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Cervantes - Der Abenteurer des K�nigs (1967) dTV - ZDF - 10. M�rz 2013
Friede sei mit Euch, meine Br�der. Glas klirrt.
(Aufschrei) Die T�rken!
Holt alle Christen, Leute!
Treibt alle Christen zusammen! Jagt sie aus der Kirche.
Schlagt sie alle tot!
Schreie und Kampfger�usche
Papa! Papa!
Dramatische Musik
Ihr habt mich gerufen, Euer Heiligkeit? - Ja, komm her.
�ber 100 Christen wurden in einer Kirche nahe Nikosia niedergemetzelt.
Ja. Ein weiterer Schritt, Zypern zu erobern.
Wir m�ssen sie unbedingt aufhalten. Aber wie?
Die Heilige Liga ist zu schwach, um die Insel zu verteidigen.
Wir brauchen Philipp von Spanien. Ja, du musst nach Madrid reisen.
Bitte ihn um Hilfe.
Spaniens Mitgliedschaft an der Heiligen Liga ist unerl�sslich.
Wenn Zypern f�llt, werden die T�rken bald ganz Europa erobern.
Das w�re das Ende der Heiligen Mutter Kirche. Ich reise sofort ab.
Ich wei�, es ist ein gro�es Opfer f�r deine Gesundheit.
Was getan werden muss, Heiliger Vater, werde ich tun.
"Ein Mann muss bereit sein, das Leben f�r Freiheit und Ehre einzusetzen."
"Denn es sind seine kostbarsten G�ter."
Dies schrieb Miguel Cervantes, Spaniens ber�hmtester Dichter.
Aber er schrieb es nicht nur, er handelte auch danach.
Er setzte sein Leben oft aufs Spiel.
Das ist seine Geschichte. Sie beginnt mit einem wilden Galopp nach Madrid.
Ein Fremder. Der hat es aber eilig.
Dann kam der Stier. Der Kampf war sehr aufregend.
Klopfen
Wer ist das? - Bestimmt ein neuer Kandidat.
Irgendein Niemand.
Danke.
Stimmengewirr im Raum
Die Gespr�che verstummen.
Mein Neffe Carlos Mallorca ist der n�chste Kandidat, Euer Ehrw�rden.
Einen Augenblick, Exzellenz. Entschuldigt mich.
Ich habe ein Empfehlungsschreiben von Professor Lopez de Hoyos.
Von der Universit�t. - Sein Name ist bekannt im Gegensatz zu Eurem.
Ich bin Miguel de Cervantes. Dichter und Dramatiker.
Ich schreibe Verse und Oden. Danke, das gen�gt.
Monsignore ben�tigen heute keine Oden. Carlos lacht geh�ssig.
Carlos, Ihr seid ein Esel. Das wei� die ganze Universit�t.
Wenn Ihr das verbergen wollt, d�rft Ihr nicht so laut wiehern.
Ihr unversch�mter Bettler! - Carlos!
Wie redet Ihr mit meinem Neffen?! Hinaus mit diesem Abschaum der Gosse!
Macht gesellt sich zur Macht. Dazu braucht man keinen Verstand!
Er ist trotz seiner vielen Begabungen bescheiden geblieben.
G�tig zu jedermann ist er von einer herzerfrischenden Offenheit
und tiefster Fr�mmigkeit erf�llt.
Er ist die Inkarnation des Taktes und der Diplomatie.
Was... �h... Guten Morgen.
Guten Morgen. Ich m�chte mit Monsignore Acquaviva sprechen.
ICH bin Monsignore Acquaviva. Oh... Oooohhh!!
Aufprall Oh!
Habt Ihr Euch verletzt? Was?
Nein, Euer Ehren. Ich glaube nicht.
Wer seid Ihr? Was sucht Ihr hier? Ich bin ein Kandidat.
Warum kommt Ihr nicht durch die Vordert�r? Ich habe es versucht.
Mein Name stand nicht auf der Liste. Ich bin nur b�rgerlicher Herkunft.
Aber ich habe ein Empfehlungsschreiben.
Miguel Cervantes! Die T�rken sind dabei, Zypern zu erobern.
Wissen die Spanier davon? Wir h�rten, dass die T�rken drohen.
Was ist, wenn Venedig Zypern nicht verteidigen kann und der Islam
Europa �berrennt? Das hie�e das Ende der katholischen Welt.
Wei� der K�nig Bescheid? Ich wei� es nicht.
Ihr m�sst sofort mit ihm sprechen.
K�nig Philipp ist der gr��te Verteidiger des Glaubens.
Der Nuntius verschafft Euch eine Audienz. Die Hof-Etikette verlangt
eine schriftliche Eingabe an Seine Majest�t. Ich bin kein Held.
Ich kann noch nicht mal richtig �ber eine Mauer klettern.
Aber im Briefeschreiben bin ich nicht zu �bertreffen.
Cervantes summt vergn�gt. Einen Augenblick, Cervantes!
Ihr habt mich beleidigt. Das war keine Beleidigung.
Das war die Wahrheit. Ihr seid ein Esel, Carlos.
Gib ihm einen Degen. Ihr wisst, der K�nig hat Duelle verboten.
ICH will nicht bestraft werden. Vergesst die Strafe!
Ihr seid bereits tot!
Gib ihm den Degen!
Dramatische Musik
Na, hast du endlich genug?
Aaah!
Die Polizei! - Was geht hier vor?
Ihr h�rt noch von mir! Ist recht.
Hier! (Polizist) Halt! Im Namen des K�nigs!
Hallo, Miguel. Du kommst sp�t. Wir haben uns schon Sorgen gemacht.
Geldst�cke klackern auf den Tisch.
Hast du Gedichte verkauft? Nein, Vater. Mich selbst.
Als Privatsekret�r an Seine Ehrw�rden Monsignore Acquaviva,
dem Sonderbotschafter des Papstes. Eine gute Nachricht.
Ich gratuliere dir, mein Sohn. - Gib mir einen Kuss.
So viel Geld f�r den ersten Monat? F�r meine erste Woche!
Wenn ich nur als Arzt auch so viel verdienen w�rde...
Schreib Rechnungen, dann haben wir auch mehr Geld im Haus.
So, gleich gibt's Abendbrot. - Noch nicht. Lasst uns erst feiern.
Rodrigo, hol den besten Wein. - Ich bin so stolz auf dich.
Guten Abend. Hat hier etwa jemand "Wein" gesagt?
Sancho, komm herein.
Sancho, was gibt's? - Ich bringe euch Ziegenk�se.
Ihr wolltet doch welchen haben. - Danke. Sto� mit uns an.
Gerne. Was wird denn hier gefeiert?
Mein Bruder steht seit heute im Dienst des Papstes.
Oh, beim Heiligen Vater. Eine gro�e Ehre.
Und Rodrigo f�hrt bald als F�hnrich zur See.
Ihr seid wirklich gesegnet mit euren beiden S�hnen.
Sancho, hast du nie von Ehre und Ruhm getr�umt? - Oh, doch!
Warum bleibst du dann Ziegenhirt? Das habe ich mich auch �fter gefragt:
Gibt's nichts anderes als meine Ziegen? - Doch, Sancho.
Komm doch mit zur Flotte. - Da werde ich nur seekrank.
Dann werde Soldat. - Ich habe Angst vor dem Tod.
Dann gehe ins Kloster. - Ich habe so viel Spa� an den Frauen.
Hast du denn gar keinen Wunsch? Doch.
Ich w�nsche mir ein einfaches Leben in Alcala.
Mit einer netten Frau und vielen Kindern.
Und wenn Gott es will, sterbe ich. - Vielleicht ist das das Richtige.
Eine Botschaft aus Rom.
Giulio, ist etwas geschehen? Was ist denn, Euer Ehren?
Die T�rken haben Zypern erobert.
Mein Gott!
Wir richten sofort ein neues Schreiben an Seine Majest�t.
Nein. Keine weiteren Schreiben.
Wir gehen zum Palast und melden uns pers�nlich an.
Ja, mit allen Bediensteten und mit allen M�nchen.
Verweigert der K�nig die Audienz, erf�hrt es Madrid noch heute Nacht.
Spanien morgen und Europa in einer Woche. - Ihr seid ja von Sinnen!
Monsignore, ich rate Euch dringend davon ab.
Der Heilige Vater sandte Euch hierher, weil Ihr geduldig seid.
Das Leben von 20.000 Christen ist in Gefahr. Wir werden zum Palast gehen.
Nicht trotzig, nicht im Prunkgewand, sondern als B��er in Sack und Asche.
Sie sprechen ein Gebet.
Eine Delegation w�nscht Seine Majest�t zu sprechen.
Lasst sie herein.
Der p�pstliche Nuntius bezeigt Seiner Majest�t seinen Respekt.
Monsignore Acquaviva erbittet eine Audienz.
Werdet Ihr erwartet? Wir haben geschrieben.
Ich werde mit Seiner Majest�t sprechen.
Wenn er ihn abweist, muss er Madrid sofort verlassen.
Man wird dann auch keine Briefe mehr schreiben k�nnen.
Der K�nig kann ihn nicht abweisen.
Seine Majest�t wird Euch empfangen, Ehrw�rden. - Ich danke Euch.
Die K�hnheit verdient Belohnung. Kommt mit, Miguel.
�ffnet!
Feierliche Musik
Musik endet.
Euer Majest�t.
Ihr kommt zur Audienz, angetan in Sack und Asche?
Uns betreffen sehr schmerzliche Fragen.
Ich bin derartige Fragen gew�hnt. Die T�rken haben Zypern erobert.
Was??
Die venezianische Flotte war leider nicht stark genug.
Das wollte ich Euch schon fr�her berichten. Ich bekam keine Audienz.
Mit Zypern fiel unsere letzte Bastion.
Die T�rken beherrschen unsere Meere.
Eure Meere, nicht Spaniens Meere. Das Mittelmeer ist EIN Meer!
Gab ich Euch die Erlaubnis zu reden?!
Verzeiht, Majest�t. Aber mein Sekret�r hat recht.
Der Sieg der T�rken bedroht auch Spanien. - Gut, ich bin bereit.
Unter zwei Voraussetzungen!
Spanien bekommt mindestens die H�lfte der gesamten Kriegsbeute.
Und mein Bruder Don Juan von Austria wird Oberkommandant der Heiligen Liga
Jeder Soldat und jeder Matrose wird unter seinem Kommando stehen.
Einverstanden, Euer Majest�t.
Beschwingte Musik
Aufgeregtes Wiehern Was ist denn?
Cervantes beruhigt das Pferd. Ich danke Euch, Signore.
Es war mir ein Vergn�gen. (Mann) Giulia!
Alles in Ordnung? Ja.
Komm, wir reiten weiter.
Don Miguel, k�nnen wir unsere Reise endlich fortsetzen?
Och...
Entschuldigt bitte.
Es tut mir sehr leid, Ehrw�rden.
Das war Conte di Lucca mit seiner Jagdgesellschaft.
Wir f�hren bald Krieg und die vergn�gen sich.
Ich fand sie sehr tapfer. Aber auch besonders h�bsch.
Ja.
Giulio, ich gratuliere Euch zur Bef�rderung.
Herzlichen Gl�ckwunsch, Eure... Eminenz. Danke, Miguel.
Wir haben sehr wichtigen Besuch aus der T�rkei, General Hassan.
F�hrt ihn bitte herein, Fabio.
Du schreibst alles auf, was besprochen wird. Ja, Euer Eminenz.
Ich �berbringe Euch Gr��e meines Gebieters Selim.
Ich erwidere die Gr��e im Namen des Heiligen Vaters.
Der Papst empf�ngt mich nicht? Der Heilige Vater beauftragte mich,
mit Euch �ber weltliche Dinge zu sprechen.
Dann ergeht es mir so, wie es Euch mit Philipp erging.
Euer Exzellenz, nehmt Platz.
Mein Sekret�r Miguel de Cervantes.
Seid Ihr zum ersten Mal in Rom? Ja.
Es war sehr interessant, den Zerfall Eurer Katholischen Kirche zu sehen.
Die Heilige Mutter Kirche zerfallen? In Ketzerei, Reformation...
Martin Luther in Deutschland, Calvin in Schottland...
Der Katholizismus wird ausgel�scht. Das muss Euch doch befriedigen.
Richtig. Warum Moslemblut vergie�en, um ein sterbendes Tier anzugreifen?
Ihr seid ein Mann des Friedens. Ich sorge mich um das Leben der Moslems.
Das Leben �berhaupt anzuerkennen, ist sehr christlich gedacht.
Ich schlage vor, wir teilen die Karte nach der jetzigen Lage auf.
Hier sind die Christen, da die Moslems.
F�r alle Schiffe gilt die Freiheit der Meere.
Keine Kriegsschiffe in Moslemh�fen. Und umgekehrt.
Ich werde diese Vorschl�ge dem Heiligen Vater unterbreiten.
Ich hoffe, wir sind so intelligent und spielen kein doppeltes Spiel.
Das hoffe ich auch.
Darf ich Euch die Gastfreundschaft des Vatikans anbieten? Nein, danke.
Einem Gast aus dem S�den erscheint Rom im Winter kalt und feindselig.
Ihr wisst wenig vom Entgegenkommen r�mischer Kreise. - M�glich.
Als Mann der Kirche lernt man nicht alles kennen.
Lasst Euch von einem Christen begleiten.
So bekommt Ihr einen besseren Eindruck von der Stadt.
Ich zeige Euch ein Imperium,
das an der Kraft des christlichen Glaubens zerbrach.
Das sagt ein italienischer Priester? Ich bin Spanier und kein Priester.
Ein Spanier und ein T�rke wandern gemeinsam durch Rom.
Das ist bestimmt vergn�glich. Gut. Ich erwarte Euch morgen fr�h.
�brigens, ich begl�ckw�nsche Euer Eminenz zur Ernennung zum Kardinal.
Dort starben Tausende, weil sie gl�ubige Christen waren.
W�rdet Ihr f�r den Glauben sterben? Ich gebe mein Leben f�r alles,
woran ich glaube: Sch�nheit, Wahrheit, Ehre. - Alles nur Worte!
Diese Illusion werdet Ihr bald verlieren.
Zeigt mir, wof�r die Christen starben. Zeigt mir das heutige Rom.
Stimmengewirr und Gel�chter
Ihr habt nur so viele Huren, weil ihr die Liebe f�r S�nde haltet.
Ein Edikt des Papstes wird alle Huren aus Rom verbannen.
Glaubt Ihr, ein Edikt beseitigt das Problem?
Braucht Ihr Gift, Messer, Pistolen? Habt Ihr Feinde? Eine b�se Frau?
Meine Mittel beseitigen alle Probleme.
Eine k�stliche Stadt! Ist Konstantinopel besser?
Nein, aber man nennt sie auch nicht "Die Heilige Stadt".
Es wird dunkel. Bei Nacht sieht man nicht viel.
Manchmal sieht man da am meisten.
Gut, morgen ist auch noch ein Tag.
Fragt Euren Kardinal, wo bleibt die Antwort auf mein Friedensangebot?
Alles wird sich zum Besten wenden. Davon ist Seine Eminenz �berzeugt.
Er bittet Euer Exzellenz noch um etwas Geduld.
Was will dieser stinkende T�rke hier? Nicht, Euer Exzellenz!
Er ist ein Mann des Friedens. Kein T�rke will Frieden!
Stimmengewirr
Schnell! Helft den beiden!
Danke, Don Miguel. Ihr habt gut gek�mpft.
Aber wenn ich mein Schwert gezogen h�tte...
Ich hoffe, dass T�rken keine Christen mehr t�ten werden.
Alles in Ordnung? Danke f�r die Hilfe.
Bedankt Euch bei Signora Toffoli.
Oh!
W�rdet Ihr mich entschuldigen, Euer Exzellenz? Selbstverst�ndlich.
Dankt der Signora auch in meinem Namen. - Ja.
Und... �h... viel Gl�ck.
Meinen Dank, Signora. Ihr kommt mir so bekannt vor.
Sind wir uns nicht schon mal begegnet? Ja, auf der Via Appia.
Ich kam an diesem Tag nach Rom.
Stimmt. Ihr hattet mir geholfen. Ja.
Ich bin froh, dass ich mich revanchieren konnte.
Ihr seid ja verletzt!
Nicht der Rede wert. Aber Ihr m�sst etwas dagegen tun.
Ich wohne in der N�he. Kommt bitte mit.
Romantische Musik
In ein, zwei Tagen ist sicher alles wieder gut.
Was ist? Warum seht Ihr mich so an? Ihr seid wundersch�n.
Ihr macht mich verlegen.
Ich dachte nicht, dass ein Mann wie Ihr so etwas bemerkt. - Warum nicht?
Ich musste immer an Euch denken.
Ich habe den Moment herbeigesehnt, wo ich mit Euch allein sein kann.
Ganz nah.
Signora... Ich bitte Euch!
Habe ich Euch beleidigt? Ihr habt Euch vergessen, Pater.
Was?? Ihr seid doch Priester.
Oh, nein.
Ich bin der Sekret�r des Kardinals Acquaviva.
Deshalb bin ich so angezogen. Ich h�tte es Euch vorher sagen m�ssen.
Dann w�re ich weniger verwirrt gewesen. - Es tut mir leid.
Ihr seid also der Sekret�r von Acquaviva.
Ich habe geh�rt, er w�re sehr einflussreich.
Der Heilige Vater betraut ihn mit gro�en Aufgaben.
Ihr m�sst au�ergew�hnlich begabt sein.
Wollt Ihr die kirchliche Laufbahn einschlagen?
Ich bin noch nicht sicher. Ich war vorher ein Dichter.
Vielleicht schreibt Ihr auch mal ein Gedicht f�r mich.
Mit Freuden.
Wann darf ich Euch wiedersehen? Ich wei� nicht.
Ich kenne nicht mal Euren Namen. Verzeiht mir. Miguel de Cervantes.
W�rde Euer Kardinal das billigen? Ja, er ist ein wundervoller Mensch.
Wollt Ihr am Freitag zum Essen kommen?
Ich danke Euch.
Mein Hut.
Bitte... Ihr m�sst Euch aber etwas anderes anziehen.
Nat�rlich.
Warum habt Ihr ihm Hoffnungen gemacht?
Er gef�llt mir. Und vielleicht kann er mir mal behilflich sein.
Aha. Und was wird aus Conte di Lucca? Ach...
General Hassan ist sehr entt�uscht.
Die Friedensverhandlungen mit Eurem Kardinal entbehren jeder Substanz.
Er wird die Verhandlungen abbrechen. Ihr irrt Euch.
Seine Eminenz ist tief besorgt. Ich lasse mich nicht f�r dumm verkaufen.
Wer hat Euch so behandelt, Euer Exzellenz? - Ihr selbst.
Spanische Truppen wurden aus den Niederlanden abgezogen.
Don Juan von Austria will 40 Kriegs- schiffe nach Messina schicken.
Eure ganze Taktik war auf Verz�gerung abgestellt.
Euer Prophet Mohammed und unser Jesus Christus wollen keinen Krieg.
Euer Exzellenz, wir m�ssen unsere Friedensgespr�che fortsetzen.
Ich gebe Euch mein Wort:
W�hrend dieser Zeit findet keine Angriffshandlung statt. - Nein!
Ich kehre erst zur�ck,
wenn die spanische Flotte im Heimathafen liegt.
Ihr seid ein ehrenwerter Mann, Don Miguel.
Ich hoffe, wir begegnen einander wieder.
Miguel, hol ihn zur�ck! Schickt jemand anderen.
Miguel, seht mich an!
Ich sehe Hass in Eurem Gesicht.
Nicht Hass, sondern Verzweiflung �ber die L�ge.
Man darf nie verhandeln, wenn man schwach ist.
Wir mussten Zeit gewinnen, bis Philipps Flotte unterwegs war.
Nur so l�sst sich Frieden aushandeln. Frieden?!
Es ging nur um Verz�gerung. Glaubt Ihr, ICH habe den Krieg gewollt?
Ich hielt Euch zu ehrenhaft, um falsch zu sein.
Ehre hei�t f�r mich Pflicht. Ich tue nur das Beste f�r die Kirche.
Die Liste der Prostituierten, die aus Rom vertrieben werden sollen.
Es bedarf Eurer Unterschrift. Ich muss mit Seiner Heiligkeit reden.
Miguel wird unterschreiben.
Ihr erwartet zu viel von den Menschen.
Und Ihr nehmt die Dinge viel zu schwer. Tut Ihr das nicht auch?
Nein, eher ein wenig zu leicht.
Vielleicht seid Ihr kl�ger als ich. Hattet Ihr mich anders eingesch�tzt?
Sch�nheit ist die Weisheit der Frauen.
Dann bin ich ein besserer Freund, als Ihr es erwartet habt.
Romantische Musik
Trompetentusch und Stimmengewirr
(Frau) Nimm deine dreckigen Finger weg!
Aufgeregtes Stimmengewirr und Schreie
Spannende Musik
Betet f�r Eure S�nden, meine T�chter.
Was sollen die M�nner ohne uns nur anfangen?
(Mann) Da kommen einige von den reichen Signorinas.
Seht sie euch an! Holt sie aus dem K�fig!
(anderer Mann) Sie geh�ren auf den Scheiterhaufen!
Beifallsrufe und Geschrei
Giulia!
Du Schwein!
Giulia! Was willst du von mir?
Warum bist du hier? Das muss ein Irrtum sein!
Ein gro�er Irrtum! Nicht wahr?
Ich bringe dich hier weg. Willst du meine arme Seele retten?
Oder willst du mich etwa heiraten? Ja, das will ich.
Und wovon sollen wir leben? Von deinem Gehalt beim Kardinal?
Du hast gesagt, du liebst mich. Du glaubst dem Wort einer Hure?!
Nein, du bist keine Hure.
Doch, das hat dein Papst gesagt. Ich frage dich jetzt.
Ja, ich bin eine Hure.
Ich schenke meine Liebe jedem Mann, der mich daf�r bezahlt.
Mein kleiner Dichter, du suchst die reine Liebe.
Geh zu einer Heiligen, bei einer Frau findest du sie nicht.
Das ist die Wirklichkeit und keine Schw�rmerei.
Das ist der Lauf der Welt.
Seht her! Wie gef�llt Euch mein Liebhaber?
Er glaubt, er ist ein Zauberk�nstler!
Er will eine Hure in eine unschuldige Jungfrau verwandeln.
Gel�chter
Geh zur�ck zum Vatikan.
Erz�hle deinem Kardinal, du hast eine Hure geliebt.
H�rst du mich? Geh hin! Erz�hle es ihm!
Sag ihm, dass du bei einer Hure gewesen bist.
Geh wieder zur�ck!
Geh wieder zur�ck! Geh weg!
(schluchzt) Geh weg!
Traurige Musik
Musik endet.
Dramatische Musik
Musik wird ruhiger.
Wir m�ssen uns jetzt mit ernsteren Dingen auseinandersetzen.
2000 Christen wurden von den T�rken auf Zypern niedergemetzelt.
Der Krieg ist erkl�rt worden.
Los, vorw�rts! Auf den Mast achten! - Ja, Capitan.
(Kapit�n) Wir setzen bald Segel. Eure Zeit ist bemessen. Los!
(Kapit�n) Macht die Leinen fest!
Capitan Urbina? Ja.
Miguel de Cervantes.
Eine Kompanie des Figueroa Regimentes kommt an Bord.
Warum die Versp�tung? Die �berfahrt von Neapel war sehr schlecht.
Die H�lfte der Mannschaft wurde vom Fieber befallen.
Ihr seht auch angegriffen aus. Senor.
Capitan Urbina, hier ist Euer Wein.
Sancho! Miguel!
Miguel! Ich bin ja so gl�cklich, dich wiederzusehen.
Dein B�uchlein ist gut gepolstert wie immer.
Wie kommst DU denn hierher?
Ich hatte eines Nachts in Madrid zu viel getrunken.
Am n�chsten Morgen stellte ich fest: Ich war Soldat und Koch dazu.
Die Werber waren t�chtig.
Aus dir wird nie im Leben ein Soldat, geschweige ein Koch.
Woher kennt Ihr diesen Fettwanst? Wir kommen aus demselben Dorf.
Er war dort Ziegenhirt. W�re er nur bei seinen Ziegen geblieben.
Vorsicht!
Miguel!
Seid Ihr verletzt? Nein, Senor. Ich glaube nicht.
Bring ihn unter Deck und rufe den Arzt. - Ja, Capitan.
Capitan Urbina? - Ja?
Seine Hoheit Don Juan h�lt Kriegsrat mit den Admiralen.
Seid Ihr bereit zum Auslaufen? - Ja.
Die t�rkische Flotte liegt im Golf von Korinth bei Lepanto.
Sie wagt nicht, auszulaufen. Also m�ssen WIR angreifen und siegen.
Unsere Armeen haben dann Zugriff auf jeden Moslemst�tzpunkt.
Wir k�mpfen gem�� der von mir aufgestellten Schlachtordnung.
Wir werden mit Gottes Hilfe den Feind vernichten.
Es lebe Don Juan von Austria! - Und: Wir segeln mit der Flut.
Er hat sehr hohes Fieber, Capitan. Er muss im Bett bleiben.
Du bleibst bei ihm. Sorge bitte wie eine Mutter f�r ihn.
Er hat mir das Leben gerettet.
Ja, Capitan.
Du hast sein Leben gerettet.
Aber mit Gottes Hilfe wirst du auch meines retten.
Werde langsam gesund. Ganz langsam, h�rst du?
Glocken l�uten.
Trommelschl�ge
Eure Hoheit, achtet bitte auf Backbord.
Fertig machen zum Angriff! - Vorw�rts!
Sie haben mehr Schiffe als gedacht. Wir sollten abdrehen. - Nein.
Wir sind hier, um zu k�mpfen. Wir greifen an. Feuer!
Knallen und Zischen
Eure Befehle? - Das Feuer er�ffnen!
Kanonendonner
Kanonendonner
Kanonendonner
Wo ist dein Freund? - Unten. Wie befohlen.
Bleib bei ihm. Du st�rst hier.
Zum Angriff bereit machen!
Kanonendonner
Kanonendonner
Du darfst nicht aufstehen! Du bist schwer verletzt!
Ich gehe an Deck. Du bist noch zu schwach.
Es ist meine Pflicht. Du musst unten bleiben.
Nein, Sancho! Doch!
Es kracht.
Sie entern bereits! Miguel!
Kampfgeschrei und Sch�sse
Kampfger�usche
Miguel, komm zur�ck!
Dramatische Musik und Kampfger�usche
Geht sofort wieder runter! Nein!
Sch�sse und Kampfger�usche
Schreie
Kanonendonner
Kampfger�usche
Pfeile zischen durch die Luft.
Sancho schreit auf.
Dramatische Musik
Sancho st�hnt.
Dramatische Musik
Krachen
Sancho st�hnt.
Sancho!
Sancho!
Sancho st�hnt. Ich... wollte... leben und sterben.
(st�hnt) In Alcala. Das wirst du auch, mein Freund.
Ich schw�re es dir. Sancho st�hnt.
Hilf mir, mein Gott!
Es hei�t: "Nackt bin ich geboren..."
"Und nackt bin ich nun. Nichts habe ich gewonnen, nichts verloren."
Ich... sterbe... Miguel...
Sag mir, wo bin ich?
Miguel...
Dramatische Musik
Ahh!
Dramatische Musik
Aaahhh!!!
Krachen
Sch�sse
Aaahh!!
Dramatische Musik
Kampfschreie
Dramatische Musik
Aaahhh!!!
Dramatische Musik
Jubelrufe
Wir haben gesiegt! Wir haben den Sieg erk�mpft, meine Br�der!
Wir haben gesiegt!
Trompeten-Signal
Miguel! Wir haben gewonnen, mein Freund!
Seht, Miguel! Sie gehen unter! Sie sinken!
Wir haben gewonnen. Der Kampf ist aus. Dem Himmel sei Dank!
Miguel?
(schwach) Capitan Urbina...
Qu�len Euch die Schmerzen immer noch? Es geht.
Nur was ich hier sehe und h�re... das ist furchtbar.
Ihr habt mutig gek�mpft.
Ich beschaffe Euch ein Empfehlungsschreiben.
Beginnt ein neues Leben in Spanien. Mich interessiert die Zukunft nicht.
Ich brauche nur Frieden.
Und Zeit, um zu vergessen.
Capitan Urbina, ich darf keine Empfehlungsschreiben ausstellen.
Und wer kann das? Ich habe hier alle gefragt!
Nur der Oberkommandierende pers�nlich.
Stimmengewirr und Gel�chter
Halt! Ihr d�rft da nicht st�ren! - Verzeiht, Hoheit!
Was gibt es? - Er bittet um ein Empfehlungsschreiben.
F�r einen Verwundeten seines Kommandos. - F�r einen Helden.
Ich bin Capitan Urbina. Wir haben bei Lepanto f�r Euch gek�mpft.
Welches Schiff war das?? - Die "Marquisa".
Ich entsinne mich nicht. - Der Name kann Euch entfallen sein.
Aber nicht die M�nner, die so tapfer k�mpften.
Und Don Miguel Cervantes war der Held des Schiffes. - Das glaube ich.
Viele waren tapfer. Sollen die leer ausgehen und ungenannt bleiben?
Miguel de Cervantes war ein au�ergew�hnlicher Held.
Er wurde auch au�ergew�hnlich belohnt.
W�nscht ihm angenehme Reise.
Er kann sich in Spanien meines Namens bedienen, falls es ihm n�tzt.
Eure Hoheit, darf ich Euch kurz sprechen? - Ja.
Hier ist das Empfehlungsschreiben f�r dich.
Mit Unterschrift und Siegel von Juan von Austria.
Es wird ausreichen, um bei K�nig Philipp eine Pension zu erwirken.
Aber Capitan Urbina wurde doch abgewiesen.
Ich... ich wurde nicht abgewiesen.
Was hast du jetzt vor? Gehst du nach Spanien? - Ja.
Was willst du anfangen?
Was immer es ist... Ich werde es nach dem Willen Gottes anfangen.
Und du?
Ich werde weiterleben.
Ich habe dich geliebt.
Und ich...
Ich wollte dir sagen, dass ich dich immer...
Giulia!
Leb wohl, Miguel.
Leb wohl.
(Mann) Vorw�rts! Weiter!
Leinen los und so schnell wie m�glich nach Hause. Nach Spanien.
Los, an Bord! Du wirst bald wieder tanzen k�nnen, mein Freund.
Oh, ein richtiger Gl�ckspilz!
Er muss nie wieder ein h�ssliches Weib ansehen.
Er muss Frauen erst anfassen. Dann wei� er, ob sie alt sind oder jung.
Wenn ihr Helden zur�ckkommt, werden die Frauen flei�ig sein m�ssen.
Rodrigo!
Miguel! Bruderherz!
Miguel, bist du verwundet?
Mein Andenken an Lepanto. Ich habe kein Gef�hl mehr in der Hand.
Miguel...
Keine aufheiternden Worte f�r mich, F�hnrich?
Nat�rlich. Du lebst. Du kannst sehen.
Und du kannst arbeiten.
Komm! Komm, Miguel!
(Rodrigo) Woran denkst du?
An so viele Dinge.
Was hast du da geschrieben?
(liest) "Wenn Vergangenes aufersteht,
dann k�nnte noch ein Mal Gl�ck ich finden."
"Wenn der Abendwind verweht, wird er stille Freud' verk�nden."
Schuss
Korsaren!
Korsaren! Korsaren! - Bleib hier, Miguel!
Hoch mit dir!
Kampfger�usche
Aaahhh!!!
Kampfger�usche
Alle aufstehen!
Wer ist das? - Der Dali Mani. - Er ist schlimmer als der Teufel.
Eine armselige Bande. Aber viele haben gut gek�mpft.
Er soll f�r seine Gefangenen hohes L�segeld nehmen.
Es ist besser, man zahlt es trotzdem.
Ja.
Nein.
Komm! - Nein!
Nein! Nein!!
Aaahhhh!!! Platschen - Nein, Miguel!
Ja.
Nein.
Gnade! Gnade!
Nein!!! Platschen
Ja.
Nein. - Nein! Bitte!
Er darf Eure Verletzung nicht sehen. Platschen
Ja.
Nein, Rodrigo! Lass mich!
Nein, Miguel!
Nein! Wartet!
Mein Bruder ist ein Held. Er hat ein Schreiben an den K�nig von Spanien.
Lest es! Don Juan von Austria hat es unterzeichnet.
Beim Bart des Propheten! Dieser Mann k�nnte mir ein Verm�gen einbringen.
Wenigstens 500 Dukaten.
Nur ein Schwachsinniger w�rde 500 Dukaten f�r mich bezahlen.
Ich bin nur ein einarmiger Soldat. Aber Ihr habt einflussreiche Freunde.
Ihr seid nicht nur ein hundsgemeiner M�rder, sondern auch ein alter Esel.
Ihr flucht wie ein reicher Pascha. Wie ein sehr reicher sogar.
Ich bin Ahmed. Ich bin hier der Sklavenaufseher.
Wer mir nicht gehorcht, bekommt meine Peitsche zu sp�ren. Marsch!
Seht! So ergeht es euch, wenn ihr versucht zu fliehen.
Vorw�rts!
(Verk�ufer) Das ist der beste Mann, den ich habe. Ein guter Arbeiter.
(K�ufer) Ich nehme ihn.
Halt!
Den hier...
Den hier und den Priester.
Wohin bringt ihr sie? - In den Kerker. Sie sind zu verkaufen.
Was wird aus meinem Bruder? Er wird auf dem Markt verkauft. Vorw�rts!
Rodrigo! Miguel, geh! Es ist besser f�r dich.
Hab keine Angst um mich. Wir werden uns wiedersehen.
Folgt mir!
Gebt uns zu essen, sonst sterben wir! - Wer Hunger hat, schreibt Briefe.
(H�ftling) Ich habe geschrieben. Aber niemand schickte Geld.
Wir verhungern. - Ihr sterbt nicht. - Wir tauschen Lebende gegen Gold.
(Gefangener) Bitte! Bitte!
Wer ist Don Lopez? - Ich.
Schreibt an Eure Freunde in Valencia. Euer L�segeld betr�gt 200 Dukaten.
Ja, das werde ich schreiben.
Don Miguel de Cervantes?
Den ersten Brief schreibt Ihr an den K�nig von Spanien.
Ihr bittet ihn um 500 Dukaten.
F�nf...? - Ein zweiter Brief geht an Eure Familie,
Sie soll helfen, das L�segeld aufzubringen.
Don Miguel lacht hysterisch.
Gro�er Gott, Sie haben ihm die Zunge rausgeschnitten!
Was ist...? Ich warte, Don Miguel.
Nein.
Ich werde nicht schreiben.
Meine Familie soll nicht f�r mich bitten.
Ich schw�re, ich schreibe keinen einzigen Brief. Nicht ein Wort!
Ahmed!
Er wird schreiben. Er wird viel schreiben.
St�hnen Viele Briefe.
Ich bete zu Gott, dass er es tut. Ich glaube, er wird es nicht tun.
Miguel schreit.
Die Peitsche knallt. Miguel st�hnt.
Der Muezzin ruft zum Gebet.
Die Rufe dringen ins Gef�ngnis.
Miguel st�hnt.
Wei�t du, wie lange ich hier bin?
Unverst�ndliche Laute Vier Wochen?
Monate?
Habe ich geschrieben?
(Laute) Nein, es wird nicht mehr geschlagen, Cascalla.
Verabschiedet Euch von ihm. Ihr seht ihn nicht mehr wieder.
Laute
Leb wohl, Cascalla. Du warst ein guter Freund.
Wie kann man einem Verr�ckten etwas erkl�ren?
Aber Ihr seid selbst verr�ckt, Euch auspeitschen zu lassen.
Cascalla weint bitterlich.
Ruhige Musik
Miguel st�hnt.
Der Muezzin ruft zum Gebet.
M�chtet Ihr noch etwas essen? Nein, danke.
Setzt Euch doch zu mir, bitte.
Ihr wart besonders gut zu mir. Wie ist Euer Name?
Nessa. Nessa.
S��e Nessa.
S��e Nessa.
Wisst Ihr, warum ich hierher gebracht wurde? - Nein.
Ich wusste, dass Ihr es wart. General Hassan!
Wer sonst l�sst sich lieber auspeitschen,
als einen Bittbrief zu schreiben?
Das kann nur Miguel de Cervantes sein. - Wieso seid Ihr hier??
Ich bin der Bey hier. Der Sultan gab mir Algier zur Verwaltung.
Dann seid Ihr mein Gebieter? Ja. Und �ber alles, was Ihr hier seht.
Oh Gott. Wie verr�ckt das Leben manchmal sein kann.
Warum habt Ihr mich herbringen lassen? Aus Freundschaft?
Zum Teil. Aber Ihr seid auch wertvoll.
Ich zahlte dem Dali Mani 300 Dukaten f�r Euch.
Und der K�nig soll 500 Dukaten L�segeld zahlen.
Es wurde auch schon ein Brief geschrieben.
Ich f�rchte, Ihr habt kein gutes Gesch�ft gemacht.
Philipp wird gar nichts bezahlen.
Meine Familie ist arm und Philipp wei� nichts von meiner Existenz.
Aber Ihr wart der Held bei Lepanto. Und Ihr habt ein Opfer gebracht.
Wird Mut und Tapferkeit auf diese Weise bei den Christen belohnt?
Ihr wisst keine Antwort darauf? Das ist der Beginn aller Weisheit.
Wir warten ab. Ihr m�sst jedenfalls nicht zur�ck in den Kerker.
Ihr werdet mein Sekret�r. Ihr seid ein f�higer Mann.
Wie sehen meine Pflichten aus? Kommt, ich erkl�re euch alles.
Ganz Algier ist ein Gesch�ft mit gestohlenen G�tern
und gestohlenem Leben.
Schiffseigner und Piraten-Kapit�ne bilden das wirtschaftliche R�ckgrat.
Sie sind gl�cklicherweise von uns abh�ngig und wir wiederum von ihnen.
Sie finden bei uns einen Zuflucht-Hafen.
Wir erhalten daf�r Lebensmittel und einige Luxuswaren.
Ihr wolltet mir sagen, welche Pflichten ich habe. Ach ja.
Alles was im Hafen ankommt, wird registriert und mir zugeschickt.
Zw�lf Prozent des Gesamtwertes geh�ren meinem Sultan.
Ihr kontrolliert die Listen der Hafeneing�nge und
pr�ft die Lagerhaus-Quittungen. Und wenn ich das nicht will?
Dann kommt Ihr in den Kerker oder Ihr m�sst in Ketten arbeiten.
Ich bin in erster Linie ein praktisch denkender Mann.
Wo ist mein Bruder? Ich vermute, er arbeitet irgendwo als Sklave.
Ich h�tte ihn gerne gesehen. Schaut auf dem Sklavenmarkt nach.
Die Trinitarier-M�nche werden Euch helfen.
Ach... Klatschen
Tragt diese goldene Kette, bis das L�segeld da ist.
Sie ist das Symbol meines Besitzerrechtes und meines Schutzes.
Versucht nicht zu fliehen und f�gt keinem meiner Leute Schaden zu.
Versprecht mir das! Das Versprechen kann ich Euch nicht geben.
Ich kann Sklaverei nicht so einfach hinnehmen.
Wie guter Stahl werdet Ihr h�rter unter dem Hammer.
Vor dieser Eigenschaft habe ich Respekt. Aber...
Ich glaube nicht, dass Ihr etwas T�richtes tun werdet. Geht jetzt.
Rodrigo!
Miguel!
Gott sei Dank, du lebst! Ich hatte Angst, dass du im Kerker stirbst.
Solange sie sich Profit versprechen, bringen sie dich nicht um.
Du hast abgenommen. Sie geben uns nur das Notwendigste zu essen.
Wie hoch ist dein L�segeld? Ich glaube, 100 Dukaten.
Ich werde f�r zwei Dukaten im Monat vermietet.
Ich bin ein guter Sklave.
Geh jetzt. Mach dir keine Sorgen um mich. - Und umgekehrt.
Wir sehen uns bald wieder.
Du Hund! Geh wieder an deine Arbeit!
Ihr habt mich rufen lassen? Ich bin mit Eurer Arbeit zufrieden.
Mein Sultan auch. Als Belohnung darf Ihr Bruder in meinen G�rten arbeiten
Ich freue mich f�r meinen Bruder. Ist das alles? Keine Dankbarkeit?
Erwartet keine Dankbarkeit von einem Sklaven.
Trotz tiefem Fall werdet Ihr Euch immer wieder aufrichten.
Warum seid Ihr eigentlich so besessen von der Freiheit?
Sind nicht alle Menschen Sklaven? Im seelischen Sinne?
Welche Ketten mich in der Vergangenheit auch fesselten:
Geburt, Armut, Tradition. Dagegen konnte ich mich wehren.
Hier habe ich keine Wahl. Oh doch.
Tausende von Christen haben ihren Frieden mit dem Islam gemacht.
Bei Eurem Talent k�nnt Ihr hier ein reicher,einflussreicher Mann werden.
Ich verlor meine Freiheit, soll ich auch noch meinen Glauben aufgeben?
F�r Euch ist das die einzige L�sung.
Ich werde eine andere finden.
Muezzin-Ruf im Hintergrund
Muezzin-Ruf im Hintergrund
Rodrigo!
Miguel!
Ich brauche deine Hilfe. Was hast du vor?
Ich sage es dir heute Nacht.
Wir werden unser Leben nicht in Algier beschlie�en.
Stimmengewirr
Klopfzeichen
Ihr gefallt mir in letzter Zeit nicht mehr, Miguel.
Was treibt Ihr, wenn Ihr nicht f�r mich arbeitet?
Ich... �h... schreibe gerade an einem... Theaterst�ck.
Wirklich? Was ist das f�r ein St�ck?
Es interessiert mich. Es ist noch nicht fertig.
Hoffentlich ist es am�sant. Wenn nicht, hat es keinen Erfolg.
Wenn es Erfolg hat, wird es Euch nicht gefallen.
Auch ich habe ein St�ck im Sinn.
Wenn es Erfolg hat, wird es Euch wiederum nicht erfreuen. Wirklich?
H�ren wir auf, uns etwas vorzumachen.
Ich erz�hle Euch jetzt den Inhalt Eures St�ckes.
Heute Abend, wenn das Fest des Ramadan beginnt,
werden sich 12.000 christliche Sklaven zu einer Revolte erheben.
Ich schreibe keine unglaubw�rdigen St�cke. Es ist nicht unglaubw�rdig.
Denkt an Troja, wo sich die Krieger im h�lzernen Pferd versteckten.
Ihr schmeichelt mir. Rebellion ist ein Rauschgift.
Gef�hrlich f�r Euch selbst und f�r die anderen.
Es f�hrt wie alle Gifte zu einer Krankheit mit t�dlichem Ausgang.
Erz�hlt mir mehr von meinem St�ck. Die Proben begannen vor f�nf Tagen.
In einem Weinkeller. Und nun nennt mir die Namen aller Mitwirkenden!
Unsere Freundschaft ist beendet. Nennt mir die Namen!
Fasst ihn!
Dramatische Musik
Haltet Cervantes fest!
Nehmt ihn gefangen!
Spannende Musik
Schreie dringen aus dem Kerker.
Don Miguel schreit.
Nennt Ihr mir jetzt die Namen Eurer Mitwisser?
(st�hnt) Hat...
...sie denn Euer Spion nicht verraten?
Ich m�chte sie aus Eurem Mund h�ren. Erwartet Ihr, dass ich das tue?
Ja. Jeder Sklave, jeder Moslem, jedes Kind in Algier soll erfahren:
Cervantes hat seine Freunde verraten.
Ihr werdet nie wieder eine Rebellion anstiften.
Vorher m�sst Ihr mich umbringen. So edelm�tig werde ich nicht sein.
Erst wird man Euch blenden,
dann taub und stumm machen und Euch am Leben erhalten.
Ist Euch dieses Abenteuer wirklich so viel wert?
Die Namen!
Die Namen!!
Wartet! Ich nenne sie Euch.
Die Namen!
(st�hnt) Die M�nner hei�en...
Lope de Vega...
Hernando Cortez...
Francisco Pizarro...
Christopher Kolumbus... Das sind alles frei erfundene Namen!
Ihr seid wahnsinnig, jetzt noch Scherze mit mir zu treiben.
Ich mache keine Scherze. Ich brauche die Namen nicht mehr.
Eure Rebellion muss fehlschlagen,
weil Ihr keine Ahnung von den Menschen habt.
Ihr glaubt, Ihr verf�gt �ber 12.000 Helden. - 12.000 Sklaven!
Sie tr�umen alle von Freiheit. Jeder Mensch tr�umt davon.
Aber wenn es hei�t: Leben oder sterben...
Wie viele sind dann wirklich bereit, f�r die Freiheit zu sterben?
Sie werden aufstehen. Es sei denn, Ihr werdet sie vorher t�ten lassen.
Nicht n�tig. Die Welt besteht nicht aus Menschen Eures Schlages.
Auch nicht aus M�nnern wie Ihr.
Menschen interessieren sich nicht f�r Freiheit, Ehre oder Moral.
Sie denken nur an sich. Das will ich Euch demonstrieren.
Auf einem Schiff waren 200 F�sser Branntwein.
Die 12.000 Christenschweine sollen sie saufen. �ffnet die Kerker.
Sagt ihnen, es w�re Feiertag.
Wir werden sehen, was mit Eurer Rebellion geschieht.
Die Sklaven sind betrunken. Sie lallen und lachen.
Warum bist du nicht bei den anderen, du Feigling?
(lallt) Ich bin �berall. Und wir werden noch die Stadt erobern.
Die Schweine sind alle betrunken. Wie viele M�nner sind wir?
Keine 100. Was sollen wir jetzt tun? Wir kapern ein Schiff und fliehen.
Man wird uns verfolgen. Morgen fr�h sind wir l�ngst auf offener See.
(Rodrigo) Wir m�ssen es versuchen. Ja. Also los!
Halt! Ihr seid wegen bewaffneter Rebellion zum Tode verurteilt.
Ihr werdet alle sterben, wenn Ihr nicht sofort die Waffen niederlegt.
Nein!
Ihr sagtet, keiner von uns w�rde k�mpfen. Aber hier stehen 100 Mann.
Unser Kampf soll ein Fanal sein. Zum Hafen!
Feuer! Sch�sse
Geht in Deckung! Mut! Mut, meine Br�der!
Sch�sse
Ein paar Leute m�ssen entkommen,
damit die anderen die Hoffnung nicht verlieren.
Wir versuchen, sie aufzuhalten. Viel Gl�ck!
Geh mit ihnen, Nessa.
Verfolgt sie! Schreie und Kampfger�usche
Schneller! Schneller! Wir m�ssen uns beeilen.
Komm mit, Nessa!
Kampfger�usche und Schreie
Miguel! Nessa!
Ich dachte, du w�rst schon weg. Ich konnte nicht ohne dich gehen.
Hat sie dich mehr geliebt?
Ich meine sie, die du verloren hast?
Nein, nein. Nicht mehr.
S��e Nessa.
Nicht mehr.
Ich habe nicht den Wunsch, Euch sterben zu sehen, Miguel.
Aber diese Rebellion muss bestraft werden. Dann lasst mich sterben.
Lasst die anderen frei. Ich bin der Verantwortliche.
Ihr wisst, dass sie f�r Euch nicht sterben w�rden.
Das macht nichts. - Ihr haltet also an Euren Illusionen fest.
Nein. Ich habe meine Illusionen verloren.
Aber nicht den Glauben an die Menschen.
Obwohl sie Euch verraten haben? Nicht alle taten das.
Eine Handvoll von 12.000. Das n�chste Mal werden es mehr sein.
Ihr seid ein Narr, Don Miguel.
Ein Mann, der sein Leben hingeben will, mag ein nobler Mensch sein...
Aber er bleibt zweifellos ein Narr. Klatschen
Bitte, wartet! - Wartet!
Hassan Bey, das L�segeld f�r die Br�der Cervantes ist angekommen.
Golddukaten aus Spanien. - Wie viele sind es?
400 Dukaten von der Familie Cervantes, von Freunden
und unseren Br�dern der Trinitas.
Gold ist besser als tote M�nner, Hassan Bey.
Das ist nicht genug f�r beide Br�der. - Lasst meinen Bruder frei!
Ich bleibe hier oder sterbe. Wie Ihr wollt.
Die Forderung war: 500 Dukaten f�r Cervantes, 100 f�r seinen Bruder.
Ich kann es nicht �ndern. Die Leute reden durcheinander.
Gef�hlvolle Musik
Sie tun Bu�e f�r ihre Trunkenheit und f�r ihren Verrat.
Sie erweisen sich als menschliche Wesen.
Und nicht als wilde Tiere, wie Ihr dachtet.
Was wollt Ihr tun, Hassan Bey? Was wollt Ihr tun?
Alle Mann an die Ankerwinde!
Alfredo. - Ja.
Pedro. - Ja.
Don Miguel. Wisst Ihr, wer den Rest des L�segeldes bezahlt hat?
Nein, mein Sohn. Aber Hassan Bey bat mich, Euch das zu geben.
Lebt wohl, Pater.
Hassan Bey, warum habt Ihr ihn doch gehen lassen?
Er war der einzige Mann, vor dem ich je Respekt gehabt habe.
Ich habe es nicht mehr geglaubt. Wir kommen doch wieder nach Hause.
Ja.
Was willst du mit der Kette machen?
Ich werde sie als Andenken behalten. Zum Andenken an die Sklaverei?
Ein Mann ist niemals ein Sklave, solange er im Geist frei bleibt.
Und niemals ein Narr, solange er an seinen Idealen festh�lt.
(Sprecher) "Cervantes kehrte nach Spanien zur�ck."
"Einige Jahre sp�ter schrieb er "Don Quichotte de la Mancha" -
Einen der ber�hmtesten Romane der Weltliteratur."
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