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Ich erzähle Ihnen eine Geschichte.
Im Winter 1944-1945
durchbrechen die Amerikaner die Siegfried-Linie.
Zwei Jahre später sprengt das französische
Minenräumkommando die Reste der Bunkeranlagen.
Und auf einmal kommen aus einer Offnung im Boden
abgemagerte, geisterhafte Gestalten,
blind, mit langen Bärten.
Es sind sechs Leute.
Es sind die letzten Überlebenden einer Wehrmachtdivision.
Zwei Jahre zuvor hatte das Trommelfeuer der Amerikaner
die Bunker zum Einsturz gebracht und sie begraben.
Sie haben zu essen. Sie trinken das Wasser, das aus der Wand rinnt.
Sie verlieren jedes Zeitgefühl.
Sie überleben, vegetieren vor sich hin,
wie Pilze auf Moosboden.
Der Krieg geht über ihnen weiter,
und man vergisst sie.
Interessant an dieser Geschichte ist,
dass die sechs Überlebenden wenige Tage
nach ihrer Rettung starben.
Man wundert sich über ihren plötzlichen Tod.
Man fragt sich, ob es an einem neuen Virus liegt.
Ich weiß, warum.
Das echte Leben war für sie unerträglich geworden.
Ganz einfach.
Und ich denke, mir ging es genauso.
Ich fand das echte Leben auch immer unerträglich.
"Das ausgedachte Leben ist am schönsten."
Wer sagte das? Wohl ich.
Ein sehr unauffälliger Held
War Familie Dehousse bekannt?
Ja, die waren schon lange in der Gegend.
Bis 45 gab es sogar eine Straße, die nach einem Dehousse hieß.
Das war Anfang des Jahrhunderts.
Zu Zeiten von Albert war kein Geld mehr da.
"Tennis : T-e-n-n-i-s.
Rückschlagspiel, das von 2
oder 4 Spielern gespielt wird,
die zwei Mannschaften bilden und über Schläger verfügen..."
"Capitaine, ich glaube da ist jemand hinter uns",
rief Miss Edith aus und suchte die riesige, weiße Fläche ab.
"By Jove! Sie haben recht", erwiderte Corcoran.
"Das ist sogar ein Eisbär."
"Allmächtiger Gott", schrie die junge Frau...
Zu Boden!
Geht's allen gut?
Sie haben eine Heldentat vollbracht, Sie sind ein Held.
Das war nur meine Pflicht.
Hissen Sie die Flagge.
Haben Sie Feuer?
Ja.
Danke. Danke, mein Alter.
Albert! Essen!
- Albert! - Ich komme!
Lambersart, 1930.
Albert ist 12, kennt nur ein Bild seines Vaters.
Ein Soldat, der auf dem Feld der Ehre starb, ein Held.
Er bekommt ein Gedeck,
das Messer links, die Gabel rechts.
Er war Linkshänder.
Es steht mir zu.
Er sagte, ich sei eine Heilige.
Er hat sich für dich geopfert, verstehst du?
Warum bin ich ganz allein?
Warum durfte ich nie ein eigenes Leben haben?
Dein Vater hat sich geopfert.
Und die feinen Herren lassen dich verhungern.
[diet O Co en Du bist ein Kriegswaise.
Schöne Republik!
Wären die Dehousse Juden oder Freimaurer,
würde das anders laufen.
"Jude: J-u-d-e.
Angehöriger des jüdischen Volkes.
Israelit: ein polnischer Jude. In diesem Fall großgeschrieben."
"Das Lager lag oben auf dem Hügel.
Man sah die Zeite von Weiten.
Sie wollten, dass man sie kilometerweit sieht.
Sie waren stolz..."
Soldaten, ich bin stolz. Ihr seid tapfer.
Diese Schlacht ist entscheidend. Wir müssen sie gewinnen.
Der Feind zittert vor uns. Kein Pardon!
Du nervst mit deinem Vater. Er war kein Held.
Er war ein Trinker, wie meiner.
Er ist im Urlaub an der Theke von Pére Toquet krepiert.
Das stimmt nicht, durch Gas.
So ein Quatsch!
Das sagt deine Alte wegen der Pension.
Die im Rathaus sind nicht dumm.
Sie kennen seinen Spitznamen.
Weißt du, wie man ihn nannte?
Nein, keine Ahnung.
Willst du es wissen?
Willst du nicht?
Soll ich es sagen?
Gib mir dafür deine Tasche.
Man verliert seine Tasche nicht einfach so.
Wurde sie geklaut?
Wurde sie dir geklaut?
Was ist das nur für eine Schule?
- M'ma... - Es heißt "Mama".
Mama, was bedeutet "Zirrhose"?
Hm? Was bedeutet "Zirrhose"?
Gar nichts, das ist ein Schimpfwort.
Sieh mich an, sieh mich an!
Was du auch gehört hast, es ist eine Lüge.
Sieh mich an.
Glaubst du den Taugenichtsen, die das Andenken
deines Vaters beschmutzen, oder mir?
Sag!
- Wem glaubst du? - Meiner Mama.
Nicht weinen. Wenn dein Vater das sähe...
Es lebe Frankreich!
Albert! Albert, sag was!
So erlebte Albert, wie lügen funktioniert.
Und so wurde ihm seine Berufung klar:
ein Held werden.
Die Jahre vergehen. Albert wechselt
zu den Nonnen.
Er lernt neue Wörter:
Volksfront, bezahlter Urlaub...
Und exotische Namen:
Hitler, Mussolini, Franco, Stalin.
1939 bricht der Krieg aus.
Als Waise ist wird er freigestellt.
Er kann kein Held werden.
Die ersten deutschen Soldaten kommen im Juni 1940.
Albert ist 22.
Der ist drin.
Nein, nein...
Nein. 15...
Spiel.
Ich komme.
Ab 1942 bombardieren die Alliierten Nordfrankreich.
Ihr Keller wird zum Luftschutzkeller.
Passen Sie doch aufl Treten Sie die Füße ab.
Vorsicht, bitte!
Treten Sie die Füße ab.
- Sagen Sie doch Bescheid. - Tun die Engländer das?
- Albert! - Nicht drängeln.
Hilf mir.
Noch mehr! Kommen noch welche?
- Wo gehst du hin? - Mir reicht es.
- Gehst du nicht in den Keller? - Nein, ins Bett.
Was willst du damit?
Nimm das Schließblech weg, wenn sie weg sind.
- Gute Nach, Mama. - Gute Nacht.
Monsieur, bitte.
- Entschuldigung. - Schon gut.
Ich suche die Toilette.
Da lang. Folgen Sie mir?
Vorsichtig, der Tisch.
- Sie kennen sich hier aus. - Ich wohne hier.
Sie sind der Dehousse-Sohn?
- Ich heiße Yvette Caron. - Vorsicht.
Und das ist Jean.
- Und Ihr Vorname? - Albert.
Moment, mir tun die Füße weh, diese Schuhe sind furchtbar.
Halten Sie mal?
Fertig.
Bitte?
Geschafft. Ich habe die Schuhe...
- Da lang, vorsichtig... - Ach ja.
Komisch, dass wir uns nicht kennen.
Ich bin Buchhalterin in der Drahtzieherei.
Mein Vater arbeitet auch dort als Vertreter.
Und was machen Sie?
- Ich? - Ja, Sie. Wer denn sonst!
Was machen Sie so?
Ich schreibe.
Ach ja?
- Sind Sie Journalist? - Nein, einen Roman.
- Das ist interessant. - Das ist schon interessant.
Als die Sonne aufging, hörte man die Tiere aus dem Wald.
Als die Sonne aufging, begann man, die Tiere...
...aus dem Wald zu hören.
Als die Sonne aufging, hörte man die Tiere aus dem Wald.
"Er packte ihre Handgelenke und bog sie nach hinten."
'Sag das nochmal. Du lügst!'
Boris hielt inne, er schämte sich.
Er war oft brutal.
Woher kam dieser Hang zur Brutalität?"
Gewaltsam...
"Wie kam es,
dass er seiner Frau nicht vertraute?
Tat er ihr damit nicht großes Unrecht?
Sein Herz war von Liebe erfüllt, er sollte auf sein Herz hören.
Er sollte wissen, dass man Sensibilität benötigte,
um diese sture Cheeba zu überzeugen..."
Hier London.
Hier einige persönliche Nachrichten.
Großvater, iss...
Die Tomaten müssen geerntet werden.
Tizian war ein Maler.
Das ist wunderbar.
Wirklich. Ich frage mich, wo Sie das nur hernehmen.
Ich habe gar keine Fantasie.
Ich brauche schon für eine Postkarte einen Vormittag.
Wer war der junge Mann, der da war?
Georges, ein Cousin, ein Bretone.
Und was wird nun aus Cheeba?
Cheeba? Äh...
Ich weiß es noch nicht.
- Ach ja? - Ich überlege noch.
Ich hätte das gar nicht erwartet.
Ich hielt Sie für schüchtern,
etwas eingebildet.
Ich dachte nicht, dass Sie so wären.
Gut, also...
Wiedersehen, Albert.
Wiedersehen, Yvette.
- Lesen Sie mir die Fortsetzung vor? - Ja.
- Versprochen? - Ja, versprochen.
"Boris zog die Luft ein.
'Also. Ich höre, Célina.'
Sie schmiegte sich an seine Füße, sah ihn mit ihren großen Augen an.
"Zweifel nicht an mir..."
Bei den Carons entdeckt Albert eine neue Welt,
neue Worte: "Sonntag, Familie,
Aperitif, Boulespiel"...
Zum ersten Mal
hat er das Gefühl dazuzugehören, zu leben.
Willst du sie etwa heiraten?
Eine Mesalliance! Das hat mir noch gefehlt.
Diese Leute sind Arbeiter, Kommunisten.
Sie gehen in die Messe.
- Was sagst du? - Sie gehen am Sonntag in die Messe.
Das sind die schlimmsten!
Das sind die schlimmsten, hörst du?
Zwei Wochen später war Hochzeit.
Madame Dehousse kam nicht.
Die Blaskapelle brachte ihnen ein Ständchen.
Yvettes Eltern überließen ihnen ihr Zimmer.
"Busen: B-U-S-E-N,.
Lateinisch sinus: Falte."
War es gut?
Ja.
Mein erstes Mail.
Und bei dir?
Bei mir auch.
Umarmst du mich?
- Kann ich dich was fragen? - Ja.
- Ziehst du dein Kleid wieder an? - Nein.
Ich ziehe mich nicht an.
Bitte.
In Marseille verabschiedet man
den 2.000sten Arbeiter, der freiwillig
nach Deutschland geht.
In Paris sind die jungen Anhänger
des Marschalls zur Stelle.
Sie fahren nach Deutschland,
umdort eine Lehre zu machen.
- Was ist ein Schriftsteller? - Ein Faulpelz.
Richtig. Das sehen die Fritz genauso.
Willst du nach Deutschland? Wir nicht, Yvette auch nicht.
Du brauchst eine richtige Arbeit.
Mach Platz, arbeite nebenan.
In "Handelsvertreter" steckt "vertreten".
Man muss etwas gut vertreten, klar?
Zieh deine Hosenträger hoch
und halt dich gerade, du Zigeuner.
Dafür benutzt man "große Worte". Achtung, ich meine nicht "lügen".
"Überzeugen" von mir aus.
Verstanden?
Nicht neunmalkiug sein, das weckt Misstrauen, und nicht dumm sein.
"Ding Dong!", "Herein", und los.
- Ding Dong. - Herein.
Hallo, Madame.
- Firma Martel. - Stopp, lächeln!
Noch mal.
Noch mal "Ding Dong"?
- Ding Dong! - Herein.
Hallo, Madame. Firma Martel,
Vertreter für Haushaltswäsche und Babywäsche.
Hallo, Madame. Firma Martel.
Lächeln. Geradestehen.
Wir würden Ihnen gerne...
Hallo. Wir würden Ihnen gerne unsere Babywäsche zeigen.
Haben Sie kurz Zeit?
Ich habe seinen Namen im Register der Firma Martel gefunden,
Baby-und Haushaltswäsche.
In der Firma arbeitete der Schwiegervater von Dehousse
als Vertreter.
Er fand diese Arbeit für Dehousse,
damit er nicht nach Deutschland musste.
Auszug aus dem Register
für die Zeit von Juli 1943 bis Juni 1944:
"Dehousse, Albert: guter Vertreter, guter Umsatz, zufrieden."
Er hat eine Frau, eine Arbeit, seine Mutter.
Der Krieg ist weit weg, er vergisst ihn fast.
Was guckst du so?
Guck weg, hau ab.
"Ich grüße dich, Marie, voller Gnaden...
Die Frucht deines Leibes sei gesegnet.
Heilige Maria, bete für uns arme Sünder..."
Nein! Aufhören! Lasst mich, ich will nicht sterben.
Verstanden? Hau ab.
Der erste Engländer kam am 6. September 1944 nach Lambersart.
- Und Madame Dehousse? - Sie hat nie gearbeitet.
Dann sah man sie im Rathaus.
Bei der Ausgabe der Essensmarken.
Manche sprachen nicht mehr mit ihr.
Wegen der Essenskarten?
Der Essenskarten und dem anderen.
- Welchem "anderem"? -
Madame Dehousse betrieb im Krieg Propaganda.
1943 erreichte sie, dass man ihr eine Rente als
Kriegswitwe ausstellte.
Was passierte bei der Befreiung?
Weiß ich nicht!
Sie haben doch sicher was gehört?
- Ja. - Stört Sie die Kamera?
Ich habe nichts getan!
Nein, bitte!
Bitte!
Bitte...
Albert!
Albert! Hilfe!
Was ist hier los? Was tun Sie da?
Was tun Sie da? Das geht nicht!
Das ist ein Haus der Résistance.
Ich bin die Tochter von Caron, von der Gruppe Germinal.
Wie, passt dir das nicht?
Das gefällt dir nicht.
Soll ich ihn rufen? Er macht dich fertig.
Los, weg hier.
Albert, hilf mir.
Hilf mir.
Was soll das?
Irgendwo mussten die englischen Piloten ja hin.
Mein Vater kam darauf, sie zu verstecken.
Hol mir ein Handtuch und Wasser.
- Dein Vater? - Aber ja!
Hol mir Wasser,
Was machst du? Beeil dich!
Warum habt ihr nichts gesagt?
Papa wollte das nicht, fand das zu gefährlich.
Ich dachte, du wüsstest Bescheid.
Du hast doch so viel Fantasie.
Nun guck nicht so.
Guck nicht so, sage ich.
Es ist nicht schlimm.
Ich liebe dich, das weißt du.
Ich habe schon bessere Momente erlebt.
Sie suchen einen Grund,
hier haben Sie einen, mit dem alles begann:
mein Weggang.
Was sollte ich anderes tun?
Was hätten Sie getan? Hätten Sie da reingehen können?
Ihre Frau umarmen,
mit den anderen anstoßen?
Natürlich nicht.
Und warum nicht?
Weil Sie am Boden zerstört gewesen wären.
Am Ende.
Hazebrouck Erstes Stellwerk
Was tust du hier?
Willst du etwa hier bleiben?
Willst du hochkommen?
Komm hoch!
Komm hoch.
Mama, da ist eine Dame.
Wann ist Ihr Mann verschwunden?
Am 6. September, als Lambersart befreit wurde.
Er war zu seiner Mutter gegangen, dann hörten wir nichts mehr.
Wir haben ihn überall gesucht.
Das ist über 2 Monate her.
Wir haben nur sein Fahrrad gefunden.
- Waren Sie bei der Polizei? - Ja.
Sie meinten, momentan...
könne man nichts tun, nur warten.
Aber ich kann nicht mehr warten.
Entschuldigen Sie.
Sind Sie sicher, dass er noch lebt?
Ich weiß es.
Ich fühle es.
Ich weiß es, das ist alles.
Paris Dezember 1944
Guten Abend, Monsieur. Eine Münze, bitte.
Schönen Abend.
Guten Abend. Eine kleine Münze?
Pardon. Guten Abend.
Du bist sehr ungeschickt.
Bitte?
Du bist sehr ungeschickt.
Man meint, du entschuldigst dich.
Weißt du, wie du aussiehst?
Wie ein Kartoffelsack. Sagt der Entschuldigung?
Nein, du machst ihnen Angst.
Zieh das aus.
- Bitte? - Weg damit!
Die Jacke auch.
- Da wird mir kalt. - Ausziehen!
- Da wird mir kalt! - Arm, aber stolz.
Das lieben sie. Ein Typ im Hemd, da hat man Mitleid.
Weiß sieht man im Scheinwerferlicht.
Na los, auf die Straße, lächeln.
Guten Tag, Monsieur.
Eine kleine Münze, bitte? Danke.
Danke, Monsieur. Danke, Madame.
Du bist doch kein Penner.
Der schlingt das Essen.
Du isst mit Messer und Gabel.
Wischt dir den Mund ab.
Ein feiner Pinkel? Soll ich nicht fragen?
Nein, schon gut.
Du musst nichts sagen.
Nein, nein. Doch, doch...
"Doch, doch, nein, nein"?
Wie heißt du?
Dehousse. Albert Dehousse.
Was nehmen Sie danach?
- Was gibt es? - "Pieds paquets."
Sehr gut, wie in London.
Und was nimmt Dehousse, Albert?
Das Gleiche, bitte.
Warum denken Sie
dabei an London?
Ein französisches Lokal in Soho, karierte Vorhänge,
eine Rothaarigen, passend gekleidet.
"Chez Roger", Ecke Greek Street und Hanway.
Da trafen wir die von der BBC:
Marin, Nervoix.
Dienstags gab es "Pieds paquets".
Sie waren in London?
- Sieht so aus. - Das ist großartig.
Nicht wirklich!
Charles Trenet ist großartig.
Der Krieg, ehrlich gesagt...
Weißt du, was großartig ist? Das hier.
Der war niemals in London.
Und dann?
Mit dem Fallschirm abgesprungen.
Nach London?
Warum?
Warum tut man 1942 so etwas, vielleicht um Deutsch zu lernen?
Nehmen wir noch eine?
Doch, doch, nein, nein?
Den Capitaine lernte ich
1956 kennen, als Das schlechte Gewissen erschien.
Ich war ein junger Verleger.
Das war mein zweites Buch.
Unter dem Namen Jean Dionnet?
Ja, das sagt gar nichts.
Er hatte 3 oder 4 verschiedene Namen.
Das liebte er.
Er liebte nur 3 Dinge:
den Konjunktiv, große Bäume
und die Lüge.
Warum "Capitaine"?
Wegen der Résistance-Gruppe in England.
Gut. Danke, Monsieur.
Wiedersehen.
Nur eine Frage... Magst du Jungs?
Kommt drauf an. Welche "Jungs"?
Jungs, die man auf den Hals küsst.
Sieh mich nicht so an, ja oder nein?
- Ja, ja, nein, nein? - Nein, nein.
Na also. Kein Problem, ich habe verstanden.
Hast du einen Platz zum Schlafen?
Nicht "zusammen schlafen".
Hast du einen Schlafplatz?
Nein.
Geh ins Royal Lepic, frag den Inhaber, vom Capitaine.
Ich steige durch deine Erzählung nicht durch.
- Hallo, Albert. - Hallo, Odette.
- Komm, mein Großer. - Mache ich.
Keine Zeit für Scherze, hopp, hopp!
- Das ist nicht der Moment. - Na los.
- Ist jemand da? - Ja.
Danke, Monsieur. Schönen Abend.
Wir wollen nicht klagen... Wochenschau
Der August war toll.
Man kennt die Bilder:
Die Frauen auf den Panzern, man umarmt sich.
Man dachte, wenn Paris befreit ist,
ist der Krieg vorbei.
Aber im Lauf der Monate, als es Winter wurde,
die Kohle nicht kam, es weiterhin an Essen mangelte,
da kamen bei manchen Zweifel auf.
Eine Dame sagte mir ganz offen,
als "sie" da waren,
hungerte man und fror, aber es war gut organisiert.
Ich wechselte die Zonen.
Ich hatte 6 Identitäten.
- Sechs? - Da muss man aufpassen.
- Wie ging das? - Am besten man erfindet was.
Wenn man sein Leben ausschmückt,
kommen sie einem auf die Schliche.
Die Vergangenheit holt einen ein.
Besser man erfindet alles.
Keine Hinweise in der Tasche,
alles hier oben.
Haben Sie Deutsche getötet?
- Das kam vor. - Wie viele?
Es kommt nicht auf die Zahl an,
sondern ob man es gerne tut, das ist die Gefahr.
Dafür ist der Krieg gut.
Du kannst viele töten, aber dann kommt der Frieden.
Ich werde nach Berlin gehen.
Da findet man noch echte menschliche Wärme.
Verstehst du das?
Glaubst du mir, armer Wicht?
Ein frohes neues Jahr!
Frohes neues Jahr, Monsieur.
Ich wünsche Ihnen ein frohes, neues Jahr.
Dir auch, mein Junge.
Ein frohes neues Jahr.
Entschuldige, ich bin Freundlichkeit nicht gewohnt.
Kennst du mich?
Nein, Monsieur.
Du kennst nicht meinen Namen?
Nenn mich Jo.
Du kennst Monsieur Jo nicht?
Wirklich?
Nicht mal aus der verfluchten Zeitung?
Nein, Monsieur.
Also sagst du einfach so "frohes neues Jahr"?
Das ist 1943.
Der Typ da ist Otto Abetz, Deutscher Botschafter.
Das daneben ist Monsieur Jo.
Das ist im August 1944.
Am Tag der Befreiung, keinen Tag später.
Kollaborateur ade, es lebe der Held der Résistance.
Verrückt was?
Siehst du das hier?
Das hat Monsieur Jo sich verdient, weil er gerne hilft.
Die Deutschen wollen Bronze? Kein Problem.
Die Gestapo will Auskünfte?
Monsieur Jo gibt sie ihnen.
Die Résistance will die Gestapo-Kerle?
Monsieur Jo liefert sie ihnen.
Ganz einfach.
Das Geheimnis besteht darin, anderen zu helfen.
Da sind die Adressen, schick Neujahrsgrüße an alle Freunde.
Wenn es klingelt, lässt du die Freunde herein.
Du lässt sie warten, das gehört dazu.
Wenn ich es sage, bittest du die Freunde ins Büro.
Monsieur Jo...
Herein, Monsieur.
In der ersten Januarhälfte schreibt Albert 2.575 Neujahrsgrüße.
Monsieur Jo hat viele Freunde.
Albert öffnet wichtigen Männern die Tür.
Er lässt wichtige Männer warten,
merkt sich ihren Namen, ihr Gesicht.
"Alles hier oben", sagte der Capitaine.
Herein.
Die F.F.l.
Es ist offen.
Was tust du?
Ich lese.
- Wollen wir was machen? - Zum Beispiel?
Keine Ahnung, was trinken gehen.
Ins Kino gehen oder nichts tun.
Du machst alles zu schnell, Albert. Schade.
Hat dir das keiner gesagt?
- Nein. - Oh! Nie?
Nein. Warum?
Du bringst es irgendwie hinter dich. Gefällt es dir nicht?
- Doch, es gefällt mir. - Dann lass dir Zeit!
Du ziehst das in 2 Sekunden durch.
- Da sind Wanzen. - Egal, ich rede mit dir.
- Bist du sauer? - Nein, bin ich nicht.
Diese schüchternen Typen!
Man muss schreien, sonst haben sie Panik.
Und hopp, vorbei.
Albert, ich kann nicht schreien.
Das ist mein Job. Verstehst du?
Schreit ein Arbeiter vielleicht vor Glück?
Wenn du denkst, du kommst,
musst du an was anderes denken.
Hast du das schon mal probiert?
- An was? - An was Schönes...
das dich ablenkt.
Stell dir vor, du gehst essen.
Was tust du, wenn du essen gehst?
- Ich setze mich hin. - Ja, richtig.
Du setzt dich, siehst in die Karte.
Es gibt Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts.
Du beginnst mit der Vorspeise,
du stellst eine Frage, du zögerst.
Du stürzt dich nicht auf das Essen.
Du genießt es, isst langsam.
Und dann... nimmst du dir noch was.
"Zwischen seiner Bürotätigkeit,
der Nachhilfe bei Odette und den Stunden beim Capitaine
machte Valentin..." - So nennt er Dehousse in seinem Roman.
"... große Fortschritte.
Ab und zu dachte er an seine Heimat, aber selten."
- Genieß es! - Ich genieße.
Ja, gut. Und jetzt denk ans Dessert.
Denkst du ans Dessert?
Du bist jetzt der König.
Ein Job, eine Freundin.
Ohne dich anzustrengen, ein voller Erfolg.
Albert...
Lauter krude Ideen. Ich habe so das Gefühl...
Ich sage dir was, was du nicht gleich verstehst,
vielleicht nie. Hörst du mir zu?
Das ist die Gelegenheit, so etwas kommt selten.
Verlierer werden zu Siegern,
Böse werden zu Guten.
Da gibt es im Grunde keine Grenzen.
Excuse me, sir. Do you have a light?
Und wie ich got light.
- Reine Magie, Albert. Reine Magie. - Danke, Monsieur.
"Was ist los, Biest?
Nichts, Schöne. Nichts."
Lassen Sie mich los! Das tut weh.
- Ich bin ein Freund des Generals! - Und ich seine Schwester!
Sie tun mir weh!
- Haben Sie den Capitaine gesehen? - Nein, hier ist eine Nachricht.
"Brauche Bewegung. Stopp.
Brauche Luft. Stopp.
PS.: Er heißt Marlon, ist 20, kommt aus Virginia.
Ich entdecke den Jazz und die Sieger.
Ahl Albert! Die Liebe..."
Was nehmen Sie?
- Was gibt es? - Pieds paquets.
Dann nehme ich Pieds paquets.
"...ich entdecke den Jazz und die Sieger.
Ahl Albert..."
Soubeyran! Gehst du nicht rein?
Ich habe Sie verwechselt, tut mir leid.
- Wo wohnst du? - Bei der Ecole militaire.
- Wegen des Ministeriums? - Das ist praktisch.
Haben Sie Ihre Einladung?
- Nein. - Stehen Sie auf der Liste?
Nein, ich bin wohl falsch.
Was ist das hier?
Die Ehemaligen der Gruppe Maldoror treffen sich.
Ah... Danke.
Nervoix!
Bauchamps!
Mein alter Bauchamps!
- Ich freue mich. - Und ich erst.
- Auberley ist nicht da? - Nein.
"Henri Nervoix, die Stimme Londons."
Dehousse, Albert!
Oh! Nervoix!
Wie geht's? Das ist ewig her!
Es gibt so viel zu erzählen.
- Ja? - Ich bin es. Gehen wir raus?
Ich arbeite.
Mai
April
März
150 fürs Essen,
300 für die Miete, 100 für Zeitungen.
Drei Monate, dann sehe ich weiter.
Mist!
In der Annonce hatte gestanden;
"Nähe Ecole militaire, vornehmes Haus.
Geringe Miete."
Also...
Wollen Sie es?
Es kostet 300 Francs im Monat,
zwei Mieten im Voraus als Kaution,
Die Miete ist immer am 10. fällig.
- Und wer wohnt hier? - Ordentliche Leute.
Beamte. Sogar die Witwe eines Marine-Offiziers.
Da sind noch Bücher vom Vormieter, sollen die weg?
Nein, danke.
"Wo wohnen Sie?"
"Bei der Ecole militaire.
Das ist praktischer."
Die Zeitungen für den Lieutenant.
Für den Lieutenant. Hier.
- Wiedersehen. - Bis morgen.
Das Gleiche bitte.
France-Libre, Combat,
Résistance und Franc-Tireur.
1943: Verstärkung des Kampfes gegen die Résistance.
Pierre Brossolette stürzt sich
am 22. März 1944 aus dem 5. Stock der Avenue Foch.
Scamaroni schreibt mit seinem Blut...
Es gibt zwei Gruppen in London:
die in den USA und die, die dorthin aufbrechen.
Georges Mandel wird zurückgeschickt, dort exekutiert,
am 7. Juli 1944 getötet.
BBC, Auberley,
Maupesse, Nervoix, Morvan...
Perlet,
Morvan, Nervoix.
Vaquier holt mich um 11 Uhr ab.
Vaquier...
Vaquier...
Vaquier, Louis, zweiter Anführer der Gruppe Musée de 'Homme.
Einer nach dem anderen
müssen die Kollaborateure sich verantworten.
Am Ende kommt der Prozess gegen Pétain.
Heute
verurteilt der Staatsgerichtshof General Dentz zum Tode,
Hochkommissar des Vichy-Regimes,
der auf die anglo-französischen Truppen schießen ließ.
Monsieur Broussot von der Libération.
Dieses Foto entstand beim Debocq-Prozess.
Dieses beim Prozess von Ballurin,
Minister unter Vichy.
Die beiden Prozesse fanden Anfang 1945 statt,
kurz nacheinander.
Albert Dehousse ist beim Debocg-Prozess.
Man sieht ihn hinten im Saal sitzen.
Er ist beim Prozess von Ballurin, aber da ist er ganz vorne.
Er schleicht sich nach und nach ein.
Keine Erklärung vor Ende der Beratung.
Ich vertraue auf die Justiz.
- Ihr Stift. - Der gehört mir nicht.
Herein!
Wir haben den 20.
Schon?
Sie müssen morgen bezahlen,
sonst...
Nicht gerade warm, heizen Sie nicht?
- Zu teuer. - Also dann morgen.
Einverstanden?
Einverstanden.
Dieser Morgen hatte einen ganz speziellen Reiz.
Die kühle Luft, die Geräusche der Stadt.
Der duftende Milchcafé.
Und dann Familie Louvier, die mich feindselig musterte,
wie die Tauben vor der Tür.
Ich hatte das Geld, konnte zahlen.
Aber das kam mir zu einfach vor.
An dem Morgen beschloss ich, die Louviers
zu ersten Testpersonen zu machen.
- Haben Sie Post für mich? - Ein Einschreiben wegen der Miete.
Heute ist der 23., eine Woche drüber.
- Ja, ich warte auf meine Pension. - Welche Pension?
Vom Ministerium.
- Was ist los? - Meine Pension sollte da sein.
Die sitzen im Warmem, die lassen sich Zeit.
Da haben Sie es nicht eilig.
Termin ist Termin.
Bist du nicht bei Lemercier?
- Tust du was für mich? - Ja.
Hol mir die Zeitungen, behalt den Rest.
Papa...
Für den Lieutenant. Er weiß Bescheid.
Lieutenant? Das haben Sie nicht erwähnt.
Caporal Louvier, Verdun. Drei lobende Erwähnungen.
Rühren, mein Guter.
- Und die Miete? - Das findet sich.
- Es ist der 23. - Das findet sich, sagte ich!
Heizen Sie eigentlich immer noch nicht?
Nein.
Im Keller ist eine Tonne Briketts für Sie.
Nein, Louvier. Nein, das ist nett...
- Bitte! Unter Soldaten. - Nein heißt Nein.
Am 24. März stößt Albert auf eine Meldung:
"Die Ehemaligen der Servier-Gruppe treffen sich
ab 16.30 Uhr im Hötel Lutetia, im Roten Salon.
Bitte die Einladung mitbringen."
Mademoiselle?
- Sie passen nicht auf. - Bitte?
Ich sagte, Sie passen nicht auf.
Wo komme ich gerade her?
- Wo komme ich her? - Aus dem Salon.
Ich bin reingegangen, ohne die Einladung zu zeigen.
- Was ist Ihre Aufgabe? - Nach der Einladung fragen.
Ich hätte Sie Ihnen nicht zeigen können. Wissen Sie, warum?
- Nein... - Nein?
Weil ich keine erhalten habe.
Sehen Sie nach, ob ich draufstehe: Dehousse, Albert.
Mit einem D.
Nein. Dehousse.
Mit einem D. Da.
Zwischen Pierre Debard und Denoy... Nein, Moment.
Mit Füller, bitte.
Achten Sie in Zukunft darauf.
Schreiben Sie: D-e-h-o-u-S-s-e.
Langsamer, bitte.
- Rauchen Sie? - Nein, mir schmecken
nur englische.
Ich rauche nicht. "Mir schmecken nur englische."
Sehr erfreut. Albert Dehousse.
Nein. "Mir schmecken nur englische."
Dehousse, sehr erfreut.
"Mir schmecken nur englische."
Sie trug die falschen Socken.
In England sind sie da sehr streng.
Die haben Rugby erfunden!
Der General ist nicht im Studio, aber im Larousse.
Der General ist nicht im Studio, aber im Larousse.
Umsteigen in Euston,
weiter zur Baker Street.
Piccadilly... Oxford Circus...
"Die haben Rugby erfunden!"
Militärisches Komitee...
Lächeln Sie, Sie werden gefilmt.
Der Lieutenant...
Papa... Papa, aufwachen!
- Papa, der Lieutenant.
- Da ist der Lieutenant. - Mein Lieutenant!
Da passiert nicht viel.
Man freut sich, sich zu sehen, spricht über alte Zeiten.
Na ja... manchmal passiert doch was.
Neulich unterhielten wir uns alle gerade.
Auf einmal herrscht Totenstille, bleierne Stille.
Ich drehe mich um...
Der General. Klar sahen alle nur ihn.
- Der Wein. - Denken Sie an Ihre Wäsche.
Ich habe den Kragen umgedreht, die Hose braucht einen Flicken.
- Können Sie das machen? - Ja.
- Ihre Post liegt da. - Vom Ministerium!
- Was ist das? - Nur Papierkram.
Hast du ihn wegen Etienne gefragt?
Denkst du, er hat nichts Wichtigeres zu tun?
- Worum geht es? - Die Schule.
Er tut nichts.
Sie dachte, Sie könnten ihm helfen.
Ach wissen Sie, lernen...
1940 konnte man nur entweder in Ruhe lernen,
oder... Sie wissen, was ich meine.
- Nimm dir ein Beispiel. - Wenn ich helfen kann...
Ach ja, die Miete ist ein Problem.
Lassen Sie die Miete mal meine Sorge sein.
Hier, nehmen Sie vom Kopf, das ist das Beste.
Und sollten sie sich anstellen,
dann erwähne ich die Rosenskys.
Die Rosenskys, Iztigs, also Israeliten.
Die wurden 42 vor die Tür gesetzt.
Und was hält der General von den Kommunisten?
Das ist geheim. Kann ich einen Schenkel haben?
"Unberührt von dem Traum hört er
ohne Schaudern in der Tiefe der Nacht...
Hört er ohne Schaudern...
- in der Tiefe..." Kannst du folgen? - Ja, ja.
"In der Tiefe der Nacht
das Klagen des Meeres..."
- Machst du auch Englisch? - Ja, seit diesem Jahr.
Fliegen...
Fly, flew, flown.
Stehlen?
Ich weiß es.
Sag nichts, ich weiß es.
Klauen, stehlen, aus der Tasche entwenden.
Ah...
To steal, stole, stolen.
Grüßen Sie Ihre Mutter.
Wie geht's? Ich wusste, dass du kommst.
Wie geht es dir?
- Wie schön! - Deine Frau? Deine Kinder?
Hallo.
Hallo, Henri.
Hallo.
Nein, tu nicht so. Das ist mir unangenehm.
Du erkennst mich nicht?
- Doch, doch. - Nein.
Du erinnerst dich nicht.
Ich trug einen Bart, trotzdem. Dehousse, Albert.
- Dehousse... - Nein? Immer noch nicht?
Chez Roger
in Soho? Dienstags immer Pieds paquets?
Die rothaarige Bedienung?
Ja, ja... Das sagt mir was...
- Dehousse., - Dehousse...
- Dehousse, Albert. Entschuldige. - Geht's dir gut?
- Ja, und dir? - Gut, gut.
Unser Kamerad Dehousse. Erinnert ihr euch?
Schön, euch zu sehen.
- Hallo. - Nach all der Zeit.
Pieds paquets...
Und so wird am 16. Mai 1945,
9 Monate nach der Befreiung, Albert Dehousse
plötzlich zum Résistance-Mitglied.
Bei der Gelegenheit
gelangt er in den Kreis um Nervoix,
der anschließend ins Petit Versailles geht,
einem Restaurant am Boulevard Magenta.
Monsieur Dehousse...
- Entschuldigung, Ihr Name... - Pardon?
Ihr Name sagt mir was.
Mein Name?
Haben Sie Verwandte im Norden?
Nein, gar nicht.
Ich kenne einen Dehousse im Norden.
In der Gegend um Cateau-Cambresis...
Oder Hazebrouck, nein?
Da habe ich keine Verwandten.
Oder das war eine Akte in der Präfektur von Lille...
Du warst in der Präfektur in Lille?
Ja... vorher...
Ah ja, deshalb.
Es ging um eine Witwenrente.
Ah... Bemühen Sie sich nicht, es ist ein Pseudonym.
Ich habe...
ein Telefonbuch aufgeschlagen und unter "D" Dehousse gefunden.
Wissen Sie, in solchen Momenten...
Ich heiße Rosensky.
Mein Großvater... war Pole, Jude.
So.
Entschuldigen Sie.
- Schon gut. - Ich bin ganz verwirrt.
Wie ist das mit der Rechnung?
- Nein, Sie sind mein Gast. - Nein...
- Lehnen Sie bitte nicht ab. - Das ist mir peinlich.
- Schon gut. - Danke.
Wäre er in London gewesen,
wäre ich ihm begegnet.
Und selbst wenn nicht, man kann
das leicht überprüfen.
Wir waren nur Wenige.
Ich bin ihm Ende 42 oder Anfang 43
in London begegnet.
Da arbeitete er mit Nervoix in der Aufklärung.
Dann sah ich ihn nicht mehr.
Er ist mit dem Fallschirm abgesprungen.
Er hat diesen Spruch geprägt:
"Die einen reden über den Krieg,
die anderen waren da."
Nicht schlecht, was?
Wo wohnen Sie?
Bei der Ecole militaire.
- Das ist praktischer. - Verstehe.
Sagen Sie, Dehousse...
wie hieß der Sekretär am Seymour Place?
"Doppelter Zeilenabstand"...
- Der berühmte Theeten. - Theeten.
Theeten!
- Danke, Dehousse. - Guten Abend.
- Guten Abend, Dehousse. - Guten Abend.
Da ist er ja! He! Lieutenant!
Lieutenant! Der ist für Sie!
Kommen Sie, sie werden abgeholt.
Das Ministerium.
- Welches Ministerium? - Die sind mit dem Auto da.
Monsieur Dehousse?
Das bin ich.
Ich soll Sie fahren.
Vorladung
- Soll ich meine Sachen holen? - Nicht nötig.
Mamal
Komm mit Etienne!
Warten Sie kurz hier.
Halt!
Halt!
Monsieur Dehousse, bitte.
Sie treffen sich im Petit Versailles, ja?
Richtig?
Ich esse da manchmal.
Anständig da. Ich meine die Küche.
Ich habe viel von Ihnen gehört.
Kürzlich noch von meinem Freund De Vaincourt.
Sie kennen De Vaincourt?
Er mag sie, nicht nur er.
Man mag Sie in Résistance-Kreisen.
Das kann ich Ihnen erklären.
Zurückhaltung ist gut.
Kommen wir zum Thema. Ich habe hier drei Namen.
Wir brauchen Männer für Führungsfunktionen.
Verlässliche Männer.
Ich hätte gerne Ihre Meinung dazu gehört.
Darum bin ich hier?
Es geht um übergeordnete Interessen, nicht um Denunziation.
Ich verspreche Ihnen, das bleibt unter uns.
- Darf ich? - Bitte.
Wheller...
Royer...
Ronsin.
Können Sie... Die letzten habe ich nicht gehört.
Royer, Ronsin.
Mein Freund, treten Sie ein.
Pierre-André Royer?
Der ist...
sehr gut, sehr kompetent.
Aber steht er Monsieur Jo nicht etwas zu nahe?
Ich habe nichts gegen ihn, trotzdem.
Ich danke Ihnen.
ee ist auch unsere Befürchtung.
Rauchen Sie?
Nein. Ich mag nur gewohnte.
Bitte?
Äh... nur englische.
Ja... ja.
Wissen Sie etwas über ihn?
- Exzellent. - Ein Politiker?
- Nein, ich kenne ihn über Nervoix. - Ein Politiker!
Nervoix, ja. Dehousse, nein. Er gehört zu keiner Gruppe.
Wenn er ihn trotzdem in Betracht zieht,
muss er einige Verdienste haben.
Kein Kommunist, kein Gaullist. Da ist was faul bei Dehousse!
Päderast? Morphiumsüchtig?
Wir haben ihn öfter um seine Meinung gebeten.
Er kannte die Résistance-Gruppen gut,
den politischen Werdegang eines jeden, die Rivalitäten.
Die waren nicht immer zimperlich.
Die Anti-Gaullisten nutzten die Unstimmigkeiten,
die Tiefschläge.
Dehousse nahm regelmäßig die Zeitungen unter die Lupe
und wies auf alle möglichen offenen Flanken hin.
Wie schaffte er es ins Ministerium?
Der Leiter, Commandant Ballin,
bot ihm irgendwann ein Büro an.
- Ein Büro...? - Hier im Ministerium.
Das ist... Warum nicht?
Sie erhalten im Rahmen unserer Mittel Bezüge.
Geld?
Sie scherzen... Es geht um die Sache.
Wenn es geht, bitte zum Hof,
nach vorne ist es doch sehr laut.
Kommen Sie Donnerstag zum Essen. General Boquillon ist da.
Ich weiß nicht, wie der Bahnhof hieß,
aber er war in der besetzten Zone.
Und es war saukalt. Hundekalt.
Es war sehr kalt. Einer dieser schlimmen Winter.
Kurzum. Der Bahnhof, die können jeden Moment auftauchen,
und ich stehe da mit meinem Koffer.
Was ist in dem Koffer?
Sprengstoff, er ist voller Sprengstoff.
Das glauben die mir nie.
Guten Abend, Pardon.
Guten Abend, Madame.
Dehousse, ich stelle Sie vor.
- Capitaine Malbert. - Sehr erfreut.
Meine Cousine, Servane de Lherminiére.
General Boquillon verspätet sich, wir fangen ohne ihn an.
Er kommt zum Kaffee dazu.
Wie war es bei Ihnen, Monsieur Dehousse?
Bitte?
Der Gang in den Untergrund?
Unser Freund redet nicht gerne darüber.
Wir sind zu jung, um alte Kämpfer zu spielen.
Nein, nein.
So kommen Sie nicht davon.
Es muss doch einen entscheidenden Tag gegeben haben?
Keinen Tag, eine Nacht.
Eine Nacht auf einem Bahnhof.
Sie werden enttäuscht sein.
Na gut.
Ich weiß nicht, wie der Bahnhof hieß.
Es war in der besetzten Zone und hundekalt.
Ein schlimmer Winter,
Da gab es einige.
Ich stand da auf dem Bahnsteig mit meinem Koffer...
Und was war in dem Koffer?
Ich lasse Sie raten.
In unserer Sprache "Haushaltswäsche" oder "Babywäsche".
Kurzum, ich warte...
auf den Zug, sie können jeden Moment kommen.
Plötzlich...
sehe ich eine prächtige Lokomotive einfahren...
Ich hatte es geschafft... So.
Das war meine Geschichte.
Nicht zu enttäuscht?
- Darf ich Sie etwas fragen? - Ja.
Machen Sie auch mal den ersten Schritt?
Verzeihung?
Sie haben mich immerzu angelächelt und ich Sie auch.
Man lächelt sich doch nicht ohne Hintergedanken so an, oder?
Das ist eine gute Frage...
Ich dachte, Sie wären mit...
Er muss nichts davon erfahren.
Fänden Sie an seiner Stelle
Migräne oder Müdigkeit besser?
Na... Migräne.
Gut.
Ich habe Sie gesucht. Der General ist da, kommen Sie.
- Jetzt? - Es ist spät, aber nun gut.
General de Lattre kehrt zurück.
General Koenig ersetzt ihn.
Er sucht jemanden zur Kontrolle des Geheimdienstes,
der verlässlich und moralisch integer ist.
Sie gehören keiner Clique an,
sind zurückhaltend, kompetent.
Der Befehlshaber hat sich Ihren Namen gemerkt.
Meinen Namen?
Ja, Ihren Namen.
Man gliedert die Zivilisten in die Armee ein.
Deshalb werden Sie als Offizier dienen.
Mit welchem Grad?
Lieutenant-Colonel.
Damit die Deutschen das verstehen.
So.
Deutschland 1945
"Nachdem der Capitaine von der Liebe und dem Jazz enttäuscht war,
besann er sich wieder auf Mozart und die Armee.
Als er im Sommer 1945 über die Vogesen zurückkehrte,
glaubte er plötzlich eine Erscheinung zu sehen."
Dehousse?
Albert Dehousse? Albert!
Dehousse, Albert!
Zauberei, Albert.
Zauberei...
Deutschland
Abgesehen von den Fahrten mit dem Fahrrad
und mit dem Zug nach Paris,
war Albert noch nie gereist.
Jetzt reiste er, trug eine Uniform
und war im Krieg gewesen.
Nicht der aus Büchern, der echte Krieg,
mit echten Ruinen, einem echten Fiasko.
Und auch echten Toten.
Albert fand das ziemlich gut.
Los, schneller.
Schön, das Volk der Sieger.
Albert stellte fest,
dass der Reiseführer richtig lag:
Es gab Alleen, Rokoko-Bauten
und Thermalbäder.
Aber das Wichtigste fehlte:
die Franzosen als Besatzer.
Anders ausgedrückt;
"Sie waren bei uns, jetzt sind wir dran."
Willkommen, Colonel. Ich heiße Ernst.
Zu Diensten.
Meins.
Das ist meins.
Das ist meins.
- Brauchen Sie den Wagen? - Nein, nehmen Sie ihn.
Der Park, mein Colonel.
Da wären wir. Das Erdgeschoss...
Stillgestanden!
Rühren...
Rühren, bitte.
_ _Commandant Leguen, Übergangschef des Dienstes.
Capitaine Boutin...
Lieutenant Meyer-Meyer.
Capitaine Lalande.
Capitaine Dubois.
Sergent Lopez.
Caporal Dupré.
Er passte nicht da rein.
Inwiefern?
Die anderen waren in Syrien
gewesen, in Nordafrika,
in Italien.
Meyer hatte Jagdbomber geflogen
in England, Boutin hatte 1939 in Narvik begonnen.
Man wusste nicht, was er gemacht hatte.
Er war auf einmal da.
Wir taten eigentlich nicht viel.
Das sollte so bleiben.
- Also störte er? - Ja.
Was war Ihre Arbeit in der besetzten Zone?
Psychologische Aktionen, kein Witz.
Und sonst?
Propaganda
und vor allem Kollaborateure aufspüren,
die sich als Arbeiter vom AD ausgaben,
um nicht erkannt zu werden.
Weitergehen.
Bitte alle doppelt überprüfen.
- Spielen Sie, mein Colonel? - Nein, das ist zu lange her.
Nur ein paar Bälle!
Wirklich nicht, ich habe auch keine Schuhe.
Ich gebe Ihnen meine.
40-0.
Lieber ohne Punkte.
Doch, ist mir lieber.
- Und Sieg. - Der war aus.
Nein, er war drin.
- Sollen wir aufhören? - Nein.
Alles bestens.
Alles bestens.
Tut mir leid.
Ich bin heute ein armseliger Gegner.
Aber nachdem ich die Kugel abbekommen habe...
Entschuldigung, egal.
Was meint er? Was hat er gesagt?
Er hatte einen Lungenschuss.
Der Arme!
Wo war Ihr Colonel Dehousse denn im Krieg?
Nicht in der 1. DFL, wo ich war.
Wenn man einen Lungenschuss hatte, tut einem das nicht weh.
Ich weiß es, ich hatte einen.
Lass uns mit deinem Dehousse in Ruhe.
Wenn ihr euch gerne hochnehmen lasst. Bitte.
Mist.
- Was denken Sie? - Worüber?
Über mich.
Ich bin Soldat, ein Soldat denkt nicht nach.
Solange halte ich mich streng an die Regeln.
Wo sind wir hier?
Bei der Generalin. Sie empfängt jeden Donnerstag ab 17 Uhr.
- Der berühmteste Salon hier. - Inwiefern?
Da gibt es Portwein, Musik, junge Frauen.
Nirgendwo isst man so gut, falls man gebeten wird.
Gehen Sie rein?
Ich habe keine Einladung.
Ich habe sowieso zu tun.
- Bis morgen, mein Colonel. - Bis morgen, Meyer.
Wie ein Eisläufer auf dem Eis.
Kopf hoch, die Taille...
Die Taille locker. Die Knie...
geschmeidig.
Sie machen große Fortschritte.
- Prost! - Prost.
Möchten Sie tanzen, Mademoiselle?
- Pardon? - Lektion 1: Aufforderung zum Tanz.
Die Dame nicht zu sehr umklammern.
Wirkt das nicht lächerlich?
Warum? Wer schön sein will, muss leiden.
Rühren!
Sie lassen sie gehen?
Ja, alles okay.
- Ich befrage sie. - Alles korrekt!
Bitte?
Zwei Jahre AD in Würzburg.
- Das stimmt. - Danke, ich befrage sie.
Wenn es Ihnen Spaß macht! Idiot!
War noch was?
Nein, nichts.
Verstehe ich nicht, ihre Geschichte stimmte.
- Ein bisschen zu sehr. - Wie das?
Die können lesen.
Lesen Sie den Artikel.
Die Namen und Orte haben sie aufgesagt.
Sogar die Geschichte vom Jungen und dem Klavierspiel.
Ja und?
Sie haben das auswendig gelernt.
Das kann jeder.
Sie waren nie dort. Wenn die in Würzburg waren,
war ich in Lourdes.
Haben Sie Feuer?
Ja. Entschuldigung...
Stimmt es, Colonel, was man überall erzählt?
Was erzählt man denn?
Dass Sie ein Miliz-Netz enttarnt haben.
Oh nein, kein Netz, nur ein paar Betrüger.
Kleine Fische.
Ohne Commandant Leguen wäre ich ihnen
auf den Leim gegangen.
Guten Abend, Boutin.
Colonel... mein Colonel...
ich wollte Ihnen...
Wie soll ich sagen...
- Für das, was Sie sagten... - Sagen Sie nichts.
Ja...
Bravo, Colonel.
Das mit Leguen war nicht schlecht, wirklich.
Bei mir läuft das nicht so, ich bin ein anderes Kaliber.
Pardon, Boutin?
- Sagten Sie was? - Nein.
Guten Abend, Boutin.
Die hatte zehn Liebhaber, kurze, schmerzhafte Affären.
Schmerzhaft für die anderen, das konnte man ihnen ansehen.
Die Frau eines Generals soll ihr erlegen sein.
Leicht lesbisch, Kriegsverdienstkreuz,
nahezu perfekt.
Nach Senfgas und Phosphorbombe
gibt einem das zu denken.
Ein Soldat denkt nicht, das wissen Sie.
Verzeihung, Colonel.
- Das hat gedauert. - Was?
Mit der Begrüßung.
In Paris... hatten Sie keine Uniform.
Doch, ich trug Uniform.
Da waren Sie wohl abgelenkt.
Seit meiner Ankunft
reden alle nur über Colonel Dehousse, Ihre Verdienste.
- Über Sie redet man auch. - Die Leute übertreiben.
Sagen Sie, müssen Sie...
Was?
"Tsim, tsim, pam, pam." Das Orchester genügt eigentlich.
Verzeihung!
- Ich merke das gar nicht. - Soll ich führen?
"Führen"?
Den Tanz, ja?
Tun Sie das.
Ich denke, so ist es besser.
Was tun Sie in Baden-Baden?
Ich fahre... Autos.
Also Offiziere im Auto.
Offiziere lassen sich gerne von Frauen fahren.
Es ist ziemlich langweilig. Meine Arbeit ist mir egal.
Wissen Sie, Albert,
wir haben nicht zig Lösungen.
Ich sehe nur zwei.
Entweder wir reden über uninteressante Sachen,
wir verabschieden uns, und das war's.
Oder wir knüpfen da an, wo wir in Paris waren.
- Sie erinnern sich? - Ja.
Aber dieses Mal richtig.
- Einverstanden? - Einverstanden.
Was muss ich tun?
Was Sie an dem Abend hätten tun sollen.
Langsam...
Im August und September 1945
hatte der Dienst für psychologische Aktionen
so viel erreicht, dass Paris Glückwünsche entsandte.
Colonel Dehousse war der richtige Mann.
Man begann, es ihm nachzutun.
Die Besatzungsarmee hatte ihren Stil,
auch 'Dehousse-Stil' genannt.
"Dann sagen Sie doch nichts."
Nein.
"Wenn Sie es nicht wissen, sagen Sie nichts."
Morgenwind
Der Wind, der in den großen Pinienwipfeln bläst
Wind aus dem Norden... Gehen wir in das große...
Frischer Wind Morgenwind
Mein Colonel...
Sie wurden an der Lunge verletzt?
Pardon?
Sie wurden an der Lunge verletzt?
Ja. Und?
Ich sehe keine Narbe.
Und wenn es unter der Achselhöhle war?
Soll ich den Arm heben?
Habe ich nie getan, tue ich hier sicher nicht.
Warum haben manche alles, andere nichts?
Ich war ihm unterlegen, sogar bei den Frauen.
Das ist ungerecht.
Ich werde 1953 in Indochina sterben.
Ein Hinterhalt am Fuß des Wolkenpasses.
Ich hatte nie Glück.
Die sind durchs Netz gerutscht. Keiner hat was gesehen.
Als sie 2 Wochen später kamen,
waren sie weg.
So war das.
- Haben Sie was gehört? - Nein, nie mehr gesehen.
Boutin, was ist seit Karlsruhe passiert?
- Alles in Ordnung? - Ja.
Möchtest du zurück?
Nein.
Sag, Albert...
geht es dir gut mit mir?
Warum fragst du?
Weil...
du es nie sagst.
- Doch, tue ich, nein? - Nie.
Soll ich es dir jetzt sagen?
Mit geht es gut mit dir. Gut?
Nein.
Es geht mir gut mit dir.
Mir auch.
- Dann ist ja alles gut. - Das soll so bleiben.
Aber einer von uns beiden hat ein Problem.
Wer?
Siehst du, schon wieder.
Man kann viel ausgleichen im Leben.
Erziehung, gute Manieren, was man sagt oder lieber nicht.
Und dann ist da der Rest.
Wie ist es, wenn man sich verbrennt?
Wie ist es, wenn man liebt?
Und wenn man eine Frau liebt, ihr nichts
sagen kann, weil alles eine Lüge ist.
Kompliziert.
Mein Vater war Pétain-Anhänger.
Er liebte Sprüche.
Eines Tages rief er laut aus:
"Die, die sich de Gaulle anschließen,
sind alle durchs Abi gerasselt."
Das hätte er lieber nicht gesagt.
Ich bin durchgefallen und nach Algier gegangen.
- Das kitzelt. - Ja.
Sag mal, mein kleiner Albert,
wo ist denn deine Narbe?
Du wurdest doch verletzt.
Wurdest du nicht?
Nein.
Und die Geschichten, die man über dich erzählt...
die Résistance, London...
Das ist auch nicht passiert?
Nein.
Das stimmt nicht?
Das ist alles falsch.
Du...
Weißt du das schon lange?
Von Anfang an, glaube ich.
Warum hast du nichts gesagt?
Weil mir das gefiel.
Ich habe nichts verlangt.
- Die zweite. Elga... - Ich habe nichts verlangt.
Ich bin kein Dieb.
Aber es war schwer, das aufzuholen.
Das speak, spoke, spoken,
Tottenham Court Road, umsteigen in...
Leicester Square, Piccadilly Circus.
Und dann das Latein aus dem Wörterbuch.
Credo quia absurdum.
Was tun die mit einem Hochstapler?
Zwölf Kugeln.
Zwölf Kugeln, minus eine.
Dann kommt der Gnadenschuss.
Dann der Vorhang.
Mein Sohn...
Guck mal, Albert.
Der ist so jung wie du.
- Zwei Löcher im Kopf. - Dein Sohn?
- Adolf? - Rudolf.
Rudolf...
Und...
Was ist das alles?
Dein jämmerliches Leben?
Deine Frau? Deine Mama?
Fräulein?
Ich habe auch eine.
Das ist doch Mist! Mist!
Ist hier jemand? Ist hier jemand?
Ist hier jemand?
Mein Colonel, da ist jemand für Sie.
Wachen Sie auf.
Meyer?
Mein Colonel, es gibt ein Problem.
- Ein Problem? - Ein Problem.
Brauchen Sie mich?
Besser, Sie kommen.
Ich gehe. Kommen Sie besser mit.
Ein Bauer hat gesagt, man hätte ihm Gänse geklaut.
Ich dachte an unsere Leute.
Ich wollte mehr wissen.
Er sagte drei Mal: "Mit deutschem Soldatenmantel":
deutsche Soldaten.
Ich habe ihn gebeten, sie zu beschreiben.
Offenbar SS-Leute.
Meyer...
ist gut, ist gut.
Rühren.
Sous-Lieutenant Delavelle, Francois.
- Woher kommst du? - Sousceyrac.
Mist...
- Was ist das? - Division Charlemagne.
Am 27. Juni 1944 freiwillig gemeldet. 630. Wehrmachtsregiment.
- Wie viele seid ihr? - Sieben, mein Colonel.
Was machen wir mit ihnen?
Mein Colonel...
Darf ich was sagen?
Was machen Sie mit uns?
Nach Frankreich schicken.
Was passiert dort? Bestraft man uns?
Ja.
Erschießt man uns?
Ja.
Ich will nicht nach Frankreich.
Und die da?
Auch nicht.
Was nun?
Ich bin Lieutenant-Colonel Dehousse.
Sie haben sich entschieden, die deutsche Uniform zu tragen.
Im Interesse Ihrer Familien und unseres Landes
gibt es keinen Prozess. Sie werden erschossen.
Wir sagen Ihren Familien, Sie seien gefallen.
Messieurs, stillgestanden.
Meyer...
Bilden Sie das Kommando.
- Los... - Es lebe Frankreich.
Ich, Albert Dehousse,
gestehe, nie der Résistance angehört zu haben,
mir meinen Rang erschlichen zu haben,
ein Hochstapler zu sein.
Ich stehe der Justiz zur Verfügung.
Wo warst du?
Geht's gut?
So endete sein Leben als Militär.
Ein anderes begann.
Die Armee und Vertreter der Résistance einigten sich.
Man wollte sich nicht lächerlich machen.
Die Ermittlungen wurden geheim geführt.
Servane kam jeden Tag.
Eines Tages gab es eine Überraschung.
Yvette hatte ihn gefunden.
Als Yvette zum Prozess nach Paris kam,
wohnte sie natürlich bei Servane.
Albert sah, wie sie Freundinnen wurden.
Er hätte gerne was gefragt,
aber Servane sagte ihm:
"Sie sind ein Kind, wundern sich über alles."
Er behielt seine Fragen für sich.
Sie wurden aber doch verurteilt?
- Ja, wegen Bigamie. - Wie das?
Ich hatte Servane 1946 geheiratet.
Da ich nicht geschieden war,
gaben sie mir die Höchststrafe: 3 Jahre.
Spüren Sie dieses Licht, diese milde Luft?
Wie habe ich das geliebt...
Das müsste immer wieder so sein.
Und wenn der Tod kommt, lügt man ihn an.
Man sagt, er sei zu früh, habe sich geirrt.
Wissen Sie was?
Man wirft ihm einfach ein Schimpfwort an den Kopf.
Und dann ist es gut.
Am Ende gibt es nur noch Menschen,
sehr menschliche Menschen.
Anständige Kerle.
So wie wir.
Und, hat es Ihnen gefallen?
Finden Sie, ich sehe normal aus?
Ich lernte Albert Dehousse 1961
im Ministerium für Raumplanung kennen.
Er wollte zur Kultur, aber die war bereits vergeben.
Monsieur Albert Dehousse hat sich sehr
für Afrikas Unabhängigkeit eingesetzt.
...es ging um eine Klinik in Nizza,
einen Immobilienskandal, einen falschen Arzt.
Dehousse war bestimmt ein sowjetischer Agent.
Untertitel; Eclair Media
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