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Original subtitles

"Gottes Wege sind unergründlich."

CHRISTLICHE HYMNE, 1773

"Jetzt kommt das Ungewisse."

LETZTE WORTE, HENRY WARD BEECHER, 1887

Wenn Menschen sagen: "lch habe den Glauben verloren",

stelle ich mir vor, wie sie aufgeben, wie sie nicht länger Weitersuchen können.

Bei mir war es anders.

Egoistischerweise dachte ich sogar,

dass mich ein Krieg Gott näherbringen würde.

Aber je mehr ich gebetet habe, desto leerer schienen meine Gebete.

Sie waren wie ein Flüstern ins Nichts.

Ich suchte nach einem Zeichen, irgendeinem Zeichen,

aber da war nur Stille.

Ja, ich bin noch dran. Ich höre dir zu.

Wie kann ich helfen?

Warst du beim Veteranenministerium? Da gibt's Leute, die...

Klar, ich verstehe.

Nett von dir, aber ich bin nicht... Matt, ich bin dafür nicht...qualifiziert.

Gibt's bei dir keinen? Die NSA muss doch vor Veteranen aus allen Nähten platzen.

Nein, ich verstehe schon. Der Schein zählt.

Klar, was du willst. Ja.

Hey, entschuldige. Noch eine Minute, tut mir Ieid.

OkaY-

Okay. Ich höre mich mal um, ob jemand dafür geeignet ist.

Ja, mache ich.

Ich melde mich, wenn...

Danach gehe ich gleich ins Büro und besorge dirjemanden, okay? Versprochen.

Hey. Hey, Matt.

Hey, hey, komm schon, Mann.

Komm schon. Ich war auch da, ich verstehe dich.

Wir werden dir Hilfe besorgen, okay? Ich rufe dich morgen an.

Lies dir ein paar Psalme durch, was da steht, hilft mir immer.

Halt die Ohren steif, Kumpel. Bis dann.

- Entschuldige. - Tja, du wolltestja reden.

Sarah, er hat geweint.

Tut mir Ieid. Du weißt ja, ich... ich mag Matt. Geht...geht es ihm gut?

Keine Ahnung, äh. Es war schlimm da drüben.

- Es ist immer schlimm, auch für dich. - Ich habe da geschrieben, nicht gekämpft.

Ganz was Anderes.

- Ich muss jetzt echt zur Arbeit. - Ich habe ein...

...Interview, ja, weiß ich.

Hey, ich will, dass das mit uns funktioniert.

Was soll ich tun? Wie oft soll ich mich noch entschuldigen?

- Lass das! - Sag mir einfach, wie oft.

Geschehen ist geschehen. Wie oft denn noch?

- Aber ich bin doch jetzt wieder da. - Seitdem ist es noch schlimmer.

- Paul, ich kann so nicht leben. - Dann ändere ich mich.

Ich will mich bessern. Können wir das nicht hinkriegen?

"Hinkriegen"?

Wie denn, wenn das Vertrauen in der Ehe weg ist?

Du willst wegen eines Fehlers alles hinschmeißen?

Es war meine Schuld! Ich habe so fixe Ideen...

Und dass wir mal mitjemandem reden?

Hey, hey, können wir... Können wir heute Abend reden, bitte?

- Können wir... - Da bin ich nicht da.

Ich muss nachdenken.

Du verpasst dein Interview. Ich muss jetzt los.

Ja.

Morgen.

Morgen.

Wie ein Uhrwerk, ihr beiden.

Ich rufe nachher mal an.

HIER ENTLANG

- Guten Morgen. - Tut mir Ieid, bin spät dran. Äh...

Ich musste noch... Tut mir Ieid.

Oh, das waren doch nur fünf Minuten. Bleiben also noch 25, wie vereinbart.

Äh, genau, 30 Minuten heute, morgen und am Freitag.

Alle sind...

„beschäftigt?

Ganz genau, alle sind beschäftigt.

Ist alles in Ordnung?

Oh, ja. Tut mir Ieid, alles gut. Sorry, Paul Asher, vom Herald.

I-Ich weiß, wer Sie sind. Ich kenne Ihre Arbeiten, ich bin ein Fan.

Danke. Oh...

Äh, macht Ihnen das was aus?

Okay, folgende Grundregeln: Die Aufzeichnung hält alles genau fest.

Es gibt drei Sitzungen: heute, morgen und am Freitag.

Ich zeige Ihnen den fertigen Text, behalte aber die Endredaktion.

- Einverstanden? - Einverstanden.

Ich erwarte Großes.

Okay, bitte auf dem Boden bleiben. Meine Texte über Religion

landen normalerweise in der Lifestyle-Rubrik.

- Ach, nicht so bescheiden. - Selbst Horoskope sind wichtiger.

Also Ihre Reportagen aus Afghanistan waren sehr beeindruckend.

- Die haben Sie gelesen? - Jedes Wort. Christen im Kriegseinsatz?

Das muss ein harter Job gewesen sein - für Sie und Ihre Familie.

Für andere war es noch härter. Ich war nur zum Schreiben da.

- Aber ich bin tollen Menschen begegnet. - Ich würde gerne über Ihre Erfahrungen

-dort hören. - Ja, vielleicht ein andermal.

Wir spielen hierja nicht Schach, also reden wir doch über Sie.

- Äh, spielen Sie denn? - Ich? Nein.

- Noch nie? - Naja, als Kind. Jedenfalls...

Aberjetzt nicht mehr?

Mein Vater war oft mit mir hier.

Damals habe ich ein wenig gespielt. Aber egal. Wollen wir?

Okay, heute ist der erste Juni. Bitte sagen Sie Ihren Namen.

Ich heiße Gott. G-O-T-T.

Na schön, gut. Fangen wir an.

- Danke für dieses Interview. - Nun, ich habe zu danken.

- Äh, aber gern geschehen. - Oh, darf ich ein Foto von Ihnen machen?

- Na klar. - Also kein Problem für Sie,

-auf 'nem Foto aufzutauchen? - Nun, ich bin eine Gottheit, kein Vampir.

Dafür sehen Sie recht menschlich aus.

Und wissen Sie was? Für mich sehen Sie gottgleich aus.

Schon klar, Genesis. "Als sein Abbild". Ziemlich witzig.

- Danke sehr. - Also, äh, warum geben Sie das Interview?

Ich rede ständig mit meinen Kindern.

- Also bin ich eines Ihrer Kinder? - Natürlich.

Es gibt einen Namen für Leute, mit denen Sie sonst so reden.

- Glückspilze? - Ich meinte eher Propheten.

Oh, sicher, ja. Aber so nennt man sie, nachdem ich mit ihnen gesprochen habe.

Davorjedoch... Viele waren nicht sehr erfreut, als ich aufgetaucht bin,

jedenfalls nicht gleich.

Klar, ein brennender Busch, eine Säule in Flammen.

Ganz schön dramatisch. Ich wette, die Leute sind durchgedreht.

Oh, das sind sie, das sind sie, aber dann haben sie zugehört.

Und heute brennt kein Busch?

Äh, würde Ihnen das gefallen? Wollen Sie das wirklich?

Okay, äh, was genau würden Sie gerne in Flammen aufgehen sehen?

Etwas in diesem Park vielleicht?

Äh, wie wär's mit dieser Säule? Oder vielleicht der Baum da?

- Nein, natürlich nicht. - Nun, istja auch nicht nötig.

Wir sind ja bereits hier und unterhalten uns.

Also zurück zu meiner Frage: Sind Sie hier, weil ich ein Prophet bin?

Sie ein Prophet? Nun...

Wir, wir unterhalten uns, okay? Das ist schon mal ein Anfang.

Okay. Darauf werde ich wieder zurückkommen.

Gut, Sie sind also Gott. Der Gott.

Der, der Himmel und Erde in sechs Tagen erschaffen hat.

Ja, aber dann habe ich mich ausgeruht.

- Trotzdem, gut gemacht. - Oh, danke.

Ich strenge mich an.

Wollen Sie wirklich nur ein paar biographische Eckdaten

über meine Arbeit hören? Das können Sie doch in einem Buch nachlesen.

Ja, schon, aber meine Leser erwarten von mir auch Fakten.

Fakten, ja. Tja, immer diese Fakten.

Okay, gut. Fahren Sie doch bitte fort.

Äh...

- Wie alt sind Sie? - Zeit hat für mich eine andere Bedeutung.

Ich existiere außerhalb der Zeit.

Schließlich habe ich die Zeit erschaffen.

Genau.

Wo kommen Sie her?

Paul, dieses Interview wäre produktiver, wenn wir die Fragen weglassen würden,

- deren Antworten Sie schon kennen. - Okay. Dann mal weiter.

Paul, ich will mich nicht querstellen. Gerade Sie sollten aber verstehen,

wieso ich verwirrende Antworten gebe.

Wenn...wenn das Wesen Gottes offensichtlich wäre...

Sehen Sie sich die Welt doch an, dann merken Sie, dass es nicht so ist.

Wir versuchen also, Sie zu verstehen, aber Sie kennen alle Fragen und Antworten?

Ja, natürlich. Bereitet Ihnen das Unbehagen?

Sie kennen doch schon die Antwort.

Stimmt, ja, aber eine göttliche Perspektive ist nicht erforderlich.

Sehen Sie es mal aus meiner Perspektive, das ist kein einfacher Prozess.

Schon klar. Wenn man alle Fragen und Antworten kennt,

macht das menschliche Konversation ganz schön schwierig.

Nun ja, wer mag schon Klugscheißer?

Richtig. Okay, Sie sagten "gerade Sie" vor ein paar Minuten.

Sie sagten: "Gerade Sie sollten verstehen, wieso ich verwirrende Antworten gebe."

Was heißt das? Was bedeutet "gerade ich"?

Nun, Sie haben Religionswissenschaften

und Journalismus an der Loyola University studiert,

wo Sie als Jahrgangsbester abgegangen sind.

Dann haben Sie angefangen, für die Online-Redaktion des Herald zu arbeiten,

wo Sie über Fragen des Glaubens und Theologie schreiben.

- Sie kennen also meine Online-Biographie. - Und ich weiß auch Bescheid über Ihre Ehe.

- Wie bitte? - Ich weiß Bescheid über Ihre Ehe.

Oh.

- Fast hätten Sie mich gekriegt. - Das habe ich, nicht wahr?

- Sie warten darauf, dass ich danach frage. - Wonach?

- Nach Beweisen. - Ah...

Dass Sie tatsächlich Gott sind.

Ja, Beweise. Sagen Sie mal, Paul, wenn Sie beten,

fragen Sie dann nach Beweisen, ob Gott Ihnen zuhört?

- Nein, natürlich nicht. - Dann ist das hier Ihr Glückstag.

- Wieso? - Ich bin hier und beantworte Ihre Fragen.

Ich hoffe, dass ich mich kooperativ zeige?

Das tun Sie.

Was sage ich den Menschen, die Ihre Existenz leugnen?

Sagen Sie Ihnen, dass ich das verstehe,

aber dass die Welt, die sie sehen, nur das ist,

und manchmal sieht es einfach nur so aus.

- Eine gute Antwort. - Schön, freut mich zu hören.

Sie sind ein sehr guter Interviewer.

- Danke. - Sie haben Vertrauen hergestellt,

eine Beziehung. Sie sind in keinster Weise herablassend

und Sie suchen vor allem die Wahrheit.

Ja, die Wahrheit wäre cool.

Tja, das ist meine Spezialität.

Okay, die Blitzrunde, in zufälliger Reihenfolge.

"BIitzrunde", das gefällt mir.

- Äh, was ist der Sinn des Lebens? - Zu leben, zu arbeiten, Gott zu dienen

und Fragen zu stellen wie: "Was ist der Sinn des Lebens?"

Stammen die Thora und das Neue Testament von Gott?

Natürlich, aber wie vom Menschen verstanden und vom Menschen übersetzt.

- Es gibt einen gewissen Spielraum? - Nein...nein.

Jeder macht seine eigene Reise, aber es gibt nur einen Weg.

Hat Gott jemals nicht existiert?

- Wollen Sie die Antwort, die Moses bekam? - Okay.

Ich bin der, der ich bin.

Genau. Das hätte ich wissen sollen.

Ja. Und es ist heute genauso wahr wie damals.

- Gibt es den Himmel? - Oh ja, aber er ist mehr als nur ein Ort.

Also ist Satan auch real?

Ja, schon, aber er wird überbewertet.

Überbewertet? Komische Formulierung, wieso denn?

Er hat nur Macht in dem Maße, in dem man sie ihm gibt.

- Was geschieht mit uns nach dem Tod? - Man wird wieder mit der Ewigkeit vereint.

- Dann ist meine Seele unsterblich? - Wäre sie denn eine Seele,

wenn es nicht so wäre?

- Kann ein Atheist moralisch sein? - Sicher, sicher. Man kann ein Haus

ohne Fundament bauen, aber dann sollte man hoffen, dass die Erde nie bebt.

Ist Gott Liebe?

Er prahlt nicht damit, aberja, absolut.

Was ist 2427 mal 648?

1.572.696.

Echt jetzt?

- Tut mir Ieid. Sorry, sorry. - Nein, ist schon okay.

Gott vergibt, aber das ist schon interessant.

- Wieso denn? - Das sind viele gute Fragen,

aber die eine, die ich fast immer höre, haben Sie noch nicht gestellt.

- Und welche ist das? - Na raten Sie doch mal.

Warum passiert guten Menschen Schlimmes?

- Ganz genau. - Nein, die ist nicht auf meiner Liste.

Ich mag diese Frage nicht so gern.

Nein? Wieso denn nicht?

Weil das eigentlich keine Frage, sondern eine Beschwerde ist.

Sie bedeutet: "Warum passiert mir Schlimmes?"

Wer das fragt, nimmt an, ein guter Mensch zu sein,

-was mir arrogant vorkommt. - Aber Paul,

es gibt wirklich gute Menschen, denen Schlimmes widerfährt.

Das ist eine große Frage.

- Ja, ich weiß. - Ich beantworte Sie, wenn Sie wollen.

Nein. Machen wir weiter.

OkaY-

Existiert der freie Wille, und wie bringen wir ihn mit Gottes Willen überein?

- Endlich. -"Endlich"? Was soll das heißen?

Äh, das ist ein Adverb und bedeutet: "Wurde ja Zeit".

Sehr witzig. Tun Sie nicht so.

Nun, endlich kommen Fragen, die Ihnen wichtig sind.

- Mir sind alle Fragen wichtig. - Ja, mag sein,

aber manche Antworten sind Ihnen wichtiger als andere.

- Hören Sie, es geht hier nicht um mich. - Wirklich?

- Gibt es einen freien Willen? - Habe ich Sie zu diesem Treffen gezwungen?

Würde ich das denn wissen?

Das erinnert mich an einen alten Witz. Ein Schüler geht zu seinem Rabbi und sagt:

"Rabbi, warum beantworten Sie und die anderen Rabbis meine Fragen immer

mit weiteren Fragen?" Und der Rabbi entgegnet:

"Wie sollen wir denn antworten?"

Sie haben nicht über Gottes Witz gelacht. Was sagt das über den freien Willen aus?

Natürlich gibt es den freien Willen, Paul. Jeder weiß, dass das die Wahrheit ist.

Das Fundament menschlicher Gesetze beruht auf der Existenz eines freien Willens.

Wenn Sie eines Verbrechens angeklagt sind,

versuchen Sie doch mal, Gott die Schuld dafür zu geben.

Basiert also jede menschliche Handlung auf freiem Willen?

Natürlich nicht. Genauso wenig wie der freie Wille

ein amputiertes Bein nachwachsen lässt.

Also geschieht etwas und Gott sagt: "Hey, Mann, ich war's nicht."

Nein, nein. Sie müssen wissen, dass sich mein Wille

und der menschliche freie Wille nicht widersprechen,

da sie nicht zwei Versionen derselben Sache sind.

Sie greifen aber perfekt ineinander. So habe ich es entworfen.

Doch wo fängt das eine an und hört das andere auf? Sehen Sie mein Problem?

- Ja, ich glaube schon? - Ach ja?

Ist das Problem, dass Sie Gottes Plan nicht vertrauen

-oder sich selbst nicht vertrauen? - Oh, klasse! Wenn Gott einen Plan hat,

bin ich abgesichert, ja? Dann bleibe ich im Bett,

-das gehört sicher auch zum Plan. - Sie wissen, das habe ich nicht gemeint.

Also gut, nehmen wir Schach. Die Figuren interagieren, es gibt Regeln.

Ein Geben und Nehmen. Aber nie stehen zwei Figuren gleichzeitig auf einem Feld.

So ist es auch bei uns beiden.

Menschen treffen Entscheidungen, die wiederum Konsequenzen haben.

Wenn mein Wille Teil jeder menschlichen Entscheidung wäre,

wie würde dann je etwas geschehen, hm?

Sie wären ja schon mit der Entscheidung überfordert,

ob Sie die Zähne vertikal oder horizontal putzen.

Dann kann man Gottes Wille nicht erkennen?

Nein, gar nicht. Paul, ich sage Ihnen doch nur,

was Sie schon wissen.

Treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen und leben sie dann danach,

ganz egal, wie Sie dazu gekommen sind.

Welche Aspekte meines Willens waren bei Ihrer Reise nach Afghanistan wichtig?

Oder war sowieso alles mein Wille und Sie dachten: "jetzt oder nie"?

Äh, das war schon etwas komplizierter.

Sie sind über 10.000 Kilometer in ein Kriegsgebiet gereist, Paul.

Ein Krieg verändert Menschen.

Ihnen war doch klar, dass so eine Reise Konsequenzen

für Sie und Ihre Familie haben würde.

Oder dachten Sie etwa, dass es bei Ihnen anders wäre?

Ich hoffte, Gott würde auf mich aufpassen.

- Sie hofften? - Ich betete.

Ich betete für meine Sicherheit und dass die Soldaten, die ich traf,

sicher nach Hause kommen. Ich betete, dass es meiner Frau gut geht

und ich keine Dummheiten mache. Ich betete viel.

- Wurden Ihre Gebete denn erhört? - Ein paar, ja. Die meisten aber nicht.

Möchten Sie darüber sprechen?

- Sind Sie die Beschwerdeabteilung? - Ich hörte, ich werde gebraucht,

-also bin ich gekommen. - Also ist das gar kein Interview,

-sondern eine göttliche Intervention? - Ja, aber nicht so, wie Sie denken.

Woher wissen Sie das?

Heben wir uns das für morgen auf.

- Ziemlich Schräges Interview. - Na gut,

dann nennen wir's eine Unterhaltung. Besser?

Ddafür werde ich nicht bezahlt.

Oh, deshalb sind Sie hier, wegen Geld.

Wieso sind wir hier?

Ich wurde gebraucht, also komme ich.

Ein einfaches Danke würde völlig reichen.

Wieso verdiene gerade ich Ihre Aufmerksamkeit?

- Tun Sie das denn nicht? - Also wollen Sie mich retten?

- Bedürfen Sie denn Rettung? - Tut das nicht jeder?

Ja. Aber wir werden das diesmal etwas anders handhaben.

- Ach ja? - Ich werde Ihnen helfen.

Sie werden mir helfen?

- Ich verstehe nicht. - Ich weiß.

Ich weiß. Aber das werden Sie noch.

- Und nun... - Unsere Zeit ist um.

Klar.

- Also sehen wir uns morgen wieder? - Sicher. Gleicher Ort, gleiche Zeit?

Das entscheidet sich noch.

Jetzt im Ernst, was soll das Ganze?

Lassen Sie uns morgen reden.

- Ja, äh, Paul Asher. - Hey, ich bin's.

Oh, äh, hi.

Also, was ist heute Morgen passien'? Hat sie dich verlassen?

Keine Ahnung. Äh, ich weiß es nicht.

Oh, du klingst ein bisschen...

Tut mir Ieid, ich...kam gerade erst ins Büro.

Ich hatte einen total merkwürdigen Vormittag.

Treffen wir uns nachher?

Paul? Bist du noch dran?

Oh, oh. Hey, äh, kann ich dich nachher zurückrufen?

Oh ja, ja, okay. Versprochen?

- Ja, klar, okay. - Paul...

Okay, danke, bis bald. Okay, bye, bye.

- Hey, Gary. - Ja, hey.

Was machen Sie hier?

Ja, ich weiß, tut mir Ieid...

Und dennoch sind Sie hier.

Bezahlte Freistellung bedeutet, wir bezahlen Sie noch, oder?

Ja, der Personalchef hat's mir erklärt.

Und wie viel Zeit haben Sie seit Ihrer Rückkehr freigenommen?

Ich glaube, die Antwort, nach der Sie suchen, ist: keine. Paul.

Ihnen ist schon klar, dass es keine Schande ist,

sich etwas Zeit zu nehmen. Oder?

Ja, danke. Aber ich musste... Haben Sie meine Nachricht bekommen?

- Versuchen Sie, vom Thema abzulenken? - Ja. Hat's funktioniert?

- Schon verstanden, alles okay? - Ja, war nur'n verrückter Vormittag.

- Ich bin da an etwas dran. - Das meinte ich nicht.

Oh ja, ja. Es geht mir gut, danke.

Was ist mit Sarah? Der Familie? Wie geht's ihr so?

Es geht ihr gut. Ich richte ihr Grüße aus.

- Hey, Gary, entschuldigen Sie... - Grüße zurück.

- Könnten Sie hier unterschreiben? - Ja.

- Und hier. - Schicken Sie's raus.

- Danke.

- Also, was brauchen Sie? - Was meinen Sie?

- Naja... - Oh.

Ihre Nachricht von heute Morgen.

Ja. Äh...

Ich habe einen Freund, der braucht etwas Hilfe.

- Ein Freund, wirklich? - Wow, nein, ich bin es nicht.

Es ist ein Typ, den ich vom Einsatz kenne. Er hat Probleme, seit er zurück ist.

- PTBS? - Ich denke schon.

Okay, ja. Kommt er zurecht?

Ich hoffe es. Manchmal ist es einfach schwierig,

Gottes Plan inmitten eines Krieges zu erkennen.

Ja. Also wie kann ich helfen?

Er muss schnell mit jemandem reden, mit einem Profi.

Und den suche ich jetzt.

Er ist 'n guter Kerl, ein Kriegsheld. Kennen Sie irgendwen?

- Was ist mit dem Veteranenamt? - Nun...

- Dafür sind die doch da. - Er arbeitet nun für die Regierung,

-das könnte Probleme geben... - Ja, ja, ja, ja. Ja.

Also, ich kenne jemandem beim Interfaith Center, sie ist ziemlich gut.

Sie ist echt gut. Ich war bei ihr, als Ann mich verlassen hat.

- Wann war das? - Letztes Jahr.

- Das wusste ich nicht, tut mir echt Ieid. - Ach, ich hab's nicht rumerzählt und Sie

-waren die meiste Zeit fort, also... - Sie haben nie etwas gesagt.

Es ging Ihnen gut, zumindest schien es so.

Tja, so ist das eben. Manchmal gibt es keine Anzeichen für Probleme.

Deshalb ist es echt gut, dass Ihr Freund, dieser...

- Matt. -...Matt sich an Sie gewendet hat.

- Ja. - Ich höre mich mal um und sage Bescheid.

- Okay, danke. - Sie können auf mich zählen, klar?

- Ja. - Das wissen Sie.

- Weiß ich. - Okay.

- Woran arbeiten Sie gerade? - Oh, äh, das werden Sie mir nicht glauben.

- Ich führe ein Interview. - Okay. Mit wem?

Mit Gott.

- Ernsthaft? - Ja. Ja, ist so.

Ich mag es. Das ist eine großartige Idee.

Ihnen gefällt's? Ich wollte schon einen Rückzieher machen.

Nein, nein, nein, nein, nein. Für Ihren Blog?

- Oder ist das vielleicht was Größeres? - Ich...ich weiß nicht.

- Was meinen Sie mit größer? - Printausgabe, Spalte vier,

Human lnterest, jeden Donnerstag. Ja. Ja.

Auf der ersten Seite. I-Ist das ein Scherz?

Wird höchste Zeit, dass Gott mal auf Seite eins kommt, oder?

- Doch, klar. - Okay.

Aber was ist mit den Kollegen? Wird das nicht einigen übel aufstoßen?

Nein, eigentlich nicht. Ich glaube, Sie stoßen jetzt schon übel auf.

- Okay. Danke. - Wie viele Worte?

Keine Ahnung.

Okay, okay. Das wird super werden, das ist toll.

Okay, fürs erste bleibt das unter uns, ja?

- Ja, gut. - Ich kümmere mich darum.

OkaY-

Ein Interview mit Gott.

Das ist sehr cool, sehr cool.

Hi, hier ist Sarah. Sprecht nach dem Gepiepse.

- Einen schönen Tag noch! - Hey, Sarah, ich bin's.

Äh, ich würde gerne unser Gespräch fortführen.

Wir können das wieder hinkriegen.

Ruf mich bitte zurück. Okay, bye.

Ist Gott Liebe ?

Er prahlt nicht damit, aber ja, absolut.

Was ist 2427 mal 648?

1.572.696.

600...

Echt jetzt?

1.572.696.

Sarah?

I-Ich weiß, wer Sie sind. Ich kenne Ihre Arbeiten, ich bin ein Fan.

Christen im Kriegseinsatz? Das muss ein harter Job gewesen sein -

für Sie und Ihre Familie.

Sie sind über 10.000 Kilometer in ein Kriegsgebiet gereist, Paul.

Krieg verändert Menschen. Ich helfe Ihnen.

Ich verstehe nicht. Nochmal:

Sind Sie hier, weil ich ein Prophet bin?

Aber Paul, es gibt wirklich gute Menschen, denen Schlimmes widerfährt.

Gerade Sie sollten verstehen, wieso ich verwirrende...

Verfrauen Sie nicht Gottes Plan

oder vertrauen Sie nicht sich selbst?

Ich heiße Gott. G-O-T-T.

- Das erinnert mich an einen alten Witz. - Was soll das Ganze?

Was genau soll in Flammen aufgehen?

Bin ich ein Prophet? Es geht nicht um mich.

- A ch ja ? - Wieso sind wir hier?

-...haben Konsequenzen. - Sie wollen mich retten?

Wenn mein Wille Teil jeder menschlichen Entscheidung wäre,

wie würde dann je etwas geschehen? Ihre Reise nach Afghanistan, welche...

Gerade Sie sollten... Ich weiß auch Bescheid über Ihre Ehe.

Wenn Gott einen Plan hat, bin ich...

Ich weiß auch Bescheid über Ihre Ehe.

- Können wir heute... - Ich weiß nicht.

Wenn das Vertrauen in einer Ehe...

- Wie oft soll ich mich...? - Hör auf...

Das Geschirr ist mir egal!

Man weiß nie.

Sarah?

Hallo?

Wer ist da?

Hallo?

Hallo?

- Wer ist da? - Ruhe!

Morgen.

Morgen.

- Bleibt Sarah heute zu Hause? - Ja.

- Schafft sie das Wetter? - Äh, ja, scheint so.

Echinacea. Das nehme ich immer.

- Ich sag's ihr. - Gut.

EIN THEATER VON WELTKLASSE DAS KINGS THEATRE HEISST SIE WILLKOMMEN

Hallo?

Hallo?

Arbeiten Sie hier?

Warum fragen Sie?

Meine Mum hat hier gearbeitet, vor langer Zeit.

Dürfen wir überhaupt hier sein?

Los, kommen Sie zu mir.

Oh, Sie sehen heute nicht so gut aus, Paul.

- Alles in Ordnung? - Mir geht's gut.

W-Was ist mir Ihrer Hand?

Lassen Sie uns anfangen.

Wir können auch heute auslassen und morgen weitermachen,

-wenn das besser ist? - Nein, schon gut. Ich bin hier,

Sie sind hier. Machen wir einfach weiter, wo wir aufgehört haben und

- Iiefern ein gutes Interview ab. - So richtig gut sahen Sie gestern

auch nicht aus. Ich bin etwas besorgt.

Gestern sind wir vom Thema abgekommen, das hätte professioneller ablaufen müssen.

- Ich entschuldige mich dafür. - Das brauchen Sie nicht.

Sie waren extrem professionell, was ich ja auch gesagt habe.

Danke, aber es darf nicht passieren, dass ich Teil des Interviews werde.

Also kommen wir nun zurück zu Ihnen und...machen ein gutes Interview.

Wollen wir?

Okay, Aufnahme. Zweiter Juni, Paul Asher interviewt Gott.

Also, ich glaube, das Grundlegende haben wir gestern ganz gut behandelt.

- Wo waren wir? - Sie fragten, warum ich hier bin.

Genau, sorry. Wieso sind Sie hier? Wieso ein Interview?

Ich würde gerne über Erlösung sprechen, Paul.

Okay, gutes Thema, das ist ein Fortschritt. Erlösung.

- Was meinen Sie damit? - Was denken Sie, was ich damit meine?

Oh, ich will mich nicht querstellen, aber wir sollten den Begriff klären,

bevor wir darüber reden, oder? Erlösung hat unterschiedliche Bedeutungen.

- Ja, das ist sehr persönlich. - Das Allerpersönlichste, und am Ende,

also wortwörtlich am Ende, gibt es nichts Persönlicheres als Erlösung.

Da sind nur Sie und Ihre Seele. Noch persönlicher kann's nicht werden.

- Keine Widerrede. - Wenn ich frage, was es für Sie ist,

will ich damit nur Ihre Fragen richtig beantworten.

Deshalb sind wir hier, oder? Sie stellen Fragen, ich antworte.

Okay. Also, Erlösung bedeutet Verschiedenes für verschiedene Menschen.

Ich als Christ antworte aus dieser Perspektive.

Das ist die Vollkommenheit mit dem All- mächtigen und die Vergebung aller Sünden.

Ausgezeichnet, eine sehr gute Definition.

Ja, das ist genau der Kern der Sache.

- Danke. - Aber Sie überspringen

dabei die jahrtausendealte Diskussion, wie man dorthin gelangt.

Ich glaube an Jesus, also bin ich versorgt.

- Oh, sind Sie sich da so sicher? - Was soll das heißen?

- Nichts, ich frage nur. - Wie schon gesagt,

dieses Interview geht um Sie, und ich habe Ihnen geantwortet, also...

- Erlösung. - Erlösung. Okay.

Also, im Interesse unseres Gesprächs

nehmen wirjetzt mal an, dass ich ein Fabrikant bin

und Sie sind ein Konsument.

Und jetzt sagen Sie mir: Wie bewerten Sie das Produkt?

Erlösung als ein Produkt?

- Das kann nicht ihr Ernst sein. - Doch, das ist es.

Sehen Sie es als Marktforschung, das haben Sie sicher schon öfter gemacht.

Eine von diesen Online-Umfragen eben. "Wie bewerten Sie unser Produkt?"

Okay, legen wir los.

Einerseits gibt es nichts besseres. Vergebung der Sünden,

ewige Vereinigung in Gott, nach einem Leben auf der Erde? Wow!

Wer will das nicht? So etwas verkauft sich von selbst.

Freut mich, dass Sie das so sehen.

- Andererseits... - Andererseits was?

Andererseits ist es das einzige Produkt, das nach Gebrauch zurückgegeben wird.

Und dafür gibt es nur eine Möglichkeit.

- Jeder will doch in den Himmel. - Aber niemand will sterben, genau.

Diese Komplikation wird nur dadurch abgeschwächt,

dass jeder stirbt. Bei dem Produkt geht es also nur um das Wann,

-nicht das Was. - Ich wusste es, dass Sie darin gut sind.

Ja, ich hätte Marketing studieren sollen. Also, fahren wir fort.

Äh, was fehlt denn noch?

- Ernsthaft? - Einen Aspekt haben Sie ausgelassen,

den ich als erstes erwähnt hatte: das Wie.

Wir können es auch "Anleitung" nennen, um im Bild zu bleiben.

Na schön, aber danach müssen wir echt weitermachen.

OkaY-

Okay, also...die Anleitung.

Die Anleitung ist überall verfügbar, das ist gut.

Äh, die Bibel ist ein Bestseller, Jahr für Jahr, aber...

"Aber"?

- Die Anleitung ist etwas verwirrend. - Niemand hat gesagt,

-es sei leicht, meinen Willen zu erkennen. - Aber das istja nicht das Problem.

- Die Schriften sind voller Regeln. - Ja, stimmt. Mir fallen spontan 10 ein.

Aber das ist das alte Testament. Das Neue Testament ist anders.

- Mit Gottes Sohn wurde alles anders. - Das stimmt.

Jesus war superdeutlich. Johannes, 14:6: "Ich bin der Weg.

- Niemand kommt zum Vater denn durch mich." - Völlig klar.

- Aber das stimmt nicht! - Nein?

- Weil jeder ein Sünder ist. - Ja...

Wenn uns nur der Glaube rettet, wieso sollte man dann noch Regeln folgen?

- Aber reicht der Glaube aus? - Du bist ein Mörder? Egal. Ein Lügner?

Passt. Ein Schürzenjäger? Hey, jeder macht Fehler.

- Und? Wo liegt das Problem? - Das Problem ist...

"Das Problem ist...?"

- Was ist das Problem, Paul? - Tut mir Ieid,

-ich bin nicht die Story. - Überprüfen Sie das,

ich habe da nie zugestimmt.

Was wollen Sie?

Mal ehrlich, was soll das? Sie wollen wohl etwas von mir,

-nur weiß ich nicht was. - Beim brennenden Busch Iief das so gut.

- Ich rede, die Leute hören zu. - Ich wollte dieses Treffen,

weil ich mir etwas versprochen habe. Von der Idee hinter dem Interview.

Ich habe Ihnen vertraut, aberjetzt wird klar,

dass Sie etwas ganz anderes wollen. Das, was immer das auch sein soll.

Geben Sie mir was! Was wollen Sie von mir?

- Helfen meine Rechenkünste? - Ja, das war beeindruckend,

aber einige Leute können das halt. Wie heißen die, Savants?

Na gut, okay. Ich geben Ihnen etwas.

- Aber es könnte Ihnen nicht gefallen. - Ah, endlich. Okay, raus damit.

Alles klar. Nichts für ungut, aber Sie scheinen da etwas falsch zu verstehen,

was die Natur des Glaubens angeht.

Nein, kaum. Ich war schon immer gläubig.

Da haben wir's.

Verstehen Sie? "Ich war schon immer gläubig."

Paul, verstehen Sie?

Egentlich nicht. Was meinen Sie?

Wir greifen es nochmal auf.

Paul, denken Sie je daran, wie die Welt aus meiner Perspektive aussieht?

Ich meine...

Aus der Perspektive Gottes?

Ehrlich gesagt, nein. Wie sollte ich das tun,

-wie ist das überhaupt möglich? - Nun gut, in Ordnung.

Aber stellen Sie sich mal vor, Sie würden jede menschliche Tat kennen,

jeden Gedanken, jede Hoffnung, jedes Laster.

Aber genauso würden Sie all die Einsamkeit kennen, und den Schmerz

und...und die Leere des Lebens.

Und jetzt multiplizieren Sie das mitjeder menschlichen Seele, die je existiert hat.

- Den Job würde ich nicht wollen. - Warum nicht?

Weil das erdrückend wäre.

Es gibt so viel Unglück auf der Welt.

Ich arbeite für eine Zeitung, da sehe ich jeden Tag schreckliche Dinge.

Unglück, das über anständige Leute hereinbricht.

Ehrbare Leute, die sich fragen, warum es ihnen passiert.

Was würde ich denen sagen? "Vertraut mir"? "Ich habe einen Plan"?

Nein, danke.

Dieses ganze Elend auf der Welt

würde mein Herz brechen.

Sagen Sie, wieso ist Ihnen das nicht egal?

- Was meinen Sie jetzt damit? - Wieso würde es Ihr Herz brechen?

Weil es mir nicht egal ist. Ich habe Empathie für meine Mitmenschen.

Und wodurch entstand diese Moral?

Sie werden "durch Gott" hören wollen, aber eigentlich habe ich keine Ahnung.

Durch den freien Willen vielleicht, Paul?

Der freie Wille existiert. Und was wäre das schon für eine Moral,

-wenn ich sie aufzwingen würde? - Okay, gut zu wissen, es liegt an mir.

Wann kommt der Teil, den ich nicht mag?

Wenn Sie denken, dass Glaube ausreicht -was er nicht tut, aber wenn es so wäre-,

würden Sie eine unmoralische Person werden?

- Bin ich vielleicht schon unmoralisch? - Sie sagten eben, Sie haben Empathie,

und ich glaube Ihnen.

Was müssten Sie also tun, dass ich Ihnen unmöglich vergeben könnte?

Paul, ich habe Ihnen eine sehr wichtige Frage gestellt.

Äh, ich...ich möchte nicht darüber reden. Können wir bitte das Thema wechseln?

Wieso?

- Weil es persönlich ist. - Aber ich weiß alles.

- Das tun Sie nicht. - Doch, das tue ich.

Nein! Und mein Leben ist nicht das Thema dieser Unterhaltung.

Und ob, Paul. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll,

-aber Sie müssen mir zuhören. - Okay, das war genug für heute, danke.

Na gut, fragen Sie mich, was Sie wollen.

Das habe ich ja getan, aber es hat nichts gebracht!

Ich habe erst einmal akzeptiert, wer Sie sind,

aber ich frage und frage, und Sie weichen mir nur aus!

Ich versuche, Ihre Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

-"Gut" für wen? - Für Sie natürlich.

Jetzt sind wir an dem Punkt, der mir nicht gefällt.

- Es könnte noch schlimmer werden. - Glaube ich nicht.

- Reden wir doch mal über Ihre Ehe. - Nein! Nein, das werden wir nicht.

Es ist völlig unangebracht, dass Sie davon anfangen!

Mein Privatleben ist tabu, und meine Ehe erst recht!

Oh, und da sind Sie sich so sicher?

Sind Sie etwa... Hat Sie etwa jemand hierzu angestiftet?

Paul, Paul, das istjetzt paranoid. Ich bin nur hier, um zu helfen.

- Danke, aber ich komme schon alleine klar. - Ist das so?

Ich komme klar! Warum machen Sie das?

Machen Sie das mit allen Menschen so? Ist es das, was Sie machen -

herumlaufen und Mist Iabern?

- Wieso bin ich hier? - Oh diese Frage höre ich viel zu oft.

Ich meine hier, in diesem Theater. Wieso bin ich hier?

Weil ich Ihnen helfen möchte, wenn Sie es zulassen.

Danke, schon okay. Alles ist unter Kontrolle.

Oh, na dann, das...das freut mich sehr zu hören,

denn Ihre Zeit ist beinahe abgelaufen.

Die restlichen fünf Minuten schenke ich dem nächsten Propheten.

Nein, Paul, ich meinte, Ihre Zeit ist beinahe abgelaufen.

- Was soll das heißen? - Genau das.

"Abgelaufen", das ist so kryptisch. Was soll das heißen?

- Meinen Sie... - Ja.

- Soll das heißen... - Ja. Es tut mir sehr Ieid.

- Ist das ein Scherz? - Nein. Kein Scherz, Paul.

- Tut mir Ieid. - Was für ein kranker Scherz.

Wieso sagen Sie mir das?

Sie haben es doch selbst gesagt, Paul.

Beim Sterben geht es nur um das Wann. Wieso sollte das Wann nicht jetzt sein?

- Dieses Interview ist vorbei. - Nein, morgen noch.

- Es gibt kein Morgen! - Ich sage Ihnen noch wo,

-falls Sie es sich anders überlegen. - Niemals!

Wieso habe ich mich hierauf eingelassen?

Sie haben um Hilfe gebetet, Paul, deshalb bin ich hier.

Und bei einem Interview fühlt sich ein Journalist doch am wohlsten.

Tja, herzlichen Glückwunsch, da liegen Sie absolut falsch.

- Ich fühle mich alles andere als wohl! - Die Erlösung existiert, Paul.

Und Sie können sie auch erfahren, wenn Sie denn etwas sehr Wichtiges verstehen.

Glaube ist nichts, was man einfach haben kann,

nicht im herkömmlichen Sinn. Denn der Glaube ist nicht das Ziel.

Der Glaube ist nur der Prozess,

ganz ähnlich wie bei einer Ehe. Die Gelöbnisse sind nicht das Ende,

sondern erst der Anfang. Man braucht Zeit und Hingabe,

jeden Tag.

Wow.

Paul.

Paul!

Möchten Sie gern wissen, wann es passiert?

Nein.

W-Was tust du denn hier?

Du hast nie zurückgerufen.

Äh, ja. Entschuldige, ich hatte einen üblen Tag gestern und...

Ja, deshalb habe ich doch angerufen.

Hey! Wie wär's mal mit "Hallo, schön dich zu sehen"?

Tut mir Ieid, tut mir Ieid. Hi. Äh, könnten wir...

- Könnten wir woanders... - Okay.

Du warst weg, bist nicht ans Handy.

Ich war in einer Besprechung und hatte es aus, sorry.

- Willst du mal über gestern reden? - Nein, eigentlich nicht.

Wäre das nicht besser?

Okay, was gibt's zu sagen?

Wieso redest du, als ob ich eine Fremde wäre?

Sie hat mich gestern verlassen. Kann ich bitte mal etwas durchatmen?

Ich weiß, ich...ich mache mir nur Sorgen um dich.

Ich weiß. Tut mir Ieid. Das weiß ich ja, es ist nur...

Soll ich verschwinden?

Paul, du weißt, dass das nicht deine Schuld war. Es gibt keinen Schuldigen.

Natürlich war es meine Schuld.

Warum muss unbedingt jemand schuld sein?

Manches im Universum, im Leben passiert einfach.

Nun, das sehe ich etwas anders als du.

Ich weiß, und das ist etwas, das ich an dir immer sehr geschätzt habe.

Du hast eine Stärke und Gewissheit, die ich nie hatte.

Aber das hier, das war meine Schuld.

- Wieso? - Ich hätte nie weggehen sollen.

- Wohin, nach Afghanistan? - Das war so dumm.

Ich hatte nie mögliche Folgen bedacht. Ich war so dumm.

- Denkst du das wirklich? - Ja, das denke ich.

- Nein, Paul. - Was?

- Was? - Sarahs Affäre war vor deiner Abreise.

Oh Gott, tut mir Ieid. Tut mir Ieid, ich dachte, du weißt das.

Gib mir eine Minute, bitte. Eine Minute.

- Etwas zurück, bitte! - Entschuldige.

Oha, was ist denn hier los? Ich rufe zurück.

- Was auch los ist, warum in meinem Büro? - Äh, tut mir Ieid. Hi.

Ich...ich bin Grace, die Schwägerin von Paul. Sarahs Schwester.

- Hi. - Ich bin ein Fan von ihr.

Danke. Äh, tut mir Ieid, wir haben einfach Ihr Büro besetzt.

- Ganz genau. - Könnten wir noch ein paar Minuten haben?

- Tut mir Ieid... - Paul?

Ist das okay, Gary?

Na schön. Hey, ich habe da jemanden für Ihren Freund, okay?

Hier ist die Nummer. Er kann heute schon drankommen.

Ich lege sie hier hin.

Danke.

Er hat keine Ahnung, oder?

- Nein - Du solltest mal mitjemandem reden.

Mit mir oderjemand anderem.

Ich möchte mit Sarah darüber reden, aber Sie ruft nicht zurück.

Keine Ahnung, wo sie ist. Bei dem Typ?

Nein, ist sie nicht, wirklich. Das ist vorbei.

- Woher willst du das wissen? - Sie ist bei mir.

- Was? Wieso hast du nichts gesagt? - Paul, bitte.

- Sag ihr, sie soll mich anrufen. - Das geht nicht, tut mir Ieid.

- D-Du musst Geduld haben. - Wieso?

- Du musst ihr Zeit geben. - Ich soll ihr Zeit geben? Wie viel?

- Einen Tag, eine Woche, einen Monat? - Paul, ich kenne dich seit ich 18 bin.

Du bist das Beste, was Sarah je passiert ist.

Und wir werden immer eine Familie sein. Deshalb bin ich heute hier.

I-Ich weiß nicht, warum das passiert ist, aber

du solltest echt mit jemandem reden.

- Ja, das werde ich. - Versprochen?

Versprochen, ja. Danke fürs vorbeikommen. Danke.

- Eine Umarmung? - Ja.

Hey, Matt. Ich bin's.

Ja, deswegen rufe ich an. Ich schick's dir gleich rüber.

Wenn du Zeit hast, kommst du sofort dran, noch heute.

Ja.

Okay, viel Glück. Sag Bescheid, wie's war. Ruf mich danach an, ja?

Äh, tust du mir einen Gefallen? Einen großen Gefallen?

Ich führe da ein Interview, was irgendwie komisch wird...

Tja, das ist es, ich...ich weiß nicht.

Kannst du mal ein Foto von ihm durch die Datenbank laufen lassen, ist das möglich?

Wirklich?

Nein, das ist perfekt, morgen reicht.

Okay, bis dann.

Was ist los?

- Tut mir Ieid... - Was ist los?

Gibt's Probleme mit der Story?

Reden Sie schon.

Sarah hat mich verlassen. Gestern.

Tut mir Ieid. Wieso haben Sie nichts gesagt?

Seit der Reise gab's Probleme. Hätte ich nur was gesagt...

Ich weiß gar nicht warum...

- Ist es wegen Afghanistan? - Das...das dachte ich, aber

es ist wohl ein größeres Problem, ein älteres Problem.

- Ich versuch's rauszufinden. - Gut. Nehmen Sie doch jetzt die Pause, hm?

- Ja. Ja, vielleicht. - Okay, gut.

- Denken Sie, das renkt sich wieder ein? - Keine Ahnung,

-vielleicht ist sie ohne mich besser dran. - Sagen Sie das nicht.

Denken Sie das niemals.

Als Ann weg war, bin ich etwas durchgedreht.

Ich hatte Gedanken, die mir völlig fremd waren.

Verrückte, schräge Gedanken. Manches davon kam wohl von dem Schlag,

den verletzten Gefühlen, aber das Schlimmste für mich war

-diese schreckliche.„Enttäuschung. - Gary, lassen Sie's gut sein...

Nein, hören Sie mir zu. Hören Sie zu.

Ich...hatte schon immer düstere Gedanken darüber,

wie mein Leben aussehen, was alles passieren könnte -

also Armut, schreckliche Krankheiten, so etwas.

Aber ich habe mir nie vorgestellt, dass meine Ehe scheitern könnte.

War das naiv? Schon, oder?

Ganz ehrlich, wieso sollte es mir nicht passieren?

Wegen meines Glaubens? Macht mich das zu etwas Besonderem?

- Na, etwa nicht? - Doch.

Doch, so ist es, ganz genau so.

Der Glaube war es, der Ann und mich gerettet hat.

Wir haben Hilfe gebraucht und es hat gedauert,

aber er war für uns da, als wir ihn gebraucht haben.

Sie müssen einfach klarwerden.

Ja, ich weiß. Ich versuch's.

- Lieben Sie Sarah noch? - Das wissen Sie doch.

Okay, okay. Dann finden Sie Ihre Hoffnung

und regeln Sie das. Sie schaffen es.

- Was, wenn Zeit ein Faktor ist? - Was? Was heißt das, wovon reden Sie?

Tut mir Ieid, vergessen Sie's. Es ist nur...

Gary, dieses Interview, das...

Ich weiß auch nicht, es frisst mich auf.

- War das die letzten Tage los? - Ja, genau.

Ist das echt ein Interview?

Ja, ist es. Ja.

Mit Gott?

- Okay. - Die Printleute wissen schon davon, oder?

Ja.

- Sie fanden es toll. - Aber Gary, sehen Sie mich an.

Meine Frau hat mich verlassen, ich heule mir die Augen aus.

Es gibt zunächst wohl einiges zu klären.

Hören Sie. Regeln Sie das,

kümmern Sie sich um sich.

Und dann werden Sie klar!

- Danke, Gary, - Ja.

Komm schon, geh ran, geh ran.

Jetzt bin ich fast ran, ich wollte mit ihm reden.

- Und wieso dann doch nicht? - Weil ich meine Ehe zerstört habe.

Sarah? Sarah, mir geht's echt schlecht, okay? Ich muss mit dir reden.

Kannst du mich gleich zurückrufen? Es ist wichtig.

Bitte ruf mich zurück. Okay, bis dann.

Warte, was zur...

Wer nimmt schon eine untreue Frau zurück?

Er hat gearbeitet oder war in der theologischen Bibliothek.

Er geht nicht mehr zur Kirche, weil er den Glauben verloren hat.

Das alles meinetwegen.

- Er war weg. - Du weißt nicht, was ich tat.

Nun, du bist ein Mensch.

Du kennst mich ja.

Ich glaube zwar nicht an diesen ganzen beten-zu-Jesus-Quatsch,

aber...vielleicht solltest du das tun.

Du rätst mir zu beten?

Kann nicht schaden.

Ich kann's nicht ungeschehen machen.

Das ist nicht wiedergutzumachen. Niemals.

OkaY-

Warum zeigt er sich mir, statt vor mir verborgen zu bleiben?

Was bin ich für mich selbst? Niemand liebte mich.

Wer bin ich?

OkaY-

OkaY-

Kannst du mich hören?

- Wieso? Weil es persönlich ist. - Aber ich weiß alles.

- Das tun Sie nicht. - Doch, das tue ich.

Nein! Und mein Leben ist nicht das Thema dieser Unterhaltung.

Und ob, Paul. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll,

-aber Sie müssen mir zuhören. - Okay, das war genug für heute, danke.

Na gut...

- Willkommen zurück. - Danke.

Ich habe noch ein paar Fragen.

Heute ist unser letztes Interview

-und ich will zu einem Fazit gelangen. - Gut, das will ich auch.

- Ich mache das schon! - Gut.

Danke.

Okay, Aufnahme am Freitag, 3. Juni. Letztes Interview.

- Sind Sie der einzig wahre Gott? - Ich bin der einzig wahre Gott.

- Ihr Italienisch ist sehr gut. - Zwei Semester in Rom.

Gut investierte Zeit.

Das waren verstörende Neuigkeiten gestern.

- Waren es wirklich Neuigkeiten? - Sie sind hier, weil ich gebetet habe.

- Sie wollen helfen. - Genau.

Und dann sagen Sie, ich sterbe. Wie hilft das?

Nun, Sie als Journalist schätzen doch sicher den Wert einer Deadline.

Tut mir Ieid. Ich wusste, das bringt Sie zurück.

- Dann war das nur Manipulation? - Ich würde eher Motivation sagen.

- Und da sind Sie. - Sie haben mich gelenkt?

- Ja, natürlich. - War das von Anfang so?

- Vielleicht brauchten Sie das ja. - Ist das Ihr Job?

Paul, ich hab's Ihnen gesagt. Ich spiele eine aktive Rolle

im Leben aller meiner Kinder. Also vergeuden wir keine Zeit mit Sachen,

die Sie schon wissen, und machen weiter, ja?

Und die erste Frage können Sie streichen.

-"Ist Gott nur ein Uhrmacher?" - Jetzt wissen Sie es.

- So antwortet also Gott auf Gebete? - Ich habe nie gesagt,

-ich beantworte Gebete. - Sie kamen aufgrund meiner Gebete.

Verstehen Sie meine Verwirrung? Es ging ja offenbar nur um schlechte Nachrichten.

Und nun ja, mir geht's gut.

Oh. Oh, sind Sie hier, um mit mir zu feilschen?

- Nein. - Nun gut. Gut, dann machen wir weiter.

Klar. Reden wir über Erlösung.

- Das steht aber nicht auf Ihrer Liste. - Nein.

- Wie auch immer, das war gestern dran. - Ich habe noch Fragen.

- Aber wir waren doch durch. - Das ist ein großes Thema.

- Ich weiß. - Auch für meine Leser.

- Für meine ebenso. - Wo ist das Problem?

- Wir gingen wohl nicht tief genug. - Nun fühlt es sich etwas persönlicher an.

Das dachte ich mir.

Wirklich? Mehr haben Sie nicht zu bieten?

- Was wollen Sie noch? - Oh, wie wär's mit Antworten?

- Wie war die Frage noch gleich? - Oh, einfach perfekt.

Genau das macht gute Menschen verrückt. Wir leben gut und gottgefällig

und brauchen Antworten. Aber wo sind Sie? Wissen Sie, wie sich das anfühlt,

wenn man ständig beurteilt wird? Wir wollen Seelenfrieden,

aber Sie geben den kosmischen Spielverderber.

Gut, gut. Jetzt kommen wir endlich weiter.

- Kommt mir eher nicht so vor. - Paul, sehen Sie Erlösung als Bürde an?

- Ja. - Aber nein, sie ist ein Geschenk.

Ich habe meinen Kindergottesdienst wohl anders in Erinnerung.

- Okay, ich erläutere das mal. - Bitte.

- Sie sind eines meiner Kinder. - Genau.

Als Sie ein Kind waren, hatten Ihre Eltern Regeln?

- Natürlich. - Als Sie älter wurden, was passierte da?

- Bezogen auf meine Eltern? - Ja, was hat sich da verändert?

Äh, keine Ahnung. Weniger Regeln, mehr Verantwortung?

- Ja, und mehr Freiheiten, oder? - Klar.

- Also? Verstehen Sie? - Nein! Was soll...

Tut mir Ieid, sprechen wir noch über Erlösung oder...

Ich stelle es mal in einen biblischen Zusammenhang.

- Früher war die Menschheit gottlos. - Ja, und das lief nicht allzu gut.

Es gab keine Erlösung so wie heute, aber ihr bekamt eine neue Chance.

- Ein neues Regelwerk. - Moses.

Genau. Das Gesetz war nun eindeutig,

aber der Weg zu mir immer noch indirekt und schwierig.

Doch in Bethlehem, vor langer Zeit, wurde dann alles anders.

Das war eine gute Neuigkeit, aber auch eine neue Vereinbarung,

-ein neuer Weg. - Ja, und...

Ein Beispiel: Moses hatte 10 Gebote, aber später erwähnte Jesus nur sechs,

-bei zwei Anlässen. - Ich kenne den Streit.

Auf die Frage, wie man in den Himmel kommt, sagte Jesus:

"Du sollst nicht töten. Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden.

Ehre deine Eltern. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

- In Matthäus und Markus, ja. - Er hat vier ausgelassen.

- Die ersten vier, ja, ich weiß! - Sie befassen sich

mit Gottes Beziehung zu den Menschen. Also, was sagt Ihnen das?

- Eher kein Druckfehler, oder? - Nein, denken Sie mal nach.

Was ist wahrscheinlicher? Hat Jesus vier der zehn Gebote vergessen?

Oder wusste er, dass die Welt sich durch ihn verändert,

und er nicht die Menschen daran erinnern musste,

dass der Sabbath heilig ist oder dass es nur einen wahren Gott gibt?

- Und hatte er Recht? - In Bezug worauf?

- Gott. - Sehen Sie sich doch um,

wie viele Polytheisten kennen Sie?

Ich bin der einzig wahre Gott.

Diese Frage können Sie auch von Ihrer Liste streichen.

"Sind Sie der einzig wahre Gott?"

Wäre das geklärt?

Das ist alles sehr interessant, aber was hat das mit mir zu tun?

Okay. Wie gefällt Ihnen diese Schlagzeile:

"Ihr Leben ist keine Bewerbung für das Leben danach."

Wenn Sie sich keine Sorgen mehr darüber machen,

haben Sie Zeit für andere Dinge, wie sich zu lieben und Ihr Leben zu leben.

Wie lange es auch sein mag, ja.

Paul, ich habe Ihnen ein großes Geschenk gemacht: eine neue Legitimation,

eine neue Verantwortung. Aber es liegt an Ihnen,

mein Geschenk anzunehmen, bevor es zu spät ist.

Sehen Sie? Sie sagen, Sie helfen mir, aber das klingt eher nach einer Drohung.

Kann ich nicht beides gleichzeitig tun, hm?

Seit tausenden von Jahren, Paul, versuche ich euch zu helfen,

euren Weg zu mir zu finden. Ist es mir immer geglückt?

Tja, fragen Sie Noah. War ich damals zu rachsüchtig? Vielleicht.

Aber es gibt niemals eine echte Drohung ohne echte Konsequenzen.

- Also sind Sie hier, um mir zu drohen. - Glauben Sie das wirklich?

Jedenfalls hoffe ich, es endet besser als bei Noah.

Oh, ich auch. Damals brauchte es eine Flut,

aberjetzt gibt es nur Sie und mich und dieses Aufnahmegerät.

Nicht unbedingt die erste Assoziation bei göttlicher Intervention, oder?

Nein, eigentlich nicht.

Mein Herausgeber hat Angst, dass ich in Gefahr bin.

- Ich habe die gleichen Sorgen. - Nun, ich glaube, er meint, dass von

Ihnen Gefahr ausgeht.

- Bin ich in Gefahr? - Worüber ging es die letzten drei Tage,

- Paul? Sie. - Stopp.

- Sie. - Bitte.

- Sie sind es, der... - Stopp! Bitte, aufhören.

- Wie bitte? - Bitte, stopp!

- Sie sind verärgert. - Ja! Ist doch klar, nach drei Tagen!

Wie sollte ich sonst reagieren? Aber das wussten Sie ja.

- Oder etwa nicht? - Doch.

Sie geben's also zu.

Sie haben erstaunlich lange durchgehalten.

Paul, Sie dachten, Sie würden ein Interview mit dem Allmächtigen führen.

Niemand bei Sinnen glaubt das, aber Sie sind hier,

am dritten Tag, bereit für mehr.

Und bitte nicht "Ich dachte, es wäre eine gute Story."

- Bitte. - Tja, das dachte ich.

Paul, sie stecken eindeutig in einer persönlichen Krise.

Und dann biete ich Ihnen ein Interview mit Gott an

und schon beißen Sie an?

Wirklich? Paul, was sagt Ihnen das über sich selbst?

- Das ist nicht fair. - Nicht fair?

Ich habe Ihnen einen Gefallen getan, Paul,

Sie konnten über etwas anderes nachdenken als Ihr Leben.

- Was ist das? Ein riesen Schwindel? - Würde Sie das überraschen?

Unglaublich. Sie sagten, Sie sind Gott!

Genau. Und Sie wollen, dass das wahr ist,

sonst wären wir beide jetzt nicht hier.

- Ihr Handy war noch an. - Ja.

- Und jetzt gehen Sie. - Ja.

MATT (9:23h) War das ernst gemeint mit dem Foto?

Der hier??

Er ist vor 12 Jahren in Afghanistan gestorben... Ist das ein Witz?

PAUL (9:25h) Ich rufe zurück.

- Oh, entschuldigen Sie. - Hey, hi. Was kann ich für Sie tun?

- Äh, ich war in diesem Raum, 22. - Äh, sorry, in dem Raum?

- Ja, wissen Sie, wessen Büro das ist? - Ich dachte, das ist ein Lager. Nein?

Was sagt man dazu? Äh, wen suchen Sie noch gleich?

Vielleicht hat er den Schlüssel.

Äh, schon gut, danke.

- Wer sind Sie? - Setzen Sie sich doch, Paul.

- Nein, wer sind Sie? - Ich denke, Sie...

- Wer sind Sie? - Sie wissen, wer ich bin.

- Der Prinz der Lügen? - Denken Sie an die letzten Tage zurück,

-habe ich nur einmal gelogen? - Ja. Nein, ich weiß nicht.

- Was denn nun? - Keine Ahnung! Alles könnte gelogen sein!

Jedes Wort war wahr, und das wissen Sie.

- Sie sagten, Sie sind Gott. Der Gott! - Genau.

Laut meinem Freund sind Sie aber tot.

Nun ja, ich verstehe, aber so sieht es manchmal nur aus.

Ich verspreche Ihnen, Gott lebt.

Wie konnte ich nur? Wieso haben Sie mich kontaktiert?

- Sie haben mich kontaktiert. - Was soll das heißen?

- Ist doch so. - Sie haben mich kontaktiert,

-drei Tage, drei Interviews, drei Orte. - Und wie habe ich das getan?

- Was? Sie haben mich kontaktiert! - Und wie?

Habe ich angerufen? Einen Brief geschickt? War es eine E-Mail? Snapchat? Wie?

Sie, Sie... Sie ha...

- Ich weiß es nicht. - Paul, überlegen Sie doch mal.

- Nein, das darf nicht wahr sein. - Doch, ist es.

Bitte setzen Sie sich doch, dann reden wir darüber.

- Ich will Ihnen nur helfen. - Helfen?

- Ja. - Sehr witzig. Wie haben Sie denn geholfen?

Ich habe Sie vor einer sehr schlechten Entscheidung beschützt.

- Beschützt? - Ja.

Sie sagten, ich sterbe. Und wann stand auch fest.

- Ja, aber das wussten Sie ja schon. - Was? Wie soll das gehen?

- Wie kann ich das wissen? - Sie wussten ganz genau wann.

- Wie soll ich das wissen? - Weil Sie es selbst tun wollten, Paul.

Nein.

Das können Sie nicht wissen.

Manchmal gibt es keine Anzeichen für Probleme.

Aber verstecken geht bei mir nicht.

- Wieso tust du mir das an? - Du bist einfach vom Weg abgekommen.

- Nein, du hast das zugelassen. - Wie das?

- Ich habe gebetet. Ich habe gebetet. - Ich weiß.

- Ich habe um deine Hilfe gefleht. - Und dir widerfährt Schlimmes,

-weil's mir egal ist? - Du hast nicht gehört.

Es passiert ständig Schlimmes. Jeden Tag. In jeder Minute jedes Tages.

Und das weißt du auch, du hast es selbst gesagt.

Und das ist sehr traurig. Aber die Wahrheit ist,

dass Schlimmes nur bemerkt wird, wenn es einem selbst widerfährt.

Das ist das Traurigste dabei.

Du solltest dich wirklich setzen.

- Wieso hilfst du uns nicht? - Ich höre euch, ich höre alles.

Warum gibt es Krieg, Hungersnöte, Armut, Krankheiten, Feuer, Fluten?

Ein Kind wird vermisst, ein Mann verliert seine Hoffnung.

- Tu doch etwas! - Ja, tu doch etwas.

Du hast mehr Kraft als du glaubst, Paul.

Nahrungsmittel können angebaut, Krankheiten geheilt,

Kriege beendet werden. Einem Veteran mit Problemen kann geholfen werden,

eine Ehe kann gerettet werden.

Also, wenn du mich fragst, warum das alles geschieht,

dann fangt damit an, einander anzusehen.

- Und dort werde ich sein. - Nein, ich brauche ein Wunder.

Nun, Wunder geschehen jeden Tag und manchmal...

- Bitte... - Und manchmal ist man selbst das Wunder.

W-Was passiert hier?

- Man weiß nie. - Nein.

- Nein. - Meine Erlösung.

Gib dir Zeit.

Ich sagte dir doch, Schlimmes widerfährt manchmal auch wirklich guten Menschen.

MATT (18:03h) Ruf an, es gibt Neuigkeiten.

PAUL (18:04h) Mache ich.

Dann laufe ich wohl.

Hey, Matt. Wie Iief's heute?

Toll! Wow, großartig!

Nein, nein, kein Ding, ist nur 'ne Telefonnummer.

Okay, okay.

Es war ein Wunder, ein Wunder. Wer bin ich, das Gegenteil zu behaupten?

Du warst einfach dran.

Sarah?

Ja, okay, richte ich ihr aus.

Ja, ich werd's ihr sagen. Ja.

Wie schön. Ich freue mich für dich.

Natürlich.

Okay, Kumpel, bis dann. Wir sehen uns.

Hi.

Hi.

Schön, dich zu sehen.

Wo ist dein Fahrrad?

Keine Ahnung.

- Was ist passiert? - Es ist einfach...weg.

- Du liebst dieses Fahrrad. - Ist nur 'n Fahrrad.

Was ist mit deiner Hand?

Oh, äh, ich habe eine der Jadeit-Tassen zerbrochen.

- Alles okay? - Ja, wird schon wieder.

Sorry wegen der Tasse.

Ist nur 'ne Tasse.

Bei dir alles okay?

Ja.

Hör zu, ich...

Ich möchte mich entschuldigen.

Es tut mir Ieid.

Ich schäme mich so.

Ich habe dich geliebt.

Ich liebe dich...immer noch.

Ich vergebe dir.

Ich gehe jetzt lieber.

- Bis dann. - Warte!

Darf ich dich etwas fragen?

Dass du hergekommen bist, denkst du,

das war...so eine Art Zeichen?

Sarah! Da bist du ja wieder! Ich hab's ja gesagt,

Echinacea. Das Zeug ist spitze.

- Echinacea? - Ja, ein wahres Wunderheilmittel.

Wunder? Hey, die passieren jeden Tag.

Können wir reden?

Drinnen?

Äh...

Ja. Das fände ich schön.

Sarah.

Ich liebe dich auch.

Glaube ist nicht viel wert, wenn man nicht wirklich glaubt.

Ich hatte weitergebetet, klar.

Aber ich hatte aufgehört zu suchen. Oder nur zuzuhören.

HIER ENTLANG

Was könnten Sie tun, dass es mir unmöglich machen würde, Ihnen zu vergeben?

Also, ja, jetzt sehe ich es.

Definitiv ein Zeichen.

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