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UNBEKANNT
Ich liebe dich.
Ich liebe dich auch.
Nein.
Nein.
Ich habe letzte Nacht geträumt,
ich wäre in einem Wald mit riesigen Bäumen und herrlichen Dingen.
Aber ich konnte nichts davon sehen,
weil ich dieser kleiner Fleck auf dem Boden war.
Keine Ahnung, eine Ameise oder so was.
Und ich konnte nichts als den Matsch sehen, in dem ich saß.
Das war’s.
Sonst war da nichts.
Hallöchen!
Sind Sie... Sind Sie gut angekommen?
Ja, der Schlüssel war genau da, wo Sie gesagt hatten.
Hören Sie, es tut mir leid,
dass ich Sie nicht persönlich empfangen konnte, um Sie rumzuführen.
Ach, schon okay.
Und nennt man Sie eigentlich je Wynne?
-Nein, nicht wirklich. -Oh, tja, okay.
Dann werde ich Sie auch nicht so nennen.
Wie gefällt Ihnen das Haus?
Oh, es ist... es ist wunderschön.
Ja, ich wusste, es würde Ihnen gefallen.
Es ist über 150 Jahre alt. Das Haus war ursprünglich ein Gasthof.
Deswegen hat es so viele Türen.
-Oh, wow. -Ja.
Hören Sie, ich... ich schätze es wirklich, dass Sie für mich nach dem Haus sehen.
Ich bin dankbar, dass Sie mich hier bleiben lassen.
Es ist ein... traumhaftes Haus.
Tja, Sie werden dort vollkommen sicher sein, Wynne.
-Danke. -Ja, dafür sorge ich höchstpersönlich.
Ich bin in der Stadt, aber Sie können mich jederzeit anrufen.
Tag und Nacht, in Ordnung? Egal wann, haben Sie gehört?
Das werd ich tun.
Ich hasse es, das Bett zu machen.
Ich weiß, aber du musst das Bett machen, um dich reinlegen zu können.
Na ja, eigentlich... nein, musst du nicht.
Was?
Hallo?
-Wynne? -Ja? Hi.
Ist alles in Ordnung? Sie klingen, als hätten Sie einen Geist gesehen.
Oh, nein, alles ist gut, wirklich.
Nun, wenn Sie Betty sehen, grüßen Sie sie von mir.
-Betty? -Den Geist!
Der Legende nach starb sie auf mysteriöse Weise in diesem Haus,
und nun spukt sie herum und erschreckt jeden.
-Oh. -Boooh! Boooh!
Wie auch immer, ich rief nur an, um Sie wissen zu lassen,
dass manchmal der Strom ausfällt.
Und ich wollte, dass Sie wissen, wie der Stromerzeuger funktioniert.
Oh ja, das wüsste ich sehr gerne.
Gut.
UNBEKANNT
Hallo?
Nein, nein, nein.
Du musst ihn gegen den Uhrzeigersinn drehen,
nicht im Uhrzeigersinn.
So verlierst du keine Zeit, weißt du?
Wynne, pass auf!
Was?
NIEMAND: KEIN INHALT
Wie geht’s dir?
Ich weiß nicht...
Ich hatte gehofft, dass ein fremder Ort mich ablenken würde,
aber das hat es noch nicht.
Ich hab Angst, dass es mir immer so gehen wird.
Ich weiß. Aber das wird es nicht.
Du musst dir nur Zeit lassen, um zu trauern.
Wie soll ich das, wenn es doch meine Schuld war?
Es war nicht deine Schuld.
Niemand denkt das.
Ich bin aber gefahren.
Weißt du noch, als wir klein waren,
und du hast das "Große Bär"-Haus aus Karton gebaut?
Ja. Ohne Dach, damit ich den "Großen Bären" bewundern konnte.
Du hast wirklich hart daran gearbeitet.
Du hast lange gebraucht, Kissen,
Sternenkonstellationen mit Buntstiften daran gemalt und so weiter.
Eine Mondförmige Tür.
Aber am härtesten hast du an dem Teleskop gearbeitet.
Für die Dosen musste die ganze Nachbarschaft
eine ganze Woche Pringles essen.
Ja. Es war ein unglaubliches Teleskop, auch wenn es nichts vergrößert hat.
Und dann hab ich es kaputt gemacht.
Ziggy ist mir vors Fahrrad gerannt,
und ich bin ausgewichen
und mit dem Fahrrad drübergefahren.
Du hast dir den Arm gebrochen.
Ja, und ich habe deine Kreation ruiniert.
Es war doch nur ein Unfall.
Ich verstehe, was du da tust.
Du bist mir nicht böse geworden.
Was für ein Kind selten ist.
Du warst gut zu mir.
-Also sei auch gut zu dir. -Ja.
Es... es tut mir leid, ich muss los.
-Du weißt, ich bin für dich da. -Ich weiß.
Ich dachte, du wärst weg.
Ich bin hier.
Also, hast du... den Brautstraußwurf schon perfektioniert?
Weil wir wissen, dass das der wichtigste Moment des Hochzeitstages ist.
Ja, das ist es unbedingt.
Liam!
Liam!
Liam?
Liam?
Das...
erinnert mich an einen chinesischen Monsterfilm aus 1997,
Sunny Factory, wo der Held sich in eine gefährliche Lage
in einer Fabrik bringt, wie der Titel suggeriert.
Entweder Sunny Factory
oder Homers Odyssee mit den Sirenen,
aber ich hab kein Wachs, weißt du, was ich mein?
Ich mein damit, dass ich hier verwundbar bin.
-Wer bist du? -Wer bin ich?
Ich hab nur Angst vor der Fremden, womöglich eine Sirene,
die meine Arbeit an meinem Kupferdraht unterbricht,
die im Einzelhandel viel mehr kostet, als ich ausgeben möchte.
Viel mehr als ich verdiene.
Ich bin ein Mann des Landes, wieso können wir nicht alle vom Land leben?
Natürlich brauch ich auch den Rausch, den mir meine Mechaniker Fantasien geben.
Wobei ich eigentlich nur ein Mann bin, der seit gut 10 Jahren
an diesem alten Truck werkelt, und das ohne einen wirklichen Fortschritt.
Nur für den Kick, ihn kurz zu fahren, bevor ich wieder dran rumbastle.
Hast du jemals in einem Truck gesessen,
das Feuer fing, während du die Straße runterfuhrst?
Es ist nicht mal mein Wagen.
Obwohl ich meinen eigenen habe, und ich habe die Erlaubnis!
Also ist es irgendwie wie Therapie, aber das klingt wie ein Klischee.
Wenn du mir nicht sofort sagst, wer du bist, dann rufe ich die Polizei!
Carl?
Ja, ich weiß, sein Name ist Carl.
Wenn man sich Polizisten vorstellt, passt Carl,
den haben wir, der hat heute Nachtschicht, ruf ihn an.
Keine Ahnung, was er jetzt so treibt, seit ich ihn gesehen hab.
Cody Mallard fuhr ein Reh um, was nicht gestorben ist, sehr traurig.
Carl war bereits vor Ort, als ich vorbeifuhr...
Sie standen um das arme Vieh herum, das um sein Leben schnaufte.
Das Reh, nicht Carl, obwohl er dafür bekannt ist,
allein vom Sitzen ins Schwitzen zu kommen.
Zum Glück hatte ich meine Machete zufällig im Kofferraum,
weil ich sie erst ein paar Tage zuvor angeschliffen hatte.
Aber ich musste hacken und hacken und hacken am Hals des Rehs...
während es jedes Mal zuckte... und erlöste es von seinem Leid.
Ich glaube, Cody behielt vielleicht den Kopf und Carl behielt den Rest,
um das das Fleisch zu kochen, aber wer weiß schon,
ob er überhaupt Zeit hatte, es zu schlachten,
ich mein, er hatte noch Nachtdienst.
Das ist Lucy.
Entschuldige, sie ist eine Katze und ich mach dir Angst.
Ich sollte das wirklich absolut klarstellen.
Ich bin der, der sich fürchten sollte.
Wieso?
Ich... kenne dich nicht. Ich komm seit Jahren hierher,
ich bin hier aufgewachsen, und ich kenn alle Einwohner.
Ich hab geholfen, die Stützbalken in der Scheune aufzubauen.
Dich hab ich noch nie zuvor gesehen.
Ich bin Chris.
Ich bin hier wegen der Schaltung
und weil der Vergaser umgebaut werden muss und...
weil ich ein Werkzeug brauche...
Um einen Waschbären zu befreien, der in einer Dachs-Falle feststeckt.
Ich bin nicht hier, um dir wehzutun!
Und mir ist bewusst, dass ein Killer genau das sagen würde,
aber um es dir also zu beweisen werde ich sehr bald gehen.
Ich bin Wynne. Ich pass für Bob aufs Haus auf.
Wer?
-Ich bin Wynne... -Oh, Bob Morton, ja!
Ich traf ihn, als alles geschah, unheimlicher Typ.
Aber ich weiß nicht viel über ihn von davor.
Jim war derjenige, der sich um das Haus kümmerte,
bevor er verstarb.
Jim hatte keine Familie, also... war der nächste Angehörige Bob,
der scheinbar irgendein entfernter Cousin war,
oder vielleicht sein Bruder, ich weiß auch nicht.
Jim war ein Mann weniger Worte. Guter Kerl, aber wenige Worte.
Er liebte dieses Haus.
Bob bringt nur Leute hierher.
Hey, du hast mir echt Angst gemacht.
Wusste nicht, dass jemand hier ist, aber okay, mein Fehler.
Und da ich nun hier bin, wäre es mir lieber,
du sagst Bescheid, wenn du vorbeikommst.
Das kann ich tun.
Aber du solltest wirklich eine Waffe tragen,
du bist eine Frau allein auf dem Land, was machst du überhaupt hier?
Ich...
dachte da wäre jemand.
War es Betty?
Weil du musst wissen, sie ist nicht echt.
Sie ist ein Gei... Oh, ich war’s.
Du hast mich gesehen.
Aber das dachtest du nicht.
Der Tod ist schwer.
Quält dich jeden Tag, wenn du ihn lässt.
Du wirst lernen, damit zu leben.
Gefunden.
DIENSTAG - KLINGELTON BLUT (NIE PASSIERT)
Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden.
Wenn Sie eine Leiche entsorgen wollen, ist hier die Nummer
für das lokale Reinigungsamt.
Oh, nein, nein, nein, nein.
Oh, nein, nein.
Komm schon.
-Hallo? -Hallöchen.
Geht’s Ihnen gut? Ist bei Ihnen alles in Ordnung?
Ja! Ich hab mein Essen
nur ein bisschen anbrennen lassen und der Feueralarm ging los!
Oh. Oh, ich liebe einen guten Rinderbraten.
-Ja. -Ich wollte nur anrufen, wissen Sie...
und fragen, wie Sie sich einleben?
Es ist ein Jammer, dass diese Fenster nicht aufgehen, nicht wahr?
Ja.
Ja, ich lebe mich eigentlich ganz gut ein.
Gut.
Also, ich hab dieses Bild gefunden
von einem Paar, das vielleicht mal hier gewohnt hat?
Wissen Sie, wo sie wohnen? Ich schicke es ihnen vielleicht.
Es sind schon so viele Leute ein- und ausgegangen,
ich meine, das müsste ich mir ansehen.
Sie sagen immer, sie wollen das Landleben erleben,
aber offensichtlich ist es am Ende doch nichts für sie,
weil sie nie lange bleiben.
-Nicht wahr? -Ja.
Okay.
Hier.
Fahr du.
Gut gefangen.
Es ist auf dem Handy, Wynne. Es ist alles auf dem Handy.
Oh Gott, nein!
Glaub nicht alles, was du siehst.
Ich brauche dich so sehr.
Komm her.
Hey!
Hey.
Was tust du hier?
Die Sache mit Kleinstädten ist, dass es nicht viele Straßen gibt.
Ich fahr an dieselben Orte, aber habe kein Muster,
weißt du, was ich meine?
Warum sagt man das, du weißt doch nicht, was ich mein.
Also, das Muster ist wichtig, weil das bedeutet,
dass ich zu jeder Stunde an diesem Haus vorbeifahre.
Ich brauche kein Muster, weil ich mein Leben
und meine Tage verbringe, wie ich will, unter...
Lähmenden Angstzuständen.
Ich denk übers Universum nach, denke, ich hätte die Antwort,
aber dann doch nicht und der Kreislauf... geht immer weiter.
Muster, sie sind überall, unerklärlich.
Laut Thales fand alles im Wasser seinen Ursprung,
aber nichts wurde je aufgeschrieben, Aristoteles hätte ihn erwähnen können...
Aber er hätte es missinterpretieren können.
Darum geht's nicht, es geht darum, dass du seit dem elften Oktober hier bist
und mir wurde heute klar, dass du kein Auto hast!
Was bedeutet, du bewegst dich auf anderer Weise.
Aber ich hab darüber nachgedacht
und ja, ich schaue nicht jede freie Minute am Tag auf die Einfahrt...
Und es ist absolut möglich, dass du einen Lyft oder Uber
oder so was bestellt hast und in der Zeit, als ich nicht vorbeifuhr,
wieder zurückkamst, aber dich umgibt diese "trauriges Mädchen"-Aura und...
Mein Verdacht ist, dass du Angst vorm Fahren hast.
Ich brauchte lang, um zu diesem Schluss zu kommen,
weil wer hat heutzutage kein Auto?
Oder dein Auto ist zu kaputt, um hierherzufahren
oder der Uber-Lyft Lebensstil
ist dir geläufiger, aber das ist alles unwichtig.
Der Punk ist. Ich weiß nicht, was du isst oder wie.
Weil hier in der Nähe ist bloß ein Tankstellensupermarkt.
Also, fahre ich dich jetzt zum Supermarkt,
weil was immer dich vom Supermarkt abhält, geht so schnell nicht wieder weg.
Und ich hab Angst, dass du sonst stirbst.
Also!
In den Worten von Mean Girls:
"Steig ein, Loser, wir gehen shoppen."
Ich hatte doch gesagt, du sollst Bescheid sagen, wenn du vorbeischaust.
Ich hab gehupt.
Okay. Ich komm gleich.
-Hast du vielleicht... -Nein, jetzt nicht.
Wenn ich fahre, höre ich Musik.
Aber ein Clown ist den Krankenwagen gefahren.
-Wovon redest du überhaupt? -Was?
-Du hast davor nichts gesagt. -Ich hab's nicht laut gesagt?
Nein.
Vergiss es, der Witz dauert sowieso zu lang.
Oh, übrigens hab ich was für dich. Das hier.
Du hast bestimmt nicht auf mich gehört und dir eine Waffe besorgt, wie die meisten.
Und auch, wenn es mädchenhaft erscheint,
kann ich dir versichern, der Schmerz, den es verursacht,
ist wahrhaftig furchtbar und langanhaltend, spiel nicht damit rum.
Hast du dich selbst besprüht?
Das Video heißt Mace Face und hatte 17 Views.
-Das sind viele Views. -Sehr viele Views.
Das tut mir so leid. Das klingt schrecklich.
Es fühlt sich einfach so echt an.
Ich mein, ich verstehe die Albträume, aber...
diese Visionen, immer, wenn ich Liam sehe...
Das muss vom PTBS kommen.
Es ist, als würde dein Gehirn dir einen Streich spielen.
Aber es ist, als wäre er tatsächlich hier.
Ich mein, ich weiß, das ist er nicht, aber es ist so...
Es ist so echt.
Und das Telefon.
Wa... was ist mit dem Telefon?
Ach, nichts. Es ist nur...
Ich wünschte ich wäre da, um dich zu umarmen.
Wynne, es ist okay, schlechte Tage zu haben.
Du musst nur die nächsten fünf Minuten überstehen.
Ich weiß.
Du hast recht.
Die Albträume und Visionen klingen schrecklich,
aber ich glaube, dass du das durchstehen kannst.
Du bist stärker als du denkst.
Ich vertrau nur nicht auf mein Urteilsvermögen.
Und meine Gesichtszuckungen kommen wieder zurück und ich...
Mir geht’s nicht gut.
Ah, es tut mir leid.
Ich werde wegen meines Autos angerufen, da muss ich ran.
Ich ruf dich zurück. Ich hab dich so lieb.
Was?!
Was willst du mir denn zeigen?!
Hey, entschuldigen Sie die Störung.
Oh, das ist okay.
Okay, Wynne, es handelt sich um eine Schachtel,
auf der "Steuern 1992" steht.
Ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, wo Sie schauen müssen,
aber ich weiß nur, dass sie irgendwo da unten ist.
Ähm, Wynne, es gibt da noch etwas, das ich Ihnen sagen muss.
Ich kannte das Paar auf dem Foto. Brian und Jeanie.
Es war eine Tragödie.
Es heißt, er hätte sie getötet und dann sich selbst,
aber wissen Sie, ich kannte den Jungen, das würde er nicht tun.
Sie wurden ermordet. Vermutlich von irgendeinem Landstreicher,
Ich meine, ich fühle mich schuldig,
weil ich das Schloss an der Hintertür nie repariert habe.
Oh, keine Sorge, jetzt ist es repariert.
Es tut mir leid, dass ich es Ihnen nie gesagt habe.
Ich wollte Ihnen keine Angst machen. Sie sind dort vollkommen sicher, Wynne.
Ich meine, Sie müssen keine Angst haben.
Es war schon immer ein schläfriges Landstädtchen.
Und das wird es auch bleiben.
Manchmal beschert das Leben einem eine unangenehme Überraschung.
Wissen Sie?
-Oh, da ist sie. -Oh! Ha! Heureka!
Ich wusste, Sie würden sie finden.
-Sie wollten die 1992? -Jap, das ist sie.
Das war das Jahr, wo sie hinter mir her waren.
Nun, ich brauche beide Hände, um die Schachtel zu holen, ich leg auf.
Okay, tja, hören Sie, danke, das schätze ich wirklich.
Keine Ursache.
GESPERRT
NIEMAND
DAS BIST DU
-Hallo? -Hey!
-Chris? -Ja!
Was hast du im Haus zu suchen?
Die Hintertür war offen, also kam ich rein,
aber ich hab nicht vergessen, zu klopfen!
-Vom Inneren des Hauses? -Ja.
-Hast du mir gesimst? -Nein, ich habe kein Handy.
Es studiert dich, es hört dir zu,
und ich trau dem nicht, außerdem höre ich mich selbst,
und das würde ich keinem anderem zumuten wollen.
Hör mal, es ist seltsam, durch die Tür zu reden.
Und ich weiß, du bist sauer wegen dem Klopfen,
es gibt so viele Klopfregeln.
Von jetzt an klopfe ich an jede Tür.
-Wieso hast du ein Gewehr?-Gewehr?
Das ist eine Brown Bess, Wynne!
Das ist eine Muskete, eine echte Muskete, um genau zu sein!
Aus 1762!
Wir gehen heute schießen! Na komm!
-Oh, nein... -Was?
Das ist locker, aber das ist nur ein kleiner Makel,
ich hab ein Werkzeug, mit dem ich es reparieren kann.
Das ist das Magische hier, alles, was du brauchst, ist schon da.
Okay.
So, zuallererst.
Was soll das werden?
Unser Ziel... aus verschiedenen Gründen...
zum einen sind Dosen ein Klischee.
Ich würde Pappbecher benutzen, die sind genauer, aber das ist zu viel Aufwand.
Zweitens: Wir können drauf zeichnen.
Und drittens, ich liebe Milch und hatte ein paar rumliegen.
-Was zeichnen wir? -Deine schlimmsten Ängste.
-Wieso? -Tu’s einfach.
Spinnen? Wirklich?
Okay. Wie langweilig, na gut.
Ich hab Angst vor Spinnen.
Also, ich hab mal eine gegessen.
Komm schon, Wynne, gib mir was Persönliches.
Versuch’s nochmal.
Du fürchtest dich vor Sprungbrettern?
Nein. Höhenangst.
Ach, nein.
Was meinst du mit "Ach, nein"?
Du zeichnest nur und denkst dir diese durchschnittlichen Ängste aus
und malst sie einfach hier drauf.
Hier.
Ich mache das mal.
Was zeichnest du?
Ängste gehen nicht von alleine fort, Wynne.
Du musst gegen sie kämpfen.
-Ein bisschen nah, findest du nicht? -"Ein bisschen nah", hör zu.
Die Brown Bess war eine notorisch schlechte Waffe.
Sie brachten den Soldaten zwar bei, wie man sie benutzt,
aber das war alles nur Show.
Die Kugel geht sowieso hin, wo sie will.
Sie haben nicht mal aus vier Metern Entfernung getroffen.
Und es ist super befriedigend,
eine Milchflasche zu treffen, das will ich dir nicht nehmen.
Okay.
Es gibt ganze zehn Schritte, wenn du eine Muskete abfeuerst.
Und du folgst bitte allen zehn Schritten!
Sonst hältst du nur eine schwere Keule in der Hand.
Zuerst wollen wir die Waffe...
Oh, woah! Entschuldige, nein.
Sicherheit geht vor.
Nimm die.
Gut.
Setz sie auf.
Gut. Und ich hab noch den.
Aufsetzen.
Ist viel.
-Ich fühl mich fabelhaft! -Dein Gewehr wird sehr laut sein!
Du wirst Funken und ein paar Flammen aus dem Zündloch kommen sehen,
mach dir keine Sorgen deswegen!
Es wird bestimmt alles gut!
-Bestimmt? -Was?
Lass mich kurz...
ich mach das kurz fertig, das Schreien ging mir auf die Nerven.
Okay, als nächstes.
Papierpatrone. Entgegen dem Volksglauben,
und von Film und Fernsehen romantisiert,
Nutzten sie gar keine Pulverflaschen.
Die Soldaten benutzten diese Papierpatronen,
in denen eine Bleikugel
und ungefähr hundert Gramm Schwarzpulver eingewickelt waren.
Ich wickle die hier manchmal in meiner Freizeit, immer...
wenn Rick und Morty läuft.
Wo hast du das alles nur gelernt?
Wynne.
Okay, also.
Jetzt hältst du es senkrecht. Oder, Verzeihung, erst halb spannen.
Öffnest die Papierpatrone.
Ich ess es einfach.
Füll ein bisschen Schwarzpulver in die Zündpfanne, aber nicht alles.
Jetzt hältst du es senkrecht.
Lad es mit dem Projektil, Pulver, Papier, alles, schmeiß es rein.
Zieh den Ladestock raus.
Und du nagelst Bess wie ein Seemann, der nicht weiß, wann er zurückkehrt.
-Aggressiv. -Dann den Ladestock wieder hier rein.
Und unser Gewehr ist voll geladen.
Genau.
Ich weiß. Er sagt, Sicherheit geht vor.
Okay. Als nächstes kommt, was deine Waffe im Grunde scharf macht.
Spann den Hahn.
Bereit? Schirme runter.
Zielen. Tritt zurück.
Feuern.
-Wow... -Jetzt bist du dran.
Okay.
-Okay, bereit? Schirm runter. -Alles klar.
Und feuer.
Das war vielleicht ein Rausch!
-Fühlt sich gut an, oder? -Ja.
Darf ich vielleicht nochmal?
Ja. Okay.
Perfekt. Okay.
-Woah, woah, woah, woah. -Was?
Du hast den Ladestock vergessen.
Wynne, hör mal, du darfst hier kein Schritt vergessen.
Es gibt aber so viele Schritte.
Ja, stell dir vor, du machst das, während dein Feind 30 Meter entfernt ist.
Sie mussten damals drei Patronen pro Minute laden.
Das ist irre.
Okay, jetzt kannst du schießen.
Also los.
Okay. Bereit?
-Schutzschirm runter. -Ja.
Zielen.
Feuer!
Hier.
Fahr du.
Fahr du.
Hey.
Was ist los?
Ich habe Angst. Ich vermisse dich.
Es wird alles gut.
Ich schaff das einfach nicht ohne dich.
Schon okay.
Ich bin hier.
Nein, bist du nicht.
-Deswegen legst du das Spray nicht weg. -Du hast mich zu Tode erschreckt!
Warum machst du das immer, das ist nicht okay.
Das sehe ich, was so klingt, als würde ich es einsehen.
Und das bedeutet dasselbe.
Wer hat bitte keine Seife in der Küche?
Ich habe dir gesagt, du sollst nicht unangekündigt aufkreuzen.
Tut mir leid, ich hab geklopft, dich gerufen, gedacht,
du hättest mich gehört und wir sehen uns in der Küche und so war’s.
Bitte... komm nicht unangekündigt in dieses Haus.
Ich hab es angekündigt.
Nur waren meine Hände mit Öl beschmiert und ich war wirklich verzweifelt.
Bitte komm nicht in dieses Haus,
es sei denn ich habe deine Gegenwart anerkannt.
Kein Problem.
Wo ist dein Truck? Ich hab ihn nicht gehört.
Ich hab in der Scheune gearbeitet und dort geparkt,
hab sogar einen Kurzschluss verursacht... ist auch egal,
ich dachte, wir drehen heute eine Runde.
Kann ich meine Hände waschen?
-Was machst du denn? -Ich steig ein, und du fährst.
-Ich werde nicht fahren. -Wynne.
-Du weißt, das kann ich nicht. -Du bist bereit.
-Nein, mir geht’s nicht gut. -Hör zu, du siehst gesund aus.
Nimm die.
Du kriegst das hin!
Das ist gut. Wir sind im Fahrzeug.
-Ich find es nicht gut. -Wir sitzen hier und gewöhnen uns dran.
Wie wäre es, wenn du... das Lenkrad anfässt?
Chris, ich will das wirklich nicht.
Ich verspreche dir, du kannst das, echt, jetzt schau, wie das Lenkrad sich anfühlt.
Na siehst du?
So schlimm ist es nicht, genau so machen wir das.
Einfach einen Schritt nach dem andren.
Und jetzt startest du den Motor.
Ich will nicht.
Wynne, sieh mich an.
Ich glaube an dich.
Hör wie er brummt.
Wieso fährst du nicht ein paar Meter?
Okay.
Du kannst das.
Okay.
Wynne.
Ich sagte doch, ich bin nicht bereit zu fahren!
Ich sagte doch, ich will das nicht!
Wieso zwingst du mich zu Dingen, die ich nicht machen will?!
Hör auf damit!
Hör auf.
Hör auf damit!
Es ist nicht echt, Wynne!
Es ist nicht echt.
Hey, ich bin’s. Ich rufe an, um dich zu ermutigen.
Ich weiß, dass Bob dir seinen Truck gelassen hat,
aber fühl dich nicht gezwungen, damit zu fahren.
Du darfst dir damit Zeit lassen.
Wie auch immer, ruf mich zurück, wenn du willst.
Hab dich lieb.
Angst lebt in der Zukunft.
Wovor wir uns fürchten,
ist nichts als ein Gedanke,
etwas, das geschehen könnte.
Wir haben Angst, dass jemand, der uns nahesteht, stirbt.
Wir haben Angst, dass wir nicht genug Geld haben,
um unsere Rechnungen zu bezahlen.
Wir haben Angst, dass unser Leben nicht so abläuft wie geplant.
All diese Ängste liegen in der Zukunft.
Verstehen Sie, Angst ist ein echtes Gefühl.
Es ist unsere Fantasie,
die schlechte Ergebnisse in die Zukunft projeziert.
Aber das Ergebnis dieser Angst liegt nicht in der Gegenwart.
Ich glaube, deshalb sagte Roosevelt,
"dass es nur eine Sache gibt, die wir fürchten müssen..."
Furcht selbst.
Furcht ist eine Lüge.
Glaub nicht daran. Gib nicht nach.
Furcht lebt in der Zukunft.
Aber du.
Du lebst in der Gegenwart.
-Da bist du ja! -Ich sah, wie Brian Jeanie erstochen hat!
Ich sah, wie er sie erstochen hat und wie er da hing!
Was?
-Auf dem Handy hing er direkt dort! -Auf dem Handy?
Auf Brians Telefon.
Brians Telefon?
Ich fand es in der Asche. Sieh doch.
Nein.
Nein, natürlich, genau wie auf meinem Handy ist da nichts,
aber ich schwöre, er war da, ich hab’s gesehen!
Ich hab diese Dinge auf meinem Handy gesehen und jetzt auf seinem.
Bob liegt falsch. Sie wurden beide ermordet.
Oh Gott. Sieh doch, hier.
Er schrieb es auf. Er schrieb es auf.
Genau hier steht es!
Er hat gesagt, dass er stirbt, hier!
Ich kann mir gerade selbst nicht trauen.
Außerdem sehe ich Liam auch ständig überall.
Aber ich hab ihn umgebracht.
Ich hab ihn umgebracht, so wie Brian Jeanie getötet hat.
Ich weiß nicht, was hier los ist!
Ich... Ich...
Ich hab das Gefühl, jemand quält mich mit Absicht, weißt du?
Und ich habe es verdient.
Ich... ich weiß nicht. Ich hab eine Todesangst
und entkomme meinen eigenen Gedanken nicht.
Ich hab uns tot gesehen.
Wir werden sterben, ich hab uns tot gesehen!
Okay, hey, hey. Hey.
Ich hab uns gesehen. Ich hab uns gesehen.
Komm mit mir, komm mit.
Vielleicht ist es unpassend, ihn dir jetzt zu geben,
aber ich wollte mich entschuldigen, weil ich dich zum Fahren zwang.
Tut mir leid.
Ich hab einen Baum in meinem Garten, den ich bei viel Wind beobachte
und es ist unglaublich, was er während eines Sturms durchmacht.
Und man würde es nie ahnen, meistens ist er komplett ruhig
und genießt die Sonnenstrahlen.
Ich bin froh zu wissen, dass er die Stürme überlebt,
denn ich muss mir keine Sorgen machen, wenn wieder ein Sturm kommt.
Wynne, dieser Sturm wird vorüber gehen.
Die Notiz.
Okay.
GEMÄLDE -> ICH BIN TOT -> CHRIS TOT -> SCHREIBE BRIEF -> TOTES TIER -> STUHL
Was?
Nein.
Nein.
Oh.
Chris.
Ich werde dir nicht wehtun.
Ich will, dass du weißt,
dass du nicht schuld bist.
Und ich liebe dich.
Ich hab es nie...
richtig hingekriegt.
Rechts.
Auf dem Handy war es die Linke.
Ich schreib rechts, nicht links, sondern rechts.
Hallo!
Versuch’s.
Hallo!
Ich liebe dich!
Komm her.
Alles wird gut, Wynne.
Der Himmel.
Es war ein Dienstagnachmittag.
Was war da?
Du hast auf dem Parkplatz mit jemandem geredet.
Du hast gelacht und gelächelt, mit deinen Einkaufstüten.
Die Chipstüte, die oben drauf lag, war kurz davor, herauszufallen,
weil du dich so animiert unterhalten hast.
Es fiel dir nicht auf.
Ich weiß nicht, was heller strahlte.
Du oder die Sonne.
Und gerade, als ich vorbeilief, war es fast, als...
als wüsste diese unsichtbare Kraft, wonach mein Herz sich sehnte.
Und warf die Chipstüte runter, damit ich sie aufheben konnte.
Unser erstes Treffen.
Ich weiß, es klingt verrückt, aber ist mir egal.
Ich wusste von dem Moment an,
dass ich keinen weiteren Tag meines Lebens ohne dich sein will.
Ich auch.
Plötzlich...
war es, als wäre jeder Moment davor nur...
nur gewesen, um mich zu diesem Parkplatz zu führen an diesem Tag.
Und meine Gebete wurden erhört, Wynne.
Ich wollte den Rest meines Lebens mit dir verbringen.
Aber so hätte es niemals passieren dürfen.
Wir beide hätten überleben sollen.
Und nicht nur ich.
Wir hatten unser ganzes Leben noch vor uns.
Ich weiß. Aber wenn ich an diese Frau denke, auf dem Parkplatz an diesem Tag.
So voller Leben.
In einer gewöhnlichen Welt...
Die Frau, in die ich mich verliebte.
Dann weiß ich, so wirst du für immer sein.
Mit mir oder ohne mich.
Deine Lebensfreude wird wieder kommen, versprochen.
Aber jetzt.
Jetzt will ich, dass du strahlst und dass du kämpfst.
Du kriegst das schon hin.
Du hast es in dir.
Ich muss dir etwas sagen.
Was denn?
Es war nicht deine Schuld.
Es war ein Unfall.
Ich geb dir nicht die Schuld.
Aber jetzt muss ich gehen.
Nein.
Nein.
Ich liebe dich.
Ich liebe dich so sehr, Wynne.
Wynne.
Wynne.
Wynne.
Hörst du mich, Wynne?
Hallo.
Oh, nein, ich möchte dich nicht töten.
Obwohl...
ich versucht habe, dich dazu zu bringen, es für mich zu tun.
Du warst das. Du hast das alles getan.
Schuldig.
Aber nur dank dir.
Was meinst du?
Na ja, ohne dich würde ich im Jenseits feststecken.
Verstehst du, deine Furcht erweckte mich zum Leben.
Und ich danke dir dafür.
Eigentlich...
hab ich dir nur gezeigt, wer du wirklich bist.
Wir wissen beide, nur eine von uns ist in diesem Raum.
Wovon redest du überhaupt?
Du weißt schon.
Nur eine von uns hat tatsächlich...
jemanden umgebracht.
Also,
ich habe vieles getan, worauf ich nicht stolz bin.
Aber niemand ist jemals durch meine Hand gestorben.
Ich bin keine Mörderin.
Du bist ein Monster!
Oh.
Oh...
Das hat wehgetan.
Das sagst du doch nur, weil dein kleines Köpfchen
nicht akzeptieren will,
dass du eine bist.
Aber ich bin du.
Vielleicht bin ich
also doch ein Monster.
Möglicherweise bin ich eine Mörderin.
Oder womöglich töte ich dich.
Und dann lebe ich in dieser Welt als du.
Und keiner wird den Unterschied erkennen.
Wo ist es?
Wynne? Wynne, ich gehe jetzt auf dein Haus zu.
Ich warne dich vor, wie versprochen.
Ich hab's ein paar Mal vermasselt, jetzt bin ich der bestangekündigte Gast,
den du je hattest.
Ich gehe jetzt die Veranda hoch.
Sieben Stufen.
Wynne, bist du zu Hause?
Na... natürlich bist du das.
Warte! Nein, ich soll klopfen.
Ich klopfe jetzt, okay?
Chris! Du darfst hier nicht sein!
Chris, du musst wieder gehen!
-Hör auf, mich so zu begrüßen. -Nein, Chris!
Ich hab das hier gefunden! Ich glaub, es gehört an eine dieser...
Türen... hier. Nein.
Ja, ich wusste es, aber an der fehlt nichts.
Woher kommt das nur, wir müssen der Sache auf den Grund gehen.
-Chris, verschwinde! -Alles okay?
Ich weiß, das klingt jetzt total verrückt...
Tja, ich bin verrückt,
und wie heißt es, "verrückt kann man nicht mit verrückt schlagen".
Weil ich persönlich finde... Also, wenn man etwas bekämpfen will,
dann muss man es mit demselben bekämpfen
oder zumindest mit Verrücktheit übertrumpfen...
Es sind so einige Dinge passiert. Dunkle Dinge.
Ich dachte, ich wär’s, aber es ist irgendjemand oder irgendetwas,
das genauso aussieht wie ich.
Jetzt weiß ich, dass derjenige all diese schrecklichen Dinge tut.
Aber ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, wie ich entkommen oder es besiegen soll!
Also, ich hab viele Fragen, wie, was ist "es",
aber wichtig ist, dass du weißt, dass ich dir glaube.
Wir lösen das.
Das hatte ich gehofft zu hören. Danke.
Chris! Stopp! Vertrau ihr nicht!
Okay, äh, ähm...
Du hast e... du hast eine Zwi... Okay... Du bleibst zurück.
Oh, okay.
Ach so, ach so, das ist... Das... das ist ein Klassiker!
Das ist wirklich gut, wie du das organisiert hast
mit Wynne, welche Wynne, mit welcher Wynne...
Hab ich recht? Oh, Mann.
Weil das ist diese Zwillingssache so wie...
Anfang 2000, ich hab die Filme gesehen,
wo... wo die... die Zwillinge Plätze tauschen,
das ist ein guter Streich,
besonders mit dem gruseligen... ihr wisst schon, Brians Telefon und...
"da ist ein Doppelgänger von mir, der aussieht wie ich",
das ist wirklich sehr furchteinflößend!
Die Arbeit, die ihr reingesteckt habt, ist unglaublich,
echt, wisst ihr, das ist...
ich hab ein bisschen Angst gehabt, wirklich.
Wow. Wow, okay. Also, welcher... Zwilling...
Welche Wynne ist wirklich welche... was ist...
welche von euch ist wirklich Wynne?
Welcher Zwilling... das ist... das klingt lächerlich.
-Welcher Zwilling ist Wynne? -Nein, ich habe keinen Zwilling.
Ich weiß nicht, was das ist. Ich bin Wynne, das ist etwas anderes.
Nein, es lügt, ich bin es, Chris, du musst mir glauben!
Chris! Sieh mich an!
Du kennst mich.
Du musst von hier verschwinden, es ist gefährlich.
Das ist... das ist unglaublich.
Ehrlich, ihr habt das toll gemacht. Ähm...
Alles klar. Okay, ich versteh das Muster, ich versteh das Spiel jetzt, okay?
Gut. Na dann, mal los.
Ich soll die... die... die Kernfrage liefern,
die nur die wahre Wynne beantworten könnte, richtig?
Okay... ähm... Was schenkte ich dir letztens?
-Den Baum. -Den Baum.
Das wird nicht funktionieren, jedes Mal, wenn ich mein Handy dabeihatte,
hat es uns zugesehen.
-Vergiss es! -Verschwinde von hier, Chris!
Ah, scheiße!
Vergiss nicht, es ist ein Spiegelbild, Chris.
Was bedeutet das, ich mein, das ist eine gute Begründung, weil...
wow, verdammt gute Arbeit.
Wozu diese ganze Arbeit?
Eine Waffe. Waffe, Waffe.
Eine Waffe.
-Ich höre es auch. -Du bleibst zurück.
Chris! Ich bin’s!
Ich hab keine Waffe, ich werd dir nichts tun!
Klang ich so, als ich das sagte?
Chris, bitte, glaub mir doch! Ich schwöre, ich bin’s! Bitte!
Glaubst du, ich glaube dir, nur weil du das sagst?
Okay.
Du hast recht. Was kann ich dir zeigen? Wie kann ich dich überzeugen?
Das ist dein Problem.
Oh! Sieh nur!
Weißt du noch, als ich mir in die Hand schnitt?
Siehst du es? Siehst du, Chris, ich bin’s.
Der Schnitt ist an deiner linken Hand,
obwohl du dir die Rechte geschnitten hast. Du lügst.
Chris! Du liegst falsch!
Ich bin Rechtshänderin, ich schneide mit rechts,
also würd ich mir in die linke schneiden!
Ich weiß, was ich gesehen hab, hälts du mich für bescheuert?
Ich tue das schon, Chris.
Chris!
Chris... wo hast du es hingetan?
Wynne...
Hat dir niemand beigebracht, nicht in ein Labyrinth zu rennen?
Natürlich nicht. Du bist nur eine dumme, kleine Maus.
Ich werde dir nicht wehtun.
Ich will nur mit dir reden.
Aber nur für den Fall.
Weißt du, Wynne, ich helfe dir eigentlich nur.
Du warst eine Belastung für alle um dich herum.
Ich kann dich davon erlösen.
Stirb, Miststück.
Ein Schritt vergessen.
Komm schon, Wynne!
Du kannst rauskommen!
Das Gewehr ist nicht mal geladen!
Komm schon!
Oh!
Was für ein trauriger Anblick!
Wir wissen beide, dass du niemals fahren wirst!
Böse Dinge passieren, wenn du das tust.
Wieso du dort hin bist, wo du dich tot gesehen hast, ist mir ein Rätsel.
Du weißt, dass ich hier nicht bleiben kann, oder?
Ich weiß.
Hab ich dir je die Geschichte von Henry erzählt?
-Nein. -Noch eine Baumgeschichte.
Henry war ein Mammutbaum.
Und wie alle Mammutbäume war er stark und groß.
Tatsächlich war er der größte Baum im ganzen Wald.
Seine Äste ragten weit über die der anderen hinaus
bis hoch in den klaren, blauen Himmel.
Henry hatte eine Vogelperspektive,
die Meilenweit reichte und beschrieb den kleineren Bäumen die Sonnenuntergänge.
Obwohl sie den Himmel nicht so erleben konnten wie Henry,
benutzte er solch poetische Sprache,
dass alle Kreaturen des Waldes den Sonnenuntergang genießen konnten.
Dieses prächtige Eden dauerte Jahrhunderte an.
Bis Henry eines Nachts etwas roteglühendes vom Himmel fallen sah.
Da er weiter als die anderen herausragte,
landete ein winziger Funken in seinen Ästen und ging in Flammen auf.
Das Feuer verschlang Henry und machte ihn zu Asche.
Als der Wald am nächsten Tag erwachte, ergriff ihn eine tiefe Traurigkeit.
Alle starrten schweren Herzens in die Glut.
Doch dann geschah etwas wahrhaft Magisches.
Die Hitze des Feuers öffnete den Samenkern,
der von Henrys Ast gefallen war, und dieser schlug Wurzeln.
Aus Tod entstand neues Leben.
Die anderen Bäume wuchsen,
erreichten den klaren Himmel und erlebten diesen, so wie einst Henry.
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