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*Düstere Musik ertönt.*
*Rock-Song wird langsam eingeblendet.*
*Rock-Song wird lauter*
Wie viele hier schon wissen,
hat der Sturm das Krankenhaus stark beschädigt.
Das Dach ist fast abgedeckt.
Wir mussten die Stromzufuhr kappen.
Daher können wir die medizinische Versorgung
nicht mehr gewährleisten.
Wir sollten auf den Katastrophenschutz hören
und morgen früh mit den Schiffen der Seenotrettung
die Insel verlassen.
Danach sind wir endgültig, vielleicht für mehrere Tage
von der Außenwelt abgeschnitten.
Na?
Hi, ich bin Tom, der Vollhorst hier ist Klaus.
Hallo Tom, Hallo Horst.
Sorry Jungs, aber ich muss arbeiten.
Wir haben uns gedacht: du brauchst eine kleine Pause,
und wir geben dir einen Drink aus.
Das Ding ist nämlich:
Von deiner Sorte gibt's hier nicht so viele.
Ja...
Touristen?
Keine Touristen!
Schöne Frauen. Hier gibt's selten schöne Frauen.
*Ein Handy klingelt.* Verstehe.
Danke für die Erklärung.
Ist was?
Sorry Jungs...
Geht noch mal auf euren Platz zurück
und übt das noch mal, ja?
*Ein Handy klingelt, gedämpfte Techno-Musik ertönt.*
-Ja? -Verfickte Scheiße, Clemens.
Er hat meine Nummer.
Danny hat meine Nummer.
Bist du sicher?
Er hat eine SMS geschickt.
Fuck!
Ok. Scheiße Linda, tut mir leid.
Mann, wie macht er das immer? Fuck!
Bleib ruhig. Das heißt nicht, dass er weiß, wo du bist.
Woher willst du das wissen? Die Nummer hat er auch rausgefunden.
Warte mal.
Kann er das irgendwie orten? Mein Handy?
Linda, Stopp. Nein, das kann er nicht.
Die Ortungsdienste sind deaktiviert. Danny ist nicht die NSA.
Ich brauche trotzdem eine neue SIM. Schickst du mir eine?
Du solltest bald zurückkommen und dich der Sache stellen.
Die Anwältin sagt, ohne deine Aussage
wird das nie aufhören.
Du hast mit der Anwältin geredet?
Warum?
Ihr habt ihn verloren.
Quatsch, wir haben ihn im Blick.
Er ist zu Hause. Ilko und Kante warten vor seiner Tür.
Aber Schwesterherz.
Du bist seit 3 Wochen auf der Insel. Wie lange soll das weitergehen?
Keine Ahnung, Clemens. Frag doch mal Danny.
*Ein Freizeichen ist zu hören.*
Fuck!
(Kollege) Wie hat sie reagiert?
Hab's ihr nicht gesagt. Die Kleine hat sowieso schon Panik.
Ich schwöre, ich weiß nicht, wie der Typ mir entwischen konnte.
Was jetzt?
Wir finden ihn schon.
Und dann kümmern wir uns endgültig um ihm.
Danny ist weit weg. Er weiß nicht wo du bist.
Selbst wenn, kann er dir nichts.
Du bist auf einer Insel.
Mitten im Orkan.
*Die Tür öffnet sich quietschend.*
*Langsame Schritte hallen durch den Raum.*
*Das Handy klingelt.*
*Die Schritte nähern sich langsam.*
*Die Schritte stoppen.*
*Das Handy klingelt.*
(Flüsternd) Linda...
Linda.
Linda.
Linda
*Sie stößt Schmerzensschreie aus.*
*Sie ringt nach Luft.*
(Eine Männerstimme ruft) Hallo!
Mann, das war ein Spaß!
Ey, wo bist du? Keine Angst.
Hallo!
Mann, das war doch nur ein Spaß!
Hallo!
Alter!
Die ist da echt tief runtergefallen.
Keine Ahnung, was die für Stunts macht. Was ist denn los mit der?
Was machen wir jetzt?
Digga, lass abhauen. Keiner weiß, dass wir hier sind.
-Was, wenn die sich verletzt hat? -Mann, hat die schon nicht.
Wir haben sie doch weglaufen sehen.
Mann, bist du bescheuert? Lass das Ding hier.
*Das Handy vibriert.*
*Ruhige Xylophonmusik erklingt.*
*Ein Besetztzeichen ertönt.*
Mein Mandant gibt zu, dass er über den Hund gestolpert ist.
"Gestolpert"? Getreten hat er sie.
Mit Arbeiterstiefeln mit Stahlkappe.
-War es Ihr Hund, Prof. Herzfeld? -Was tut das zur Sache?
Bitte weisen Sie ihren Klienten darauf hin,
dass er antworten muss.
Ja, es war offensichtlich nicht mein Hund.
Der Besitzer war im Supermarkt.
Waren sie wütend, Herr Professor?
-Diese Hündin war trächtig. -Nein.
Laut Bericht des Veterinärmediziners übergewichtig, nicht schwanger.
Mein Mandant durfte diese Hündin
jedenfalls berechtigterweise für trächtig halten.
Waren Sie wütend?
Warum geht es hier um mich, verdammt?
Er hat einer schwangeren Hündin in den Bauch getreten, Ok?
Bitte erheben Sie sich doch mal kurz.
Na kommen Sie, einfach aufstehen.
Sie auch.
Herr Professor. Glauben Sie wirklich, dass sie meinem Klienten
bei einer körperlichen Auseinandersetzung gewachsen sind?
Nicht in jedem Fall, nein.
Aber in diesem Fall?
War es nicht so, dass Ihr Angriff
-meinen Klienten überrascht hat? -Nein, war nicht.
Woher kamen Sie an diesem Morgen?
Warum waren Sie wütend genug, meinem Klienten die Nase zu brechen,
-6 Rippen, 2 Zähne und... -Er hat einer schwangeren Hündin
in den Bauch getreten. Er ist nicht gestolpert.
Er sagte vorher noch "Verpiss dich!".
(Anwältin) Frau Richterin, ich versuche hier die Hintergründe
des fraglichen Geschehens zu beleuchten.
Woher kamen Sie, Herr Professor?
(Ihre Stimme verhallt) Woher?
Aber der Skiurlaub ist nun wirklich unser letztes gemeinsames Ding.
Das ist doch eine Art Tradition. Ich hab die Hütte schon gebucht.
Naja, dann nimm deine Freundin mit.
Ich hab keine Freundin! Wie kommst du darauf?
-Erzählt deine Mutter das, oder wie? -Was auch immer.
Mama fliegt mit Norman nach Australien. Da hab ich sturmfrei.
Chrissi und Lena ziehen bei mir ein, und wir lernen fürs Abi.
-Und weißt du... Skifahren? -Hannah.
Wir haben uns jetzt seit September nicht gesehen.
Weihnachten hast du mich auch versetzt.
Die Zeit vergeht so rasend schnell. Ich hab das Gefühl, ich...
Ich weiß überhaupt nichts mehr über dich.
Was willst du denn wissen?
Wie läuft's in der Schule? Was macht der Führerschein?
Bist du verliebt?
Läuft, läuft und...
...zurzeit nicht, nein.
Hannah. Was ist los?
Was denn Papa?
Unsere Gespräche drehen sich doch seit Jahren nur noch um Small Talk.
Du kennst deine Tochter nicht?
Naja, dann hättest du uns nicht verlassen dürfen.
-Das war anders, und eines Tages-- -Ja Papa, ja.
Eines Tages erzählst du mir deine Seite der Geschichte
und dann fallen wir uns alle glücklich in die Arme.
Ich muss jetzt trotzdem fürs Abi lernen.
-Danke fürs Frühstück. -Hannah, jetzt warte doch mal bitte.
Hannah.
Sie wollen die Rechnung?
Bedienen Sie sich.
Hannah?
Hannah!
*Der Hund winselt.* (Männerstimme) Verpiss dich!
-Ey, du feiges Arschloch! -Was hast du Schwuchtel gesagt?
(Richterin) Herr Professor Herzfeld?
Äh, die Antwort ist Nein.
Nein, ich war nicht wütend. Ich war bei allerbester Laune.
(Frau) Entschuldigung, dass ich Sie gerufen habe.
Aber dieser Fall ist definitiv Chefsache.
Kein Problem. Der Termin war auch totaler Quatsch.
Was wissen wir über die Leiche?
Weiblich, Fundort Spreewaldpark, in einem Umzugskarton.
Der Finder war ein Obdachloser, der hat es ganz gut beschrieben:
Er hat gesagt:
"Der hat jemand die Luft aus dem Kopf gelassen"
Verstehe, was er meint.
-Haben wir den Umzugskarton? -Ist noch in der Spurensicherung.
Danke.
Bei der Toten handelt es sich um eine weibliche Mitteleuropäerin.
Geschätztes Alter zwischen 50 und 60.
Die an die Umgebungstemperatur am Fundort genäherte Rektaltemperatur
sowie Ausprägung von Leichenstarre und Leichenflecken
deuten auf einen Todeszeitpunkt von
vor maximal 48, mindestens 36 Stunden hin.
Die beiden Kieferäste einschließlich der Kieferwinkel
wurden anscheinend nach Ablösen der Oberhaut
und des Unterhautfettgewebes herausgelöst.
Augenscheinlich mit... einer grobzahnigen Säge.
Beide Hände sind scharfrandig hinter den Handwurzelknochen abgetrennt.
Wahrscheinlich, um ihre Identität zu verschleiern
Ja. Gar nicht so schlecht.
Da wusste jemand sehr genau was er tut, nicht?
Was sagt das CT?
Es sagt, Fremdkörper im Kopf.
Wäre nicht der erste Kopfschuss in dieser Woche.
Das ist keine Kugel.
Keine Blutaspiration. Weder in Luftröhre, noch Lunge.
Äußere Verletzungen postmortal.
Immerhin etwas. Stellen Sie sich vor, sie noch gelebt.
Nun zum Mageninhalt, bitte, ja?
Ach, ich bin zu spät. Entschuldigen Sie bitte.
Und Sie sind?
-Ingolf von Appen. -Ah.
Herr Professor Herzfeld! Dass wir uns persönlich treffen...
Vielen Dank, dass Sie meiner Bitte um Hospitanz in Ihrem Haus
entsprochen haben.
Es ist mir eine große Ehre.
Danken Sie nicht mir. Sie haben mächtige Freunde.
Eine Praktikantenempfehlung vom BKA-Präsidenten kommt selten vor.
Im Magen 140 Milliliter gräulich-weißlicher,
fast milchig imponierender,
breiig-flüssiger Inhalt von säuerlichem Geruch.
Oh ja.
-Alles in Ordnung, junger Mann? -Ja, natürlich, alles in Ordnung.
Ich wundere mich nur,
-dass hier keine Musik läuft. -Musik?
-Ja Musik, wissen Sie was-- -Später den Mageninhalt analysieren.
Und diese krümeligen Elemente hier am Anfang des Zwölffingerdarms.
Aber jetzt schauen wir uns erst mal den Kopf genauer an, bitte.
(leicht stotternd) Was ist denn mit der Frau passiert?
Oh nein. Das tut mir so leid.
(laut) Stopp!
Bitte nicht ins Gesicht packen. Was immer die Frau hier hatte,
-könnte ansteckend sein. -Oh.
Ja, natürlich.
Wissen Sie was? Sie wollen sich doch nützlich machen.
Ja, sehr gerne.
Dann holen Sie mir doch bitte ein Kardioversionsgerät.
-Ein-- -Genau. Sie gehen in den 1. Stock
und fragen nach Prof. Strohm. Der weiß, was ich brauche.
-Ein Kardioversionsgerät? -Ja, das brauch es für die Leiche.
Kardioversionsgerät, erster Stock.
Schnell, sonst ist es zu spät!
Ja, äh, Kardioversions...
-...gerät -Handschuhe aus, Hände waschen.
Hände waschen!
So, dann nutzen wir mal die Zeit, solange der Trottel weg ist.
Kein Projektil. Eher eine Kapsel.
Postmortale Computertomographie in der Pathologie
hat den großen Vorteil, dass Sie schon vor dem Ansetzen des Skalpells
wissen, was sie erwartet.
Das gilt nicht nur für Leichen, wo wir durch die Körperoberfläche...
Dr. Strohm. Dr. Strohm.
Entschuldigen Sie bitte die Störung, aber Prof. Herzfeld schickt mich.
Er braucht ein Kardioversionsgerät.
Herzfeld? Ein Kardioversionsgerät?
Ja. Er hat eine Leiche auf dem Tisch. Es eilt!
Ich weiß nicht, wer Sie sind und was Sie ausgefressen haben, Junge.
aber ich kann Ihnen versichern: Wer bei Prof. Herzfeld liegt,
der braucht keinen Defibrillator mehr.
*Die Studenten lachen.*
(Kollegin) Brauchen Sie Hilfe?
Nein, danke. Kümmern Sie sich bitte weiter um die Bauchorgane,
ich komm schon klar.
Bin gleich wieder da.
Scheiße!
(Hannah, panisch schluchzend) Papa, bitte hilf mir!
Papa, ich hab Angst zu sterben!
Er bringt mich um, wenn du nicht genau das tust, was er sagt!
Er kontrolliert jeden deiner Schritte.
Er sagt, die Art und Weise,
wie du diese Botschaft bekamst, sollte dir zu denken geben.
*Sie schluchzt.*
Ich weiß, du kennst Tausend Leute beim BKA.
Aber du darfst mit niemandem sprechen,
hast du verstanden?
Warte auf Erik. Er hat weitere Anweisungen für dich.
Zu niemandem ein Wort, sonst bin ich tot.
*Sie schluchzt, dann folgt Stille.*
*Herzfeld schnieft.*
Professor Herzfeld?
Herr Kollege?
-Ja? -Alles in Ordnung?
Ja...Nein.
Ich glaub, ich werde krank. Mir geht's nicht so gut.
Oha. Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
-Soll ich einen Arzt rufen? -Gehen Sie zurück an die Arbeit.
Ich komme schon klar, ich brauche nur einen Moment.
(Kollege) Ok.
Ähm, haben Sie die Kapsel schon geöffnet?
Ja. Leer.
Die Kapsel war leer.
Ok, aha.
Ok.
*Eine schwere Tür wird aufgeschlossen.*
(schluchzend) Bitte nicht noch mal.
Können wir nicht wenigstens...bitte, ich hab Kondome vorne im Rucksack.
(flehend) Nein, nicht!
Natürlich machen wir's safe, du kleine Nutte.
Scheiße.
*Ein Handy klingelt.*
*Das Klingeln wird lauter.*
Er bringt mich um,
wenn du nicht genau das tust, was er sagt.
Er kontrolliert jeden deiner Schritte.
Ich weiß, du kennst Tausend Leute beim BKA.
Aber du darfst mit niemandem sprechen.
Warte auf Erik! Er hat weitere Anweisungen für dich!
Zu niemandem ein Wort, sonst bin ich tot!
*Ein Rufton erklingt.*
Hallo, Petra. Sag mal, hast du was von Hannah gehört?
Du, das ist gerade echt ungünstig.
Hier in Sydney ist es 7 Uhr. Wir gehen gleich in die Oper.
Es wäre wirklich wichtig.
Ich weiß von der Sache von euerm Urlaub, wenn du das meinst.
Aber was soll ich dir denn sagen? Man erntet, was man sät.
Tut mir leid, das war gemein.
Nimm's nicht zu schwer, sie ist ein Teenager.
Ich wünsche viel Spaß in der Oper. Und grüß Norman, ja?
Tschüss.
*Es rauscht verzerrt.*
Hallo Erik?
Erik, sagen Sie was.
Nennen Sie Ihre Forderungen, ich erfülle sie.
Keine Polizei, das BKA weiß nichts und wird nie etwas erfahren.
Ich will nur meine Tochter zurück.
Erik, sagen Sie, was sie wollen und Sie werden es bekommen.
Hör zu, gottverdammter Wichser! Wenn du meiner Tochter
auch nur ein einziges Haar krümmst, bring ich dich um!
Ich werde dich finden, ich hab die Mittel dazu.
Dann bring ich dich verdammtes Schwein--
*Ein Besetztton erklingt.* Hallo? Scheiße!
Du Vollidiot, du!
*Verzerrtes Rauschen* Erik?
Hören Sie mir zu, es tut mir leid.
Sagen Sie mir, was Sie wollen und Sie kriegen es.
Erik ist tot.
Der liegt hier tot am Strand auf Helgoland.
Wer sind Sie?
Linda. Ich bin nur zufällig am Strand.
Hör auf zu jammern.
Ich merk doch, wie viel Spaß dir das macht.
*Sie schluchzt.*
Hast du doch, oder?
Du hast doch Spaß.
Eben.
Das gefällt mir nicht.
Frauen müssen keusch sein.
*Sie bricht in Tränen aus.*
Und wenn sie es von Natur aus nicht sind,
dann muss man nachhelfen.
Ich weiß nur nicht... wie schneide ich...
*Er feixt gehässig.*
Wusstest du das 97% der Frauen in Somalia beschnitten sind?
(flüsternd) 97%. Also fast alle.
Ich frage mich, schneide ich deine Klitoris ab
oder Schamlippen...innere...Beil... Was denkst du?
*Sie schreit.*
So, jetzt gehe ich erst mal.
Nutze die Zeit.
Weil, wenn ich wiederkomme, ja?
Du weißt, was dann passiert.
(Linda) Sind Sie echt bei der Polizei?
Ja, sozusagen. Ich bin Rechtsmediziner.
Steck ich in Schwierigkeiten? Weil ich ans Telefon gegangen bin?
Nein. Keine Sorge.
Wo ist die Polizei?
Die weiß noch nichts. Ich hatte kein Handy,
hier tobt ein Sturm. Nichts funktioniert.
Ich wollte ins Dorf, um Bescheid zu sagen.
Nein, nein.
Tun Sie das nicht, Ich bitte Sie inständig.
Bitte keine Polizei.
Was? Warum nicht?
Das Leben meiner Tochter hängt davon ab.
Ich weiß, wie unvernünftig das jetzt klingt.
Völlig irre.
Alles was ich tun kann, ist Sie anzuflehen.
Ok. Klingt nicht irre für mich.
Die Polizei hilft einem eh nicht.
Hören Sie zu.
Sie müssen eins für mich tun: Warten Sie auf mich.
-Ich bin auf dem Weg zu Ihnen. -Vergessen Sie es,
hier tobt ein Orkan.
Nicht mal die Seenotrettung fährt noch.
Der Verkehr zur Insel wurde eingestellt!
Ich schaff das schon. Irgendwie.
Sind Sie Superman, oder was ist Ihr Plan?
Kann ich Sie mitnehmen?
-Hallo?! -Was machen Sie denn hier?
(Ingolf) Mir wurde geraten, das Praktikum zu schmeißen.
Seh ich ein, hab's versaut.
Kann ich es gutmachen, wenn ich Sie mitnehme?
Nein, ist ok. Ich habe mir ein Taxi gerufen.
Linda, haben Sie seine Taschen durchsucht?
-Nein. -Die Nachricht von Hannah war nicht:
"Erik meldet sich" oder "Erik gibt dir Informationen."
Sondern: "Warte auf Erik. Er hat weitere Anweisungen."
Verstehen Sie?
Die erste Anweisung war heute Morgen bei der Leiche auf meinem Seziertisch.
-Jetzt gibt es noch eine Tote... -(Ingolf) Kommen Sie!
(Ingolf) Wer weiß denn, wo das Taxi bleibt, bei dem Wetter.
-Es ist also wie eine Art... -Schnitzeljagd. Mit Leichen.
Ja, genau. Und irgendwo an diesem Erik
muss der nächste Hinweis sein,
der mich zu Hannah führt. Verstehen Sie das?
Trauen Sie sich zu, ihn zu durchsuchen?
Boah...
Ok. Ich mache es.
(Ingolf) Kommen Sie schon!
Wie schwer wollen Sie es mir machen, mich zu entschuldigen?
Ich möchte mich entschuldigen!
(Linda) Professor? Noch mal mache ich
so einen Scheiß nicht mit. Das war das Ekelhafteste,
was ich je getan hab. Und es war für'n Arsch. Der hat nix.
Kein Schlüssel oder Brieftasche,
nicht mal ein paar Kaugummis. Nur das Handy.
Linda, rufen Sie bei der Inselklinik an
und informieren Sie Ender Müller über den Leichenfund.
Sprechen Sie ausschließlich mit ihm, sonst wird's offiziell.
Wer, zum Teufel, ist Ender Müller?
-Der Hausmeister. Ich kenne ihn. -Ach, so ein Zufall!
Wohl eher ein Hinweis darauf, dass der Täter mich genau kennt.
Ich werde Ender anrufen und Sie ankündigen.
Sprechen Sie mit keinem, bis ich bei Ihnen bin.
Haben Sie nicht zugehört? Der Orkan spielt hier Häuserweitwurf.
Und gewinnt.
Das Krankenhausdach ist schon abgedeckt.
Glaube nicht, dass ich da wen erreiche.
-Wie lange soll das so weitergehen? -Mindestens noch 3 Tage.
Die Wellen sind meterhoch.
Nicht mal Moses würde hier rüberkommen.
-Wir sind abgeschnitten. -Ok, ich schaff das schon.
So, wo soll's denn hingehen?
Helgoland.
-(Mann) Jetzt spiel vor! Spiel vor! -(Frau) Verdammt!
Böses Tor.
Warum kriegen Männer keine Cellulitis?
-(Frau) Weil's scheiße aussieht. -Habe ich den schon erzählt?
(Frau) Heute noch nicht, Ender. *Sein Handy klingelt.*
Ja?
Professor! Was verschafft mir das Vergnügen?
-(Mitspieler) Ey!
Ach, du Scheiße.
Ja, nee, tut mir leid, die Bullen sind auf dem Festland.
-Ja, Ärzte auch. -(Mitspieler) Geht es jetzt weiter?
Ich bin im Bandrupp.
(Ender) Sag der Kleinen, sie soll vorbeikommen.
Ender Müller?
Die Kleine denkt voraus.
Ich weiß nicht, was sich meine Mutter dabei gedacht hat, aber...
Ender. So heiße ich.
Ich sagte: "Änder' das doch bitte mal, Mama."
Und da hat sie gesagt: "Ender der Diskussion."
(Mitspieler) Ey! 9 zu 3!
Na, sagen wir unentschieden.
(Ender) Hier, weißt du, warum Männer keine Cellulitis bekommen?
(Linda) Weil es scheiße aussieht.
(Ender) Ich versteh das nicht. Warum kennt den denn jeder?
So hab ich Herzfeld kennengelernt.
Jedes Jahr springt hier einer vom Hügel.
Und wenn es Zweifel gibt, kommt Paul vorbei
und seziert im Krankenhaus. Ist ein feiner Kerl.
Ich denke, Paul hat recht.
Wir sollten das nicht an die große Glocke hängen.
Nicht, dass noch eine Panik ausbricht.
Jetzt wo keiner von der Insel kommt. Und hopp!
Tja, dann. Zum Hauptbahnhof, bitte.
*Ender stöhnt.* Ich hoffe ja,
dass das Sauwetter in 3 Tagen wirklich vorbei ist.
Ich hab einen sehr wichtigen Termin auf dem Festland.
-Ach ja? -Ja. Bin im Recall von DDT.
"Deutschland deine Talente". Die Fernsehshow.
"Hausmeister" wird jedenfalls nicht auf meinem Grabstein stehen.
-Ich bin zu Höherem berufen. -Und was sind deine Talente?
Ich mach Stand-Up. Aber mit eigenem Konzept.
"Body Comedy". Also "Bomedy".
So... artistisch?
Ne, nicht so ein Blödsinn.
Ich trete nackt vor die Jury, pose mit meinen Muckis,
erzähl ein paar gute Jokes. Aber keine Sorge.
Mein größter Muskel bleibt eingepackt.
Wie schade.
Willst du noch mal einen Guten hören?
Über mir ist gestern eine Kellerwohnung freigeworden.
Verstehst du? Unter dem Keller ist ja nichts.
Jo, Sana-Klinik, Ender Müller am Aparillo.
Ah, Paul! Ne, Weiterleitung aufs Festnetz!
Handy geht hier im Keller nicht. Was? Ja, ne.
Uns geht's supi. Mach dir keine Sorgen.
Draußen geht die Welt unter, keiner unterwegs.
Ich hätte die Leiche auf 'nem weißen Elefanten herschaffen können.
Wäre auch keinem aufgefallen. Was?
Auf keinen Fall, Paul!
Ne, auf gar keinen Fall.
Mag sein, dass es superwichtig ist,
Aber du hast gesagt, bring die Leiche in die Pathologie,
und wir sind quitt. Die Leiche ist hier, wir sind quitt.
Ich hab schon Arschwasser, weil ich nur in der Pathologie stehe.
Ich würde dir total gerne helfen, ich kann es nicht, es geht nicht.
Ich fange an zu kotzen. Was soll ich machen?
Ich nütze dir überhaupt nichts.
Linda. Was arbeitest du?
-Ich zeichne. -(Ender) Sie malt.
Wände oder Bilder?
Comics.
(Ender) Zeichentrick.
Was?
Das heißt, du bist geschickt mit deinen Fingern, oder?
(Herzfeld) Linda, hören Sie. Sie haben recht gehabt.
Ich schaffe es nicht so schnell auf die Insel.
Ich muss Sie um einen Gefallen bitten.
Was?
Sie... müssen für mich die Leiche obduzieren.
-Soll das ein Witz sein? -Nein, vorhin vielleicht,
aber jetzt ist es mein bitterer Ernst.
Legen Sie den Toten mit den Füßen Richtung Organtisch.
Das ist der Tisch neben dem Tablett über dem Abflussbecken.
Gleich neben der Handbrause. Sehen Sie die?
Auf gar keinen Fall!
Dann ziehen Sie sich Handschuhe an, möglichst dicke mit Noppen.
Suchen Sie sich eine Gummischürze.
Ender weiß, wo das alles ist.
Holen Sie 2 Organmesser, aber kein Skalpell.
Die Klinge bricht leicht ab, wenn man keine Übung hat.
Sie könnten sich verletzen.
Sie brauchen eine lange Pinzette und eine Schere,
um die Kleidung aufzuschneiden...
Moment! Sind Sie noch ganz bei Trost?
Um ehrlich zu sein, bin ich gar nicht mehr bei Trost.
Die erste Leiche heute Morgen. Die Nachricht, die ich gefunden hab.
Der Hilferuf meiner Tochter...
Der war im Kopf...
...der Toten. Verstehen Sie?
Die Nachricht war nicht bei der Leiche, sie war in der Leiche.
Sie wollen, dass ich ihn aufschneide
und in ihm geheime Botschaften suche?
Ich weiß, ich verlange viel,
vermutlich zu viel. Aber die Zeit rennt davon.
-Hannah ist... -Ihre Tochter.
Sie ist in 'ner schlimmen Lage, aber sollten wir nicht die Profis...
Es geht nicht nur um Hannah. Wer dahinter steckt,
hat bisher 2 Morde begangen.
Er ist ein Serienmörder.
Was, wenn der Mörder noch auf der Insel ist
und seine Serie noch nicht abgeschlossen hat?
Linda, ich mag Sie.
Ich weiß, ich habe kein Recht,
das alles von Ihnen zu verlangen. Ich kann Sie nur bitten.
-Linda, bitte. -Ich bin Vegetarierin.
Ich kann nicht mal ein Steak aufschneiden,
-und jetzt soll ich... -Ich garantiere Ihnen,
-Sie müssen ihn nicht essen. -Ha ha.
Ich leite Sie Schritt für Schritt an.
Sie...Hallo?
Scheiße! Fuck!
-Herr Praktikant! Ich... -Ingolf.
-Äh, Ja. -Sie sind ja noch da.
Es gibt keinen Zug. Es ist ein komplettes Chaos.
Ey, Idiot! Ist das deine Karre?
Das ist doch keine Karre! Ist ein Top-Klasse-Mercedes.
-Getuned auf 610 Pferdestärken! -Dann schmeiß sie an, deine PS!
-Du blockierst mich! -Ja!
Sagen Sie, mich geht das nix an, aber was ich vorhin mitbekommen hab,
-Sie sind nicht wirklich krank? -Nein. Nein.
Ey, Fatzke! Verkrümel dich, aber dalli!
Die Sache auf Helgoland. Die ist imminent wichtig?
Lebenswichtig, verstehen Sie? Lebenswichtig!
(Herzfeld) Ganz ruhig!
Wir sind gleich weg.
Gleich? Du Lackaffe!
Ich hau dir gleich mal was in die Fresse!
(Herzfeld) Ganz ruhig.
Ich schlag vor, wir decken uns mit Proviant und warmen Decken ein.
Bei dieser Witterung kann ein Stau auf der Autobahn
rasch ungemütlich werden, ja?
Ja.
Können wir mit der äußeren Leichenschau beginnen?
(Linda) Ich hör immer "wir". Ich steh hier ziemlich alleine da.
Aber ich werde mir den Kerl wirklich nur von außen ansehen.
Leichen sind was ganz normales, eigentlich, oder?
Also kein Grund, auszuflippen.
Genau richtig. Pro Tag sterben 150.000 Menschen.
Das sind 2 in der Sekunde
und ungefähr 56 Millionen im Jahr.
Es gibt also mehr Tote als Lebende auf der Welt, wenn man so will.
Ja das ist richtig. Man geht davon aus,
dass 100 Milliarden Homo Sapiens bereits gestorben sind.
Und trotzdem liegt hier mein erster Toter vor mir.
Wie kann das sein? Wieso beschäftigen wir uns
so wenig mit dem Tod?
Ich weiß es nicht. Aber wenn Sie es tun, Linda,
dann tun Sie es bitte jetzt, ja?
(Ender) Boah, ist das ekelhaft.
Linda? Schildern Sie genau, was Sie sehen.
(würgend) Im Moment rieche ich nur.
Ich weiß, nur Leichen riechen so. Falls es Sie tröstet,
man gewöhnt sich nie daran. Ich auch nicht.
-Tröstet nicht. -Schildern Sie.
Er sieht irgendwie unwirklich aus. Wie eine Wachsfigur.
Er ist groß, so was wie 1,90. 100 Kilo vielleicht.
Die Fußnägel sind ungeschnitten.
Trägt nur ein T-Shirt und Hose.
Auf dem Shirt steht "Erik". Wahrscheinlich mit Filzstift.
(Atmet tief durch) Der Kopf.
Die Augen sind geschlossen, zum Glück.
Der Mund leicht offen.
Zähne gelb, wie bei 'nem Raucher.
Ok. Ihr müsst ihn auf den Seziertisch legen.
Tut mir leid. Ich kann das nicht.
Das ist mir egal, Ender. Du machst das jetzt!
Seit wann bist du so ein Weichei?
Entschuldige. Hört zu.
Ihr müsst ihn an seinem rechten Arm
nach links von der Bahre auf den Obduktionstisch ziehen.
Raus aus dem Leichensack.
Und ihr müsst aufpassen wegen der Haut,
falls die Leiche Feuchtigkeit ausgesetzt war.
(Ender) Boah ist das ekelhaft.
(Linda) Und jetzt?
-Entfernen Sie bitte Hemd und Hose. -Was? Ne! Auf gar keinen Fall!
-Bis hier hin und nicht weiter. -Darüber hatten wir schon geredet.
-Die Leiche muss nackt sein. -Darüber hatten wir doch geredet.
Sie müssen verrückt sein. Ich sagte,
ich schaue mir den Toten nur von außen an.
Wie wollen Sie Ihn sich ansehen, wenn er noch angezogen ist?
Wenn er Verletzungen aufweist, werden Sie die kaum sehen können.
(leise) Fuck!
Fuck!
Hier ist was.
Er hat was um den Hals. Eine Kette.
-Hängt ein Schlüssel dran. -Was für ein Schlüssel?
Normal eben. Keine Beschriftung drauf, keine Zahl.
-Ist das der Hinweis, ein Schlüssel? -Glaube ich nicht. Wäre zu einfach.
Gibt es irgendwelche Erkennungsmerkmale?
Keine Piercings oder sowas.
Er hat eine Narbe unter der linken Brustwarze.
Wie von so einer Impfpistole.
Wie sieht's im Schambereich aus?
Schambereich ist top, alles ok. Wir können Schluss machen.
Linda?
Linda!
Der Mann hat sich eingeschissen, bevor er gestorben ist.
Ja, das ist leider normal.
Benutzen Sie einfach eine Schere, das ist am Einfachsten.
(Linda) So.
Der Tote liegt jetzt nackt vor mir.
Alles... normal.
Keine Auffälligkeit?
Jetzt wo Sie’s sagen, sein Penis sieht aus
wie ein Hakenkreuz. Nein, alles normal, sagte ich doch.
Sonst hätte ich es ja wohl erwähnt, oder?
-Ich weiß, es ist stressig. -Sie wissen 'nen Scheiß!
Sie machen das andauernd.
Sind die Beine gespreizt?
Ja, ein wenig. Weshalb ist das wichtig?
Weil Sie seinen After ansehen müssen.
(fassungslos lachend) Nein. Nein, nein, nein.
Beruhigen Sie sich.
Ein erster Blick reicht.
Spreizen Sie seine Beine und schauen Sie nach.
Linda?
-Nein. -Nein, was?
(laut) Ihm steckt nichts im Arsch, ok?
-Das sollte vorerst genügen, danke. -(patzig) Bitte.
Nehmen Sie bitte eine Pinzette
drehen Sie damit die Augenlider nach außen um.
Muss das sein? Ich fühle mich wie Frankenstein!
Punktförmige Einblutungen in den Augenbindehäuten
weisen auf einen gewaltsamen Erstickungstod hin.
Anders können Sie das nicht prüfen. Schauen Sie sich das bitte an.
(flüsternd) Keine Schmerzen. Toter. Fühlt. Keine Schmerzen.
Ja, hier sind so dunkelrote Punkte auf den Augenbindehäuten.
So Sprengsel wie auf einem Taubenei.
-Sichtbare Verletzungen am Hals? -Ja, eine Hautabschürfung.
Sieht aus wie ein Abdruck von irgendetwas länglichem.
5, 6 Zentimeter lang und einen breit.
Scheint eine Strangmarke zu sein.
Was hat das zu bedeuten?
Kommen wir zur Kopfhöhle.
Und dann?
Ich habe das Gefühl, dass sie von der äußeren
zur inneren Autopsie übergehen wollen,
ohne dass ich es merke. Ich werde ihn nicht aufschneiden.
-Verstehen Sie das? -Werden sie vielleicht nicht müssen.
Schritt für Schritt. Öffnen Sie bitte erst mal den Mund.
Hilft Ihnen weiter, dass der Typ ein Gebiss trägt?
Nehmen Sie es raus.
-Das ist nicht normal. -Was sehen Sie?
(Ender) Ok, ich bin raus.
Fehlen der Leiche vielleicht die Kieferngelenke?
Ne, irgendjemand hat ihm die Zunge rausgeschnitten.
Ist die fehlende Zunge der Hinweis, den Sie suchen?
Befindet sich Blut im Mundraum?
-Ein bisschen. -Also wurde die Zunge
erst kurz nach dem Tod entfernt. Das macht keinen Sinn.
Weil ja alles hieran so sinnvoll ist.
Nicht für Sie. Für den Täter schon.
Und wie er annimmt, wahrscheinlich für mich auch.
Schauen Sie bitte tief in den Rachen.
Ich sehe nix. Ich hab auch keinen Röntgenblick.
-Haben Sie eine Taschenlampe? -Ja, Moment.
-Ja, da ist was. -Was?
Keine Ahnung. Sieht aus wie Plastik. Ist gelb.
Holen Sie es raus.
Geht so nicht.
Ich rutsch dauernd ab, das ist zu glatt.
Ich drücke es nur noch tiefer rein.
Sie haben recht. Hören Sie auf.
Großartige Idee.
(erleichtert) Ok, gut.
Wann können Sie da sein?
Das habe ich damit nicht gemeint.
Linda, Sie...
Sie müssen jetzt doch seinen Hals aufschneiden
Linda? Hallo? Linda!
Scheiße!
(zischt wütend) Spasti!
Scheiße.
Scheiße.
*Jemand flüstert etwas Unverständliches.*
Ender?
(Lautes Flüstern) *Das Handy klingelt.*
-Ja? -(Herzfeld) Hören Sie mir bitte zu.
Der gelbe Gegenstand. Dafür tun wir das alles.
Darin ist die Nachricht. Danach ist Ihr Job erledigt.
Nur ein Schnitt!
Das ist ein Mensch! Das können Sie nicht verlangen!
Sind Sie so deformiert von ihrem kranken Beruf?
Sie wollen,
-dass ich 'nen Menschen aufschneide. -Was ich will, ist seit heute Morgen
nur noch eine ferne Erinnerung! Was ich will ist kein Faktor mehr.
Für mich zählt nur noch was ich tun muss,
weil ich verdammt noch mal keine andere Scheißwahl habe!
Es...
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
-Haben Sie Kinder? -Nein. Ich bin 24.
Ok. Wollen Sie mal welche?
Ja. Aber jetzt noch nicht. Ich zeichne Comics.
Ich bin selbst noch ein Kind.
Meine Tochter ist 17. Sie mag Comics. Glaube ich...
Sie wollen mich manipulieren. Emotional.
Ist ein ziemlicher Arschloch-Move.
Sie sind ein ziemliches Arschloch, so insgesamt.
Wenn Sie mich Arschloch nennen, können wir uns ja auch duzen.
-*Linda kreischt panisch* -Linda!?
Linda, was ist los?
(schnell atmend) Alles in Ordnung.
Alles gut.
Ich dachte, ich hätte Danny gesehen.
Danny?
(Danny flüstert) Du gehörst mir!
-Mein Ex. -Ihr Ex ist auf Helgoland?
Das kann eigentlich nicht sein, aber...
Und der ist ein Problem?
Nicht eins. Er ist das Problem. *Danny lacht*
Er hat mir... *Leise Schmerzensschreie erklingen.*
...wehgetan.
Und er hat Geschmack daran gefunden.
Er verfolgt Sie? Ein Stalker?
Das ist so ein schönes, praktisches Wort: Stalker.
Es enthält nichts von dem Ausgeliefertsein.
Von der Gewalt.
Körperlich und seelisch.
Davon, dass er immer und überall da ist, wo ich bin.
Auch wenn er nicht da ist.
Das tut mir sehr leid.
Ja. Mir auch.
Übrigens, ich mache es.
-Bitte? -Den Mann aufschneiden.
Ich hab in den letzten Stunden zum ersten Mal seit Monaten
nicht an Danny gedacht. Und keine Angst gehabt.
Ekel, klar.
Aber keine Angst.
Linda, das ist...
-Danke. -Bedank dich später, Paul.
*Sie schluchzt.*
*Ihr Weinen wird lauter.*
*Sie kreischt entsetzt.*
Danke. Herr Professor Herzfeld?
*Das Handy klingelt.* Sagen Sie, jetzt wo ich Sie
durch den Weltuntergang chauffiere.
Denken Sie ich kriege noch eine Chance bei Ihnen?
Sie sind völlig ungeeignet.
Hallo? Linda.
Ist das eigentlich legal, was wir hier machen?
Darf ein Laie einfach hergehen und die tote Oma aufschneiden?
Nein, das wäre Leichenschändung.
Leichenschändung, wow.
Ja, aber ich darf das.
Und Sie, also du, du bist ja quasi mein verlängerter Arm.
Ich trage die volle Verantwortung. Also hör mir zu!
Du setzt das Messer an der Unterseite des Kinns an,
drückst es tief in das Fleisch
und ziehst einen geraden Schnitt durch bis zum Brustbein.
-Ich kann die Muskeln sehen. -Gut. Das ist sehr gut.
Jetzt setzt du das Messer erneut unter der Kinnspitze an,
und schneidest rechts und links am Unterkiefer entlang.
(Linda) Kommt sofort.
-So. Erledigt. -Sehr gut.
Nun brauchst du beide Hände. Eine für das Messer,
die andere Hand für die Pinzette.
Zieh die Haut hoch
und unterminiere mit der Klinge das Fettgewebe.
-Unterminiere? -Ja, unterminieren.
Du ziehst die Haut hoch
und löst das darunterliegende Fettgewebe
mit horizontalen Schnitten ab. So ähnlich wie beim Filetieren.
Keine Essensvergleiche bitte!
Stimmt, Entschuldigung.
Dem steckt noch ein Stück Fleisch im Hals.
Das ist der Zungengrund. Den Stumpf kannst du einfach...
...abschneiden?
Abschneiden, genau.
-Erledigt. -Gut.
Jetzt mit der Messerspitze
den Kehlkopf anschneiden, und den Knorpel
wie einen Shrimp auseinanderziehen.
-Paul. Essensvergleich. -Äh, ja.
*Laute Schlagermusik.* -Mann! Ender!
Bist du des Wahnsinns?
-Linda? -(Ender) 'Tschuldige, wusste nicht,
dass das so laut ist. Dachte Musik würde uns auflockern.
Mach das aus! Wie soll denn sonst telefonieren?
Linda! Was ist da los?
Moment, es ist mir runtergefallen.
-Hast du den Gegenstand? -Moment, ich suche noch.
Hast du den Gegenstand?
Das hier?
Hast du den Gegenstand, Linda?
-Ja. -Was ist es?
Ist ein Überraschungs-Ei.
Also nicht die Schokolade, sondern das gelbe Plastikteil.
-Soll ich es öffnen? -Ja, aber vorsichtig.
Oha.
Ist ein Foto, irgendeine Oma.
Leck mich fett, Paul. Das ist die Töven.
-Friederike Töven. -Du kennst die Frau?
Na so vom Sehen, ne. Wohnt hier auf der Insel.
Paul? Hast du das gehört? *Besetztzeichen ertönt.*
Babette? Hören Sie. Ich habe in meinem Kalender
einen Termin mit Frau Friederike Töven.
Kann mich nicht mehr an sie erinnern und auch nicht, worum es geht.
Schauen Sie bitte in der Datenbank wer das ist?
Töven. Alles klar. Ich melde mich wieder.
Danke.
*Ingolf räuspert sich.*
Was machen wir denn eigentlich, wenn wir in Cuxhaven ankommen,
und tatsächlich keine Fähre geht?
Sagen Sie mal, wie reich sind Sie eigentlich?
Wie kommen Sie denn auf den Gedanken, ich sei reich?
Sehr, sehr reich.
-Stayclose.de. -Bitte?
Dasselbe wie Facebook. Hab ich gebaut, als ich 14 war.
Netzpoesiealbum, hab ich das damals genannt.
Irgendwann hatte ich 400.000 Profile und tja,
wie das damals so ging...
...eines Tages kam eine E-Mail von der Konkurrenz.
Dann haben Sie sie teuer verkauft?
Ja, ich war 14. Ich hab nach 14 Millionen gefragt.
Nur so als Scherz. Aber die haben Ja gesagt.
14 Millionen?! *Das Handy klingelt.*
Ja. Nette Leute. Kultiviert...
Hallo?
Friederike Töven ist Friederike Erlang.
Jedenfalls hieß sie noch so als Richterin
im Prozess gegen Jan Sadler.
Hat sich nach der Kontroverse damals frühpensionieren lassen,
ihren Mädchennamen angenommen und wohnt jetzt...
...auf Helgoland.
-(Kollege) Sie dürfen hier nicht rein. -Lass mich zu meiner Tochter.
(Paul) Jens, du kannst hier nicht rein.
Lass mich zu meiner Tochter. Scheiß auf die Regeln.
(Paul) Darum geht's nicht. Tu dir das bitte nicht an.
-Komm bitte, komm mit. -Aber...
Jens, sie hat sich erhängt. Es gibt da keine Zweifel.
Ja, aber dieses Schwein hat sie dazu gebracht.
Er hat meine Lilly am ganzen Körper abgeleckt.
Dann hat er sie vergewaltigt. Immer und immer wieder.
Und dann hat er ihr geschildert, wie er sie foltern will.
So lange bis sie keinen Ausweg mehr gesehen hat.
Und dann hat er ihr den Strick dagelassen.
Verstehst du Paul? Er hat sie umgebracht.
Er hätte sie genauso gut aufknüpfen können.
Ich weiß das. Ich bin sicher,
das Gericht wird das berücksichtigen.
Das Schwein wird viele Jahre ins--
Viele Jahre? Willst du mich verarschen?
Paul. Ich mache den gleichen Job.
Wir wissen beide, dass sie ihn nur wegen Vergewaltigung drankriegen.
Er ist in spätestens 5 Jahren wieder draußen. Spätestens!
Es war nicht nur Vergewaltigung. Es war auch Menschenraub.
Lilly war minderjährig.
Wie alt ist Hannah jetzt?
-13, oder? -Ja.
Willst du, dass Sadler frei rumläuft, wenn sie gerade Abi macht?
Nein Jens, das will ich nicht. Aber ich kann nicht--
Doch, doch. Du kannst.
Du hast es in der Hand. Du musst es nur aufschreiben
Schreib, dass er sie ermordet hat. Das ist keine Lüge.
Wir kremieren sie und keiner kann das überprüfen.
Paul, bitte tu es.
Jens, es eine Straftat. Wenn das auffliegt...
-Es wird nicht auffliegen. -Das Risiko ist zu groß.
Aha. Was für ein Risiko?
Das Risiko für dich? Für deine Karriere?
Jens, wenn es auffliegt, dann wäre das ein Fest für Sadlers Anwälte.
Er wäre noch viel früher wieder frei.
Hör zu, ich hab Geld.
Ja, ich habe geerbt. 160.000 Euro.
Ich hab mit Claudia gesprochen, ja?
Es bedeutet uns nichts. Sie gehören dir.
Paul.
Jens, hör auf, bitte.
(Richterin) Es ist dem Täter zugute zu halten, dass er vor der Tat
keinerlei auffälliges Verhalten gezeigt hat,
und wir bei einem Ersttäter immer auch den Aspekt der Resozialisierung
im Auge behalten müssen.
Das Gericht hält daher für die vorliegende Vergewaltigung
eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten für angemessen.
Zur Urteilsbegründung gilt Folgendes festzuhalten.
3,5 Jahre?
(schreit) 3,5 Jahre?!
Er hat meine einzige Tochter geschändet
und zum Selbstmord gezwungen!
(schreit) Wie könnt ihr so wenig geben für Mord?
Es war Mord! Du Hexe hast die Videos gesehen!
Mit deinen eigenen Augen. Dieser Mann ist ein Monster!
(schreit) Ein Monster!
Warum darf dieser, dieser Abschaum weiterleben,
während meiner Lilly die Maden aus den Augen kriechen?
Paul! Paul!
(Ingolf) "Zarrentin"? Nie gehört.
Ein kleines Nest am Schalsee. über Landstraße gut zu erreichen .
Was wollen wir da?
(Navigationssystem) Route wird neu berechnet.
Da wohnt Marinek.
Ist das der Kerl, der Ihre Tochter entführt hat?
Tut mir leid, ich wollte ihre Gespräche nicht belauschen.
Aber ich kann nicht gleichzeitig die Ohren zuhalten
und sie durch halb Europa fahren.
-Von selbst erzählen Sie ja nix. -Wieso tun Sie das alles?
-Was? -Wieso helfen Sie mir?
Das sagte ich schon, wegen des Praktikums.
-Ich wollte eine zweite Chance-- -Blablabla.
Ich glaube kein Wort. Sie können sich
-sich alle Praktika der Welt kaufen. -Ja.
-Ich wollte aber den an Ihrer Seite. -Warum?
Ich glaube unter den gegebenen Umständen
-ist es nicht mehr angebracht-- -Ich fände es jetzt sehr angebracht.
Ich erzähl das schon noch, aber...
wenn wir diese ganze Geschichte hinter uns gebracht haben
und sie gut ausgegangen ist. Aber jetzt sind erst mal Sie dran.
Finde ich. Wer ist jetzt dieser Marinek?
Ich weiß nicht, ob er meine Tochter entführt hat.
Er hat auf jeden Fall damit zu tun.
Woher wissen wir das?
Wegen der Richterin.
(Ingolf) Welche Richterin?
Frau Töven? Hallo! Sind Sie da?
(Linda) Hier wird 'ne alte Frau sicher nicht bleiben, bei dem Sturm.
(Ender) Frau Töven? Entschuldigen Sie,
aber wir haben Ihr Foto im Hals einer Leiche gefunden.
Mann, Ender!
(Linda) Wir können doch nicht einfach so die Tür aufmachen!
Frau Töven?
Hallo?
Frau Töven?
Frau Töven?
*Das Handy klingelt.*
-(Paul) Linda. Hi, Professor.
Ender arbeitet übrigens auch beim Schlüsseldienst.
(Linda) Wir haben das Haus von dieser Töven gefunden.
-Scheint aber keiner da zu sein. -Nicht reingehen!
Geht auf gar keinen Fall in das Haus!
Ich hab heute 'ne Leiche geschändet. Hausfriedensbruch macht den Kohl
-auch nicht mehr fett. -Aber ihr wisst nicht,
-was euch dort erwartet. -Ender?
Wir schauen uns hier nur um und gehen dann wieder.
-Wo ist das Problem? -Problem?
Sie haben mich nicht verstanden.
Wer auch immer das Foto im Hals von Erik deponiert hat,
hat etwas mit Hannahs Entführung zu tun und ist ein zweifacher,
extrem brutaler Serienmörder.
Dieser Kerl ist vielleicht gerade bei Ihnen im Haus.
Im Schrank, unterm Sofa, hinter einer Tür, was weiß ich, wo!
Also, bitte verlassen Sie jetzt sofort mit Ender das Haus!
*Ein rasselndes Atmen ertönt.*
Ach, du Scheiße! Ender!
-(Paul) Haben Sie verstanden? -(Linda) Die Frau braucht Hilfe!
Scheiße, wie ging in der Fahrschule?
Linda, sprechen Sie mit mir! Was ist passiert?
Scheiße.
-Die ist tot. -Nein, die hat geatmet!
-Linda! -Mann, jetzt hilf mir doch!
Wie oft muss man pressen, 12 Mal, oder 18 Mal oder was?
(Ender) Die Frau ist tot!
Die Frau ist tot! Jetzt guck doch mal hin.
(Ender) Guck mal.
Guck doch mal hin.
Fuck!
*Sie atmet schwer.*
(Paul) Scheiße noch mal, Linda! Was ist da los?
-Linda? -Die hat noch geatmet, hat gestöhnt.
Respirationsgeräusche, der Zerfall drückt Luft aus den Lungen.
-(Ender) Die hat Leichenflecken. -(Paul) Kann man sie wegdrücken?
Kann man sie wegdrücken?
Ich guck mal nach.
Nee.
Dann ist sie seit Stunden tot.
Paul, ich bin es. Das Haus ist leer, hab nachgeguckt.
(Paul) Du musst die Tote in die Pathologie bringen, ja?
(Ender) Können wir machen, klar. Aber die Begeisterung
-wird sich in Grenzen halten. -Ich melde mich wieder.
Ihr Kollege wohnt hier?
Ja, seit seine Tochter, seit Lilly... seit damals.
Ach, guck! Das müssen so circa 100.000 sein.
Es sind 160.000.
Das ist genau die Summe, die Marinek mir geboten hat.
(Ingolf) Ich glaub, Sie werden erwartet.
Sie bleiben hier!
Jens?
Jens?
Jens, ich bin’s!
*Spannungsvolle Musik setzt ein.*
Jens.
(Ingolf) Gott, ist das heiß hier.
-Seien Sie vorsichtig mit dem Ding. -Sie bleiben jetzt an der Tür!
Verstanden?
*Ein Motor läuft.*
*Der Motor verstummt.*
Muss noch mehr geben.
(Paul) Bleiben Sie bei der Tür!
Das hab ich gemacht, aber hab dabei das hier gefunden.
Das ist ein Obduktionsbericht. Äh, von...
Ist ein junges Mädchen. Vergewaltigt.
Gestorben am Genickbruch. Aber Name und Alter fehlen.
(Ingolf) Da ist ein Bild.
Meinen Sie, das könnte das Ihre Tochter...
*Die Spannungsvolle Musik wird lauter.*
*Ein Motor läuft.*
*Das Motorengeräusch verstummt.*
Herr Professor, vielleicht sollten Sie sich das jetzt wirklich nicht...
*Ein Schwein quiekt.*
So. Jetzt muss das aber mal langsam aufhören mit der Serienmörderei.
Wir haben nur 2 Tische.
Ich hoffe, das weiß der Killer auch.
Nicht, dass der denkt, wir hätten hier ewig Tische.
(lachend) Ewig Tische.
(Linda, sanft) Hey...
-Hast du Angst? -Ja, du nicht oder was?
Doch. Aber geht.
War schon mal schlimmer.
Achtung.
*Es knistert elektrisch.*
(Linda) Was ist denn jetzt los?
Wahrscheinlich der Notstrom. Das Aggregat gibt den Geist auf.
-(Linda) Wo gehst du hin? -(Ender) Kurz zum Hauptschaltraum.
(Ender) Bin gleich zurück.
(Linda, genervt) Toll. Klar.
(flüsternde Männerstimme) Linda.
*Linda atmet hörbar.*
*Langsam nähern sich Schritte.*
Ist da jemand?
Ender?
(Ingolf) Wollen Sie wirklich dieses Tier sezieren?
Wenn das meine Aufgabe wäre, würde hier Sektionswerkzeug liegen.
Bisher hatte alles einen Sinn. Ein Puzzleteil führte zum nächsten.
Erst die Leichen, dann die Axt, das Geld.
Alles hat eine symbolische Bedeutung.
Die Symbolik ist nicht so schwer zu entziffern.
-Sie sind ein Schwein. -Worauf sind wir zuerst gestoßen?
-Das Geld? -Nicht das Geld. Nicht das Geld.
Meine Größe.
Was symbolisieren die?
Pfützen. Regen. Nässe.
(Paul) Wasser.
(Ingolf) Das ist doch dieser Jan S., aus den Nachrichten damals.
Der muss den ja quasi 24 Stunden am Tag überwacht haben.
Jens hat 3,5 Jahre warten müssen, um das hier durchzuziehen.
Wieso sind Sie eigentlich Ziel seiner Rache?
Der sollte sich doch eher um dieses Exemplar da kümmern.
Ich glaube, das hat er bereits getan.
-Oh, ist das eine... -Zunge.
Ganz genau.
Wir wissen jetzt, wer "Erik" ist.
*Das Handy klingelt wieder und wieder.*
*Linda atmet schwer.*
*Schrittgeräusche nähern sich.*
*Die Schrittgeräusche hören auf.*
(Paul) Geht keiner ran.
(Ingolf) Haben Sie das schon gesehen?
Ja, das ist Lilly Marinek.
Nein, das meine ich nicht. Das hier.
Oh Gott.
(Ingolf) Ist das ihre Tochter?
Ich weiß es nicht.
(Ingolf) Da, am Knöchel. Da ist ein Tattoo, hat sie so eins?
Ich... ...ich weiß es nicht.
(Ingolf) Was hat er denn jetzt mit der Leiche vor?
(Ingolf) Wer filmt das?
Die sind zu zweit.
Er bringt sie hierher.
Was ist das denn da?
(Ingolf) Ist das eine Boje, oder was ist das?
-Keine Ahnung. -Ich sehe nach.
Warten Sie!
-Das sieht aus wie so ein Kreuz. -Was?
(im Video) Irgendwelche Zweifel?
(Mann, im Video) War ich noch nie der Typ für.
(rufend) Nein! Stopp!
Das ist tatsächlich ein Kreuz!
Ingolf! Sie sind zu dicht dran!
*Das Eis knarzt bedrohlich.*
*Es kracht.*
Ingolf!
Ingolf!
Drehen Sie sich zu mir um!
Ingolf, hören Sie mir zu! Sie müssen jetzt ganz ruhig bleiben!
Sie haben nur wenige Sekunden, bis Ihre Muskeln unbrauchbar werden.
Ich kann nicht zu Ihnen, das Eis bricht sonst.
Sie tun jetzt Folgendes: Sie sehen mich an
und machen einen Schwimmzug auf mich zu, dann habe ich Sie.
Haben Sie verstanden?
Geben Sie mir die Hand, los!
*Paul stöhnt vor Anstrengung.*
*Erneut setzen langsame Schritte ein.*
Ender?
Ender, bist du das?
Gott sei Dank bist du es!
Es war jemand hier.
Ender!
(Paul) Ganz ruhig. Ganz ruhig.
Müssen dich warm halten, wird alles gut.
*Paul stöhnt vor Anstrengung.*
(Paul) Wir müssen zurück ins Haus. Zum Heizgebläse!
Du bist unterkühlt. Wir müssen dich wieder warm bekommen, sonst...
...Hypothermie.
Tod!
*Ingolf stöhnt.*
(bibbernd) Nicht... beim... ersten... Date!
Ok. Gut. Das ist gut.
Bleib bei Bewusstsein!
Rede mit mir, ok?
Erzähl mir was. Hey! Bleib bei mir!
Guck mich an, bleib bei mir!
*Das Handy klingelt.*
-(atemlos) Hallo? -Paul, ich habe hier einen Notfall!
Licht ging aus, Ender war weg.
Licht ging wieder an, Ender stand vor mir
-mit 'nem Messer in der Schulter. -Aber konnte noch gehen?
2 Schritte, dann ist er in meinen Armen zusammengebrochen.
Du musst Hilfe holen!
Und wie?! Es gibt keine Ärzte mehr auf der Insel
und der Killer ist hier!
Schließ dich irgendwo ein!
Schon passiert.
Scheiße Mann, ich weiß nicht, wie lange Ender noch durchhält.
Puls?
-Sehr schwach. -Blut?
-Ja, aber es spritzt nicht oder so. -Gut!
(schlotternd) Vielleicht wurden keine wichtigen Gefäße getroffen.
Soll ich es rausziehen?
Nein! Auf gar keinen Fall rausziehen!
Du darfst ihn nicht bewegen,
und du musst ihn warm halten und...
Und was?
Ich brauch wirklich ein bisschen Hilfe!
Gib mir 5 Minuten.
*Ein Freizeichen ertönt.* Paul. Du Scheißwichser!
(Linda schreit) Paul! Du blöder Wichser!
Was soll ich denn jetzt machen, du Depp?
Scheiße!
Ender, du darfst jetzt nicht sterben, ok?
(schluchzend) Ender, Ender!
Nicht sterben, bitte.
*Ein Schlüssel dreht sich im Schloss.*
(flüsternde Männerstimme) Linda.
(Ingolf) War das Hannah auf dem Video?
(Ingolf) Liegt sie im See?
Wenn sie im See liegt, dann spielt es keine Rolle,
was ich jetzt mache. Wenn sie noch lebt, schon.
Also arbeite ich unter der Prämisse, dass sie noch lebt.
Sie haben mir das Leben gerettet.
Ich...
Ich verzeihe Ihnen.
Das, was heute Morgen... Das mit dem...
...mit dem Defrib... Defibli...
Das mit diesem fiesen Scherz, das war... Ich verzeihe Ihnen das.
*Linda atmet sehr schnell.*
*Das Handy klingelt draußen.*
-*Er atmet röchelnd ein.* -(Paul) Hallo?
*Er hört Atemgeräusche.*
Wer ist da? Hallo?
*Besetztzeichen erklingen.*
-Ender! -Was, was ist los? Was ist los?
Wieso spürst du nichts?
(mit schwacher Stimme) Hab mich erkältet...
Nein! Du darfst dich nicht anfassen.
Hör mir zu.
Wir sind überfallen worden. Der Killer hat dich verletzt.
Nicht anfassen.
Nicht an den Kopf und vor allem nicht an die Schulter, ja?
Ender!
Ender!
*Spannungsvolle Musik setzt ein.*
Na endlich!
Was ist da los bei euch?
Wenn du es genau wissen willst, ich verbarrikadiere die Tür.
Wieso, du hast 'nen Schlüssel.
Aber der Killer auch!
Sie müssen da raus. Ender braucht Hilfe.
Vergiss es. Hab den Wetterdienst angerufen.
-Und? -Das Flugverbot steht noch.
In etwa 5 Stunden gibt es eventuell ein kleines Zeitfenster,
-wo Flüge möglich sind. -5 Stunden sind zu lang.
Kannst du nicht was tun, du bist bei den Bullen?
Wenn's so einfach wär. Aber ich versuch was.
Bitte. Ich hab nämlich keine Lust,
Ender beim Sterben zuzugucken.
Oder das dieser Psycho zurückkommt und mich pfählt, wie die alte Frau.
-Was sagtest du?
-Ich hab keine Lust, Ender... -Mit dem Pfählen, wie meinst du das?
Dass ihr jemand mit 'nem Stock den Arsch aufgerissen hat!
So meine ich das.
Zieh ihn raus.
Ne. Ich lege mich jetzt in Fötushaltung auf den Boden
zu Ender und warte auf die Kavallerie.
Hoffentlich krieg ich das Vaterunser noch zusammen!
Ich verspreche, dass ich irgendwie versuche,
innerhalb von 2 Stunden bei euch zu sein.
Aber vorher wird es niemand zu euch schaffen, verstehst du?
Nicht das SEK, keine GSG9, nicht die CIA.
Und auch nicht die gottverdammte Kavallerie.
Linda, der Stock. Das ist ein Besenstiel, oder?
-Woher weißt du das? -Ein Video, erklär ich dann, hör zu.
Der Entführer hat etwas in den Stock reingeritzt.
Das ist der Hinweis.
Gut, Professor.
2 Stunden helfe ich dir noch. Dann rufe ich die Polizei,
die Feuerwehr und die Medien.
Hast du was zu schreiben?
Ja.
5, 3, 6, 6, 4, 3,
5, 7, 3, 6, 4, 9, 0.
Auf dem anderen Ende, das Ende, das...
...du weißt schon, da ist auch eine.
9, 0, 8, 9, 2, 0,
7, 0, 5, 3, 1, 8, 4, 5, 1.
-Sind da Punkte? -Bitte?
-Punkte, sind da Punkte? -Linda, sind da Punkte?
Ja, vielleicht. Hinter den Zahlen, Moment.
Worauf wollen Sie hinaus?
Hier sind wirklich Punkte.
Bei der ersten Zahl, hinter der zweiten Ziffer,
und bei der zweiten Zahl hinter der ersten Ziffer.
Linda, ich ruf wieder an!
-Das sind Geokoordinaten. -Bitte?
Geokoordinaten.
Das ist die Auto-Betriebsanleitung. Ich weiß nicht, wie das geht.
Der Verkäufer hat mir versichert,
dass man Geokoordinaten ins Navigationsgerät eingeben kann.
-Ok. -Ein Vollausstattungsfeature.
*Das Handy klingelt.*
-Hallo. -Wir kennen nun den Mageninhalt
der toten Frau. Ein Zyankali-Derivat.
-Dann wurde sie vergiftet? -Ja, aber es war Suizid.
Schwachsinn.
Man hat ihr die Kiefergelenke und beide Hände entfernt.
Das war postmortal. In Ihrem Einverständnis.
(Frau, per Lautsprecher) Nach meinem Tod erfüllt mein Körper
wenigstens noch einen Zweck.
(Dr. Yao) Ein Video-Abschiedsbrief.
Er wurde in Schwintowskis Wohnung gefunden.
(Frau) Ich tue dies
im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und freiwillig.
-(Paul) Wer war die Frau? -(Dr. Yao) Sybille Schwintowski,
geborene Thron, verheiratet mit dem Umzugsunternehmer
Philipp Schwintowski. Eine gemeinsame Tochter, Rebecca.
(Paul) Hannah?
(Paul) Schwintowski... Wer ist das?
Für die Kollegen vom BKA kein Unbekannter.
Illegale Wetten, Kredithai, Mafia-Verbindungen.
Er stand als junger Mann wegen Mordes vor Gericht.
Wurde aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Bitte nein! Tu das nicht!
Die letzten Jahre ist es ruhiger um ihn geworden.
Angeblich wegen Frau und Tochter.
Soll ein liebevoller Vater sein.
Hat er was gesagt? Hat man ihn befragt?
Er wird noch gesucht, genau wie die Tochter.
Spurlos verschwunden.
Hat dieser Schwintowski zufällig ein Segelboot?
Ja. Er ist begeisterter Segler, nimmt an Regatten teil, alles...
Woher wissen Sie das?
Herr Professor? Hallo?
(Paul) Sie haben Ihr Ziel erreicht.
Wo sind wir denn?
Keine Ahnung. Irgendwo im Nirgendwo.
Sie bleiben bitte einfach im Wagen.
Ich bin sofort wieder da, ich guck mich nur eben um.
Sind Sie sicher, dass Sie da alleine rauswollen?
Wenn ich in 10 Minuten nicht wieder da bin, rufen Sie die Polizei.
Ingolf?
Ich hatte Ihnen doch gesagt, Sie sollen im Auto bleiben!
Scheiße!
Was hast du für große Füße?
*Sie schluchzt.*
(Mädchen) Ist es das, was du willst? Macht dich das geil?
*Sie schreit fürchterlich.*
*Sie hustet und ringt nach Luft.*
(Paul) Hannah.
Ah.
Jens, wo ist Hannah? Lebt sie noch?
Jens, bitte.
Sag mir, dass Hannah noch lebt, bitte.
Wie hast du es bloß geschafft, da alle rauszuhalten?
Dachte, du wärst an diesem Punkt ausgeschlossen von den Ermittlungen.
Hältst dich doch sonst an die Regeln.
Was soll das, war das der Plan? Der Grund für den ganzen Wahnsinn?
Mir einen Denkzettel zu verpassen?
Ja.
Der Sturm hat dir geholfen, ohne hättest du es nicht geschafft.
Dein türkischer Hausmeisterkumpel hätte längst die Polizei gerufen.
Wieso? Jens, wieso? Ich verstehe das alles nicht.
Hannah hat deine Tochter nicht auf dem Gewissen und ich auch nicht.
Nein, Lilly hast du nicht umgebracht. Sie nicht.
Wieso betonst du das so?
Es geht hier nicht um dich, Paul.
Auch nicht um deine Tochter.
-Es geht noch nicht mal um meine. -Worum geht es dann!
Er wird’s dir erklären.
Wer? Dieser Schwintowski? Der Mann ist ein Schwerverbrecher!
Was... Was machst du?
Was hast du da gemacht?
Jens!
Schön, dass du wach bist, Paul.
Nein!
-*Ingolf stößt einen Schrei aus.* -Halt! Nicht weiter.
-Holen Sie mir den Sezierkoffer. -Waren Sie das?
Den Koffer mit meinem Sezierbesteck!
Jens hat einen Speicherchip verschluckt.
Holen wir ihn da raus, bevor die Magensäure ihn komplett zerstört.
(Mann) Herzlichen Glückwunsch, Professor Herzfeld.
Wenn Sie bis hier gekommen sind,
haben Sie Ihre Lektion schon bald gelernt.
Anscheinend hielten Sie sich diesmal nicht an die Vorschriften.
Sie haben gelogen, verschwiegen, und Beweise unterschlagen.
Also genau das, was Jens damals von Ihnen verlangt hat!
Komisch.
Ich bin Philipp Schwintowski. Sie haben meine Tochter getötet.
Haben Sie die Bilder im Bootshaus gesehen?
Hätte Jens diesen Bastard nicht beschattet,
hätte ich Rebecca niemals gefunden.
Die Richterschlampe hat geglaubt,
man könne diesen Kinderschänder "resozialisieren".
Glauben Sie das auch, Professor?
Und selbst wenn.
Haben solche Tiere eine Resozialisierung verdient?
Nein. Die verdienen nur eins.
Dieselben Höllenqualen wie ihre Opfer.
Diese Drecksau war keine 6 Wochen aus dem Knast,
da hat er sich meine Rebecca gegriffen.
(Jens) Frau Schwintowski. Es geht um ihre Tochter.
(Schwintowski) Wir haben überall gesucht,
wo Marinek Sadler beschattet hatte, und wir haben sie gefunden.
*Eine Frau weint*
(Schwintowski) Aber zu spät. *Sadler stöhnt.*
Das Schwein war noch da.
Ich wollte Sadler gleich an Ort und Stelle zu Tode foltern,
und die Richterin von meinen Leuten erledigen lassen.
Aber dann hat Marinek mir klargemacht,
dass es Wichtigeres gibt als Rache.
Es geht um ein System, das Täter zu Opfern macht,
und Opfer zu Tätern.
Gerichte, die Steuersünder härter bestrafen als Kinderschänder.
Psychologen, die Freigang für Vergewaltiger empfehlen,
wegen deren schwerer Kindheit.
Es geht um jeden Bürger in diesem großartigen "Rechtsstaat".
Es geht um Sie, Professor.
Wir haben Tausend Regeln, Vorschriften, Paragraphen.
Und darüber ist alles aus den Fugen geraten.
Wir haben abgewartet, bis Sadlers Verletzung abgeheilt war.
Marinek hatte ihm den Zungenstumpf zugenäht,
damit das Schwein nicht verblutet.
Wir haben ihn motiviert.
Dann haben wir ihn die Drecksarbeit machen lassen.
*Die Frau schreit panisch.*
Sadler und die Richterin hatten den Tod verdient.
Und Jens und ich...
Wir haben alles verloren, wofür es sich zu leben lohnt.
Aber du solltest eine Chance kriegen, deine Tochter zu retten.
Du bist ein guter Mensch, sagt Jens.
Aber auch gute Menschen machen Fehler.
Für die müssen sie einstehen.
Wir haben Hannah mit Sadler alleine gelassen.
Wenn du sie finden willst, folge dem weißen Licht von Alcatraz.
Was meint er denn damit? Doch nicht San Francisco, oder?
Alcatraz ist eine Insel. Helgoland.
*Schwintowski röchelt.*
Schwintowski blufft.
Jan Erik Sadler kann Ihrer Tochter nichts mehr anhaben, er ist tot.
Er liegt in der Pathologie auf Helgoland
Ja, aber das ist egal.
"Wir haben Hannah mit Sadler allein gelassen."
Ist Vergangenheit.
Es reicht, wenn sie Hannah lange genug mit Sadler...
Er malt seinen Opfern den Tod in den schrecklichsten Farben aus.
Dann gibt er ihnen einen Strick.
Schwintowski hat sich erhängt, das ist der letzte Hinweis.
Wenn ich Hannah nicht schnell genug finde,
dann erwartet mich genau dieses Bild.
(Ingolf) Verstehe.
Schwintowski hätte sich nie getötet,
ohne sich erst an Sadler zu rächen, ihn zu töten, niemals.
Er vertuschte das nicht, daher ließ er uns "Erik" finden.
-Was ist mit dem Timecode? -Wieso, was soll damit sein?
Das Datum, das ist von vorgestern.
Das muss ein Fehler sein. Falsch eingestellt oder so.
-Warum? -Weil noch heute Abend auf Helgoland
jemand meinem Freund Ender ein Messer in den Hals gerammt hat.
Da Sadler tot ist,
kann das nur Schwintowski gewesen sein.
Kommen Sie.
-(Ingolf) Was? -(Paul) Der Sturm hat nachgelassen.
Wenn's auf See auch so aussieht,
könnte die Luftrettung starten. Wir können die Behörden informieren.
Die Verschwörer sind alle tot.
Hoffentlich schaffen wir es noch, bis das Wetter wieder... Scheiße!
Jens hat die Reifen aufgeschlitzt.
(Ingolf) Mist. Was machen wir denn jetzt?
-Haben Sie Ersatzreifen? -Ja, aber nur einen.
Damit schaffen wir's nie über dieses Gelände. Schon gar nicht rechtzeitig
-Haben Sie die Schlüssel noch? -Hat meine Tasche nie verlassen.
Steigen Sie ein.
Professor Herzfeld, Sie fahren tiefer in den Wald.
Ganz genau. Sind Sie angeschnallt?
So kommen wir aber nicht weit.
Unser Weg ist kurz.
Hier kommt kein Rettungsfahrzeug hin, das wissen Sie?
Wollen Sie mir nicht mal erzählen,
warum Sie mich unbedingt kennenlernen wollten?
Dies könnte ihre letzte Chance sein.
-Wieso? Wollen Sie uns umbringen? -So ähnlich.
-Erzählen Sie! -(nervös) Aus meinen 14 Millionen
sind eine Menge mehr geworden, sehr viel mehr.
Und mit großer Kohle...
...kommt auch Verantwortung.
Ich habe eine Stiftung, die sich um Rechtsmedizin kümmert.
Weltweit! So Massengräber und sowas. Und ich wollte einen Direktor!
Ich will einen Direktor!
Ich denk drüber nach.
*Ingolf schreit.*
(Linda) Mach dir keine Sorgen ja?
Die 2 Stunden sind noch nicht vorbei.
Und außerdem hat er's versprochen.
Noch eine Viertelstunde, dann...
Dann geh ich selbst los, ok?
*Etwas rammt gegen die Tür.*
Wer ist da?
Was wollen Sie von mir?
Was wollen Sie von mir?
Was wollen Sie von mir?
Danny!
Danny bist das? Bitte hör auf!
Nein!
Danny hör auf!
Du tust mir wieder weh!
(spricht unartikuliert) Ich bin nicht Danny!
(Ingolf) Ok.
Was sollte das?
Das haben Sie doch mit Absicht gemacht.
Das war Ihre Idee.
-Bitte? -Die Geokoordinaten.
Als ich vorhin die Anleitung durchsuchte,
habe ich was rausgefunden. Das Auto sendet ein Notsignal
und seine Koordinaten ab, wenn die Airbags aufgehen.
-Nicht Ihr Ernst. -Dann soll es angeblich
nicht länger als 10 Minuten dauern, bis die Leitzentrale
ein Rettungsteam zum Unfallort schickt.
Vollausstattung.
Sie legen unser Schicksal in die Hände von Autoverkäufern?
Herstellern.
Wir werden erfrieren, hier kommt kein Rettungswagen hin!
*Helikopterlärm kommt näher.* -Genau.
7 Minuten.
(undeutlich) Wo ist er?
Was?
-Der Schlüssel! -Sprich deutlich du Freak!
(Jan) Der Schlüssel!
Der Schlüssel!
(Jan) Warum nicht gleich so!
Das war ein böser Fehler.
Weißt du was? Fick dich, Danny!
Ich bin nicht Danny!
*Linda stöhnt vor Anstrengung.*
Scheiße, scheiße, scheiße!
(weinend) Beeil dich, Professor! Du hast es versprochen, verdammt!
Guten Tag, Paul Herzfeld ist mein Name.
Ich leite eine BKA-Sonderkommission. Das ist mein Kollege von Appen.
Udo Bandrupp. Ich bin der Sohn vom Bürgermeister.
-Wie kann ich Ihnen helfen? -"Folge dem Licht von Alcatraz."
Können Sie damit irgendetwas anfangen?
(Linda) Ender. Scheiße.
(schluchzend) Ender! Atme!
Nein! Nein! Nein!
-(Paul) Linda! -Nein!
Du kannst mir nichts mehr anhaben! Hau ab, Danny!
(Paul) Linda.
Du kannst mir nichts...
-Kannst mir nichts mehr anhaben! -Linda!
Hau ab! Hau ab! Hau ab!
(hysterisch) Hau ab! Hau ab!
Ich bin's, Paul!
Paul Herzfeld, ganz ruhig. Der Professor.
-Herr Professor... -Ja...
-Sie haben es geschafft. -Alles wird gut. Ganz ruhig.
Ender, ich musste ihm das Messer aus der Schulter ziehen,
eben als er uns angegriffen hat.
Was? Wer?
Danny, Danny...
-Wer hat euch angegriffen? Linda! -Weiß nicht, wollte den Schlüssel.
(Linda) Es war nicht Danny...
(lacht kurz) Danny soll sich ficken!
(Ingolf, keuchend) Oh, meine Fresse.
Das ist nicht Jan Sadler. Das ist Schwintowski.
(Ingolf) Wie kann das sein?
Schwintowski muss beim Mord an Sadler einen Fehler gemacht haben.
Er hat geglaubt, dass er tot sei.
Hat ihn irgendwo abgelegt, wo er gefunden werden sollte.
Er war aber gar nicht tot und ist zurückgekommen,
entfernte ihm die Zunge und präpariert ihn genauso
wie Schwintowski ihn zuvor.
Inklusive des Erik-T-Shirts und dem Ü-Ei in der Kehle.
(Schwintowski) Es geht um jeden Bürger
in diesem großartigen Rechtsstaat. Es geht um Sie, Professor.
Vielleicht glaubte er, so untertauchen zu können, oder so.
Haben Sie irgendwo den Schlüssel gesehen,
von dem Linda die ganze Zeit gesprochen hat?
Herr Bürgermeister, was ist nun mit Alcatraz?
Naja, wir haben hier kein Gefängnis oder sowas.
Ist vielleicht abwegig,
aber Alcatraz hat einen berühmten Leuchtturm.
Sein Lichtsignal geht alle 5 Sekunden. Genau wie unseres.
(Paul) Hat der Turm einen Keller?
(Bandrupp) Darunter erstreckt sich 20 Kilometer Bunkersystem.
Das haben die Nazis im 2. Weltkrieg gebaut.
Wir legten den Zugang still, nachdem sich da zwei Kinder verliefen.
Die haben wir erst nach Tagen gefunden.
Da waren sie schon tot.
(Bandrupp) Ewig her, dass ich die Schlüssel benutzt habe.
-(Paul) Gibt's noch einen Eingang? -Einen? Hunderte. Ist ein Labyrinth.
Manche Gänge enden im Küstenfels. Wir brauchen eine Hundertschaft,
-um das zu durchsuchen. -Machen Sie bitte.
(Mehrere Personen) Hannah! Hannah!
(Jan) Ich frag mich, schneid ich deine Klitoris ab,
oder deine äußeren Schamlippen. *Das Mädchen weint.*
Fuck!
(schreit) Wo ist meine Belohnung?
Wo ist meine Belohnung?!
Hannah?
Hannah?
(alle aus der Ferne) Hannah!
Hannah?
Hannah!
Hannah?
Hannah!
Hannah?
Hannah!
Nein, nein, nein...
Hannah!
(Ingolf) Hier, hier ist jemand!
Ich bin keine Nutte, du Wichser!
Hannah!
(im Video) Ich bin keine Nutte, du Wichser!
(flüsternd) Hannah, hey.
(flüsternd) Ich bin da, alles ok. Alles gut.
(Mädchen im Video) Mein Name ist Rebecca Schwintowski.
*Er murmelt unverständlich.*
Brenn in der Hölle!
Ich hebe, hast du sie?
Hast du sie?
Alles wird gut. Alles wird gut.
*Schwintowski schreit schmerzerfüllt.*
Alles gut, komm her. Es ist alles vorbei.
*Schwintowski weint heftig.*
(Linda) Professor Herzfeld?
Linda. Hey.
-Wo warst du, ich hab dich gesucht? -Meine Sachen gepackt.
-Wie geht es Ender? -Stabil, er wird es schaffen.
Hammer. Der steckt was weg.
Ja... Ich...
Linda, du...
Du hast meine Tochter gerettet...
-Oh, wofür war das jetzt? -Wofür war das jetzt?!
-Ja. -Wo soll ich anfangen?
In dem Comic,
das ich aus dieser Scheiße hier machen werde,
wirst du nicht gut wegkommen.
Das Comic wird ein Riesen-Hit. Das garantiere ich dir.
-Eines Tages bist du mir dankbar. -Ich hau dir gleich noch eine rein.
Nein.
-Was machst du jetzt? -Ich fahr nach Hause.
Es gibt ein paar Dinge zu erledigen.
-Danny? -Der wird mich kennenlernen.
Die Anwältin hat gesagt,
die kranken SMS können uns sogar helfen.
Danke, Linda.
-Man sieht sich. -Man sieht sich.
Hey.
Pass auf die Kleine auf, ja? Noch mal helfe ich dir nicht.
Mach ich.
Das mach ich.
(Paul) Linda!
(Ingolf) Sicher, dass ihr nicht lieber Schiff fahren möchtet?
(Paul) Nein, auf die Art sind wir in 2 Stunden zu Hause.
Die Toten gehen nach Berlin zur Rechtsmedizin.
Papa hat sich schon immer bei den Toten wohler gefühlt,
als bei den Lebenden.
Jan Sadler wird auf der ganzen Insel gesucht...
...und kommt nicht weg.
Ich weiß, die werden ihn kriegen.
Wollen Sie nicht doch mitfliegen? Ihr Auto ist ja nun...
Keine Angst, da wartet schon ein neues Cuxhaven.
Und in so ein Gerät kriegen mich keine 10 Pferde mehr rein!
Ingolf, ich...
Vielen Dank. Vielen Dank für alles.
Ich melde mich.
*Jemand hustet.*
-*Hannah kreischt.* -(Paul) Hannah, weg da!
Landen! Los!
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