behandeln lassen.

Was wollte der Mann von Ihnen?

Er wollte mir an die Wäsche, das perverse Schwein.

Aha.

- Sonst nichts? - Nee, sonst nichts.

Fertig. Ist schöner als vorher.

Und Anzeige wollten Sie auch nicht erstatten?

Nein, das bringt ja nichts.

- War es das? - Nein, das war es noch nicht.

Mir reicht es jetzt.

Du belügst uns nach Strich und Faden.

Was soll das denn? Spionierst du mir nach?

Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig. Ich treffe, wen ich will und wann ich will.

Ist es verboten, ein Schließfach zu haben?

- Ist es nicht. - Doch... Nein... Was war im Umschlag?

Unterwäsche, Nacktfotos von mir. Nicht jeder findet das abstoßend.

Willst du sagen...

Nein, aber diese Umschläge gehen dich gar nichts an.

Rufen Sie mir ein Taxi? Ich warte draußen.

Das war taktisch hervorragend. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Das war toll.

Hi, der Pizza-Mann!

- Hast du was gekriegt? - Was?

Das ist im Moment schwierig.

Ich brauche was zu rauchen. Sonst kann ich nix arbeiten.

- Ich versuche es. - One joint.

Herr Thiel!

Sie müssen mir helfen.

Der macht mich verrückt.

Können Sie mir Marihuana besorgen aus der Asservatenkammer?

Oder reden Sie mal mit Ihrem Vater.

(THIEL FÄNGT AN ZU LACHEN)

Das ist heute wirklich nicht Ihr Tag.

(THIEL LACHT WEITER)

Sie war am Schließfach, weil wieder 60.000 eingegangen sind.

- Ich weiß das von Alberich, meiner... - Ihrem Zwerg.

Ihrer Assistentin.

- Los, fahren Sie! - Aber...

Ja, hinterher!

So, das haben wir davon.

Ich muss Sie bitten auszusteigen.

Das hatte ich vor, Sie Hilfssheriff.

Vielen Dank.

(ER STÖHNT)

(HANDY KLINGELT)

Ja, hallo?

Boerne hier. Wer ist denn da?

Wer sind Sie denn? Das weiß ich nicht. Sie sind falsch verbunden.

Komm schon.

Hallo, Herr Thiel. Boerne hier.

Sie ahnen nicht, wo ich gerade stecke.

- Machen Sie die Hand flach. - Dann verliere ich den Umschlag.

- Ich mache den Briefkasten kaputt. - Ich spende der Post anonym.

Quatschen Sie nicht, machen Sie.

Der Fisch ist an Land gezogen.

- Wenn Sie ihn ausnehmen, gibt's Ärger. - Sie können sich umdrehen.

Sie bringen mich in Teufels Küche.

- Was ist das? - Personalausweis.

Sehe ich selber.

Und ein Jura-Examen der Uni Münster von Stephan Ottenbruch.

Ottenbruch...

Das gibt's nicht.

- Meine Uhr ist da noch drin. - Als Anzahlung für den Briefkasten.

Dafür kriege ich 800 von diesen hässlichen Kisten.

An Herrn Richter Stephan Ottenbruch.

Im Fichtenweg 7, Rheine. Sicher auch ein S-Klasse-Fahrer.

Unterstehen Sie sich!

Kommen Sie endlich.

Weis hat in den 80er Jahren für Mitstudenten Examen geschrieben.

Naja.

Er ging mit gefälschten Ausweisen zu den Prüfungen.

Irgendwie konnte er von den Arbeiten Kopien anfertigen.

Damit hat er die Herrschaften 20 Jahre später,

also jetzt, unter Druck gesetzt.

Mephisto, was hast du gemacht? Hast du dich geprügelt?

Ich war gestern Abend hier.

- Ich weiß. - Warum hast du nicht aufgemacht?

Du musst keine Angst vor mir haben.

Angst? Ich vor dir?

Du bist doch der, der sich nicht traut.

Nur weil ich im Rollstuhl sitze, bin ich keine Heilige.

In jeder Hinsicht.

Zenker?

Zenker hätte ihn vielleicht gerne umgebracht,

aber den können wir vergessen.

Wie ich an das Material gekommen bin?

Das wird Ihnen Professor Boerne genauer erläutern.

Dieses Haus ist was Besonderes.

Du hast keine Ahnung, was uns das bedeutet.

Es war nicht meine Idee.

Andreas hat mich überzeugt, und es klang sehr harmlos.

Ich wusste erst nicht, was in den Umschlägen ist.

Er hat nur gesagt, bei mir wären sie sicherer.

- THIEL: Wie viele standen auf der Liste? - Vier.

BOERNE: Duge und Reich haben schon überwiesen.

Und was ist mit Richter Ottenbruch aus Rheine?

- Im Nebenberuf Spanner. - Er hat heute den Scheck geschickt.

- Und sollte den Umschlag bekommen? - Wie die anderen auch.

Und er hat sicher auch ein Alibi, richtig?

Dann bleibt uns nur noch Günter Müller.

Aber von dem haben wir keine Adresse, nix.

- Ist das Fragezeichen von Ihnen? - Nein.

- Wer ist denn das? - Keine Ahnung.

Ich habe nur denen, die bezahlt haben, die Umschläge geschickt.

Er hat also noch nicht bezahlt?

Sein Umschlag liegt noch im Schließfach.

Haben Sie den Schlüssel?

Günter Müller, geboren 1958 in Buenos Aires.

- Argentinien? - Da werden auch Menschen geboren.

Evita Peron, Diego Maradona, der Tango...

Wie dilettantisch der Weis sein Foto reingeklebt hat!

Ich bin gleich zurück.

Hallo, eine Frage: Wenn man was zu rauchen sucht...

Die verkaufen alles: Kokain, Heroin, Methadon,

aber kein Gras für mein Genie. Können Sie Ihren Vater fragen?

Kommen Sie mir nicht damit.

Unser Herr Müller hat 1985 sein Examen in Köln gemacht.

Viel Spaß mit der Nadel im Heuhaufen.

- Alles Müller, oder? - Was?

(DOMGLOCKE SCHLÄGT ZWEI MAL)

THIEL: Das kann nicht sein.

In den Unterlagen der Uni stand, dass er bei Ihnen gewohnt hat.

- Wer? - Herr Müller.

Günter Müller, Jurastudent.

Ah, der Günter.

Ein lieber Junge, sehr ordentlich. Jura.

Das war von 1983 bis 1985.

Sind Sie da ganz sicher?

1983 bis 1985?

Ja. Mein schöner Willy ist in dem Jahr gestorben.

Wissen Sie, wo er von hier aus hin ist?

Auf den Melaten-Friedhof.

Ich meine den Herrn Müller.

Ja...

Wo der hin ist, das weiß ich nicht.

Aber da fällt mir was ein.

Hat er Familie? Wissen Sie, wo er herkommt?

- Ich habe noch was für ihn. - Das kann dauern.

Hier, ich hab's.

Er hatte diesen Motorradunfall. Bitte geben Sie ihm das.

- Möchten Sie einen kleinen Wodka? - Ich muss dann auch.

Wie nett. Wo ist denn die Flasche?

- Ich muss los. - Wo ist die Flasche?

Wiedersehen.

- Patientenunterlagen gab es nicht mehr? - Nee.

Er war auch nicht in Köln gemeldet.

Es gibt mehrere Hunderttausend Günter Müllers.

Hm.

Wenn er überhaupt hier lebt.

Und mordet. Wenn er gemordet hat.

Ich fürchte, das können wir vergessen.

Wieso? Das ist kein schlechtes Porträt von unserem Tango-Müller.

Hm.

Für jemanden, der bewusstseinserweiternde Drogen nimmt.

(FLÜSTERT) Ja!

Was haben Sie vor?

Herr Professor?

Herr Professor... Was machst du denn hier?

- Ja, du. Ich... - Excellent. Wenn du noch mehr hast...

Hi.

- Bist du wahnsinnig? - Ich habe ihn angerufen.

Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?

Arbeiten Sie doch Ihre Vater-Sohn-Beziehung auf.

- Archie! - Herr Professor!

- Papa! - Also ich habe zu tun.

BOERNE: We have no data or nothing else. This is everything we got.

And how do we reconstruct the face?

Let's see.

- Das ist das Letzte! Meinen Vater... - Pscht.

- Er sagt, er schafft es. - Was?

Eine Computer-Tomographie erfasst auch die Weichteile des Schädels.

Also das, was ein Gesicht ausmacht: das und das...

- Mehr oder weniger weich. - Danke, das habe ich verstanden.

Unser Genie will dem Computer ein menschliches Antlitz entlocken.

- Wie lange dauert das? - Pscht.

- Dieses Entlocken? - Pscht.

Ich hoffe, Ihr Vater muss nicht noch mal kommen.

-(SARKASTISCHES LACHEN) - Ist das Ihr Ernst, dass der hier...

St. Pauli schuldet Preußen Münster eine Revanche.

(LAUTLOS)

BOERNE: Ich habe aus Versehen meine Uhr in den Briefkasten geworfen.

So was passiert Professoren.

POSTBEAMTER: Wir kriegen täglich 72 Millionen Briefe.

BOERNE: Aber sicher nur wenige unfrankierte Herrenuhren.

Wer in Ihrem Unternehmen ist zuständig? Etwa die Christel?

Die Christel von der Post.

(KLASSISCHE MUSIK ÜBER KOPFHÖRER)

(COMPUTER PIEPT)

Wake up, you lazy Krauts!

Ist es was geworden?

Es ist ein Junge.

Das ist fantastisch.

- Good job, Archie. - Thanks, Charlie.

Thiel, das ist Ihr Fahndungsfoto.

Aha.

Aha.

Ihre Begeisterung ist wieder mal unnachahmlich.

Gibt's den auch mit Haaren?

Was wollen Sie? Afro, Dreadlocks, Adolf-Hitler-Cut?

Machen Sie mal blond. Blonde, kurze Haare.

Well, he's German.

Aha.

Und jetzt mal schwarz.

- Ich hoffe, ich störe nicht. - Guten Morgen.

Was treiben Sie hier seit 20 Stunden?

Männer und ihr Spielzeug!

Was spielen Sie mit meinem Kollegen Ambrosio rum?

Dem habe ich von der Spur nach Köln berichtet.

- Das ist Günter Müller. - Ja, Ambrosio hieß früher so.

Er hat den Namen seiner Frau angenommen. Müller war ihm zu gewöhnlich.

BOERNE: Das ist erstaunlich.

Ja, werde ich ihr ausrichten. In Ordnung, tschüss.

Thiel ist leider etwas dazwischen gekommen.

Ist nicht so schlimm. Ich muss mit der Katze zum Tierarzt.

- Rufen Sie mich an, wenn er da ist? - Mache ich.

Danke.

Mephisto, wo steckst du denn?

Du blödes Katzenvieh!

Hallo, süße Katze.

Mephisto, wo bist du?

-(TÜR FÄLLT ZU) - Hallo?

Herr Staatsanwalt. Ich suche meine Katze. Können Sie mir helfen?

- Ich habe keine Zeit. - Bitte.

Es geht wirklich nicht.

(KATZE MIAUT)

Komm raus.

Los, raus mit dir!

Können Sie jetzt? Die beißt nicht.

(HUSTEN)

Komm her.

Ich habe eine Katzenallergie.

- Günter, viel Erfolg in Düsseldorf. - Ja, danke.

Günter?

THIEL: Seine Frau sagt, er sei im Präsidium.

Ich kann mir das nicht vorstellen.

Herr Thiel! Kommen Sie schnell!

Wir haben alles abgesucht. Das ist der Parkplatz von Ambrosio.

Pscht.

(KATZE MIAUT)

(KATZE SCHNURRT)

Für mich stand alles auf dem Spiel. Es war nicht nur 'ne Jugendsünde.

Wenn so was rauskommt, ist alles vorbei:

Titel, Karriere, Beruf, alles. Von heute auf morgen.

Dabei war ich ein guter Student.

Ich hatte nur diese Prüfungsangst. Andreas nicht.

Dem ist alles zugeflogen.

Er hat es nicht für umsonst getan. Wir waren quitt.

Was haben Sie vor? Wollen Sie mich töten? So wie Andreas?

Ich weiß es nicht.

(HANDY KLINGELT)

Sie halten den Mund!

Monika, ich weiß nicht, wann ich nach Hause komme.

Natürlich gibt es eine Erklärung.

Mach dir keine Sorgen. Vertrau mir und stell keine Fragen.

Ich liebe dich, Schneewittchen.

Vielleicht ist es nicht so schlimm, wie Sie denken.

Alle suchen den Wagen. Wir werden sie finden.

Und wenn sie nicht bei dem Examensfälscher ist?

- Wie spät haben Sie's? - Viertel nach zehn.

Wir sind zum Joggen verabredet. Fahren wir hin.

Seit fünf Jahren? Unheilbar?

Ja.

Spastische Paraplegie.

Dann habe ich das Frida-Roloff-Haus kennengelernt,

und dann fing mein Leben noch mal von vorne an.

Das Haus ist alles, was ich habe.

Wir mussten das tun, um das Haus zu retten.

Erst 'ne Spende für das Heim, dann für einen Karibikurlaub, ein neues Auto.

Es wäre immer weitergegangen. Wissen Sie, was ich verdiene?

Da musste was passieren.

Langweile ich Sie?

Ich wüsste gerne, was Sie mit mir vorhaben.

Die Frage ist: Was habe ich mit mir vor?

Ich muss nachdenken.

Ich kenne einen "Lieblingsplatz". Da kann man sehr gut nachdenken.

- Wir vergeuden unsere Zeit. - Sie sind sonst der Bauchmensch.

- Heute bin ich es. - Vorsicht!

- THIEL: Geht's noch schneller? - LANDWIRT: Idioten!

Ich wollte ihn nicht umbringen.

Ich wollte nur Druck machen, damit er aufhört.

Wegen der dämlichen Katze habe ich einen Allergieanfall gekriegt.

Ich habe sie in den Garten geworfen.

Da ist er auf mich los. Ich hab mich natürlich verteidigt.

Aber ich wollte ihn nicht töten.

Es war ein Unfall.

Glauben Sie mir das?

Lassen Sie das.

Gib auf.

Raus!

Raus hier, los!

THIEL: Das ist mein Job, klar?

STOLL: Nein! Nein!

- STOLL: Nein! - Lassen Sie den Scheiß.

Lassen Sie sie los!

- Bleiben Sie da, oder ich steche zu. - Das ist sinnlos. Lassen Sie sie los!

(ZUG KOMMT NÄHER)

Stehen bleiben! Stehen bleiben!

Alles klar?

Kommen Sie runter von den Gleisen!

Ambrosio!

Es tut mir leid.

Boerne! Ich brauche Sie hier!

Der finale Oberschenkel-Rettungsdurchschuss.

Ich schlage Sie vor für die Wilhelm-Tell-Medaille.

Was für ein Theater, bis Archie im Zug saß.

Der wäre am liebsten nach Manchester gelaufen.

- Jetzt haben Sie erst mal Ruhe. - Ja.

Da können Sie sich um Ihre junge Liebschaft kümmern.

Katharina kann sich gut um sich selbst kümmern.

Für sie ist es gut gelaufen. Das Frida-Roloff-Haus ist gerettet.

Sie ist die wahre Gewinnerin.

Meine Kundschaft aus Amerika will die Verwandtschaft begutachten.

THIEL: Hat Archie die Knochen sortiert? BOERNE: Jeden einzelnen.

Übrigens, das ist etwas unpassend.

Sie werden es überleben.

- Was haben Sie vor heute? - Ich fahre nach Hamburg.

- Millerntor? - Richtig. Spiel gegen Reutlingen.

- Oh, der Angstgegner. - Es wird spannend.

Sie kriegen Verstärkung, wie ich gerade sehe.

- Hey, Charlie! - THIEL: Viel Spaß!

Hey!

Ich bin aus dem Zug gesprungen. Ich probiere es bald wieder.

Hey, check out these cowboys!

Excuse me. Is it possible? Yeah? Great, thank you.

Thiel, ich brauche die Nummer von Ihrem Vater.

Oh, can you:.

Is that possible? Great, thank you!

Come on, please!

Smile!

Thank you.

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