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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
* Tatort-Titelmelodie *
* Musik *
* Alarmsignal *
* Schuss *
* Schüsse *
* Musik *
* Schuss *
* Musik *
(Junge) Hände hoch. Sie sind verhaftet.
Schimanski, Mordkommission Duisburg.
Nicht schießen, Herr Kommissar. Ich bin unschuldig.
Sie hat mich verführt. - Raus!
Sie hat mich angestiftet. - Er hats getan.
Raus!
Raus! - Bitte nicht schießen, Herr Kommissar.
Bitte, bitte. Ich bin unschuldig.
Raus. - Du Schwein, du! Du altes Schwein.
(schreit)
(schreit)
(schreit)
(schreit)
Schimmi, was ist denn los?
Jetzt hab ich dich. * Telefonklingeln *
Was willst du haben? 3 Schläge auf den Nackten oder kalte Dusche?
Hallo? Moment. - Auf den Nackten, gut.
Nun seid mal ruhig, alle beide.
Ja, Moment, er ist hier. Thanner. - Nein, ich bin nicht da.
Schimanski, Mordkommission Duisburg?
Gib schon her.
Ja, Thanner, was gibts?
Wissen Sie, woher der kommt? - Schwer zu sagen.
Es kann ein Palästinenser sein,
vielleicht auch ein Iraker oder Perser.
Vielleicht auch ein Inder? - Vielleicht auch ein Inder.
Dann fangen wir in Indien an
und arbeiten uns langsam zurück nach Duisburg.
Sehr witzig.
Das Ergebnis der Spurensicherung ist gleich 0.
Wir wissen nur, dass sie amerikanische Waffen hatten.
Wahrscheinlich war es wieder der CIA oder FBI. Frag mich doch nicht.
Das Ganze hat nicht länger als 10 min gedauert. - Ja, richtig.
Als die Gefängnisleitung davon überzeugt war, dass sie es
mit Terroristen zu tun hatten, haben sie das Einsatzkommando gerufen.
Nachdem die das Gefängnis durchkämmt hatten,
war von den Terroristen niemand mehr da, außer den Toten.
Diese Pfeife hat sich auch noch selbst umgebracht. - Ja.
Dann ist einer von den Spezialisten auf die brillante Idee gekommen,
die Mordkommission zu rufen.
Denn für tote Fanatiker sind wir zuständig.
Ich hasse Fanatiker.
Ich hasse diese ganze Scheiße hier. Zum Kotzen hier.
Dr. Karl Bohm.
Trunkenheit am Steuer.
Verursachung eines Verkehrsunfalls mit Todesfolge.
Anschließende Fahrerflucht.
Da war ein Journalist im Gefängnis.
Der hat sich besonders für Bohm interessiert. Kümmer dich bitte.
Jawohl, Herr Hauptkommissar.
Ich will nicht aus dem Gefängnis. Ich hab meine Strafe verdient.
Sehr nobel, Herr Bohm,
aber es gibt Leute, die wollen Sie aus dem Knast rausholen.
Ich frage mich, warum. - Ich weiß es nicht. Wirklich nicht.
Sie sind Physiker, und zwar ein ziemlich hochkarätiger.
Sie haben u.a. hier in Duisburg an der Universität gelehrt.
Unter Ihren Studenten waren keine Ausländer?
Libanesen, Palästinenser oder so etwas? - Nein.
Jetzt wollen wir eins klarstellen: Wollen Sie uns helfen oder nicht?
Hey Schimmi, schmeiß mal den Ball rüber.
Wir wollen es nicht übertrieben, Benny. Du hast noch 3 Jahre Zeit.
* Applaus * Super.
Also Herr Bohm... - Hast du gesehen?
Ja, wie ist es, Herr Bohm? Wollen Sie uns helfen oder nicht?
Aber selbstverständlich. Wenn ich wüsste, wie.
Wie war das dann?
Konzentrieren Sie sich. Jede Kleinigkeit kann wichtig sein.
Ich denke an nichts anderes. - Ja.
Ich weiß es nicht.
Ich bin aufgewacht, hab einen dunklen Schatten gesehen
und schon hatte ich das Tuch mit dem Äther im Gesicht.
Und Sie haben nichts gehört? Keine Gesprächsfetzen, Wortfetzen?
Nichts.
Herr Bohm... - Herr Bohm, vor wem haben Sie Angst oder vor was?
Ich bin Wissenschaftler, Herr...
Ich habe Angst vor etwas, was ich nicht verstehen kann.
Entschuldigung, wenn ich das sage,
aber ich habe Angst vor dem, was ich verstehe.
Eins ist klar, der Professor ist lieber im Knast als an der Uni.
Ich glaube dem Jungen nicht. - Wieso nicht?
Ich traue nur Menschen, die nicht in den Knast wollen.
Wenn der Professor in seine Entführung eingeweiht gewesen wäre,
hätte der sich nicht mit Äther betäuben lassen.
Ein bewusstloser Mensch ist wie ein Klotz am Bein.
Herrgott noch mal. Nun lass mir bitte meine Meinung.
Ich traue ihm nicht und damit basta.
Ein enormes Unternehmen auf jeden Fall.
Ist immer so. Wenn Fanatiker ins Spiel kommen, wird die Sache unfair.
Weil die keinen Pfifferling um das Leben von irgendjemandem geben.
Deswegen scheißt sich der Bohm in die Hose.
Zu alledem kommt noch,
dass sie bis in alle Einzelheiten im Knast Bescheid wissen.
Du meinst Hilfe von drinnen? - Ja, so siehts doch aus, oder?
Hast du die Zeitung gelesen?
Lass mich damit in Ruhe. Mich interessiert der Scheiß nicht.
Hier.
Der Leser fragt sich, und ich mich natürlich auch,
ob es dem international bekannten Fotomodell Veronique
endlich gelingen wird, den bekanntesten Junggesellen im Revier,
gleichermaßen gefürchtet in der Unterwelt
wie beliebt bei den Damen, für längere Zeit an sich zu binden.
Kannst du mir sagen,
was die Arschlöcher mein Privatleben angeht?
Du bist eine Person des öffentlichen Interesses.
Die Leute machen sich Sorgen,
ob du deinen beruflichen Anforderungen gerecht werden kannst.
Denn in Veroniques Bett findest du die Terroristen nicht.
Warum willst du das wissen? - Das meint der Leser im Revier.
Wissen eben nicht, was man im Bett alles finden kann.
2421?
Verstanden, Ende. Hänschen hat ne heiße Spur.
Hänschen und ne heiße Spur. (lacht)
Mach dich nicht lustig über den Kollegen.
Der hat diesen Journalisten aufgetan, den aus dem Gefängnis.
* Reifenquietschen *
Zimmer 19.
Tag.
* Musik *
* Schuss *
* Musik *
* Tür fällt ins Schloss *
* Musik *
Mensch, Schimanski. Was machst du denn hier? - Oh Mann.
Weg, weg, weg.
* Musik *
Kommst du noch einen Schluck mit rauf? - Wirklich nur einen.
Halt mal an. Das ist doch bei uns oben. Scheiße.
Mensch, Mensch, Mensch.
Was machst du denn da? Spinnst du?
Das sollten Karamellbonbons werden,
aber irgendetwas muss ich falsch gemacht haben.
Verdammte Scheiße. - Wenn hier einer Scheiße sagt, dann bin ich das.
Schau dir das an hier.
Verdammte Scheiße.
Willst du ein Bier?
(hustet) Das sollte Karamell werden, was? (lacht)
Hier. - Danke.
Veronique!
Mal sehen. Alles ist da. Zucker, Honig, Butter, Milch.
Eine neue Pfanne, komm.
Pass mal auf.
Wichtig ist, immer niedrige Temperatur
und der Zucker nicht zu braun werden lassen, klar?
Ja. - Wo ist Veronique?
Nicht da Gott sei Dank.
Zucker.
Ja.
Ja.
Ja.
Mhm, mhm.
Nun streng dich mal an, du Pfeife.
Wieder gewonnen. - Scheiße, Mensch.
Was ist mit deinen Schularbeiten? Hast du schon gemacht?
Ich weiß, schlechter Verlierer.
Ich hasse dieses Spiel.
Du schlägst mich...
Den großen Zampano, das wollen wir uns aber abgewöhnen.
Die kleinen Verlierer, auf die haut man nicht noch rum.
Armleuchter, du.
Du völlige Pfeife, du.
Bitte nicht, bitte nicht.
Hör auf jetzt.
(schreit)
Ich falle. Au, au.
Ich ergebe mich. Feierabend, Fei...
Wo kommst du denn her? - Das möchte ich auch gerne wissen.
Von der Arbeit, ihr Doofköpfe.
Das tut gut. Hilf mir. Hilf einem alten Mann.
War das ein Tag.
Wenn ein Fotograf an den Set kommt und nicht weiß, was er will,
dauert das ewig.
Ich hab keine Füße mehr.
Ich bin total verspannt.
Entschuldige, entschuldige. - Hey.
Du siehst auch nicht gerade munter aus.
Hab auch keinen Grund dazu.
Erst verliere ich gegen diesen Klops in 2 Sätzen.
Und beruflich siehts auch nicht besser aus.
Du glaubst, du hast was in der Hand,
und dann stehst du wieder vor ner Leiche.
Ach, ich sag dir.
Vor 2 Wochen, da hat im Gefängnis... - Aua.
Hier sitzt es. Hier bist du verspannt.
Da hat im Gefängnis ein angeblicher Journalist
wie ein Weltmeister recherchiert.
Das Irre daran,
mit einem Empfehlungsschreiben der türkischen Botschaft.
Hier, bitte.
Als wir ihn interviewen wollten, ob er irgendwas mit den Terroristen
zu tun hat, wird er vor unseren Augen abgeknallt.
Ach.
Eins ist dadurch klar geworden,
natürlich hat er was mit den Terroristen zu tun gehabt.
Ich glaub, ich mach uns mal was zu essen. - Gute Idee.
Die Küche.
Scheiße. - Scheiße.
(lachen)
Wer hat denn die Küche so fabelhaft aufgeräumt,
während ich mir die Füße in den Leib gestanden hab?
(beide) Hänschen.
Männer.
* Musik *
Geil, Opa, wa?
* Musik *
Ein Bier bitte.
Einen Blauen Engel.
Scheiße. - Entschuldigung.
Blöde Tussi. - Ich bestell Ihnen ein Neues. Tut mir leid.
Es tut mir wirklich leid. - Das macht doch nix.
Den Blauen Engel, darf ich den übernehmen? - Gerne.
Das ist ja nur Bier.
Tolle Hose haben Sie da. Echtes Leder?
Ja. Das ist alles echt.
Ja.
* Telefonklingeln *
Ja, hallo? (räuspert sich)
Wer ist denn da?
Es ist irre spät, mitten in der Nacht. Wer sind Sie denn?
Von wo aus rufen Sie an?
Lecken Sie mich am Arsch.
Was ist denn? - Ach Gott.
Scheiße. Schlaf weiter.
Irgendein Besoffener oder was.
(gibt Nummer ein)
(gähnt)
Nu komm, nu komm.
Herrgott Mensch, jetzt ist der wieder nicht zu Hause.
Thanner, nu mach.
Ach. Zum Kotzen mit dem.
(gibt Nummer ein)
* Telefonklingeln *
* Telefonklingeln *
Ja?
* Telefonklingeln *
Ja?
(hustet) Nein, nein.
Okay, Schimmi. Mache ich.
* Musik *
Ach Mann.
Die Trude meldet sich nicht, diese alte Sau.
Die ist schlauer als ich.
* Musik *
* Musik *
* Musik *
Jetzt habe ich die Schnauze voll.
Ich gehe wieder ins Bett.
Die Arschlöcher haben Schiss gekriegt.
Oder wir finden morgens eine Leiche.
Was hast du? Wie gehst du? - Neue Schuhe.
* Motorstottern *
* Motorstottern *
* Reifenquietschen *
* Reifenquietschen *
* Reifenquietschen *
* Weckerklingeln *
(schnarcht)
* Weckerklingeln *
Ich möchte einmal erleben, dass du hier stehst und wartest.
Du kennst doch meinen Wecker, ist kein Verlass.
Eine andere Ausrede könntest du dir auch überlegen.
Die halbe Nacht habe ich mir mit Hänschen um die Ohren geschlagen
und auf dich gewartet.
Wo hast du gesteckt?
Ich habe zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt.
Du hast gebumst. Gibs doch zu, kein Problem.
Aber melde dich zwischendurch. Du bist immer im Dienst.
Wegen dir werde ich einen Interruptus machen, denkst du.
Was ist los? - Interrumpere.
Interrumpo, interrumpis, interruptus.
Unterbrechen.
Was ist los? - Bitte?
Das schwör ich dir, das schlag ich nach. Ist bestimmt ne Sauerei.
(lacht)
Was ist denn? - Ein Witz.
(hustet) Da kommt ein Mann in ne Apotheke und will 2 Gipseier haben.
Die du unterlegen kannst, damit die Hühner legen.
(lacht)
Kommt in ne Apotheke rein und sagt zum Apothe...
(hustet)
Hab ich die Pointe vergessen. (lacht)
Autsch. - Morgen.
Kennst du die Pointe von dem Witz mit den Gipseiern?
Was sagt der Apotheker da?
Die Pointe? - Ich weiß nicht.
Übrigens, keine Leiche.
Alles abgesucht, keine Leiche.
Die Kugeln, mit denen der angebliche Journalist getötet wurde,
stammen aus der gleichen Waffe wie bei dem Gefängnisbeamten.
Damit sind wir aus dem Schneider.
Es waren die Amerikaner. Da haben wir nichts mit zu tun.
Das Ding ist politisch.
Was immer dahintersteckt, ist ne politische Sache.
Möglicherweise ja. - Unsere Kunden arbeiten so nicht.
Ich kümmer mich jetzt um den Bohm.
Ich will wissen, wovor der Angst hat.
Man geht nicht freiwillig ins Gefängnis.
Dieser Journalist hat bei dem Interview
das Gefängnis ausspioniert? - Mhm.
Und es ist ein Ausländer? Ein Perser?
Der ist anschließend im Hotel erschossen worden.
In diesem Puff, richtig? - Die Sache ist rein politisch.
(mit vollem Mund) Was ist denn los?
Sie wollen Simon umbringen!
Sie wollen Simon umbringen!
Komm, ganz ruhig. Ganz ruhig. (schluchzt)
Okay?
Was ist? Was ist los?
Sie wollen Simon umbringen.
Oh Gott.
"Wenn Karl Bohm morgen, am Donnerstag den 14.10. um 16 Uhr
nicht aus dem Gefängnis entlassen wird, stirbt Simon.
Und Sie sind schuld."
Veronique, komm.
Pst.
Du gehst jetzt Hause. Bitte.
Bitte sei vernünftig. Das ist das Beste für dich.
Ich kann nicht mitkommen.
Aber Hänschen begleitet dich.
Bitte.
Ich verspreche dir, ich bring dir Simon...
Ich bring dir Simon zurück.
Bestimmt. Komm, geh.
(schluchzt)
Tja. Und nun?
Was mache ich jetzt?
Was mache ich jetzt?
Es geht nicht nur um Ihr Leben,
sondern es geht jetzt um das Leben eines 9-jährigen Jungen.
Ich weiß nichts.
Wirklich. Ich weiß nichts.
Dass wir uns da richtig verstehen.
Wenn dem Jungen was passiert...
Wenn ihm irgendwas passiert, mache ich Sie dafür verantwortlich.
Ist das klar?
Horst! Horst.
Ich kann mir gut vorstellen, wie Ihnen zumute ist.
Das glaube ich nicht. - Wie bitte?
Das glaube ich nicht. - Wahrscheinlich haben Sie recht.
Entschuldigen Sie.
Abgesehen davon, dass der Bohm nicht freigelassen werden will,
ich kann Ihnen nicht helfen.
Das kann nur der Ministerpräsident. Aber bis dahin kommen wir nicht.
Es geht hier um das Leben eines Kindes. - Denen nicht.
Denen gehts um die Staatsräson, was immer das ist.
"Wo kommen wir hin,
wenn wir erpresserischen Forderungen nachgehen?
Wenn wir einmal damit anfangen, die Folgen wären unabsehbar.
Sonst ist das nächste Mal vielleicht Ihre Tochter dran."
Tja, die sind in der Überzahl.
Manchmal frage ich mich, vielleicht haben die recht.
Ich will jede Einzelheit über Bohm haben.
Prof. Dr. Karl Bohm.
Sein ganzes Leben, lückenlos.
Horst, ich versuche, was ich kann. Aber ich fürchte, ich kann wenig.
Und selbst wenn da die geringste Chance wäre, bis morgen...
Sie würden den Jungen opfern
wegen irgendwelcher juristischen Formalitäten.
Die sehen den Staat gefährdet, wenn sie Bohm vorzeitig entlassen.
Alle haben Angst um ihren warmen Sessel.
So einfach ist das nicht. - So einfach ist das, Karl.
Ich sage dir jetzt eins.
Wenn Bohm morgen nicht entlassen ist, prügle ich ihn aus der Zelle.
Horst, ich verstehe dich.
Aber eins wird mir immer klarer.
Du hast im Krisenstab nichts zu suchen.
Du bist emotional zu sehr beteiligt.
Richtig. Ich bin emotional beteiligt.
Das unterscheidet mich noch vom Computer.
Komm, komm, bitte.
Wär ja auch absurd, wenn du anders reagieren würdest,
aber das beweist, dass ich recht habe.
Also. Ab sofort bist du aus dem Fall raus. Ist das klar?
Sind Sie der Wirt? - Bin ich.
Kennen Sie den Mann? - Nein.
Donnerwetter. Sie sind schnell.
Sie haben das Bild noch nicht angesehen. - Ich kenne ihn nicht.
Ich frage das nicht zum Spaß. Der Mann ist tot.
Ich glaube, er war Journalist.
Und warum fragen Sie hier nach dem Mann?
Warum gehen Sie nicht in deutsche Lokale?
Sieht der aus wie ein Deutscher? - Sehe ich aus wie ein Deutscher?
Ich bin aber einer.
Bis vor 3 Monaten war ich ein Perser, der schlecht Deutsch sprach.
Jetzt bin ich Deutscher, der perfekt Persisch spricht.
(lacht)
Mögen Sie ein Bier?
Klar. Warum nicht.
Sie sind natürlich Gast des Hauses.
* Stimmengewirr *
* Musik *
* Hupen und Reifenquietschen *
Hände über den Kopf. Alle Hände über den Kopf!
An die Wand da. Wirds bald?
Hände über den Kopf.
Umdrehen! Dreht euch um!
Du da, dreh dich um. An die Wand. Hände über den Kopf.
Nimm die Flossen hoch. Du sollst die Flossen hochnehmen.
An die Wand, du. Geh an die Wand.
Bleib stehen.
Du sollst stehen bleiben.
Bleib stehen!
Das Ding reißt dir den Arsch auf. Das schwöre ich dir.
Scheiße.
Hat jemand von euch 20 Pfennig?
Königsberg wird sich freuen. - Warum das denn?
Die kommen alle vor den Tisch. Du auch.
Ihr hattet recht. Die Sache ist hochpolitisch.
Der Onkel von Bohm hat eine Fabrik für elektronische Bauteile.
Die "Mikrochips". Von dieser Sorte Fabrik gibt es nur 2 auf der Welt.
Nun spiel nicht rum mit 2 Fabriken. - Hör doch mal zu Ende zu.
Diese elektronischen Bauteile sind für die Raumfahrt und
die Raketensteuerung unentbehrlich, u.a. für die Cruise Missile.
Prof. Dr. Karl Bohm hat für seinen Onkel gearbeitet
und war an der Entwicklung von diesen Chips maßgeblich beteiligt.
Jetzt verstehe ich das Ganze erst.
Richtig, richtig. Deswegen ist Bohm für die so wichtig.
Mhm. - Ja.
Ich krieg 40 Mark von dir.
40 Mark. Du bist nicht angeschnallt.
Die knallen uns die Welt voller Raketen,
und wir sollen uns anschnallen.
Damit wir sicher in die Luft fliegen. * Bremsenquietschen *
Arbeiten Sie als vereidigter Dolmetscher im Gericht? - Ja.
Dann haben Sie Persisch gesprochen? - Ja.
Nehmen Sie Platz. Sie heißen?
Kennen Sie diesen Mann?
Er sagt, ich weiß es nicht.
Er sagt, ich weiß es nicht.
Er weiß es nicht. Wann sind Sie geboren?
Die wissen alle nix hier.
Scheiße.
Sind Sie verheiratet?
(spricht Persisch)
(sprich Persisch) - Er sagt, ich weiß es nicht.
Haben Sie Kinder? (spricht Persisch)
(spricht Persisch) - Er sagt, ich weiß es nicht.
Ah.
Thanner. Eins hab ich rausgekriegt.
"Ich weiß es nicht" heißt auf Persisch "Manamidunam".
Wirst du es schaffen?
Ich weiß es nicht.
Hier, Moment.
Da, hier. Kennen Sie diesen Mann? (spricht Persisch)
Was sagt er? - Er weiß es nicht.
Alles klar. Was heißt denn das, ich weiß es nicht?
(spricht Persisch)
Wollen Sie ein Bier?
Ach. (spricht Persisch)
Was ist?
Kann ich gehen? - Manamidunam.
Sag mal, geht das nicht in deinen Kopf?
Was bin ich für dich? Ein Popanz?
Was fällt dir ein, meine Anordnungen nicht zu befolgen?
Das ist mir eben eingefallen, ne Anordnung nicht zu befolgen.
Jetzt hörst du mir mal zu! Bist du völlig verrückt geworden?
Karrst mir hier ne ganze Restaurantbesatzung an.
Wenn ich sage, du bist aus dem Fall raus,
dann verdammt noch mal bist du aus dem Fall raus.
Moment noch, Horst.
Der Ministerpräsident musste zu einem inoffiziellen Besuch
nach Portugal, aber er hat mir versichern lassen,
dass er die Angelegenheit verfolgt.
* Tür schlägt zu *
Wo ist Simon?
Wo ist Simon?
Sag endlich was.
Haben die sich gemeldet?
Hast du eine Spur gefunden?
Warum hast du nicht angerufen?
Ich bin die ganze Nacht wach gewesen.
Nicht einen Schritt bin ich vom Telefon weggegangen.
Ist Simon tot?
Nein, nein.
Er lebt.
Karl Bohm ist für die so wichtig, dass sie ihn nur kriegen,
wenn sie Simon freilassen.
Heute um 16 Uhr. - Und? Kriegen sie ihn?
Königsberg hat mit dem Ministerpräsidenten gesprochen.
Er hat ihm zugesichert, alles zu tun, was in seiner Macht steht.
Komm, komm.
Wird er ausgetauscht oder nicht?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nicht, was in seiner Macht steht.
Du...
So einfach ist das nicht.
Das ist so einfach.
Wird er ausgetauscht oder nicht?
Er wird nicht ausgetauscht.
Das ist gegen die Prinzipien.
Wenn das Schule macht. Der Staat ist nicht erpressbar.
Und die Polizei gehört zum Staat. Und du bist Polizist.
Und du musst auch dieser Meinung sein.
Natürlich brauche ich meinen Neffen.
Ist doch albern, dass ein so hoch qualifizierter Mann
wegen so einer läppischen Geschichte zu 2 Jahren verdonnert wird.
In der läppischen Geschichte, wie Sie es nennen,
ist ein läppischer Mensch ums Leben gekommen.
Was uns interessiert, haben Sie eine Ahnung, warum man Ihren Neffen
aus dem Gefängnis freipressen will? - Nein.
Sie stellen elektronische Elemente
zur Steuerung von Cruise Missiles her.
Nein. Ich produziere elektronische Speicherelemente, u.a. für die NASA.
Was die anderen damit machen, ist nicht meine Sache.
Wenn ich richtig informiert bin, gibt es
noch eine amerikanische Fabrik, die diese Steuerelemente produziert.
Wen beliefern Sie?
U.a. die Russen, mit Einverständnis der Bundesregierung.
Machen Sie auch Geschäfte mit dem Iran?
Würde ich gerne. Können Sie sie mir vermitteln?
Hat keinen Zweck. Denen fehlt das Know-how.
Aha.
Aha.
Vielen Dank Herr Bohm. Das war wirklich sehr aufschlussreich.
Ach Mensch.
Verzeihung.
Was ist daran so aufschlussreich?
Überleg doch mal. Du bist der Intellektuelle von uns beiden.
Aber wenn es drauf ankommt... (niest) ...kriegst du kalte Füße.
Die Iraner brauchen die Chips, klar.
Aber noch fehlt ihnen das technische...
...High Noon. - Know-how.
Ohne den Neffen fliegen die Raketen nicht.
Der Alte macht keine Geschäfte mit den Iranern, noch nicht.
(beide) Wo ist unser Auto?
Mann, Mann.
Raus. - Ich habe Ihnen doch gesagt...
Verbinden Sie mich mit Oberrat Königsberg.
Karl, ich bins, Horst.
Hast du irgendwas Neues für uns?
Ja.
Ja.
Alle tun, was in ihrer Macht steht.
Verstehe.
Tja.
Der Ministerpräsident ist noch in Portugal.
Anweisung hat er auch nicht gegeben.
Mensch, Mensch, Mensch.
Ein Jagdausflug ist eben wichtiger.
* Telefonklingeln *
Ja?
Ja, ich habe alles getan, was ich konnte, aber...
Wie gehts dem Jungen? Kann ich ihn sprechen?
Jetzt hören Sie mir zu. Ich mach Ihnen einen Vorschlag.
Tauschen Sie mich gegen den Jungen aus. Ich meine es ernst.
Sie haben viel mehr in der Hand.
Ja.
Okay.
Und? - Hast du doch gehört.
Was denn? - Wir müssen warten.
In 1 h rufen sie wieder an.
Jetzt haben sie einen Fehler gemacht.
Sie unterschätzen die Polizei.
Ach Gott.
* Musik *
* Funk * ...nächste Straße rechts, bis es nicht mehr weitergeht.
Rechts.
3. Ampel links. Geradeaus durch, bis es nicht mehr weitergeht.
Ja, habe verstanden. Danke.
* Musik *
* Martinshorn *
* Telefonklingeln *
Nicht, nicht. Wir müssen Zeit gewinnen.
Ja, Schimanski?
Moment. Ich muss was zum Schreiben holen.
(flüstert) 22, 23...
Ja, bitte.
Jetzt schreibt das Scheißding nicht.
Moment.
Da, endlich.
Öffentliche Telefonzelle Friedrichsplatz, Ruhrort.
Geben Sie Einsatz an alle Streifenwagen.
* Martinshorn *
Okay. Friedrichsplatz, Ruhrort.
Schnell, Thanner.
* Reifenquietschen *
* Martinshorn *
Langsam. Bitte nicht so schnell.
Wiederholen Sie den Ort der Übergabe noch mal.
(räuspert sich) Ja.
Ja.
Hallo?
Wer ist denn da?
Thanner?
Bist du es?
(jubelt) Thanner! Habt ihr sie? Ist das schön, deine Stimme zu hören.
Die haben uns aufs Kreuz gelegt.
Hier ist eine Sender- und Empfangsstation.
Weiß der Teufel, wo die sind.
(Mann) Bleib da stehen. Kopf ein bisschen höher.
Ein bisschen mehr zum Licht. Ja, fein.
Gut. Super.
Und jetzt dreh dich mehr zu mir.
Fein. Und dreh dich.
Super, super. Gut. Das ist fein. Und zack. Gut.
Ja, fein. Die Hände nach hinten.
Okay, okay. Große Augen.
Ja. Okay. Und go.
Ja, gut.
Verdammt. Come on, concentrate. Wo bist du mit deinen Gedanken?
Pause. Eine Zigarette.
Ich weiß überhaupt nichts mehr.
Ich werde verrückt, wenn ich nur dran denke.
Wenn ich Simon wiederhaben will, und das will ich,
muss ich dir zureden.
Ich kann es aber nicht.
Ich will auch nicht. - Das war mein Vorschlag.
Und die haben akzeptiert und zum Glück haben sie akzeptiert.
Das ist okay so.
Wollt ihr nicht weiterarbeiten? Wir haben nicht mehr viel Zeit.
Können wir weitermachen? Okay. Und go. Komm, jetzt gehts los.
* Musik *
Jetzt müssen wir, glaube ich, rechts.
Da rechts rein.
* Musik *
Ja. Jetzt immer geradeaus.
Pass auf.
Erst wenn Simon im Auto ist, gibst du mir 3 Blinkzeichen.
Dann weiß ich, dass alles okay ist.
* Musik *
Simon! Hey Simon!
Ist alles klar. Deine Mutter wartet oben im Wagen auf dich.
* Musik *
(stöhnt)
(sprechen Persisch)
(stöhnt)
Ach du Scheiße.
(Mann spricht Persisch)
Man kann es wenigstens mal versuchen, oder?
(stöhnt)
* Geräusche vor der Tür *
(Frauenstimme) Seien Sie herzlich willkommen, Herr Schimanski.
Und entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.
Wir werden alles daran setzen, dass Sie Ihren Aufenthalt bei uns
in angenehmer Erinnerung behalten werden.
Und jetzt wünsche ich Ihnen einen guten Appetit.
Bescheuert, Mensch.
* Türschloss öffnet sich *
So.
* Musik *
Manamidunam.
* Musik *
(ruft etwas auf Persisch)
(Männer sprechen Persisch)
Mach die Tür zu. Mach die Tür zu. Schnell.
Schnell, schnell. (sie schreit unterdrückt)
Ins Bett. Los, ins Bett.
(Mann) Sheila?
Sheila?
Wo ist Sheila? - Weiß nicht, rausgegangen.
* unterdrückte Schreie *
Sie kommen nicht weit. Meine Freunde nehmen keine Rücksicht.
Halt die Schnauze.
Mach schnell, komm. Komm, Simon, mach schnell.
Sie haben keine Chance.
Alles klar? Okay.
Simon, komm.
Schimmi.
(sie schreit)
* Musik *
Sie haben mit einem schicken Auto gehalten und mich gefragt,
wo sie mich hinbringen können.
Sag mal, Johann, hast du keine Angst gehabt?
Nö. Ich fand das spannend. (lacht)
Veronique.
Der Mann, der Sie gezwungen hat, die Lichtsignale zu geben,
ist Ihnen da was aufgefallen, irgendetwas, ein Detail?
Schwarze Handschuhe. Echtes Leder.
Das konnte ich riechen,
wenn er seine Hand auf meinen Mund gelegt hat.
Sonst nichts. - Johann? Du?
Hast du die Männer gesehen?
Und das Haus? Kannst du dich erinnern, wo das Haus lag?
Nein. Die haben alle weiße Masken getragen.
Und im Auto haben sie mir die Augen verbunden.
Das ist ein Spiel, haben sie gesagt.
Humor haben sie auch noch.
Die sind von der ganz gefährlichen Sorte.
Tut mir leid, Veronique.
Schon gut, Hänschen. Darauf bin ich auch schon gekommen.
Da. Rein.
* Motorstottern *
Was ist?
Simon.
Ich habe dir den Handschuh nicht umsonst aus dem Mund genommen.
Ich hab noch Fragen an dich.
Von mir erfahren Sie kein Sterbenswort.
Runter.
Simon, runter.
(ruft auf Persisch)
* Musik *
* Musik *
Mami.
Mami.
Simon? - Mami.
Simon.
Mami, Mami.
Simon. - Mami.
Mami, Mami, Mami.
Meine Mami. - Mach keinen Stunk hier.
Vorsicht.
Das Nest ist leer. Die Vögel sind ausgeflogen.
Für diese Vögel gibts eben keine Grenzen.
Das sehe ich weniger romantisch.
Diese Herren laufen in Köln, München und Hamburg in feinen
Nadelstreifenanzügen herum und gehen ihren seriösen Geschäften nach.
Was ist das denn?
Tag, die Herren.
Oh shit.
Herr Schimanski? Ich hab eine erfreuliche Nachricht für Sie.
Sie haben nichts mehr mit dem Fall zu tun.
Die Ermittlungen übernehmen wir.
Das habe ich schon mal gehört.
Nee, ist klar.
Ihr vom Bundeskriminalamt
habt größere Erfahrungen als wir Fuzzis...
Eben. - ...heikle Fälle unter den Teppich zu kehren.
What's the trouble, John? - Kein trouble, nicht mit uns.
Für die Scheiße im Mittleren Osten seid ihr zuständig.
Das dürft ihr auch bleiben. - What did he say?
Ich will es Ihnen erklären, so gut ich kann.
Für mich ist die ganze Welt ein großer Arsch. (räuspert sich)
Die rechte Arschbacke, das sind die Amerikaner.
Die linke Arschbacke die Russen. Und wir hier in Europa...
Wir sind das Arschloch. - Herr Schimanski, bitte.
What did he say? A...
Nothing. - Arschloch?
Ja.
Asshole.
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