All language subtitles for Spessart Inn 1958

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Original subtitles

Das Wirtshaus im Spessart (1958) dTV - hr-fernsehen - 19. Oktober 2013

Buongiorno und guten Tag, sehr geschätztes Publikum.

Haben Sie gute Nerven? Sie werden sie brauchen, denn ich singe.

Ich singe von der furchtbaren Begebenheit,

die sich hierzulande hat zugetragen:

Die Ballade von den schrecklichen Räubern in dem finsteren Wald.

Wenn sie Ihnen gefallt, bitte ich um eine kleine Gabe.

Zu Fressen für meine Tiere, und für mich auch.

(singt) Nur mit Gruseln und mit Grausen

geht der Wanderer durch den Wald,

wo die bösen Räuber hausen, wo des Teufels Büchse knallt.

* Schuss *

Jedes Leben ist bedroht, mancher liegt schon mausetot.

Drum, ihr Leut', nehmt euch in Acht, weil in der Nacht der Räuber wacht.

Jeder fürchtet sich im Lande, heute ich und morgen du.

Denn der Hauptmann von der Bande scheint ein großer Erzfilou.

Auf dreihundert Schritte noch schießt in den Hut er dir ein Loch.

Drum, ihr Leut', nehmt euch in Acht, weil in der Nacht der Räuber wacht.

Wieder was von der Spessart-Bande? - Ja, von den Räubern.

Letzte Nacht haben sie den Gutshof vom Graf Sandau überfallen.

Schade um den Leim. Die kriegen sie ja doch nicht.

Auf den Grafen haben sie's abgesehen. Ist schon das dritte Mal.

Geschieht dem alten Geizkragen recht.

Diesmal hat der Herr Graf eine Belohnung ausgesetzt.

20 Gulden? Für 20 Gulden fang ich die Spessart-Räuber nicht.

Für 1000 Gulden tätest du sie fangen.

Ich? Keine zehn Pferde bringen mich in den Wald.

Ist das so gefährlich? Wir müssen durch den Spessart. - Nach Würzburg.

Seht zu, dass ihr vor der Dunkelheit ein Dach überm Kopf kriegt.

Wollen wir nicht doch morgen früh? - Hast du Angst vorm Schwarzen Mann?

Grad du als Kaminkehrer. Komm. Herr Wirt!

(singt) In den tiefen dunklen Wäldern,

wo die Käuzchen grauslig schreien,

Wetzt der Räuber schon sein Messer, euch zu stechen kurz und klein.

Wehe, wenn er euch tut fangen, oh, dann müsst am Baum ihr hangen.

Drum, ihr Leut', nehmt euch in Acht, weil in der Nacht der Räuber wacht!

Still!

Du machst einen ganz kribblig mit deiner Angst.

Wer mutig tut, ist bloß zu feige, seine Angst zu zeigen.

* Vogelschreie *

"Allhier wurde anno Domini 1710 Anton Bundschuh

von zweien Räubern vom Leben zum Tode gebracht."

"Mein ist die Rache, spricht der Herr."

Uns täten sie nichts.

Die überfallen nur wohlhabende Reisende.

Wer nichts hat, dem können sie nichts nehmen.

Felix? - Ja?

Du kriegst noch zwei Gulden von mir. - Das eilt doch nicht.

Doch. Ich trag nicht gern fremdes Geld mit mir rum.

* Schuss *

Da sind sie.

Peter?

Hey, Peter. Komm raus.

Sie sind weg. - Ich glaub, ich bleib lieber hier.

Dann angenehme Nachtruhe. Ich such mir eine Herberge.

Felix, nimm mich mit!

* Schuss *

Schlafmützen, verdammte.

Wollt ihr an eure Arbeit?

Wenn ihr keine Lust habt, schieß ich euch welche.

Ihr wisst, was von der Sache abhängt. Avanti, Ragazzi.

Einen Ton haben die am Leiberl. - Wo sollen sie ihn sonst haben?

Kann er doch höflich sagen, der braucht einen nicht anzuschießen.

Immerzu musst du parieren.

Als Taschendieb hatte ich wenigstens meine Selbstständigkeit.

Nicht mal bei Räubern gibt es mehr Romantik.

Statt Geld kriegt man Blasen an den Händen.

Die treiben's noch so weit, dass ich einen anständigen Beruf ergreife.

Wovon willst du leben? - Vom Silber aus dem Kloster.

Bei dem Ding heute werden auch Kröten rausspringen.

Damit kann man eine ehrliche Existenz gründen.

Ob du es glaubst oder nicht, mir kommen manchmal verrückte Ideen.

Ich hab doch so eine schöne Stimme.

(singt) Ha ha ha ha. - Ja.

Stell dir doch bloß vor, der Pfarrer hört mich mal.

Ich werde Solist im Kirchenchor.

Ich würd nie mehr rauben und stehlen. Und plündern, ich geb dir mein Wort.

Höchstens mal bei Gelegenheit.

Man verlernt's ja sonst sofort.

Ach, das könnte schön sein als friedlicher Bürger

sein ehrbares Leben so ganz auszukosten.

Ach, das könnte schön sein, ein friedlicher Bürger,

bei dem die Pistolen und Patronen verrosten.

Ich kenn da eine Frau, die wäre für mich die richtige Braut.

Die hat einen Bauerhof. Der ist und sie auch sehr gut gebaut.

Der einzige kleine Fehler: Sie hat noch ihren Mann.

Mal sehen, wie ich auf humane Art sie zur Witwe machen kann.

Ach, das könnte schön sein, als friedlicher Bürger

ein ehrbares Leben zu Hause zu beschließen.

Ach, das könnte schön sein, ein Häuschen mit Garten...

in dem ich und Frauchen unsere Rosen begießen.

Schön!

Schön!

Wann soll die Kutsche vorbeikommen? - Angeblich gegen Abend.

Wie spät mag es sein? - Keine Ahnung.

Da ist man gelernter Räuber und hat noch nicht mal eine Uhr.

Entschuldigung, Liebste.

Hast du Schönes geträumt? Ja.

Was denn? Das kann man nicht sagen.

Ich träume nie so was.

* Er macht Käuzchen-Geräusche. *

Was war das? - Ein Käuzchen.

Hoffentlich.

* Er macht Käuzchen-Geräusche. *

Was soll denn das? Au, das ist mein Kopf.

Komtess.

Eminenz.

Ist dir ein Leid geschehen, Liebste?

Das sieht aus wie eine Fallgrube. Das ist eine.

Was sagt man dazu? Sprüche Salomonis, 26.

Wer anderen eine Grube machet, der wird da reinfallen.

Ob sich die Räuber danach richten?

Die Räuber! Wo hatte ich gleich meine Pistole?

Sofort, Herr Baron.

Hier, Herr Baron. Vorsichtig!

Liebste Franziska, dein Bräutigam hat an alles gedacht.

Jetzt können die Halunken kommen. Ich würde gern drauf verzichten.

* Käuzchen-Ruf *

Wie unheimlich. Ruhig Blut.

Ich habe Munition für 12 Personen. Wenn's aber nun mehr sind?

Uns allen ist der Weg in die Ewigkeit vorbestimmt.

Man sollte es nicht überstürzen. Ich habe in fünf Tagen Hochzeit.

Wann ist das Rad wieder gerichtet? Ich schätze eine Stunde, Komtess.

Entweder fahren wir in einer Stunde oder sind bis dahin alle abgemurkst.

Abgemurkst, Liebste. Das kann man auch anders ausdrücken.

Sicher. Aber das Ergebnis wäre dasselbe.

Und Komtess meinen, dass so etwas passieren könnte? - Ja, wenn ...

Der Prophet Jonas wurde sogar aus dem Bauche eines Walfisches errettet.

In dem Walfisch waren keine Räuber, Hochwürden.

Oh, Potz der Donner.

Die Herrschaften hatten ein Missgeschick?

Man hat uns eine Falle gestellt. Dürfen wir Ihnen behilflich sein?

Ist das nicht das Wappen von Sandau, das mir ins Auge sticht?

Es ist es, mein Freund. Du bist sehr scharf auf den Augen.

Haben Sie unterwegs etwas von Räubern gehört?

Oh ja. Man ahnt es kaum, schon sind sie da.

Und nehmen es übel, wenn man auf sie schießt.

Ich danke Ihnen. Wir hatten noch nie etwas mit Räubern zu tun.

Wenn ich den Herrschaften noch einen Rat geben darf:

Ich würde in einem Wirtshaus übernächtigen.

Aber hier gibt es keines. Doch, deshalb sind wir hier.

Wir sind besorgt um Ihr Wohlergehen.

Wie kommen wir da hin? Immer geradeaus.

Doch nun, Freund, lass auch uns eilen. Die Zeit drängt.

Vielen Dank. Wir wünschen eine angenehme Absteige.

Und Glück auf dem Weg, liebe Reisende.

Auch Ihnen, hoher Priester. Seien Sie unseres Dankes gewiss.

Sie uns auch, Hochwohlgeboren.

Ich fürcht mich so sehr.

So. Mehr gibt's nicht, gleich ist Feierabend.

Wird's genügen? - Oh, danke.

Alles sehr reichlich.

Bleiben die Herren über Nacht? - Warum?

Ja, ich mein nur.

Das mein ich auch. Prost, Mädchen.

Wollt ihr nicht lieber weiter? - Hast du Angst?

Ich nicht.

Buona sera.

Guten Abend.

Den kennen wir doch?

Signorina.

Signora. - Hier wird nicht gebettelt.

Ich bettle nicht.

Ich sehe ein schönes Weib. Ich sehe einen schönen Wein.

Fehlt schöner Gesang. Ich werde singen.

Hier wird nicht gesungen.

Schöne Geschichte von Räubern und einem schönen, jungen Graf.

Es ist eine wahre Geschichte.

Sie hat sich zugetragen in diesem verdammten, großen Wald.

Ich selbst habe sie erlebt. - Nun sing schon los.

Ihr zwei geht jetzt schlafen. - Ruhig, alter Besen.

Hört gut zu, was mir passiert ist, als ich durch die Spessart ritt.

Meinen Herren, den jungen Grafen, nahmen, huh, die Räuber mit.

Wollten Lösegeld von ihm. Ich, sein Diener, konnte fliehen.

Ich bezahl euch Taler bar, wenn ihr beweist, das ist nicht wahr.

Noch einen Wein. - Grazie, Signore.

Hier wird nicht gesungen.

Und so such ich in den Wäldern nach dem jungen Grafensohn.

Niemand kann mir sagen, lebt er oder aber hängt er schon?

Jeder weiß von uns, ihm droht ohne Lösegeld der Tod.

Ich bezahl euch Taler bar, wenn ihr beweist, das ist nicht wahr.

Grazie. Zum Dank singe ich ...

"Vorsicht! Gefahr!"

Oh. Ich singe nicht. Ich mach mich auf die Füße.

In Gefahr war ich einmal und nicht wieder.

Ich gehe in den Wald zu meinem Bär. Bären sind gut gegen Räuber.

Trink doch wenigstens deinen Wein aus.

Verdammte Wirtschaft! Wer hat das Volk reingelassen?

Wie hätten wir sie abweisen sollen?

Mit passenden Worten. - Oder einer Keule.

Gleich kommt die Kutsche. Die da drin müssen verschwinden.

Und bring was zu saufen.

Arrivederci, Signore. Ich wünsche Gesundheit und Leben.

Ein langes Leben.

Die sollen verschwinden. - Die gehen doch nicht rauf.

Sonst hätte ich sie längst eingesperrt.

Der Schlaftrunk? - Ist alle.

Muss erst neu gemacht werden. - Ach so.

Ihr geht jetzt schlafen. Zum letzten Mal.

Das kommt ga... gar nicht infrage.

Wir haben erst angefangen. - Schluss hab ich gesagt.

Darauf wollen wir trinken.

Jetzt wird es gemütlich.

(singen) La la la la la la ...

La la la la la la ...

La la la la ...

La la la ...

... la.

Ich danke.

Die sehen aber lieb aus.

Zimmer gefällig, die Herrschaften? Schöne, große Betten.

Wir möchten hier gerne übernachten. Müssen.

Darf ich die hohen Herrschaften bitten?

Ah! Finger weg, alter Rabe.

Du, wir schlafen lieber beim Wagen. Sonst nehmen sie den auseinander.

Bitte sehr.

Wenn die Unterkunft so ist, wie die Wirtin aussieht ...

Geben Sie her.

Ich zeige den Herrschaften sofort die Zimmer.

Meine armen Füße.

Mein Fräulein, wenn ich Ihnen zu Diensten sein kann?

Ich heiße Felix und bin Goldschmiedegeselle.

Mein Freund ist von der schwarzen Kunst.

Er ist Kaminkehrer. - Hochinteressant.

Das freut mich, Ihr Interesse zu finden.

Sind wir wirklich in Gefahr? Was sollen wir denn tun?

Verdreht nur schön eure Köpfe.

Wer weiß, ob ihr sie morgen noch habt.

Schau mal den hübschen Familienschmuck.

Ein Erbstück seiner Großmutter. Hat mir mein Verlobter geschenkt.

Gefällt er dir? Ja.

Ist zwar schon ein bissel alt, aber er wirkt sehr nett.

Ich sprech nicht vom Baron, sondern vom Schmuck.

Ich doch auch, Komtess. * Klopfen *

Jetzt kommen sie, die Räuber.

Meinst du, die klopfen an?

"Vorsicht! Gefahr!"

* Klopfen * Wer ist denn da?

Bitte machen Sie schnell auf. Es besteht Lebensgefahr.

Sie sind in einer Räuberhöhle. Kommen Sie rein.

Pst!

(flüstert) Herr Pfarrer!

Da ist jemand im Zimmer der Komtess.

Franziska?

Zwei fremde Herren hier? Ich finde, das geht zu weit.

Es können gar nicht genug Herren hier sein.

Aber Komtess! Nicht so laut!

Wir sind hier in einer Räuberhöhle.

Wer sagt das? Pst!

(flüstert) Wer sagt das? Die beiden hier.

Sie wissen's ganz genau. Sie haben es sogar schriftlich.

Man müsste Gottfried und Anton aus der Scheune holen.

Müsste man.

Da müsste man allerdings über den dunklen Hof.

Müsste man. Ich stelle mich zur Verfügung.

Ich auch. Ich ...

... bilde die Nachhut.

Kommen Sie auch mit, Herr Pfarrer? Geht allein, liebe Freunde.

Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Ich werde indessen die Schwelle der Damen schützen.

Mut.

Vorsichtig.

Los. - Wer?

Du! Er.

Ich?

Nein! Pst!

Mut!

Halt!

Dort. Ich sehe nichts.

Da war was.

Nein. Doch.

Los.

Mut.

Mut.

Au! - Pst!

Was war denn? Mein Kopf.

Macht nichts. Weiter!

Stufe.

Mut. - Mut?

Mut.

Herr Gottfried, da ist ...

Entschuldigen Sie die Störung.

Kann mir jemand von Ihnen sagen, wie spät es ist?

Meine geht etwas nach. - Zeig mal her. Komisch, meine auch.

* Lärm und Hundegebell *

Sagten Sie etwas, Komtess? Seit wann belle ich?

Wenn man nur wüsste, was sie mit uns vorhaben.

Die Uhr geht nach dem Mond. - Du hast sie alt gekauft.

Nach der Zwiebel müssten sie schon hier sein.

Alles in Ordnung, Hauptmann. Kutsche samt Inhalt eingetroffen.

Das Fräulein ist mit dabei. Ihr bewacht die Tür.

Niemand darf austreten. Aber keine Gewalt.

Keine Fliege wird gekrümmt, verstanden? Absetzen.

* Geräusche von Unterhaltungen *

Die sind in der Gaststube.

Wenn wir jetzt versuchen aus dem Haus zu kommen.

Bitte leise. Nehmen Sie den Koffer.

Wir müssen uns auf unseren Schutzengel verlassen.

Haben Sie keinen leiseren Schutzengel?

Halt! Keinen Schritt weiter.

Wir sind alle bewaffnet und haben keine Angst.

Scher dich weg oder ich knall dich ab wie eine kranke Krähe.

Schissimatucki, wollt ihr das wegstecken!

Wenn ihr vernünftig seid, geschieht euch nichts.

Aber Komtess! Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

Sie hören doch, die Leute lassen mit sich reden.

Dürfen wir erfahren, was die Herren von uns wollen?

Wir wollen die Komtesse Sandau.

Befehl vom Hauptmann. Zahlt ihr 20.000 Gulden, kriegt ihr sie wieder.

Gebt ihr das Fräulein freiwillig raus?

Wir denken nicht daran. - Dann werden wir euch ausräuchern.

Überlegt euch die Sache. Halbe Stunde Bedenkzeit.

Korporal!

Wozu solche Umstände?

Hat man eine Gans gefangen, soll man sie schlachten.

Und nicht warten, ob sie goldene Eier legt.

Sag's dem Hauptmann. Wenn's nach dem ginge,

dürften wir die Gänse nicht mal mehr rupfen.

119, 120 ... und 5.

Ich habe 325 Gulden bei mir.

12 könnte ich noch dazulegen. Sinnlos.

Diese Riesensumme kriegen wir nicht zusammen.

Riesensumme?

Wenn ich dafür bei den Räubern bleiben muss,

fühl ich mich zum Schleuderpreis verkauft.

Du wirst nicht hier bleiben. Dann zünden sie uns an.

Du willst dich diesem Gesindel ausliefern?

Es gibt keine andere Möglichkeit. Oder wisst ihr eine?

Ich fürchte, unser Stündlein ist gekommen.

Eine halbe Stunde eilet schnell davon.

(singen) Vallera, bumm bumm. Vallera, bumm bumm.

Bruderherz, das Leben ist so schön.

Vallera, bumm bumm. Vallera ... Aus, Ruhe!

Bitte. Treten die Herrschaften mir nahe.

Komtesse. Aus Ihrer Erscheinung sehe ich, Sie sind eine kluge Frau.

Sie machen keine Schwierigkeiten.

Monsieur, oder Herr Räuber, oder wie wollen Sie angeredet werden?

Das ist unser Hauptmann, du Fatzke.

Ich bin Baron Sperling.

Ich beziehe Einkünfte aus mehr als 50 Dörfern.

Ich weiß, Herr Baron. Ich bin auch Räuber.

* Gelächter *

Mit welchem Recht verlangen Sie Geld für meine Braut?

Mit gleichem Recht wie Graf Sandau.

Er gibt Ihnen seine Tochter für Geld.

Ich gebe Ihnen seine Tochter für Geld.

Komtesse, sehen Sie da einen Unterschied?

Mach den Mund auf, wenn du gefragt wirst.

Neulich wollte eine verstockte Gräfin auch nicht reden.

Erst, als sie am Baum hing.

Lass sie, Korporal. Einen Stuhl für das Fräulein.

Weg! Na los!

Hier.

Unterschreiben.

Kleine Botschaft an Ihren Papa. Sie bleiben bei mir,

bis er 20.000 Gulden schickt. Wir geben ihm 48 Stunden Zeit.

Dann ist das Geld eingegangen oder du. Los, unterschreib.

Das ist eine Erpressung, mein Sohn.

Man muss die Menschen zu guten Taten zwingen.

Ich drohe mit Galgen, Sie mit Fegefeuer.

Wenn es nicht Angst gäbe, wären wir beide ohne Stellen.

Den Katechismus hat dich der Teufel gelehrt.

Wirst du jetzt unterschreiben? - Sie machen das Kind verwirrt.

Es weiß ja kaum seinen eigenen Namen mehr.

Schreib einfach hin: "Franziska, Komtesse von und zu Sandau".

Lösegeld, wenn ich das schon höre.

Früher haben wir so was ausgeplündert und dann eins vor die Rübe.

Das ist bei unserem Hauptmann nicht drin.

Der Mann ist zu weich. - Wieso?

Ich glaube, der hat noch keinen kaltgemacht.

Dafür hat er Köpfchen. - Was haben wir davon?

So eine schlechte Saison hatten wir noch nie.

Wenn ich da an unseren vorigen Führer denke ...

Das war ein Irrer, aber was der angeschafft hat.

Horch mal, da war doch was.

Diese Schufte! Die haben uns hierher gelockt.

Bringen Sie diesen Brief zu Graf Sandau und holen Sie das Lösegeld.

Und wenn ich das nicht mache?

Ich dachte, Sie können es nicht erwarten, Ihre Braut zu befreien?

Wo soll ich das Geld hinbringen? Hierher ins Wirtshaus.

Komtesse, möchten Sie jemand zu Ihrer Begleitung behalten?

La bella Signorina, Sie bleiben da.

Nein, das geht nicht. Was geht nicht?

Das Fräulein zusammen mit diesem jungen ... jungen Backfisch.

Unter diesen Umständen bleibe ich auch.

Ich kann Sie nicht abhalten, Monsieur le Cure.

Damit ihr Bescheid wisst: Wenn der alte Graf nicht zahlt

oder uns die Polizei schickt, dann ...

Was bedeutet das?

An den Baum mit deiner Braut, du Hammel.

Komm schon, du Lausejunge.

Die wollten sich dünnemachen. Warum?

Sie überschätzen das Vergnügen, das Ihre Gesellschaft verursacht.

Da verschlägt's einem Menschen die Sprache.

Menschen! Bildet euch bloß nichts ein.

Komm mal her, Bursche.

Lasst ihn.

Hierher.

Näher.

Noch näher. Porca miseria!

Wie heißt du? Fran...

Franz.

Franz, aha. Du hast ein sehr loses Mundwerk.

Ich wüsste nicht, wann wir uns verbrüdert hätten.

Du scheinst das Herz am rechten Fleck zu haben.

So einen wie dich könnte ich gut brauchen.

Das wird sich nicht machen lassen. Ich vertrage Hitze so schlecht.

Wieso Hitze?

Mit dir landet man bestimmt in der Hölle.

Oder am Galgen. Und da zieht's mir zu sehr.

Du gefällst mir. Dich nehmen wir mit. Va bene?

Wie ist denn das möglich, Mensch?

Nicht mal als Räuber bist du vor Dieben sicher.

Alles aufsitzen!

Sebastian!

Hey, aufmachen!

Sebastian!

Sebastian!

Was fällt euch ein, solchen Lärm zu machen!

Na los, aufmachen! Komtess!

Aufmachen!

Ein berittener Kaminkehrer werd ich nie.

Ich möchte sofort zu meinem Vater.

Lass dir was zu essen geben. Setz dich in die Küche.

Ich glaube nicht, dass ich mich setzen kann.

Hey, Vater, aufwachen!

Schnell! Was denn?

Ah! Weg du Lümmel. Hilfe, Räuber! Vater, ich bin's doch.

Du? Ja, bist du verrückt geworden? In Männerkleidern?

Wo kommst du her? Ich denke, du bist nach Würzburg?

Wir sind überfallen worden von den Räubern.

Ihr auch? Gestern waren sie auf dem Gut.

600 Gulden haben sie mir gestohlen. Und wie viel euch?

Nichts. Na Gott sei Dank.

Du musst 20.000 Gulden rausrücken. Wofür?

Für mich. Für dich?

Wozu brauchst du so viel Geld? Für die Räuber.

Sonst werden sie alle aufgehängt.

Warum sollen sie das nicht? Weil der Pfarrer dabei ist.

Der Pfarrer? Bei den Räubern?

Der wollte dableiben. Bei den Räubern?

Ja, um auf Felix und Barbara aufzupassen.

Dein Bräutigam heißt doch Eberhard? Felix hat uns sehr geholfen.

Dafür hab ich versprochen, dass du die 20.000 Gulden gibst.

Dem Felix? Nein, dem Eberhard.

Ich denke den Räubern? Eberhard soll mit dem Geld

zu den Räubern, um mich auszulösen. Aber du bist doch da?

Aber für die Räuber bin ich bei den Räubern, verstehst du das nicht?

Nein. Wenn du das Geld nicht gibst,

ist es zweifelhaft, ob meine Freunde morgen noch leben.

Ist das wirklich zweifelhaft? Ja!

Auf zweifelhafte Geschäfte kann ich mich nicht einlassen.

20.000 Gulden?

Zahlt unser Graf nie, der alte Geizkragen.

Der dreht jeden Pfennig so lang um, bis er wunde Finger hat.

Dann ist ihr Schicksal besiegelt?

Was werden die Räuber mit ihnen machen?

Vielleicht etwas frische Blutwurst? - Nein danke. Ich kann nichts essen.

Meinst du, du tust deinen Freunden einen Gefallen, wenn du verhungerst?

Er muss auch etwas trinken. Da, reine Sahne.

Und jetzt muss er schlafen.

Bring ihn rauf in mein Bett. - In deins?

Na, in deins gewiss nicht. Er soll sich ja ausruhen.

Diese Gemeinheit, es ist eine Schande.

Dieser Geizhals von Vater, erstick doch im Geld!

Ich habe gebettelt, ich habe geschmeichelt.

Ich hab es im Guten und Bösen versucht.

Ich habe geweint und ich habe geheuchelt.

Ich habe geschimpft und geflucht.

Ich kann nicht einfach mein Ehrenwort brechen.

Wo krieg ich das Geld her für mein Versprechen?

Ich muss mich schämen. Da sitzen die drei nun

im Lager der Räuber und warten auf mich.

Die Banditen haben nicht lange Geduld.

Die hängen sie auf und ich bin schuld.

Aber mein Vater sagt dazu "Nein! Nein!".

Wo das Herz hingehört, sitzt bei ihm nur ein Stein.

So ein knausriger, schäbiger, knickriger, kleinlicher Geizkragen

und Geizhals zu sein.

Leider ist ein Pferd keine Kutsche, Komtesse.

Dafür bekommen Sie das beste Quartier, unsere Luxusvilla.

Ist das hier für beide Damen?

Komtesse wird Wert darauf legen, ihre Zofe in der Nähe zu haben.

Ach ja, bitte.

So ein affiges Getue um die Weiberröcke.

Wenn ich hier zu sagen hätte, liefen die ohne Kopf rum.

Du hast aber nichts zu sagen. - Leider nicht.

Hier schlafen Sie mit ihrer Zofe.

Wenn Sie zusammenrücken, ist das prima.

Das ist ausgeschlossen. Ich werde bei der Komtesse nächtigen.

Ich glaube nicht, dass Komtesse Wert auf ihre geistige Erleuchtung legt.

Kommen Sie mit und erzählen Sie mir, wie die Hölle aussieht.

Sie sind doch Fachmann? Ja.

Ich wünsche eine schöne Nacht.

Ich wünsche, dass ihr allen Anfechtungen widersteht.

Denkt daran: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Wir werden uns den Gegebenheiten schon anpassen, Schätzchen.

Ich bin nicht dein Schätzchen. Von Gegebenheiten kann keine Rede sein.

Du kannst mir helfen, das Kleid aufzumachen.

Rauben und Stehlen macht sehr müde. Sie werden das noch lernen.

Was, Rauben und Stehlen? Nein, schlafen.

Komm in meinen Palast.

Hier werden Sie schlafen.

Was machst du hier und wer hat dir erlaubt, hier zu sein?

Ich dachte, du freust dich. Raus.

Der soll uns wohl seinen Segen geben.

Du bist aber ein Gründlicher.

Zum Küssen braucht man keinen Trauring.

Raus. Du hast wohl was Besseres gefunden?

Andiamo!

Dass du es ein für alle Mal weißt, du bist meine Braut.

Mich liebst du, und niemand anderen.

Sitten sind das. Ich muss darüber mit unserem Bischof sprechen.

Ihr seid mir Helden!

Den armen Baron habt ihr beinah seekrank gemacht.

Er soll froh sein, dass wir ihn lebend hergebracht haben.

Plustert euch nicht auf. - Du hast noch keine Räuber gesehen.

Wir können ein Liedchen davon singen.

Plötzlich Räuber, 20, 30 ... - 30, 40 und noch mehr.

Hoch zu Ross und schwer bewaffnet. - Mit Pistolen und Gewehr.

Ich drauf los und schlage zu. - Du drauf los, wieso denn du?

Ich reiß eine Eiche aus, mach mir eine Keule draus.

Und ich hau mit voller Wucht gleich den Hauptmann in die Flucht.

Gibt nicht an! - Schneid nicht so auf!

Auf der Eiche saß der drauf.

Aber ich, ich greif mir einen an den Beinen, seht ihr, so!

Schleudre ihn im Kreis herum und die Ersten fallen tot um.

Wo soll's denn hingehen?

Im Auftrag vom Grafen nach Bentheim.

Sind da die Räuber? - Nein, aber das Militär.

Und das Lösegeld? - Es gibt kein Lösegeld.

Der Graf schickt die Soldaten los.

Der Graf schickt die Soldaten los.

Was?

Der Graf schickt die Soldaten los. Was?

Du schickst die Soldaten los? Jawohl.

Du gibst das Geld nicht? Nein.

Es ist unmoralisch, diese Banditen zu finanzieren.

Gestern wollten sie 600 Gulden, heute 20.000.

Jetzt ist Schluss! Ihr irrt euch.

Jetzt fängt es erst an.

Du gehst zu meinem Vater und sagst ihm, wenn er Lust hat,

kann er mich wieder holen. Wo wollen Sie hin?

Wohin wohl? Zum Wirtshaus im Spessart.

Drei Sechsen. - 20.

20.000 Gulden. - Ach so.

Wenn der mit den 20.000 Gulden erscheint und nach uns fragt ...

Der kommt nicht. - Ich weiß ja.

Darum hab ich nur mal "wenn" zu dir gesagt.

(singt) Das wären 10.000 für dich.

(singt) Das wären auch 10.000 für dich.

Und ohne Quittung. - Und steuerfrei.

Ja bloß, er kommt ja nicht.

Ja, das könnte schön sein

als friedlicher Bürger

sein ehrbares Leben

zu Haus zu beschließen.

Ach, das könnte schön sein,

ein Häuschen mit Garten.

In dem wir dann

beide unsere Frauchen begießen.

Halt mal die Schnauze. - Ich hab gar nichts gesagt.

Dann halt die Würfel.

Mensch, unsere Pferde! Der Strolch!

Na warte.

N'Abend.

Na? - Na?

Na!

Uns hast du hier nicht mehr erwartet, was?

Klar. Sonst wär ich gar nicht hier.

Und unsere Pferde, die du geklaut hast?

Die hab ich gebraucht bei dem Ding mit der Postkutsche.

Einen doppelten Brandwein.

Hey! Welche Postkutsche?

Eine Eilpost von Aschaffenburg.

Da saß der Juwelier Scheible drin. Na und?

Hab ich geknackt.

19.

Hast du geknackt? Klar.

* Wirtin lacht. * Halt's Maul, dumme Gans.

Die ganze Eilpost hast du alleine ausgeraubt?

Samt dem Kutscher und Herrn Scheible? Klar.

Um eurem Hauptmann zu beweisen, was ich kann.

Ich will nämlich Mitglied von eurer Bande werden.

Ich weiß noch paar lohnende Sachen, aber die kann ich nicht alleine.

Aber das Ding mit der Postkutsche hast du allein gemacht?

Klar. Wie denn?

Tatatü Tatatü Tata.

Das war das Horn vom Postillon.

Es war am letzten Freitagnachmittag um vier.

Da kam der Scheible, dieser reiche Juwelier,

von einer Reise nach Würzburg mit der Eilpost nach Haus.

Und ich dacht mir, den raub ich mal aus.

Gleich nach dem Hohlweg an der Straße,

da schwang ich mich auf einen Baum.

Als die Kutsche an dem Baum vorüberkam,

sprang ich maskiert mit einem Satz auf das Verdeck.

Und dann dem dicken Postillon nach einem Schlag auf den Ballon.

Die geladenen Pistolen waren weg.

Für so was, da braucht man ein bisschen Verstand.

Na, und der scheint euch beiden zu fehlen.

Los, setzt euch und zuhören, sonst marsch an die Wand.

So, nun kann ich weiter erzählen.

Der Postillon hat sich gewehrt, er war gleich tot.

Und als die Kutsche anhielt, rief ich "Alles raus!".

Da kamen zitternd und jammernd der Scheible und Frau

und mit Sohn und mit Tochter heraus.

Ich suchte mir vier schöne Bäume

und band sie einzeln daran fest.

Dann einen Knebel in den Mund, wie's sich gehört.

Weil mich das viele Jammern bei der Arbeit stört.

Speziell das Mieder der Tochter sah ich mir gut an.

Wozu bin ich denn schließlich ein Mann?

Da sitzt ihr, da staunt ihr, was ich alles kann.

In dem Köpfchen ist allerlei drin.

Ihr glaubt wohl ich schwindle, hä?

Man sieht's mir nicht an, was ich für ein Teufelskerl bin.

Der Juwelier stand da in seinem kurzen Hemd.

Denn seine Sonntagshose hatte ich ihm geklemmt.

Dann hab ich mich mit seinem Geld und dem Familienschmuck entfernt.

Na, da seht ihr's, gelernt ist gelernt.

Na, was sagt ihr nun?

Uns kannst du viel erzählen.

Meinst du, unser Hauptmann glaubt an Märchen?

Zeig her, was du dem Juwelier abgenommen hast.

Ich gebe jedem von euch einen Ring,

wenn ihr mich zu eurem Hauptmann führt.

Erst wollen wir die Ringe sehen.

* Er summt vor sich hin. *

Felix, ich hab solche Angst.

Wie schön.

Ich hab mal eine Geschichte gehört von Wilden.

Die haben auch ein Fest veranstaltet und ihre Gefangenen geröstet.

Aber Schätzchen, warum soll man dich rösten? Du bist doch so knusprig.

Geh weg, du stichst. - Stimmt.

Das dürfte einer Dame allerdings nicht passieren.

Was ist? Schon da mit Lösegeld?

Nein, aber wir haben ein neues Mitglied geworben.

Er will bei uns eintreten. Was?

Der freche Schlingel, der ausgekneifte?

Und deshalb verlässt du deinen Posten? Sofort zurück!

Ich dachte, wo wir mit dem Nachwuchs so knapp sind.

Der hat alleine eine Postkutsche überfallen.

Wer?

Die Komtesse bringt sicher das Lösegeld.

Abend, Hauptmann. Da bin ich wieder.

Pass doch auf! Na na na na.

Ich wär gestern schon dageblieben.

Aber den fetten Juwelier musste ich ausnehmen.

Du? Wie eine Weihnachtsgans, Hauptmann.

Aber lasst euch nicht stören, ihr seid gerade beim Feiern.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Dürfen wir dich einladen mitzufeiern?

Mit mir könnt Ihr Pferde stehlen.

Hast du nicht auch Hunger?

Sei doch nicht so etepetete, nimm schon.

* Er fängt an zu singen. *

Komm, setz dich bisschen zu mir.

Du! Lass die Finger von der, das ist meine.

Geschenkt, geschenkt.

Ups!

Kannst du singen? Singen, ich?

Nein. Ich bin grad im Stimmbruch. Aha.

Ich könnte einen Burschen brauchen, für mich.

Pferde pflegen, Stiefel putzen, Pistolen reinigen

und was so vorkommt. Was kommt denn noch vor?

Das wirst du schon erleben.

* Er fängt an zu singen. *

Zieh mir den Stiefel aus.

Falsch! Dreh dich rum.

Beine breit. So.

Zieh!

Au!

Hat das wehgetan? Zeig mal her.

Mit so zarten Fingern raubst du Postkutschen aus?

Nein, dabei zieh ich immer Handschuhe an.

Aha. Los, ausziehen!

Nein, das geht nicht.

Mich ausziehen.

Aber nein! Hast du noch nie einen Mann ausgezogen?

Doch. Jeden Abend.

So? Wen denn?

Mich zum Beispiel.

Für morgen früh ausbürsten.

Und ich?

Kann ich nicht lieber hier? Du schläfst hier, basta.

Willst du nicht wenigstens die Mütze ausziehen? - Nein.

Warum? Hast du Spatzen drunter?

Nein, aber eine Beule. So ein Ding!

Hat mir der Postillon vom Scheible verpasst mit dem Peitschenstiel.

Povero Ragazzo.

* Uhr macht ein Geräusch. *

Gute Nacht.

Felix! Schläfst du?

Ja. Ganz fest.

Ich auch.

Komtess!

* Er hustet. *

* Er fängt an zu singen. *

Was wollen Sie?

Pfaff am Morgen bringt Kummer und Sorgen.

Soll ich ihn rauspfeffern? Ja.

Aber behandle ihn besser als deinen Juwelier.

Sie müssen das Spiel mitmachen, sonst kriegen wir kein Lösegeld.

Raus, du Dickwanst! (flüstert) Entschuldigung.

Raus sag ich!

Du bist so zimperlich, als wärst du im Kloster aufgewachsen.

Bin ich auch.

Seit wann zieht man im Kloster Räuber groß?

Jeder ist mal was Besseres gewesen, du wahrscheinlich auch.

Hier ist mein Messer. Mach es mir scharf.

Mamma mia, nein!

Hast du noch nie rasiert? Nein.

Na ja, wie ein Mädchen.

Was soll ich machen?

Wie ich in deinem Alter war, hab ich jeden Tag rasiert.

Auf einmal spross der Bart. Fühl mal.

Er sprosst. Wasch dich inzwischen.

Wo denn? Da vorne steht der Eimer.

Schissimatucki, was ist das für eine Wascherei?

Wie denn sonst? Soll ich dir sagen, was du bist?

Ein Ferkel, ich weiß. Deshalb bin ich Räuber geworden.

Da kann man schön schmutzig sein. So siehst du auch aus.

Schmutzig und verkommen!

Was, verkommen?

Rock runter, Hemd runter, alles runter. - Nein!

Ich zähle bis Drei. Bitte nicht.

Nun weinen Sie wie ein richtiges kleines Mädchen.

Ja.

Franziska, Komtesse von und zu Sandau.

Woher wissen Sie das?

Ich mag sehr schlecht sein, aber ich habe keine schlechten Augen.

Wer ist die falsche Komtesse? Ein Goldschmiedegeselle.

Aber Sie dürfen ihm nicht böse sein, ich habe das angezettelt.

Damit Sie Ihr Lösegeld bekommen. Bitte tun Sie ihm nichts.

Ich nicht. Aber mit meinen Leuten ist nicht gut Kirschen essen,

wenn die merken, dass ihr sie gefoppt habt.

Wie sollen sie das merken?

Ich putze die Stiefel besser als jeder Stallbursche.

Männer! Seine Königliche Hoheit, der Großherzog,

hat mir huldvoll versichert,

dass er heute mit allerhöchsten Gedanken bei seiner Truppe weilt.

Schlachtplan folgendermaßen:

* Laute Marsch-Musik *

Zack zack!

Abblasen! Abblasen!

Sofort alles abblasen, Herr Obrist!

Aber Graf Sandau, was heißt denn abblasen?

Das Unternehmen läuft doch bereits. Stören Sie doch nicht.

Ich steck mittendrin.

Erste Schwadron sammelt sich am Spritzenhaus.

Zweite Schwadron nimmt engste Fühlung mit der dritten auf.

Befehl an die Gulaschkanone: Sofort anheizen! Zack zack!

Halt, Herr Obrist! Hören Sie mal zu. Meine Tochter ist bei den Räubern.

Das ist bedauerlich, aber deshalb kann ich nicht alles umschmeißen.

Es bleibt dabei. Zack zack!

Das kann mich 20.000 Gulden kosten und meine Tochter obendrein.

Wieso 20.000 Gulden? - Ich hab mich entschlossen,

Baron Sperling mit dem Lösegeld loszuschicken.

Wohin? - Zum Wirtshaus im Spessart.

Das ist großartig! Das nennt man Feldherrenglück!

Meine Soldaten beobachten die Aushändigung des Lösegeldes.

Die Truppe heftet sich Empfängern an die Fersen.

Und schon sind wir im Räuberlager. Schlachtplan geändert!

* Laute Marsch-Musik *

Zack zack!

Warten Sie doch mit dem "Zack zack", bis ich meine Tochter wiederhabe.

Wenn ein Feldherr warten sollte, bräuchten wir man das Militär nicht.

Es lebe der Großherzog! - Der lebt ja sowieso.

Aber meine Franziska! Haben Sie kein Mitgefühl mit meiner Tochter?

Bedaure, nicht mein Ressort. Zack zack!

Geld wie Erbsen!

Noch nicht nachschütten, ich muss erst mal umrühren.

Ach so, ja.

So, nun geht's wieder zu.

Ein Schluck für den guten Knoll, ein Schluck für den guten Funzel.

Und ein Schluck für den Baron.

Jetzt ist was runtergefallen. - Lass liegen, es ist genug da.

Wann kann ich mit der Rückerstattung meiner Verlobten rechnen?

Sie sehen doch, was wir uns für eine Arbeit machen.

Wir können nicht hexen. Ich hätte gern Gewissheit.

So wahr wir das Geld abliefern, so wahr kriegen Sie Ihre Braut zurück.

Los, komm!

So, Barönchen, die guten Onkels gehen jetzt weg.

In einer Viertelstunde sind wir wieder da.

Und bringen das Fräulein mit. Ich möchte mitkommen.

Sehen wir aus wie Ehrenmänner oder nicht? Na!

Noch einen Rotwein für den Baron. Hier liegt das Geld.

Bleibt bloß hier! Überall Soldaten. Das Haus ist umstellt.

Jetzt sitzen wir drin.

Wieso denn? Wer will uns denn was nachweisen?

Na, der da. - Den schleppen wir in den Keller

und lassen ihn volllaufen, bis er von nix mehr weiß.

Ich frage mich, wo ist Euer Bräutigam?

Können Sie an nichts anderes denken als das Lösegeld?

Hand aufs Herz, ich dachte nicht an Lösegeld. Ich dachte an Sie.

An mich? Sie müssen große Sehnsucht haben

nach dem Mann, den Sie heiraten wollen.

In unserem Stand hat man seine Verpflichtungen.

Da geht nicht alles so durcheinander wie bei euch Räubern.

Bei mir geht es sehr durcheinander.

Stell dich vors Fenster. Die sind neugierig. - Zu Befehl.

Weißt du's oder nicht? Was?

Die Komtesse ist ein Kerl! Ein Kerl?

Wer sagt das? Bettina hat's gesehen.

Wenn das wahr ist, dem dreh ich den Hals um.

Unsinn! Du hast wohl zu viel getrunken,

dass du ein Huhn nicht mehr vom Hahn unterscheiden kannst.

Halt den Mund, du Grünschnabel.

Hauptmann, ich werde mich selbst überzeugen.

Wenn das stimmt, bring ich den Kerl eigenhändig beiseite.

Keine schlechte Idee. Los, geh.

Nun rede. Was ist los?

Hast du mal eine Komtesse gesehen, die sich den Bart schabt?

Lass mich rein, Befehl vom Hauptmann!

Das kann jeder sagen. Mach auf!

Vorsicht, da ist Pulver drin. Ich hab drin zu melden, dass ...

Endlich hört man hier mal was Angenehmes.

Los, komm jetzt! Warum so große Eile?

Wir wollen wissen, was hier gespielt wird.

Hier wird nix gespielt, auch nicht wilder Mann.

Ich bin Hauptmann, ich hab das Sagen.

Wenn das Weibsstück in der Hütte ein Kerl ist,

werden wir dann noch Hauptmann zu dir sagen? Los, komm jetzt!

Sie kommen, schnell! - Um Himmels willen!

Jetzt wollen wir die Sache aufdecken.

Komtesse, man behauptet, Sie sind keine Dame, sondern ein Mann.

Vielleicht können Sie es uns erklären.

Ach, erklären ... - Hütet Euch!

Lasst ihm das Fell, das deckt seine Blöße.

Geschwätz! Wir wollen Tatsachen! Nackte Tatsachen!

Schissimatucki!

Au! - Wie kannst du ihr das nur ...?

Raus! Raus!

Und ich? Du kommst in meine Hütte, mit mir.

Komtesse? Ich will Sie nicht mehr sehen!

In einer Stunde ... Was ist in einer Stunde?

Das Lösegeld müsste hier sein. Ich versteh nicht, wo es bleibt.

Wäre ich mein Bräutigam, ich hätte die schnellsten Reiter losgeschickt.

* Sie feuern den Baron an. *

Sind wir nicht bald da?

Du musst uns folgen, Junge! Sonst reitest du irre.

Wir müssen bis morgen durchreiten. Ich bin schon durchgeritten.

Werter Herr Obrist, ganze Schwadron Rotwein ?

Das ist ja unglaublich!

So bangen Sie um das Leben Ihrer Braut, Baron?

Außerdem werfen Sie meine Strategie über den Haufen.

Wo sind die beiden Gestalten, mit denen Sie gezecht haben?

Donnerwetter! Sie sind vom Pferd gefallen.

Sie sind nämlich scharf geritten, Herr Obrist.

Wie soll ich jetzt das Räubernest finden?

Wo haben Sie die 20.000 Gulden? Ja, wo hab ich denn die?

Die müssen irgendwo sein.

Wir haben unseren Freund vor einem großen Schaden bewahrt.

Damit die Marie nicht in falsche Hände kam.

Hier kann man nicht vorsichtig genug sein.

Das nenn ich brav und entschlossen gehandelt.

Es gibt noch einen Orden! Na na.

Mensch, wenn Sie für uns ein gutes Wort einlegen könnten.

Du kannst zu einem General nicht "Mensch" sagen.

Lassen Sie mal. Ihr zwei schnappt euch das Geld ...

Jawohl! - Bringt es nach Schloss Sandau.

Jawohl. - Den Baron nehmt ihr mit.

Wollen Sie nicht noch einen mit uns trinken?

Etwas ist noch drin. Bedaure, mich ruft der Dienst.

Bis heute Abend hab ich die Bande. Zack zack!

Kommt, meine Freunde. Jetzt gehen wir Zickzack.

Jetzt gehen wir zack zack zum Schloss von meinem Schwiegervater.

Da feiern wir weiter. - Und du besorgst uns einen Posten.

Das hab ich ja versprochen. Für mich wäre am besten Hofmarschall.

Oder habt ihr schon einen? Ich glaube schon.

Macht nix. Er kriegt eine übern Schädel, dann ist er weg.

Wo ist der Hauptmann? - Da drin. Was ist los?

Wir sind umzingelt. Überall Soldaten. Ich bin gerade noch durchgekommen.

Sieht verdammt brenzlig aus. Man soll nicht den Kopf verlieren,

bevor man den Kopf verliert. Sag dem Korporal, wir brechen auf.

Der lässt sich nichts mehr sagen. Das werden wir sehen. Raus!

Da haben Sie's: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

Ich fürchte nur, in diesem Sturm werden Sie am Baum schaukeln.

Ich kann es nicht verhindern.

Wenn man wenigstens die Frauen vor der Knallerei rausbringen könnte.

Soll ich sehen, ob ich durchkomme? Nein, ich werde dich hier brauchen.

Aber vielleicht der Pfarrer. Gehen Sie zu den Soldaten

und sagen Sie, man soll nicht schießen,

ehe die Komtesse in Sicherheit ist. Ich bin kein großer Wanderer.

Sind Sie ein guter Reiter? Ich weiß nicht.

Ich hatte keine Gelegenheit, es zu versuchen.

Da hängt sie gut. - Nehmen wir einen neuen Strick

oder tut's der alte noch mal?

Was ist hier los? Ich habe Aufbruch gesagt.

Zuerst kommt deine Komtesse auf einen grünen Zweig.

Der Pfaffe!

Halt! Haltet ihn!

Schießt den Schwarzen aus dem Sattel!

Schluss mit der Schießerei! Jetzt wissen sie, wo wir sind.

Halt's Maul! Wer ist hier Hauptmann?

Das wirst du gleich sehen. Los! Packt ihn!

Ans Rad binden. Na los!

Los! Drauf!

Mein Meister hatte recht: Man lernt viel auf so einer Wanderschaft.

Melde Herrn Obrist: Zweite Schwadron hat Schüsse auch gehört.

Woher kamen sie? - War nicht festzustellen.

Unglaublich! Da wird geschossen und weiß keiner woher.

Vermutlich aus dem Wald, Herr Obrist. - Der Wald ist groß.

Ich will präzise wissen, ob von da oder da oder da oder von ...

Da kommt doch was.

Gottes Lohn, liebe Freunde, ich komme stracks von den Räubern.

Wo kommen Sie her? - Aus dem Räuberlager.

Ziehen Sie sofort Ihre Truppen zurück!

Hinter dem Pferd her! Das weiß, wo es hingehört.

Mir nach, Galopp!

Halt! Nein!

Raus jetzt, hopp!

Sieg!

Sieg!

Soldaten!

Sie müssen verschwinden!

Komtesse, Sie sind frei.

Los, hier durch. Schnell!

Kameraden! Mit kühnem Handstreich ist es uns gelungen, dass der Feind

total zerstört am Boden liegt. - Typisch.

Männer! Der Dank unseres Großherzogs ist uns gewiss.

Oh, Komtesse!

Ich komme nicht nur als Ihr Befreier ...

Ich weiß, Sie kommen auch aus dem Mus-Topf.

Was fällt Ihnen ein? Franziska!

Wer war das? - Dreimal dürfen Sie raten.

Etwas der Hauptmann? - Jawohl, Herr Oberst.

Männer!

Zack zack.

Ihr wollt allen Ernstes behaupten,

die Komtesse ist mit dem Räuber- hauptmann durchgebrannt? - Doch.

Er hat es gesehen. - Ich hab's gewusst,

dass die 20.000 Gulden zum Fenster rausgeworfen sind.

Herr Graf, es ist serviert.

In Anbetracht der traurigen Ereignisse

gibt es heute Schwarzwurzel mit einer trüben Soße.

Dazu graues Brot.

Als Getränk Feuchtwanger Tränenacker oder Dunkelbier.

Ich kann nichts essen nach diesem entsetzlichen Verlust!

Mein schönes Geld und mein armes Kind.

Mamma mia.

Pardon!

Vor Fledermäusen brauchen Sie sich nicht zu fürchten.

Die fressen nur Insekten.

Hier oben ist unsere Rumpelkammer.

Da tun wir alles hin, was nicht mehr gebraucht wird.

Also mich?

Das ist ein schönes Schwein! Ein Schwan ist das.

Den hatten wir auf einem Gartenfest. Der war von innen beleuchtet

und schwamm im Teich. Das sah wundervoll aus.

Den da hat unser Großvater mal geschossen.

Aber er war so alt, man konnte ihn kaum runterkriegen. - Den Großvater?

Nein.

Allen Gästen war schlecht nach dem Essen.

Du lieber Gott, essen müssen Sie auch noch. - Far niente.

Doch, aber wie mach ich das?

Ich fürchte, Sie werden mit mir viele Unnehmlichkeiten haben.

Nein, Anunnehmlichkeiten. Unannehmlichkeiten.

Unannehmlichkeiten.

Das fürchte ich auch.

Warum haben Sie mich hierher gebracht?

Weil ...

Ich hol Ihnen schnell was zu essen.

Que bella!

Gucken Sie nicht, helfen Sie lieber.

Sehr schwer.

Ich musste es schwer erkämpfen. Sie meinen ... ?

Nein, das mach ich.

Sie wären ein guter Räuber geworden.

Schade, nun ist es vorbei.

Aber für Sie auch. Aber das ist gut so.

Moment!

Nur für alle Fälle. Jetzt bin ich Ihr Gefangener?

Ach, daran hab ich noch gar nicht gedacht.

Wie viel Lösegeld kann ich für Sie kriegen?

Gar nichts. Sie Armer.

Gibt es denn niemand, der für Sie etwas zahlen würde?

Niemand. Auch keine Frau?

Nicht mal eine Frau.

Jetzt müssen Sie was essen.

Was werden Sie nun machen als alleinstehender Räuber?

Fliehen. So bald wie möglich.

Sie können ja gar nicht, ich hab den Schlüssel.

Sie meinen, ich soll hier bleiben,

während Sie unten verhochzeitet werden mit diesem Nussknacker?

Haben Sie das so gedacht?

Jetzt weißt du nicht, wie es weitergehen soll.

Aber ich weiß es.

Dann ist es aber genug!

Der Wein scheint euren Geist vollständig verwirrt zu haben.

* Sie singen. *

Herr Pfarrer, ich bin zutiefst enttäuscht.

Ich dachte, Sie bringen mir meine Tochter.

Stattdessen schleppen Sie diese Trunkenbolde hier an?

Umgekehrt. - Genau andersrum.

Wir haben den hochwürdigen Herr Pfarrer mitgebracht.

Er lag im Graben. Der Mann konnte nicht mehr.

Wir haben uns gedacht, nehmen wir ihn mit hoch.

Herr Pfarrer, stimmt das?

Im Wein liegt Wahrheit.

Ohne die hätte ich mein letztes Stündlein erlebt.

Und wer sind die? - Zwei kaum bescholtene Bürger.

Wir stammen aus den besten Familien.

Wir wünschen uns nichts sehnlicher als ein Ruheplätzchen

auf Ihrem Stammsitz. - Ihr seid wohl nicht gescheit.

Sie werden gleich eine bessere Meinung von uns haben.

Wir haben Herrn Grafen das Lösegeld gerettet.

Der Zaster gehört wohl Ihrer Wenigkeit.

Meine 20.000 Gulden! - Hoffentlich fehlt nichts.

Wir haben erst zu spät das Loch bemerkt.

Ihr guten Leute.

Jetzt sind Herr Graf vor Freude außer Herrn Grafen.

Selbstverständlich werdet ihr bei mir angestellt.

Das hat Spatz schon zugesagt. - Wer ist Spatz?

Der sitzt da drin und ist benebelt. - Baron Sperling!

Ich bin ja entsetzt!

Wieso? Als Baron darf er das mal.

Übermorgen soll er meine Tochter heiraten.

Nun haben Sie ja den Sack. - Ja.

Das ist ja eine schöne Geschichte. Was?

Eine richtige Komtess verliebt sich in einen richtigen Räuber.

Ja, das ist eine schöne Geschichte.

Ich weiß auch eine. Erzähl mal.

Es war einmal ein alter Graf,

der lebte in Italien und war sehr gut und hilfsbereit.

Denn er verlieh sein ganzes Vermögen an einen anderen Grafen.

In Deutschland.

Aber leider bekam er sein Geld nie zurück.

Eines Tages war er arm und ist vor Gram gestorben.

Hatte er einen Sohn? Ja.

Er hieß Antonio Patrizio Bibione.

Er nahm seinen treuen Diener Parucchio

und zog aus, um den Mann mit der Schuld zu suchen.

War das mein Vater?

Nicht fragen, hör zu.

Als er ritt mit seinem Diener durch die finstre Spessart-Wald

kamen plötzlich wilde Räuber, die ihn haben überfallt.

Nur sein Diener hatte Glück, der entfloh im Augenblick.

Doch zum Grafen sprach die Bande "Gib uns Geld her, oder Strick!".

Und was geschah dann?

Als er hing schon halb am Baume,

macht es "Bumm!", ein Blitz schlug ein.

Räuber schrien: "Das ist der Teufel. Der soll unser Hauptmann sein."

Er nahm an ihr Angebot, denn er dacht in seiner Not:

Lieber Räuber sein und leben, als ein Graf sein, aber tot.

Und deshalb wollte er die Komtess Sandau fangen?

Ja, und nun hat sie ihn gefangen.

Hier ist der Schlüssel.

Du willst mich fortschicken aus deinem Leben?

Nein.

Soldaten! - Soldaten!

Was ist denn hier für ein Krach?

Ich muss sehr bitten. Meine Tochter ist sehr ruhebedürftig.

Bedaure. Wir haben zuverlässige Nachricht:

Der Banditenhäuptling hält sich hier auf.

Bei mir? - Oder jemand aus Ihrer Familie.

Ich verbitte mir diese Behauptung! - Jetzt wird alles durchsucht.

Aber gründlich. Zack zack!

Hier könnt er sein. - Hier muss er sein.

Hier verbirgt sich der schändliche Wicht.

Hinter der Tür, unter dem Bett. - Entschuldigung, hier ist er nicht.

Hier könnt er sein. - Hier könnt er sein.

Hier verbirgt sich der schändliche Wicht.

Hinter dem Tisch, unter dem Rock. - Entschuldigung, hier ist er nicht.

Hier könnt er sein. - Hier muss er sein.

Hier verbirgt sich der schändliche Wicht.

Hier in dem Sack, da drin vielleicht. Hier ist er nicht.

Hier muss er sein, hier ist er drin.

Endlich, nun kommt dieser Wicht vor Gericht.

Los doch, zack zack. Na also, hier ist er ja ...

... nicht. Oh Pardon, Komtesse.

Gibt's was Neues? - Ja, sie haben ihn ...

Sie haben ihn? - Lass mich doch ausreden.

Die haben ihn entkommen lassen. Der steht mit dem Teufel im Bund.

Oder glauben Sie's nicht?

Sie sind nicht von hier? Nein.

Drum. Hab ich mir gleich gedacht.

Hochverehrtes Publikum, ich habe die Ehre,

Ihnen eine Galavorstellung mit meinem Zirkus vorzuführen.

Wenn Sie Ihnen gefällt, bitte ich um eine Gabe für meine Tiere.

In der ersten Abteilung sehen Sie einen großen, wilden Bären.

Er frisst Honig und Menschen. - Oh!

Aber Menschen nur, wenn er kein Geld hat für Honig.

Attenzione!

Er macht ein Tänzchen.

Perucchio!

Conte Patrizio!

Sie machen ein Gesicht, als gehen Sie zu Ihrer eigenen Hinrichtung.

So ist mir auch zumute.

Der Bürgermeister ist schon hier. Sie müssen sich zeigen, Komtess.

Sie müssen winken, Komtess.

Sie müssen lachen.

Los, hilf den Herrschaften beim Aufsteigen.

Machst du schon wieder lange Finger? - So kurz sind deine auch nicht.

Nachbarin, Euer Täschchen.

Gib mir mein Pompadour mit dem Brillant-Ring drin.

Schön dämlich. - Wann du wohl anfangen willst,

ein besseres Leben zu führen? - Nach der Hochzeit, wie alle Männer.

Hier werden Sie stehen, Herr Baron, und Ihre liebe Braut erwarten,

die Ihnen vom Vater zugeführt wird. Üben wir es.

Buongiorno, Signore e Signori.

Ich habe die Ehre, Ihnen einen kleine Galavorstellung

mit meinem Zirkus vorzustellen.

Wenn Sie Ihnen gefällt, bitte ich um eine kleine Gabe für meine Tiere.

Ich habe eine große Überraschung für die Hochzeitsgäste.

Lauf zur Komtesse. Bibione ist da um sie zu holen.

Attenzione! Sie hören in der ersten Abteilung

die Ballade von den wilden Räubern, vorgetragen von Maestro Patrizio.

Schissimatucki, unser Hauptmann!

Kommt und hört euch die Geschichte von dem Räuberhauptmann an,

der in Wirklichkeit ein Graf war und kein echter Räubersmann.

Wollt er nicht den Kopf verlieren ...

Sie müssen stillhalten. Wer singt denn da?

* Klopfen * Komtess!

Schnell, er will Sie holen. Wer?

Ich hab den Namen vergessen, aber er ist es.

Franziska? Sie haben hier nichts zu suchen.

Nein, Herr Graf. - Wie lange soll das noch dauern?

Alles wartet.

Du weißt, was von deiner Hochzeit für mich abhängt.

Alles. Ist es nun so weit?

Ja, nun ist es so weit.

Endlich! Gott sei Dank.

Komm mir nicht zu nah, du trittst mir auf die Schleppe.

Franziska!

Wo ist der Bräutigam? - Da drin mit dem Pfarrer.

Was machst du denn da?

Geschlossene Gesellschaft. Komm mit.

Ich weiß wahrlich nicht, was ich davon halten soll.

Ich schon, Hochwürden.

Haltet ihn! Räuber, Diebe, Mörder!

Was fällt Ihnen ein? Wer sind Sie? Der Sohn des Grafen Bibione.

Wer? Sie bekommen Ihr Geld, ich schwöre es.

Ich gebe Ihnen meine gesamte Schatztruhe.

Behalt deine Truhe, ich nehme mir einen größeren Schatz.

Lauft ihm doch nach! Los doch!

Hoch!

Und so endet nun Geschichte von die junge Paar vergnügt.

Fort sind alle Bösewichte, nur das Gute hat gesiegt.

Meine Moritat ist aus, geht nur unbesorgt nach Haus.

Denn ihr habt jetzt die Gewähr, es gibt keine Räuber mehr.

Ich bitte um eine kleine Gabe, zu fressen für meine Tiere.

Und für mich auch.

Danke.

Untertitelung: BR 2013

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